26 Januar 2016

26. Januar, 2016


von AXEL BABST @CoachBabst

Als Michigan State vor gut zwei Monaten bereits zum ersten Mal Gegenstand dieser Reihe war, galten die Spartans als sattelfeste Nummer Eins. Doch in den vergangenen Wochen wurden sie Teil der sich häufenden Favoritenstürze und fielen aus der allgemeinen Top10 (wobei diese Rankings mit äußerster Vorsicht zu genießen sind), während sie am eigenen Leib spürten, wie unberechenbar diese Collegesaison ist. 

Dass bereits vor Beginn des Monats Februar fünf verschiedene Teams an erster Stelle der AP Polls standen und mit diesem Status im Rücken verloren, stellt einen neuen Rekord dar und unterstreicht die sich zuspitzende Spannung der laufenden Spielzeit. 

Michigan State verlor vor dem Aufeinandertreffen gegen Maryland zuletzt drei Partien in Serie, darunter sogar zwei Heimspiele. Besonders gegen Iowa wirkte das Team einigermaßen ratlos und hatte nicht den Hauch einer Chance - ein Bild, das vor gut sechs Wochen unvorstellbar gewesen wäre. 

Gegen Wisconsin und Iowa gaben die Spartans das Spiel selber in den Schlussminuten aus der Hand und wirkten dabei keineswegs so routiniert, wie sie es angesichts der Erfahrung im Kader hätten sein sollen.

Die Gründe für diesen Leistungsknick sind vielschichtig und können als Schmelztiegel verschiedener kleinerer Unregelmäßigkeiten begriffen werden. Zum einen waren die Spartans bisher noch nicht vollzählig, geschweige denn zu 100 Prozent fit. Gavin Schilling (verpasste elf Spiele), Denzel Valentine (vier Spiele) und aktuell Lourawls „Tum-Tum“ Nairn (verpasste gegen Maryland sein drittes Spiel) sind nur die prominentesten Namen und gleichzeitig drei legitime Anwärter auf einen Starterposten.

Insofern überrascht es nicht, dass sich noch keine klaren Hierarchien bilden konnten und sich auch Coach Tom Izzo noch in der Abwägungsphase in Bezug auf seine Rotation und seine „Bread-and-Butter-Plays“ für dieses Team befindet.

Auf der Gegenseite spielen die Maryland Terrapins bislang eine für sie typische Spielzeit. Fernab der großen Schlagzeilen leisteten sich die Terrps bislang noch keinen wirklichen Ausrutscher. Die Niederlagen in North Carolina und Michigan waren knapp und vor allen in außergewöhnlichen Wurfleistungen der jeweiligen Gegner begründet. 

Die Starting Five gehört qualitativ zum Besten, was die NCAA zu bieten hat. Point Guard Melo Trimble lernt mit jedem Spiel besser, seine Mitspieler in Szene zu setzen und damit typische Aufgaben eines Aufbauspielers zu erfüllen. Die Transfers Robert Carter und Rasheed Sulaimon bringen ihre Führungsqualitäten hervorragend ein und scheuen sich nicht, Verantwortung zu übernehmen. Auch Freshman Diamond Stone erhält spätestens nach seinen 39 Punkten gegen Penn State die ihm gebührende Aufmerksamkeit und verbessert beständig seine Fitness.

Gleich zu Beginn der Partie war bei den Spartans ordentlich Dampf im Kessel und ein klarer Gameplan zu erkennen. Besonders offensiv kehrten sie zu den Sets für ihre Shooter zurück, die im bisherigen Saisonverlauf am effektivsten die Halbfeldoffense ankurbelten. Auch das Pick & Roll mit Denzel Valentine wurde wieder häufiger gesucht, wohingegen Postups, die zuletzt eine beängstigend große Anzahl der Abschlüsse ausmachten, größtenteils verworfen wurden.

