24 April 2015

24. April, 2015  |  nbachefsquad  @nbachefkoch


Playoffs, yo! Die echte Saison ist endlich unterwegs. Bei so viel irrsinniger Action auf einmal würde es kaum Sinn machen, traditionell zu berichten und das Chaos-Element dieser Wochen zu vernachlässigen. Kein Grund zur Sorge: die nbachefsquad ist zur Stelle wie Steph Curry in Crunchtime und versorgt euch täglich mit den feinsten Happen zur NBA-Postseason. Reingehauen!


Don't call it a comeback!... OK, Call it doch a comeback
Seb Dumitru @nbachefkoch: Jumpshooting-Teams gewinnen nichts, heisst es immer. Wenn verzweifelt nach Gründen gesucht wird, warum die beste Mannschaft der abgelaufenen Saison trotz historisch guter Offense/Defense/Differential Splits nicht die Meisterschaft holt, dann fällt meist dieses Argument: Jumpshooting-Teams gewinnen nichts.

Cool. Die Warriors sind kein Jumpshooting Team. Zumindest können sie viel mehr als das. Verteidigen zum Beispiel - was die beste Defensive in der regulären Saison und mehrere legitime Defensive Player of the Year Kandidaten demonstrieren. Oder Rebounden. Und definitiv ranklotzen. Genau diese Attribute, nicht die explosive Offensive, brachten Golden State gegen New Orleans wieder zurück - und machten den vorentscheidenden Sieg zum 3-0 in der Serie erst möglich.

Die Pelicans dominierten 42 Minuten lang die Partie. Weniger als sechs Minuten vor dem Ende führten die Hausherren mit 18 Zählern, drei Minuten vor Schluss immer noch zweistellig. Und die Warriors brannten kein Feuerwerk ab, vergaben acht ihrer zehn Dreierversuche im vierten Abschnitt.

Aber sie kämpften. Schufteten sich zu einem Offensivrebound nach dem anderen. Das Spiel wurde am Brett entschieden. Da flog Shaun Livingston zum Putback-Dunk an, später dann Harrison Barnes. Draymond Green, der auf Center rutschte, krallte sich vorne vier Abpraller. Marreese Speights, den Steve Kerr trotz horrender Leistung in der Crunchtime brachte, griff sich den zehnten für Golden State und ermöglichte so Stephen Currys Fabelwurf zum Ausgleich.

Die Chance auf den Warriors-Sieg lag irgendwann im letzten Viertel bei 1-zu-415... nullkommairgendwas Prozent. Warum selbst größte Widrigkeiten dieses Team nicht daran hindern, auf dem höchsten aller Niveaus gegen ein gutes Team doch noch das W rauszuschlagen, hat Game 3 gestern eindrucksvoll demonstriert. Alle reden heute von Stephen Currys 40 Punkten - wir auch. Was aber wirklich im Gedächtnis bleiben sollte, sind all die kleinen Dinge, die diese Malochertruppe zum Favoriten im Westen machen.





Lernkurve
Rainer Ludwig @Sly_S04: Zwei Mangel im Spiel der Celtics kostete das Team um Brad Stevens in der vergangenen Nacht den Sieg. Da wäre zum eine die zu langsame Ballbewegung in der Offensive. Um die Defensive der Cavs vor unlösbare Aufgaben oder schwer zu lösende Probleme zu stellen , benötigt man einen schnellen Spieler, der die Defensive der Cavs zum kollabieren bringt, ein ausgereiftes Ball-Movement, welches den anschließenden Platz clever ausnutzt und gut getimte Cuts, mit denen man in die Lücken stößt und für die die Cavs besonders anfällig sind.

Auf alle drei Grundlagen verzichtete die Truppe der Kelten zu oft. Zu oft versuchte sie ohne Bewegung im Eins-Gegen-Eins ihr Glück oder geriet in Panik, wenn die Cavs die erste Option wegnahmen. Stevens monierte nach dem Spiel ausdrücklich diese fehlenden Komponenten im Spiel der Celtics. Für den neutralen Zuschauer ist es vor allem aus zwei Blickwinkeln äußerst schade, dass die Celtis auf diese Dinge zu wenig zurückgreifen:

Erstens sah man auch wieder in diesem Spiel, dass die Cavs enorme Probleme hatten, die Celtics zu stoppen, wenn sie diese Tugenden beherzigten.

