13 Dezember 2015

13. Dezember, 2015


Im Collegebasketball gibt es eine Menge Rivalitäten zwischen Universitäten, die im selben Staat angesiedelt sind. North Carolina vs. Duke kommt den meisten Basketballern als erstes in den Sinn. Doch nicht alle Rivalen haben das Glück, in derselben Conference verortet zu sein, weshalb solche Saisonleckerbissen stattdessen im Non-Conference-Spielplan untergebracht werden müssen.  

von AXEL BABST @CoachBabst

Kentucky und Louisville, die ebenfalls eine innige Hassliebe teilen, tragen daher ihr Match zwischen Weihnachten und Neujahr aus. Dieses Duell dient unter Collegefans meist als Einstimmung auf den Conference-Teil der Saison, der für die meisten Betrachter der NCAA als der spannendere Part mit den hochklassigeren Partien wahrgenommen wird. 

Die „Cyhawk-Series“, Duelle zwischen Iowa und Iowa State, findet dagegen kaum Beachtung, obwohl die vergangenen Jahre überwiegend hohes Unterhaltungspotential boten. Auch das jüngste Spiel reihte sich nahtlos ein: Eine 30-Punkte-Clinic von Jarrod Uthoff in der ersten Halbzeit, eine 20-Punkte-Aufholjagd der Cyclones und eine spannungsgeladene Crunchtime sorgten für einen spektakulären Abend.

Ähnlich wie das Spiel als solches im Vorfeld nur gering beachtet wurde, mussten sich auch die Teams im ersten Saisonmonat damit abfinden, kein Thema in den amerikanischen Medien zu sein.

Gastgeber Iowa State musste im Sommer den Abgang von Erfolgstrainer Fred Hoiberg verkraften, der in den letzten zwei Jahren jeweils das Big 12 Tournament mit seinen Cyclones gewinnen konnte. Immerhin blieben die meisten Spieler der Uni treu und mit Steve Prohm wurde einer der erfolgreichsten Midmajor Coaches des Landes verpflichtet. Heimlich, still und leise kletterten die Cyclones auf den vierten Platz der Presse Rankings und konnten bis jetzt als eines von neun Division I Teams ungeschlagen durch die ersten vier Wochen spazieren. 

Am Spielsystem hat sich wenig geändert. Prohm überlässt seinen Spielern viele Freiheiten und hat kaum neue Systeme eingeführt. Stattdessen ist auch bei ihm die Offense darauf ausgelegt, Missmatches zu kreieren und zum eigenen Vorteil auszunutzen. Teilweise lässt er die Spieler sich selbst coachen, da diese genau wissen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und Situationen exzellent einschätzen können. In der Defense ging das Team in den ersten Spielen jedoch wesentlich beherzter zu Werke und wirkte besser organisiert.


Bei den Hawkeyes blieb zwar Coach Fran McCaffery erhalten, doch wichtige Spieler verließen das Team und machten aus einem der tiefsten Big Ten Teams eines der unerfahrensten. Team MVP Aaron White läuft mittlerweile in Magenta durch die Hallen der BBL und auch der sechste Mann Gabe Olaseni hat sich nach dem misslungenen Auftakt in Bamberg mittlerweile in Gießen akklimatisiert. 

In die Bresche sprang dafür Forward Jarrod Uthoff, der in den letzten vier Spielen jeweils über 20 Punkte auflegte, als einziger Spieler der NCAA bisher in jedem Spiel mindestens einen Dreier traf und einen Wurf blockte und im letzten Spiel mit 27 Punkten ein neues Career-High aufstellte.

Genau daran knüpfte Uthoff auch in diesem Spiel nahtlos an. In den ersten Minuten fing er Feuer und profitierte von fahrigen Bewachern, die stets einen Schritt zu langsam und zu weit entfernt agierten. 

Die folgenden Szenen fassen schon perfekt zusammen, was die Gründe für Iowas zwischenzeitliche 20-Punkte-Führung waren: ein heißlaufender Uthoff, lustlose Defense und viele liegengelassene Punkte. Besonders Uthoff war in den ersten zehn Minuten der Partie nicht zu stoppen.

