09 März 2015

9. März, 2015  |  Mattis Nothacker


In regelmäßigen Abständen stellt nbachef die Signature-Moves aktueller NBA-Spieler vor. Hierbei handelt es sich weniger um klassische Moves wie Nowitzkis Fadeaway oder Ginobilis Eurostep. Vielmehr wird auf Einzelheiten in den Spielstilen eingegangen, die erst auf den zweiten Blick auffallen. 


Der "Shammgod"
Im Repertoire eines jeden Guards ist der Crossover unverzichtbar. Die Bewegung ist eine Grundfacette des Basketballspiels, wird in fast jedem Angriff verwendet. Den Ball möglichst schnell von der einen auf die andere Hand zu spielen ist seit jeher das beliebteste Mittel, um den Verteidiger aus der Balance zu bringen. Eine besondere Form des Crossovers kann aber, wenn richtig ausgeführt, noch tödlicher und effektiver sein: der 'Shammgod'.

Beim normalen Crossover dribbelt der Spieler mit der einen Hand und schiebt den Ball dann mit dieser hinüber auf die andere. Beim Shammgod ist es aber die ballferne Hand, die sich den Ball von der anderen Seite greift. Der gesamte Move wird also nur mit einer Hand ausgeführt.

Warum wird der Move als „Shammgod“ bezeichnet? Der Ex-Profibasketballer God Shammgod sorgte während seiner Zeit im College von 1995 bis 1997 bei Providence wegen seiner herausragenden Dribbling-Fähigkeiten für Aufsehen.

Sein einzigartiger Crossover, mit dem er seine Verteidiger immer wieder stehen ließ, war der Basketball-Welt fortan nur noch als „Shammgod“ bekannt. Während eines Basketball-Camps ließ sich sogar Kobe Bryant die Spezialität des New Yorkers beibringen. „Es ist ein sehr elementarer Move, es war einfach so, dass ich ihn am besten konnte“, erklärt Shammgod selbst.

Für einen „elementaren“ Move wird er aber in der NBA eher selten verwendet. Manu Ginobili entwickelte sich mithilfe des Shammgods und seinen Abwandlungen zu einem der gefürchtetsten Slasher der NBA. 



In den vergangenen paar Jahren konnte man die Bewegung bei dem Argentinier aber kaum mehr beobachten. Heutzutage ist der Crossover noch am ehesten bei zwei Spielern zu sehen: Chris Paul und Kyrie Irving.

Chris Paul verwendet den Move vor allem, wenn er nach dem Pick & Roll einem Big Man gegenüber steht. Dabei täuscht er zuerst einen Zug zum Korb an, zieht den Ball dann aber per Shammgod zurück und geht hoch zum Jumper.

Kyrie Irving verwendet den einhändigen Crossover wie Paul besonders gerne gegen Big Men, aber auch im Fastbreak. Vor allem in den „Uncle-Drew“-Videos konnte man den Move regelmäßig bestaunen. Spieler wie Tyreke Evans, Brandon Jennings oder Tony Wroten haben die Bewegung ebenfalls in ihrem Repertoire und holen sie von Zeit zu Zeit aus der Trickkiste. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen das selbe: Verteidiger auf Irrwegen und hier und da ein gebrochenes Fußgelenk.