Zweitens würde man zu gerne sehen, ob und wie viel die Cavs, insbesondere LeBron James, im entscheidenden Moment noch zulegen können, oder ob diese Momente wahrhaftig eine Voraussage für die weiteren Playoffs sind.

Trotzdem sollte man den jungen Celtics keinen Vorwurf machen. Es ist vollkommen normal, dass eine solch junge Truppe Fehler in den Playoffs macht. Der Einsatz und das Herz stimmte. Die Celtics entdecken gerade auf den Positionen Eins bis Drei so etwas wie eine physisch-harte Identität. Jay Crowder zeigte seine Vielseitigkeit nicht nur mit einem prall gefüllten Boxscore.

Punkt zwei: die Celtics geben in den entscheidenden Momenten zu viele Offensiv-Rebounds ab. Es mangelt dem Team von Brad Stevens an einer physischen Präsenz unterm Korb. Ein Mangel, den Danny Ainge zu gegebener Zeit sicherlich adressieren wird.

Wann immer Tristan Thompson sich in den wichtigen Momenten in der Zone auf die Reise zum Rebound begab, überpowerte er die Gegenüber mit seiner Athletik und Kraft. Gestern pflückte Thompson in den letzten drei Minuten erneut zwei ganz wichtige Offensivrebounds vom offensiven Brett, die in zwei brutalen (aus Sicht der Celtics) Kevin Love Dreiern endeten, welche die Celtics das Momentum kosteten. Insgesamt holt sich Tristan Thompson in dieser Serie sage und schreibe fast fünf offensive Rebounds pro Partie - gute Werte für seine bald anstehenden Vertragsverhandlungen.



R.I.P. Playoff-Rondo
Philipp Landsgesell @Phillyland: Es war abzusehen. Rajon Rondo war nicht nur in den ersten beiden Spielen gegen die Houston Rockets nahezu ein Fremdkörper, sondern auch schon in den Monaten zuvor. Rondo und die Mavs, das sollte einfach nicht passen. Immer mehr überkam einen das Gefühl, das der eigenwillige Guard nicht auf einer Längenwelle mit Coach Rick Carlisle und seinem Team liegt.

So endete mit dem sicheren Ausfall von Chandler Parsons nicht nur die Hoffnungen auf einen Einzug in die zweite Runde, sondern auch die Hoffnung, dass wir „Playoff-Rondo“ noch einmal sehen- zumindest in einem Mavs-Trikot. Offiziell heißt es, dass er wegen Rücken-Beschwerden nicht spielen kann- doch es braucht keine wilden Theorien um zu wissen, dass das Tischtuch zwischen Rajon Rondo und den Dallas Mavericks endgültig zerschnitten ist.

Dass der Rondo-Transfer nicht ohne Risiko ist, war den Verantwortlichen in Dallas hoffentlich bewusst. Seine Defensive und sein Rebounding hatten einen Preis. Dieser kostete Dallas letztendlich jegliche Titelambitionen. Die sehr freie, ballbewegende Offensive der Mavericks kam komplett zum Erliegen, da Rondo nicht mal ansatzweise per Wurf für Gefahr sorgt.

Auch zum Korb zog der Guard immer seltener, zum Teilen wegen der nachlassenden Athletik, aber auch wegen panischer Angst, an die Freiwurflinie gehen zu müssen, von wo er unterirdisch trifft. Fans, nicht nur der Dallas Mavericks, erhofften sich den alten Rondo, den „Playoff-Rondo“. Den Rondo, der früher begeisterte und ganze Serien umriss. Diese Wunschvorstellung ist zu Ende.


Seitdem Rondo in Dallas ankam, lief es für ihn und für sein Team immer schlechter. Ein kleiner Machtkampf mit Carlisle im Januar, Auseinandersetzungen mit seinen Mitspielern, auch die Mavs selbst spielten immer schlechter. Sogar die sicher geglaubte Playoff-Teilnahme stand auf dem Spiel.