Jarrod Uthoff (Nr.20) erzielt in nicht mal einer Minute acht Zähler und kann tun und lassen, was er möchte. Georges Niang (Nr.31), sein Verteidiger, nimmt ihm weder den Dreier weg, noch versperrt er den Weg in die Zone. Beim Wurffake von Uthoff verlässt Niang augenblicklich den Boden und versucht unsinnigerweise den Wurf des deutlich größeren Uthoff zu blocken. Auf der anderen Seite lassen die Cyclones ihrerseits viele Korbleger liegen und präsentieren sich unkonzentriert im Abschluss.


Auch die folgende Sequenz ist typisch für den Verlauf der ersten Halbzeit. Die Cyclones forcieren endlich einen schwierigen Wurf und haben die Möglichkeit zum Fastbreak. Doch Jameel McKay (Nr.1) kann nicht vollstrecken. Anstatt wenigstens zurück zu sprinten und leichte Gegenpunkte zu verhindern, sind die Cyclones in der Transition Defense halbherzig, kommunizieren nicht miteinander und kassieren zur Strafe einen unbedrängten Korbleger. Besonders Naz Mitrou-Long (Nr.15) sieht schlecht aus. Er hüpft mehrfach orientierungslos an der Freiwurflinie herum, statt entweder den Korb zu sichern oder aktiv einen Spieler aufzunehmen. Zuletzt lässt er sich auch noch von Anthony Clemmons (Nr.5) schlagen.


Selbst aus einer Auszeit heraus schaffen es die Cyclones nicht, die erste Option der Hawkeyes wegzunehmen. Ein simples Boxset, bei dem der Ball auf einen Highpost gepasst wird und anschließend der gegenüberliegende Lowpost-Spieler, in diesem Fall natürlich Uthoff, per Duck-In Position mitten in der Zone bezieht, ist für die Gastgeber nicht zu verteidigen. Abdel Nader (Nr.2) macht keine Anstalten, Uthoff von seinem Spot zu verdrängen und ist bei Uthoffs Abschluss chancenlos.


Im kommenden Beispiel ist Nader nicht in der Lage, Uthoff vor sich zu halten. Dem Wing reicht ein Crossover durch die Beine, um Nader in den Boden zu zementieren und in die Zone vor zu dringen. Auf der Weakside stehen sich Monté Morris (Nr.11) und Niang auf den Füßen, weshalb sie nicht helfen können. McKay weicht dem heranstürmenden Uthoff sogar aus und hat dadurch beste Sicht auf Uthoffs Statement-Dunk.


Auch gegen Ende der Halbzeit ist kein Aufbäumen in Sicht. Die Cyclones verzetteln sich in Ballverlusten, während Iowa das eiskalt ausnutzt und ganz entspannt die eigenen Sets durchläuft. Beim 43:23 beträgt die Führung erstmals 20 Punkte.


Dass es nur mit 14 Punkten Rückstand in die Kabine ging, verdankten die Cyclones einer akzeptablen Schlussminute, in der sie zwei Angriffe konsequent durchliefen und defensiv keine groben Fehler begingen. Zudem war immerhin Matt Thomas (Nr.25) offensiv in der Lage, seine Chancen zu verwerten. Er versenkte vier Dreier und war damit die einzige konstante Offensivoption der Cyclones.

Aus der Pause heraus kamen die Cyclones auch mit einer vollkommen veränderten Körpersprache. In der Offensive attackierten sie härter das Brett und defensiv versuchten sie, Uthoff mit einer physischeren Gangart aus dem Tritt zu bringen. Das schien zunächst auch aufzugehen.

Besonders Georges Niang konnte in dieser Phase mehrfach überzeugen. In der ersten Situation erhält Uthoff den Ball auf dem Flügel. Niang fällt nicht auf den Jabstep herein, ist einer tiefen Grundhaltung und nimmt Uthoffs starke rechte Hand weg. Als Uthoff den Ball aufsetzt, bewegt Niang nur seine Füße und drängt Uthoff entscheidend ab.

In der zweiten Szene erhält Uthoff den Ball am Zonenrand. Niang lässt ihn spüren, dass er hinter Uthoff steht. Dadurch ist dieser verunsichert und traut sich nicht, die Zone zu attackieren. Es folgt ein schwieriger Fadeaway und Uthoffs Wurfglück scheint verschwunden zu sein.

