01 Dezember 2015

1. Dezember, 2015


Neue Saison, neues Glück. Wie jedes Jahr wählt die #NBACHEF-Redaktion das beste Duo des abgelaufenen Monats, West und Ost. Im Westen gibt es eine Premiere, die angesichts der aktuellen Leistung und der des Vorjahres eigentlich kaum zu glauben ist. Zum ersten Mal gewinnt Stephen Curry von den Golden State Warriors den begehrten Award. Im Osten hat im doppelten Sinne ein Rückkehrer Grund zu feiern: Indianas Paul George gewinnt die Abstimmung. Der Saisonstart scheint dem Pacer zu liegen, denn er gewann diesen Award bereits schon einmal – im Oktober/November 2013, vor genau zwei Jahren.

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick

Paul George 
(Indiana Pacers)

Stats Okt/Nov:
27,2 PPG | 8,1 RPG | 4,4 APG | 0,2 BPG | 1,6 SPG | 45,9% FG | 85,0% FT in 16 gm.

Highlights u. a.:
36 Pts, 12 Reb, 3 Stl, 14-27 FG beim Sieg über die Heat [6.11.]
40 Pts, 8 Reb, 4 Ast, 7-8 TPM beim Sieg über die Wizards [24.11.]
39 Pts, 4 Reb, 5-10 TPM beim Sieg über die Lakers [29.11.]

Die Saison 2014/15 war ein einziger Alptraum für Paul George. Infolge des grauenhaften Fußbruchs musste er mitansehen, seine Pacers ohne ihn vom Titelanwärter ins Mittelmaß versanken und zwar so sehr, dass die Hypothek zu groß war, als dass er nach seiner Rückkehr das Team wenigstens noch in die Playoffs hieven könnte. Und als wäre das nicht genug, wurde die geschlossene Einheit um ihn selbst, Roy Hibbert und David West auseinander gerissen.

Folglich wurde Indiana im Vorfeld der Saison kaum beachtet. Warum sollten sie nun, da das Team mehrere Leistungsträger verloren hatte und eine komplett neue Identität aufbaut, plötzlich sofort wieder relevant sein? Die Antwort trägt die Nummer 13 im Hoosier State. Allen Vorbehalten, zeitweise auf die die Power Forward Position geschickt zu werden zum Trotz nimmt der Most Improved Player 2013 nach und nach wieder seine Gesicht aus besseren Tagen an.

Wie die Pacers selbst startete George eher langsam, aktuell stehen aber fünf Siege in Serie und Rang zwei im Osten auf der Habenseite. Möglich machen dies Georges Karrierebestwerte in Trefferquoten aus dem Feld und von der Dreierlinie sowie in Rebounds und Assists. Sollte der 25-Jährige diese Werte halten, könnten die Pacers weit früher wieder in Richtung Conference Finals angreifen, als die allermeisten das am Tag seiner Horrorverletzung befürchteten.

George dominiert den Osten mit bemerkenswerten Abstand. 81% entscheiden sich für PG13, weit abgeschlagen zurück bleiben LeBron James von den Cleveland Cavaliers mit 13% sowie Detroit Pistons Rebound-Monster Andre Drummond, an den die restlichen 6% gehen.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:

Er ist zurück und reißt wieder Wände ein. Paul George mutiert (erneut) zum besten Two-Way-Player der Liga. Eine Pest in der Defensive, eine Augenweide in der Offense. Nebenbei erst 25, der junge Mann. Klares MVP-Kaliber, wenn die Pacers mitziehen können. (Onur Alagöz)

Nach so einer Verletzung wäre jeder Otto Normalverbraucher völlig abgestürzt. Physisch, mental. Sicherlich wäre er danach kein Leistungssportler mehr gewesen. Und sicherlich würde er danach nicht zu den besten Spielern der NBA gehören. Profi-Sportler sind irgendwie anders, schon klar. Was Paul George, 25 Jahre alt, an Willen und Disziplin gezeigt hat, seit er sich so krass verletzt (man mag es sich heute noch nicht anschauen), ist aller Ehren wert. (Mattis Oberbach)




Stephen Curry 
(Golden State Warriors)

Stats Okt/Nov:
31,6 PPG | 5,2 RPG | 6,0 APG | 0,2 BPG | 2,5 SPG | 51,2% FG | 94,1% FT in 19 gm.

