04 Januar 2016

4. Januar, 2016


Ein frohes neues Jahr für John Wall von den Washington Wizards und Kawhi Leonard von den San Antonio Spurs. Beide sichern sich jeweils zum ersten Mal den ehrwürdigen Titel des #NBACHEF Spieler des Monats. Anders als noch im Vormonat, als Stephen Curry und Paul George mit je über 80% gewannen, war die Stimmverteilung dieses Mal deutlich weiter verbreitet.

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick

John Wall
(Washington Wizards)

Stats Dez:
22,6 PPG | 4,8 RPG | 11,7 APG | 0,6 BPG | 2,3 SPG | 46,0% FG | 83,6% FT in 16 gm.

Highlights u. a.:
35 Pts, 10 Ast, 5 Stl, 3-5 TPM beim Sieg über die Cavaliers [1.12.]
26 Pts, 7 Ast, 9-13 FG, 7-7 FT beim Sieg über die Heat [7.12.]
26 Pts, 16 Ast, 3-4 TPM beim Sieg über die Mavericks [12.12.]

Der bisherige Saisonverlauf der Wizards sorgt in der Hauptstadt nicht für Freudensprünge. Mit 46 Siegen, Platz fünf im Osten und dem Einzug in die Eastern Conference Semifinals inklusive sehr unglücklichem Ausscheiden gegen die Atlanta Hawks lieferten sie die numerisch beste Spielzeit seit dem Meisterschaftsjahr 1979. 

In die neue Saison ist das Team um Headcoach Randy Wittman noch nicht angekommen. Dass sie jedoch noch nicht abgeschlagen von den Playoff-Plätzen auf den hinteren Plätzen herumkrebsen, liegt standesgemäß an ihrem Franchise Player John Wall. Der erste Pick des 2010er Drafts ist schon lange im Olymp der besten Point Guards angekommen. Für die beiden letzten All-Star Games war er nominiert, im abgelaufenen Jahr sogar mit den drittmeisten Stimmen im Osten.

Wall gehört zu den besten ligaweit besten Vorlagengeber, mit im Schnitt knapp zehn Assists pro Spiel legt er am zweitmeisten für Kollegen auf – und das, obwohl dem Hauptstadtteam schon länger ein zweiter Spieler seines Talents fehlt. Trotz der herausragender Leistungen ihres Spielmachers kämpfen die Wizards weiter darum, endlich in die Spur zu kommen. Sie werden ihren besten Spieler in der Form des Dezembers benötigen, um das zu erreichen.

Ende November hatte Wall noch eine Durststrecke, legte in vier aufeinanderfolgenden Spielen, die sein Team allesamt verlor, „nur“ 15 Punkte und fünf Vorlagen auf bei schwachen 33% aus dem Feld. Pünktlich zum Monatswechsel gelang ihm aber der Trendwechsel und im Dezember eine Steigerung von acht Punkten und vier Assists. Gut genug für die Redaktion, um den erst 25-jährigen Aufbauspieler zum besten des Ostens zu wählen.

Auf Wall entfallen 46% der Stimmen. Weitere Votes gehen an DeMar DeRozan von den Toronto Raptors (20%), LeBron James von den Cleveland Cavaliers (13%) sowie Paul George (Indiana Pacers), Jimmy Butler (Chicago Bulls) und Reggie Jackson (Detroit Pistons) mit jeweils 7%.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:

Man kann sagen, Washington enttäuscht bisher auf ganzer Linie. Man kann nicht sagen, John Wall hätte irgend etwas damit zu tun. Der All Star Point Guard präsentierte sich im Dezember wie ein MVP-Kandidat, legte zehn Mal mindestens 20 Punkte und 10 Assists auf und führte die Wizards im Alleingang zurück ins Eastern Conference Playoff-Rennen. (Seb Dumitru)

Nach dem Ausfall von Bradley Beal heißt es für den Point Guard einmal mehr Verantwortung zu übernehmen. John Wall tut genau dies, schultert die Wizards und sorgt dafür, dass eine Playoff-Teilnahme für Washington im Bereich des Möglichen bleibt. In der aktuellen Form zählt Wall nicht nur zu den besten Point Guards der Liga. (Stefan Dupick)




Kawhi Leonard
(San Antonio Spurs)

Stats Dez:
19,1 PPG | 6,5 RPG | 3,2 APG | 0,5 BPG | 2,3 SPG | 50,0% FG | 91,0% FT in 15 gm.