Denzel Valentine (Nr.45) leitet in seiner Funktion als Point Forward das erste gute Play der Spartans ein. Gavin Schilling (Nr.34) und Kenny Goins (Nr.25) fungieren als Blocksteller, die zunächst statisch auf ihren Spots verharren und den Außenspielern Offballscreens stellen. Nachdem die drei Außenspieler eine komplette Runde gedreht haben, um die Defense zu bewegen, erhält Valentine nach einem Backscreen plötzlich einen Downscreen von Goins. 

Valentine liest die Defense hervorragend und sieht, dass sein Verteidiger Rasheed Sulaimon (Nr.0) den Weg abkürzt. Entsprechend flaret Valentine zur Seitenlinie. Damit erwischt er Sulaimon auf dem falschen Fuß. Gleichzeitig ist Jake Layman (Nr.10) viel zu weit von seinem Gegenspieler entfernt und verteidigt einen relativ unspektakulären Passwinkel. Dadurch verhindert er weder den Pass auf Valentine, noch ist er in der Lage, den Pass auf seinen eigenen Gegenspieler zu verhindern.

Valentine zeigt seine schnelle Auffassungsgabe und bedient den frei stehenden Goins. Goins könnte selbst abschließen, entscheidet sich jedoch für die bessere Option und will den Ball auf Schilling durchstecken. Dieser rechnet jedoch nicht mit dem Pass, weswegen die Chance auf leichte Punkte vertan zu sein scheint.

Über Umwege landet der Ball bei Shooter Bryn Forbes (Nr.5), der sich mit einem kurzen Fake den Raum zum Drive verschafft und mit seinem Alley-Oop-Pass auf Goins den ersten allgemeinen Freudentaumel im Breslin Center einleitet.


Dieser Angriff leitet eine ganze Reihe laufintensiver Setplays ein, die den Schützen der Spartans reihenweise gute Würfe ermöglichen und an den offensiven Fluss der ersten Saisonwochen erinnern. Erneut initiiert Valentine das Play. Er läuft aus einer Horns Aufstellung heraus ein Pick & Roll mit Schilling, das jedoch lediglich dekorative Zwecke erfüllt.

Zur gleichen Zeit erhält Forbes einen Pindown-Screen von Deyonta Davis (Nr.23). Valentine passt den Ball zu Schilling, der Forbes freistehend an der Dreierlinie findet. Auffällig ist, dass auch Melo Trimble (Nr.2) zuerst versucht, unter dem Block herzugehen und damit seinen Laufweg zu verkürzen und zu spät merkt, dass dies ein Fehler ist.


Während Forbes in den ersten Minuten sehr motiviert und selbstsicher auftritt, hat sein Wurfpartner Eron Harris jedoch große Probleme, seine offene Würfe zu treffen und verhindert damit, dass er seinem Team frühzeitig ein Polster verschafft.

In der folgenden Szene wird eine weitere wichtige Komponente im Spiel der Spartans ersichtlich: Die Studenten in den Gecko grünen Trikots treiben das Leder in höchstem Tempo nach vorne und setzen damit die Verteidigung der Gäste unter Druck. Wie immer unter Izzo sprinten die Flügelspieler ohne Ball in die Ecken und machen damit das Spielfeld breit und zwingen Verteidiger zu Entscheidungen.

In dieser Situation nutzt Valentine den Platz, der ihm gestattet wird und attackiert gradlinig den Korb. Verteidiger Varun Ram (Nr.21) muss sich ihm schließlich in den Weg stellen und lässt damit Harris (Nr.14) in der Ecke blank. Valentine bedient seinen Schützen, doch Harris kann nicht vollstrecken.


Im nachfolgenden Angriff gesellt sich die dritte entscheidende Komponente der Spartans Offense zu den Offballscreens für die Shooter und dem blitzartigen Ausfall beim Fastbreak: Die Überlegenheit am offensiven Brett. Nach einem erfolgreichen Korb der Terrapins führen die Spartans den Einwurf schnell aus und Valentine hat direkt den Kopf oben, um einen langen Pass auf den vorauseilenden Harris zu spielen.

Harris hat zwar keinen offenen Wurf, allerdings sind die Terrps direkt zu guter Verteidigung gezwungen und erhalten keine Verschnaufpause. Der Ball kehrt in Valentines Hände zurück und erneut läuft Michigan State das Horns Play mit dem Pindown auf der Weakside.

