17 März 2015

17. März, 2015  |  Axel Babst  @CoachBabst


Das NCAA Turnier-Feld ist nach dem mit Spannung erwarteten Selection Sunday gesetzt. Ab Dienstag starten insgesamt 68 Mannschaften in die amüsanteste Basketball-Competition der Welt. Wir haben für euch alle Teams auf Herz und Nieren überprüft, verraten euch wie sie spielen und blicken - wenn schon dabei - in die Kristallkugel. Mehr March Madness geht nicht!

Duke Blue Devils (1)

MVP: Jahlil Okafor, Big, 6-11, Freshman
Mit vielen Vorschusslorbeeren wurde Okafor als der nächste große Big Man angepriesen, der nicht nur Duke in seinem wahrscheinlich einzigen Jahr tragen wird, sondern auch später in der NBA Großes bewerkstelligen soll. Zugegeben, mit solchen Aussagen werden jedes Jahr ein halbes Dutzend Youngster dem breiten Publikum vorgestellt. Doch Okafor hielt in vielen Belangen, was die Prognosen versprachen. Vom ersten Spiel an dominierte er seine Gegenspieler am Zonenrand und veranstaltete seitdem beängstigend konstant mit jedem Team, was er wollte. Okafor beeindruckt dabei mit einer seltenen Kombination aus purer Körperkraft, der am College kaum ein Gegenspieler ansatzweise standhalten kann, faszinierender Körperkontrolle und einem guten Händchen. Seine zwei, drei Go-to-Moves sind für viele Verteidiger nicht zu stoppen, weshalb die meisten Teams dazu übergehen, ihn direkt beim Ballerhalt aggressiv zu doppeln. Doch auch das hilft wenig, da Okafor gutes Spielverständnis und hohe Passqualitäten besitzt, womit er immer den freien Mitspieler in höchster Bedrängnis findet. Allerdings ist Okafor anfällig in der Pick & Roll Defense, was Coach K jedoch gut kaschieren konnte bislang.

X-Faktor: Müdigkeit
Seit Mitte Februar agiert Coach K nur noch mit einer Rotation aus 8 Leuten, von denen im Zweifelsfall zwei kaum Minuten sehen. Faktisch spielen seit einem Monat also 6 Spieler unheimlich viele Minuten. Da Duke aber grundsätzlich kein Team ist, das das Tempo eines Spiels verschleppt, sondern selber liebend gern attackiert, ist auch der Anstrengungsgrad in diesen Minuten unheimlich hoch. Es wird also interessant zu beobachten sein, inwiefern der letzte Monat an die Reserve gegangen ist und wie viel Benzin noch im Tank ist, um das Lucas Oil Stadium in Indianapolis zu erreichen.



Backcourt
Die Kombination aus Tyus Jones und Quinn Cook ist einer der Hauptgründe für Dukes konstante Spitzenleistungen. Die beiden ordnen die Geschicke im Angriff vorbildlich und sorgen dafür, dass Jahlil Okafor genügend Anspiele im Lowpost erhält. Die Präzision bei diesen Anspielen ermöglicht ihm zudem auch, direkt Kapital aus seiner guten Position zu schlagen. Doch auch wenn sie den Ball nicht in der Hand halten, sind die beiden brandgefährlich, da sie ihre Spotup Dreier extrem sicher versenken. In der Defense üben beide Guards enorm viel Druck aus und erobern viele Bälle. Nach der Balleroberung schalten sie blitzschnell um und treffen gute Entscheidungen im Fastbreak. Besonders Tyus Jones legt gegen starke Gegner noch eine Schippe drauf und übernimmt die Kontrolle über solche Spiele. Als Backup hat sich Matt Jones hervorgetan, dessen Dreier endlich so fällt, wie es sein Ruf erhoffen ließ. Neben dem verlässlichen Jumpshot bringt der Sophomore auch viel Energie in der Defense auf das Feld. Grayson Allen sieht seit der Suspendierung von Rasheed Sulaimon regelmäßig Minuten und kann in diesen an guten Tagen sehr effektiv sein.

Frontcourt
Neben der dominierenden Figur der diesjährigen Mannschaft Jahlil Okafor fällt es gezwungenermaßen schwer, sonderlich hervorzustechen. Doch gerade Freshman Kollege Justise Winslow gelang dies sehr häufig. Der Wing ist ein Allrounder höchster Güteklasse und macht das, was Coach K von ihm verlangt. Offensiv kann er mit beiden Händen zum Korb ziehen, in der Zone ebenfalls beidhändig abschließen (auch gegen Kontakt) und den offenen Dreier treffen. Defensiv ist er Dukes bester Verteidiger und ein schwer überwindbares Hindernis. Amile Jefferson ist der fünfte Starter. Er hat seine Rolle als Sidekick von Okafor perfektioniert und weiß genau, wie er von dessen Präsenz profitieren kann. Er läuft clevere Cuts im richtigen Moment und arbeitet hart am offensiven Brett. In der Zone ist er ein guter Vollstrecker. Als einzige Alternative kommt Marshall Plumlee auf den großen Positionen von der Bank. Er soll einfach verteidigen und Rebounds holen.

Spielweise
Dukes Offense ist von Jahlil Okafor bestimmt. Coach K weiß genau, was er an dem jungen Centerspieler hat und bringt seine Talente perfekt zur Geltung. Jeder Angriff läuft über ihn im Lowpost. Wird er nicht gedoppelt, sind dies meist sichere zwei Punkte. Wird er gedoppelt, ist Okafor einerseits geduldig genug, um den freien Mitspieler zu sehen und mustergültig zu bedienen, und andererseits ist Coach K erfahren genug, um ihm gute Passmöglichkeiten zu eröffnen und ein gutes Spacing zu etablieren. In der Defense haben die Blue Devils hingegen schon größere Probleme. Aber auch weiß Coach K zu intervenieren. So streut er mittlerweile in brenzligen Phasen gerne eine 2-3-Zone ein, die verhindern soll, dass Okafor zu oft zu weit weg vom Korb gelockt wird. Denn Okafor ist eindeutig der Schwachpunkt der Defense. Auch wenn er groß gewachsen ist und lange Arme hat, ergeben sich noch zu viele Situationen, in den er die Zone nicht abriegeln kann und einfache Punkte zulässt. Auch die Pick & Roll Defense lässt sehr zu wünschen übrig. Mike Krzyzewski hat diese Problematik natürlich längst erkannt und tut alles, um die Schwächen der Center-Hoffnung zu kaschieren. So wird der Großteil der Pick & Roll Situationen mit der centerfreundlichen Ice Defense bekämpft oder zur Not switchen Jefferson und Okafor kurzerhand die Gegenspieler, sodass Jefferson das Pick & Roll verteidigt, während Okafor weiter in der Zone bleiben kann.

Tournament Aussichten
Mitte Januar sah es kurzzeitig ganz übel für die Blue Devils aus. Man verlor zwei Partien hintereinander sehr deutlich und gerade die Heimniederlage gegen Miami war bitter anzuschauen für alle Cameron Crazies. Doch mit den Adjustments, die Coach K vornahm wehte ein frischer Wind in die Segel bei Duke Galeere. Seitdem wirken gerade die jungen Freshmen wesentlich gefestigter, was das Team insgesamt zu einer wesentlich härteren Nuss werden lässt. Gerade gegen die vermeintlich kleinen Gegner werden sich Blue Devils dieses Jahr nicht die Blöße geben. In den späteren Runden wird es dann darauf ankommen, mit der notwendigen Frische in die Partien zu gehen. Gerade bei einem potentiellen Matchup gegen Kentucky könnte sich die kurze Bank rächen.

Prognose: Elite Eight



Gonzaga Bulldogs (2)

MVP: Kyle Wiltjer, Big, 6-10, Junior
Der Kanadier hat in Spokane sein sportliches Domizil gefunden. In der Offense von Mark Few kommen Wiltjers vielfältige Qualitäten an diesem Ende des Feldes voll zur Geltung. Besonders der Distanzwurf ist dabei die entscheidende Waffe des Champs aus 2012 mit Kentucky. Eine Stretch 4 in dieser Güteklasse, in der sich Wiltjer befindet, fehlte den Zags in den vergangenen Jahren. Denn so ein Spielertyp bekommt gute Distanzwürfe en masse in Fews Offense und eröffnet auf der anderen Seite mehr Möglichkeiten für Karnowski in der Zone.  Die beiden harmonieren sehr gut miteinander, da sich ihre Spielweisen gut ergänzen und Wiltjer ein guter Passgeber in High-Low-Situationen ist, wovon der polnische Center profitiert.

