04 April 2015

4. April, 2015  |  Axel Babst  @CoachBabst


Die NCAA March Madness 2015 findet mit dem diesjährigen Final Four in Indianapolis ihren Höhepunkt. NBACHEF College-Experte Axel Babst checkt die Halbfinalisten durch und prognostiziert seine beiden Finalteilnehmer. Im zweiten Duell des Abends bekommt es Kentucky mit Wisconsin zu tun. 


Kentucky Wildcats
68:66 vs. Notre Dame im Elite Eight

Im Vorhinein gingen die Meinungen über den möglichen Ausgang der Partie weit auseinander. Von einem weiteren Blowout sprachen die einen, während die anderen einen Upset-Sieg der Fighting Irish sogar für mehr als wahrscheinlich hielten. Die Partie begann zumindest standesgemäß aus Sicht Kentuckys. Mit einem ihrer Lieblingsspielzüge setzten sie Trey Lyles in Szene und verschafften ihm einen einfachen Dunk.

Doch der weitere Verlauf dürfte weniger Coach Cals Geschmack entsprochen haben und wehte Wind in die Segel der Notre Dame Befürworter. Denn Notre Dame blieb am Ball, allerdings nicht durch eine hohe Dreierquote, die als X-Faktor angesehen wurde, sondern viel mehr durch einfache Layups. Mit schönem Passspiel ließen die Fighting Irish die übermotivierten Wildcats meist ins Leere laufen und fanden für ihre Anspiele gute Optionen durch Backdoorcuts. Zudem wählte Jerian Grant im Pick & Roll immer die richtige Option und fand in Zach Auguste einen sicheren Vollstrecker. Auf diese Weise konnte Notre Dame mehr als nur mithalten. Zeitweise führten die Irish sogar mit 4 Punkten und ließen sich auch von den Foulproblemen nicht beirren.

In den letzten Minuten der ersten Halbzeit machte sich dann bemerkbar, wie kräftezehrend es für die Irish bis dahin gewesen war, die Größennachteile bei allen Reboundduellen zu kompensieren. Denn in den letzten Minuten konnte Kentucky kaum noch durch klare Angriffe scoren und verlagerte sich stattdessen auf Putbacks, bei denen sie ihre Länge ausspielen konnten. Die teils erschöpften Spieler Notre Dames konnten dem kaum etwas entgegensetzen und so blieb dem Underdog eine Pausenführung verwehrt und sie mussten sich mit einem 31:31 zufrieden geben.

Die Pause schien John Calipari dazu genutzt zu haben, seine Spieler erneut auf Kurs zu bringen, da sie die ersten Minuten für sich entscheiden konnten und es nach dem zweiten Towns Layup der Halbzeit zum 38:33 so aussah, als könnten sie sich nun etwas absetzen. Doch die Irish beeindruckten erneut. Denn anders als viele andere Kentucky Gegner in dieser Saison ließen sie sich nicht von dem Lauf beeindrucken, sondern blieben ihrer Linie treu, die sie bis dorthin gebracht hatte.

Diese Hartnäckigkeit wurde belohnt. Wieder gelang es den Irish viele leichte Punkte in der Zone zu erzielen und so die Führung zurückzuerobern. Innerhalb von einer knappen Minute ließen es Auguste und Connaughton jeweils mit Autorität scheppern. Zwischendurch versenkte Steve Vasturia noch einen Dreier. Mit einer 4-Punkte-Führung gingen die Irish aus dieser starken Phase hervor. Diesen Abstand konnten sie bis zur Schlussphase aufrecht erhalten.

Dort setzte Kentucky nochmal zum Angriff an. Nachdem die Irish einige Freiwürfe liegen gelassen hatten und nur noch mit zwei Punkten in Front lagen, traf Aaron Harrison einen Dreier. Viele Betrachter, meine Wenigkeit eingeschlossen, durchlebten in diesem Moment ein Déjà-Vu und fühlten sich ins letzte Jahr zurückversetzt, als Harrison in drei aufeinanderfolgenden Spielen das jeweilige Match mit einem wichtigen Dreier entschieden hatte. Wieder ließ die Antwort der Irish nicht lange auf sich warten und Jerian Grant traf einen schwierigen Distanzwurf zum 66:64.