Dieses Mal verfehlt Forbes zwar sein Ziel, doch die Bigs der Spartaner arbeiten hart am offensiven Brett und erkämpfen eine zweite Wurfgelegenheit. Nach einem Pick & Roll zwischen Valentine und Matt Costello (Nr.10) muss sich die Defense der Terrapins zusammenziehen. Dadurch ist Harris wieder offen an der Dreierlinie und wird von Costello bedient.

Das Erfolgserlebnis bleibt zwar aus, dennoch erarbeitet Goins seinen Farben eine weitere Wurfgelegenheit. Maryland muss erneut verteidigen, was angesichts der vielen harten Blöcke keine angenehme Aufgabe ist. Auf diese Weise nehmen die Spartans ihren Gegnern den Wind aus den Segeln. Speziell in Auszeiten impft Tom Izzo seinen Spielern die nötige Zielstrebigkeit ein und nutzt die Unterbrechungen für weitere gezielte Setplays, um seine Schützen mit offenen Würfen zu versorgen.  

Im ersten Beispiel wendet Izzo ein ähnliches Prinzip wie beim Horns Play an. Zunächst stellt Schilling einen Ballscreen für Valentine. Schillings Verteidiger Diamond Stone (Nr.33) ist (noch) nicht für passable Pick & Roll Verteidigung konstituiert und entsprechend langsam.

Nach dem ersten Block rollt sich Schilling jedoch nicht ab, sondern sprintet direkt in den nächsten Screen für Forbes. Forbes bereitet den Block gut vor und hat einen offenen Wurf, da sein Verteidiger am Block hängen bleibt und Stone zu weit entfernt zur Hilfe ist.


Diese Downscreen-Rescreen-Masche ist ein beliebtes stilistisches Mittel von Izzo, das gerade in spielentscheidenden oder Run initiierenden Momenten gute Erfolgsaussichten bietet. Während Michigan States Offense in der ersten Halbzeit floriert, haben die Terrapins mit der Intensität und den taktischen Vorgaben der Gastgeber deutlich ihre Probleme. Zentrale Bestandteile bei den Schildkröten sind normalerweise das Postup und das Pick & Roll mit Trimble oder Sulaimon als Ballhandler.

Beide Waffen sollen dazu dienen, die individuelle Qualität der einzelnen Spieler auszukosten und sich entweder gute Eins-gegen-Eins-Situationen zu verschaffen oder herannahende Helpsideverteidiger für ihr Auftauchen mit dem Extrapass zu bestrafen.

In der ersten Halbzeit scorten die Terrapins vorwiegend im Lowpost, wobei die Anzahl der Touches für die Big Men deutlich zu niedrig war. Grund hierfür war die intensive Verteidigung der vielen Sparty Bigs, die munter durchwechselten und somit jedes Mal frisch auf’s Neue ihre Matchups beackern konnten. In einem der besseren Angriffe der ersten Halbzeit kombinieren die Terrps ihre beiden gefährlichsten Offensivvarianten.

In der Early Offense erhält Trimble einen Dragscreen von Robert Carter (Nr.4). Carter slippt den Block jedoch mehr, als dass er ihn wirklich stellt und poppt zur Dreierlinie raus. Trimble findet Carter, welcher wiederum nicht lange fackelt und Freshman Davis eine Lehrstunde erteilt.


Eines der wenigen erfolgreichen Postups aus einem Setplay heraus gelang den Terrps mithilfe des folgenden Floppy Sets. Layman beginnt an der Baseline auf derselben Seite wie Stone und kann sich aussuchen, ob er lediglich einen Block von seinem Big Man erhalten oder quer durch die Zone cutten und stattdessen zwei Blöcke von Jared Nickens (Nr.11) und Carter erhalten will.

Er entscheidet sich für die erste Wahlmöglichkeit und erhält den Pass von Sulaimon. Durch den Block für Layman ist Stone im Lowpost anspielbar und wird von Layman auch gezielt gesucht. Stone zeigt sein weiches Handgelenk und sein offensives Potential.