Highlights u. a.:
27 Pts, 8 Reb, 2 Stl, 7-9 TPM beim Sieg über die Grizzlies [3.12.]
22 Pts, 8 Ast, 5 Stl, 7-13 FG beim Sieg über die Hawks [12.12.]
27 Pts, 4 Ast, 4 Stl, 4-7 TPM beim Sieg über die Wizards [16.12.]

Wie praktisch jedes Jahr war während der Saisonvorbereitung der Spurs das Thema Alter und Müdigkeit unvermeidlich. Tim Duncan, Manu Ginobili und wahrscheinlich auch Tony Parker haben ihre besten Jahre hinter sich.

Dass dies den Spurs überhaupt nicht anzumerken ist und sie auf bestem Kurs sind, wieder einmal eine 60-Siege-Saison hinzulegen, liegt freilich am exzellenten Coaching, daran, dass genannte Spieler früh gelernt haben, mit ihrem alternden Körper bestmöglich umzugehen. Und eben an Kawhi Leonard, der in der Riege der zukünftigen Hall-of-Famer schon länger unverzichtbar geworden ist.

Mit seinen bratpfannengroßen Händen kam Leonard vor allem als Defensivspezialist in die Liga und hat diesen Ruf bestätigt, sich zu einem der besten Eins-gegen-Eins-Verteidigern entwickelt und ist dank der langen, schnellen Finger sowie exzellenter Antizipation Stammgast in der Liste der Spieler mit den meisten Steals.

Inzwischen hat er sich jedoch auch offensiv merklich verbessert und liefert bei der Punktausbeute seine bis dato stärkste Saison ab, die Dreierquote ist seit dem Rookie-Jahr von rund 37% auf inzwischen auf Curry'esque knapp 50% gestiegen – im Dezember fand sogar mehr als jeder zweite Wurf Leonards von Downtown seinen Weg ins Ziel.

Das macht den erst 24-Jährigen zu einem heißen Kandidaten auf den Award des Spieler des Monats, trotz der starken Konkurrenz aus der Bay Area. Nur der beeindruckende Lauf der Warriors kaschiert, dass die Spurs zum Jahreswechsel mit erst sechs Niederlagen aus 34 Spielen eine herausragende Saison abliefern. Und wie man Gregg Popovich und seine Spieler – also auch Kawhi – kennt, ist ihnen das gar nicht so unrecht.

Leonard siegt klar mit 46% der abgegebenen Stimmen, vor seinem Vorgänger, Golden States Stephen Curry (20%), Oklahoma Citys Russell Westbrook (13%), dessen Teamkollege Kevin Durant sowie Houstons James Harden und Portlands C.J. McCollum, auf die jeweils 7% entfallen.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:

Die Spurs gewannen im Dezember 14 ihrer 16 Partien. Kawhi "Die Hand" Leonard erzielte sieben Mal mindestens 20 Zähler für 19.1 PPG im Schnitt, bei absurden 50/51/91 Quoten. Der amtierende Verteidigungsspieler ist längst auch im Angriff zu San Antonios wichtigstem Spieler geworden und führt das Team mit der besten Punktedifferenz der NBA Abend für Abend an beiden Enden an. (Seb Dumitru)

Ein unfassbar guter Spieler! Leonard dominiert defensiv seit geraumer Zeit, aber inzwischen kann er auch offensiv dominieren. Der Small Forward zählt zu den komplettesten Spielern der Liga und wird nicht nur als Defensive Player of the Year gehandelt, sondern bereits als möglicher MVP und das obwohl Leonard in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer nicht den Respekt gezollt bekommt, den er verdient! Spätestens in den Playoffs dürfte jeder sehen wie gut „The Claw“ wirklich ist! (Stefan Dupick)



Wer waren eure 2 Spieler des Monats Dezember?

John Wall
LeBron James
Pau Gasol
Kawhi Leonard
Russell Westbrook
James Harden
Other
Please Specify: