22 Dezember 2015

22. Dezember, 2015


Nach einer mageren Woche bezüglich Quantität und Qualität der Spiele in der NCAA aufgrund des Semesterendes und den damit einhergehenden Prüfungen bot der vergangene Samstag eine Menge Spektakel. Bereits zum Auftakt kam es dabei zur Neuauflage des Sweet Sixteen Spiels der vergangenen Saison zwischen Duke und Utah. 

von AXEL BABST @CoachBabst

Beide Teams mussten über den Sommer die Abgänge wichtiger Leistungsträger in Kauf nehmen. Neben Senior Quinn Cook verließen die Freshmen Justise Winslow, Jahlil Okafor und Tyus Jones die Universität, um sich zum Draft anzumelden. Das neue Duke Team wird in erster Linie von Grayson Allen und Brandon Ingram angeführt.

Speziell der Freshman präsentierte sich zuletzt in glänzender Form und erzielte in den drei Partien vor dem Utah-Spiel im Schnitt über 20 Punkte pro Begegnung. Allerdings mussten die Dukies in der letzten Trainingswoche den Ausfall von Veteran Amile Jefferson hinnehmen. Der Senior brach sich den rechten Fuß und fällt daher vermutlich einen Monat aus. Gerade Jefferson ist aber für den amtierenden Meister kaum zu ersetzen.

Der Power Forward ist der beste Verteidiger und Rebounder des Teams und dient mit seiner Erfahrung oftmals als Ruhepol im Spiel. Zudem sind gerade die großen Positionen im Kader der Blue Devils sehr dünn besetzt. Neben Jeffersons Ausfall ging auch noch Allen grippegeschwächt ins Spiel und verkaufte sich entsprechend deutlich unter Wert.

Aber auch bei den Utes verliefen die ersten Saisonwochen sehr wechselhaft. Nach einigen dominanten Auftaktsiegen setzte es in Puerto Rico gegen Miami eine deutliche Klatsche. Letzte Woche verlor das Team um den österreichischen Center Jakob Pöltl zudem gegen Wichita State und wirkte in der zweiten Halbzeit einigermaßen chancenlos. Die Lücke, die Senior Delon Wright hinterließ, ist immer noch nicht gefüllt. Bisher konnte sich nur Pöltl im Vergleich zum Vorjahr sichtlich steigern. 


Gleich zu Beginn des Spiels machte sich die Abstinenz Jeffersons aus Sicht der Blue Devils negativ bemerkbar. Mike Krzyzewski sah sich gezwungen, in einer ungewohnten und bisher kaum praktizierten 2-3-Zone zu verteidigen. Zwar brauchten die Utes einige Angriffe, um sich darauf einzustellen, doch schließlich erkannten sie die große Schwachstelle und attackierten konsequent über die Highposts. Besonders Jakob Pöltl war in den ersten Minuten nicht zu halten.

Utah stellt ein Horns Set gegen die Zone auf. Die beiden Duke Verteidiger Derryck Thornton (Nr.12) und Matt Jones (Nr.13) konzentrieren sich zu sehr auf die Blöcke und geben die Mitte frei, was Guard Lorenzo Bonam (Nr.15) ausnutzt. Dadurch muss sich die Zone direkt zusammenziehen und es entsteht erste Hektik.

Brandon Ingram (Nr.14) sinkt beim Drive ein, wodurch Jordan Loveridge (Nr.21) in der Ecke den Kickout erhält. Ingram bleibt am Ball, als Loveridge hochdribbelt und zwingt Thornton dazu, seinen Spot in der Ecke zu übernehmen. Solche Positionswechsel sind in einer Zonenverteidigung äußerst unüblich.

Der Ball läuft anschließend von Loveridge über Brekkott Chapman (Nr.0) zu Brandon Taylor (Nr.11). Gleich zwei Verteidiger, Jones und Grayson Allen (Nr.3), orientieren sich zu Taylor, ohne ihn jedoch wirklich Druck spüren zu lassen. Auf der Weakside verpassen Ingram und Thornton zudem, in die Zone einzusinken, weshalb Chapman vollkommen unbehelligt durch die Zone cutten kann.

