17 März 2015

17. März, 2015  |  Axel Babst  @CoachBabst


Das NCAA Turnier-Feld ist nach dem mit Spannung erwarteten Selection Sunday gesetzt. Ab Dienstag starten insgesamt 68 Mannschaften in die amüsanteste Basketball-Competition der Welt. Wir haben für euch alle Teams auf Herz und Nieren überprüft, verraten euch wie sie spielen und blicken - wenn schon dabei - in die Kristallkugel. Mehr March Madness geht nicht!


Wisconsin Badgers (1)

MVP: Frank Kaminsky, Big, 7-0, Senior
Der Kandidat für den „Player-of-the-Year-Award“ ist der kompletteste Spieler, der im Moment in den Hallen der NCAA umherstreift. Offensiv zumindest. Kaminsky trifft seine Dreier hochprozentig, wirft aber keinesfalls zu viele, sondern setzt den Distanzwurf dosiert wie kleine Nadelstiche ein. Dennoch müssen seine Gegenspieler jedes Mal mit dem Wurf rechnen, weshalb Kaminsky sie mit einem kurzen Zucken meist zum Abheben bringt. Hier kommt dann seine wahre Stärke zur Geltung. Denn der ehemalige Highschool Aufbauspieler kann den Ball auf den Boden setzen, zum Korb ziehen, der Helpside mittels Spinmove ausweichen und anschließend einen Mitspieler auf der anderen Seite des Feldes passgenau in Szene setzen. Defensiv erfüllt er seine Aufgaben mit all seiner Routine und reboundet ordentlich. Allerdings lässt er sich manchmal von Perimeter Spieler düpieren und gesteht ihnen leichte Punkte in der Zone zu.

X-Faktor: Traevon Jackson, Guard, 6-2, Senior
Der Kopf der Mannschaft brach sich zu Beginn der Big Ten Saison den rechten Fuß. Zwar wurde er von Bronson Koenig bis dato würdig vertreten, doch Jackson ist ein routinierter Veteran, der eine besondere Qualität beim Verwandeln von extrem wichtigen Würfen hat. Während seiner Karriere verwandelte der Linkshänder schon so manch siegbringenden Mitteldistanzwurf und avancierte zum Helden einer Partie. Solche Talente sind im März unverzichtbar und könnte den Badgers nochmal den nötigen Schub geben, um auch die großen Namen ordentlich zu ärgern.



Backcourt
In der Genesungsphase von Trae Jackson warf Bo Ryan Bronson Koenig gezwungenermaßen ins kalte Wasser, obwohl der perfektionistische Trainer äußerst ungern die Verantwortung der komplexen Swing Offense überträgt. Doch Koenig beeindruckte seitdem mit konstant starken Leistungen. Seine Trefferquote jenseits der Dreierlinie ist unglaublich hoch und im Spielaufbau unterlaufen dem Sophomore kaum Fehler. Ihm zur Seite steht Josh Gasser. Der Senior gilt als der beste Verteidiger der hartgesottenen Big Ten und als ungemein harter Arbeiter, denn vor zwei Jahren war Gasser noch mit einem Kreuzbandriss zum Zuschauen verdammt. Als Backup bekommt Zak Showalter momentan regelmäßige Minuten. Dieser ist der beste Athlet des Team und kann in der Swing Offense hin und wieder durch gute Cuts glänzen. Defensiv agiert er wie der Rest der Mannschaft sehr druckvoll.

Frontcourt
Auch wenn Sam Dekker nach seiner sehr ordentlichen Freshman Saison ein wenig den Erwartungen an seine Entwicklung hinter hinkt, ist er immer noch ein potentielles Missmatch für jeden Gegenspieler. Gegen ähnlich große Gegenspieler hat er meist einen Geschwindigkeitsvorteil. Über kleinere Gegner kann er einfach hinüberwerfen. So lautet zumindest die Theorie, in der Realität lässt Dekker zu oft die notwendige Aggressivität vermissen und unterliegt sehr großen Schwankungen. Nigel Hayes ist da schon wesentlich konstanter. Mit seinem kräftigen Körperbau liebt er das Gerangel der Zone und veranstaltet dort jede Menge Unruhe. Zudem etablierte er noch den Dreier in seinem Repertoire, was ihn zu einem sehr kompletten Offensivspiel macht. Komplettiert wird die dreiköpfige Hydra von Frank Kaminsky, dessen Qualitäten hinlänglich bekannt sein dürften. Als Backups erfreuen sich Duje Dukan und Vitto Brown regelmäßiger Einsatzzeiten. Gerade Dukan ist ein wichtiger Bestandteil der Rotation und besitzt die Fähigkeit, Spiele zu entscheiden. So geschehen am Anfang der Saison gegen Georgetown, als er die Partie mit acht schnellen Punkte entschied.

Spielweise
Die Badgers werden häufig mit den San Antonio Spurs verglichen. Auch wenn die beiden Systeme grundverschieden sind, so ähneln sich doch viele Ziele der beiden Teams. Bo Ryan ist ein Perfektionist und fordert von seinen Spielern, ein maximal fehlerloses Spiel. Nicht ohne Grund begehen die Badgers traditionell sehr wenig Ballverluste und erlauben so dem Gegner kaum Fastbreakgelegenheiten. Besonders zu Beginn einer Partie legt Ryan viel Wert auf konzentrierte Ausführung. Beim ersten Fehler eines Spielers wird dieser direkt ausgewechselt. Doch nicht nur die Ballverluste sind extrem gering, auch die Anzahl der begangenen Fouls ist niedrig und einer sehr disziplinierten Defense geschuldet.
Offensiv praktiziert Wisconsin die mehrfach angesprochene Swing Offense, bei der der Ball viel von Seite zu Seite wandert, währenddessen viele Cuts gelaufen und Backscreens gestellt werden. Die Spieler werden dabei dazu angehalten, uneigennützig zu spielen und immer den Extrapass zu spielen.

Tournament Aussichten
Der Vorjahres Final Four Teilnehmer tritt in fast identischer Besetzung erneut an. Lediglich Ben Brust fehlt. Dafür haben sich Spieler wie Hayes und Koenig prächtig weiterentwickelt. Es spricht also wenig dagegen, dass die Badgers erneut das Final Four erreichen sollten. Selbst vor Kentucky müssen sich die Jungs von Bo Ryan nicht verstecken, da sie ebenfalls ein sehr großes Team sind und darüber hinaus deutlich besser in der Offense agieren. Allerdings muss an dieser Stelle auch angeführt werden, dass die Big Ten dieses Jahr nicht so stark wie in anderen Spielzeiten war und damit weniger harte Prüfungen parat hatte. Dennoch sollten die Badgers erfahren genug sein, um im richtigen Moment einen Gang höher zu schalten.

Prognose: Final Four



Arizona Wildcats (2)

MVP: T.J. McConnell, Guard, 6-1, Senior
Die großen Namen tragen andere Spieler auf dem Rücken, aber T.J. McConnell ist das Herz und die Seele im Team der Arizona Wildcats. In der Offense hat er die Zügel fest in der Hand und ist stets darauf bedacht, seine Nebenleute Maß genau in Szene zu setzen. Läuft es in der Offensive nicht rund oder braucht das Team unbedingt einen Korb, um einen Lauf des Gegners zu stoppen, ist McConnell ebenfalls zur Stelle. Am liebsten kurvt er in solchen Situationen beim Pick & Roll um den blockstellenden Mitspieler und drückt dann aus der Mitteldistanz ab. Speziell in der Defense ist der Senior aber der Anführer des Teams und macht dem gegnerischen Aufbauspieler das Leben zur Hölle.

X-Faktor: Stanley Johnson, Wing, 6-7, Freshman
Stanley Johnson ließ nach starkem Start in die Saison in den letzten Wochen zusehends nach. Die Gegner kennen mittlerweile seine Stärken und verhindern geschickt, dass er diese gegen sie einsetzen kann. Sobald Johnson den Ball auf den Boden setzt und zum Korb penetriert, sinken alle Verteidiger in die Zone ab und forcieren Johnson dazu, einen schwierigen Abschluss zu nehmen. Denn trotz seiner starken Physis ist Johnson noch nicht der tödliche Vollstrecker in der Zone, der er eigentlich sein sollte. „Stanimal“ selber fängt nun auch an, an sich zu zweifeln und nimmt immer mehr Würfe, obwohl sein Sprungwurf trotz harter Arbeit und persönlichem Wurfcoach sehr inkonstant ist. Johnson muss die Spiele im Tournament mit einem freien Kopf angehen und wieder zu seiner hemmungslosen Aggressivität übergehen. da käme eine gute Leistung gegen einen vermeintlich leichten Gegner zum Auftakt sehr gelegen.



Backcourt
Nominell besteht der startende Backcourt nur aus T.J. McConnell. Als klassischer Aufbauspieler lenkt er wie bereits beschrieben die Offense der Wildcats und gibt auch defensiv den Ton an. Als Backups für die kleinen Positionen bei kleinen Aufstellungsvarianten dienen Parker Jackson-Cartwright, Gabe York und Elliott Pitts. PJC ist ein kleingewachsener Freshman Point Guard, der trotz seiner geringen Größe keinen Respekt vor größeren Gegenspielern hat und sich unbekümmert seinen Weg in die Zone bahnt. Die Resultate sind dabei einer breiten Streuung zwischen genial und katastrophal unterworfen. Den größten Sprung aller Wildkatzen hat Gabe York im vergangenen Jahr gemacht. Während er in der letzten Saison nur ein eindimensionaler Shooter war, traut er sich mittlerweile auch den Zug zum Korb zu und fühlt sich insgesamt in der Zone deutlich komfortabler als zuvor. Hin und wieder kreiert er mit seinen Drives sogar direkt Körbe für seine Mitspieler. Zuletzt sorgte er mit einem Tip-In nach eigenem Freiwurf für den Sieg in Utah. Auch Elliott Pitts zeigte sich gegenüber seiner Freshman Saison stark verbessert und mauserte sich klammheimlich zu einem sehr guten Verteidiger, was ihn in Kombination mit seinen Wurfqualitäten zu einem wichtigen Werkzeug in Sean Millers Arsenal werden lässt.

Frontcourt
Die Länge, Variabilität und Tiefe im Frontcourt ist vielleicht das Ass im Ärmel von Sean Miller. Stanley Johnson ist der zweitkleinste Spieler der Starting Five und würde physisch selbst in der NBA seine Gegenspieler vorführen. Rondae Hollis-Jefferson ist eine ähnlich eindrucksvolle physische Erscheinung und einer der besten Verteidiger der NCAA. Mit seinen flinken Beinen und seinen langen Armen kann er jeden Gegenspieler verteidigen, unabhängig davon ob dieser Center oder Aufbauspieler ist. Leider ist sein Wurf immer noch eine große Baustelle, auch wenn der Freiwurf sich zumindest in seiner Trefferquote stabilisiert hat und nicht nur ästhetisch ansprechend ist. Als dritter Forward steht Brandon Ashley wieder zur Verfügung. Mit seiner Toughness unter den Brettern, wo er jedem Wurf nach geht und sich viele zweite Chancen erarbeitet, gibt er den Wildcats eine Note, die im letzten März noch fehlte. Auch Kaleb Tarczewski erlebte in den letzten Wochen einen frühlingshaften Aufstieg in seinen Offensivbemühungen und spielte den besten Ball seiner Collegekarriere. Besonders im Lowpost ist er momentan kaum zu stoppen und sehr variabel in seinen Bewegungen. Außerdem gibt es abgesehen von Willie Cauley-Stein keinen Center in der NCAA, der über derart gute Fußarbeit in der Pick & Roll Defense verfügt. Sein Backup Dusan Ristic ist besonders offensiv sehr talentiert, was zum Beispiel UCLA zu spüren bekam.

Spielweise
Sean Miller will keinen Schönheitspreis mit seiner Spielphilosophie gewinnen, sondern Spiele. Diesen Eindruck bekommt man auch sehr strikt bereits nach wenigen Minuten vermittelt. Die Wildcats können ein Team minutenlang daran hindern, einen Korb zu erzielen, da sie mit ihrer Länge, Athletik und guten Teamdefense jedes gegnerische Team vor Probleme stellen. Ganz egal, welche Spielweise der Kontrahent auf das Parkett bringen will, Arizona weiß dies zu verhindern, da der Coaching Staff die Gegner im Vorhinein gut analysiert und sie ihren Stärken beraubt. Das fällt natürlich auch leicht, wenn man gleich mehrere potentielle Kettenhunde zur Verfügung hat, um die Topscorer des Gegners aus dem Spiel zu nehmen. Offensiv laufen die Mannen aus Tucson geduldig ihre Systeme durch, die allesamt das Ziel haben, einen leichten Korbleger oder gute Position im Lowpost für die Bigs zu generieren. Allerdings macht sich häufig die fehlende Qualität aus der Distanz negativ bemerkbar, da viele Teams bei bestimmten Aufstellungen der Wildcats einfach mit allen Spielern die Zone verbarrikadieren und Anspiele in diesen Bereich unmöglich machen. Dann sind die Wings dazu gezwungen, sich selber Würfe zu kreieren während der Gegenspieler einen gewaltigen Sicherheitsabstand einhält. Als Resultat entstehen dadurch meist sehr wilde Würfe, die keine realistischen Erfolgschancen haben.