In den folgenden Angriffen ließen die Irish jedoch den gewohnten Schwung in der Offense vermissen und versteiften sich auf Heroball. Daher konnten sie nicht mehr punkten, während Kentucky in Towns eine sichere Scoringoption hatte. Dieser konnte die Partie ausgleichen. Knapp 5 Sekunden vor dem Ende zog Andrew Harrison zum Korb und wurde von einem Verteidiger gefoult, die folgenden Freiwürfe zum 68:66 verwandelte er sicher. Ein letzter Verzweiflungsdreier gegen drei Verteidiger von Grant fand nicht sein Ziel und Kentucky durfte jubeln.



Wisconsin Badgers
85:78 vs. Arizona im Elite Eight

Einen besseren Start hätte sich Bo Ryan mit Sicherheit nicht wünschen können. Bis zur ersten Auszeit nach knapp 4 Minuten hatten sich die Badgers bereits einen 10:2-Vorsprung herausgespielt. Besonders erfreulich hieran war sicherlich, dass Frank Kaminsky unstoppable zu sein schien, was sich darin manifestierte, dass er Brandon Ashley zwei schnelle Fouls anhängen konnte. Zudem machte es Arizona den Badgers leicht, in der Defense stabil zu stehen, da sich die Wildcats auf Jumper verlagerten, anstatt den Weg zum Korb zu suchen.

Doch nachdem Sean Miller seine Schützlinge neu eingenordet hatte, lief es nicht mehr so gut für Wisconsin. Die Angriffe gestalteten sich schwieriger, da Arizona nun deutlich aggressiver zu Werke ging und auch offensiv wesentlich stringenter agierte. Besonders als Brandon Ashley trotz seiner Foulbelastung sehr früh wieder das Parkett betrat, geriet Wisconsin ein wenig in Schwierigkeiten. Ashley belebte die Offensive Arizonas und sorgte mit sechs aufeinanderfolgenden Punkten für den Ausgleich.

Wisconsin konnte rechtzeitig kontern und einen Führungswechsel abwenden. Allerdings gelang in dieser Phase wenig durch das gewohnte Teamplay. Stattdessen baute man im Zweifelsfall auf Frank Kaminsky, der seine Vorteile im 1-1 gegen Rondae Hollis-Jefferson ausnutzen konnte. Dieser zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und konnte besonders in der Transition Offense in Erscheinung treten. So sorgte er mit einem krachenden Slam für die bis dahin höchste Führung (29:26) seines Teams. Zur Pause ging es mit 33:30 für Arizona in die Kabine.


Was dann nach der Pause folgte, war eine der besten Offensivhalbzeiten der jüngeren Tournament Geschichte. Gleich mit dem ersten Angriff setzten die Badgers ein Zeichen. Ein Dreier von Frank Kaminsky fand direkt sein Ziel und machte den Auftakt zu einer Shooting Clinic. 10 der 12 Dreierversuche fanden in der zweiten Halbzeit ihr Ziel.

Dabei war es zunächst nicht nur ein Spieler, auf den sich Arizona konzentrieren konnte, sondern fünf verschiedene Schützen waren an dieser Serie beteiligt. Nachdem Arizona den ersten Schock überwunden hatte, kämpften sich die Wildcats trotz des Dreierhagels wieder heran und konnten viele leichte Punkte erzielen, da sie gut den Weg zum Korb suchten. Dabei konnten sie entweder bis zur Zone vordringen und abschließen oder viele Fouls schinden, was Wisconsin normalerweise zu verhindern weiß.

Aber in diesem Spiel sollte nichts mehr normal verlaufen. Besonders Sam Dekker schien das demonstrieren zu wollen, denn zwei Tage nach seiner Karrierebestleistung gegen North Carolina vollführte er eine weitere denkwürdige Leistung. In der Crunchtime riss er das Spiel an sich und ließ nicht den leisesten Verdacht eines möglichen Comebacks erwachen. Seine beiden Dreier in der Schlussminute unterstrichen seine Leistung eindrucksvoll.



Final Four Preview, Kentucky vs. Wisconsin

Nachdem Wisconsin im Elite Eight mit Arizona bereits auf denselben Gegner an der gleichen Stelle traf, wartet mit Kentucky nun das Team, das die Badgers im Halbfinale aus dem Turnier warf. Wisconsin ist im Vergleich zum Vorjahr nur leicht verändert. Ben Brust ist altersbedingt nicht mehr mit von der Partie, dafür spielte Nigel Hayes dieses Jahr eine deutlich größere Rolle und rutschte in die Starting Five.

