12 Mai 2015

12. Mai, 2015  |  nbachefsquad  @nbachefkoch


Playoffs, yo! Die echte Saison ist endlich unterwegs. Bei so viel irrsinniger Action auf einmal würde es kaum Sinn machen, traditionell zu berichten und das Chaos-Element dieser Wochen zu vernachlässigen. Kein Grund zur Sorge: die nbachefsquad ist zur Stelle wie LeBron James in Crunchtime und versorgt euch täglich mit den feinsten Happen zur NBA-Postseason. Reingehauen!


Curry und die Angst vorm schwarzen Mann
Tiago Pereira @24Sekunden: Reißen sie die Hände in die Luft, wackeln sie mit den Armen und geben dabei panisch klingende Tiergeräusche von sich. Falls sie weniger Platz zur Verfügung haben, werfen sie sich, wie vom Flop besessen, auf den Boden und rollen in einer Lache aus Tränen und vergossener Träume umher. Dies, liebe Anhänger der Golden State Warriors, ist ihre persönliche Panikanleitung. Die jüngeren unter ihnen kennen dieses Prozedere sicherlich noch nicht. Deswegen lassen sich von einem älteren Semester oder einem New York Knick Fans ihres Vertrauens helfen, denn Golden State verlor zwei Spiele…in FOLGE!



Wie schnell aus Überfliegern ein abstürzender Ikarus werden kann, beweisen die Playoffs jedes Jahr aufs Neue. Dass dabei die Warriors nach nur 7 gespielten Partien zum Sauerstoffzelt greifen müssen, war nicht zu erwarten. Die Back-to-Back Niederlagen gegen Memphis wirkten wie eine Majestätsbeleidigung gegenüber den Königen von Kalifornien. Es waren jedoch nicht die desolaten Leistungen der Splash Brothers (38.3 PPG , 44% FG, 30% Dreier), oder der maskierte Mike „Bane“ Conley, die die Bucht erschütterten.

Wir waren es. Wir zweifelten an einem Comeback der Dubs. Das vierte Spiel gegen Memphis war wohl das wichtigste Spiel der letzten 40 Jahre für die Warriors. Wir hangeln uns an ein paar Zahlen auf. Gut, Curry hatte 17 seiner letzten 21 Dreier verworfen, viele sogar bei freiem Schussfeld. Tony Allen ließ dabei ein 1st Team All Defense Inferno auf die Splash Brothers nieder, die die Magie von 67 Siegen im Keim zu ersticken schien. Und da waren sie wieder, die Zweifler, die da riefen „Jumpshooting teams can’t win“.


Die vergangenen Spielen boten wenig zum gutreden, und noch weniger zum Einreden. 2-1 lag Golden State hinten. Eine weitere Niederlage wäre gleichbedeutend mit einer Vorentscheidung gewesen. Memphis dominierte die Dubs in allen Belangen, vor allem aber beim Willen. Zu wissen was man weiß und zu wissen was man tut, das ist Wissen. Und die Grizzlies wussten um ihre Identität, ihre Limitationen und ihre Chance. 


Zum Glück hatte auch Steve Kerr Konfuzius gelesen und wusste um die Limitationen der Grizzlies. Sie konnten nicht werfen. Besonders Tony Allen nicht. Indem Golden States Coach Allen von Andrew Bogut „verteidigten“ ließ und Barnes auf Randolph ansetzte, verwandelte er das Grindhouse in das Brickhouse. Durch das ständige Doppeln im Post verlor Memphis den Kampf in der Zone (39.3 FG%). Auf dem Weg nach Antworten wanden sich die Bären ihrer Schwäche zu – dem Werfen. Memphis Siegeschancen wurden ertränkt in einem Regen aus Backsteinen.

Gleichzeitig fand Golden State zu alter Stärke zurück. Die Splash Brothers kamen wieder zum Vorschein und trafen ihre offenen Würfe. Auch der MVP Stephen Curry fand zum richtigen Zeitpunkt zu seiner Bestform zurück. Unter der erlahmenden Bewachung von Mike Conley konnte Curry sein bestes Spiel der Serie zeigen und brachte die Serie ausgeglichen und heil in die Bucht zurück. Zum ersten Mal schien es, dass die Wurfkünste der Warriors dem Grit der Grizzlies überlegen waren.

