08 März 2016

8. März, 2016


von STEFAN DUPICK @Hoopsgamede

Nach ungefähr ¾ der Saison sieht es an der Spitze der Eastern Conference so aus wie zu Beginn erwartet. Die Cleveland Cavaliers stehen an erster Stelle und es sieht auch nicht danach aus, dass die Cavs diesen Platz vor den Playoffs noch abgeben müssen.

Dennoch ist in Ohio nicht alles Gold was glänzt, denn es gibt zahlreiche Spekulationen um potentielle Trades im Sommer, den Trainer und die Hackordnung innerhalb der Mannschaft. 

Cleveland und die Unruhe
Die Cavs sind als einer der Favoriten in die Saison gestartet und bei einer Betrachtung des Kaders ist dies auch verständlich. Eine Mannschaft die LeBron James, Kyrie Irving und Kevin Love vereint, muss favorisiert werden.

Im ersten Jahr der „Ohio Big Three“ führte der Weg direkt in die Finals, und das trotz zahlreicher Verletzungssorgen und Taktik-Probleme. In den Finals setzte es jedoch eine Niederlage gegen die eingespielten Warriors. 

Ein Jahr später sollte alles besser werden, es herrscht jedoch nach wie vor Unruhe in Cleveland. Kevin Love hat seine Rolle noch immer nicht gefunden und war daher in zahlreiche Trade-Gerüchte involviert. Kyrie Irving ist nach seiner Verletzung noch nicht konstant der Spieler, der er sein kann. Und sogar LeBron gönnt sich hin und wieder seine Auszeiten.

Der Trainerwechsel von David Blatt zu Tyronn Lue scheint sich positiv auf das Team auszuwirken, dennoch bleibt das Gefühl bestehen, dass die Cavs noch immer keine Einheit sind. Das Team ist gespickt mit hervorragenden Individualisten, aber für den Titel braucht es eine geschlossene Mannschaft. Im Vergleich zu den San Antonio Spurs oder Golden State Warriors scheinen die Cavs derzeit Lichtjahre von einem harmonierenden Gefüge entfernt zu sein.


Wie also sieht es, angesichts der stotternden Cavs, im Osten der NBA aus? Haben die Cavaliers das Ticket für die Finals bereits vor Beginn der Playoffs gebucht? Oder gibt es Klubs in der Conference, die dem Favoriten in den Playoffs ein Bein stellen können?

Auch wenn ein Blick auf das Ranking zeigt, dass der Osten in der aktuellen Saison stärker daherkommt als in den vergangenen Jahren, so haben dennoch zahlreiche projizierte Playoff-Teams ihre Probleme.

Die Chicago Bulls (32-30) müssen um die Playoff-Teilnahme zittern, sind von Verletzungen geplagt und somit aus dem Contender-Rennen. Die Atlanta Hawks (35-28) haben genug mit sich selbst zu tun und müssen sich erst wieder finden. Bereits im Vorjahr reichte es nicht gegen Cleveland - der Leistungsabstand ist seither enorm angewachsen. 

Die Indiana Pacers (34-30) befinden sich im Umbruch und verfügen aktuell nicht über die Qualität, die Cavs in einer Serie zu gefährden. Ähnlich sieht es bei den Charlotte Hornets (34-28), Detroit Pistons (32-31) und Washington Wizards (30-32) aus, die um einen der letzten Playoff-Spots kämpfen. Somit bleiben drei Teams, deren Ambitionen genauer zu beleuchten sind.


Boston Celtics
(Lost season series 1-2)

Die Celtics sind erneut eine der Überraschungen der Saison. Ohne große Ambitionen in die Saison gestartet, kann in Boston erneut für die Playoffs geplant werden.

Dafür, dass sich das Team im Umbruch befindet, spielen die Celtics erstaunlich routiniert. Isaiah Thomas spielt die beste Saison seiner Karriere, ebenso Jae Crowder, und auch die Big Man Rotation um Jared Sullinger, Kelly Olynyk, Amir Johnson und Tyler Zeller funktioniert bereits sehr gut. 