Selbst als Chapman den Ball fängt, macht kein Außenspieler die Anstalt, nun einzuschreiten. Nur Marshall Plumlee (Nr.40) reagiert. Allerdings befindet er sich in einer Zwickmühle: Entweder er lässt Chapman gewähren und schenkt damit zwei Punkte ab oder er hilft und lässt den Durchstecker zu Jakob Pöltl (Nr.42) zu.

Plumlee entscheidet sich für die zweite Variante und Pöltl bedankt sich. Bemerkenswert ist in diesem Moment, dass Thornton, der eigentlich zwischen Pöltl und dem Korb stehen sollte, um den Durchstecker zu verhindern, nicht nur viel zu weit draußen steht, sondern sogar beim Pass einen Schritt zur Dreierlinie geht, weil er auf den Kickout spekuliert.


Auch im folgenden Angriff macht sich die fehlende Routine in der Zonenverteidigung bemerkbar. Aus der Transition Defense heraus befinden sich nur die beiden erfahrenen Jones und Plumlee auf den richtigen Spots. Die drei Youngster Allen, Ingram und Thornton sind dagegen nicht auf ihren eingeteilten Spots und stehen sich gegenseitig im Weg. Dadurch ist der Highpost wieder weit offen und Pöltl liest diese Situation gut.

Allen und Thornton verteidigen denselben Spot und sind beide mit dem teilnahmslosen Loveridge beschäftigt, wodurch Plumlee erneut zur Hilfe gezwungen ist. Wieder fehlt die zweite Hilfe und Chapman ist mutterseelenallein an der Baseline. Erst als er den Ball durch den Ring hämmert, ist eine 2-3-Grundaufstellung zu erkennen.


Krzyzewski reagiert und stellt anschließend auf eine 1-3-1-Zone auf, die sich im bisherigen Saisonverlauf situativ bewähren konnte. Gerade mit nur einem Big Man und Ingram auf dem Feld ist diese Verteidigungsform durchaus vielversprechend. Während der Big die Freiwurflinie und Spielfeldmitte sichert, wird Ingram dabei meist als Speerspitze eingesetzt, um mit seiner Länge Pässe abzufangen und kleineren Guards die Sicht zu nehmen.

Duke presst ein wenig an, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Mit Erfolg: Erst nach 14 Sekunden passt Utah das erste Mal im Vorfeld den Ball. Utah versucht Pöltl am linken Zonenrand in ein Eins-gegen-Eins zu bringen, allerdings sinken Chase Jeter (Nr.2), Jones und Allen geschickt ein, womit sie den Pass verhindern. Allerdings sorgt diese Aufmerksamkeit für Pöltl dafür, dass Jones ein langes Closeout gegen Loveridge laufen muss.

Der Shooter erkennt, dass Jones viel zu schnell ist und nicht abbremsen kann, weswegen er über die Baseline zum Korb penetriert. Jeter muss helfen. Da weder Allen noch Ingram die Zone sichern, kommt der Durchstecker auf Pöltl wieder an. Pöltl nutzt einmal mehr seine griffbereiten Hände und seinen soften Touch beim Abschluss.


Im darauffolgenden Angriff der Utes begeht Jeter zwei leichtsinnige Fehler und ist damit hauptverantwortlich für den ersten erfolgreichen Dreier der Utes.

Ingram setzt die Aufbauspieler unter Druck, allerdings sind die rot gekleideten Guards dieses Mal vorbereitet und leiten die Offense wesentlich schneller ein. Pöltl wird dabei als Spielmacher und Passstation von der Dreierlinie genutzt, wo er seine Spielintelligenz unter Beweis stellt. Jeter kommt bis zur Dreierlinie mit raus, was in der Situation überhaupt nicht notwendig ist und wodurch er die Freiwurflinie entblößt, was bei einer 1-3-1-Zone niemals passieren darf.