Tournament Aussichten
Der Grundtenor unmittelbar nach der vergangenen Saison war, dass Arizona mit Brandon Ashley an Bord im Final Four gelandet wäre. Diese Hypothese lässt sich leider nicht verifizieren, allerdings besteht für Ashley und Co. die Chance, ihre Final Four Qualität unter Beweis zu stellen. Arizona ist ein Team, auf das mit Sicherheit kein Gegner gerne trifft, da die Defense kaum zu knacken ist. Allerdings darf sich Arizona auch nicht zu sehr darauf verlassen. Gerade die Schützen Pitts und York sind im Tournament mit ihren Dreiern wichtige Erfolgsparameter. Der größte Druck lastet jedoch auf Stanley Johnsons breiten Schultern. Von diesem darf sich der Freshman nun nicht erdrücken lassen, wenn Arizona das Final Four erreichen will. Das Potential zum Finalwochenende haben die Wildcats definitiv und sollten sie auf die anderen Wildcats aus Kentucky treffen könnten sie auch deren Größe zumindest ansatzweise matchen.

Prognose: Elite Eight



Baylor Bears (3)

MVP: Rico Gathers, Big, 6-8, Junior
Wenn man Rico Gathers zum ersten Mal auf dem Basketballfeld sieht, denkt man er ist versehentlich ins falsche Trikot geraten und gehört eigentlich der Football Abteilung an. Kein Wunder, denn der Big Man ist im wahrsten Sinne des Wortes „big“. Mit breiten Schultern, massigem Oberkörper und durchtrainierten Oberarmen verschafft er sich den nötigen Platz in der Zone. Dazu kommt noch sein vorbildlicher Arbeitseifer, der sich in seiner manischen Reboundsucht manifestiert. Jedem Abpraller geht der Wühler hinterher und schubst auf der Suche nach aussichtsreicher Position jeden Gegenspieler, der verrückt genug ist, sich ihm in den Weg zu stellen, zur Seite. Mit dieser Härte geht er als gutes Beispiel voran und treibt auch seine Mitspieler zu Höchstleistungen an.

X-Faktor: Kenny Chery, Guard, 5-11, Senior
Der kleine Kanadier ist der einzige Spieler des Kader, der sich wirklich einen halbwegs guten Wurf im Alleingang gestalten kann. Das prädestiniert ihn dazu, in engen Crunchtime Situationen den Ball in den Händen zu halten und den entscheidenden Wurf zu nehmen, womit er für sein Team über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Das Problem hierbei ist allerdings, dass Chery ein kleiner Aufbauspieler ist, der Schwierigkeiten hat, in der Zone gegen große Gegner zu vollstrecken. Daher muss er sein Wohl in der Halbdistanz suchen. Diese Würfe trifft Chery bislang in dieser Saison noch nicht so sicher, wie er es letztes Jahr demonstrierte. Folglich könnte ihm im Tournament in einer entsprechenden Situation das Selbstvertrauen bei solch einem Jumper fehlen.



Backcourt
Im Backcourt starten mit Kenny Chery und Lester Medford zwei ehemalige Junior College Spieler. Während Chery schon ein Jahr auf dieser NCAA Ebene vorweisen kann, musste sich Medford während der Saison erst noch mit dem Niveau arrangieren. Doch mittlerweile ergeben die beiden ein gutes Gespann. Speziell in der Defense als Vordermänner der Zone leisten sie hervorragende Arbeit und geben Gegnern kaum eine Möglichkeit über diese Spots eine Lücke zu finden. Zudem sind beide auch nicht schüchtern in der Offense und treffen ihre Dreier und Würfe, wobei Chery hier sicher noch mehr Pfeile im Köcher hat. Redshirt Freshman Al Freeman bringt neue Energie von der Bank. Er ist ein anderer Spielertyp als seine Vorgesetzten und liebt den Zug zum Korb. Er besitzt ein Talent dafür, schwierige bis unmögliche Würfe im Korb unterzubringen.

Frontcourt
Royce O’Neale ist ein Organisator auf dem Flügel, der mit unglaublich harten und schnellen Pässen eine Defense sezieren kann. Allerdings ist seine wahre Stärke der Dreier. Er nimmt nur gute Würfe, die frei sind und die er zuvor vorbereiten konnte. Fühlt er sich nicht wohl bei dem Gedanken, einen Wurf abzufeuern, zieht er direkt zum Korb oder spielt den Extrapass zum besser postierten Mitspieler. Zudem ist O’Neale ein guter Offensivrebounder und hat eine Nase dafür, wo der Ball hinunter kommt. Mehr als nur eine Nase für den richtigen Ort und Zeitpunkt hat Rico Gathers. Er liefert quasi ununterbrochen eine Blaupause für gute Reboundarbeit. Denn sobald der Wurf erfolgt, beginnt bei Gathers die Arbeit. Er orientiert sich zur Weakside (wo ein Großteil, ca.75%, der Rebounds herunterkommen) und blockt dort jeden Gegenspieler in seiner Reichweite aus. Auch mehrere Gegenspieler können ihn nicht vom Brett fernhalten. Johnathan Motley ist der verlässliche Lowpost Scorer der Bears. Mit gutem Touch und guter Fußarbeit ausgestattet, verwandelt er viele Postups in zwei relativ leichte Punkte. Allerdings tendiert er noch dazu, zu viel machen zu wollen, was in schlechten Würfen und gezwungenen Aktionen mündet. Von der Bank kommt Taurean Waller-Prince der vielseitigste Spieler des Teams, denn er fühlt sich sowohl am Perimeter, als auch unter dem Korb gut aufgehoben. An der Dreierlinie darf man ihn nicht unbeaufsichtigt lassen, da er den Gegner damit nicht ungeschoren davon kommen lässt. In der Zone überrascht er mit einer Kraft, die man ihm auf den ersten Blick nicht zutrauen würde. Auch beim Rebound ist er unnachgiebig und sichert sich daher viele Loseballs. Ish Wainright ist ein weiteres Kraftpaket, das in der Zone mitmischen und Härte ins Spiel bringen soll.

Spielweise
Die Bears erwischten ihre Gegner in dieser Saison mehrfach zu Beginn einer Partie auf dem falschen Fuß und perfektionierten den Blitzstart. Gegen Teams wie Iowa State, West Virginia oder Oklahoma zogen die Bears innerhalb der ersten fünf Minuten auf 15 Punkte oder mehr davon und zehrten den Rest der Partie über von diesem Vorsprung. Alle Kontrahenten müssen vor einem solchen Fehlstart extrem auf der Hut sein. Besonders offensiv feuern die Texaner in den ersten Minuten oftmals ein Feuerwerk ab. Reihenweise werden dann die Dreier von verschiedenen Spieler eingenetzt. Generell verfügt Scott Drews Team über gutes Spacing und uneigennütziges Ballmovement.
Die größten Kopfschmerzen bereitet den Gegnern jedoch die 1-3-1-Matchup-Zone. Sie variiert variabel zu einer 2-3-Zone oder anderen vorstellbaren Varianten, je nach dem, wie der Gegner die Zone attackieren will. Am besten löste Oklahoma diese Problematik mit zwei Bigs in jeweils einer Short Corner, die sich gegenseitig Lobs zuspielten.

Tournament Aussichten
Baylor ist ein sehr unangenehmer Gegner und wird mit der praktizierten Spielweise sicherlich viele Gegner auf dem falschen Fuß erwischen können. Daher halte ich einen tiefen Run bei einem machbaren Bracket und passenden Gegnern für realistisch. Allerdings wird es für die Bears schwierig, wenn sie sich anfangs nicht entscheidend absetzen können, da ihnen in der Crunchtime eine Go-to-Option fehlt. Sollte der Gegner gegen die Zone dann auch noch heißlaufen, wird es brenzlig für Baylor.

Prognose: Sweet Sixteen



North Carolina Tar Heels (4)

MVP: J.P. Tokoto, Wing, 6-5, Junior
An dieser Stelle haben sich viele den Namen Marcus Paige erwartet, Fakt ist jedoch, dass J.P. Tokoto derjenige in dieser Saison war, der seine Mitspieler verbesserte durch seine starken Pässe. Als Point Forward verfügt er über eine exzellente Übersicht und verteilt die Bälle im Angriff wie ein klassischer Aufbauspieler. Auch sein Sprungwurf ist in dieser Saison stark verbessert und er trifft hin und wieder sogar Dreier. Zudem ist er ein starker Rebounder und sichert seiner Mannschaft viele Ballbesitze. Doch als prototypischer Carolina Spieler schaltet er nach dem Rebound nicht ab, sondern ist direkt darauf bedacht, den Fastbreak einzuleiten oder sogar selber abzuschließen.

X-Faktor: Marcus Paige, Guard, 6-1, Junior
Viele hatten nach der ansprechenden Sophomore Saison eine weitere Steigerung zu einem absoluten Star erwartet. Doch dieser Leistungssprung blieb aus. Doch nicht nur das, Paige verfiel phasenweise in die Muster seiner ernüchternden Freshman Saison zurück. Die mangelnde Konstanz während der Saison ist Hauptkritikpunkt, den sich der Tar Heel gefallen lassen muss. Besonders bei Niederlage merkt man oft gar nicht, dass Paige überhaupt mitspielt. Er versteckt sich, obwohl er eigentlich der Anführer des Teams sein sollte. Dass es auch anders geht, zeigen die wenigen Lichtblicke der Saison. So erzielte er gegen Louisville den Layup zum Sieg oder wendete mit seiner starken Leistung (23 Punkte, 9 Assists) die Niederlage gegen NC State ab. Diese Leistungen muss er aber im Tournament dauerhaft abrufen.



Backcourt
Marcus Paige ist der Strippenzieher in der Offense. Mit seiner Schnelligkeit und seiner Fähigkeit in der Transition gute Entscheidungen zu treffen, ist er eine gute Besetzung für dieses Posten. Zumindest solange Carolina rennen kann. Wird das Spiel im Halbfeld ausgetragen, hat Paige Probleme mit der Spielorganisation. Dann verlässt er sich auf seinen Dreier und seine Floater oder überlässt anderen das Feld. J.P. Tokoto tritt dann meist in Erscheinung und ist derjenige, der als Playmaker die Offense anführt. Der Allrounder ist zu einer Führungspersönlichkeit gereift, auf die Roy Williams bauen kann. Justin Jackson ist ein sehr vielversprechender Freshman. Er macht wenig Fehler und verrichtet alle Aufgaben, die er bekommt, mit großer Sorgfalt. Er hat einen soften Floater und kann auch mal einen Wurf versenken, auch wenn hier noch die Konstanz fehlt. Auch sein Rebounding konnte er verbessern, woran allem Anschein nach Assistant Coach Hubert Davis einen großen Anteil hatte. Als Backups können die Tar Heels auf mehrere Alternativen zurückgreifen. Eine davon ist Nate Britt. Dieser wechselte im vergangenen Sommer seine Wurfhand und wirft fortan aus dem Spiel heraus mit der rechten Hand. Das machte sich schon bezahlt, da er diese Saison über 20 Treffer aus der Distanz bei guter Quote erzielen konnte (im Vergleich zu 3 Treffern als Freshman). Auch seine Defense ist sehr wichtig für die Heels. Joel Berry ist ein weiterer Aufbauspieler, der einige ACC Spiele verletzungsbedingt aussetzen musste. Er ist ein kräftiger Guard, der ebenfalls gute Defense spielt, gut reboundet und die wichtigen Würfe treffen kann. Theo Pinson kehrte zuletzt ebenfalls nach überstandener Verletzung zurück. Er ist ein weiterer Athlet für den Fastbreak.