Dank der Verletzungen bei den Thunder und Pelicans schafften es die Mavs doch in die Playoffs. Alle hatten noch die Hoffnung, dass es „Playoff-Rondo“ noch gibt. Es sollten die Playoffs des Rajon Rondo werden, der im Sommer Free Agent wird und nochmal auf der großen Bühne sein Können unter Beweis stellen wollte. Der Plan, dass die Beziehung Rondo/Mavericks im April besser sein wird als noch im Januar, ist nicht aufgegangen.

Aus heutiger Sicht ist der Deal aus Mavs-Sicht desolat. Für ein halbes Jahr Rondo gaben die Mavs Jae Crowder, Jameer Nelson, Brandan Wright plus einen Erstrundenpick ab. Die Mavs sind nicht zufrieden, Rondo ist nicht zufrieden. Es ist der Worst Case eingetreten. Die Mavs sind noch nicht aus den Playoffs raus. Rondo ist es aber auf jeden Fall.



Back to Fundamentals
Onur Alagöz  @LakersParadigm: Männer mit 38. Das Haar wird lichter, wird oder ist vielleicht sogar schon grau. Die Gelenke tun langsam weh, man muss öfter nachts Wasser lassen und beschäftigt sich eher mit Erwachsenenkram als mit den besonders schönen Dingen des Lebens.

Explosiv oder protzig war Tim Duncan nie. Gut aber schon immer. Gestern Nacht war er nicht gut – er war brilliant. In einem Alter, in dem die meisten Basketballprofis von Jalen Rose zu „Keep gettin‘ dem checks“-Witzfiguren degradiert werden, endet die #NeverEndingLovestory von Tim Duncan und den Playoffs immer noch nicht.

In seinen 16. Endrundenspielen hat ihn der Hunger immer noch nicht verlassen. Und obwohl der frisch gekührte Defensivspieler des Jahres, Kawhi Leonard, neben ihm auflief, stahl „The Big Fundamental“ beim Game 2 Auswärtssieg in Los Angeles jedem die Show.

28 Punkte, 11 Rebounds, seine seit Jahren elitäre Defense und dieses gewissen Flair für das Spiel – alles konnte der aufmerksame Fan im gestrigen Overtime-Klassiker beobachten, der die Serie zwischen den Spurs und Clippers bei 1-1 ausglich.


Für 'The Big Fundamental' war es das 100. Mal mindestens 20/10 in einem Playoffspiel; er ist einer von nur fünf Spielern der NBA-Geschichte mit mehr als 5000 Punkten in den Playoffs. 
Und wovon redet Duncan nach dem Spiel? 

„I'm in a great system. I'm on a great team, and I'm not asked to do what I used to do. I'm asked to play a role, and I'm happy to play a role. I'm just trying to be as consistent as I can for my teammates.”

Diese Bescheidenheit ist der Grund dafür, warum Duncan dreifacher Finals-MVP und fünffacher Champion ist. Wieso San Antonio seit dem Duncan-Draft 1997 noch kein einziges Mal die Playoffs verpasst hat. 
Bis er im AT&T Center seine Nikes an den Nagel hängt, werden Tim Duncan und San Antonio für immer so Basketball spielen, wie wir es lieben. Als echtes Team. Vielleicht sogar als Back-to-Back-Champion. Es wäre ein Novum - auch für Tim Duncan.



Alte Muster
Marc Lange  @godzfave44: Es war eine Niederlage, an der die Clippers sicherlich zu knabbern haben. Schaut man sich den Spielverlauf an, hätte es nämlich nicht viel besser laufen können: Die Spurs fanden erneut nicht ihren Rhythmus von Downtown (10 von 33 im ersten und 8 von 25 im zweiten Spiel).

Tony Parker und Manu Ginobili spielten nicht nur ziemlich schwach, sondern fehlten sogar in den letzten 8 Minuten der Partie. Hinzu kamen bärenstarke Leistungen von Paul, Jordan und Griffin, der sogar sein erstes Playoff Triple Double auflegte. Selbst Glen Davis fiel positiv auf. Am Ende hat es trotzdem nicht gereicht.