Abgesehen von diesen ausgewählten Szenen hatten es die Terrapins in der ersten Halbzeit sehr schwer, sich gute Würfe heraus zu spielen. Das lag vor allem an der Pick & Roll Defense der Spartans und vielen halbherzigen Postup-Versuchen der Big Men. Folgende Sequenz illustriert exzellent, welch schweren Stand Trimble in den ersten 20 Minuten der Partie hatte.

Trimble startet zunächst abseits des Balls und schüttelt seinen Gegenspieler an zwei Screens ab. Stone kommt bei Trimbles Ballerhalt hinterher. Allerdings braucht er zu lange, um sich richtig zu positionieren, weshalb die Spartans ihre Pick & Roll Verteidigung aufstellen können. Beide involvierten Verteidiger konzentrieren sich nur auf Trimble und achten gar nicht auf Stone.

Schillings Hedge drängt Trimble ab und verhindert den Drive, wodurch Alvin Ellis (Nr.3) vor Trimble bleiben kann. Das Postup für Stone funktioniert mal wieder nicht, weil Schilling eine Hand im Passweg hat, Stone nicht hart genug für eine bessere Position arbeitet und Trimbles Blick als flüchtig deklariert werden kann.

Ein erneuter Anlauf sieht ein Pick & Roll mit Sulaimon und Michal Cekovsky (Nr.15) vor. Valentine und Goins zwingen Sulaimon jedoch geschickt dazu, den Block nicht zu nutzen. In dieser Situation macht sich auch das unausgewogene Spacing der Terrapins bemerkbar. Mit Ram steht der schlechteste Schütze des Teams in der Ecke, während Stone auf der Ballseite den Weg versperrt und beim Abrollen von Cekovsky plötzlich zwei Bigs auf einer Seite stehen.


Durch dieses ungeschickte Spacing kann Ellis problemlos beim Drive von Sulaimon helfen. Sulaimon kickt den Ball zu Trimble, dem bei seinem Wurf schon wieder zwei Spartans auf den Schuhen stehen. Immerhin erkämpft Stone sich zur Abwechslung mal einen Offensivrebound und gibt seinem Team die Gelegenheit zum Neuaufbau.

Allerdings springt wieder nur ein High Pick & Roll für Trimble dabei heraus. Trimble wird ungeduldig und will die Verteidiger splitten, bleibt jedoch an Goins hängen und verursacht somit zwei Fastbreakpunkte für die Spartans.

Ähnlich wie Izzo schafft Coach Mark Turgeon es jedoch, dass zumindest nach Auszeiten etwas mehr Struktur und Ballmovement in den Angriffen zu erkennen ist. Der mit Abstand beste Angriff der gesamten ersten Hälfte erfolgt daher auch nach einer Auszeit.

Carter stellt abseits des Balls einen Block für Sulaimon, der direkt Richtung Korb/Weakside curlt. Carter dreht sich auf dem Absatz um und stellt einen Ballscreen für Trimble. Carter sucht wieder kaum den Kontakt, sondern poppt direkt in die Spielfeldmitte.

Da Trimble die Aufmerksamkeit beider Verteidiger auf sich zieht, ist Carter kurz blank an der Dreierlinie. Valentine sieht das und will von der Weakside kurz aushelfen, doch genau in dem Moment cuttet sein Gegenspieler Layman in die Zone und ist ein leichtes Ziel für Carter.

Maryland hat jetzt eine kurzzeitige Drei-gegen-Zwei-Überzahlsituation, da Costello bei Layman helfen muss und Harris als zweite Hilfe den Durchstecker zu Damonte Dodd (Nr.35) verhindern muss.


 Folglich ist Harris’ Gegenspieler Trimble offen an der Dreierlinie und Layman trifft die richtige Entscheidung mit dem Kickout zum Guard.


Trotz der unübersehbaren Dominanz der Spartans, liegen die Terrapins zur Halbzeit lediglich mit sechs Zählern zurück. Michigan State kann die Reboundüberlegenheit (bereits zur Halbzeit elf Offensivrebounds) einfach nicht in Punkte ummünzen.

