18 Januar 2016

18. Januar, 2015


Während bekannte Top-Talente wie Victor Oladipo, Giannis Antetokounmpo, Nerlens Noel und Jabari Parker die angesagten Breakout-Kandidaten sind, fliegen andere Youngster ein bisschen tiefer unter dem Fan-Radar. Noch. NBACHEF stellt euch in unserer 'Don't Sleep' Reihe eine Handvoll Spieler vor, die in dieser Saison einen großen Leistungssprung machen werden.

von STEFAN DUPICK @hoopsgamede

In einem schwachen Draft 2013 wurde Marcus Smart bereits als einer der Top-Picks gehandelt, aber anstatt sich für den lukrativen Vertrag in der NBA zu entscheiden, ging der Point Guard aus Dallas zurück ans College und spielte eine weitere Saison für die Oklahoma State Cowboys, eine in den Sportmedien heiß diskutierte Entscheidung. Im Folgejahr entschied sich Smart dann endlich für den Sprung in die NBA und wurde an sechster Stelle von den Boston Celtics ausgewählt.

Seine Rookie-Saison war sehr durchwachsen. In einigen Spielen zeigte der bullige Guard vielversprechende Ansätze und legte gute Spiele aufs Parkett, aber noch häufiger tauchte er unter und blieb hinter den hohen Erwartungen zurück. Mal kam er von der Bank, mal stand er in der Starting Five. Coach Brad Stevens experimentierte sehr viel mit der richtigen Position und Einsatzzeit für seinen Lottery Pick. 

Smarts Name tauchte zudem auch immer wieder in Trade-Gerüchten auf - auch das keine Ausnahme in Boston, wo das Gerüst des zukünftigen Kaders noch immer nicht klar steht. Zuletzt wurde von Seiten der Celtics jedoch klargestellt, dass der Point Guard ein Eckpfeiler im laufenden Rebuild des Teams sein wird und dass in Boston offensichtlich langfristig mit Smart geplant wird.


Inzwischen spielt Smart seine zweite Saison im Jersey der Celtics, dennoch gibt es nach wie vor zahlreiche Diskussionen um seine Person. Ist er ein echter Point Guard? Kann er ein Team führen? Wird er seinen Wurf und seine Wurfauswahl in den Griff bekommen? 

Wenn es nach seinem Teamkollegen Avery Bradley geht, dann sind diese Diskussionen überflüssig. Bradley äußerte kürzlich, dass er davon überzeugt ist, dass Smart einer der besten Guards der Liga werden wird.

Davon ist der Point Guard aktuell noch sehr weit entfernt. Er ist jedoch auch erst 21 Jahre jung und befindet sich in seiner zweiten NBA Saison!!! Das wird schnell vergessen. Wolfgang Stöckl hatte hier bei uns Smarts Spiel detailliert analysiert - an den Stärken und Schwächen des ehemaligen Cowboys hat sich nichts grundlegend geändert.

Die sehr gute Defense mit starker Beinarbeit und das exzellente Spielverständnis am hinteren Ende des Parketts sind nach wie vor die Visitenkarten des jungen Point Guards. Aufgrund seiner Physis kann er auch größere Gegenspieler verteidigen, seine Help-Defense hilft dem Team in der Verteidigung enorm.


Seine Schwächen liegen nach wie vor in der Offensive. Auch wenn die neue Saison noch sehr jung ist, so haben sich seine Quoten im Gegensatz zur Vorsaison deutlich verschlechtert. Sein Dreier fällt in nur 19,7% der Fälle, der Wurf aus dem Feld trifft in 31,3% der Fälle das Ziel und auch der Freiwurf ist mit 70,9% ausbaufähig. Smarts Wurfauswahl ist nach wie vor eine seiner großen Schwachstellen.

Dennoch dürfte es sich lohnen, Marcus Smart im Auge zu behalten, denn sein Point Guard Game ist ausbaufähig, aber nicht schlecht. Er ist ein ordentlicher Passer, auch wenn ihm noch etwas der Überblick fehlt.

Smart hat sein offensives Verhalten jedoch etwas verändert, so dass er im Spiel nach vorne das Tempo variiert. Aktuell liegt Smart bei 8,3 Punkten, 3,2 Assists, 4,3 Rebounds und 1,6 Steals in einer durchschnittlichen Spielzeit von 26,3 Minuten - keine schlechten Werte für einen Spieler, der so häufig kritisiert wird.

Am aktuellen Erfolg der Celtics (Bilanz von 22 Siegen zu 19 Niederlagen) hat Smart auf jeden Fall seinen Anteil, auch wenn sein aktuelles Player Efficiency Rating mit 10,53 weit unter dem Durchschnitt (PER=15) liegt und er somit im unteren Viertel aller Point Guards zu finden ist.

Nach seiner Verletzungspause musste Smart erst wieder in Schwung kommen. Sein Triple Double gegen die Phoenix Suns in der vergangenen Woche zeigt jedoch, dass er auf dem richtigen Weg ist. Auch gegen Washington eine Nacht später konnte Smart zweistellig punkten. Wenn der bullige Point Guard diese Leistungen künftig konstant bringen kann, dann werden die Fans in Boston in Zukunft viel Freude an Marcus Smart haben.