Auch bei Kentucky sind für Wildcats Verhältnisse extrem viele Akteure des Vorjahres wiederzufinden. So standen bereits damals die Harrison Twins im Backcourt in der Verantwortung und auf den großen Positionen waren bereits Dakari Johnson und Marcus Lee Teil der Rotation. Verletzungsbedingt fehlte damals Willie Cauley-Stein, der nun neben den Freshmen Karl-Anthony Towns, Devin Booker und Tyler Ulis im Vergleich zum Vorjahr neu dabei sind.

Backcourt
Andrew Harrison/Aaron Harrison vs. Bronson Koenig/Josh Gasser

Wie im letzten Jahr könnte den Harrison Zwillingen auch dieses Jahr eine entscheidende Rolle zuteil werden. Andrew Harrison muss es schaffen, das Spiel seines Teams zu organisieren und eine gute Mischung aus Drive, Spielkontrolle und Pass auf den Mitspieler zu finden. Da zeigte er zwar in den letzten Saisonwochen während der SEC Saison große Fortschritte, in den entscheidenden Momenten tendierte er jedoch wieder dazu, entweder unterzutauchen oder schlechte Entscheidungen zu treffen.

Zumindest im letzten Spiel nahm er eine spielentscheidende Rolle ein, als er das Foul zog und die beiden Freiwürfe zum Sieg erzielte. Sollte Wisconsin ihn erneut dazu forcieren, Sprungwürfe zu nehmen, muss er dem Drang widerstehen, diese zu nehmen. Sein Zwillingsbruder versenkte im letzten Jahr den entscheidenden Dreier und bescherte seinem Team damit den Finaleinzug. Bereits gegen Notre Dame passierte wieder Ähnliches – ein Fingerzeig darauf, was uns am kommenden Wochenende erwartet?



Bei Wisconsin spielen die Guards eine eher untergeordnete Rolle. Koenig musste dieses Jahr über weite Strecken den angestammten Starter Jackson vertreten und erledigte seine Aufgaben überaus zufriedenstellend. Gegen Kentucky wäre es hilfreich, wenn er seine Würfe versenkt. Elementarer ist jedoch, dass er weiterhin seine sensationell geringe Fehlerquote halten kann. Josh Gasser ist der beste Verteidiger des Teams und zudem ein extrem gefährlicher Distanzschütze, der im letzten Jahr diese Qualität vermissen ließ. Er wird daher auf Wiedergutmachung aus sein.

Frontcourt
Trey Lyles/Karl-Anthony Towns/Willie Cauley-Stein vs. Sam Dekker/Nigel Hayes/Frank Kaminsky

Auch wenn es merkwürdig klingt: Wisconsins Frontcourt wird Kentucky sehr viel Kopfzerbrechen bereiten. Nicht einmal Kentucky kann derart vielseitige Scoringoptionen aufstellen. Daher wird es auf beiden Seiten sehr interessant zu beobachten sein, wer wen verteidigt. Alle drei Bigs/Wings der Badgers sind in der Lage Dreier zu treffen. Kaminsky und Dekker können zudem aus dem Dribbling heraus ihren Gegenspieler schlagen, während Hayes und auch Kaminsky sehr erfolgreich im Lowpost operieren können.

Sam Dekker ist momentan der Spieler mit dem größten Selbstbewusstsein aller Akteure, die in diesem Final Four das Parkett betreten werden. Sollte er an seine starken Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen können, wird selbst Kentucky Probleme haben, einen passenden Gegenspieler zu finden. Frank Kaminsky wurde jüngst offiziell zum Spieler des Jahres gewählt. Er ist wohl der ungewöhnlichste Spielertyp, den es in letzter Zeit gegeben hat, da er trotz seiner Größe über das Skillset eines Guards verfügt.

Neben den beiden kann es leicht passieren, dass man Nigel Hayes übersieht, doch der charmante Sophomore kann sehr schnell zu dem Schlüsselspieler der Begegnung mutieren. Denn mit seiner Fähigkeit aus der Distanz zu scoren, nutzt er optimal und sehr effektiv die Räume, die ihm Kaminsky und Dekker eröffnen und ermöglicht diesen im Gegenzug ebenfalls mehr Freiraum. Sollte sich die Defense zu sehr auf seine Nebenleute konzentrieren, bestraft Hayes dies gnadenlos, wie er es bereits mehrfach in dieser Saison tat.



