03 April 2015

3. April, 2015  |  Axel Babst  @CoachBabst


Die NCAA March Madness 2015 findet mit dem diesjährigen Final Four in Indianapolis ihren Höhepunkt. NBACHEF College-Experte Axel Babst checkt die Halbfinalisten durch und prognostiziert seine beiden Finalteilnehmer. Im ersten Duell treffen Duke und Michigan State aufeinander. 


Duke Blue Devils
66:52 vs. Gonzaga Bulldogs im Elite Eight

Auch wenn die ersten Punkte den Zags gehörten und auf klassische Art und Weise nach einem Cut, der von Karnowski im Lowpost gesehen wurde, erzielt wurden, gehörten bereits die ersten Minuten den Blue Devils. In der Offensive agierten sie ähnlich effektiv wie sonst auch und konnten variabel attackieren. Mehrere Spieler trugen sich früh in die Scoringliste ein und erhielten dadurch ein gutes Gefühl für den weiteren Verlauf der Partie. Zudem zeigten sie sich auch defensiv präsent und doppelten geschickt in den richtigen Momenten. So vergrößerten sie den Vorsprung auf die Zags kontinuierlich. Einzig Kyle Wiltjer war für Duke nicht zu stoppen.

Eine Schrecksekunde gab es dann nach 8 Spielminuten, als Justise Winslow bei einem Eurostep umknickte und auf die Bank beordert werden musste. In Anbetracht der Tatsache, dass Winslow sich wenige Wochen zuvor schon einmal an genau diesem Knöchel verletzt hatte, ging die Sache jedoch glimpflich aus, da er nach kurzer Behandlungspause weitermachen konnte.

Jahlil Okafor konnte zeitgleich auf dem Feld mit einem Dreipunktespiel Centerkollege Karnowski ein frühes zweites Foul anhängen. Doch die Zags ließen sich davon nicht ins Bockshorn jagen. Angeführt von einem couragiert aufspielenden Domantas Sabonis kämpfte sich der WCC Champ Punkt für Punkt wieder heran und konnte bis auf einen Zähler Rückstand verkürzen. Doch das Ende der Halbzeit gehörte wieder den Blue Devils, die sich bis zur Sirene auf 5 Punkte absetzen konnten und im Zuge dessen Sabonis das dritte Foul anhängten.


Nach der Halbzeitpause erwischten die Zags den deutlich besseren Start und ließen jeden in der Arena spüren, wie sehr sie sich nach dem ersten Final Four Einzug sehnten. Speziell die Spieler, die bislang eher blass geblieben waren, konnten sich nun in den Vordergrund spielen.

Die Senior Guards der Zags, Kevin Pangos und Gary Bell Jr., taten endlich, was sie schon ihre ganze Karriere über getan hatten: Sie trafen endlich Würfe. Nach einem Wesley Freiwurf führten die Zags schließlich sogar mit 38:34. Doch die Antwort des 1 Seeds folgte postwendend. Wieder verteilte sich beim Gegenlauf der Devils die Scoringlast auf mehrere Schultern, wobei sich die Tiefe und Ausgeglichenheit bezahlt machte.

Denn mit Matt Jones übernahm der sechste Mann die Verantwortung und netzte zwei extrem wichtige Dreier ein. Die Partie schien wieder einen ähnlichen Verlauf wie in der ersten Halbzeit zu nehmen, als das Momentum ebenfalls zugunsten der von Coach K betreuten Truppe kippte. Beim 53:46 schien Duke alles unter Kontrolle zu haben. Doch erneut kämpfte sich Gonzaga mit 5 schnellen Punkten zurück.

Knapp 5 Minuten vor dem Ende der Begegnung ereignete sich dann die spielentscheidende Szene. Beim Stand von 53:51 erhielt der Pole Karnowski den Ball an der Freiwurflinie, zog strebsam zum Korb und damit zwei Gegenspieler auf sich. Dabei behielt er aber das Auge für seinen Mitspieler und spielten einen hochklassigen Pass auf Frontcourt Partner Wiltjer, der vollkommen unbehelligt unter dem Korb stand. Allerdings geriet dieser in Hektik und verlegte den Korbleger, der zum Ausgleich geführt hätte. Stattdessen ließ Duke im Anschluss nichts mehr anbrennen, zog den angeknockten Zags den Zahn in der Defense und spielte die Partie im Stile eines Topteams herunter.