X-Faktor: Competition
Beinahe schon traditionell muss man sich die Frage stellen, wie hoch die Leistungen der Zags in dieser Saison angesichts der verhältnismäßig schwachen Conference wirklich anzurechnen sind. Auch wenn die Gegner dort keine Laufkundschaft sind und so manch anderes Team durchaus eine gute Rolle im Tournament spielen könnte, fehlen einfach die Herausforderungen, die anderen Conferences bieten. Darunter leidete in vergangenen Spielzeiten immer die Fähigkeit der Bulldogs, knifflige Situationen souverän zu meistern. Denn meistens reichen auch durchschnittliche Leistungen, um durch die WCC zu marschieren. Das ist auf das NCAA Tournament keinesfalls übertragbar, da können sich schon einige magere Minuten bitter rächen. Ist das diesjährige Team in dieser Hinsicht aufgrund größerer Erfahrungswerte gefestigter und weniger anfällig für ein Upset in den ersten Runden?



Backcourt
Im Backcourt kann sich Mark Few auf seine alteingesessene Senior Kombination aus Kevin Pangos und Gary Bell Jr. verlassen. Die beiden sind die Gallionsfiguren der so erfolgreichen letzten vier Jahre. Pangos hat sich dabei Jahr um Jahr weiterentwickelt und ist mittlerweile ein ziemlich kompletter Aufbauspieler. Nach wie vor ist der Distanzwurf seine größte Stärke, da er diesen ansatzlos in jeder Situation im Korb unterbringen kann. Besonders seine Balance beim Wurf ist bewundernswert. Aber auch im Pick & Roll ist Pangos mittlerweile ein sehr gefährlicher Spieler, weil er jede sich bietende Option auszunutzen weiß. Sein Assistent Gary Bell Jr. hält ihm währenddessen defensiv den Rücken frei und gehört zu den besten Verteidigern im Westen der USA. Allerdings fehlt ihm hin und wieder die Größe, um manche Scorer auf dem Flügel an die Kette zu legen. Zudem fand er offensiv in den letzten Monaten an zu vielen Abenden nicht statt. Die Backups der beiden Seniors sind nach der Verletzung von Josh Perkins (gebrochenes Jochbein) Silas Melson und Eric McClellan. Melson ist ein Freshman, der den Ballvortrag für ein paar Minuten übernehmen und an guten Tagen auch „from Downtown“ gefährlich sein kann. McClellan kam von der Vanderbilt University zu den Zags und ist erst seit Mitte Januar spielberechtigt. Daher merkt man seinem Spiel noch eine gewisse Unsicherheit in Bezug auf die Systeme an. Dennoch kann er seinem Team mit seiner Athletik helfen.
Auf dem dritten Spot im Backcourt startet Byron Wesley, ebenfalls ein Transfer Neuzugang. Als Topscorer der USC Trojans nach Spokane gekommen, stellt er sich hier in den Dienst der Mannschaft und erledigt die vielen kleinen Dinge, die einer Mannschaft helfen ein Spiel zu gewinnen. Er ist ein guter Rebounder und lässt im Fastbreak gerne seine Scoringqualitäten aufblitzen. Jedoch ist sein Wurf etwas wackelig, was die Bulldogs beispielsweise das Spiel in Arizona kostete, als er drei Freiwürfe zur zweiten Verlängerung liegen ließ. Sein Backup Kyle Dranginis ist ebenfalls ein Spieler, der die Drecksarbeit verrichtet ohne zu murren. Zusätzlich gibt er dem Team eine weitere Waffe aus dem Dreipunkteland.

Frontcourt
Im Frontcourt verleihen Kyle Wiltjer, Domantas Sabonis und Przemek Karnowski dem Kader eine internationale Note und räumen gleichzeitig ordentlich die Zonen auf. Karnowski ist ein kräftiger Brettcenter mit guter Fußarbeit, guten Händen und weichem Handgelenk in der Zone. Allerdings finisht er ausschließlich mit seiner linken Hand und deutlich unter Ringniveau, weshalb er manchmal seine Probleme mit athletischen, kräftigen Postverteidigern hat. Insgesamt profitiert er enorm von der Präsenz eines so starken Schützen wie Wiltjer an seiner Seite. Sabonis verbindet die beiden in seiner Spielweise und kann daher variabel im Tandem mit beiden eingesetzt werden. Er kann sowohl Karnowskis Part als Innenspieler am Zonenrand, als auch Wiltjer Rolle als Passgeber vom Highpost ausfüllen. Er spielt nicht wie herkömmliche Freshmen, da er in der spanischen ACB bereits regelmäßig Minuten bekam. Ist Not am Mann kann auch Angel Nunez problemlos für Entlastung sorgen und die athletischen Fähigkeiten des Frontcourts verbessern.

Spielweise
Die Bulldogs sind ein Team, das sich in erster Linie über eine phänomenale Offensive definiert. Das Spacing unter Mark Few ist optimal und sorgt für viele Freiräume, die Few mit guten Setplays zu nutzen weiß. Zentrale Elemente sind dabei das Pick & Roll und High-Low-Anspiele. Besonders Letzteres nutzen die Zags gerne am Anfang einer Begegnung, um ihren Bigs leichte Punkte in Korbnähe zu garantieren. Das Timing und die Ausführung dieser Aktionen sind exzellent. Auch das Pick & Roll beherrschen die Akteure auf dem Feld auf sehr hohem Niveau, da sie auch gute Ausstiege finden, wenn die Defense die ersten Optionen verhindern kann. Der Knackpunkt wird die Defense sein. Hier tendieren die Zags dazu, zu viele leichte Punkte abzuschenken. Es fehlt leider ein Rimprotector, der Fehler der Vorderleute ausbügeln kann. Karnowski und Wiltjer fehlen die Athletik und Sabonis die Erfahrung. Auch in der Transition Defense schaffen es die Bulldogs nicht oft genug, den Ball zu stoppen und einfache Punkte zu unterbinden. In der Halbfelddefense können die Studenten von der Westküste diese Schwächen durch gute Teamdefense mit akkuraten Rotationen ausgleichen.

Tournament Aussichten
Das Potential zur Final Four Teilnahme ist vorhanden. Doch das alleine reicht nicht, um auch wirklich die Reise in Indianapolis beenden zu können. Vergleicht man den Auftritt der Zags aus dem Spiel gegen Arizona mit dem letzten Heimspiel der Saison gegen BYU (beide Spiele gingen verloren), merkt man einen deutlichen Rückgang der Intensität an, der den schwachen Gegnern in der eigenen Conference zuzuordnen sein könnte. Daher werden insbesondere die ersten Runden für die Bulldogs gefährlich. Schafft man es nicht, mit der nötigen Leidenschaft, speziell defensiv, zu Werke zu gehen, kann ein ähnlich frühes Ausscheiden wie im letzten oder vorletzten Jahr drohen. Besonders gegen kleine, schussstarke Teams, die ein hohes Tempo gehen wollen und aggressiv Defense spielen, werden die Zags Probleme haben. Sollten sie die ersten Runden unbeschadet überstehen, ist ab dem Sweet Sixteen alles möglich, sofern die Schützen heiß sind.

Prognose: Sweet Sixteen



Iowa State Cyclones (3)

MVP: Georges Niang, Big, 6-8, Junior
Er ist der wohl einmaligste Spielertyp, den es momentan in der NCAA zu finden gibt. Niang läuft wahlweise als nomineller Center oder Power Forward auf, ist aber der Playmaker des Teams und übernimmt alle Aufgaben, die im Laufe einer Begegnung anfallen. Am liebsten attackiert er den Korb, nachdem er beim Pick & Pop den Block gestellt hat und an der Dreierlinie mit Ball in den Händen angelangt. Hält sein Gegenspieler zu viel Abstand, lötet der Junior einen Dreier durch die Reuse. Hat er das ein bis zwei Mal getan, reicht es ihm anschließend mit der Wimper zu zucken, damit seinen Gegenspieler hochspringt und Niang seinen Weg zum Korb beginnen kann. Bei seinen Drives liest Niang die Defense ausgezeichnet und ist fähig, gute Kickouts auf die wurfbereiten Schützen zu spielen.

X-Faktor: Jameel McKay, Big, 6-9, Junior
Als der Marquette Transfer kurz vor Weihnachten seine Spielberechtigung erhielt, nahm davon zunächst kaum jemand Notiz. Doch schon nach wenigen Spielen wurde deutlich, wie bedeutsam die Einsätze des Big Mans sind. McKay ist der Ringbeschützer, der in den vergangenen Jahren fehlte und die Cyclones für Kontrahenten mit talentierten Big Men anfällig machte. Doch McKay kann mehr als nur den Korb zu schützen. Er ist an beiden Enden des Feldes ein phänomenaler Rebounder, der seinem Team dadurch viele Angriffe sichert. In den letzten Saisonwochen entwickelte er sich auch zu einer brauchbaren Offensivoption. Selbst ein Jumphook ist mittlerweile Bestandteil seines Repertoires.