Frontcourt
Brice Johnson hat sich gut entwickelt und ist mittlerweile ein Kandidat für regelmäßige Double-Doubles. Das hängt natürlich einerseits mit der gestiegenen Spielzeit zusammen, andererseits aber auch mit seinem neugewonnen Verständnis für die Wichtigkeit von Rebounds. Dort geht er jedem Abpraller hinterher und macht keine Gefangenen. Seinen Lieblingswurf ist der Jumphook vom rechten Zonenrand über die linke Schulter. Kennedy Meeks ist eine weitere positive Figur des letzten Jahres, da er seinen Fitnesszustand radikal verbessern konnte. Nun kann er auch für längere Phasen auf das Parkett geschickt werden und belohnt sich dafür selber mit konstant starken Leistungen. Fischt er sich einen Defensivrebound, sind seine Kevin-Love-Touchdown-Pässe die gefährlichste Waffe im Angriff der Tar Heels. Die Präzision dieser Überkopfpässe ist erstaunlich. Selber wühlt er sich gerne mit purer Muskelkraft durch die Zone und schließt dann mit weichem Handgelenk ab. Als Backup für Johnson kommt Isaiah Hicks von der Bank. Der Sophomore ist ein guter Rebounder und Athlet, der sehr viel Unruhe am gegnerischen Brett verursacht und den Startern den Rücken freihält. Joel James zeigte dieses Jahr erstmals Ansätze von basketballerischem Talent, da er hin und wieder Postmoves auspackte und nicht nur mit kompromisslosen Fouls und Blocks in der Defense auf sich aufmerksam machte. Desmond Hubert und Jackson Simmons kommen bei Foulproblemen oder mangelnder Intensität ins Spiel. Hubert fällt allerdings bis zum Ende der Saison aus.

Spielweise
Die Tar Heels wollen das Spiel schnell machen und ins Laufen kommen. Allerdings vernachlässigen sie dabei auch das geordnete Setplay und die Defense nicht. Sie wollen aus Steals und Defensivrebounds schnell umschalten, um einfach Fastbreakpunkte zu ergattern. Die Athleten und Verteidiger dazu hat Roy Williams en masse. Doch auch im Setplay erspielen sich die Tar Heels viele einfache Punkte in Brettnähe, da die Big Men allesamt gute High-Low-Spieler sind, die bei Pässen und beim Fangen solcher Pässe gute Hände beweisen. Besonders beeindruckend ist häufig die Ausführung der Offense in engen Schlussphasen, wo sie weiter geduldig ihre Offense laufen und dadurch einfache Punkte herausspielen. Defensiv variiert Williams ab und an, indem er eine 3-2-Zone spielen lässt, um den Rhythmus des Gegners zu stören.

Tournament Aussichten
Gelingt es UNC endlich, Konstanz ins eigene Spiel zu bringen, haben die Tar Heels Final Four Format. Das fängt bei Marcus Paige an. Er muss sich endlich als der Anführer präsentieren, den Williams seit drei Jahren haben will. Er darf sich nicht mehr verstecken und für ganze Spiele untertauchen. Doch die Verantwortung liegt nicht alleine bei Paige. Auch die anderen Spieler wie Tokoto (leichtfertige Fehlpässe) und Johnson (unnötige Fouls) müssen ihre jeweiligen Fehlerquellen zum Versiegen bringen. Gelingt außerdem die vollständige Integration der wiedergenesenen Berry und Pinson, ist North Carolina zu allem gerüstet.

Prognose: Sweet Sixteen



Arkansas Razorbacks (5)

MVP: Bobby Portis, Big, 6-11, Sophomore
Der Big Man bekam bereits als Freshman nicht die Beachtung, die ihm durchaus hätte Zuteil werden können. Doch anstatt sich auf Teufel komm raus zum Draft anzumelden, wie es so viele andere junge Talente dieser Tage machen, entschied er sich für ein zweites Collegejahr. Und dieses nutzte er, um seine Sklills zu verfeinern und Gegner zu dominieren. Offensiv bringt der Sophomore mittlerweile ein sehr vollständiges Paket mit. Er ist für einen Mann seiner Größe mit einem fantastischen Wurf ausgestatte, der bis zur Dreierlinie sicher fällt. Auch im Postup kann er mittlerweile einige Moves aufweisen und effektiv einsetzen. Er scheut den Kontakt nicht mehr und ist daher in der Zone kaum zu stoppen. Den größten Fortschritt hat er beim Reboundverhalten gemacht. Dort befindet er sich kaum noch im Zuschauermodus. Er versucht aktiv den Ball zu sichern und geht dabei konsequenter zu Werke als noch als Freshman.

X-Faktor: Tempokontrolle
Die Razorbacks wollen den Opponenten 40 Minuten lang über das Spielfeld hetzen und dabei den Druck mit jeder Minute weiter steigern. Ziel ist es, den Gegner zu möglichst vielen Fehlern zu zwingen und selber möglichst viele einfache Layups zu bekommen. Allerdings gibt es immer wieder die Teams, die auf diese Masche nicht hereinfallen und stattdessen Arkansas ein langsames Setgame aufzwingen. In solchen Spielen haben die Razorbacks arge Schwierigkeiten, im Spiel zu bleiben. Daher wird es extrem wichtig sein, dass das Team von Mike Anderson die Spiele nach den eigenen Vorstellungen gestalten kann.



Backcourt
Die Razorbacks verfügen nicht über einen Aufbauspieler im klassischen Sinne, der ein Spiel ordnet und die Setplays instruiert. Einen solchen Spieler brauchen sie aufgrund ihres Stils auch nicht. Rashad Madden ist der primäre Ballhandler in der Offensive. Mit seiner Größe hat er oft einen Vorteil gegenüber seinen Gegenspieler. Das machen sich die Razorbacks oft zu Nutze, indem sie ihn Postups verfrachten, wo er oft leichtes Spiel hat. Michael Qualls ist der beste Athlet des Teams und erlangte Berühmtheit durch seinen siegbringenden Tip-Dunk im letztjährigen Spiel gegen Kentucky. Scort der sprunggewaltige Wing nicht der Transition, kann er oft als Schütze in Erscheinung treten. Aus der Distanz ist er ein moderater Sprungwerfer. Komplettiert wird die Startformation im Backcourt von Anton Beard. Der Shooter bringt Ruhe ins Spiel, wenn es nötig ist, und gibt den Razorbacks eine effektive Option im Setplay. Seine Dreier können Spiele entscheiden. Ähnliches gilt für Anthlon Bell, den man daher besonders in den ersten Minuten seiner Einsatzzeit nicht heißlaufen lassen sollte. Manuale Watkins ist ein weiterer herausstechender Athlet, der allerdings kein bisschen Gefahr außerhalb der Dreierlinie ausstrahlt und er beim Rebound vorzufinden ist. Jabril Durham ist ein weiterer Ballhandler, der theoretisch eine gute Option ist, sobald das Spiel langsam wird und man einen Aufbauspieler benötigt. Coach Anderson widerstrebt es aber zumeist, sich dem Gegner anzupassen, weshalb Durhams Minuten begrenzt sind.

Frontcourt
Alandise Harris passt wie die Faust auf’s Auge zum Stil der Razorbacks. Harris trägt das Streetball-Gen in sich und kann daher schwierigste und aussichtslose Würfe mit einer lächerlichen Regelmäßigkeit versenken. Dabei scheint er aus jedem Wurf einen Fadeaway machen zu müssen, weil er ihn sonst nicht trifft. Mit mehreren Treffern in Folge initiiert er meist einen Run seines Teams und bringt den Gegner zur Verzweiflung. Bobby Portis hätte sich im letzten Jahr solch wilden Aktionen sicherlich angeschlossen, doch dieses Jahr ist er wesentlich reifer, was Entscheidungsverhalten und Fähigkeiten mit dem Leder angeht. Daher ist er vermehrt unter dem Korb zu finden und hat sich zu einem soliden Lowpostscorer gemausert. In der Defense ist er zudem ein guter Anker bei der Presse seines Teams. Als Backups kommen Jacorey Williams und Moses Kingsley in die Begegnung. Williams ist ein Linkshänder, der ähnlich wie Harris wilde Aktionen am Fließband produziert, aber zumindest mit energischer Defense- und Reboundarbeit seine Fehler wieder gutmacht. Genau das gleiche lässt sich auch über Kingsleys Rollenbeschreibung sagen. Defense und Rebounding haben oberste Priorität.

Spielweise
Mike Anderson verlangt von seinen Spielern, dass sie die schnellsten 40 Minuten Basketball der NCAA spielen. Seine Jungs sollen das Setplay meiden, wann immer es möglich ist und stattdessen schnelle Abschlüsse nehmen. In der Defense pressen sie 40 Minuten lang, wenn auch nicht sonderlich konsequent, denn sie wollen den Gegner in Hektik versetzen und ihn müde spielen. Das Problematische an dieser Spielweise ist jedoch, dass sie sich schnell gegen die Razorbacks selber wenden kann. Denn selbst ein guter Start oder eine 20-Punkte-Führung können sie schnell verspielen, da sie nie auf die Bremse treten. Andersherum können sie einen solchen Rückstand ebenfalls binnen kürzester Zeit egalisieren.

Tournament Aussichten
Das Team ist eine geschlossene Einheit und hat den Stil Andersons verinnerlicht. Auch Talent ist in Person von Portis, Madden und Qualls vorhanden. Die Frage ist nun, wie gut sie ihren Stil durchsetzen können. Gelingt es ihnen, ein Team zum mitrennen zu verleiten, können sie prinzipiell jedes Team schlagen. Werden sie in ein langsames Spiel verwickelt, werden sie nur schwer für eine Überraschung sorgen können. Es kommt also darauf an, ob sie in ihrem Bracket auf viele junge, unerfahrene Teams treffen oder sich an einer Truppe kampferprobter Veteranen die Zähne ausbeißen.

Prognose: One-and-Done



Xavier Musketeers (6)

MVP: Matt Stainbrook, Big, 6-10, Senior
Kaum ein Spieler hat so eine Auswirkung auf das Spiel seiner Mannschaft, wie Matt Stainbrook sie hat. Wenn der Center auf dem Feld steht, läuft fast jeder Angriff über ihn. Zumindest nehmen seine Mitspieler immer Rücksicht auf den etwas schwerfällig anmutenden Center, wenn er auf dem Feld steht. Dadurch kontrolliert er das Tempo des Spiels und sorgt als Ruhepol dafür, dass sich die Musketeers nicht in Hektik versetzen lassen, womit er ihnen gute Siegchancen ermöglicht. Wird er im Post angespielt, scort er sehr hochprozentig, da er sich mit seiner Masse am Brett durchzusetzen weiß.

X-Faktor: Trevon Bluiett, Wing/Big, 6-6, Freshman
Sein Coach Chris Mack setzt den Frischling gerne als taktisches Druckmittel gegen den Opponenten ein. Er stellt Bluiett gerne als Power Forward auf, um hier einen möglichen Schnelligkeitsvorteil zu fokussieren, den das Team dann nutzen kann. Zudem wird bei solch einer Formation meist ein großer Spieler vom Brett weggelockt, weil dieser Bluietts guten Wurf beachten muss. Das wiederum eröffnet neue Optionen beim Zug zum Korb für die Perimeter Spieler. Außerdem werden auch die Anspiele zu Matt Stainbrook erleichtert, da man nur Stainbrooks direkten Gegenspieler als Hindernis einkalkulieren muss. Bluiett muss also nicht einmal besonders auffällig spielen, denn alleine seine Präsenz auf dem Feld kann schon enorme Auswirkungen haben.



Backcourt
Dee Davis ist der Aufbauspieler der Musketeers. Er verteilt den Ball in der Regel gut und kann gleichzeitig einen halbwegs sicheren Distanzwurf aufweisen. Allerdings gibt es immer noch Bereiche in seinem Spiel, in denen er sich verbessern kann oder sogar muss, wenn Xavier erfolgreich sein will. So tendiert er immer noch dazu, mitten in einen Wust von Gegnern hereinzustürmen, statt vorher den freien Mann zu bedienen. Remy Abell ist ein sehr effektiver Scorer in seiner ersten für Chris Mack. Der Ex-Hoosier findet dabei eine gute Mischung aus Drive und Würfen jenseits der Dreierlinie. Myles Davis ist der beste Schütze des Teams. Steht er frei, ist das Resultat in der Regel nicht sonderlich schwer zu erraten. Zudem ist er ein sehr ordentlicher Verteidiger und kümmert sich meist um den besten Guard des Gegners. Von der Bank kommt mit J.P. Macura ein sehr selbstbewusster Freshman in die Partien, der gar nicht lange fackelt und meist sehr zügig seinen ersten Wurfversuch vom Stapel lässt. Sein Schuss ist dabei besser, als es seine Quoten aussagen.

Frontcourt
Körperlich kann der Frontcourt der X-Men mit den meisten Big Man Gespannen der NCAA mithalten. Mit Matt Stainbrook kann Chris Mack zudem auf einen sehr cleveren Centerspieler zurückgreifen. Der Senior mit der auffälligen Sportbrille kann als Spielmacher vom High- oder Lowpost agieren. Er liegt immer richtig bei seinen Entscheidungen und leitet mit einem Kickout meist gutes Ballmovement ein. Neben Stainbrook können je nach Gegner und Form Trevon Bluiett und/oder Jalen Reynolds starten. Bluiett ist dabei eher ein Flügelspieler, als ein echter Big Man. Mit seinem guten Wurf aus der Distanz kann er das Feld in die Breite ziehen. Jalen Reynolds ist der beste Verteidiger unter den Körben und zudem der auch in Sachen Rebounding ganz vorne mit dabei. Auch James Farr ist engagierter Rebounder und gibt dem Team einen weiteren Kämpfer unter dem Korb.