Der Sieg in Spiel vier bedeutet jedoch nicht, dass die Dubs aus dem Schneider sind. Auch mit zwei Heimspielen in Sicht, bleibt der Gegner derselbe. Die Warriors mögen zwar die wichtigste Partie der letzten Dekaden gewonnen haben, dennoch können sie als Verlierer aus dieser Serie gehen. Memphis hat bewiesen, dass es als eines der wenigen Teams in der Oracle Arena gewinnen kann. Die nun anstehende Best-of-3 Serie wird zeigen wer zuletzt lacht: das Jumpshooting-Team, oder das Grinder-Team.




Ein Spiel zum Kopfschütteln
Torben Adelhardt @Torben41: Es gibt Basketballspiele, die lassen einen als Zuschauer sprachlos zurück. Spiel 4 der Playoff-Serie zwischen den Cleveland Cavaliers und Chicago Bulls war so ein Spiel. Jedoch in einem negativen Sinne.

Die Cavs konnten zwar dank eines Buzzer-Beater von LeBron James den so eminent wichtigen Auswärtssieg eintüten und die Serie abermals ausgleichen. Doch was sich so alles in den 48 Minuten Spielzeit im United Center abgespielt hat, war verstörender anzuschauen als The Human Centipede 2.

Ihr benötigt eine Statistik, die diesen Umstand illustriert? Okay. LeBron James beendete die Partie mit einem Offensiv-Rating von 92,2, was nicht nur für LeBron-Verhältnisse eine unterirdische Ausbeute ist. Selbst Lance Stephenson im Hornissen-Jersey kommt hier auf einen Wert von 94,2. Das dürfte sogar Skip Bayless zu albern sein.

LBJ“ zauberte am Sonntagmittag eine Vintage-Ausgabe seiner Selbst auf das Parkett, die wir schon längst verdrängt hatten. Post-ups? Penetrations? Neee. Step-back-Jumper am Mann aus der Mitteldistanz sowie Distanzwürfe standen bei dem (wieder) Headband-losen James auf dem Matchplan.

Kompagnon Kyrie Irving stand trotz seiner Fußprobleme 41 Minuten auf dem Court, in denen der Ballhandler 12 Punkte erzielte (2/10 FG). Iman Shumpert reihte sich nahtlos in die offensive Off-Night seiner Mitkollegen ein und traf lediglich einen seiner acht Feldwürfe. Wir resümieren: Irving sichtlich gehandicapt und in seinen Möglichkeit eingeschränkt, LeBron James mit einer offensiven Vorstellung zum am Kopf kratzen.

Die Chicago Bulls bekamen den Sieg in der zweiten Halbzeit praktisch auf dem Silbertablett serviert und hätten nur noch im Angriff ihre Plays konzentriert runterspulen müssen (Mirotic und Dunleavy hätten selbstverständlich auch ihre Dreier treffen dürfen). Aber als gute Gastgeber lehnten sie dankend ab und ließen sich von der, zugegebenermaßen wirklich guten, Defense der Kavaliere zu schwierigen Abschlüsse außerhalb des Interieurs drängen.

Die Bullen litten hierbei deutlich unter der Abstinenz ihres Big Man Pau Gasol, der als Pick & Pop-Partner für Scoringgefahr aus der Mitteldistanz gesorgt hätte und dadurch die Frontcourt-Spieler der Cavs gezwungen hätte, aus der Zone herauszurücken. Den Schlusspunkt in diesem Spiel, welches nicht arm an WTF-Momenten war, setzte schlussendlich Cleveland-Head Coach David Blatt.


Neun Sekunden vor dem Ende betrat der Übungsleiter das Feld, um ein Timeout auszurufen. Blöderweise standen den Cavaliers aber keine Auszeiten mehr zur Verfügung, weshalb es hier konsequenterweise ein „T“ für den Coach hätte geben müssen. Der Pfiff blieb jedoch aus. Und zur selben Zeit im Hause Webber:  „Wollt ihr mich eigentlich nur verarschen?“

Aber um der Partie vollkommen die Clownsnase aufzusetzen durften wir in der letzten Sekunde einen James-Buzzer-Beater über die Arme von Butler bewundern. Zu diesem Zeitpunkt wurden dann auch die acht Ballverluste und 33,3-prozentige Wurfquote plötzlich zur absoluten Nebensache degradiert. Die Cavaliers gewannen ein Playoff-Spiel aufgrund ihrer guten Team-Defense. Basketball, du kannst so irrational sein. Bleib so!