Später in der Halbzeit entlastete Thomas Niang als Bewacher von Uthoff und erledigte diese Spezialaufgabe ebenfalls sehr ordentlich, wie das folgende Beispiel zeigt.

Uthoff versucht von der Weakside erneut per Duck-In gegen den kleineren Thomas erfolgreich zu sein. Doch Thomas bearbeitet Uthoff, sodass Adam Woodbury (Nr.34) den Pass dieses Mal nicht spielt. Als Uthoff schließlich ein Postup am Zonenrand erhalten soll, wird er von Thomas wieder weiter herausgeschoben und erhält den Ball einige Schritte weiter weg vom Korb als noch in der ersten Halbzeit.

Mit aktiven Händen verhindert Thomas, dass Uthoff nach dem Catch den Ball anreißen kann und zwingt ihn damit zum Kickout. Das Überschreiten der Angriffszeit seitens der Hawkeyes geht damit eindeutig auf das Konto von Thomas.

Allerdings konnte Peter Jok (Nr.14) die Rolle Uthoffs übernehmen und zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Aufholjagd der Cyclones unterbinden. Jok ließ seinen zwei Punkten aus der ersten Halbzeit 13 in den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit folgen. Zudem standen sich die Favoriten immer noch selbst im Weg.

Nach dem Turnover von Niang hadern die Cyclones mit ihrer vertanen Chance und vergessen in ihrem Groll einfach, dass sie Stops brauchen, um überhaupt nochmal in Schlagdistanz zu kommen. Bei der Ballübergabe des Schiedsrichters sind daher noch drei Cyclones in der gegnerischen Hälfte und wissen überhaupt nicht, dass es schon weitergeht. Point Guard Mike Gesell (Nr.10) sieht das und reagiert gedankenschnell. Mit einem geistesgegenwärtigen Pass auf den alleingelassenen Jok sorgt er für die nächste kalte Dusche.


Erst Mitte der zweiten Halbzeit klickt es beim Kollektiv und die Cyclones kämpfen sich Punkt für Punkt heran. Mit folgendem Angriff verkürzen sie schließlich auf einen einzelnen Zähler und das Spiel scheint dadurch komplett zu kippen.

Niang nimmt einen schnellen Wurf. In der ersten Halbzeit wäre der Rebound sicher bei den Gästen gelandet und diese hätten womöglich sogar leichte Zähler daraus generieren können. Doch nicht so in dieser Szene. McKay zeigt endlich seine Stärke als Offensivrebounder und sichert sich den Ball gegen zwei Gegenspieler.

Morris wird ebenfalls aktiv und verharrt nicht auf seinem Spot, sondern cuttet aggressiv in die Zone, wo er den Korb attackiert. Der erneute Fehlversuch wird von McKay wieder entscheidend getippt und landet in den Händen von Niang, der selbstbewusst und unbeeindruckt vom vorherigen Fehlwurf abdrückt und verkürzt.


Doch gerade als das Spiel zu kippen drohte, schaltete sich Senior Point Guard Mike Gesell ein und demonstrierte, wie wichtig ein erfahrener und kompetenter Aufbauspieler in der NCAA ist. Mit beherzten Drives leitete er einen Zwischenspurt ein, der die Führung wieder auf acht Punkte Differenz wachsen ließ und damit die Comeback-Hoffnungen der Cyclones scheinbar zerstreute. 

Beim ersten Drive profitiert Gesell von schlechtem defensiven Timing. McKay und Hallice Cooke (Nr.3) sind bei der Pick & Roll Verteidigung gegen Gesell viel zu weit auseinander. Cooke kämpft sich auch nicht entschlossen genug um den Pick. Gesell sieht die riesige Lücke, die sich zwischen den beiden Verteidigern auftut und attackiert sie folgerichtig. Dadurch erreicht er einigermaßen unbehelligt den Korb und finisht stark gegen Shotblocker McKay.

In der zweiten Situation konzentriert sich Morris viel zu sehr auf den vermutlich anstehenden Block von Uthoff und lässt Gesell einen Moment aus dem Auge. Erneut schaltet der Guard schnell und lässt Morris einfach mit dem ersten Schritt stehen. McKay stürmt zwar von der Weakside herbei, doch Gesell dreht seinen Körper geschickt ein und verhindert damit den Block von McKay.