Backcourt
Die Fäden im Angriff zieht Sophomore Monte Morris. Dieser erledigt seinen Job sehr souverän und begeht kaum Fehler. Stattdessen setzt er seine Mitspieler mit sehr exakten Pässen in Szene, eine Kunst, die maßlos unterschätzt wird. Denn gerade  bei einem Team mit so vielen Schützen ist es wichtig, dass der Aufbau präzise Pässe spielen kann, damit die Schützen nur abzudrücken brauchen. Außerdem nimmt Morris auch mal das Heft selbst in die Hand, wenn das Team einen Erfolg dringend braucht. Neben Morris startet häufig Bryce Dejean-Jones. Dieser kam vor der Saison als Graduate Senior aus Las Vegas. Er ist ein athletischer Schütze, der besonders in der Transition aufblüht. Von der Bank kommen mit Naz Long und Matt Thomas zwei exzellente Schützen, die sehr schnell sehr viele Dreier treffen und ein Spiel damit kippen können.

Frontcourt
Im Frontcourt starten Dustin Hogue, Georges Niang und Jameel McKay. Hogue ist ein Arbeitstier, das innerhalb der zwei Jahre unter Fred Hoiberg zu einem respektablen Schützen aufgestiegen ist. Bereits letztes Jahr stellte er mit seinen 34 Punkten gegen UConn unter Beweis, was er leisten kann. Dieses Jahr konnte er seine Effizienz nochmal etwas nach oben schrauben. Georges Niang ist wie bereits beschrieben die zentrale Anlaufstelle bei den Cyclones. Er wird in jeden Angriff einbezogen und ist dafür zuständig, seinen Mitspielern gute Wurfmöglichkeiten zu erarbeiten. Durch seinen verbesserten Fitnesszustand ist er auch konditionell besser aufgestellt und kann deutlich länger auf dem Parkett verweilen. Jameel McKay ist das Defensivmonster unter den Schützen und Offensivkünstlern. Mit ihm auf dem Feld agieren alle Spieler aggressiven, da sie sich darauf verlassen können, dass McKay etwaige Fehler ausbügelt. Von der Bank kommt mit Abdel Nader ein weiterer kräftig gebauter Schütze, der die Dreier sicher versenkt, aber auch beim Rebound mithilft.

Spielweise
Fred Hoiberg bringt einen Stil mit, den er sich aus seinen Jahren als NBA Spieler abgeschaut hat. Er ist in jedem Angriff darauf aus, ein Mismatch zu identifizieren und dieses bis zum Anschlag auszureizen. Sollte gerade keins zu finden sein, was angesichts der Personalie Niang unwahrscheinlich ist, wird kurzerhand eines mit cleveren Setplays kreiert. In der Regel reichen einfache Pick & Pops zwischen dem Aufbauspieler und Niang, um einen Switch zu provozieren, woraus Niang gnadenlos seinen Vorteil zieht. Funktioniert das alles nicht, erteilt Hoiberg seinen Schützen die Lizenz zum Feuern. Das kann schnell in Streetball ausarten. In der Defense sind die Cyclones dieses Jahr besser aufgestellt, was natürlich in enger Verbindung zu Jameel McKay steht. Wird es am Ende einer Partie eng, stellt Hoiberg gerne eine Trapdefense auf.

Tournament Aussichten
Alles hängt davon ab, wie gut die Dreier fallen. Erwischt das ganze Team einen Lauf, der vom ersten bis zum letzten Spiel anhält, ist für jeden Gegner Holland in Not. Dann dürfen die Cyclones sogar als Geheimtipp für den Titel gelten. Allerdings ist es nicht sonderlich wahrscheinlich, dass sie so viele perfekte Spiele hintereinander hinlegen können. Gegen schwächere Teams werden sie sich mit anderen Mitteln durchsetzen können, doch gegen die Topteams darf vor allem defensiv nichts anbrennen. Die Tatsache, dass man Kansas nicht vom Thron stoßen konnte in der Big 12, lässt berechtigte Zweifel zu, wie titeltauglich diese Spielweise wirklich ist. Denn um Meisterschaften zu gewinnen muss man konstant und gefestigt sein. Zumindest den letzten Punkt konnten die Cyclones im Big12 Tournament nachweisen, da sie drei Mal hintereinander zu einer unglaublichen Aufholjagd das Spiel drehten.

Prognose: Finale



Georgetown Hoyas (4)

MVP: D’Vauntes Smith-Rivera, Guard, 6-3, Junior
Der Guard musste sich dieses Jahr zunächst an eine neue Rolle gewöhnen. Statt sich nur um das Scoring zu kümmern und wichtige Würfe zu treffen, muss er dieses Jahr auch die Spielorganisation übernehmen. Das macht er bislang auch sehr gut und füllt die Rolle als Anführer sogar besser aus, als es die meisten vor der Saison erwartet hätten. Denn auch wenn er nun mehr Energie in das Anleiten seiner Nebenleute investieren muss, hat er nichts von seiner Korbgefahr eingebüßt. Sein Pullup-Jumper aus der Mitteldistanz ist weiterhin tödlich. Auch beim Pick & Roll weiß der Combo Guard, wie er die Defense in die Bredouille bringt. Zudem ist er für ein Guard ein guter Rebounder.

X-Faktor: Joshua Smith, Big, 6-9, Senior
Smith ist aufgrund seines Erscheinungsbilds nicht zu übersehen. Er ist ein Gigant in der Zone, der das Geschehen dort bestimmen kann. Daher wird er auch als zentrale Figur in der Offense gesucht. Erhält er den Ball in der Zone oder am Zonenrand, ist er nicht mehr aufzuhalten. Denn trotz seiner Masse, ist seine Fußarbeit herausragend und sein Touch ist sowieso erstklassig. Daher bekommt der Koloss möglichst viele Anspiele in der Zone, wo er die Bigs des Gegners schnell in Foulprobleme bringt. Allerdings müssen die Hoyas das Spiel sehr langsam machen, damit ihrem Center nicht die Puste ausgeht. Das macht sie eingreifbar in der Transition. Der Erfolg der Hoyas ist also eng mit der Durchsetzung ihres Tempos und ihres Gameplans, der auf Smith aufbaut, verwoben.



Backcourt
D’Vauntes Smith-Rivera ist der Anführer der Hoyas. Er ist in allen Belangen ein Vorbild für die anderen Spieler des Kaders. Im Angriff übernimmt er die Verantwortung, wenn es brenzlig wird. Er hat die Nerven und Fähigkeiten, um in solchen Situationen hervorzustechen. Zudem kreiert er Lücken für seine Nebenleute, reboundet exzellent für seine Größe und ist auch ein galliger Verteidiger. Jabril Trawick ist der härteste Verteidiger und der beste Slasher des Teams. Mit seiner bulligen Statur findet er immer einen Weg zum Korb und kann in Zonennähe finishen. Auch Freshman L.J. Peak ist ein elitärer Athlet, der in der Zone mit Autorität abschließen kann, da er sich meist deutlich oberhalb des Rings bewegt. Wie bei Freshmen üblich, fehlt ihm aber noch die Konstanz, sodass sich JT3 nie sicher sein kann, was er von seinem Wing einplanen kann. Ist das Energielevel auf dem Feld nicht hoch genug, kann Thompson auf Aaron Bowen zurückgreifen. Mit seiner Athletik und seinen extrem langen Armen ist er ein großartiger Verteidiger und stibitzt viele Bälle. Im Fastbreak ist er nicht zu stoppen und im Setplay findet er seine Nischen, indem er clevere Cuts läuft. Tre Campbell ist der Backup auf der Spielmacher Position und durchlebte in dieser Saison die typischen Höhen und Tiefen einer durchschnittlichen Freshman Saison. Trotz der Schwankungen kann man insgesamt jedoch ein positives Fazit ziehen.

Frontcourt
Die lange Garde der Hoyas bietet eine gute Mischung an. Auf der Power Forward Position kämpfen zwei Freshmen um die Minuten, wobei beide auch auf andere Positionen ausweichen können. Nach verhaltenem Saisonstart hat sich Isaac Copeland den Starterposten unter den Nagel gerissen. Der talentierte Allrounder kann von außen Würfe einstreuen, dank seiner Athletik und seines Bewegungstalent aber auch in der Zone abschließen. Paul White ist Copeland sehr ähnlich, allerdings etwas kleiner. Zudem tendiert er gerne Mal dazu, zu viel am Perimeter herum zu hängen und Kontakten aus dem Weg zu gehen. Die markanteste Erscheinung stellt Joshua Smith dar. Der ehemalige UCLA Center ist mit seinem auf 160 Kilo angegebenen Kampfgewicht ein wahrer Koloss unter dem Korb und viele Sets sind darauf zugeschnitten, ihm den Ball am besten in der Zone zuzuspielen, wo er nicht mehr zu stoppen ist. Allerdings ist er nicht besonders gut zu Fuß und anfällig für Fouls, sodass Backup Mikael Hopkins sehr viele Minuten sieht. Dieser ist ein guter Verteidiger und Rebounder.

