17 Dezember 2015

17. Dezember, 2015


Während bekannte Top-Talente wie Victor Oladipo, Giannis Antetokounmpo, Nerlens Noel und Jabari Parker die angesagten Breakout-Kandidaten sind, fliegen andere Youngster ein bisschen tiefer unter dem Fan-Radar. Noch. NBACHEF stellt euch in unserer 'Don't Sleep' Reihe eine Handvoll Spieler vor, die in dieser Saison einen großen Leistungssprung machen werden.

von PETER DREWS @Pony1990

Inmitten des 2011er Draft-Jahrgangs, zwischen Spielern wie Kyrie Irving, Tristan Thompson, Klay Thompson und Kemba Walker, zogen die Utah Jazz den damals 19–jährigen Alec Burks von den Colorado Buffaloes.

Als Missouri High School Spieler des Jahres legte Burks in seinem ersten Jahr am College über 500 Punkte auf, erzielte starke 17.1 pro Partie. Zugleich wurde er als erster Spieler seiner Uni direkt im ersten Jahr zum Spieler des Jahres in der Big 12 Conference gewählt. Als Sophomore brach er weitere Rekorde, unter anderem als erster Buffaloe seit 1993, der 20.5 Punkte oder mehr pro Partie auflegte. Mit 25.3 Punkten, 8.7 Rebounds und 5.7 Assists im Schnitt führte er Colorado bis ins Halbfinale des Big 12 Turniers.

Als er sich 2011 zum Draft anmeldete, war er mit 19.0 Punkten pro Spiel der drittbeste Werfer in der Geschichte seiner Uni. Seine stete Entwicklung machte ihn in den Augen vieler Experten zum Lottery-Pick gesehen, sie attestierten ihm durchaus NBA Starter-Potenzial. Dies hatte er vor allem seiner guten Offense verdanken. „He knows to score“ sagte sein College-Coach kurz vor dem Draft.

Und tatsächlich: über zwei Drittel seiner offensiven Aktionen in Colorado wurden von Burks selbst kreiert, entweder direkt aus dem Pick & Roll oder per Isolation. Durch seine enorme Explosivität war er in der Lage, jederzeit den Korb zu attackieren.  Oft war er nur durch Fouls zu stoppen, seine Freiwürfe traf er hochprozentig (82.4% am College). Als Schwäche wurde Ihm seine fehlende Muskelkmasse und sein Dreier angerechnet.


Draft-Tag 2011: Mit dem 12. Pick entschieden sich die Utah Jazz für den 1,98 Meter großen und 96 Kilo schweren Shooting Guard. In seinem ersten Jahr in der NBA kam Burks auf 15.9 Minuten und erzielte in 59 Spielen durchschnittlich 7.2 Punkte bei einer Quote von 42,9% aus dem Feld. In 16 Spielen seiner Debut-Saison konnte er zehn oder mehr Punkte auflegen. Er hielt, was er versprach: der Rookie bestach als Scorer.

Utah erreichte nach der Regular Season den achten Platz im Westen, und so durfte Burks bereits in seinem ersten NBA-Jahr Playoff Erfahrung sammeln – allerdings war nach vier Spielen gegen die Spurs Endstation.

In der nachfolgenden Saison 2012/13 entwickelte er sich zum einem wichtigen Bankspieler der Jazz. Seine Minuten erhöhten sich auf 17.8 pro Spiel. Im Vergleich zu seinem letzten College-Jahr arbeitete er an seinem Dreier und schraubte seine Quote von Downtown auf solide 36% hoch.

Die dritte Saison bei den Jazz sollte Ihn den entscheidenden Schritt nach vorne machen lassen. Seine Minuten explodierten förmlich auf 28.1 pro Spiel, außerdem durfte er zwölf Mal als Starter ran. Nachdem erfahrene Spieler wie Richard Jefferson und Marvin Williams Utah verließen, gab er den Platz als Starter nicht mehr her und war aus dem Team vom Salzsee nicht mehr weg zu denken. Er verdoppelte seine Punktzahl auf 14.0 PPG, traf fast 46% aus dem Feld und ging fast fünf Mal pro Abend an die Freiwurflinie. 


Im Dezember 2014 dann, nur wenige Wochen nach Beginn seiner vierten Spielzeit, die Schreckensnachricht: Burks musste sich nach Schmerzen an der Schulter einer Operation unterziehen und fiel den Rest der Saison 2014/15 aus. Ausgerechnet auf dem Weg, sein Potential voll auszuschöpfen, denn zu jenem Zeitpunkt lag seine Dreierquote bei 38%, seine Freiwurfquote bei 82%, und er hatte die ersten beiden Double Double seiner noch jungen NBA-Karriere erzielt.

Wieder genesen, arbeitete Burks im Sommer emsig an seinem Comeback. Die Kadersituation in Utah ist mittlerweile aber eine andere, nach dem Trainingscamp und der Summer League fand sich der 24-Jährige zunächst auf der Ersatzbank wieder.

Das änderte nichts an seiner Aggressivität, denn Burks etablierte sich vom ersten Tag an als Utahs bester sechster Mann und einer der wichtigsten Punktesammler im Team. Er darf gute 28.2 Minuten pro Partie ran, und ist ein wichtiger Bestandteil des Systems von Quin Snyder. Wie schon am College kann Burks durch seine Explosivität, einen starken Drive und seine Pick & Roll Fähigkeiten als Ball Handler überzeugen. In der Defense kann er seine Gegner durchaus das Leben erschweren und zeigt sich sehr solide.

Aufgrund seiner Fähigkeit, beide Guard-Positionen zu übernehmen, setzt ihn Coach Snyder oft auch als Spielmacher ein, vertraut ihm in wichtigen Situation mehr als Starter Raul Neto. In zwei der vergangenen drei Partien durfte Burks sogar von Beginn auflaufen. Ob Snyder langfristig an ihm in der ersten Fünf festhält, wird sich zeigen. Burks beweist aber, dass er noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist. Schon sechs Mal in dieser Saison hat er 20 Punkte oder mehr erzielt, er nimmt und trifft mehr Würfe als jemals zuvor - aus dem Feld, von der Dreierlinie und von der Freiwurflinie.  

Alec Burks ist mit seinen erst 24 Jahren auf dem Weg, nicht nur an seine Leistungen vor der Verletzung anzuknüpfen, sondern einen weiteren Schritt nach oben zu machen. Das macht ihn zu einem klaren Kandidaten für den „Most Improved Player“ Award. Also: Don't Sleep on Alec Burks!