Trotz dieses Zwischenspurts der Hawkeyes, der die Cyclones wieder auf Abstand hielt, wurde es in der Schlussminute nochmal spannend.

Iowa führt mit sechs Punkten und hat einen Einwurf unter dem eigenen Korb bei 1:05 Restspielzeit. McKay verteidigt den Einwerfer und nutzt dabei seine Größe und Spannweite, um dem Einwerfer die Sicht und Passoptionen zu nehmen. Die Hawkeyes machen die Spielfeldhälfte, auf der sich der Einwerfer befindet, frei. Allerdings kann der dorthin cuttende Gesell nicht angespielt werden. Die Cyclones switchen geschickt alle Blöcke.

Da die Guards nicht frei werden, muss sich Big Man Woodbury einschalten. Dieser kriegt es jedoch nicht auf die Reihe, den kleineren Thomas wie bei einem Postup auf dem Rücken zu halten und ein klares Passziel anzuzeigen. Clemmons probiert zu allem Überfluss auch noch einen viel zu niedrigen Bodenpass auf den Sevenfooter Woodbury, den Thomas mit schnellen Händen abgreift.

Es ist auch Thomas, der nach dem Ballgewinn am schnellsten schaltet, zur Dreierlinie in den freien Raum sprintet und dort den Ball erhält. Mit einer lässigen Wurftäuschung lässt er den Gegner fliegen und versenkt den offenen Dreier. Lediglich sieben Sekunden sind unterdessen von der Uhr gelaufen.

Im Anschluss stellen die Cyclones erneut ihre Presse auf. Dieses Mal schnappt sich Uthoff den Ball zum Einwurf. Dieser darf nun die Baseline entlang laufen und tut dies auch, um an McKay vorbeipassen zu können. Allerdings fängt er damit viel zu früh an und verpasst dadurch seine offenen Mitspieler. Zu guter Letzt bleibt wieder nur der Passversuch zu Woodbury übrig. Allerdings ist Uthoff dieser Pass scheinbar zu riskant, nachdem Woodbury zuvor nicht in der Lage gewesen war, den Ball zu fangen. Uthoff zögert zu lange und begeht den Fünf-Sekunden-Regelverstoß. Die Halle tobt, Iowa State könnte per Dreier erstmals seit langer Zeit ausgleichen.

Wie bei jedem Baseline Einwurf verteidigen die Hawkeyes anschließend in Zonenverteidigung. Die Cyclones bekommen den Ball ins Spiel und geben ihn in die Hände ihres Anführers Niang. Dieser hat den kleineren Gesell gegen sich stehen. Niang trifft die goldrichtige Entscheidung, geht nicht auf den Dreier und zieht lieber gegen den Guard zum Korb. Eine Helpside fehlt, da Jok und Uthoff sich uneinig sind, wer wo zu stehen hat. Niang ist daher nur per Foul zu stoppen.

Nach den zwei erfolgreichen Freiwürfen sind noch knapp 50 Sekunden zu spielen. Iowa hat noch eine Auszeit und Iowa State gibt die Presse auf. McCaffery entscheidet sich, die Auszeit nicht zu nehmen und lässt stattdessen ein Setplay laufen. Bevor die Hawkeyes jedoch ihren Angriff starten, lassen sie viel Zeit von der Uhr laufen, was schlechtes Timemanagement ist. Denn damit geben sie Iowa State die Chance, im Anschluss ausspielen und den letzten Wurf nehmen zu können.

McCaffery lässt ein Floppy-Set laufen, bei dem Jok zunächst antäuscht, er würde nur den Block von Woodbury nutzen. Doch bereits nach wenigen Schritten dreht sich Jok blitzartig um die eigene Achse und sprintet die Baseline entlang, um an den Blöcken von Uthoff und Woodbury seinen Gegenspieler abstreifen zu können. Jok nutzt jedoch Uthoffs Pick nicht sonderlich gut und curlt viel zu spät an Uthoff vorbei in Richtung des Balls.