Michigan State Spartans
76:70 (OT) vs. Louisville im Elite Eight

In den ersten Minuten agierten beide Teams sehr nervös und unkonzentriert. Offene Würfe fanden nicht ihr Ziel und viele Pässe wurden mit Leichtigkeit abgefälscht oder gar abgefangen. So dauerte es fast drei Minuten bis Michigan State durch einen Dreier von Travis Trice erstmals punkten konnte. Doch auch wenn danach die Würfe der Spartans häufiger fielen, vermieden sie es weiterhin ihr Glück in der Zone zu suchen.

Dass man dort durchaus erfolgreich sein kann, demonstrierten auf der Gegenseite die Cardinals, die in der ersten Halbzeit sehr viele einfache Korbleger erspielen konnten und wesentlich konsequenter den Weg zum Korb suchten. Die Spartans schienen hingegen Probleme mit der Verteidigung des Gegners zu haben und konnten sehr oft nur Körbe fabrizieren, indem sie nach einem eigentlich misslungenen Angriff den Ball doch noch sichern konnten und in letzter Sekunde ihre Würfe trafen.

Gegen Ende der ersten Halbzeit nahm die Partie dann deutlich an Fahrt auf. Innerhalb von wenigen Augenblicken schenkten sich die Teams teils sehr schwierige Würfe ein und ließen den Ball innerhalb kürzester Zeit über das Parkett wandern. Dieses Tempo schien den Spartans jedoch ein wenig zuzusetzen, da sie in den letzten Minuten deutliche Probleme beim Abschluss hatten und Fehler begingen, die ihnen normalerweise nicht unterlaufen. Hier hatten sie Glück, dass Louisville die Schwächephase nicht zur Gänze ausnutzen konnte und „nur“ 8 Punkte Abstand zwischen sich und den Gegner bringen konnte.


Besonders zwei Aspekte mussten Tom Izzo in der ersten Halbzeit missfallen haben. Zum einen sicherten sich die Cardinals mehr Bälle in Loseball-Situationen, zum anderen schafften es die Spartans viel zu selten, den Ball nach innen zu Dawson zu bringen.

In den ersten Minuten der zweiten Halbzeit merkte man deutlich, dass Izzo diese Problemzonen während der Halbzeit auch seinen Spielern vorgehalten und moniert haben musste, da die Spartans mit neuem Elan und wesentlich mehr Durchschlagskraft in diese Duelle gingen. Speziell Branden Dawson tat sich in dieser Hinsicht hervor und konnte seine Mitspieler mitreißen. Allerdings verstanden es die Guards nun auch besser, ihre Bigs unter den Brettern öfter und gezielter in Szene zu setzen, weshalb MSU den Vorsprung der Cardinals relativ schnell auf ein Minimum reduzieren konnte.

Nun schaltete sich jedoch Senior Wayne Blackshear ein, der all seine Routine nutzte, um nacheinander drei Fouls zu ziehen und alle fälligen 7 Freiwürfe sicher verwandelte. Daher tat es umso mehr weh, als Blackshear sich kurze Zeit später sein drittes Foul einhandelte. Nach einer längeren Leerlaufphase waren es die Spartans, die als erstes wieder den Schaltknüppel übernahmen und in Form eines Bryn Forbes Dreiers erstmals seit langer Zeit wieder die Führung übernehmen konnten.

Auch eine Auszeit konnte die nun selbstbewussten Spartans nicht von ihrem Pfad abbringen. Vielmehr gelang es Travis Trice mit einem weiteren Dreier die Führung auf 57:51 hochzuschrauben. Diesen Vorsprung konnte das Big Ten Team zunächst verteidigen und als sich Wayne Blackshear knapp vier Minuten vor dem regulären Ende auch noch das vierte Foul einfing, schien eine kritische Phase erreicht worden zu sein.

Die Schlussphase entwickelte sich zu einem Nervenkrieg. Zunächst entschied sich Rick Pitino dafür, seinen Topscorer des Abends, Blackshear, auf dem Feld zu lassen. In dieser Entscheidung bestätigte ihn der Senior. Zunächst traf er einen immens wichtigen Dreier zum 62:63 aus Sicht der Cardinals. Anschließend konnte er mit zwei Freiwürfen für den erneuten Führungswechsel bei noch knapp einer verbleibenden Spielminute sorgen.