Spielweise
Die Hoyas verwenden traditionell ihre Bigs als wichtige Passstation auf dem Highpost, was in diesem Jahr sogar noch verstärkt der Fall ist, da ein gelernter Aufbauspieler fehlt. Häufig verwendet Thompson dabei Elemente der Princeton Offense und ermöglicht seinen Spielern durch Backdoorcuts viele einfache Punkte. Des Weiteren wollen die Hoyas Joshua Smith als Präsenz in der Zone etablieren. Bekommt er erstmal den Ball, während er sich mit einem Fuß in der Zone befindet, ist er unaufhaltsam und kann zwei sichere Punkte für sein Team verbuchen. Um Smith solange wie möglich auf dem Spielfeld lassen zu können, ohne dass dieser Ermüdungserscheinungen zeigt, ist Georgetown um einen gemächlichen Stil bemüht und verschleppt das Tempo, wann immer es geht.
In der Defense spielen die Hoyas gerne eine 2-3-Zone, da sie einerseits eine gute Länge mitbringen, um solche eine Verteidigungsform zu praktizieren, und andererseits so Smith im Kollektiv verstecken und vor Foulproblemen bewahren können.

Tournament Aussichten
Zwar lassen die Hoyas ein wenig die Firepower vermissen, die sie zu einem brandgefährlichen Team machen könnten, dennoch haben sie viele interessante Einzelteile im Team, die man für einen tiefen Run braucht. So gibt es mit D’Vauntes Smith-Rivera einen nervenstarken Ballhandler, mit Joshua Smith eine Bank in der Zone und mit den Freshmen und Bowen viele Athleten, die in der Defense und Transition Schaden verrichten können. Wichtig wird sein, dass man Smith möglichst lange auf dem Feld stehen lassen kann und ihn gezielt sucht in der Offense. Er darf nicht durch ein zu hohes Tempo oder schlechte Defense und daraus resultierenden Foulproblemen gebremst werden.

Prognose: One-and-Done



Utah Runnin' Utes (5)

MVP: Delon Wright, Guard, 6-5, Senior
Bereits in der vergangenen Saison hatte Wright das Geschehen seiner Utes unter Kontrolle. Allerdings kannte er damals seine Mitspieler noch nicht so gut, da er erst als Junior von einem Junior College zu den Utes gelangt war und er zudem noch einige markante Baustellen in seinem Spiel vorzuweisen hatte. Doch als Senior ist er mittlerweile einer der, wenn nicht sogar der, kompletteste Spieler der NCAA. Er liest das Pick & Roll extrem gut, kann dank seiner Größe viele Pässe spielen, die anderen Aufbauspielern verwehrt bleiben und auch selber in der Zone abschließen. Seine linke Hand, die letztes Jahr noch schwach ausgeprägt war, ist mittlerweile der rechten ebenbürtig. Die größte Schwachstelle, der Distanzwurf, ist mittlerweile ausgesprochen gut und eine Waffe, die er nun öfter einsetzen kann. Aber auch defensiv tut sich Wright als Balldieb und Aktivposten hervor.

X-Faktor: Jakob Pöltl, Big, 7-0, Freshman
Vor der Saison hatte ich Pöltl überhaupt nicht auf der Rechnung, eine solch tragende Rolle einzunehmen. Denn eigentlich hatten die Utes mit Bachynski einen recht annehmbaren Center und Starter. Umso größer ist daher Pöltl daher sein Arbeitseifer anzurechnen. Auf dem Feld macht es einen deutlichen Unterschied, ob sich Pöltl gerade auf dem Parkett oder auf der Bank befindet. Mit ihm als Center wirkt die Defense wesentlich gefestigter und Gegner scheinen es sich zwei Mal zu überlegen, ob sie abschließen sollen oder nicht. Allerdings muss der Österreicher sich noch ein besseres Foulmanagement aneignen, da er sich oft zu Beginn einer Partie zwei schnelle Fouls einhandelt und anschließend lange sitzt.



Backcourt
Das Tandem aus Delon Wright und Brandon Taylor harmoniert hervorragend. Wright ist dabei der Kopf der Offense und lenkt die Geschicke. Im Pick & Roll versucht er dabei, alle Mitspieler mit ein zu beziehen und niemanden zu vernachlässigen. Taylor ist da von Natur aus etwas anders gestrickt. Bekommt er den Ball in guter Position und hält der Gegenspieler auch nur einen Millimeter zu viel Abstand, drückt der kleine Guard den Abzug und versenkt den Wurf meist automatisch. Zuletzt konnte man auch einen Fortschritt bei seinen Abschlüssen im Dreisekundenbereich notieren. Als Bankspieler sehen Dakarai Tucker, Isaiah Wright und Kenneth Ogbe Minuten. Tucker ist ein famoser Schütze, der während der ersten Saisonwochen noch mit einem Rippenbruch gehandicapt war. Doch mittlerweile fühlt er sich wohl auf dem Feld und ist ein tödlicher Scharfschütze. Isaiah Wright eroberte mit seiner unbekümmerten und selbstbewussten Spielweise in den letzten Saisonwochen die Herzen der Fans. Auch Coach K setzte sein Vertrauen in den Freshman und wurde dafür mit guten Leistungen des Frischlings belohnt. Der deutsche Sophomore Kenneth Ogbe rutschte am Anfang der Saison aufgrund vieler Verletzung bewährter Stammkräfte (Tucker, Loveridge) sogar in die Startformation. In dieser Phase machte er seine Aufgabe gut, ließ aber noch die Durchschlagskraft vermissen, die Krystkowiak auf dieser Position sehen will, sodass sich seine Spielzeit sukzessiv reduzierte.

Frontcourt
Die Kombination aus Jordan Loveridge, Chris Reyes und Jakob Pöltl ist für jeden Gegner unangenehm, da alle drei gute Rebounder sind und gleichzeitig aber auch in der Offensive ihre Qualitäten haben. Besonders Jordan Loveridge brachte mit seiner Rückkehr aus der Verletzungspause nochmal neuen Schwung in die Mannschaft. Er ist wankelmütiger Schütze, der, wenn er Feuer fängt, nicht mehr zu stoppen ist und einen Gegner im Alleingang ins Verderben schießen kann. Reyes ist ein harter Verteidiger, der seine Aufgaben sehr ernst nimmt und seinen Kontrahenten den letzten Nerv raubt. Offensiv besitzt er eigentlich auch einen guten Touch, traut sich aber noch zu selten etwas zu. Pöltl ist der Anker in der Defensive und beschützt den Ring wie seinen Augapfel. Aber auch offensiv glänzt der Big Man mit guten Fähigkeiten. Seine Hände sind ausgezeichnet und erlauben es ihm viele Anspiele direkt zu verwerten. Da er auch gute Beweglichkeit für seine Größe und ein weiches Handgelenk sein Eigen nennt, ist er offensiv durchaus für 10 oder 15 Punkte gut. Manövriert er sich in Foulprobleme, steht mit Dallin Bachynski eine gute Alternative zur Verfügung. Bachynski ist ebenfalls groß, hat aber eher in der Offense seine Qualitäten. Er kann den Mitteldistanzwurf treffen und besitzt ein gutes Gefühl beim Pick & Roll. Seine Reboundausbeute ist eher mager. Reißen alle Stricke und ist auch Bachynski mit den Referees auf Kriegsfuß, kann Jeremy Olsen ein paar Minuten gute Defense liefern. Die Freshmen Brekkott Chapman und Kyle Kuzma sind sehr talentierte Power Forwards. Besonders Chapman ist aufgrund seiner Wurfqualitäten sehr wertvoll für die Offense der Utes.