"I called Game"
Roman Schmidt @sch_rom: "Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann" (Ernst R. Hauschka)

Die Hawks wollen die Wahrheit, aber können sie nicht ertragen. Sie werden von einem Team geschlagen, dessen vokaler Anführer ein 37-jähriger Mann ist. Ein Mann, der Basketballteams bereits versenkt hat, als Dennis Schröder noch nicht von der Schulpflicht betroffen war. Ein Mann, der den abgetrennten Kopf eines Raptoren im Gepäck hat und auf Falkenjagd geht. 

Paul Pierce ist die ultimative Kreuzung der Sätze „Juckt mich nicht“ und „Mitten in dein Gesicht“. Hoffnung treibt ihn an. Nicht die eigene Hoffnung, die Rede ist von der Hoffnung gegnerischer Fans. Er lebt davon, sie vor den Abgrund zu stoßen, sich festhalten zu lassen, nur, um sie letzten Endes dennoch ins ewige Dunkel zu stoßen. Anschließend labt er sich an fassungslosen Gesichtern und Trauer. Paul Pierce ist ein Dementor. 

Während die Basketballwelt Tim Duncan zu Füßen liegt, sollte sie nicht vergessen, dass in Washington ein weiteres Unikat dem unausweichlichen Scheiden aus der Welt des On-Courts entgegendribbelt, one game winner at a time.

Der Wurf an sich war eine Katastrophe. Mittig, drei Mann um ihn herum, zwei Hände in seinem Gesicht, irgendwo zwischen Dreier und Rudy Gay in Toronto Midrange Shot. Doch sobald er hochsteigt, ist es nichts anderes als motorisches Gedächtnis, muscle memory. Been there, done that, bank, splash.

Darüber hinaus hat er das beste Post-Game Interview aller Zeiten draufgelegt... Ein ganz normaler Tag im Leben der Wahrheit.





Es hätte so schön sein können
Torben Siemer @lifeoftorben: Staples Center, Los Angeles. Spiel drei der Western Conference Semifinals. Die Los Angeles Clippers empfangen die Houston Rockets. Eins zu eins steht es nach den beiden Partien in Houston, das irgendwie noch immer „andere Team aus LA“ will den in Texas erspielten Heimvorteil wahren. Zur Halbzeit führen die Clippers mit sieben Punkten, im dritten und vierten Viertel dann reißt ein Guard während eines 23:0-Runs seines Teams das Spiel an sich.
„This is one time where you can be a dad and not just coach.”

Diesen Satz von Chris Paul zeichnen die „Wired“-Mikrofone während dieses Laufs auf. Dabei klopft er Glenn, genannt Doc Rivers anerkennend auf die Brust. Und viele Medienvertreter denken sich: „Endlich.“ Endlich liefert Austin Rivers ab. 25 Punkte (10/13 FG, 3/6 Dreier) stehen am Ende seiner 23 gespielten Minuten auf dem Statistikbogen, 15 davon innerhalb des bereits erwähnten und vorentscheidenden 23-0-Runs. 

Endlich also lässt sich darüber schreiben, wie aus dem fast katastrophal schlecht spielenden Rookie unter der Ägide seines Vaters ein veritabler Playoff-Performer wird. Wie aus der Randbemerkung, dass zum ersten Mal ein Vater-Sohn-Gespann neben und auf dem Feld zusammenarbeitet, eine der so wunderbaren Feel-Good-Stories wird. 


Aber ist dies eine solche? Während es Doc 2004 zu den Celtics zieht und er diese bis 2013 coacht, wächst Austin in Florida auf und wird nach starken Auftritten an der Duke University von den New Orleans Pelicans gedraftet. Mit Ausnahme der entscheidenden Spiele der 2008er Finals, so Austin, sei er so gut wie nie im TD Garden gewesen. 

„Unsere Beziehung war irgendwie immer mehr Trainer-Spieler als Vater-Sohn. Er wohnte in Boston, ich lebte in Orlando. Wenn wir reden, dann fast nur über Basketball.“, sagt Austin gegenüber ESPN. Also ist es zuallererst doch einfach nur ein Rollenspieler, der ein „Podium Game“ auflegt und nach dem Spiel vor die Presse treten darf. Schade. Es hätte alles so schön sein können.