Highlights u. a.:
53 Pts, 9 Ast, 4 Stl, 17-27 FG beim Sieg über die Pelicans [31.10.]
46 Pts, 5 Reb, 8-13 TPM beim Sieg über die Timberwolves [12.11.]
41 Pts, 8 Ast, 9-16 TPM beim Sieg über die Suns [27.11.]

Bei den Warriors läuft es. Der Champion schickt sich an, sämtliche Rekorde zu knacken. Den neuen besten Startrekord der Ligageschichte haben sie bereits aufgestellt, 19 steht bei den Siegen, 0 bei den Niederlagen und der geneigte Zuschauer bekommt angesichts dieser Dominanz nicht den Eindruck, dass sich die letztere Zahl demnächst erhöhen könnte.

Auch wenn eine solche Zwischenbilanz nicht ohne eine geschlossene Mannschaftsleistung möglich ist, ist sie das ebenso wenig ohne den einen herausragenden Spieler. Im Falle der Warriors ist das zweifelsohne Stephen Curry. Der amtierende MVP beantwortete die aufkommende Frage, ob der Champion nach dem Titelgewinn womöglich satt und genügsam sein könnte, zum Saisonstart auf seine Weise: 40 bzw. 53 Punkte schenkte er den Gegnern im ersten respektive dritten Spiel der neuen Saison ein, im Oktober plus November traf er geradezu groteske 51,5% seiner Würfe aus dem Feld.

Oft wird der Westen als brutal und dicht beieinander beschrieben. Aktuell fällt es allerdings schwer sich ein Szenario auszumalen, in dem ein Team diesen Warriors in einer Serie über sieben Spiele gefährlich werden kann. Das ist im November freilich etwas früh – doch mit einem Curry, der nicht den Eindruck macht, als würde er demnächst anfangen den Korb zu verfehlen, ist der Champion 2015 auch klarer Favorit auf den Titel 2016.

Ganz so stark favorisiert wie Curry im Oktober/November dann aber auch nicht. Auf den Aufbauspieler entfielen 88% der Stimmen. Eigentlich sogar noch ein klein wenig mehr, weil einer der Stimmberechtigten für das gesamte Team der Golden State Warriors votiert. Verdient hätten sie es allemal. Lediglich eine weitere Stimme und damit 6% entfallen auf Oklahoma Citys Russell Westbrook.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:

Steph Curry spielt momentan auf einem Level, das schlicht und ergreifend aberwitzig ist. Wie aberwitzig? Allein die Dreier: Würde er mit diesem Tempo weitermachen, stünden am Ende der Saison 400 gemachte Dreier auf seinem Bogen. Der momentane Rekord: 286. Rekordhalter: Steph Curry. (Onur Alagöz)

Was soll man zu Steph noch groß sagen? Er ist momentan der beste Spieler der NBA. Er trifft Würfe, die man sonst nur von der Konsole kennt, ihm gelingt scheinbar alles. Viele der Statistiken, die seit Saisonbeginn durchs Netz jagen (pun intended), hören sich unecht an. Wenn er so weiter spielt, dann müssen wir in einigen Jahren auch seinen Namen nennen in der Debatte um den besten Spieler aller Zeiten. Zugegeben, das er auf dem astronomischen Niveau bleibt, ist unwahrscheinlich. Aber ebenso unwahrscheinlich waren auch viele der Würfe, die er gemacht hat. Irgendwann hört es auf, Glück zu sein. (Mattis Oberbach)




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