Spielweise
In der Offense laufen die Utes eine Circle Motion, bei der die beiden Bigs ein wenig zeitversetzt einen Downscreen bzw. Flarescreen stellen. Dadurch erhalten die Shooter des Teams den nötigen Freiraum, den sie brauchen, um ihren Wurf loszuwerden. Sollte sich kein offener Wurf ergeben, besteht die Option den Big Man im Post zu bedienen oder direkt um den Korb zu curlen. Müssen die Utes gegen Ende der 35 Sekunden Angriffszeit improvisieren, haben sie mit Delon Wright einen kreativen Kopf im Spielaufbau, der gute Entscheidungen trifft. Auffällig ist zudem, dass die Offense meist wesentlich flüssiger läuft, wenn die Utes in der Hälfte angreifen, in der sich auch die eigene Bank und Coach K  befindet, denn dieser instruiert seine Mannen bis ins kleinste Detail.
Defensiv spielen die Utes dieses Jahr harte Mannverteidigung und haben in Pöltl einen Anker gefunden, während sie im letzten Jahr noch wild experimentierten und sehr viel switchten.

Tournament Aussichten
Die Utes treten auf, wie ein Team, das Titel gewinnen will. Sie sind gut gecoacht und haben auch jede Menge Potential im Kader versammelt. Was spricht also dagegen, dass die Utes ein Überraschungsteam des März werden können? Aus meiner Sicht gibt es nur einen wahren Schwachpunkt und das ist die mangelnde Erfahrung. Zwar spielten die Utes einen schwierigen Non-Conference Spielplan mit Partien gegen Kansas und Wichita State, allerdings ist das NCAA Tournament da schon noch eine andere Hausnummer. Zuletzt rächte sich die Unerfahrenheit beim Heimspiel gegen Arizona, als man das Spiel eigentlich schon zu gewinnen schien und dann durch vermeidbare Fehler (verpasstes Boxout beim Freiwurf, vergebener Korbleger) doch noch das Spiel aus der Hand gab. So etwas wird auf diesem Niveau direkt bestraft.

Prognose: Round of 32



SMU Mustangs (6)

MVP: Nic Moore, Guard, 5-9, Senior
Nic Moore ist der einzige verlässliche Ballhandler, den die Mustangs aufweisen können. Er kümmert sich um den Spielaufbau, ist der emotionale Anführer des Teams und der Mann für die wichtigen Würfe. Aufgrund der mangelnden Tiefe auf der Aufbauposition (der Rückzug Mudiays tat extrem weh) ist Moore gezwungen viele Minuten zu gehen. Dass er dennoch auch in engen Schlussphasen einen kühlen Kopf bewahrt und wichtige Würfe trifft, unterstreicht seine Siegermentalität. Aber auch als Ballverteiler hat der kleine Guard einen großen Schritt nach vorne gemacht. Besonders im Pick & Roll ist er sehr gefährlich, da er stets die Übersicht über seine Optionen behält und meist die richtige auswählt.

X-Faktor: Markus Kennedy, Big, 6-9, Junior
Kennedy verpasste die ersten zehn Saisonspiele aufgrund einer Suspendierung seitens der NCAA. In dieser Zeit wurde er von Ben Moore zwar würdig vertreten, doch man merkte den Mustangs an, dass das Pick & Roll ohne den spielintelligenten Power Forward einfach zu durchschaubar war. Seit der Rückkehr sieht die Offense wesentlich flüssiger aus. Er ist ein Spielmacher vom Highpost, der sowohl seinen Frontcourt Partner Moreira sehr gut in Szene setzen kann, als auch selber hochprozentig vollstrecken kann. Zudem gibt er den Mustangs einen weiteren engagierten Rebounder am Brett und hilft die Lufthoheit für sein Team sicherzustellen.



Backcourt
Wie bereits angedeutet ist die Tiefe im Backcourt ein großes Problem für die Mustangs. Nic Moore ist der einzige Spieler im Kader, den man guten Gewissens mit dem Spielaufbau beauftragen kann. Dieser macht seine Sache auch trotz hoher Belastung sehr ordentlich. Er ist der Kopf, den diese Mannschaft braucht und das kreative Genie, das Larry Brown im Pick & Roll haben will. Außerdem ist er ein eiskalter Schütze und dazu prädestiniert, die wichtigen Würfe in einer Saison zu verwandeln. An seiner Seite starten Sterling Brown und Ryan Manuel. Brown ist der beste reine Werfer, der dem Team noch übrig geblieben ist. So sorgt er wenigstens für etwas Gefahr aus der Distanz, auch wenn er nicht besonders häufig abdrückt und weiter davon entfernt ist, als Dreierspezialist durchzugehen. Immerhin ist er auch ein sehr engagierter Rebounder. Ryan Manuel kann Moore im Ballvortrag entlasten und macht es Brown möglich, Moore auch mal abseits des Balls Gefahr auszustrahlen. Allerdings kann Manuel Druck beim eigenen Dribbeln nicht lange standhalten und gerät schnell in Probleme. Als einzige Option von der Bank kommt Ben Emelogu, dem man aber seine Unerfahrenheit in jeder Aktion anmerkt. Er tendiert dazu, viele wilde Würfe zu nehmen und zwingt Brown oft dazu, ihn schnell wieder auszuwechseln. Die Mustangs vermissen die eingeplanten Stützen Mudiay (ist Profi in China), Justin Martin (ist ebenfalls ins Profigeschäft gewechselt) und Keith Frazier (akademische Verfehlungen).

Frontcourt
Immerhin können die Mustangs dafür einen der besten und tiefsten Frontcourts der NCAA aufweisen. Das Starter-Duo Markus Kennedy und Yanick Moreira gehört zur Crème de la Crème des Landes. Kennedy ist ein spielintelligenter und vielseitiger Forward, der am liebsten vom Highpost operiert und von dort aus entweder kluge Pässe spielt oder selber scort, indem er zum Korb zieht oder den Mitteldistanzwurf einnetzt. Yanick Moreira durfte im letzten Sommer mit Angola an der Weltmeisterschaft teilnehmen und erzielte im letzten Gruppenspiel gegen Australien satte 38 Punkte. Zu Beginn der Saison merkte man ihm allerdings noch die zusätzliche Belastung durch die Nationalmannschaft an und er wirkte ausgelaugt. Mittlerweile konnte er wieder zu alter Form zurückfinden und ist wieder der Finisher, Rebounder und Shotblocker, den die Fans in Dallas so lieben. Aber auch die Backups tragen dazu bei, dass die Mustangs ihre Gegner am Brett dominieren und stehen Starter in nichts nach. Ben Moore sprang erstklassig in die Bresche, als Kennedy noch nicht spielberechtigt war, und ist ebenfalls eine sehr vielseitiger Forward, der von der Freiwurflinie aus das Playmaking übernehmen kann. Cannen Cunningham legte ebenfalls nochmal einen unverhofften Leistungssprung hin und ist zu einer validen Option in der Offensive gereift.

Spielweise
Larry Browns Erfahrung ist der Hauptgrund dafür, dass SMU trotz der vielen Unwägbarkeiten einigermaßen souverän die Saison bestreiten konnte. Seine NBA Denkweise überträgt sich auf seine Spieler, die allesamt sehr reif wirken. Am offensichtlichsten wird dieser Punkt in der Pick & Roll Offense, die sich schon auf NBA ähnlichem Niveau bewegt. Die Bewegungen und Abläufe sind sehr präzise und gut aufeinander abgestimmt. Daraus resultieren viele leichte Punkte am Brett für die Big Men. Ein zweiter wesentlicher Bestandteil der Offense ist das High-Low. Alle Bigs sind mit einem guten Gefühl für den richtigen Pass ausgestattet und Gespanne harmonieren jeweils sehr gut miteinander. Defensiv spielt man harte Mannverteidigung und kann sich auf die Abräumqualitäten von Moreira, Kennedy und Cunningham verlassen. Aber auch die Guards machen einen guten Job und sind unangenehme Verteidiger.

Tournament Aussichten
Es hat einige Monate gedauert und wurde von den vielen Zu- und Abgängen lange hinausgezögert bis die Mustangs ihren Rhythmus fanden. Aber seit gut einem Monat spielen sie wieder sehr ansehnlichen und effektiven Basketball, der im Tournament einige Erfolge sichern sollte. Auf dieses eingespielte und clever agierende Team will sicher niemand in einem Do-or-Die-Spiel antreten. Speziell für mangelnde Vorbereitung wird der Gegner gnadenlos demontiert. Allerdings ist die fehlende Tiefe bei den Guards ein nicht zu unterschätzender Faktor. Sollte SMU auf ein Team treffen, das 40 Minuten lang aggressiv presst, könnten Moore & Co. gegen Ende der Begegnung die Körner ausgehen.