Spielweise
Mit gutem Spacing wollen sie dafür sorgen, dass die Center in aussichtsreicher Position anspielbar sind. Besonders in der letzten Phase von Transition Situationen, in der Stainbrook und Reynolds noch gute Position mitten in der Zone bezogen haben, überrumpelt das Team von Chris Mack oftmals den Gegner, indem eine Seite komplett überlagert wird. Anschließend folgt ein Lobpass zum Big Man in der Zone, der seinen Gegenspieler gepinnt hat und nun keinen Verteidiger mehr zwischen sich sich und dem Korb entgegenzutreten hat. Sind die beiden, speziell Stainbrook, nicht auf dem Feld, fehlt ein wenig die Ruhe in den Angriffen, sodass die Guards hektisch werden und schnelle Abschlüsse forcieren. In der Defense probieren die Musketeers auch mal eine 2-3-Zone aus, sind generell aber eher in einer soliden Mannverteidigung anzutreffen.

Tournament Aussichten
Während der Big East Saison konnten die X-Men mehrfach beweisen, dass sie in der Lage sind, mit guten bis sehr guten Teams mitzuhalten. Die große Frage wird daher lauten, wie konstant sie dies während eines Tournament Spiels zeigen. Denn oftmals unterliegen die Musketeers größeren Schwankungen, was Konzentration und Zielstrebigkeit anbelangt. Die Spielzeit Stainbrooks ist dabei eng verwoben mit den starken Schwankungen. Ist der Senior in der Lage, lange auf dem Feld zu stehen, also Konditions- und Foulproblemen aus dem Weg zu gehen, stehen die Chancen der X-Men auf ein paar Überraschungssiege gar nicht schlecht. Im Tournament von einem in diesen Hinsichten anfälligen Center abhängig zu sein, ist aber sicherlich nicht optimal.

Prognose: One-and-Done



VCU Rams (7)

MVP: Treveon Graham, Wing/Big, 6-7, Senior
Dass die Rams überhaupt im NCAA Tournament ist zu großen Teilen Treveon Graham zu verdanken. Er ist die Go-to-Option im Angriff und muss sich viele Würfe selber in Isolationen erarbeiten. Das hört sich im ersten Moment nicht besonders an, allerdings tat er dies humpelnd. Seit Monaten läuft der Senior überhaupt nicht rund und hat mit den hartnäckigen Nachwirkungen einer Fußverletzung zu kämpfen. Mehr stolpernd als laufend schleppt er sich meist über das Feld und gehört dennoch zu den besten Akteuren in einer der intensivsten Spielweisen der NCAA. Spielerisch ist sein Scoring eine Bank, auf die sich sein Team verlassen kann.

X-Faktor: JeQuan Lewis, Guard, 6-1, Sophomore
Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Briante Weber war der Schock zunächst groß, da er die Spielweise des Teams lebte. Doch JeQuan Lewis sorgte in den letzten Wochen mit soliden Leistungen dafür, dass sich das Team, zwar mit einer Schwächphase inbegriffen, am Ende einigermaßen sicher für das NCAA Tournament qualifizierte. Lewis hat nun die verantwortungsvolle Aufgabe, den Angriff zu leiten und dafür Sorge zu tragen, dass die Rams oft genug scoren, um ihre Pressverteidigung aufstellen zu können.



Backcourt
Wie bereits angesprochen ist JeQuan Lewis nun der Strippenzieher in der Offense und soll den Schaltknüppel souverän betätigen. Shaka Smart verlangt viel von seinem Aufbau und Lewis zeigt sich bisher unberührt von dem auf ihm lastenden Druck. Backup von Lewis ist Jonathan Williams, der Tempo machen kann, aber noch unerfahren ist. Neben Lewis variieren die Starter häufig. Melvin Johnson ist der beste Schütze des Teams. Wenn er anfängt seine Dreier zu treffen, hat der Gegner meist einen schweren Stand, weil es den Rams die Möglichkeit gibt, ihre Presse schnell aufzustellen und die Treffer die Intensität der Verteidiger nochmal erhöhen. Doug Brooks kann ebenfalls einen sehr moderaten Touch aus dem Dreipunktebreich aufweisen. Allerdings sind seine Würfe teils noch überhastet und nicht von solcher Selbstüberzeugung geprägt wie Johnsons. Auf dem dritten Backcourt Spot sind Jordan Burgess und Terry Larrier die Rivalen um die Minuten. Burgess kann mehr Erfahrung und ein besseres, da routinierteres, Entscheidungsverhalten aufweisen. Er weiß um seine Stärken (Athletik) und seine Schwächen (Wurf). Larrier hingegen ist in erster Linie ein riesiges Talent. Er könnte sich zum besten Spieler entwickeln, den Smart je trainieren durfte. Mit seiner Größe und Athletik findet er sich bestens im schnellen Stil der Rams zurecht. Unbekümmert versucht er in der Offense viel und wird dafür oft belohnt. Defensiv ist er ein Musterbeispiel des Spielertyps, den Smart sich hier wünscht: Lang, athletisch und ständig in Aktion.

Frontcourt
Mo Alie-Cox ist ein Kraftpaket, das mit langen Armen viele Rebounds holt, Würfe blockt und Pässe abfälscht. Offensiv entwickelt er sich zudem langsam zu einem Basketballer. Sein Freiwurf ist zwar immer noch schwach, doch immerhin zeigt er Potential beim Jumphook. Treveon Graham ist die personifizierte Offense der Rams. Haben sie keinen schnellen Abschluss, wird ein Pick & Pop mit Graham gespielt, der anschließend die Bahn geräumt bekommt und seinen Gegenspieler im 1-1 schlagen darf. Justin Tillman ist ein guter Athlet, der als Freshman naturgemäß noch etwas schwach auf der Brust ist. Allerdings ist er sehr agil und bildet damit ein gutes Gegenstück zu Mo Alie-Cox.

Spielweise
Die Rams selber bezeichnen ihre Spielweise als Havoc (Verwüstung) und diese Beschreibung trifft es ganz gut. Mit ihrer Spielweise wurden sie berühmt und erreichten bereits ein Final Four. Kernelement der Verwüstung ist eine harte Defense, die den Gegner in Hektik verbreiten soll. Bereits der gegnerische Einwurf wird erschwert. Mit verschiedenen Varianten einer Pressverteidigung jagen die Rams ihre Gegner über das Feld und lauern auf die kleinste Nachlässigkeit, die sie umgehend bestrafen können. Daher erzielen viele leichte Punkte aus Fastbreaks und treiben selbst erfahrene Teams in die Verzweiflung. Offensiv wird nicht lange gefackelt. Die Rams löten nach wenigen Pässen auf den Korb und gehen ihren Würfen aggressiv hinterher. Steht die Verteidigung zu sicher, wird Treveon Graham mittels Pick & Pop freigespielt. Anschließend darf er sich im 1-1 einen Korb erspielen.

Tournament Aussichten
Die Verletzung von Briante Weber war ein harter Schlag. Kein anderer Spieler verkörpert diese Spielweise besser als der Guard, der auf dem besten Wege war, einen neuen NCAA Rekord in Steals aufzustellen. Auch wenn Lewis gut in die Bresche sprang, sind die Rams ohne Weber einfach nicht mehr so gallig und unüberwindbar. Zudem braucht Treveon Graham dringend Unterstützung in der Offense, da seine Fußverletzung ihn einschränkt. Terry Larriers jüngste Entwicklungssprünge kommen daher sehr gelegen. Alleine aufgrund der Spielweise sind die Rams immer ein Kandidat für das Sweet Sixteen. In der Rolle des Underdogs fühlen sie sich zudem gut aufgehoben.

Prognose: Round of 32



Oregon Ducks (8)

MVP: Joseph Young, Guard, 6-3, Senior
Der amtierende PAC12 Player of the Year ist einer der besten Scorer des Landes und schultert den Großteil der Ducks Offense. Er kann sich seinen eigenen Wurf im 1-1 oder wahlweise auch im Pick & Roll erspielen. Sein Selbstvertrauen ist unerschütterlich, weshalb er aus der Mittel- und Dreierdistanz ein hochbrisanter Gefahrenpunkt für die gegnerische Verteidigung ist. Auch seine Mitspieler hat er im Blick und bedient diese, wann immer es sich anbietet. Als Bonus obendrauf ist er auch noch einer der besten Verteidiger, die man an der Westküste findet. Mit seinen langen Armen und flinken Beinen, kann er jeden Gegenspieler vor sich halten und ihm in einem unaufmerksamen Moment den Ball aus den Händen entreißen.

X-Faktor: Dwayne Benjamin, Wing, 6-6, Junior
Der ehemalige Junior College Spieler wurde von ESPN-Experte und –Geschichtenerzähler Bill Walton jüngst mit dem Spitznamen „Snoop Dogg“ bedacht, in Anlehnung an dessen Haarpracht. Abgesehen davon kam Walton auch nicht darum festzustellen, dass Benjamin einer dieser Spieler ist, die ihr Spiel in den Momenten, auf die es ankommt, nochmal auf ein höheres Niveau hieven kann. Mit dieser Beobachtung traf er voll ins Schwarze. Denn Benjamin ist in der Tat sehr talentiert und kann aufgrund seiner Vielseitigkeit ein lohnenswertes Missmatch für die Ducks sein. Zudem konnte er sich im Lauf der Conference Saison kontinuierlich steigern.



Backcourt
Joseph Young übernimmt in der Regel den Spielaufbau neben vielen weiteren Aufgabenbereichen. Der Scorer findet immer eine Möglichkeit, seinen Kontrahenten abzuschütteln und ist auch in der Lage auf variable Arten abzuschließen. Mit seiner Toughness und seinem Kampfgeist vereint er alle Eigenschaften, die ein guter Anführer beim College Basketball haben sollte. Jalil Abdul-Bassit ist ein exzellenter Schütze. Der aus Alaska stammende Guard kann ebenfalls wichtige Würfe treffen und strahlt auf dem Feld eine wohltuende Ruhe aus, die dem Team hilft, auch in heißen Phasen einen kühlen Kopf zu bewahren. Von der Bank kommt Ahmaad Rorie als zweiter Ballhandler ins Spiel. Er ist ein kleiner, quirliger Guard, bei dem das Spielgerät gut aufgehoben ist. Seine Freshman Saison verlief sehr vielversprechend. Auch der zweite Freshman Guard Casey Benson konnte seine Minuten bislang gut nutzen. Er ist ein guter Organisator auf dem Feld, muss aber noch an seinem Wurf arbeiten.

Frontcourt
Der Kanadier Dillon Brooks ist eine der Schlüsselfiguren der diesjährigen Erfolgsgeschichte. Erst spät im Sommer wurde Brooks verfügbar, da er eigentlich erst in diesem Jahr von der Highschool abgehen sollte. Ein Glücksfall für Dana Altman, der sofort zuschlug und Brooks seitdem optimal in sein System einbindet. Der bullige Wing muss mehrere Positionen bekleiden und verrichtet seine Aufgaben aufgrund seiner vielen Talente hervorragend. Er reboundet gut, zieht hart zum Brett, kann werfen und verteidigt bissig. Elgin Cook ist ebenfalls ein Allrounder und konnte sich spielerisch im Vergleich zu seiner ersten Saison in allen Belangen deutlich steigern. Mittlerweile ist er schwierig zu verteidigen, da er konsequent den Korb attackiert und immer einen Weg findet, den Durchbruch zu schaffen. Jordan Bell gibt den Ducks als einziger Big Man eine Zonenpräsenz. Besonders in der Defense und beim Blocken von Würfen ist seine Person sehr gefragt. Daher muss er noch lernen, mit seinen Fouls hauszuhalten, damit er seinen Mitspielern auch gegen Ende eines Spiels zur Seite stehen kann. Als sechster Mann kommt Dwayne Benjamin von der Bank und gibt auf allen Frontcourt Positionen seine Fähigkeiten zum Besten. Er kann ein Spiel verändern oder sogar entscheiden, da er schwer zu verteidigen ist und das nach und nach auch selber verinnerlicht.

Spielweise
In der Offense lässt Altman wie gewohnt seine Motion Offense laufen. Bei dieser wird Bell auf dem Highpost platziert, wo er den Ball erhält und als Passstation fungiert. Meistens ist Altman darauf aus, dass Joseph Young sich den Ball per Handoff schnappt und mit Tempo zum Korb zieht. Generell lassen die Bucks den Ball gut laufen und finden immer den freien Mann, der sich meistens mit einem Treffer bedankt.
In der Defense spielen die Ducks am liebsten ihre 3-2-Zone, der eine Zonenpresse vorausgeht. Beide Formen sind sehr effektiv und helfen Altmans Truppe, körperliche Defizite zu kaschieren.