Pöltl spürt den Druck, sieht den cuttenden Chapman und passt ihn präzise an. Dadurch entsteht plötzlich eine Drei-gegen-Zwei-Situation. Beide Spieler in den Ecken sind frei und gute Schützen. Die Devils können sich glücklich schätzen, dass Taylor nicht direkt abdrückt, sondern sich mit einem Fake des Vorteils beraubt.

Stattdessen dribbelt er aus der Ecke. Zeitgleich postet Pöltl sich am Zonenrand auf und erneut springt Jeter aus Gewohnheit darauf an. Er verlässt wieder die Freiwurflinie, obwohl der Passwinkel und ein absinkender Jones, den Pass auf Pöltl zur Genüge erschweren sollten. Wieder cuttet Chapman in den Freiraum und findet nun Loveridge in der anderen Ecke.

Nach diesen misslungenen Defensivsequenzen wechselt Duke erstmals auf Mannverteidigung und stellt bis zum Ende der Partie nur noch zwecks Rhythmuswechsel in gelegentlichen Situationen auf eine Zonenverteidigung um. Die Utes, die zuletzt offensiv schwächelten, konnten die Anfangsminuten nutzen, um genügend Selbstvertrauen für den Rest des Spiels zu sammeln.

Dennoch boten beide Teams keine Glanzleistungen in der Offensive und unterstrichen, welche Schwierigkeiten sie momentan im Angriff zu bewältigen haben.

Die Utes versuchten oft nur halbherzig, Pöltl ins Spiel einzubinden und zeigten wenig Geduld bei Postanspielen. Diese kamen oft gar nicht und wenn doch, dann waren sie ungenau und ermöglichten Pöltl selten gute Position. Einzig die eine oder andere Pick & Roll Situation funktionierte annehmbar und förderte Resultate zu Tage.

Pöltl nutzt in dieser Szene seine Geschwindigkeitsvorteile gegenüber seinem Gegenspieler. Plumlee ist wesentlich langsamer unterwegs und kann nicht rechtzeitig zu Pöltl zurückkehren. Der Österreicher fängt dann Ball, dreht sich sehr kontrolliert von der Helpside weg und finisht in einer flüssigen Bewegung.


Bei Duke hingegen machte sich das Fehlen von Jefferson bemerkbar. Ohne zweiten Big Man beschränkt sich das Playbook der Blue Devils auf einige wenige Seiten, die in der Kürze der Zeit noch nicht in die Köpfe der Spieler vordringen konnten. Viele Angriffe endeten daher in Einzelaktionen und versuchten Isolations.

Besonders Ingram und Allen sollten immer wieder in Positionen gebracht werden, aus denen heraus sie sich einen guten Wurf kreieren konnten. Allerdings hatten Allen sichtlich Probleme und konnte nicht in gewohnter Manier in die Zone spazieren. Immerhin zeigte Ingram starke Drives und hielt seine Mannschaft einige Male im Spiel.

In diesem Angriff stellt Ingram zunächst einen Backscreen für Jones, der allerdings nur den Switch provozieren soll. Ingram erhält den Ball am linken Elbow gegen den deutlich langsameren Chris Reyes (Nr.20) und zieht mit Dampf zum Korb. Am Ring absorbiert er den deutlich sichtbaren Kontakt und finisht elegant.


Bis zur Halbzeit konnten die Utes dennoch stets einen knappen Vorsprung wahren. In der Anfangsphase der zweiten Hälfte kassierte Pöltl schnell sein drittes und ein gleichzeitig in hohem Maß unnötiges Foul. Doch nicht Duke nutzt die Situation aus und startete einen Run, sondern die Utes zeigten sich plötzlich beschwingt von der kleineren Lineup und konnten sich auf 42:33 absetzen.
In dieser Phase wurde auch die fehlende Struktur im Halbfeldangriff der Blue Devils ersichtlich. Zwei Beispiele dazu, die sich in zwei aufeinanderfolgenden Angriffen ereigneten.