Prognose: Round of 32



Iowa Hawkeyes (7)

MVP: Aaron White, Big, 6-9, Senior
White ist ein erfahrener Senior, der sich im Laufe der Jahre zu einer absoluten Führungsfigur entwickeln konnte. In der Offensive ist er einerseits der Ruhepol, der auch in kritischen und hektischen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt, und andererseits der Aktivposten, auf den sich Verteidigung des Gegners konzentrieren muss, womit er seinen Mitspielern Freiräume schafft. White erzielt den vorwiegenden Teil seiner Punkte durch Freiwürfe. Er hat ein gutes Gespür dafür, wie er seinem Gegenspieler ein Foul anhängen kann. An der Freiwurflinie ist er eine Bank und damit ein sehr hochprozentiger Scorer. Auch in der Defense und beim Rebound nimmt der Senior eine Vorbildfunktion ein.

X-Faktor: Jarrod Uthoff, Wing, 6-8, Junior
Uthoff ist ein groß gewachsener Flügelspieler, der über einen sehr soften Touch bei seinen Würfen verfügt. Aufgrund seiner Größenvorteile gegenüber seines Gegenspielers und seinem hohen Releasepunkt kann er seinen Wurf auch immer loswerden und ist damit kaum am Scoring zu hindern. Allerdings tendiert er dazu, sich zu sehr auf den Wurf zu verlassen, anstatt mögliche Größenvorteile unter dem Korb auszunutzen. Er geht Kontakt aus dem Weg und lässt von einer harten Gangart seitens der Verteidigung noch zu leicht beeinflussen, weshalb seine Leistungen sehr inkonstant sind. Die Hawkeyes brauchen ihn aber als eine zweite verlässliche Option im Angriff neben White, denn sonst wird es für diesen schwer, sich seine Würfe zu erarbeiten und bei Drives Fouls zu ziehen.



Backcourt
Aufbauspieler für Fran McCaffery ist Mike Gesell. Im ersten Moment kommt er dem Beobachter wie ein sehr unscheinbarer Guard vor, der den Ballvortrag solide verrichtet, aber ansonsten kaum etwas zum Teamerfolg beitragen kann. Doch Gesell ist der Glue Guy des Teams, der dafür sorgt, dass alle emotional beim Geschehen dabei sind. Außerdem kann er auch schwierige Würfe treffen und liebt es mit solchen Körben das gegnerische Publikum zum Schweigen zu bringen. Auch defensiv ist er ein galliger Verteidiger und gehört zu den besseren Defensivspielern der Big Ten. An seiner Seite startet mit Peter Jok ein „streaky“ Shooter. Doch selbst wenn der Sophomore mal einen gebrauchten Tag erwischt, zögert er nicht weiter zu werfen und kann dank seines Selbstbewusstseins wichtige Würfe treffen. Als Backup ist Anthony Clemmons für den Spielaufbau zuständig. Auch Clemmons ist wie Gesell ein tougher Spieler, der in der Verteidigung seine Spezialitäten aufweisen kann. Ähnlich wie bei Gesell ist auch bei Clemmons der Wurf etwas wackelig, fällt aber in den wichtigen Momenten. Das würde sich Coach McCaffery sicher auch von Josh Oglesby, einem Scharfschützen wünschen, allerdings hat dieser noch nicht seinen Touch gefunden.

Frontcourt
Jarrod Uthoff und Aaron White geben Iowa Länge auf dem Flügel. Die beiden ergänzen sich spielerisch gut und verstehen sich blind auf dem Feld. Uthoff lungert dabei meist an der Dreierlinie herum und wartet darauf, von White angespielt zu werden. Ist er frei, schenkt er dem Gegner drei Punkte ein. Ist er es nicht, täuscht er den Wurf an und zieht anschließend, wobei er die Penetration spätestens am Zonenrand abbricht, wenn die Gefahr von körperlichem Kontakt besteht. Aaron White geht mit einer anderen Mentalität zu Werke. Er ist froh über jeden Kontakt, da er so Fouls ziehen und an die Linie gehen kann. Dort fühlt er sich am wohlsten. Doch White ist nicht wählerisch und scort, sobald die Defense es ihm ermöglicht. Auch das Centergespann ergänzt sich gut, darf aber nie gemeinsam auf den Gegner losgelassen werden. Starter ist der Australier Adam Woodbury, der für einen Center absolutes Gardemaß hat. Leider ist er offensiv auf seine linke Hand limitiert und hat keinen Wurf, denn sonst wäre für ihn mehr Spielzeit drin. Ein anderer lähmender Faktor ist seine Foulanfälligkeit in der Defensive. Gabe Olaseni ist der Defensivanker der Hawkeyes und zugleich stark verbessert in der Offensive. Sein Hände sind gut, sodass er sich oft gute Positionen erkämpft und dort Anspiele direkt verwertet oder daran nur mit einem Foul zu stoppen ist. Freshman Dom Uhl kommt als Entlastung auf dem Flügel. In seinen begrenzten Minuten soll er defensiv Druck machen und hin und wieder Spezialaufgaben übernehmen. In der Offensive deutet er oft sein Potential an, lässt aber noch Präzision und Konstanz in seinen Aktionen vermissen.

Spielweise
Trotz der Größe im Frontcourt und der Anwesenheit zweier Brettcenter im Kader, will Fran McCaffery eine hohes Team mit seinem Team gehen, da so seine Schützen und Athleten unter den Guards gute Optionen erhalten. Auch Aaron White, Gabe Olaseni und Adam Woodbury sind für Big Men gut unterwegs und können ihren Gegenspieler in solchen Situationen mit Leichtigkeit abschütteln. Selbst wenn sie nicht direkt im Fastbreak abschließen können, sind sie wichtig für die Early Offense und die Setplays, denn die Hawkeyes sind im Setplay sehr darum bemüht ihre Größenvorteile am Brett auszuspielen, weshalb gerade White und Olaseni oft gesucht werden.
Nach Freiwürfen stellen die Hawkeyes oftmals eine Zonenpresse auf, bei der Aaron White die Speerspitze ist und vielen Aufbauspielern die Sicht raubt. Sie fallen dann meist in eine 2-3-Zone zurück.

Tournament Aussichten
Schaffen es die Hawkeyes ihrem Gegner ihren Stil aufzuzwängen, haben sie immer eine gute Chance, das Spiel auch für sich zu entscheiden. Allerdings wandeln sie immer auf einem sehr schmalen Grat. Einerseits wollen sie rennen und im Fastbreak ihre Schützen und mobilen Big Men in Szene setzen, andererseits müssen sie schauen, dass das Tempo nicht zu hoch wird, da sie sonst kaum in Setplays ihre Größenvorteile ausnutzen können. Prinzipiell sind die Hawkeyes daher ein Team, das zwar aufgrund der Größe und anpassungsfähigen Spielweise nicht gerade auf der Wunschliste vieler anderer NCAA Teilnehmer steht. Dennoch fehlt die Konstanz, um wirklich einen tiefen Run hinzulegen.

Prognose: One-and-Done



San Diego State Aztecs (8)

MVP: J.J. O’Brien, Wing/Big, 6-7, Senior
Wenn der inflationär gebrauchte Begriff Allrounder einer lexikalischen Erklärung bedurfte, würde man mit Sicherheit J.J. O’Brien in den engeren Favoritenkreis der möglichen Beispielfiguren einbeziehen. O’Brien macht alles, was das Team gerade braucht, in genau dem richtig Maß und zum genau richtigen Zeitpunkt. Er reboundet für seine Größe sehr stark und nimmt es auch mit größeren oder kräftigeren Gegenspielern auf. In der Offense übernimmt er teilweise die Rolle eines Point Forward und läuft gelegentlich sogar das Pick & Roll als Ballhandler. Erwischen seine Mitspieler und die Scorer des Teams einen schlechten Tag, kann er auch das Punktesammeln übernehmen und sein Team so zum Sieg führen.

X-Faktor: Winston Shephard, Wing, 6-8, Junior
Der talentierteste Spieler des Kader konnten in dieser Saison leider nicht den endgültigen Durchbruch schaffen. Seine Leistungen waren stellenweise überragend, an anderen Abenden merkte man gar nicht, dass er überhaupt teilnahm. Die Konstanz ist also nach wie vor unzureichend in Shephards Spiel. Immerhin konnte der elegante Athlet weitere Feinjustierungen an seinem Wurf vornehmen, sodass sich seine Erfolgsausbeute beinahe schon in einem annehmbaren Bereich bewegt. Dennoch muss von dem Überflieger in den entscheidenden Momenten mehr kommen, als er es bisher zeigt. Seine Anlagen sind zu gut dafür, als dass er sich halbgare Auftritte leisten sollte.