Tournament Aussichten
Von vielen unbemerkt spielten die Ducks mal wieder eine sehr solide Saison. Führt man sich dann noch vor Augen, dass Altman sein Team komplett neu aufbauen musste, ist diese Leistung nur umso höher zu bewerten. Pünktlich zum Tournament Beginn sind die Ducks eingespielt und alle Akteure sind sich mittlerweile ihrer Fähigkeiten und Rollen bewusst. Angeführt von Joe Young sollte daher ein Überstehen des ersten Spiels möglich sein. Für das Erreichen des zweiten Wochenendes muss ein gutes Matchup her. Spätestens im Sweet Sixteen sind die jungen Enten aber am Ende der Reise angelangt. Gegen die Topteams fehlen die Tiefe, Größe und Erfahrung.

Prognose: Round of 32



Oklahoma State Cowboys (9)

MVP: Phil Forte, Guard, 5-11, Junior
Ursprünglich kam Forte nur als Mitbringsel auf den Campus, den Ford mit ins Team aufnahm, da sonst Marcus Smart nicht zu den Cowboys gekommen wäre. Die beiden Buddies gab es nur im Paket. Als Freshman konnte er als gefährlicher Scharfschütze sogar für Impulse sorgen und direkt eine bedeutende Rolle einnehmen. Jetzt, da ihn sein Smart verlassen hat, ist Forte zum wichtigsten Spieler in Stillwater gereift. Er kann den Ball mittlerweile auf den Boden setzen und sich einen halbwegs guten Wurf erarbeiten. In der Zone hilft ihm sein kräftiger Oberkörper dabei, Kontakt zu absorbieren. Auch beim Pick & Roll und als Vorbereiter konnter bisweilen glänzen.

X-Faktor: Le’Bryan Nash, Big, 6-7, Senior
Seit seinem Freshman Jahr warten die Anhänger der OSU darauf, dass Nash endlich der Star wird, der er sein könnte. Er deutet sein Potential zwar immer wieder an, doch ihm fehlt die Konstanz. Sein Kopf steht ihm manchmal im Weg, da er sich zu sehr auf Kleinigkeiten fokussiert und sich eigene Fehler zu sehr zu Herzen nimmt. Dann schaltet er ab oder forciert schlechte Würfe und lässt jedwede Intensität vermissen, die nötig wäre, um seiner Mannschaft zu helfen. Für einen Sieg im Tournament muss Nash zur Höchstform finden.



Backcourt
Den Spielaufbau übernimmt meist Anthony Hickey. Der Neuzugang von LSU hat die Aufgabe die Sets anzusagen und anschließend entweder Forte oder Nash mit einem zielgenauen Anspiel zu bedienen. Allerdings kann Hickey auch selber kreativ werden und wichtige Würfe treffen. Besonders aus der Distanz ist er in der Lage, die verrücktesten Würfe zu treffen. Phil Forte wird außerdem entlastet, indem er nicht auch noch den Ballvortrag übernehmen muss. Spätestens aber der Mittellinie übernimmt er dann das Kommando und kreiert auf verschiedenste Weise die Würfe für sich und seine Nebenleute. Von der Dreierlinie ist er weiterhin der gefährlichste Spieler der NCAA. Jeff Newberry vervollständigt die Starting Spots. Er ist ein guter Verteidiger und kann den Ball lange genug halten, um Hickey und Forte die Gelegenheit zu geben, gleichzeitig um Blöcke herumzulaufen, damit diese zu offenen Würfen gelangen. Newberry selber kann auch den offenen Dreier treffen. Von der Bank kommt mit Freshman Tyree Griffin ein kleiner Wirbelwind ins Spiel, der in der Offense gut zum Korb zieht und defensiv eine Klette am Ballführer sein kann. Jeffrey Carroll und Tavarius Shine kommen meist zu Kurzeinsätzen und dürfen testen, ob sie in Form sind, um Distanzwürfe einzunetzen. Ist dies nicht der Fall, nehmen sie relativ schnell wieder auf der Bank Platz.

Frontcourt
Le’Bryan Nash ist der einzige verlässliche Punktelieferant in der Zone. Verlässlich deshalb, weil man weiß, dass er zumindest in der Lage ist zu scoren, wenn man ihn geschickt positioniert. Die Konstanz lässt er leider immer noch vermissen. Besonders sein Midrange Game, eigentlich seine große Stärke, ist sehr wechselhaft. Michael Cobbins ist der Defensivspezialist unter den Brettern und blockt viele Würfe. Außerdem ist an beiden Enden des Feldes ein guter Rebounder. Als Backups sehen wahlweise Mitchell Solomon oder Anthony Allen Minuten. Solomon erhält meist den Vorzug seit seiner Coming-Out-Party gegen Kansas. Leyton Hammonds ist das Pendant zu Nash. Er ist ähnlich athletisch und ähnlich inkonstant beim Wurf.

Spielweise
Wann immer es möglich ist, wollen die Cowboys rennen, denn Travis Ford weiß genau, dass er sich nie auf die Ausführung seiner Halfcourt Sets verlassen kann. Zu viel ist tagesformabhängig. Die meisten Plays werden für Phil Forte gelaufen, wobei viele auch eine Ausstiegsoption für Nash beinhalten. Meistens handelt es sich um die typischen Shooter Plays, die etwas modifiziert sind, um sie den Stärken der Spieler besser anzupassen. In der Defense können die Cowboys auf eine 2-3-Zone zurückgreifen, da sie mit Cobbins einen guten Koordinator unter dem Korb aufweisen können. Allerdings ist diese Variante meist nur ein Hilfswerkzeug, falls die Starter Foulprobleme haben oder müde werden.

Tournament Aussichten
Erwischen Hickey, Nash und Forte einen guten Tag, können die Cowboys bei gut stehender Verteidigung selbst Topteams ein Bein stellen, wie das Spiel gegen Kansas in heimischer Halle bewies. Andersherum kann es aber auch sehr leicht passieren, dass man selbst mit dem deutlichsten Underdog seine Probleme hat, wenn Nash und Hickey nicht ihre wilden Einzelaktionen erfolgreich abschließen und Forte komplett auf sich allein gestellt ist. Oklahoma State ist eine Wundertüte und unberechenbar für den Gegner.

Prognose: One-and-Done



Ohio State Buckeyes (10)

MVP: D’Angelo Russell, Guard, 6-5, Freshman
Er ist vielleicht die Entdeckung der diesjährigen NCAA Saison. Zwar galt er vor der Saison schon als recht talentierter Playmaker, stand jedoch stets im Schatten von Emmanuel Mudiay. Da dieser während der Saison von der Bildfläche verschwand und Russell gleichzeitig wöchentlich neue Fans gewann, ist Russell nun ein legitimer Anwärter auf einen der ersten drei Picks in der kommenden Draft. Russell ist ein erstklassiger Scorer, der ein Spiel in wenigen Minuten durch seine Punkteausbeute entscheiden kann. Doch Russell ist mehr als „nur“ ein elitärer Scorer, er ist auch ein genauso talentierter Passgeber, der während dieser Saison schon mehrfach Highlightpässe zum Besten gab. Besonders in der Transition spielt er Pässe, die seine Mitspieler in perfekte Ausgangslagen zu leichten Punkten versetzen.

X-Faktor: Marc Loving, Wing, 6-7, Sophomore
Zu Beginn der Saison war Marc Loving die klare zweite Scoring Option im Angriff. Besonders von der Dreierlinie war er unglaublich heiß und schien einfach nicht verfehlen zu können. Doch nicht nur aus der Distanz punktete Loving nach Belieben, viel beeindruckender war hingegen, dass er auch am Zonenrand seine Vorliebe zum Postup entdeckte. Dort konnte er in den ersten Saisonwochen ebenfalls mit seinen Fadeaways große Gefahr für den gegnerischen Korb ausstrahlen. Dann kam eine drei Spiele andauernde Suspendierung und seitdem ist Lovings Aufstieg ins Stocken geraten. Doch wenn die Buckeyes erfolgreich sein wollen, brauchen sie neben Russell einen zweiten verlässlichen Scorer neben Russell, damit gegnerische Teams sich nicht zu leicht auf das Spiel der Buckeyes einstellen können.



Backcourt
Shannon Scott und D’Angelo Russell ergeben ein sich gut ergänzendes Duett. Beide sind keine gelernten Aufbauspieler, können sich aber die Aufgaben um die Spielorganisation und die gerechte Verteilung des Spielgeräts aufteilen. Russell ist dabei der kreative Kopf, der besonders im Pick & Roll die Angriffsbemühungen seines Teams koordiniert. Allerdings kann er auch abseits des Balls effektiv sein, denn sein Dreier fällt zu einem akzeptablen Prozentsatz, weshalb die Defense nicht zu weit einsinken darf. Scott ist hingegen der deutlich bessere Verteidiger und kann dem gegnerischen Aufbauspieler den Zahn ziehen. Aber auch seine Spielübersicht konnte der Senior verbessern und darf sich mittlerweile getrost als guter Spielgestalter bezeichnen lassen. Von der Bank kommt der Redshirt Freshman Kam Williams, der mit seinen Dreiern in der Transition in einem Spiel die Wende herbeiführen kann.

Frontcourt
Den Ruf als Highflyer und Highlightmaschine erarbeitete Sam Thompson sich schon in seiner Freshman Saison. Doch mittlerweile ist der Musterathlet mehr als das. Er ist zu einem kompletten Basketballspieler gereift, der über einen soliden Sprungwurf verfügt und einer der besten Verteidiger der Big Ten ist. Einzig ein verbessertes Ballhandling wäre noch wünschenswert, damit er noch öfter selbstständig den Weg zum Korb finden könnte und nicht mehr so auf geniale Lobs seiner Mitspieler angewiesen wäre. Marc Loving konnte sich in dieser Hinsicht deutlich verbessern. Der einstmals reine Spotup Shooter ist mittlerweile in der Lage, nach einer Schussfinte den Ball auf den Boden zu setzen und bis zum Korb vorzustoßen. Auch im Lowpost kann er dank seiner Fadeaways eine Scoringoption darstellen. Das Sorgenkind der Buckeyes bleibt nach wie vor Amir Williams. Der Center hat das Potential, einer der besten Verteidiger der Big Ten zu sein und auch regelmäßig Double-Doubles aufzulegen. Er schafft es schlicht nicht sein Potential abzurufen. Und was viel schlimmer ist: Ihn scheint dies gar nicht weiter zu stören. Beinahe lustlos schleppt sich der Big Man oft über das Feld und wirkt oft so, als wäre er mit dem Kopf nicht bei der Sache, sodass ihm Bälle durch die Hände flutschen und er teilweise komplett die Orientierung verliert, was den Standpunkt seines Gegenspielers betrifft. Das Problem ist jedoch, dass Thad Matta keine Alternativen zur Verfügung hat. Trey McDonald ist offensiv extrem limitiert und defensiv foulanfällig. Anthony Lee, der für Temple einer der besten Rebounder der NCAA war, scheint das Basketball spielen verlernt zu haben. So sieht sich Matta sogar gezwungen, Jae’Sean Tate, einen knapp über 1,90m großen Freshman, als Center aufzustellen. Tate macht dies sehr gut und gleicht seine mangelnde Größe mit Körperkraft und unbändigem Willen aus. Er ist als einziger Innenspieler in der Lage, die Anspiele der Guards zu verwerten. In der Abwesenheit von Loving konnte ein weiterer Freshman auf sich aufmerksam machen: Keita Bates-Diop zeigte seinen sicheren Jumper aus der Distanz und stellt damit eine gute Alternative dar, sollte Loving nicht aus seinem Formtief finden.

Spielweise
Zu Beginn der Saison überraschte Thad Matta die Collegewelt, indem er in der Defense eine 2-3-Zone praktizieren ließ. Ausgerechnet das Team, das in den letzten Jahren die Härte der Big Ten mit Abstand am besten verkörperte und berüchtigt für die harte Mannverteidigung, gerade bei Einwürfen des Gegners, war, versteckte sich zu Beginn der Saison in einer passiven Zonenverteidigung. Welchen Hintergedanken Matta dabei auch verfolgte, er schien nicht aufzugehen, denn die Buckeyes präsentierten sich oft ungewohnt blutleer in der Defense und viele Veteranen schienen nicht so recht zu wissen, welche Aufgaben sie in dieser Verteidigung zu bewerkstelligen hatten. Spät, aber nicht zu spät, kehrte Matts schließlich zur Mannverteidigung zurück und seitdem spielen die Buckeyes wesentlich besser. Offensiv versuchen sie Sam Thompson mit Lobplays einzubeziehen oder Russell in Pick & Roll Situationen zu stecken. In diesen bevorzugt er den Drive über die linke Hand, weswegen er solange mit seinem Verteidiger spielt, bis dieser den Fehler begeht und ihm seine starke Hand gibt.