Utah ist gerade in einer 2-3-Zone und setzt die jungen Guards des ACC Teams unter Druck. Erst Allen macht das einzig richtige und attackiert den Druck, um Lücken zu reißen. Bei seiner Penetration vom linken Flügel über die Baseline, weiß Ingram auf der Weakside jedoch nicht, wie er sich zu verhalten hat. Statt auf der Weakside stehen zu bleiben und somit eine Passoption für Allen darzustellen, bewegt er sich in dessen Rücken.

Allen probiert den schwierigen Bodenpass auf Jeter. Jeter kann den Pass nicht kontrollieren und Ingram ist davon so sehr überrumpelt und so von seiner Positionssuche eingenommen, dass auch er den Pass nicht aufnehmen kann.

Nach dem Fastbreak stellen die Utes auf Mannverteidigung um. Duke stellt die gewohnte Side Pick & Roll Motion (genannt „5“) mit einem UCLA Cut von Thornton als Einstieg auf. Thornton läuft den Cut auch, bekommt allerdings nicht den Ball.

Symptomatisch ist jedoch, dass Thornton in die Strongside Ecke auffüllt, obwohl er eigentlich in die Weakside Ecke cutten sollte, damit die Seite für das Jones-Jeter Pick & Roll frei ist und notfalls direkt ein zweites Pick & Roll gelaufen werden kann. Nach dem Pfiff des Schiedsrichters wendet sich Jones auch direkt an Thornton und macht diesem seinen Fehler deutlich.


Doch gerade als es aussah, als könnten sich die PAC12 Vertreter vorentscheidend von den Blue Devils separieren, zeigten die jungen Duke Spieler ihren Ehrgeiz und drehten in wenigen Minuten die Partie. Aus dem Neun-Punkte-Rückstand wurde innerhalb von drei Minuten eine Drei-Punkte-Führung. Speziell Ingram und Jones hatten einige wichtige Einzelaktionen und veränderten dadurch die Stimmung im Madison Square Garden.


An dieser Stelle muss sich auch Larry Krystkowiak vorwerfen lassen, zu lange mit seiner Auszeit gewartet zu haben. Sicherlich wollte er sich seine eigene Auszeit aufsparen und lieber die Media Auszeit, die bei der ersten Unterbrechung unterhalb der Zwölf-Minuten-Marke eintritt, nutzen, um seine Spieler einzunorden. Allerdings ließ er dadurch den Führungswechsel zu und Utah brauchte lange, um sich vom zwischenzeitlichen Run und dem Rückstand, der bis auf sieben Zähler wuchs, zu erholen.

Bis zur Crunchtime ist die Partie allerdings wieder fast ausgeglichen, weshalb sich ein Sprung in die letzten zwei Minuten der regulären Spielzeit lohnt.

Duke leitet die letzten Minuten mit einer Weave Handoff Motion ein. Thornton attackiert Bonam im Eins-gegen-Eins und schafft es auch in die Zone, allerdings kann Bonam seinen Fehler wieder bereinigen und löst die Situation mit einem Block spektakulär. Gedankenschnell leitet er auch den Fastbreak ein und findet am Ende Kyle Kuzma (Nr.35), der die Partie wieder ausgleicht.


Duke versucht es im Halbfeld wieder mit dem UCLA Cut und folgendem Side Pick & Roll. Die Utes switchen dies, obwohl Pöltl mit vier Fouls belastet ist und somit eigentlich nicht am Perimeter verteidigen sollten. Luke Kennard (Nr.5) und Coach K erkennen das Missmatch. Duke zieht das Spielfeld breit und gibt Kennard Platz für das Eins-gegen-Eins. Kennard schlägt Pöltl, der sich allerdings blitzschnell wieder ins Geschehen bringt und Kennard sauber beim Korbleger blockt.