Die Fähigkeiten der Badgers Spieler muss Kentucky durch die eigene Größe wettmachen. Doch das sagt sich leichter, als es sich im Spiel umsetzen lassen wird. Trey Lyles ist für einen Small Forward extrem lang. Allerdings waren seine Leistungen im bisherigen Turnierverlauf nicht sonderlich berauschend. Zudem ist fraglich, ob sein Stil sich dem der Badgers entgegensetzen lässt. Denn Lyles begeht häufig Fouls, wenn sein Gegenspieler zum Korb zieht. In der Offense ist er zwar ein gutes Ziel für Lobanspiele, doch sein Wurf ist noch wackelig.

Wesentlich ertragreicher verspricht da schon der Auftritt von Karl-Anthony Towns zu werden. Dieser hat sich im Verlauf der letzten Monate stetig zur go-to Option im Angriff gemausert und könnte den Badgers Probleme bereiten. Allerdings ist der Freshman sehr foulanfällig, was dazu führen könnte, dass Bo Ryan ihn gezielt attackieren wird, um ihn möglichst lange zum Zuschauen zu verdammen. Willie Cauley-Stein wird wahrscheinlich der Trumpf im Ärmel Caliparis sein.

Je nachdem, wer mehr Probleme bereitet, kann er variabel auf Dekker oder Kaminsky angesetzt werden. Mit seiner Länge und Athletik kann er beiden das Punkten wesentlich erschweren. Gegen Kaminsky muss er jedoch diszipliniert agieren und darf nicht auf dessen zahlreiche Finten und Täuschungen hereinfallen. Offensiv kann er mit seiner Länge ebenfalls gezielt die Defense der Badgers attackieren. Denn bereits im letzten Jahr wiesen diese Probleme bei der Verteidigung von gezielten Lobanspielen auf. Auch durch sein Offensivrebounding wird er dem Team helfen können.

Coaches & Spielstil
John Calipari (6. Final Four, 1 Titel) vs. Bo Ryan (2. Final Four)

Die beiden Trainer legen ihr Hauptaugenmerk auf sehr unterschiedliche Dinge und es wird daher sehr interessant sein, welcher Stil sich letzten Endes durchsetzen wird. Wisconsin ist ein Team, das einen sehr langsamen und kontrollierten Stil an den Tag legt. Die oberste Maxime von Bo Ryan lautet, unnötige Fehler abzustellen und die Anzahl der Ballverluste auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Daher gehen seine Spieler nur kalkulierbare Risiken ein vertändeln den Ball nie aus Unachtsamkeit.

Deshalb ist Ryans Swing Offense auch so effektiv. Wenn der Ball von Seite zu Seite gepasst wird und die Spieler ohne Ball viele Cuts laufen und indirekte Blöcke stellen, beschäftigt dies die Verteidigung und ermöglicht gleichzeitig gute Angriffsoptionen für den ballführenden Spieler. Gerade Kentucky wies bei der Bekämpfung dieser Aktionen einige Probleme im vergangenen Jahr auf. Denn die Wildcats werden dabei ihrer Stärke beraubt: Die Bigs werden teilweise bis zur Dreierlinie herausgezogen, von wo aus sie nicht in der Lage sind, bei Drives zu helfen. Die wenigen Ballverluste führen dazu, dass Kentucky nur wenig Chancen erhält, einfache Punkte im Fastbreak zu erlaufen und stattdessen im Setplay effizient agieren muss.

Gerade in Letzterem liegt der Schlüssel zum Sieg. Denn unter normalen Umständen sollten die Dachse ihren Gegenspielern im Halbfeld überlegen sein. Gerade defensiv begehen sie wenige Fouls und vermeiden es in der Regel, ihren Opponenten an die Freiwurflinie zu schicken. Das gelang ihnen im Elite Eight jedoch nicht so gut, da sie das Pick & Roll nicht geschickt verteidigten und viele Drives über die Mitte zuließen.

Gegen Kentucky muss diese Feherlquelle versiegen, da man sonst den Wildcats zu viel Freiheiten gestattet. Denn mit der Verteidigung der Lobanspiele wird man Probleme haben. Selbst wenn dabei ein schlechter Wurf forciert wird, kann Kentucky über Offensivrebounds zu leichten Punkten kommen. Daher ist es wichtig, dass die Badgers beim Rebound präsent sind. Zuguterletzt sollte man noch darauf achten, was Bo Ryan bei der Verteidigung gegen zwei Wildcats Akteure ausgetüftelt hat.

