27 März 2015

27. März, 2015  |  nbachefsquad  @nbachefkoch


Der April klopft an die Türen. Das bedeutet: bald sind Playoffs! Bevor es soweit ist, müssen jedoch einige wichtige Entscheidungen auf dem Parkett gefällt werden. Welche das sind und wer sich durchsetzen wird, das klären Tiago Pereira, Jan Wiesinger, Roman Schmidt, Torben Siemer und Daniel Schlechtriem.

1. Run auf Platz acht im Westen: Drei Teams, nur ein Playoff-Spot. Wer macht das Rennen?

Tiago Pereira @24Sekunden: Nola. Das Akronym steht nicht nur für den Ausschluss der LA Lakers von der Postseason, sonder auch für den finalen Teilnehmer, im Kampf um die Krone des Westens – New Orleans. Die Südstaatler um Anthony Davis haben den Vergleich gegen OKC (2-1) in der Tasche, und ebenso das leichtere Restprogramm. Niemand sollte somit die Augenbraue verziehen, wenn Davis und Co. den Vorzug vor Westbrook erhalten.

Jan Wiesinger @WiesiG: Wir bewegen uns mittlerweile eindeutig in Dimensionen, in denen der Rest-Spielplan zur Beantwortung dieser Frage hilfreich sein kann. Das Restprogramm der Thunder und Suns ist dabei denkbar anspruchsvoller als das der Pelicans. Bei nur zehn verbleibenden Spielen und drei Spielen Vorsprung gehe ich dennoch klar mit Westbrook und OKC.

Roman Schmidt @sch_rom: Nach dem Dragic- und IT-Trade, der Verletzung von Durant und des gesamten Kaders der Pelicans bis auf AD, haben eigentlich alle einen Grund sich dieses Jahr auf die Lottery einzulassen. Aber nur ein Team hat einen herumfliegenden, Triple-Doubles auflegenden Soziopathen im Team. Die Thunder werden es machen. Und wenn nicht die Thunder, dann eben Russell alleine.

Torben Siemer @lifeoftorben: Russell Westbrook. Nein, nicht die Thunder – Russ. Inzwischen Topscorer der Liga, dazu regelmäßig unterwegs Richtung 15 Rebounds und/oder 15 Assists. Zehn respektive neun Spiele haben Pelicans und Suns noch, der Rückstand auf Platz acht beträgt drei bzw. dreieinhalb Spiele. Oklahoma City darf sich in Runde eins die Zähne an den Warriors ausbeißen.

Daniel Schlechtriem @W14Pick: Seit der Trade Deadline und Dragics Abgang aus Phoenix ist die Frage pro OKC beantwortet. Die Pelikane haben keine Tiefe, der Kader der Suns ist ohnehin unausgewogen. Die Thunder haben Westbrook und er alleine gehört in die Postseason. Mit Ibaka zurück an Bord macht er's gegen die Warriors vielleicht sogar ein klein wenig spannend.

2. Run auf Platz acht im Osten: Fünf Teams, nur zwei Playoff-Spots. Wer macht das Rennen?

Tiago Pereira: Dank Hassanity sollte Miami Platz sieben sicher haben. Um das letzte Ticket dürfen sich die Pacers und Celtics streiten. Indiana wäre eine Feel-Good-Story und bei den Kelten wäre Ainges Gesichtsausdruck unbezahlbar, wenn er die Playoffs und einen Lottery Pick (Danke Billy) sichern könnte.

Jan Wiesinger: Das Rennen ist deutlich spannender! Ich möchte mich hier nicht festlegen, schließe aber Charlotte und Boston aus. Indiana, Miami und Brooklyn wirken derzeit auf mich gefestigter und könnten in der ersten Runde durchaus für Überraschungen sorgen.

Roman Schmidt: Die Charlotte Hornets werden's machen. Ich hoffe, dass die Rückkehr von Kemba Walker im Endspurt noch einmal Energie freisetzt, ich möchte die Truppe in den Playoffs sehen. „IT’S GOING DOWN. I’M YELLING KEMBAAAAAAAAAAA…“

Torben Siemer: Das Playoff-Rennen im Osten ist spannender als das im Westen. Damit konnte nun wirklich niemand rechnen. Ich gehe mit den Heat und den Celtics – die stehen aktuell zwar eh schon auf sieben und acht, machen für mich aber den besten Eindruck. Aber Vorhersagen sind da bestenfalls Glückssache.

Daniel Schlechtriem: Miami ist auch ohne Bosh zu gut besetzt, um da noch rauszufallen, Charlotte wiederum zu schlecht, um sich reinzukämpfen. Bleibt ein Dreikampf zwischen Boston, Brooklyn und Indiana, wobei die Erfahrung der letzten beiden Teams wahrscheinlich den Ausschlag gibt. Stand heute setze ich auf die Pacers.

3. Zwei Spots im Osten? Drei! Milwaukee (im März 4-9) fällt noch aus dem Picture!

Tiago Pereira: Nein, nicht unter Jason Kidd. Außerdem steht uns allen das Recht zu, den Greek Freak im Playoffs Modus zu erleben! Dazu kommt das wohl größte Vertragsjahr aller Zeiten von Khri$ Middleton. WOW! Playoffs in Milwaukee - hört sich fantastisch an! FEAR THE DEER!

Jan Wiesinger: Milwaukee wird die Playoffs dank der letzten beiden Siege problemlos erreichen (Props an Khris Middleton). Nach dem großen Trade zur Deadline gefällt mir die Truppe allerdings überhaupt nicht mehr und geht somit als zweifellos schlechtestes Team in die Postseason.