Was anschließend folgt, lässt Larry Krystkowiak mit offenem Mund an der Seitenlinie stehen. Nach dem Block lassen sich die Guards Taylor und Bonam ungezwungen so viel Zeit beim Ballvortrag und sind dermaßen von ihren Schuhen eingenommen (Taylor), dass sie es nicht schaffen, innerhalb der vorgeschriebenen zehn Sekunden die Mittellinie zu überqueren. Ein Geschenk für Duke.
Duke will nach der Auszeit wieder Pöltl im Pick & Roll attackieren. Plumlee startet auf der Weakside und sprintet mit hohem Tempo in den Block für Jones. Taylor kämpft sich gut um den Block herum und Pöltl sinkt geschickt ab, sodass die beiden gemeinschaftlich Jones’ Korblegerversuch verteidigen können.

Dieses Mal erreichen die Utes rechzeitig das Vorfeld und versuchen ihr Glück mit einem Horns Play. Bonam nutzt den Block von Kuzma, der diesen aber mehr slippt, als dass er ihn stellt. Pöltl versucht währenddessen mit einem harten Dive gute Position in der Zone zu ergattern. Plumlee verteidigt jedoch ordentlich.

Daher versuchen die Utes ein zweites Pick & Roll. Pöltl ist nun der Blocksteller. Bonam nutzt den Block und alle drei anderen Spieler bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit bei ihren Cuts. Taylor liftet im Rücken Bonams und bekommt den Pass. Der Guard ist jedoch zu schnell für seine Füße und begeht damit den nächsten unnötigen Ballverlust.

Zum wiederholten Mal lässt Krzyzewski „5“ laufen. Die Utes sind darauf jedoch eingestellt. Zunächst täuschen sie eine 2-3-Zone an, wie sie das gerne mal probieren, um den Gegner zu verwirren. Nach dem ersten Pass springen sie jedoch in gewohnter Manier in Matchups um. Allerdings verteidigen sie nun den UCLA Cut und den Ballscreen anders als zuvor. Pöltl switcht mit Bonam den Gegenspieler, damit der Center nicht ein drittes Mal den Block verteidigen muss. Auch den Ballscreen switchen die Utes, was Duke sichtlich verwirrt. Ingram nimmt einen schlechten Wurf bei 16 verbleibenden Sekunden für den Angriff.

Die folgenden ersten Sekunden des letzten Angriffs für die Utes scheinen zunächst irrelevant zu sein, da Krystkowiak seine letzte Auszeit ohnehin nimmt und daher keine Korbaktion stattfindet. Interessant ist allerdings, wie Krystkowiak sieben Sekunden lang versucht, die Auszeit zu beantragen beziehungsweise seinen Spielern zunächst vergeblich Anweisungen gibt, das Auszeit Signal anzuzeigen. Seit dieser Saison dürfen Coaches nicht mehr direkt eine Auszeit fordern, sondern diese Aufgabe liegt nun bei den Spielern. Sieben vergeudete Sekunden können beim letzten Angriff eine Menge ausmachen.

Aus der Auszeit heraus stellen die Utes wieder ihr Horns Play auf und laufen es exakt so, wie wenige Angriffe zuvor. Taylor nutzt Kuzmas Pick und passt ihm anschließend den Ball. Dessen Dreier verfehlt das Ziel. An dieser Stelle wäre ein Touch für Pöltl sicher wünschenswert gewesen. In den letzten zwei Minuten konnte er sich offensiv nicht ein einziges Mal einbringen und wurde nicht gesucht.

Vor der Verlängerung schien Krystkowiak ein ähnlicher Gedanke gekommen zu sein, denn die ersten beiden Angriffe liefen über Pöltl und die daraus resultierenden fünf Punkte, sowie weitere Zähler wenige Angriffe später brachten die Utes auf die Siegerstraße.