Die Celtics werden in der aktuellen Saison mitnehmen, was sie bekommen, und auch in den Playoffs alles geben um für die eine oder andere Überraschung zu sorgen. Am Ende dürfte es für die Finals und speziell für einen Sieg gegen die Cavs jedoch noch nicht reichen - vor allem, da seit dem Vorjahres-Aus keine Spieler hinzu gekommen sind, die den Unterschied machen können. 


Miami Heat
(Season series 1-1, letztes Spiel am 19. März in Miami)

In Miami geht es auf und ab. Die Heat können an einem guten Tag jedes Team der Liga schlagen, an einem schlechten aber ebenso gegen jedes Team verlieren. Aktuell zeigt der Trend aber deutlich nach oben. 

Hassan Whiteside kommt von der Bank und spielt aktuell auf allerhöchstem Level. Luol Deng hat zu alter Stärke zurückgefunden, ebenso Goran Dragic und Dwyane Wade, die exzellent harmonieren. Für die Position des Small Forwards wurde zuletzt Joe Johnson verpflichtet, der mit seiner Erfahrung und seinem Dreier das Team speziell von außen unterstützen soll und Rookie Justise Winslow entlastet.


Einziger Wermutstropfen ist der Ausfall von Chris Bosh, dessen Rückkehr aktuell noch in den Sternen steht. Die Heat können in der aktuellen Saison und den anschließenden Playoffs für eine Überraschung sorgen - dafür braucht es jedoch einen gut aufgelegten Bosh und dessen Qualitäten an beiden Enden des Feldes..

Das Team ist (auch ohne Bosh) breit aufgestellt und hochwertig besetzt, hat aber ohne seinen elffachen All-Star Forward in einer Best-of-Seven-Serie gegen Cleveland keine Chance auf ein Upset. 


Toronto Raptors
(Won season series 2-1)

Die Kanadier sind aktuell vermutlich der härteste Konkurrent der Cavs um die Krone im Osten. Das Team ist eingespielt und der Backcourt um DeMar DeRozan und Kyle Lowry ist in überragender Verfassung. Center Jonas Valanciunas kommt nach seiner langen Verletzung langsam wieder ins Rollen, auch sein Backup Bismack Biyombo bringt solide Leistungen.


Lediglich DeMarre Carroll ist das Sorgenkind im Kader der Raptors, ohne den Elite-Verteidiger fehlt der Defensive der Raptors zu viel Qualität. Carroll wird zeitnah wieder zurückkehren, nach langer Pause ist es jedoch fraglich in welcher Verfassung, der ehemalige Atlanta Hawk das Parkett wieder betritt.

Wenn Lowry und DeRozan ihr Level halten und Carroll bis zu den Playoffs wieder in Form kommt, dann können die Raptors den Cavs in einer Best-of-Seven-Serie gefährlich werden. Toronto tritt als Team auf, verteidigt gut und kämpft bis zum Umfallen.

Möglicherweise sind die Raptors jedoch einen Spieler von den Finals entfernt, denn auf Power Forward fällt die Qualität des Kaders etwas ab. Auch wenn Luis Scola über viel Erfahrung verfügt und Patrick Patterson ein solider Vierer für die Rotation ist, so verfügt keiner von beiden über die Qualität, sich gegen Kevin Love oder Tristan Thompson behaupten zu können.


Playoffs!
Die Cavs sind und bleiben der Favorit im Osten. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht, die Lücke zwischen den Teams ist geschrumpft und es wird Zeit, dass die Cavs als Team auftreten.

Wenn sich die Mannschaft nicht findet, dann könnte es in den Playoffs deutlich enger werden als viele Fans erwarten - vor allem gegen diese drei genannten Gegner. Am Ende ist es möglicherweise wieder LeBron James, der den Unterschied macht. Oder besser gesagt: machen muss.