Roman Schmidt: Nichts gegen Milwaukee, das sind größtenteils sympathische Spieler… aber, dass die in die Playoffs kommen werden – und das ist fix – ist ein Armutszeugnis der Eastern Conference. Schnell raus aus dem Osten. Nächste Frage!

Torben Siemer: Bis zur Trade Deadline haben die Bucks vielen Fans und Schreibern viel Freude bereitet, Platz fünf war in Reichweite. Ich mag die Truppe, Coach Kidd macht einen guten Job mit all den langen Jungs. Die Form ist aber zusammen mit Brandon Knight getradet worden. Dennoch stehen sie zehn Spiele vor dem Ende bei .500 – im Osten reicht das locker für die Postseason.

Daniel Schlechtriem: Die Hirsche haben noch zwei direkte Duelle mit Boston und eines mit Brooklyn, außerdem geht’s gegen Cleveland, Golden State und Atlanta. So ganz in Stein gemeißelt ist die Postseason nicht endgültig. Wenn noch ein paar Begegnungen mehr anstünden, würde ich tatsächlich gegen Kidds Truppe wetten. Die vier Spiele Vorsprung werden sie jedoch über die Ziellinie retten. Dort ist dann – egal gegen wen – nach vier oder fünf Spielen Schluss.

4. Homecourt im Westen geht an: Golden State, Memphis – und... ?

Tiago Pereira: Mit Dwight Howard und dem MVBart im Team sollte niemand gegen Houston wetten. Die Clippers sind eines der heißesten Teams der Liga (8-2), während Portland den Playoff Push verschläft (5-5) und ohne Wes Matthews wird aus dem Winterschlaf auch kein Sommernachtstraum im Rose Garden. Los Angeles und Houston bekommen den Wohnzimmerbonus.

Jan Wiesinger: Die Clippers definitiv. Wenn sie aus diesem Restprogramm (u. a. je 2x Lakers und Nuggets, dazu Boston, Philly, etc.) keinen Heimvorteil machen, haben sie die Playoffteilnahme eigentlich nicht verdient. Außerdem gehe ich hier mit den Spurs, die mit einem furiosen Saisonendspurt und zwei Siegen in den direkten Aufeinandertreffen mit Houston für klare Verhältnisse sorgen werden.

Roman Schmidt: Die Houston Rockets. Wie, frage ich mich gar nicht mehr. Ich bin inzwischen gar nicht mehr erstaunt drüber, wenn sie ein Team abschießen.

Torben Siemer: Houston. James Harden tippt immer noch fleißig an seiner MVP-Bewerbung, Dwight Howard ist zurück in der Aufstellung. Den vierten Platz mit bis zu vier Heimspielen werden die Clippers und Spurs ausspielen, San Antonio ist wie jedes Jahr zufällig zu Anfang April in Top-Form. 

Daniel Schlechtriem: Houston muss zwar die ganzen Verletzungen irgendwie auffangen, aber solange der Bart auf dem Parkett steht, ist alles in Ordnung und sie werden sich den dritten Platz nicht mehr nehmen lassen. Portland wird auf Rang vier bleiben, aber zunächst reisen müssen – nach Los Angeles. Die Clippers gehen knapp vor den Spurs ins Ziel.

5. Die Serie(n) die unbedingt kommen muss lautet...

Tiago Pereira: Atlanta vs. Cleveland. Die Hawks spielen seit Saisonbeginn den besten Basketball, jenseits von Oakland. Deshalb wäre diese Playoffsserie der wahre Härtetest für Mike Budenholzer und sein Team. Besiegen die Hawks den König, zerbricht die Liebe in Ohio. Gewinnt Cleveland… na ja wie sagte LL Cool J? Don’t call it a comeback!

Jan Wiesinger: Im Westen hätte ich gerne einige Re-Matches aus den letzten Jahren: Warriors-Spurs, Rockets-Blazers und vor allem Clippers-Grizzlies – Der Infight zwischen Z-Bo und Blake wird besser als Floyd Mayweather gegen Manny Pacquiao! Im Osten freue ich mich auf Cleveland gegen Chicago – Und die Serie kommt bestimmt!

Roman Schmidt: Die Warriors gegen die Spurs, Rockets und Clippers. Am besten in dieser Reihenfolge. Dann natürlich der Western Conference Kassenschlager, Grizzlies gegen die Clippers. Houston gegen San Antonio wird eine Schlacht. Es gibt im Westen keine Serie, die nicht der Wahnsinn wird. Im Osten ist alles egal, man hat das Gefühl, die Conference-Trennung war nie so unfair wie dieses Jahr.

Torben Siemer: Hawks gegen Cavs, die Light-Version der Finals 2013 und 2014. Mehr möchte ich zum Osten nicht sagen. Im Westen nehme ich alles, was kommt – jede Serie dürfte ihre unfassbaren Momente haben. Clippers gegen Rockets fände ich gut: „Some punchable players might get punched“, habe ich vor ein paar Tagen zu dieser Serie gelesen… und lasse das einfach mal so stehen. Die West-Playoffs werden ein Freudenfest.

Daniel Schlechtriem: In der ersten Runde: Im Osten Cleveland gegen Miami, keine Begründung notwendig. Sollte Paul George zurückkehren, wären die Pacers als Underdog gegen den Primus aus Atlanta sicherlich reizvoll. Im Westen ist es im Prinzip egal, einzig OKC und Dallas sind Favoriten auf ein Erstrundenaus, der Rest sehr, sehr nah beisammen.