Eine alte NBA-Weisheit besagt, dass in den Playoffs die Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen. Kein Spiel unterstreicht dies besser als das zweite Aufeinandertreffen der Spurs und Clippers. Bei noch 14 Sekunden im vierten Viertel und zwei Punkten Vorsprung verliert Griffin den Ball im Dribbling. In solchen Situationen MUSST du einfach irgendwie einen Wurf loswerden. Quittung: Spurs kriegen im Gegenzug zwei Freiwürfe und somit die Verlängerung geschenkt.

Die spielentscheidende Sequenz passierte 1:15 Minuten vor dem Ende der Extraspielzeit. Es war eine „Crucial Posession“, wie die US-Kommentatoren es nennen würden. Vier Punkte Rückstand. Ballbesitz. L.A. muss scoren. Stattdessen wird der bis dahin überragende Blake Griffin zu Blake Butterfingers und leistet sich erneut einen kritischen Turnover. Im direkten Gegenzug schläft schließlich Matt Barnes auch noch in der Verteidigung und ermöglicht Kawhi Leonard einen der einfachsten Layups, die je in einer Verlängerung erzielt wurden. Game over.

Böse Zungen könnten nun behaupten, dass die Clippers wieder in alte Muster verfallen. Sie seien nicht „clutch“. Könnten sich nicht selbst für starke Leistungen belohnen. Viele gehen wohl davon aus, dass Spiel 3 für San Antonio nun ein Selbstläufer wird. Doch so weit sind wir noch nicht. Dafür ist diese Serie zu ausgeglichen. Fakt ist jedoch: Bessere Voraussetzungen werden Griffin und Co. für einen Sieg gegen die Spurs nicht mehr bekommen. 



Flügel gestutzt?
Torben Siemer  @lifeoftorben: Zwei Spiele sind durch, die ersten 96 Minuten Playoff-Basketball in Atlanta absolviert – weiter geht es ab Samstag mit den Spielen drei und vier in Brooklyn. Wie erwartet führen die top-gesetzten Hawks mit 2-0 gegen die gerade so auf Platz acht in die Postseason gerutschten Nets. Also alles bestens auf dem Weg Richtung Finals, auf dem Weg Richtung Erstrunden-Sweep?

Nein. Vollends überzeugen konnten die Hawks in beiden Partien bisher kaum. Überraschend offen gestalteten die Nets trotz offensichtlicher Probleme (über den Gameplan von Lionel Hollins rätselt so mancher wohl noch heute) die Duelle. 

Jarrett Jack war von der Hawks-Defensive vor allem im zweiten Viertel kaum zu stoppen, seine ersten fünf Würfe fanden allesamt das Netz. Die Probleme beim Rebounding sind nicht neu für Atlanta, aktuell geht das Duell an den Brettern mit +16 an die Nets. Weitgehend zumindest passen die Rotationen des Top-Seeds, Post-Ups von Brook Lopez werden meist schon durch Unterbinden der Anspiele verhindert.

In der Offensive stockt das Spiel der Hawks immer wieder, vor allem bei Bankspieler-lastigen Lineups kommt das sonst so exzellente Ballmovement ins Stottern. Dennis Schröder findet immer wieder Löcher in der Defensive, auch wenn die ihn oftmals in den Midrange- bzw. Dreipunktwurf zu drängen versucht. 

Bisher wirkt Atlanta zwar nicht wie ein Contender, hat aber zumindest ihre ersten beiden Spiele gewonnen. Die Playoffs sind lang, gerade Erstrundenspiele dienen trotz 82 Spielen vorab oftmals als Eingrooven für den hoffentlichen Einzug in die Conference Finals. Aber im Osten hat in den bisherigen Partien noch keins der acht Teams eine Aura der Unschlagbarkeit aufgebaut. Ziel wird also wohl sein, die Dinge zu finden, die funktionieren und die zu eliminieren, die bisher keine Wirkung zeigen. „Just do what you do best“ sagte einst Red Auerbach.




Das D in Brooklyn
Sebastian Seidel @Sebastianctcb: Die komplette reguläre Saison hatten die Brooklyn Nets vor allem in der Defensive große Probleme. Auf 100 Possessions erlaubten die Nets im Schnitt 105 Punkte, der schlechteste Wert aller Playoffteams.

