02 Februar 2016

2. Februar, 2016


Doppelte Premiere im Januar. Die #NBACHEF Redaktion wählt DeMar DeRozan von den Toronto Raptors und DeMarcus Cousins von den Sacramento Kings je zum ersten Mal zum Spieler des Monats. Cousins ist sogar der erste Spieler der kalifornischen Hauptstadt, dem diese Ehre zuteil wird, während DeRozan in die Fußstapfen seines Backcourt-Partners Kyle Lowry tritt, welcher im Oktober/November 2014 gewählt wurde. Im Osten war es knapp, im Westen ziemlich deutlich.

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick

DeMar DeRozan
(Toronto Raptors)

Stats Jan:
23,9 PPG | 4,2 RPG | 3,8 APG | 0,3 BPG | 1,0 SPG | 44,2% FG | 84,8% FT in 14 gm.

Highlights u. a.:
35 Pts, 8 Reb, 12-13 FT beim Sieg über die Wizards [8.1.]
34 Pts, 6 Ast, 13-25 FG, beim Sieg über die Celtics [20.1.]
33 Pts, 6 Reb, 4 Ast, 4-5 TPM beim Sieg über die Heat [22.1.]

Toronto hat einen Lauf. Die Kanadier gewannen im Januar zwölf ihrer 14 Partien und festigten damit ihre Position als erster Verfolger der Cleveland Cavaliers. Wesentlicher Erfolgsträger ist der Backcourt um Lowry und DeRozan, die beide je über 20 Punkte pro Nacht auf die Anzeigetafel bringen. Im Januar war Letzterer noch ein bisschen besser aufgelegt, ohnehin bringt DeRozan in der laufenden Spielzeit Karrierebestwerte bei Punkten, Assists und Dreierquote.

Angesichts des offensiv mäßig begabten Frontcourts der Raptors sind diese am unteren Ende des ligaweiten Rankings bei Assists und Pace zu finden. Dass sie trotzdem in der offensiven Effizienz zu den besten Teams gehören, ist der individuellen Klasse und Chemie des Backcourts geschuldet. DeRozan und Lowry haben sich perfekt aufeinander abgestimmt, wissen, wie sie die Stärken des jeweils anderen zur Geltung bringen – und offensichtlich ihr Team zum Sieg zu führen.

Noch immer wird den Raptors nicht der große Wurf im Osten zugetraut. Die Cavs haben LeBron, die Bulls Butler, die Pacers Paul George... Toronto mangelt es an dem einen Einzelkönner – doch die Symbiose aus Lowry und DeRozan scheint dieses Manko zumindest gegenwärtig zu relativieren und auch zuzulassen, dass in diesem Fall einer von beiden etwas heller strahlt. Im Sommer wird der DeRozan Free Agent sein. Sein Marktwert ist nach diesem Januar nicht unbedingt gesunken.

Der 26-Jährige gewinnt die Abstimmung erst mit dem Buzzer. 33% der Stimmen entfallen auf den Shooting Guard, damit setzt er sich denkbar knapp gegen Kemba Walker von den Charlotte Hornets und Jimmy Butler von den Chicago Bulls durch, an die jeweils 25% gehen. DeRozan erhält zwar weitere weitere 8%, allerdings nur in Kombination mit seinem bereits erwähnten Kollegen Lowry, Clevelands LeBron James muss sich mit den restlichen 8% begnügen.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:

Die Raptors sind heiß! Franchise-Rekord mit zehn Siegen in Serie, kurz nach Saisonhalbzeit nur zweieinhalb Spiele Rückstand auf Platz eins in der Conference. Der Grund: DeMar DeRozan! Zusammen mit Kyle Lowry bildet er den besten Backcourt im Osten. DeRozan spart an Abschlüssen aus der Midrange und trifft von Monat zu Monat seine Dreier besser. Zurecht erneut zum All-Star berufen – und mit der Ambition, in dieser Saison mehr als nur die Playoffs zu erreichen. (Torben Siemer)

Zum Glück wurde er noch nominiert: DeMar DeRozan darf beim All-Star Game in seiner Wahlheimat Toronto auflaufen – und das ist verdient! Neben Kyle Lowry bildet er nicht nur eines der gefährlichsten Backcourt-Duos der NBA, nein, er selbst liefert auch konstant starke Werte ab. Mit 41,7 Prozent von Downtown lief der SG im Januar so heiß wie noch nie zuvor und ist mit der Hauptgrund, warum die Raptors seit elf Spielen unbesiegt sind. (André Nückel)




DeMarcus Cousins
(Sacramento Kings)

Stats Jan:
31,5 PPG | 12,9 RPG | 3,1 APG | 1,3 BPG | 1,6 SPG | 48,0% FG | 72,9% FT in 15 gm.