Zum einen ist die Frage, ob man Andrew Harrison wieder dazu verleiten will, viele Sprungwürfe zu nehmen. Das war im letzten Jahr der Fall und führte dazu, dass die Offense Kentuckys einige Zeit brauchte, um ins Spiel zu kommen. Zum zweiten ist die Frage, wie Ryan Towns verteidigen lässt. Über schlichtes 1-1, bei dem Ryan testen will, was Towns wirklich auf dem Kasten hat, Doppeln oder konsequentes Fronten sind hier viele Methoden denkbar.

Im folgenden Video sind nochmal eine Ansätze aus der letztjährigen Partie aufgeführt, die auch dieses Jahr ihre Anwendung finden und den Ausschlag zugunsten der Badgers geben könnten.


Für John Calipari wird der Schlüssel in der Defensive darin liegen, die richtigen Matchups gegen das Frontcourt Trio zu finden. Das ist sicherlich keine einfache Aufgabe. Selbst Kentucky wird trotz der Tiefe des Kaders Probleme haben, die drei zu kontrollieren. Besonders unter den Startern gibt es mehrere Optionen, die aber allesamt nicht wirklich zufriedenstellend sind. So oder so werden Towns und Cauley-Stein viel zu oft an der Dreierlinie herumlungern und nicht in der Lage sein, den eigenen Ring zu schützen.

Die oberste Priorität muss sicher sein, dass Towns sich nicht, wie schon häufiger der Fall, mit schnellen Fouls selbst aus dem Spiel nimmt. Daher wird auf Willie Cauley-Stein eine Menge verschiedener Aufgaben zukommen. Er wird sich mit Sicherheit sowohl um Kaminsky, als auch um Dekker kümmern müssen. Je besser Cauley-Stein und seine Kollegen in der Defensive agieren, desto mehr Schnellangriffe werden sich den Cats eröffnen. Sie müssen es hinkriegen, das Tempo zu forcieren, wenn sie eine gute Erfolgsaussicht haben wollen.

Sollte sie dennoch ins Setplay gezwungen werden, müssen sie versuchen, auch hier ihre Länge und Athletik optimal auszuspielen. Sofern sie nicht Towns als erste Option im Lowpost nutzen können, sollten sie möglichst viele Lobanspieler versuchen, um damit Kaminsky zu binden und ihn defensiv zu beschäftigen.

Zudem könnte Devin Booker eine Schlüsselrolle einnehmen. Der Schütze konnte bereits im Verlauf der Saison mehrfach unter Beweis stellen, wie wichtig er für den Erfolg seines Teams sein kann. Dabei könnte er die Rolle eines James Youngs aus dem vergangenen Jahr übernehmen, der Wisconsin vor große Probleme stellte. Ansonsten hängt mit Sicherheit viel davon ab, wie gut die Harrisons ihre Rollen ausfüllen und ob Andrew und Tyler Ulis den Spielaufbau geschickt organisieren können.


Prognose: Wisconsin
Kentucky geht auf dem Papier als Favorit in diese Begegnung. Sie sind noch immer ungeschlagen und nur noch zwei Siege von der magischen 40-0-Saison entfernt. Zudem konnten sie mit dem letzten Spiel nochmals unter Beweis stellen, dass sie nicht so unerfahren sind, wie sie oft wahrgenommen werden.

Dennoch ist Wisconsin keineswegs chancenlos und Kentucky sogar in vielen Belangen mindestens ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen. Bo Ryan und seine Spieler haben das ganze Jahr über auf dieses Spiel hingearbeitet und dürsten nach Rache für die Vorjahres-Niederlage. Das könnte ein größerer Ansporn sein, als der schiere Rekordversuch auf Wildcats-Seite. Zudem präsentierte sich Wisconsin von allen Final Four Teilnehmern mit Abstand am gefährlichsten im Elite Eight und wirkte in der zweiten Halbzeit unschlagbar.

In einer so engen und ausgeglichenen Partie werden daher Kleinigkeiten den Ausschlag geben. Wer kann das Tempo kontrollieren und in die favorisierten Bahnen lenken? Wer kontrolliert die Bretter? Wer begeht weniger Fehler? Spielt die nervliche Anspannung am Ende eine Rolle?

Ich wäre keineswegs überrascht, wenn am Ende viele dieser Fragen zugunsten Wisconsins beantwortet werden würden und sie dieses Jahr den Finaleinzug schaffen würden.