Tournament Aussichten
Die Buckeyes besitzen eine Menge Potential, das sie bislang aber kaum richtig abrufen konnten. D’Angelo Russell ist auf sich allein gestellt und muss in der Offensive extrem viel leisten. Das kostet Kraft. Immer wieder hatte er während der Saison gegen Ende einer Partie mit Krämpfen zu kämpfen. Das wird im Tournament bei der anhaltenden Belastung und den kurzen Ruhephasen an den Wochenenden nicht anders aussehen. Im Tournament können es sich die Buckeyes aber nicht leisten, wenn ihr Go-to-Guy nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Daher müssen dringend andere Spieler in die Bresche springen. Besonders Shannon Scott, Sam Thompson und Marc Loving sind hier gefragt zur Tat zu schreiten.

Prognose: One-and-Done



BYU Cougars (11)

MVP: Kyle Collinsworth, Guard, 6-6, Junior
Würden die Cougars in einer der großen Conferences spielen, wäre sein Name wahrscheinlich in aller Munde, denn die letzten 12 Monate des Juniors sprengen die Grenzen der Vorstellungskraft. Vor gut einem Jahr riss sich Collingsworth im Conference Tournament das Kreuzband. Gerade einmal ein halbes Jahr später stand er schon wieder zu Beginn der neuen Saison auf dem Court. Und dort spielte er stärker als je zuvor. Gerade in den letzten Saisonwochen mutierte er zu einem der besten College Spieler des Landes, der Triple Doubles am Fließband produzierte. Mit seiner Größe ist er ein Gigant auf der Aufbauposition. Sein Ballhandling und sein erster Schritt sind gut genug, um jeden Verteidiger mühelos zu schlagen. Gegen kleinere Gegenspieler geht er in den Lowpost und deklassiert sie dort. Als wäre dies selbstverständlich lenkt er zusätzlich noch die Offense, setzt seine Schützen und allen voran Tyler Haws gekonnt in Szene und reboundet so gut wie jeder Center.

X-Faktor: Tyler Haws, Wing, 6-5, Senior
Vor wenigen Wochen löste Haws Jimmer Fredette als Anführer der schulinternen Scoring Liste ab. Das zeigt, wie konstant Haws seine Cougars mit phänomenalen Auftritten zu Siegen führte. Nun gilt es für ihn, in seinen letzten Spielen als College Athlet, seine Karriere gebührend zu krönen. Haws ist ein begnadeter Scorer, der aus der Mitteldistanz nicht zu stoppen ist. Mit einer Vielfalt an Abschlüssen, die man sonst nur von NBA Spielern sieht, ist er in der Lage auf jede Verteidigungsvariante eine passende Antwort zu haben. Außerdem fällt auch sein Dreier mittlerweile sehr konstant.



Backcourt
Kyle Collinsworth ist der Antreiber der zweitbesten Offense der NCAA. Als solcher macht er das Spiel schnell, bringt den Ball früh zu den Schützen auf den Flügel und bereitet damit den Weg, zu einem temporeichen Halbfeldangriff. Einer dieser gewissenlosen Schützen ist Chase Fischer. Sobald er nur etwas Raum an der Dreierlinie bekommt, lässt er den Ball schon Richtung Korb fliegen. Durch sein blitzschnelles Release kann er auch mit einem Verteidiger in der Nähe seinen Wurf sehr hochprozentig versenken. Tyler Haws liebt hingegen das Spiel aus der Halbdistanz und ist sehr kreativ im Abschluss. So sind einbeinige Nowitzki-Würfe oder verschiedenste Floater-Sprungwurf-Mixturen keine Seltenheit. Von der Bank kommt weitere talentierte Scorer, die dafür sorgen, dass der Fluss in der Offense nie versiegt. Linkshänder Skyler Halford ist der sechste Mann und kann aus der Distanz binnen weniger Minuten sehr heiß laufen. Doch er ist nicht auf den Wurf fixiert, sondern kann auch zum Korb ziehen und in der Zone kreativ abschließen. Gleiches gilt für Anson Winder, der genauso wichtig für das Team ist, wie jeder einzelne Starter, da er jeden angemessen vertreten kann. Jake Toolson sieht auch gelegentlich Minuten.

Frontcourt
Hier sind die Cougars sehr groß und tief besetzt. Josh Sharp startet meist als 4er für Dave Rose. Er bringt jede Menge Intensität ins Spiel und ist wichtig für das Teamgefüge. Corbin Kaufusi ist in der Defense ein wichtiger Anker und Rebounder, während er offensiv gute Blöcke stellt. Allerdings muss er noch lernen, besseres Foulmanagement zu betreiben. Hier offenbart er noch deutliche Defizite. Zum Glück kann Rose jedoch auf viele Alternativen zurückgreifen. Eine davon ist Freshman Isaac Neilson. Er ist sogar noch ein Stück größer als Starter Kaufusi und kann in der Defense ebenso zupacken, wie sein Vorarbeiter. Ansonsten sind Luke Worthington und Ryan Andrus weitere Optionen für die großen Positionen.

Spielweise
Die Offense der Cougars gehört zu dem Besten, was die NCAA zu bieten hat. Das hat mehrere Gründe. Zum einen verfügen sie mit Kyle Collinsworth und Tyler Haws über eines der besten Duos der NCAA, das sich blind versteht und sehr gut ergänzt. Zum anderen sind um die beiden herum fast alle Spieler in der Lage den Dreier zu treffen oder nach einem gelungenen Fake mit ein, zwei harten Dribblings den Korb zu attackieren. Drittens sind die Abläufe in der Offense dermaßen automatisiert, dass sie bei allen Offensivaktionen ein rasant hohes Tempo gehen können, ohne lange darüber nachdenken zu müssen, was als nächstes passiert. In der Defense macht sich Coach Rose die Größe seines Teams gerne zu nutzen und lässt eine 2-3-Zone spielen, die kaum Passmöglichkeiten bietet und die Räume und Nahtstellen sehr gut versperrt.

Tournament Aussichten
Das Gesamtpaket, das die Studenten aus dem Mormonenstaat aufbieten können, ist äußerst gefährlich und ein wahrer Stolperstein für jeden Gegner und Favoriten. Sie haben die Größe und Tiefe unter dem Korb, um dominante Big Men auszuschalten. Sie haben die fähigen Go-to-Guys, denen man in engen Schlussphasen den Ball in die Hand drücken kann und die dort dann die richtigen Entscheidungen treffen. Als Bonus obendrauf gibt es noch eine Armada an Scharfschützen, die jedem Gegner den Wind aus den Segeln nehmen kann, da die Frequenz, in der sie ihre Dreier durch das Netz jagen enorm entmutigend sein kann. Die hohen Seeds der Region müssen auf der Hut sein, um nicht zu sehr unter Beschuss zu geraten.

Prognose: Sweet Sixteen



Ole Miss Rebels (11)

MVP: Stefan Moody, Guard, 5-10, Junior
Moody ist der Dreh- und Angelpunkt in der Offense. Er ist an jeder offensiven Aktion beteiligt und kontrolliert als Ballhandler meist das Tempo. Am wertvollsten ist Moody jedoch am Ende eines knappen Spiels. Mit Moody auf dem Feld beschleicht den Beobachter stets das Gefühl, sein Team könne gar nicht verlieren. So traf er beispielsweise den Gamewinner gegen Florida oder war gegen Kentucky hauptverantwortlich dafür, dass die Rebels als erstes Team der Saison in Reichweite eines Upsets kam. Dafür wurde er von Coach Cal auch gelobt, denn dieser war der Ansicht, dass die Cats das Spiel verloren hätten, wäre Moody nicht zu Beginn der Verlängerung mit Krämpfen ausgewechselt worden.

X-Faktor: Jarvis Summers, Guard, 6-3, Senior
Neben Moody ist Summers der zweite gefährliche Guard für jeden Gegner. Zwar gingen die Zahlen in seiner letzten Saison für Ole Miss etwas in den Keller, doch dafür trifft er noch bessere Entscheidungen und ist in den entscheidenden Momenten zur Stelle. So sorgte er mit vier wichtigen Punkten in der Schlussphase beim ersten Spiel gegen Florida für einen wichtigen Erfolg. Größeren Anlass zur Sorge gibt eigentlich nur sein Dreier. Der fällt in diesem Jahr nicht mehr der Sicherheit, die man eigentlich von ihm gewohnt ist. Aber auch hier kann der Senior mit all seiner Routine im richtigen Moment einen Zahn zulegen.



Backcourt
Das Gespann aus Moody und Summers ist ein absoluter Albtraum für jede Defense. Im 1-1 sind beide eigentlich nicht zu halten. Daher stellt es für jede Defense eine große Herausforderung dar, beide gleichzeitig zu kontrollieren. Einer von beiden wird immer zu wenig Aufmerksamkeit von der Defense bekommen und das gnadenlos auskosten. Neben den beiden begnadeten Scorern konzentriert sich Martavious Newby um die unliebsamen Aufgaben in der Verteidigung und beim Rebound. Für seine geringe Körpergröße ist Newby ein exzellenter Rebounder, was sich durch sein hohes Engagement, seinen ständig laufenden Motor und seine exzellente Athletik begründen lässt. LaDarius White liefert von der Bank Instant Scoring und würde bei den meisten Tournament Teams wohl starten. Mit der Backup Rolle hinter den beiden Scorern gibt er sich zufrieden und bekommt in deren Abwesenheit genug Wurfmöglichkeiten, um sein Qualitäten aus der Distanz und beim Drive zu demonstrieren. Terence Smith ist der Backup Ballhandler und kann Summers und Moody im Ballvortrag entlasten.

Frontcourt
M.J. Rhett und Sebastian Saiz sind ein gutes Big Man Gespann, das sich hervorragend dem Backcourt Trio anpasst. Beide stellen gute Screens für die beiden wurfstarken Guards und profitieren von deren Anwesenheit. Denn sowohl Rhett als auch Saiz können am Korb sehr hochprozentig abschließen oder sogar auf die Halbdistanz ausweichen, was sie zu guten Zielen für die Anspiele der Guards macht. Beide sind zudem harte Arbeiter am Brett und fischen viele Fehlversuche aus der Luft. Dwight Coleby gibt den beiden Verschnaufpausen und liefert in seinen Einsatzminuten die gleichen Leistungsangebote, wie es die Starter tun. Offensiv verwertet er, was ihm zugespielt wird, und defensiv hält er die Intensität hoch. Anthony Perez kommt ins Spiel, wenn Coach Kennedy das Spiel schneller machen will. Mit seiner Mobilität kann er in den verschiedenen Verteidigungsformen variabel eingesetzt werden. Aaron Jones erhält ebenfalls Kurzeinsätze.

Spielweise
Die Rebels wollen das Spiel schnell machen und möglichst viel Rennen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, variieren sie ihre Verteidigungsformen sehr oft. Das verwirrt den Gegner und führt dazu, dass dieser oft den Ball wegwirft. Am effektivsten ist dabei die 1-3-1-Halfcourttrap. Hier machen sich die Rebels die Länge der Bigs und die Schnelligkeit der Guards zu Nutze. Mit hoher Intensität wird der ballführende Spieler in die Enge getrieben und dermaßen unter Druck gesetzt, dass er in Panik verfällt und den Ball verliert. Ole Miss schaltet dann schnell um und sichert sich einfache Fastbreakpunkte. In der Halfcourt Offense spielen die Rebels viel Pick & Roll auf der Seite und nutzen die Kreativität Moodys und Summers konsequent aus. Besonders beliebt ist auch ein Handoff an der Seitenlinie zwischen den beiden Guards, wobei derjenige, der den Ball erhält, sofort über die Mitte pentriert und meistens eine freie Bahn vorfindet.

Tournament Aussichten
Spätestens nach der Performance gegen Kentucky sollte man sich die Rebels als Upset Kandidaten rot markieren. Die Guards sind in der Lage im Alleingang Spiele zu gewinnen, können aber gleichzeitig auch innerhalb des Systems bleiben und dabei sehr temdienlich spielen. Ein weiterer Trumpf ist die variable und aggressive Defense, die für viele leichte Punkte sorgt. Allerdings stehen sich die Rebels gerne selber im Weg und schaffen es meistens, den Gegner durch eigene Nachlässigkeiten wieder aufzubauen und ins Spiel zurückkehren zu lassen. Das wird im Tournament schnell bestraft.

