21 April 2015

21. April, 2015  |  Clemens Boisserée @bvboisseree


Die Atlanta Hawks gewinnen das erste Spiel gegen die Brooklyn Nets mit 99:92. Dennis Schröder überzeugt bei seinem ersten „richtigen“ Playoff-Spiel, lässt sich am Ende aber mitreißen. Die Nets zeigen, wieso sie gegen den Ost-Primus maximal ein Spiel holen werden.


3,5 Minuten durfte Dennis Schröder 2013/2014 in Playoff-Runde eins gegen die Indiana Pacers aufs Parkett. In sieben Spielen. Insgesamt. Es ist also nicht übertrieben, von Dennis’ ersten „richtigen“ Playoffs zu sprechen. Die 3,5 Minuten-Marke knackte der Braunschweiger dieses Mal noch im ersten Viertel der ersten Erstrundenpartie gegen die Brooklyn Nets.

Die Stat-Line: 
24 Minuten Spielzeit, 13 Punkte bei 5 von 9 aus dem Feld (1-3 Dreier), 100 Prozent von der Linie, zwei Vorlagen, vier Ballverluste, dazu einen Steal. Ein +/- Ranking von minus-6, die True Shooting Percentage 65,8 Prozent, eine Assists Percentage von 20 Prozent und ein PIE (Player Impact Estimate) von 7.6.



Die Entwicklung des 21-Jährigen macht auch vor den Playoffs keinen halt. Dennis kam schon nach vier Minuten in die Partie und zog gleich in seiner ersten Aktion das Foul für zwei Freiwürfe, die er beide netzte. Er brachte den Ball, dirigierte – teils lautstark – seine Mitspieler, setzte immer wieder zum Pick & Roll an, das anfangs mit Al Hordford auch ganz gut funktionierte.

Überhaupt schaffte der Braunschweiger es durch aufmerksame Spielweise seine enorme Schnelligkeit auszunutzen und so schon im ersten Viertel auf sechs Punkte zu kommen – darunter eine feine Steal-Fastbreak-Dunk-Kombi.


Später fokussierten sich die Nets jedoch darauf, Schröder den Weg zum Korb zu verwehren, in dem sie konsequent den Block unterliefen bzw. den Weg durch einen aushelfenden Mann blockierten. Das zwang den jungen Deutschen zu drei verfehlten Feldwürfen in Folge und einem punktlosen zweiten Viertel.

Seinen Touch in der Offensive fand Schröder dann im dritten Viertel, in der stärksten Hawks-Phase, wieder. Durch fünf Punkte in Folge sorgte der Deutsche für den zweithöchsten Vorsprung der Partie (14 Punkte bei 70-56 Atlanta) und agierte in dieser Zeit wie ein abgebrühter Floor-General, gepaart mit ordentlicher Defense gegen Deron Williams, der insgesamt gerade mal zwei Vorlagen verteilen und nur fünf seiner elf Wurfversuche treffen durfte.

Im Schlussviertel wurde aus dem so beruhigenden, zeitweise 16-Punkte-Vorsprung dann doch noch eine Zitterpartie – auch, weil Dennis seine Grünohrigkeit nicht in Gänze verbergen konnte. Drei Ballverluste leistete sich der deutsche Nationalspieler im Schlussabschnitt, in gerade mal knapp vier Minuten Spielzeit.

Die Nets schafften es in dieser Phase auf vier Punkte heranzukommen. Erst der für Schröder wieder eingewechselte Starter Jeff Teague brachte den Sieg mit einem sicheren Händchen von der Linie und den letzten sechs Hawks-Punkten in trockene Tücher.

Dennis Schröder nutzte die Chance, die die Foulbelastung von Teague bot, insgesamt zufriedenstellend – als er im Schlussviertel überpacte, saß er ganz schnell wieder. Hier wird der junge Braunschweiger einfach weiter lernen müssen, in diesen Momenten Kontrolle und Ruhe zu bewahren. Die erste Teague-Alternative vor Shelvin Mack bleibt Schörder aber auch in den Playoffs.