Also kommt es, wie es kommen muss und die Schildkröten legen nach dem Seitenwechsel den Turbo ein. Die erste Minute der zweiten Halbzeit ähnelt zwar noch stark dem Gezeigten der vorherigen Spielhälfte (Trimble scort per Einzelleistung, Forbes feuert nach mehreren Offballscreens), allerdings können die Terrps in der Folge ihre Offense entschlacken.

Speziell Carter wacht endlich auf und sorgt mit seiner stärksten Phase für die erste Führung der Gäste. Trimble und Carter laufen ein Pick & Pop. Trimble bindet wieder zwei Verteidiger und zieht die Aufmerksamkeit von Goins auf sich.

Zwar kommt Trimble zunächst nicht durch, doch beim Rescreen sind die Verteidiger außer Position und Carter kann nach einem Slip den offenen Dreier versenken. Beachtenswert ist Trimbles exakter, ansatzloser Pass, der in der vergangenen Saison noch in seinem Repertoire verankert war.


Wenige Angriffe später übergibt Trimble den Ball zu Layman. Allerdings sind sich er und wenige Sekunden später auch Sulaimon unsicher, ob sie attackieren sollen und suchen wieder Trimble.
Trimble spielt daraufhin ein Pick & Pop mit Carter.

Zeitgleich cuttet Sulaimon auf die Weakside, wodurch nur noch Layman auf der Ballside steht und die Hilfe von dort nicht so einfach kommen kann, wie es noch in der ersten Halbzeit der Fall war. Da Carter zuvor seinen Dreier versenken konnte, respektiert Goins Carter nun und hilft nicht mehr so entschlossen bei Trimble.

Trimble kann den langsameren Valentine schlagen und die Hilfe von Matt McQuaid (Nr.20) forcieren, wodurch Layman in der Ecke frei ist und den Ausgleich erzielt.


Nach zwei erfolgreichen Fastbreaks von Carter führt Maryland plötzlich mit vier Punkten und scheint das Spiel an sich zu reißen. Izzo nimmt eine Auszeit, um sein Team neu einzustellen. Aus der Auszeit heraus will Izzo wieder mal Shooter Forbes in eine aussichtsreiche Position befördern.

Dazu stellen ihm die beiden Bigs Goins und Costello jeweils einen Backscreen. Forbes umkurvt beide und will anschließend wieder zur Dreierlinie sprinten. Layman ist jedoch darauf vorbereitet und verhindert, dass Forbes die Blöcke nutzen kann.

Allerdings haben die Spartans einen Plan B parat. Während Valentine und Costello ein Pick & Roll laufen, schleicht sich Forbes per Screen in die Corner und wird von Valentine gefunden. Forbes entscheidet sich dieses Mal gegen den Jumper und für den Drive, was jedoch nicht von Erfolg gekrönt ist, auch wenn sich über ein Foul diskutieren ließe.

Die Terrps haben nun die Chance, das Spiel endgültig an sich zu reißen. Trimble will Verantwortung übernehmen und nimmt den Transition Dreier, der jedoch wie ein Boomerang zurückkommt und den Fastbreak Dreier von Forbes auf der Gegenseite einleitet.

Maryland versucht die Stimmung mit einem Horns Play wieder etwas runter zu pegeln. Trimble cuttet nach seinem Pass auf die Ballside und läuft anschließend einen Backdoorcut, der zwei Verteidiger beschäftigt, wodurch Sulaimon an der Dreierlinie Platz hat.

Sulaimon entscheidet sich sofort für den Dreier. Allerdings wäre hier ein Drive oder zumindest ein Pick & Roll Versuch nicht gänzlich verkehrt gewesen. Der Distanzwurf verfehlt sein Ziel, Valentine schnappt sich den Ball und geht Coast-to-Coast zum erneuten Führungswechsel.

Das Spiel bleibt nun offen. Nach einer Auszeit kann Turgeon seinen Spielern zunächst einfache Punkte zur 51:50-Führung verschaffen. Erneut kommt es zum Horns Play, bei dem Sulaimon wenige Minuten zuvor den übereilten Dreier nahm. Dieses Mal erhält jedoch Layman den Ball aus der Ecke kommend. Dieser nutzt nun das Pick & Roll, um die Defense zu beschäftigen.