Emotionsloser Buzzer Beater
Philipp Landsgesell @Phillyland: Emotionsloser Buzzer Beater
Derrick Rose leitete es ein. Drei Spiele in der  Eastern Conference wurden mit dem Ertönen der Schlusssirene entschieden. Erst Derrick Rose, dann Paul Pierce und dann LeBron James. Die beiden Erstgenannten sogar beide mit Brett. Ob sie es angesagt haben, werden wir nie erfahren, ist aber auch pieps egal.

Im Spiel 3 der Bulls und Cavaliers waren alle Zutaten, die es für einen Basketballkrimi braucht, vorhanden: Fehlentscheidungen der Schiedsrichter (Schrittfehler Butler; Foul von James an Rose), zwei Teams auf Augenhöhe und eine spannungsgeladene Stimmung im United Center. Auch die Spieler geben ihr Bestes: Gibson verwandelt zwei Freiwürfe sicher, JR Smith besinnt sich auf das was er kann und verwandelt den Dreier zum 96-96. Alles deutete auf fünf Extraminuten hin.

Wie Rose direkt nach Spielende zugab, sollte er den Ball in der linken Ecke bekommen und dort einen Wurf kreieren, doch Shumpert verhindert dies und so muss Rose improvisieren. Er bekommt den Ball und zieht Richtung Mitte, wo Gibson bereits wartet und einen sagenhaften Block stellt. Shumpert kann Rose nicht folgen, Thompson übernimmt, kann den Wurf aber nicht verhindern. Der Buzzer ertönt. Ball knallt gegen das Brett. Ball donnert in den Korb. Spielende. 2-1 Bulls! Ein weiteres Stück Playoff-Geschichte.

Rose ist daraufhin nichts anzumerken, zumindest äußerlich bleibt er locker. Ignoriert, dass er eben den wichtigsten Wurf seit über 3 Jahren getroffen hat. Ignoriert, dass er wieder auf dem Feld steht und die lange Zeit in der Reha und die wiederkehrenden Rückschläge überstanden hat. Es sind die Momente für die Profisportler leben. Ein Gefühlsausbruch scheint die logische Folge. Doch keine Regung, als er zur Bank zurück trottete, keine Regung als die Mitspieler ihn umarmten und feierten. Kein Lächeln. Nichts.


Die Basketball-Welt außerhalb Ohios müsste ein Lächeln im Gesicht haben. Es ist sein persönliches Ausrufezeichen: Rose ist wieder da!  Alle Freunde des Basketballsports dürften über diese Nachricht erfreut sein. Zu lange war er weg, zu viel Schmerzen musste er ertragen, zu oft sah er von der Seitenauslinie seinen Mitspielern zu. Die Verletzungen verhinderten zu viele Jahre seiner Prime.

Doch nicht nur der Buzzer-Beater unterstreicht seine Leistung in den Playoffs. Rose beendete das Spiel mit 30 Punkten, 7 Assists und 7 Rebounds. 24 Punkte davon in der zweiten Halbzeit, 14 Punkte im letzten Viertel. Die Bulls brauchen einen Rose im Angriffsmodus, um die Serie zu gewinnen. Vor allem die Offensive benötigt dringend die Penetration ihres Aufbauspielers, da diese sonst völlig zum Erliegen kommt.

Ganz schön viel Verantwortung für einen Spieler, der bereits 3 schwere Knieverletzungen überstehen musste und nur 100 Spiele in den letzten vier Jahren absolvieren konnte. Den alten, angriffslustigen Korbattackierer werden wir nie wieder sehen. „Den alten Rose gibt es nicht mehr“, sagt er selbst. Braucht es auch nicht. Der neue Rose fängt gerade erst an.



