27 März 2016

27. März, 2016


von ANNO HAAK @kemperboyd

*"You the real MVP." (Celtics Fans on Tim D.)

1997: Eine Geschichte, eine Braue


Davis ist raus! Ein Kobold 4 Life, wer Böses dabei denkt. Ein in der Wolle gefärbter Grüner, den die Arbeit an den Pazifik verschlagen hat, in die Stadt, wo der Verkehr niemals fließt und der Smog dichter ist als die Zone der Spurs. Nicht Paul Pierce hat das gesagt. 

Den Autoren obigen Tweets könnt Ihr selbst sehen. Pierce wiederum ist bekanntlich kein Born Beantowner, sondern stammt aus Inglewood, der Ex-Heimat der Lakers, doch verschlug es ihn zu den Celtics, wo er dann 15 Jahre zubrachte. 

Das tat er wohl nur, weil die Spurs mit oben beschriebenem urheberrechtlich geschützten Akt die Mutter aller Tanking-Saisons spielten. Denn so geriet der Schlafzimmerblick von den Jungfraueninseln ins Netz der schwarz-weißen NBA-Mamba und ließ den Garden weit rechts, also östlich, liegen.

Seit jenem infamen Tag im Januar 1997 gewannen die Sporen nie weniger als 50 Spiele pro Jahr, während die Kelten bis heute glauben, um wenigstens vier Ringe betrogen worden zu sein. Doch wie zerronnen, so gewonnen, durften die Celtics 1998 erneut an der Lotterie-Peripherie draften und wählten jenen Paul Pierce. 

Wäre Popovich nicht Sam Hinkie gewesen, bevor Sam Hinkie wusste, dass er mal Sam Hinkie wird, hätten Bill Simmons' Lieblingsplayoffversager wohl deutlich später wählen dürfen und hätten die Clippers nicht geclippert, wäre die Wahrheit vielleicht bei LAs anderem Team gelandet, bevor es Millenium schlug, an Stelle von M. Olowokandi, der 2006, während die Spurs zum zweiten Male "Defending Champs" über dem Eingang zur Trainingshalle stehen hatten, schließlich in Boston landete, um dort 2007 zu enden, als Duncan seinen dritten Ring aus LeBrons kalten Fingern riss. Kommt noch jemand mit? Und was hat der ganze Schmuh mit Anthony Davis zu tun? Dies:

In jenem Januar vor 19 Jahren gaben die San Antonio Spurs eine dieser Presseerklärungen heraus, die normaler Weise schneller vergessen sind, als der Name des Geburtsortes von Michael Olowokandi. Der Wortlaut ist nicht mehr auffindbar, aber der Inhalt ist legendär. 

In dürren Lettern gaben die Spurs bekannt, David Maurice Robinson habe sich den Fuß gebrochen und sei für den Rest der Spielzeit raus. Niemand prüfte das, niemand außer Gott - also Popovich - weiß, ob Robinson nicht doch, wenn er denn gewollt...also ich meine...wenigstens ein paar Spiele.

Aber Bill Simmons erkennt wie jeder Celtic die Wahrheit, wenn er sie sieht. Die Spurs schenkten ab, Periode. Und klauten die nächste grüne Dynastie. Boston gewann mit 15 zwar satte fünf Spiele weniger als die ohne Robinson und Elliot erbärmlichen Spurs, gewannen also den Rückwärtslauf um die Zahl der Tischtennisbälle, aber das Glückskonto von Neuengland war lange vor 1997 weit überzogen. 

So durften die Celtics erst an drei (und sechs) draften, wählten dabei aber Chauncey Billups und Ron Mercer, während Wahlrecht eins und mit ihm Tim Duncan an den Alamo und zu Popovich ging, der sich wenige Monate vorher selbst zum Cheftrainer ernannt hatte. Der Rest ist Olowokandi an eins, Pierce an zehn im Draft 1998 und: Geschichte.

Man darf bezweifeln, ob Duncan in einer Franchise eine ähnliche Karriere gemacht hätte, die damals Antoine Walker für einen Teil der Lösung statt einen Teil des Problems hielt. Wahrscheinlich hätte Duncan aus dem damals chaotischen Boston schneller den Abflug gemacht, als Walker eine Viererlinie auf Stephen Currys Trainingscourt malen könnte. 

Und doch: Auch wenn die Celtics mehr Banner unter dem Dach haben als Robinson Edelmetall an der Uniform, rufen sie bis heute reflexartig "ROBBED!!!", wenn jemand "1997" oder "Out for the season" sagt. Zur Beruhigung: Pelikane laufen nicht schneller, wenn sie die Sporen kriegen und ein Duncan ist in der 2017er Draft weit und breit nicht in Sicht.*

*Sidenote: rund 15 Spiele, die sich Davis nicht für die All-NBA-Teams aufdrängen kann, könnten finanziell den Unterschied zwischen Damian Lillard und Kevin Durant (ca. 25 Mio. $) machen. Die Derrick Rose Rule sagt "Hallo" und Anthony Davis womöglich "ROBBED!", wenn  jemand „2016“ sagt.


Ein Fan, ein Wort
Kevin Durant hat das Recht, Fan zu sein. Hat er gesagt. Das klang so, als hätte ihm das jemand abgesprochen. Was mir nicht geläufig wäre und die Aussage etwas merkwürdig erscheinen lässt. 

Noch viel suspiziöser wird die Fußauftstampfsentenz als Begründung für den Satz davor. "Nein, ich nehme das nicht zurück!" Was? Gut, dass Ihr fragt. Paul George sei besser als Kawhi Leonard, hatte er 2014 gesagt. Steht in eins.

KDs wutbürgeresques "Das wird man als Fan ja wohl noch sagen dürfen" gibt mir die Gelegenheit, erneut darum zu trauern, dass Leonard heute ein Hoosier sein könnte, hätten ihn die Pacers nicht für George Hill und zwei Spiegeleier verhökert, damals 2011. 

Dann hätten die Pacers heute einen One-Two-Punch von beiden Flügeln, der Ron Mercer und Antoine Walker aussehen lassen würde wie...äh...Ron Mercer und Antoine Walker und sage mir keiner, Ihr hättet nicht für Kawhi als Teil dieses Bildes getötet:


Wobei die bis zum Bauchnabel geöffnete Jeans-Haut schon der Bill Simmons unter den Herrenoberbekleidungen ist. Aber was weiß ich schon?


Fundstück der Woche (geteilt durch zwei)
Rainer, wherever you are, you the real SM-MVP! Gerade an Ostern (höhö): Keep ballin'!