Uthoff will seinen Block nicht nachjustieren, um ein Offensivfoul zu vermeiden. Daher kann sich Thomas wieder ohne Probleme an Joks Fersen heften und das Play damit sabotieren. Gesell muss improvisieren, aber sein Wurfversuch landet nicht mal am Ring - Ballverlust Iowa.
An dieser Stelle wird es nun höchstinteressant. Iowa State hat keine Auszeiten mehr. Während des gesamten Spiels war Prohm scheinbar auf der Suche nach der besten Offensivoption und schien nicht fündig geworden zu sein – mit einer Ausnahme. Folgendes Play ließ Prohm während des Spiels zwei Mal in unterschiedlicher Form laufen und beide Male war es erfolgreich.


In der Crunchtime variiert Prohm ein wenig die Aufstellung und lässt nun McKay den Pick stellen. Morris liest die Verteidigung hervorragend und hat zugleich das nötige Händchen, um einen schwierigen Floater gegen den Mann zu treffen.


McCaffery entscheidet sich erneut, die verbliebene Auszeit bei 8,9 Sekunden nicht zu nutzen. Die Hawkeyes laufen ein Curl-Play, bei dem Uthoff der erste Blocksteller ist und Jok um die Screens der beiden Bigs läuft. Das ist allerdings nur ein Täuschungsmanöver, um die Defense zu beschäftigen und Uthoff einen freien Wurf zu ermöglichen. Der Plan geht auf und Uthoff hat einen relativ guten Wurf, den er allerdings nicht im Korb unterbringen kann. Das Comeback ist perfekt.

Für Iowa State war dies der erste größere Test seit der Auftaktpartie gegen Colorado. Die Cyclones werden weiter an der Defense schrauben müssen. Mittlerweile sind die Schlüsselspieler in der Lage, gute Verteidigung zu praktizieren, allerdings fehlen noch die Konstanz und der letzte Wille, dies über 40 Minuten zu zeigen. Gegen Kansas oder andere Big12 Teams wird ein 20-Punkte-Comeback dieser Art kaum möglich sein.

Wollen die Cyclones die Serie der Jayhawks angreifen und den Regular Season Titel nach Ames holen, müssen sie an beiden Enden des Feldes über 40 Minuten konstant agieren. Interessant ist zudem, wie Prohm seinen Spielern viele Freiheiten lässt und es dann doch schafft, in der Crunchtime entscheidend Einfluss auf das Spiel zu nehmen.

Einen einzelnen Matchwinner herauszupicken, wäre sicher verkehrt, aber Matt Thomas konnte mit seinem Spiel an beiden Enden des Feldes doch unterstreichen, wie wichtig er für das Team sein kann. Seine Dreier hielten die Cyclones lange im Spiel und seine Defense war Grundvoraussetzung für den Run in der zweiten Halbzeit.

Für die Hawkeyes ist diese Niederlage extrem bitter. Ein Sieg beim Rivalen hätte nicht nur dem Selbstvertrauen gut getan, sondern auch das eigene Resümee aufpoliert. Der Vertreter aus der Big Ten wird wahrscheinlich bis zum letzten Spieltag um die Teilnahme am NCAA Tournament bangen müssen und ein Sieg über ein Top4-Team wäre da ein schlagkräftiges Argument gewesen.

Im Gegensatz zu Prohm ließ McCaffery seine Spieler während der Crunchtime eher gewähren. Er verzichtete in der letzten Minute mehrmals darauf, eine Auszeit zu nehmen. Sowohl bei den beiden Einwurfsituationen, die in Ballverlusten resultierten, als auch während der letzten Angriffe wäre eine Auszeit vielleicht nicht schlecht gewesen. Während der letzte Wurf sicher akzeptabel war und auch das Set clever gewählt und schnell aufgestellt war, wäre eine Strategiebesprechung in einer Auszeit sicher nicht verkehrt gewesen. Angesichts des schwachen Clock Managements konnten sich die Hawkeyes glücklich schätzen, dass sie überhaupt noch eine letzte Wurfchance erhielten.

Jarrod Uthoff ist die tragische Figur der Partie. Nach seiner phänomenalen ersten Halbzeit, in der er mit den Cyclones Katz und Maus spielte, tauchte er in der zweiten Hälfte unter und bekräftigte damit den hartnäckigen Eindruck der letzten Jahre, dass er sein Talent aufgrund seiner Inkonstanz öfter verschwendet, als dass er es nutzt. Will er wirklich in die NBA, die Anlagen dafür hat er, muss er verlässlicher und aggressiver auf dem Feld agieren.