All-Defense
Mattis Nothacker: Es ist soweit bekannt, dass Tony Allen einer der besten Verteidiger der Liga ist, für Allen selber ist das aber nicht genug. Er will als bester Verteidiger der Liga anerkannt werden, zumindest auf seiner Position. „First-Team-All-Defense! First-Team-All-Defense!” rief er den TNT-Kommentatoren nach einem seiner vier Steals im zweiten Spiel zwischen den Memphis Grizzlies und den Golden State Warriors zu. Allen machte alles, was ein perfekter Verteidiger machen muss. Er hatte diesen unglaublichen Willen, den gegnerischen Guards das Spiel zur Hölle zu machen, aber auch die nötige Cleverness. Als ihn Stephen Curry mit einem Fake in die Luft holte, sprang er an ihm vorbei, ließ dabei aber seine Hand direkt vor Currys Augen. Der Wurf ging daneben. Wohl 95 Prozent der anderen Guards hätten Curry entweder gefoult oder das Play aufgegeben.

Dass seine defensive Glanzleistung gegen die Warriors keine Eintagsfliege war, bewies er in Spiel drei. Er hetzte Klay Thompson, gelegentlich auch Stephen Curry über das gesamte Spielfeld, ihre Wurfquoten litten erheblich. Curry leistete sich sogar einen Airball.

Es ist ein kleiner Hype um Tony Allen ausgebrochen, sein Spruch „First-Team-All-Defense“ wird gefeiert. Es sind oft die Playoffs, in denen Allen diese Aufmerksamkeit sucht, wo er seine Aggressivität noch einmal erhöht, diese extra Portion Motivation sucht und auch findet. Er ist der Anführer der Grizzlies-Defense, gegen die die Warriors bis hierhin nicht zurechtkommen. Gerade auf den Guard-Positionen stehen sich völlig verschiedene Spielertypen gegenüber. Conley und besonders Allen sind offensiv nicht so talentiert wie Curry und Thompson, haben dafür aber eine Mischung aus Härte, Willen und Erfahrung in ihren Spiel, die bei den Warriors-Guards ein bisschen fehlt. Bisher hat sich das Spiel der Grizzlies-Guards durchgesetzt. Und wenn Allen so weiter macht, dann ist es vielleicht bald keine Behauptung mehr, sondern eine Feststellung, wenn er „First-Team-All-Defense!“ ruft.



Totgesagte leben länger
Tobi Mannhart @TobeyTen: Die Grizzlies sind vor dem heutigen Duell in einer unerwarteten Lage: Sie führen 2-1 gegen das mit Abstand beste Team der Regular Season. Doch wie kann das sein? Jeder prognostizierte den Warriors den sicheren Weg ins Conference Finale und jetzt sind sie im Halbfinale auswärts im Grindhouse unter Zugzwang. Gewinnen sie das Spiel heute nicht, dann wird es für MVSteph und Co. schwierig.

Was ist der Grund? – Der Playoff-Ball der Grizzlies. Die Warriors und insbesondere Curry und Thompson waren es in der Regular Season gewohnt, viele offene Würfe zu bekommen. Allerdings schrauben die Bären die Pace des Spiels runter und Tony „First Team All Defense“ macht es den Guards extrem schwer, freie Abschlüsse zu kreieren. Die Dreierquote der Splash Brothers spricht Bände. Zwei Spiele in Folge schafften es die gefährlichsten Dreierschützen der Liga nicht, mehr als fünf Würfe von Downtown in den Ring zu befördern.

Auch der Rest der Mannschaft tut sich damit extrem schwer. Die Defense der Grizzlies ist allgegenwärtig, oder wie Chris Vernon nach dem Spiel sagte: Sie rennen einfach IMMER mit zurück. 12 von 52 Dreiern in den letzten zwei Spielen stehen einer saisonübergreifenden Dreierquote von 47,8% gegenüber. Doch auch das Inside-Game ist betroffen. 13 Field Goal Attempts weniger als im Schnitt der Regular Season sind ein Beweis, wie sehr die Grizzlies bei jedem Angriff der Warriors auf die so viel zitierten „Deflections“ und Steals aus sind. Die Jungs aus Golden State kommen also zu schlechteren und weniger Abschlüssen.

Dazu kommt, dass die „Bruise Brothers“ Zach und Marc aus Memphis, obwohl sie offensiv normalerweise niemals als gleichwertig betrachtet werden können, genauso viele wie oder mehr Punkte als Klay und Steph generieren. Schaffen die Warriors es nicht, diese Werte umzukehren, so wären die beiden alten Gleichungen wieder einmal bewiesen: Playoff-Ball ≠ RS- Ball und Playoff- Ball > RS- Ball.