Auf der Weakside kommt Trimble dem Ball entgegen und steigt direkt ins Pick & Pop mit Carter ein. Das klappt zwar erst im dritten Anlauf, doch schließlich kann Trimble in die Zone vorstoßen. Carter steht beängstigend offen an der Dreierlinie, weshalb Forbes zu ihm rotiert. Carter spielt den Extrapass zu Sulaimon.

Damit ist Goins zur Hilfe gezwungen. Sulaimon sieht Goins’ überstürztes Closeout und passt seinem Gegenspieler Cekovsky den Ball, der den perfekt ausgespielten Angriff würdig abschließt.


Allerdings nehmen in den folgenden Minuten Valentine und Costello das Spiel für Michigan State in die Hand und halten die Gäste konstant auf Abstand. Mit drei Punkten Rückstand geht es aus Sicht der Gäste in die letzten 50 Sekunden des Spiels.

Maryland braucht dringend den Stop und hätte anschließend noch knapp 22 Sekunden, um die Verlängerung zu erzwingen oder das Spiel sogar noch zu drehen. Valentine hält zunächst den Ball, bis er ein Pick & Roll mit Costello läuft. Kurios ist, dass Forbes dieses Mal nicht direkt gesucht wird und stattdessen auf der Flügelposition postiert ist. Ihn in die Ecke zu stellen, hätte die Defense eventuell deutlich entzerrt. Dort steht jedoch der punktlose Ellis.

Als Forbes den Ball erhält und registriert, dass Ellis in der Ecke steht, überlegt sich Forbes doch noch, den Ball nicht dorthin zu passen. Nach einem erneuten Anlauf über das Pick & Roll Valentine/Costello landet der Ball letztlich doch bei Ellis in der Ecke, der in der Schlussminute und beim wichtigsten Angriff des Spiels seinen ersten Wurf nimmt.

Erwartungsgemäß verfehlt Ellis sein Ziel auch. Was sich jedoch wie ein roter Faden durch die Partie zieht, rückt auch in diesem Moment in den Vordergrund: Die Spartans holen den Offensivrebound in Person von Matt Costello und sichern sich damit den Sieg, da sie sich an der Linie keine Blöße geben.

Dass ausgerechnet Matt Costello seinem Team den Sieg sichert, ist kein Zufall. Über die gesamte Saison gesehen ist Costello der konstanteste Spartaner und personifiziert Siegeswillen. Für die Spartans wird es in den kommenden Wochen bis Anfang März darum gehen, eine adäquate Rotation zu finden. Bisher variiert Izzo noch sehr stark mit der Spielzeitverteilung, was es für viele Spieler schwierig macht, einen Rhythmus zu entwickeln.

Außerdem müssen sie noch gezielter ihre Shooter Harris und Forbes als zentrale Elemente des Setplay einbauen. Selbst wenn die beiden einen schlechten Tag erwischen, ziehen sie jede Menge Aufmerksamkeit auf sich und zwingen den Gegner zu konzentrierter Verteidigung, wovon alle Mitspieler profitieren.

Die Terrapins werden aus diesem Spiel viele Kleinigkeiten mitnehmen. Einzelne Spieler müssen schneller schalten und den Gegner besser lesen. Zudem darf sich ein Team wie Maryland niemals so unter den Brettern geschlagen geben. Dafür sind die Schildkröten zu tief, hochwertig und groß auf den Positionen Vier und Fünf besetzt.

Auch im Setplay wartet auf Turgeon noch eine Menge Arbeit. Spieler wie Layman und Stone sollten häufiger, gezielter gesucht werden. Dazu wären noch mehr Pick & Pops zwischen Trimble und Carter mit gutem Spacing abseits des Balls wünschenswert. Rein vom spielerischen Talent und körperlichen Ressourcen betrachtet sind die Terrapins weiter auf gutem Kurs Richtung Final Four.