Im Gegenzug hatten die Spartans sichtlich Probleme einen Wurf zu erarbeiten. Als Zufallsprodukt landete der Ball schließlich in den Händen des Freshmans Marvin Clark Jr., der die Nerven behielt und mit einem Jumphook zum 65:64 einnetzte. Nun hatte es wiederum Louisville in der Hand, in den letzten 40 Sekunden nochmals in Führung zu gehen. Terry Rozier nahm jedoch einen schlechten Wurf und Clark konnte sich den Defensivrebound sichern. Allerdings zeigte dieser nun doch Nerven und ließ beide Freiwürfe liegen.

Louisville konnte also erneut durch einen Treffer in den letzten 22 Sekunden vom Platz gehen. Wieder wollte Terry Rozier das Heft in die Hand nehmen und zog bei seinem Korblegerversuch genug Aufmerksamkeit auf sich, um Mangok Mathiang den Offensivrebound zu ermöglichen. Beim Putbackversuch wurde der Sudanese gefoult. Als 50-prozentiger Freiwurfschütze blieb er seiner Quote treu und verwandelte nur den ersten. Verlängerung.

In dieser erwischte Michigan State den besseren Start und Bryn Forbes konnte sein Team mit 5 Punkt schnell in Front bringen. Davon zehrten die Spartans bis zur Schlussminute. In dieser konnte Branden Dawson mit einem Tip-In zunächst Louisville außer Reichweite befördern und im Anschluss zeigte sich Trice sicher von der Linie.



Final Four Preview, Duke vs. MSU

Bereits im November trafen beide Teams schon einmal aufeinander. Damals konnte Duke die Partie einigermaßen souverän für sich entscheiden. Auf neutralem Court in Chicago konnte sich Duke mit 81:71 durchsetzen. Besonders die Freshmen der Blue Devils wussten zu überzeugen und legten früh den Grundstein für ihre starken Saisons. Michigan State hatte hingegen deutliche Probleme auf mehreren Positionen. Die neuen Spieler waren noch nicht in der Lage, die erhofften Impulse zu liefern, während die alteingesessenen Akteure Einfindungsprobleme in ihren teils neuen Rollen offenbarten. Daher kann man von beiden Seiten ein anders geführtes Spiel erwarten.

Backcourt
Quinn Cook/Tyus Jones/Matt Jones vs. Travis Trice/Lourawls „Tum-Tum“ Nairn/Denzel Valentine

Die aufgelisteten Spieler nehmen sich in Bezug auf ihre Qualitäten und Leistungsunterschiede nicht viel. Besonders wenn man sich die Stärken der jeweiligen Spieler anschaut, fällt auf, wie ähnlich sie sich sind. Besonders interessant wird das Duell zwischen Quinn Cook und Travis Trice zu sehen sein. Beide Seniors sind sehr erfahren, bestreiten nun aber ihr erstes Final Four. Um hierher zu gelangen, trugen beide ihre Teams jeweils in den schwierigen Phasen der Saison.

Noch ein wenig eindrucksvoller ist dabei die Leistungssteigerung von Travis Trice. Der Guard entwickelte sich vom sechsten Mann der vergangenen Saison zum unangefochtenen Taktgeber und Spielentscheider seines Teams weiter. Mit seiner toughen Spielweise und seinen teils surreal anmutenden Stepbacks, ist er die ideale Besetzung, um in einer engen Schlussphase das Kommando zu übernehmen.

Quinn Cook hat sich hingegen ein zwei Bereichen entscheidend entwickelt. Zum einen ist er im Fastbreak nochmal effektiver im Abschluss geworden. Zum anderen, hat er mittlerweile den Bogen raus, wie er sich ohne den Ball in den Händen zu halten, effektiv bewegen kann. Letzteres kam Duke zu Gute, da es Coach K ermöglichte, das Duo aus ihm und Freshman Tyus Jones zu einem der besten Backcourt Paare der NCAA zu formen.

Auch Jones könnte sich in der Verteidigung hin und wieder um Trice kümmern. Wesentlich wichtiger ist jedoch sein Organisationstalent. Für einen Freshman ist Jones mit einer überragenden Spielübersicht ausgestattet und kann daher fast immer die richtige Entscheidung treffen. Offensiv ist er daher in allen wesentlichen Elementen des Spiels bereits sehr fortgeschritten.



Ähnliches gilt auch für „Tum-Tum“ Nairn. Trotz geringer Größe und fehlendem Sprungwurf ist er der Hauptgrund dafür, dass die Spartans sich im Final Four wiederfinden. Seit der Freshman an der Seite von Trice startet und sich um den Spielaufbau kümmert, läuft es wesentlich besser. Denn Trice kann auf diese Weise abseits des Balls um diverse Blöcke herumlaufen und sich mehr dem eigenen Abschluss widmen, während Nairn das Spiel organisiert. Allerdings wurde seine fehlende Korbgefahr aus der Distanz zuletzt zu einem großen Problem.

