18 Februar 2016

18. Februar, 2016


von ANNOHAAK @kemperboyd

Ausgang
Memphis ist Fünfter im Westen, der beste Spieler verletzt, beim Verpassen der Playoffs ginge der Firstrounder im laufenden Jahr wahrscheinlich nach Denver. Das klingt nach der Definition von "zwischen Baum und Borke" und man will und muss zurück zum Baum.

Miamis Saison ist spätestens seit der wahrscheinlich saisonbeendenden Erkrankung von Chris Bosh gelaufen. Seit dem All Star Wochenende geht es darum, die Braut für den Sommer hübsch zu machen, wenn Kevin Durant (theoretisch) zu haben ist.

Charlotte will auch ohne Michael Kidd-Gilchrist im inzwischen dicht besiedelten Städtchen namens Ostplayoffrennen sein Grundstück behalten.


Schuss
Die Hornets geben PJ Hairston nach Memphis und Brian Roberts nach Miami ab und erhalten im Gegenzug Courtney Lee. Die Grizzlies erhalten neben Hairston Chris Andersen von den Heat. Dazu gibt es jeweils zwei Secondrounder aus Charlotte und Miami, wobei einer der Picks der Heat ein schweres Geschütz ist (*Bing voice*).

Miami
Für Miami geht der Trade in Ordnung. Mit Andersen verlässt 20 Monate nach der Ära LeBron der viertletzte Meister von 2013 den Südstrand. Wirklich weh tut das nicht. Ganze sieben Spiele absolvierte der Tattooturtleneck in der laufenden Saison für die Heat.

Die ohnehin ziemlich dichte Rotation im vorderen Teil des Feldes (neben Bosh noch Deng, Stoudemire, Green, Whiteside, Winslow, McRoberts und Haslem) hätte auch den Abgang eines weniger oft absenten Spielers verkraftet.

Brian Roberts kann das verletzungsbedingte Ende der Saison 2016 von Tyler Johnson als Nummer 3 auf der 1 auffangen und für den Fall, dass der in Miami vor sich hin wesende Goran Dragic doch noch in ein Tradepaket gesteckt wird (DWIGHT!), als Notnagel dienen.

Die immerhin zwei Draftwahlrechte bezahlt man aber in erster Linie in die Schatulle von Besitzer Micky Arison, denn der Tausch Andersen / Roberts erspart den Heat fast acht Millionen Dollar Luxussteuer.

Memphis
Auf den ersten Blick wirkt es merkwürdig, dass das Team, das Spacing so nötig hat wie kein Team sonst westlich von Milwaukee, einen Spieler abgibt, dessen Passfoto rechts neben der  Definition von "3 and D" im Wörterbuch abgebildet sein könnte. Auf den zweiten Blick...auch.


Dass man einen Ersatz für Gasol brauchte, leuchtet ein. Dass dieser Ersatz der DeAndre Jordan der Rollatorgeneration sein soll, verdunkelt den Lichtkegel. Viel mehr gab der Markt aber wohl nicht her, wenn man denn nicht einen direkten West-Konkurrenten stärken will (Rockets und Thunder); zumal andere auslaufende Deals (Hibbert) die Luxussteuerrechnung wohl auf die Länge einer Klopapierrolle ausgedehnt hätten.

Im Übrigen war Lee das einzige Asset, das gleichzeitig werthaltig und verzichtbar war. Der Sweetener sind ohnehin die insgesamt vier (!) Draftpicks, die man erhält. Das füllt den Tresor, dessen Kombination man braucht, sollte Conley im Sommer die Koffer packen und darauf hin die Entscheidung fallen, den dann verbleibenden überalterten Kern zu schmelzen. Es ist ergo ein Trade für den dritten Blick. 3 and D (ich weiß, wos rausgeht).

Charlotte
Rich Cho wird mehr und mehr zum Ujiri für Einkommensschwache. Mit zwei für die Rotation wenig relevanten Spielern und einem noch weniger relevanten Draftpick Entsetzensschreie in Houston und Oklahoma City auszulösen, die beide auf Lee spekuliert hatten, kann auch nicht jeder.

Lee, dessen Dreier recht zuverlässig den Weg ins Nylon findet, dessen Defensive meines bescheidenen Erachtens allerdings schlechter ist als ihr Ruf, passt ins Anforderungsprofli wie Cry Memes zu Jordan. Er ist nicht weniger als der BPA der Deadline, wenn MKG ausfällt, bringt im Übrigen einen auslaufenden Vertrag mit. Viel besser wird es nicht.

Die Rechnung bitte
Im Grunde ein Trade, der für alle Beteiligten Sinn macht. Memphis schafft den Spagat zwischen matt leuchtender Gegenwart und wahrscheinlich grauer mittlerer Zukunft. Charlotte kriegt das maximal mögliche Upgrade für den Flügel. Miami stopft die Gans, die früher ein Sparschwein war. Bis Sommer dennoch:

Vorteil: Charlotte