Prognose: Round of 32



Wofford Terriers (12)

MVP: Karl Cochran, Guard, 6-1, Senior
Zu sagen, dass Cochran der wichtigste Spieler des Teams ist, ist sogar fast noch eine Untertreibung. Cochran führt sein Team in allen Belangen an. In der Offense sind alle Sets auf ihn zugeschnitten, sodass er entweder selber die Punkte erzielt oder seine Mitspieler in Szene setzt, weil er so viel Aufmerksamkeit seitens der Defense auf sich zieht. Cochran hat es dabei perfektioniert, Downscreens richtig zu nutzen. Er läuft sehr eng und mit hoher Geschwindigkeit an den Blöcken seiner Mitspieler rum und liest die entstandene Situation in Sekundenbruchteilen richtig. Meistens curlt er direkt wieder Richtung Korb und trifft beim Drive die richtige Mischung aus eigenem Abschluss und Pass zum offenen Nebenmann. Außerdem ist Cochran ein exorbitant guter Rebounder und Verteidiger, der sich meist neben seiner Hauptrolle im Angriff auch noch um den besten Scorer des Gegners kümmert. Cochran ist ein geborener Anführer.

X-Faktor: Spielkontrolle
Sobald die Terriers die Kontrolle über eine Begegnung an sich reißen können, haben sie sehr gute Karten, das Spiel für sich zu entscheiden. Zwingen sie dem Gegner ihren Stil auf und können sie ihre Offense durchlaufen, wird es schwer, sich aus der Umklammerung zu befreien. Diese Dominanz schlägt sich auch in den Zahlen wieder: Gewannen die Terriers das Reboundduell, verloren sie bisher kein Spiel (in 15 Partien der Fall); Trafen sie besser aus dem Feld als der Gegner, verloren sie kein Spiel (in 22 Partien der Fall); erzielten sie 70 Punkte oder mehr, verloren sie kein Spiel (in 15 Partien der Fall).



Backcourt
Eric Garcia ist der Aufbauspieler des Teams. In dieser Funktion übernimmt er drei wichtige Aufgaben. Erstens soll er Topscorer Karl Cochran mit präzisen Anspielen bedienen, wenn dieser aus den Blöcken gestürmt kommt. Zweitens muss er im Anschluss daran mit einem Rückpass rechnen und dann bereit sein, seine Distanzwürfe einzunetzen, damit seine Gegenspieler nicht einsinken können, um Cochran Drives zu unterbinden. Zu guter Letzt ist er auch in der Defense gefragt, seinen Mann vor sich zu halten und intensiv zu spielen. Karl Cochran ist wie bereits beschrieben der Backcourt Partner Garcias und der Fokalpunkt der Terriers. Er ist die wichtigste Offensivoption. Als solche zieht der Guard extrem viel Aufmerksamkeit auf sich und eröffnet seinen Mitspieler freie Wurfmöglichkeiten. Spencer Collins hat gelernt, an der Seite von Cochran zu existieren und profitiert davon. Er ist ein guter Offensivallrounder, der als Ballhandler den Ball auf den Boden setzen kann und Kontakt beim Zug zum Korb nicht aus dem Weg geht. Aber auch sein Jumper ist sicher und technisch sauber. Von der Bank kommen Jaylen Allen und John Swinton. Allen ist ein exzellenter Schütze, während Allen Erfahrung und gute Defense in die Waagschale werfen kann.

Frontcourt
Lee Skinner ist der kongeniale Partner von Cochran. Von ihm bekommt der Topscorer häufig gute Screens gesetzt. Sobald Cochran den Ball bekommt, haben die beiden ein blindes Verständnis dafür entwickelt, was der jeweils andere machen wird und sind bereit darauf zu reagieren. Skinner kann Cochrans Durchstecker gut verarbeiten. Des Weiteren ist er eine Stütze beim Rebound und ein guter Postverteidiger, was wichtig wird, sobald die Terriers auf talentierte Innenspieler treffen. Justin Gordon soll harte Defense spielen und für Kompromisslosigkeit an den Brettern sorgen. In der Offense spielt er eher eine untergeordnete Rolle. Seine Spielweise ist sehr foulintensiv, weshalb Coach Mike Young sich glücklich schätzen kann, dass er von der Bank mit C.J. Neumann eine identische Kopie des Spielertyps zur Verfügung stehen hat.

Spielweise
In der Offense laufen die Terriers am liebsten ihre Diamond Offense, bei der Cochran unter dem Korb steht, sich einen Downscreen zu seiner rechten oder linken aussuchen kann und aus diesem Block heraus attackiert. In diesen Situation vertraut Coach Young darauf, dass Cochran mit seiner Erfahrung und Spielintelligenz die richtige Entscheidung trifft. Ergibt sich keine gute Wurfgelegenheit, läuft das Team gerne ihre Pick & Roll Offense und versucht so Cochran, Collins oder Skinner einen guten Wurf zu ermöglichen.

Tournament Aussichten
Das Team ist erfahren, hat eine klare Hierarchie und in Cochran einen überragenden Spieler, der ein Spiel entscheiden kann. Und dafür muss Cochran nicht einmal groß als Scorer in Erscheinung treten, denn er zieht auch so jede Menge Aufmerksamkeit auf sich, um seinen Mitspielern Räume zu öffnen. Aufgrund dieser Konstellation sind die eingespielten Terriers eine große Gefahr für jeden unaufmerksamen Favoriten.

Prognose: Round of 32



Harvard Crimson (13)

MVP: Wesley Saunders, Guard, 6-5, Senior
Wesley Saunders zeigte während seiner Karriere oftmals, wie wichtig er für sein Team sein kann. Doch in vielen Partien hatte man das Gefühl, er würde nicht das zeigen, was er eigentlich aufbieten könnte. Im Saisonfinale der Ivy League unterstrich er jedoch, was für ein elitärer Spieler Saunders sein kann. Er hat ein exzellentes Midrange Game, bei dem seine Geduld und Cleverness aufblitzen. Er schafft es mit vielen Finten, seinen Gegenspieler in die Luft zu bringen. Anschließend zieht er entweder das Foul oder schließt per Steptrough ab. Auch der Dreier ist in seinem Repertoire verankert. Wenn Harvard erfolgreich sein will, muss Saunders jedoch scoren wollen.

X-Faktor: Steve Moundou-Missi, Big, 6-7, Senior
Auf den ersten Blick scheint Moundou-Missi der wichtigste Mann in der Verteidigung der Ivy League Sieger zu sein. Kein Wunder, denn der Kameruner ist mit seiner Athletik und seiner Toughness nicht nur der beste Rebounder des Teams, sondern wurde auch vollkommen zurecht als bester Verteidiger der Ivy League ausgezeichnet. Dennoch liegt seine Schlüsselrolle in der Offense. Trifft der Senior, wie im Endspiel der Conference, seinen Mitteldistanzwurf, ist Harvards Offense um einiges effektiver, denn die meisten Gegner geben ihm diesen Wurf, um Saunders und Chambers besser zu kontrollieren.



Backcourt
Siyani Chambers zieht dieses Jahr wieder die Fäden bei Harvard. Der flinke Linkshänder bringt ein Überraschungsmoment in die Offense seines Teams ein, die ansonsten sehr durchschaubar ist. Im 1-1 schafft er es fast immer seinen Gegenspieler zu schlagen. Besonders über seine linke Hand ist er kaum zu stoppen. Allerdings fehlen ihm Größe und Masse, um in der Zone zu scoren, weshalb er oft vorher abbricht und einen wenig effektiven Floater nimmt. Wesley Saunders agiert ebenfalls lieber aus der Mitteldistanz. Er liest die Verteidigung hervorragend und hat immer einen Move im Petto, der ihm Platz und Zeit verschafft, um entweder selber abzuschließen, ein Foul zu ziehen oder einen Nebenmann zu bedienen. Agunwa Okolie ist ein ausgesprochen guter Verteidiger und bringt Härte auf den Guard Positionen. Offensiv ist sein Spiel noch sehr roh und befindet sich mitten in der Entwicklung. Corbin Miller ist dagegen ein guter Schütze, der aber noch nicht so zielsicher vollstreckt, wie er das seinem Ruf nach tun könnte.

Frontcourt
Steve Moundou-Missi ist der wichtigste Two-Way-Player des Teams und an beiden Enden des Feldes extrem gefragt. Verteidigt er defensiv auf gewohnt hohem Niveau und schafft er es offensiv, seine Midrange Jumper einzunetzen, kann Moundou-Missi Spiele entscheiden. Unterstützung erhält der Senior unter den Körben von Kenyatta Smith und Zena Edosomwan. Beide sollen Rebounds holen und die Zone versperren. Jeder Durchstecker oder sonstige Punktbeitrag ist ein zusätzlicher Bonus. Jonah Travis ist vielleicht der härteste Spieler des Kaders. Mit seinen langen Armen und breiten Schultern ist er prädestiniert zum Rebounding. Auch in den Passwegen steht Reid sehr aufmerksam und klaut viele arglose Pässe. Er kann ein Spiel mit seiner Intensität verändern.

Spielweise
Die Offense von Harvard ist extrem geduldig und von Spielkontrolle bestimmt. Tommy Amaker will, dass seine Schützlinge aus jedem Ballbesitz das Maximum herausholen. Daher sind viele Sets geschickt aufgebaut und laufen darauf hinaus, dass entweder Saunders oder Chambers zu ihren Lieblingsmoves greifen können. Allerdings fehlt manchmal der Turbo in den Bewegungen, was guten Defensivteams die Gelegenheit gibt, die Angriffe sehr planlos und wirr aussehen zu lassen.
Den größten Sprung hat Harvard unter Amaker allerdings in der Defense gemacht. Dort können die Athleten einem Spiel mit ihrer Härte ihren Stempel aufdrücken und den Gegner in die Ecke drängen.

Tournament Aussichten
Harvard ist stets ein unangenehmer Gegner, wenn man ihn unterschätzt. Das bewiesen die letzten Jahre sehr eindrucksvoll. Allerdings ist das diesjährige offensiv weniger variabel als in vergangenen Tournaments und daher sehr abhängig davon, dass der Gegner den eigenen Stil mitspielt. Dann können die Crimson Spieler ihre Geduld und ihre Spielverständnis ausleben. Ist dies nicht der Fall, kann es für Harvard auch schnell böse enden. Denn spielerisch können die meisten Spieler nicht mit dem Niveau der Topteams mithalten.

Prognose: One-and-Done



Georgia State Panthers (14)

MVP: R.J. Hunter, Wing, 6-6, Junior
R.J. Hunter ist der beste Scorer der NCAA. Es gibt vielleicht Spieler mit einem höheren Punktschnitt (sowohl pro Spiel als auch auf 40 Minuten hochgerechnet), allerdings ist kein anderer Spieler so sehr auf sich alleine gestellt wie Hunter bei Georgia State. Der Scorer wird hauteng bewacht und die Gegner versuchen ihn mit allen Mitteln aus dem Spiel zu nehmen. Zudem erzielt er viele Punkte nicht aus Sets, die auf ihn ausgerichtet sind, sondern muss sie sich auf eigene Faust erarbeiten. Dabei ist bei ihm eine gewaltige Entwicklung zu beobachten, da er einst als eindimensionaler Shooter galt, der nur aus Blöcken kommend seine Sprungwürfe treffen kann. Doch mittlerweile ist sein Pick & Roll Verhalten auf sehr hohem Niveau, was ihm sein verbessertes Ballhandling ermöglicht.

X-Faktor: Kevin Ware, Guard, 6-2, Junior
Für einen großen Teil seiner ersten Saison im Dress der Panthers nahm Ware nicht wirklich eine bedeutende Rolle ein. Zwar erhielt er von der Bank aus kommend einige Minuten und konnte seine starke Defense demonstrieren, doch gerade offensiv war er nicht die Verstärkung, die sich viele vielleicht erhofft hatten. Da sich aber Starter Ryan Harrow im Conference Semifinale verletzte, muss Ware nun in die Bresche springen. Dass er das kann, bewies er im Conference Finale, als er sein Team auf die Siegerstraße führte und seine beste Saisonleistung abrief.



Backcourt
Sollte Ryan Harrow fit sein, wäre das ein wichtiger Bonus für Coach Hunter. Er ist neben Hunter der einzige Scorer des Teams. Er kann nicht nur die offenen Würfe treffen. Auch im 1-1 kreiert er sich seine eigenen Würfe und stellt für die Verteidigung eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Als möglicher Vertreter steht Kevin Ware in den Startlöchern. Der Guard sagt aber von sich selber, dass er noch nicht gänzlich da sei, wo er während seiner Zeit bei den Cardinals war. Die zwei Jahre Pause machten sich zuletzt jedoch nicht bemerkbar, da er Harrow würdig vertreten konnte. Dennoch strahlt er nicht dessen Korbgefahr aus und muss sich seine Kräfte sorgsam einteilen, da er auch in der Defense ein wichtiger Bestandteil des Teams ist. Ryan Green ist als zweiter Starter im Backcourt gesetzt. Er ist ebenfalls ein sehr engagierter Verteidiger, kann sich aber kaum in die Offense einbringen. Gleiches gilt für Backup Isaiah Dennis. R.J. Hunter ist ein begnadeter Schütze, der mittlerweile auch im Ballhandling gut genug ist, um beispielsweise die Verteidiger beim Pick & Roll zu splitten.