Gegen Oklahoma war Tom Izzo dazu gezwungen, seinen Aufbau schnell auszuwechseln, da dessen Verteidiger als eine Art Libero überall aushalf ohne Nairn weiter Beachtung zu schenken und somit die Offense erlahmte. Duke wird in diese Wunde mehr als nur den kleinen Finger hineinstecken.

Daher muss auch Denzel Valentine wieder eine herausragende Leistung abrufen, wenn seine Spartans eine realistische Siegchance haben wollen. Der Allrounder hat besonders seinen Distanzwurf derart verbessert, dass er mittlerweile als Scharfschütze durchgehen kann. Doch auch seine Fähigkeiten, das Spiel als Point Forward zu kontrollieren, sind keineswegs eingestaubt. Er versteht es noch immer sehr gut, seinen Mitspielern Freiräume zu schaffen und sie anschließend mit Guard ähnlichen Pässen zu bedienen.

Sein Bewacher Matt Jones wird jedoch dafür sorgen, dass diese Szenen zu einer möglichst geringen Fallzahl eintreten. Er ist der beste Individualverteidiger, den Coach K auf das Feld schicken kann. Doch auch offensiv ist er mittlerweile endlich auf dem Niveau, das sich sein Trainer von ihm bereits als Freshman erhofft hatte. Das konnte er gegen Gonzaga mit seinen wichtigen Dreiern eindrucksvoll beweisen.

Frontcourt
Justise Winslow/Jahlil Okafor vs. Branden Dawson/Gavin Schilling

Das vielleicht ausgeglichenste und hart umkämpfteste Matchup der Partie dürfte zwischen Justise Winslow und Branden Dawson ausgetragen werden. Beide sind hervorragende Athleten, die genau wissen, wie sie ihre muskelbepackten Körper einsetzen müssen, um ihrem Team zu assistieren. Kurioserweise ist Freshman Winslow dabei derjenige, der in dieser Saison konstanter agierte und seinem Team öfter aus der Bredouille half als Senior Dawson.

Dieser musste im Laufe seiner Karriere schon öfter mal harsche Kritik einstecken, da er stets als das Zünglein an der Waage proklamiert wurde, wenn die Partie im Vorhinein als ausgeglichen galt. In einigen wichtigen Partien konnte er dieser Rolle gerecht werden, leider viel zu selten aus Sicht einiger Experten und Anhänger der Spartans. Sollte es Dawson jedoch gelingen, das Matchup gegen Winslow für sich zu entscheiden, wird das nicht nur die Fans einigermaßen zufrieden stellen, sondern auch dafür sorgen, dass Michigan State einem weiteren Überraschungserfolg ein Stück näher rückt.

Auch auf Justise Winslow wird wieder eine Vielzahl an Aufgaben warten. Denn er muss nicht nur Branden Dawson in Schach halten, sondern könnten vielmehr auch als Gegenspieler für Denzel Valentine aufgestellt werden, wenn dieser als Störfaktor agieren sollte. Nebenbei wird Winslow auch offensiv wieder in den richtigen Momenten zur Stelle sein müssen.



Für Jahlil Okafor könnte diese Begegnung eine gute Einstimmung auf ein mögliches Finale darstellen. Nach eher mäßigen, aber keineswegs schlechten Leistungen am vergangenen Wochenende kann er in dieser Partie wieder zeigen, was offensiv in ihm steckt. Denn bereits im November ließ der den Big Men der Spartans keine Chance und entschied das Match im Alleingang. Doch ganz so leicht werden Gavin Schilling und Matt Costello es dem Big dieses Mal sicher nicht machen.

Besonders Schilling zeigte beim ersten Aufeinandertreffen schon gute Ansätze und konnte Okafor so manchen Rebound vor der Nase wegschnappen. Zudem zeigte er in den vergangenen Wochen auch offensiv eine aufsteigende Formkurve. Nichtsdestotrotz wäre alles andere als eine dominante Vorstellung Okafors eine faustdicke Überraschung. Daher wird es vermutlich darauf hinauslaufen, dass Izzo tief in die Trickkiste greift und das eine oder andere taktische Mittel versuchen lässt. Immerhin ist es Izzo gewohnt, dass seine Bigs Foulprobleme aufweisen, weshalb er solche Situationen zu meistern weiß.