Highlights u. a.:
33 Pts, 19 Reb, 2 Blk, 9-10 FT beim Sieg über die Thunder [4.1.]
48 Pts, 13 Reb, 17-29 FG beim Sieg über die Pacers [23.1.]
56 Pts, 12 Reb, 4 Ast, 21-30 FG bei der Niederlage gegen die Hornets [25.1.]

Fans der Sacramento Kings haben es nicht leicht. Besitzer, die sich in puncto Inkompetenz und Peinlichkeit stets selbst zu überbieten wissen. Haarsträubende Personalentscheidung egal ob im Draft, in Trades oder der Free Agency. Interne Streitereien, die alle außerhalb der kalifornischen Hauptstadt königlich amüsieren. Und ganz nebenbei müssen die Erben von Richmond, Webber und Stojakovic die Sleep Train Arena ihre Heimat nennen.

Die Violetten wären der haushoher Favorit auf die große Lachnummer der Liga. Gäbe es da nicht DeMarcus Cousins. Der fünfte Pick des 2010er Drafts hat sich, trotz anfänglicher Akklimatisierung an die geltende Praxis in Sacramento, zu einem dominanten und elitären Center entwickelt, einem wahrhaftigen Franchise Player, der vergangenes Jahr völlig zurecht zum ersten Mal in die Riege der All-Stars gewählt wurde.

Im abgelaufenen Monat demonstrierte „Boogie“ seine Autorität: In sechs der ersten sieben Spielen des neuen Jahres legte er 30 Punkte und 10 Rebounds auf. Ohnehin waren es im ganzen Januar nur in sechs Spielen weniger als 30 Punkte und unglaubliche zwei Mal weniger als 10 Rebounds. Beeindruckend ist nicht nur, dass Cousins seine Karrierewerte jährlich nicht um bloße Kleinigkeiten steigert, sondern sich inzwischen auch einen beachtlichen Dreier angeeignet hat (im Januar 42,2%).

Cousins bestes Spiel, die 56 Punkte gegen die Hornets, bringen sein Dilemma auf den Punkt. Er selbst ist längst im Olymp seiner Gewichtsklasse angekommen, die Mitspieler ziehen jedoch nicht mit und krönen die beachtlichen Leistungen des erst 25-jährigen Big Man nicht. Der 122 Kilo Kampfkoloss hat noch kein einziges Playoff-Spiel absolviert, was kaum auf ihn selbst zurückzuführen ist und auch dieses Jahr wird er sein Team quasi im Alleingang auf Kurs halten müssen. Vielleicht hilft eine Spieler des Monats Auszeichnung auf dem Weg.

Der Center der Kings dominiert diese Wahl wie sein zuhause, die Zone: 83% gehen an „Boogie“, die übrigen Prozente teilen sich James Harden von den Houston Rockets und Kevin Durant von den Oklahoma City Thunder.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:

BOOGIIIIE! Selten war dieser Ausruf passender – die Statistiken seiner 15 Auftritte im Januar sagen eigentlich schon genug, schon zum zweiten Mal in drei Saisonmonaten legte Cousins allabendlich mindestens 30 & 10 auf. Die Usage (37,7 Prozent) ist weiterhin absurd hoch, dazu scheint sich der Big Man jetzt – phasenweise – auch außerhalb der Dreierlinie wohlzufühlen. Wenn, ja wenn doch nur… die Sacramento Kings eine halbwegs funktionale NBA-Franchise wären. Die Playoffs zwar noch in Sichtweite, allein das Vertrauen in die Organisation fehlt. Freuen wir uns doch einfach auf die Skills Challenge beim All-Star Weekend. (Torben Siemer)

DeMarcus Cousins deklassierte im Januar seine Gegner nach Belieben, legte zweimal hintereinander Career-Highs im Punkten auf und war in 14 der 15 Begegnungen Top-Scorer seiner Sacramento Kings. Dass die Chaos-Franchise der NBA noch realistische Chancen auf die Playoffs hat, liegt eigentlich nur an DMC. (André Nückel)


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