Frontcourt
Im Frontcourt befinden hauptsächlich harte Arbeiter, die in der Defense die Zone verdichten und säubern. Offensiv scoren sie dagegen nur durch Putbacks und Durchstecker. Markus Crider hat noch den größten offensiven Output, zwingt es aber manchmal zu sehr. Ins 1-1 sollte man ihn lieber nicht involvieren. Curtis Washington ist in jeder Hinsicht ein guter Verteidiger. Sowohl in der Teamdefense als auch Lowpost verrichtet er seine Aufgaben sorgfältig. In der Offense hat er Schwierigkeiten beim Pick & Roll, was die gesamte Offense hemmt. T.J. Shipes ist ein weiterer Arbeiter am Brett und verschafft Crider oder Washington Pausen. Jordan Session kann auch sporadisch eingesetzt werden.

Spielweise
Die Panthers gewinnen mit Sicherheit keinen Schönheitspreis für ihre Art Spiele zu gewinnen. Doch das verlangt auch niemand. In der Defense praktizieren sie eine 2-3-Matchup-Zone, der meistens eine Zonenpresse vorangeht. Diese Zonenverteidigung variiert in ihrer Grundaufstellung je nach dem, wie die Gegenaufstellung der Offense aussieht. Die Panthers wollen möglichst oft trappen und den Gegner aus der eigenen Zone heraushalten. Das gelingt auch meist sehr gut und die Defense ist der Garant für den Großteil der Siege.
Offensiv sieht es nämlich eher mau aus. Die Abläufe sind meist langsam und unpräzise. Hunter bekommt beispielsweise viele Blöcke gestellt, die einigermaßen nutzlos, da schlecht ausgeführt, sind. So läuft vieles auf Notwürfe und gezwungene 1-1-Aktionen hinaus.

Tournament Aussichten
Drei Faktoren werden den Ausschlag darüber geben, ob die Panthers für eine oder sogar mehrere Überraschungen sorgen können. Erstens ist die Gesundheit Harrows entscheidend. Zwar machte Ware seine Sache gut, doch ohne Harrow ist die ohnehin schwache Defense noch ungefährlicher. Zweitens muss R.J. Hunter einen Sahnetag erwischen, denn er ist der einzige Spieler des Kaders, der offensiv ein Spiel im Alleingang entscheiden kann. Auch und gerade gegen Topteams sollte er seine Mannschaft als Anführer im Angriff zumindest lange im Spiel halten können, da sein Spiel mit dem Level anderer Conferences kompatibel ist. Drittens ist es notwendig, dass die Defense so sicher wie gewohnt steht und nichts anbrennen lässt. Es ist jedoch unrealistisch, dass alle drei Ereignisse eintreten. Besonders Punkt 1 ist zumindest zweifelhaft.

Prognose: One-and-Done



Texas Southern Tigers (15)

MVP: Madarious Gibbs, Guard, 6-1, Senior
Der bullige Guard ist der Aufbauspieler der Tigers und zeigte sich während der Saison zunehmend fasziniert von der Idee, seine Mitspieler einzubeziehen. Am besten ist der Guard jedoch, wenn er seinen Gegenspieler im 1-1 attackieren darf. Er zieht in solchen Momenten viele Fouls oder erspielt sich einen einfachen Layup. Allerdings liebäugelt er auch gerne mit Pullup Jumpern aus dem Dribbling, die allerdings keine guten Würfe für den Senior sind, da er schlicht kein guter Werfer ist und zu viel seiner Aggressivität einbüßt. An seinem Entscheidungsverhalten gibt es also noch einiges zu bemängeln. Nichtsdestotrotz ist Gibbs der beste Offensivspieler bei den Texanern.

X-Faktor: Chris Thomas, Wing, 6-5, Junior
Ist der vielseitige Thomas mit dem Kopf bei der Sache und motiviert, kann Mike Davis auf eine weitere sehr wichtige Scoring Option zurückgreifen. Denn Thomas ist talentiert und versiert genug, um problemlos als Punktesammler in Erscheinung zu treten. Jedoch kann sein Intensitätslevel mitunter sehr stark schwanken. Mit Argusaugen verfolgt Davis dabei auch immer das Verhalten seines Spielers in den Verteidigungssequenzen. Hier hat Thomas noch Defizite, die er erst nach und nach aufgearbeitet werden.



Backcourt
Madarious Gibbs und Deverell Biggs sind die beiden Guards der Tigers. Gibbs übernimmt dabei häufiger den Spielaufbau. Zu Saisonbeginn war er für mich noch der Inbegriff eines „Balllhogs“, da er nur schlechte Entscheidungen traf und versuchte, die Defense auf eigene Faust zu knacken. Mittlerweile hat er anscheinend Vertrauen zu seinen Mitspielern gefasst. Zumindest trennt er sich nun häufiger vom Ball. An seinen Wurfentscheidungen muss er noch weiter feilen. Deverell Biggs ist in dieser Hinsicht schon wesentlich abgeklärter, ist aber in dieser Konstellation besser abseits des Balls aufgehoben, da sein Wurf konstanter fällt. David Blanks ist ein guter Allrounder und kann beiden Startern Pausen verschaffen. Besonders sein Einsatz sticht positiv heraus.

Frontcourt
Malcolm Riley ist einer Mannschaft, die viele dominante Charaktere aufweist, derjenige, der sich etwas im Schatten aufhält und dort auf sich bietende Gelegenheiten wartet. In den letzten Spielen blühte er offensiv auf und gefiel durch hohe Effizienz. Zudem ist Riley ein guter Rebounder. Auch Chris Thomas kann sehr effektiv sein, wenn er sich auf das Geschehen nur richtig fokussiert. Besonders in der Defense zeigte er sich lernwillig und stark verbessert. Dort ist Nick Shephard am besten aufgehoben. Als einer der wenigen echten Bigs des Kaders soll er die Zone absichern und mit seiner Präsenz für Abschreckung sorgen. Tonnie Collier ist ein guter Schütze von der Bank und kann wichtige Würfe einnetzen. Jason Carter fühlt sich in der Zone und in der Halbdistanz wohler.

Spielweise
Zu Beginn der Saison sah der von den Tigers zelebrierte Basketball noch sehr grausam aus. Die Spieler kannten sich untereinander schlicht nicht und jeder versuchte Aktionen auf eigene Faust zu starten. Doch mittlerweile hat sich dieses Bild gewandelt. Teilweise spielen die Tigers sehr schönen Teambasketball, bei dem der Ball innerhalb weniger Sekunden durch mehrere Hände wandert und am Ende durch die Reuse zischt. TSU verwendet oft Handoffs als Einstiege in die Angriffe. Durch die vielen Guards auf dem Feld ist das Spacing ordentlich und die Spieler können variabel verschiedene Positionen einnehmen und Funktionen ausführen. Besonders beeindruckend ist, wie abgeklärt das Team in engen Schlussphasen agiert.

Tournament Aussichten
Die Südtexaner sind ein sehr gefährliches Team, auch wenn man auf dem Papier nicht den Eindruck gewinnt, dass sie einem Favoriten tatsächlich ein Bein stellen könnte. Doch man darf bei Texas Southern nicht den Fehler machen, alleine auf die Bilanz zu gucken. Coach Mike Davis musste mit einer fast komplett neuen Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr antreten und ließ zudem auch noch einen extrem harten Spielplan auf die Akteure niederprasseln. Doch als Resultat daraus gewann man bei Michigan State und fand sich sehr schnell als Team. Außerdem ist man nun gegen hitzige Atmosphären gewappnet. Die Tigers haben nichts zu verlieren und genau das macht sie so gefährlich.

Prognose: One-and-Done



Coastal Carolina Chanticleers (16)

MVP: Warren Gillis, Guard, 6-3, Senior
Der Linkshänder bringt eine gute Größe mit, um beim Spielaufbau die Übersicht zu behalten und gleichzeitig auch in der Zone abschließen zu können. Er behält stets die Ruhe und trifft fast immer die richtige Entscheidung. Im 1-1 kann er sich seinen eigenen Wurf kreieren und schließt meist sicher ab. Auch sein Dreier ist eine ernstzunehmende Waffe, auch wenn er noch sehr inkonstant fällt und die Resultate sehr unterschiedlich ausfallen können. Im Pick & Roll liest er die sich ergebenden Optionen ebenfalls gut. Insgesamt ist Gillis ein Ruhepol im Spiel Coastal Carolinas, dem man in den entscheidenden Momenten einer Partie gerne das Spielgerät anvertraut.

X-Faktor: Badou Diagne, Big, 6-7, Junior
Der athletische Power Forward ist der Schlüssel für die Chanticleers, wenn diese einen großen Favoriten maßgeblich ärgern wollen. Denn der Senegalese bringt eine gute Mischung aus athletischen Voraussetzungen und spielerischen Qualitäten mit, um auch gegen erfahrene Big Men der großen Teams mehr als nur mithalten zu können. Er gibt dem Team einen Anker in der Defense, der den Korb schützen kann, und einen Vollstrecker im Angriff. Zudem ist er auch immer mal für Überraschungsmomente gut. So netzte er zu Beginn des Conference Finales direkt zwei Dreier ein und brachte damit sein Team in Schwung.

Backcourt
Warren Gillis ist der Allrounder des Teams, der alle anfallenden Aufgaben übernehmen kann. Eine davon ist der Spielaufbau. Dabei findet der Senior aus Philadelphia eine gute Mischung aus eigenen Abschlüssen und guten Vorlagen für seine Mitspieler. Josh Cameron ist hingegen eher ein Scoring Guard, der sich in kürzester Zeit in einen Rausch spielen kann. Dabei erarbeitet er sich seine Würfe selber und kann mit schon ein paar wenigen, relativ viele Punkte fabrizieren. Allerdings ist seine geringe Körpergröße ein limitierender Faktor. Daher kann er nicht in jedem Angriff als erste Option gesucht werden. Shivaughn Wiggins gibt dem Team Toughness. Mit seiner Aggressivität ist er in der Defense ein guter Verteidiger und kann offensiv trotz geringer Größe dank purer Willenskraft in der Zone abschließen. Von der Bank kommt Elijah Wilson, der letztes Jahr noch Starter war, sich aber in der Rolle des sechsten Mannes sehr wohl fühlt. Im Moment ist Wilson zudem gut drauf und überragte beim Conference Turnier.

Frontcourt
Im Frontcourt verfügt Coach Cliff Ellis über zwei gute Athleten in Person von Badou Diagne und Tristian Curtis. Diagne ist ein sehr vielseitiger und talentierter Power Forward. Er kann im Angriff Anspiele seiner Mitspieler verwerten, im Postup Fadeaways treffen und sogar Dreier einnetzen. In der Defense räumt er oft die Wurfversuche gegnerischer Guards ab. Sein Frontcourt Kollege Curtis ist nur für Letzters zuuständig. Zusätzlich soll Curtis die Bretter säubern und Rebounds einsammeln. Backup Marcus Freeman ist ebenfalls engagiert in Reboundsituationen, kann aber auch offensiv für etwas Entlastung sorgen, da er zumindest Anspiele der Guards verwerten kann. Michel Enanga gibt dem Team eine weitere Option was Distanzwürfe angeht.

Spielweise
Das Team ist sehr reif und durch kaum etwas von seiner Marschroute abzubringen. Das liegt zum einen an der Erfahrung auf dem Feld. Mindestens genauso wichtig ist aber Cliff Ellis für das Team. Der erfahrene Trainer weiß, wie man Spiele gewinnt. In der Offense arbeitet er mit einer 4-Out-Offense, bei der der Center auf der Freiwurflinie platziert wird und nach einem Einstiegspass in den Angriff mehrere Backscreens setzt. Ergeben sich aus dieser Grundmotion keine leichten Korbleger, bekommt meistens Gillis den Ball und kann direkt attackieren, während die Defense noch ungeordnet ist. Besonders das Spacing und die sicheren Strukturen sind bei den Angriffsbemühungen hervorzuheben.

Tournament Aussichten
Bereits letztes Jahr war Coastal Carolina im NCAA Tournament vertreten und konnte in der ersten Runde Virginia einen harten Kampf liefern. Man führte lange Zeit bis in die zweite Halbzeit hinein bis Virginias Nolte mehrere schwierige Würfe traf. Von diesem Team sind fast alle Stützen erhalten geblieben und konnten aus dieser bitteren Erfahrung sicher Einiges für das diesjährige Turnier mitnehmen. Die Kombination aus gutem Coaching, erfahrenen und spielintelligenten Guards, sowie guten Athleten am Ring, macht die Chanticleers zu einem heißen Upset Kandidaten.

Prognose: One-and-Done