Doch in den ersten beiden Spielen gegen die Hawks agierten die Nets defensiv auf gutem Niveau und konnten die Hawks zweimal unter 100 Punkten halten. In Spiel zwei waren sie sogar nah am Sieg dran.





Eine Sache welche die Nets dabei gut machten, war das extreme Absinken im Pick & Roll. Dadurch versuchen sie die beiden Ballhandler Jeff Teague und Dennis Schröder primär zu Abschlüssen aus dem Dribbling zu zwingen und ihnen den Drive zum Korb zu erschweren.



Dies gelingt den Nets sehr gut. So stieg die Anzahl an Pullup-Jumpshots pro Spiel bei Teague von 3.6 auf 6.0 und bei Schröder von 2.6 auf 4.0.


Um die Guards der Hawks so gut wie möglich aus der Zone zu halten, spielen die Nets bereitwillig viel Help-Defense und forcieren die Rollenspieler Atlantas, ihre Dreier zu treffen.

In dieser Szene sieht man extrem gut wie weit Johnson und Lopez von ihren jeweiligen Gegenspielern entfernt sind um den Drive von Teague zu verteidigen. Pero Antic traf in dieser Saison gerade einmal 30.1 Prozent seiner Dreier. Auch aus dem Catch & Shoot trifft er mit 32 Prozent nicht gut genug, damit Lopez ihn konstant an der Dreierlinie verteidigen muss.



Die Präsenz und Länge, die Lopez unter dem Korb mitbringt, ist enorm wichtig für die Defense der Nets. Mit einem Dreierversuch von Antic können die Nets deshalb sehr gut leben. 
Auch DeMarre Carroll hat aktuell enorme Probleme mit seinem Wurf und traf in den ersten beiden Spielen nur 2 seiner 11 Versuche.


In den bisherigen beiden Spielen ist Brooklyn sehr gut mit dieser defensiven Taktik verfahren. Fangen aber die Rollenspieler an ihre offenen Dreier zu treffen, dürfte die Nets-Defense große Probleme bekommen.



Wir rangeln, rangeln, rangeln
Tobi Mannhart @TobeyTen: Ich könnte jetzt eine Spielanalyse zu Game 2 von Portland gegen Memphis schreiben, aber das wäre sinnlos. Jeder weiß, dass die Blazers derart verletzungsgeplagt sind, dass sie wohl kein Land sehen werden in dieser Serie. Schade, denn es hätte ein tolles Duell werden können.

Allerdings fällt etwas Anderes auf: Die Grizzlies zeigen, was sie, den Negativprognosen der durchwachsenen letzten Wochen zum Trotz, so stark macht. Die so viel zitierte „Chemistry“ scheint mehr als nur rudimentär vorhanden. Dieses Team hat Spaß.

Anstatt Tony Allen wieder aufs Feld zu lassen, halten die Bankspieler den besten 'glue guy' in einem Team voller 'glue guys' fest und „rangeln“ noch ein bisschen. So wie im Song von Olli Schulz, der seine Berühmtheit in „Circus Halligalli“ erlangte, ist das aber ein Ausdruck echter Freundschaft. Die Grizzlies sind eine eingeschworene Gemeinde.

Mike, Tony, Zach und Marc kennen sich seit Jahren, sind mittlerweile eng zusammengewachsen. Auch die Bank stimmt in den Kanon der Eingeschworenheit mit ein. Und auch wenn Memphis vielleicht die Power beim Shooting fehlt: Dieses Team kann Berge versetzen. Wie gesagt, diese Jungs haben einfach Spaß. (Einen kleinen, bösen Seitenhieb gegen die ewig meckernden Clippers könnt ihr euch jetzt selber ausdenken).

Bill Simmons mag die Grizzlies vielleicht schon abgeschrieben haben. Aber diese Einheit und dieser Zusammenhalt könnten in den Playoffs weit führen. Vielleicht sogar bis ganz nach oben? Man darf zumindest hoffnungsvoll sein…

Und übrigens – Spoiler Alert an Phil Jackson und die New York Knicks: Wenn sich Marc jemals eine neue Mannschaft suchen sollte, dann wird die wieder voll von Spielern sein, die länger als ein bis zwei Saisons in der NBA rangeln dürfen!