Backcourt
Aqeel Quinn erklomm diese Saison weitere Sprossen auf seiner Karriereleiter. Als ehemaliger Walk-On, dessen Familie noch mit harter Arbeit das Studium bezahlen musste, sicherte er sich erst nach seinem Transfer zur SDSU sein Stipendium. In diesem Jahr konnte er sich zum Starter hocharbeiten und ließ sich auch von einer gebrochenen Hand nicht von seinem Weg abbringen. Diesen Ehrgeiz legt Quinn auch auf dem Spielfeld an den Tag. Er kann sich im 1-1 seinen eigenen Wurf herausspielen und glänzte zuletzt als Scorer. Auch sein Dreier fällt für Aztecs Verhältnisse surreal sicher. Winston Shephard bringt oft seine Athletik ein und zeigte sich in seinen 1-1 Fähigkeiten verbessert. Allerdings unterliegt er immer noch großen Schwankungen und ist weiterhin keine verlässliche erste Option im Angriff. Von der Bank kommt als zweiter Aufbauspieler Trey Kell. Der Freshman war zu Beginn der Saison noch Starter, wurde aber von Quinn verdrängt. Er verfügt über einen verhältnismäßig guten Wurf und bringt eine solide Größe für einen Aufbauspieler mit sich. Dakarai Allen ist ein guter Athlet und Verteidiger.

Frontcourt
Matt Shrigley ist der beste Schütze des Teams, wobei seine Quoten dieses Jahr etwas schwankend ausfallen. Nichtsdestotrotz darf man ihn nicht unbehelligt an der Dreierlinie stehen lassen. J.J. O’Brien schlüpft als Teamallrounder während eines Spiels in verschiedenste Rollen, um sein Team zum Sieg zu führen. Er ist ein guter Rebounder und Verteidiger. In der Presse rotiert er gut und liest viele Situationen richtig, wodurch er Ballverluste forciert bzw. in diesem Jahr eher Körbe in höchster Not verhindert. In der Offense kann er den Ball verteilen, zum Korb ziehen oder im Lowpost Punkte erzielen. Skylar Spencer ist der Abräumer in der Defense und sorgt in dieser Funktion dafür, dass der Ring bei vielen Wurfversuchen unberührt bleibt. Offensiv sind leichte Fortschritte zu erkennen, allerdings ist er immer noch auf Putbacks und Durchstecker beschränkt. Mit Freshman Malik Pope viel der vielleicht talentierteste Spieler mit dem größten Potential wegen eines gebrochenen Fußes lange aus, ist aber mittlerweile in der NCAA angekommen. Mit seiner Länge, Athletik und seinem guten Touch sorgte er für Eintragungen in die Notizbücher der Scouts. Doch man darf in diesem Jahr keine Wunderdinge von ihm erwarten, da ihm noch die Erfahrung fehlt und die Spielpause doch einen Rückstand hinterlassen hat. Angelo Chol ist der Backup von Spencer und übernimmt dessen Rolle en detail. Er ist ein Energizer und erstklassiger Offensivrebounder. Dwayne Polee erlebte in dieser Saison eine Schrecksekunde. So sackte er Ende Dezember während eines Spiels zusammen und wurde lange Zeit beobachtet, da bei ihm eine Herzrhythmusstörung diagnostiziert wurde. Die Aärzte gaben Ende Februar grünes Licht und seitdem wurde der Shooter sporadisch eingesetzt.

Spielweise
Die Aztecs wollen ein Spiel gewinnen, indem sie den Rhythmus des Gegners unterbinden oder am besten gar nicht erst aufkommen lassen. Dazu pressen sie aggressiv über das ganze Feld. In allen Bereichen der Verteidigung hilft den Aztecs deren Länge und Athletik, die im Kader vorhanden sind. Dafür sieht die Offense von San Diego State oft sehr ideenlos aus. Besonders der Mangel an Schützen tut den Aztecs weh, da die Gegner extrem weit absinken und das Spacing in der Offense so sabotieren. Daher ist die beste Offense phasenweise ein vergebener Sprungwurf, der einen Offensivrebound und Putback nach sich zieht.

Tournament Aussichten
Die Abgänge von Xavier Thames und Josh Davis konnte das Team bis heute nicht wirklich kompensieren. Zu zentral waren die beiden für den Erfolg des letzten Jahres. Thames schulterte die gesamte Offense und erzielte in der Set Offense fast alle Punkte seines Teams. Davis war hingegen ein unnachgiebiger Rebounder, der seinem Team viele zweite Wurfmöglichkeiten sicherte. Beide konnten in dieser Saison weder durch einen ähnlichen Spieler noch durch das Kollektiv ersetzt werden. Zwar kann die Defense für Probleme beim Gegner sorgen, doch die Offense ist nicht stabil genug, als dass die Aztecs realistische Chancen hätten, mehrere Spiele im Tournament zu gewinnen. Ein Sieg im ersten Spiel mag bei einem guten Matchup drin sein.

Prognose: One-and-Done



St. John's Red Storm (9)

MVP: Dom Pointer, Wing, 6-6, Senior
Sir’Dominic Pointer hatte einen etwas fahrigen Start in die Saison, fand dann aber Mitte Januar seine Form wieder und scorte in 15 aufeinanderfolgenden Spielen zweistellig. Während dieser Phase war er der beste Spieler des Teams und unterstrich seine Wichtigkeit für das Team. Besonders sein Intensitätslevel kann von kaum einem anderen Spieler in der gesamten NCAA erreicht werden. Ohne Dreier ausgestattet und fast immer mit einem Größennachtteil gehandicapt, bahnt er sich konstant einen Weg in die Zone, wo er seine Arbeit verrichtet. Sein Spielweise ist nicht besonders filigran, aber sehr faszinierend und unheimlich wertvoll für das gesamte Team.

X-Faktor: D’Angelo Harrison, Guard, 6-4, Senior
Der schussstarke Guard war während dieser Saison von mehreren kleineren Verletzungen geplagt und konnte daher vor allem in den letzten Wochen phasenweise nicht das abrufen, was man von dem Senior gewohnt ist. Dennoch darf kein Gegner den Fehler begehen und darauf setzen, dass der Topscorer der Johnnies nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sein könnte. Denn den offenen Dreier trifft der Scharfschütze immer noch mit geschlossenen Augen. Wichtig wird dennoch sein, dass er auch wieder vermehrt zum Korb zieht und sich der Spielweise seiner Kollegen wieder etwas annähert.



Backcourt
Rysheed Jordan ist zwar einer der unerfahreneren Akteure des Kaders, dennoch steht er seinen Mitspielern in Nichts nach und kann den Beobachter schnell in Begeisterung versetzen. Im 1-1 ist der Baller aufgrund seiner Skills, seiner Schnelligkeit und seiner Athletik für den Großteil der gegnerischen Guards nicht zu halten und eine Kapitulation ist vorprogrammiert. Doch selbst Bigs haben Probleme in dann am Abschluss in der Zone zu hindern, da er scheinbar minutenlang in der Luft stehen kann und wartet bis die Gravitation beim Big einsetzt, um sich für einen Abschluss zu entscheiden. D’Angelo Harrison ist dagegen in erster Linie ein guter Schütze, der den geringen Sicherheitsabstand seines Gegners dazu nutzt, schnell an diesem vorbei zu preschen. Im Anschluss daran spielt er all seine Routine aus und weiß genau, was er tun muss, um den Pfiff des Referees zu bekommen. Für einen Guard ist er zusätzlich auch sehr aktiv beim Sichern von Rebounds. Phil Greene IV ist hingegen ein reiner Shooter, der auf die Kickouts seiner Mitspieler wartet und dann seelenruhig abdrückt. Greene rückt seine Verteidiger immer in eine schwierige Lage, da sie sich überlegen müssen, ob sie sichere zwei Punkte als Hilfe verhindern oder lieber den freien Dreier unterbinden sollen. Jamal Brunch ist der Backup der drei und kann mit seiner Routine in die Rolle eines guten Sidekicks schlüpfen, der sich mit wenigen Würfen begnügt, diese dann aber hochprozentig trifft.

Frontcourt
Dom Pointer macht seine fehlende Größe mit hoher Einsatzbereitschaft und sehr viel Athletik wett. Macht der Musterathlet sich auf den Weg zum Korb und findet dabei eine kleine Lücke, ist er nicht mehr mit legalen Mitteln zu stoppen. Doch selbst wenn er nicht den Ball in den Händen hält, ist er ein ständiger Aktivposten, indem er unendlich viele Cuts läuft oder sich schon mal zum Rebound in Stellung bringt. Chris Opekpa ist der Torwart in der Defense. Mit seinen kurzen Hosen und seinem Fingerschwenk nach einem Monsterblock erinnert er in der Tat ein wenig an Dikembe Mutombo. Beeindruckend ist dabei, dass er nicht nur Helpside Verteidiger seine Präsenz verdeutlicht, sondern auch im 1-1 am Zonenrand viele Würfe blockt. Offensiv ist er auf Putbacks und Durchstecker beschränkt, doch mehr wird von ihm auch nicht verlangt. Allerdings gab die Uni bekannt, dass Obekpa für zwei Wochen suspendiert wurde. Joey de la Rosa oder Amar Alibegovic sind möglich Alternativen, die bisher von der Bank für sporadische Kurzauftritte aufliefen.