Zunächst wird Pöltl am rechten Zonenrand isoliert. Beim ersten Dribbling will Jones, dessen Gegenspieler Taylor einen Pass entfernt auf diesen Moment lauert, zum Doppeln kommen. Pöltl sieht das und Senior Taylor trifft endlich seinen ersten Dreier.

Im zweiten Angriff stellen die Utes wieder Horns auf. Bonam nutzt dieses Mal den Pick von Pöltl. Dieser rollt nicht direkt ab, sondern läuft Kuzmas Gegenspieler in die Quere, um scheinbar ein Side Pick & Roll zwischen Kuzma und Bonam einzuleiten.

Kuzma slippt den Screen allerdings und Bonam attackiert die offene Mitte. Plumlee muss helfen, weshalb Pöltl freie Bahn hat. Hier zeigt er seinen spielerischen Fortschritt, indem er selbstbewusst den Ball einmal aufsetzt und einen Sprungwurf einnetzt. Das wäre letzte Saison unvorstellbar gewesen.


Abgerundet wird Pöltls bärenstarker offensiver Output von einem weiteren beherzten Drive. Aus Horns heraus rollt sich Pöltl dieses Mal ab, nachdem Taylor seinen Block nutzt. Das geplante High-Low zwischen Kuzma und Pöltl kommt wegen Ingrams starker Deny-Defense zwar nicht zustande, aber über Loveridge findet der Ball den Weg in die Hände von Pöltl.

Dieser ist nun gegen Plumlee auf dem rechten Elbow isoliert, während kein anderer Verteidiger nah genug ist, um helfen zu können. Pöltl zeigt seine Skills, mit einem starken Drive über seine schwächere linke Hand und einem soften Finish über Sevenfooter Plumlee.


Da Utah in Person von Loveridge am Ende die Freiwürfe trifft, können die Utes auch zwei dämliche Fouls von Pöltl und Bonam, die jeweils ein Drei- und Vier-Punkte-Spiel verursachen, verkraften und einen wichtigen Sieg einsammeln.

Beachtenswert ist, dass bei Duke eigentlich nur Plumlee und Jones, die beiden erfahrensten Spieler, stets auf der Höhe des Geschehens zu sein schienen. Kennard, Ingram und Allen waren situativ ebenfalls wichtige Stützen, ließen aber (teils verständlich) die Konstanz vermissen. Thornton und Jeter wirkten hingegen verloren. Mit einer solch dünnen Rotation und so vielen vermeidbaren Detailfehlern ist es kaum möglich, ein Spiel auf diesem Level zu gewinnen.

Für die Utes ist dieser Sieg ungemein wichtig, da er der erste über ein Top25 Team darstellt und gerade im Hinblick auf die umkämpfte und insgesamt ausgeglichene PAC12 eine gewisse Sicherheit gibt. Allerdings müssen die beiden Seniors Taylor und Loveridge dringend ihre angedachten Führungsrollen ausfüllen, denn sonst werden es die Utes trotz des vielleicht dominantesten Big Mans der NCAA schwer haben. Immerhin waren sie in der Verlängerung zur Stelle und konnten für neun der 17 Zähler in der Verlängerung sorgen, nachdem ihnen in den ersten 40 Minuten gerade mal fünf gelungen waren.

Jakob Pöltl war trotz seiner Foulprobleme die dominierende Figur der Partie. Seine Statline (19 Punkte, 14 Rebounds und 3 Blocks) ist umso beeindruckender, wenn man sich seine limitierte Spielzeit und die wenigen Anspiele vor Augen führt. Gerade Letzteres ist äußerst ärgerlich und ein Problem, das sich bisher wie ein roter Faden durch die Saison zieht. Die meisten Utes sind entweder nicht gewillt oder nicht in der Lage, ordentliche Entrypässe in den Lowpost zu spielen. Hier liegt noch viel unausgeschöpftes Potential für die Mannschaft von Krystkowiak.