05 März 2015

5. März, 2015  |  Mattis Nothacker


In regelmäßigen Abständen stellt nbachef die Signature-Moves aktueller NBA-Spieler vor. Hierbei handelt es sich weniger um klassische Moves wie Nowitzkis Fadeaway oder Ginobilis Eurostep. Vielmehr wird auf Einzelheiten in den Spielstilen eingegangen, die erst auf den zweiten Blick auffallen. 


Der "Schaufelfloaterroll"
Der Floater erfreut sich immer größerer Beliebtheit in der NBA. Für Guards ist es schwer, von den heutzutage so athletischen, defensivorientierten Big-Men nicht geblockt zu werden. Der Floater hebelt die Shotblockfähigkeiten der Seven-Footer aus, da der Ball über den Gegner hinüber gelupft wird anstatt an ihm vorbei kommen zu müssen. 

„Es ist der neue Wurf“, meint Clippers-Trainer Doc Rivers. „Jede Generation hat verschiedene Würfe. Wenn ich während meiner Karriere einen Floater genommen hätte, der Trainer hätte mich rausgenommen“.

Jeder Elite-Point-Guard hat den Floater im Repertoire. Tony Parker, der als Meister des Wurfes gilt, lässt den Ball dabei in einer äußerst schnellen, fließenden Bewegung los. Derrick Rose gibt seinem „Teardrop“ einen besonders hohen Bogen. Doch niemand verwendet einen so eigenartigen Floater wie Stephen Curry. Der Point Guard der Warriors wirft ihn nicht wie üblich von oben, sondern von unten. 


Ein solcher Abschluss widerspricht erst einmal dem Verstand, da es den Gegner einzuladen scheint, den Ball einfach wegzuschlagen. Doch der Unterhandwurf kann schneller ausgeführt werden, da der Ball nicht erst nach oben geführt werden muss, bevor er losgelassen wird.

Handelt es sich hierbei aber überhaupt noch um einen Floater? Das ist Definitionssache. Viele Kommentatoren sagen auch „Schaufel-Wurf“. Vor 30 Jahren, als George „The Iceman“ Gervin den Unterhandwurf zu seinem Markenzeichen machte, wäre hier wiederum eindeutig von einem Fingerroll die Rede gewesen. Gervin verwendete den Wurf fast überall, auch von der Freiwurflinie. 

Von einem Fingerroll spricht man heutzutage fast nur noch, wenn ein Spieler per Unterhandwurf direkt am Korb abschließt, meistens im Fastbreak. Was wohl daran liegt, dass ihn außer Curry so gut wie keiner auch in der Halbfeldoffensive verwendet.