Coaches & Spielstil
Mike Krzyzewski (12. Final Four, 4 Titel) vs. Tom Izzo (7. Final Four, 1 Titel)

Beide Coaches sind feste Bestandteile im NCAA Tournament und zählen zu den erfolgreichsten Coaches der letzten Jahrzehnte. Während Coach K sich dieses Jahr wieder einen starken Freshman Jahrgang an Land ziehen konnte, verfügt Tom Izzo über weit weniger Talent im Kader. Daher ist es sein Verdienst, dass die Spartans überhaupt das Final Four erreichen konnten. In den vergangenen Wochen entwickelte er das Team beständig und in rasantem Eiltempo weiter.

Izzos Spartans sind seit jeher dafür bekannt, dass sie das physische Spiel lieben und jeden Gegner außerhalb seiner Komfortzone aufreiben. Sie verstehen sich blendend darauf, die Spielweise des Gegners durch die eigene Verteidigung zu unterbinden. Jeder Loseball und jeder Rebound soll nach der Vorstellung Izzos in den Händen seiner Spieler landen. Gegen Duke muss auf diesen Aspekt Verlass sein. Sollte die Spartans Defense dafür sorgen, dass die Offense der Blue Devils ins Stocken gerät, wäre dies schon ein wichtiger Meilenstein für einen möglichen Finaleinzug.

Aber auch offensiv müssen die Spartans konsequent ihren Stil verfolgen. Sie lieben es, einfache Würfe in der Transition zu erlaufen. Dabei sprinten die Schützen gezielt in die Ecken des Feldes und zwingen damit die gegnerische Verteidigung damit weite Wege zu gehen. Besonders Duke kann man in dieser Hinsicht hin und wieder überrumpeln, da Okafor die Seiten des Feldes nicht so schnell wechselt. Außerdem muss sich Izzo genauestens überlegen, wie er Okafor aus dem Spiel nehmen möchte. Izzo ist eigentlich niemand, der eine Zonenverteidigung in Erwägung zieht. Daher wird er wohl probieren mit einer Mixtur aus 1-1-Verteidigung und konsequentem Doppeln, Okafors Rhythmus zu stören.


Für Coach K ist die Aufgabe da schon etwas einfacher. Zumindest auf den ersten Blick. Denn auch wenn Duke sicher über die besseren Talente verfügt und diese im bisherigen Turnierverlauf zu überzeugen wussten, darf man nicht vergessen, dass es sich bei den Schlüsselspielern größtenteils um Freshmen handelt. Zwar agierten sie bislang nicht als solche und es war stets auf sie Verlass, doch das könnte sich in einem Final Four schlagartig ändern. Daher besteht Coach Ks Hauptaufgabe darin, von der Seitenlinie möglichst viele Hilfestellungen zu geben, an denen sich die Youngster orientieren können.

Zusätzlich wird es interessant zu sehen sein, wie gut die Blue Devils Okafor einbeziehen können, nachdem er in den vergangenen Spielen selten aus dem Spiel heraus gesucht wurde. Auch hier war Coach K für die Lichtblicke verantwortlich, da er meist nach Auszeiten spezielle Sets für seinen Center laufen ließ. Des Weiteren darf man gespannt sein, welche Defenseformen Coach K präsentiert. Zuletzt konnte er seine Gegner mit der 2-2-1-Presse sehr erfolgreich unter Druck setzen. In dieser Partie wird Krzyzewski mit Sicherheit versuchen, Tum-Tum Nairns Wurfschwäche optimal offen zu legen.

Prognose: Duke
Allein das Erreichen des Final Fours war für Michigan State ein riesiger Erfolg. Hätte man im Dezember nach der Heimniederlage gegen Texas Southern den Anhänger der Spartans erzählt, dass sie knapp drei Monate später im Final Four stehen würden, wäre man sicher nur belächelt oder für schwachsinnig erklärt worden.

Daher scheint es auch ziemlich unwahrscheinlich zu sein, dass Michigan State tatsächlich sogar Duke schlagen und in das Finale einziehen könnte. Zumal Duke in den meisten Belangen überlegen ist und mit Coach K über eine Trainerlegende verfügt, die diese Vorteile sehr geschickt auszunutzen weiß. Sollte das Trio Trice, Valentine, Dawson nicht gänzlich über sich hinauswachsen, wird daher Duke als Finalteilnehmer aus dieser Begegnung hervorgehen.