Spielweise
Manchmal beschleicht einen das Gefühl, dass die Spieler so fühlen, als wären sie auf einem Freiplatz irgendwo in New York und würden dort ihre Show abziehen. Es gibt kaum Systeme, da die Johnnies ihre individuelle Schnelligkeit und Athletik ausnutzen wollen. Daher wird vieles im 1-1 ausgetragen. Im Idealfall kommt es gar nicht dazu, denn die Athleten wollen das Spiel schnell machen und so viele Fastbreaks wie möglich laufen. In der Defense müssen dazu Steals, Blocks und Rebounds her. Steve Lavin lässt daher gerne eine 2-3-Zone spielen, in der die Johnnies am Perimeter sehr hart verteidigen und auf den Steal gehen, da sie mit Obekpa unter dem Korb über eine Absicherung verfügen und bei möglichen Blocks direkt in die andere Richtung starten können.

Tournament Aussichten
Die Johnnies sind sehr wechselhaft bei ihren Auftritten, weshalb sie auch für den Gegner eine absolut unberechenbare Wundertüte darstellen. Ein Erreichen des Sweet Sixteens ist sicher machbar, da sie bei gutem Rhythmus nur sehr schwer zu stoppen sind. Allerdings können sie sich auch selber ein Bein stellen, wenn sie ihre Aktionen weiter zwingen (müssen), auch wenn es nicht läuft und sie dem Gegner damit in die Karten spielen. Ohne ihren Abräumer in der Zone wird es jedoch schwer, überhaupt ein Spiel zu gewinnen.

Prognose: Round of 32



Davidson Wildcats (10)

MVP: Tyler Kalinoski, Guard, 6-4, Senior
In einem sehr homogenen und ausgeglichenen Team nimmt Kalinoski eine etwas gesonderte Schlüsselrolle an. Denn der Guard ist nicht nur der vielseitigste Spieler des Kaders, sondern kristallisierte sich auch immer als die Go-to-Option in brenzligen Situationen heraus. Mit seiner Routine in diesen heiklen Situationen gibt er der Mannschaft die Unbekümmertheit, die sie über 40 Minuten in der Offense auszeichnet. Gegen La Salle im ersten Match des Conference Turniers bewies Kalinoski als Krönung noch, dass er auch der Mann für den entscheidenden Wurf sein kann, da er seine Wildcats mit einem Floater in letzter Sekunde in Front brachte.

X-Faktor: Größe, Überraschungseffekt
In den vergangenen Wochen nahm der Name Davidson eine stetig wachsende Bedeutung in der medialen Berichterstattung rund um die Vorwehen der March Madness ein. Auch wenn die Leistung der Wildcats immer noch nicht in gebührendem Maße gewürdigt wurde, so sollte dennoch jeder mögliche Gegner gewarnt sein vor der Offensivmaschinerie der Wildcats. Folglich fehlt also ein wenig das Überraschungsmoment, das sich Davidson während der Conference Saison oftmals noch zu Nutze machen konnte. Zudem ist die Atlantic-10 zwar keine schlechte Conference, allerdings trifft man dort auf kein Team (eventuell mit Ausnahme von UMass), das körperlich annähernd das durchschnittliche Physisniveau der Tournament Teams matchen kann. So können Rebounds schnell zu Problemfällen verkommen.



Backcourt
Das Prunkstück der Wildcats ist die gute Besetzung der Guard Positionen. Hier stehen Bob McKillop gleich mehrere potentielle Spielmacher zur Verfügung, die allesamt ohne Verzögerung die richtige Entscheidung treffen können und damit das faszinierende Ballmovement begründen. Brian Sullivan und Jack Gibbs sind in erster Linie für den Ballvortrag zuständig. Sie wechseln sich dabei ab, in dem Wissen, dass dies nicht mehr als eine notwendige Aufgabe ist, von der sie sich möglichst schnell entbinden sollen. Dann wandert der Ball munter durch die eigenen Reihen und einen klaren Aufbauspieler gibt es nicht mehr. Beide ähneln sich in ihrer Spielweise. Sie haben ein gutes Auge für den Mitspieler und die Situation, verfügen über einen ausgezeichneten Wurf und helfen auch engagiert beim Rebound. Tyler Kalinoski ist der beste Allrounder des Teams und verfügt über den besten Basketball Sachverstand in einem sehr intelligenten Team. Auf den Senior ist auch in kniffligen Situationen Verlass. Jordan Barham ist der beste Rebounder des aus vier Guards bestehenden Backcourts. Daher ist es auch verschmerzbar, dass er von der Dreierlinie kaum Gefahr ausstrahlt und nur durch Cuts punktet. Hinter diesem Quartett bleiben für Freshman Jordan Watkins kaum Minuten. Dieser muss sich erst an den Stil seines Teams gewöhnen.

Frontcourt
Peyton Aldridge ist der „Big Man“ der Wildcats. Er steht jedoch selber mindestens genauso oft an der Dreierlinie wie seine Kollegen im Backcourt. Für einen Freshman und Big hat Aldridge das System schnell verstanden und besticht mit einem überdurchschnittlich guten Basketball IQ. Lediglich am Rebounding kann er sicher noch feilen. Hinter Aldridge gibt es eine Reihe weiterer talentierter Bigs. Oskar Michelson ist ebenfalls Freshman und verkörpert zudem den gleichen Spielertypen, wie es Aldridge tut. Er kann von außen Würfe nach Belieben einnetzen. Nathan Ekwu und Andrew McAuliffe sind hingegen in Brettnähe besser aufgehoben, wo sie Rebounds holen können. Beide stellen gute Blöcke für ihre Guards und verfügen über gute Hände.

Spielweise
Das Besondere an den Wildcats ist, dass sie keine regulären Setplays haben. Sie spielen nach festen Prinzipien, die ihnen eine Hilfestellung für bestimmte Situationen und Geschehnisse geben. Ansonsten liegt die Entscheidungsgewalt jedoch bei den Spielern und Trainer Bob McKillop redet seinen Schützlingen kaum bei ihren Entscheidungsprozessen rein. Dass diese möglichst schnell und möglichst richtig verlaufen, ist das Trainingsziel. Das Vertrauen, das McKillop in seine Spieler setzt, überträgt sich auf diese, weshalb die Offense wunderbar funktioniert. Jeder spielt mit Selbstbewusstsein. Den Akteuren unterlaufen kaum Fehler, was angesichts des hohen Offensivtempos erstaunlich ist. Die Präzision von Pässen, die Schnelligkeit der Cuts und die automatisierte Entscheidungsfindung sind sehr beeindruckend und können beispielhaft für jedes Lehrbuch verwendet werden.

Tournament Aussichten
Wie gefährlich die Wildcats für einen Gegner sein können, bewies ihre Demontage der VCU Rams. Sie ließen die Rams bis zur äußersten Erschöpfung hinterherlaufen, während sie selber durch Backdoorcuts und Dreier zu extrem vielen leichten Punkten kamen. Als eines der besten Teams aus dem Dreipunktebereich und mit ihrer Offensivmaschinerie, die nicht zu scouten ist, im Rücken, sind sie zum Favoritenschreck prädestiniert. Dennoch darf man nicht zu sehr in Euphorie verfallen, da die „lange Garde“ sehr unerfahren und teilweise sehr soft ist, was in späteren Runden oder gegen konzentrierte Gegner den Genickbruch bedeuten kann

Prognose: Round of 32



UCLA Bruins (11)

MVP: Kevon Looney, Big, 6-9, Freshman
Ohne Looney wären die Bruins nicht mal ansatzweise in der Nähe des Tournaments durch die Saison getrudelt. Der Freshman ist ein exzellenter Rebounder, der dem Leder an beiden Brettern unnachgiebig hinterherhetzt. In der Offense konnte man während der Saison auch Fortschritte erkennen. So suchte er immer öfter und konsequenter den Weg zum Korb und machte sich dabei seine athletischen und körperlichen Voraussetzungen zu Nutze. Zudem spielt er in den Defensivtaktiken von Coach Alford wegen seiner Vielseitigkeit eine entscheidende Rolle.

X-Faktor: Bryce Alford, Guard, 6-3, Sophomore
Alford hat ein Talent dafür, die schwierigsten Würfe, die man sich vorstellen kann, im Korb unterzubringen. Er würde mit Sicherheit jedes Horse-Game gewinnen. Mit dieser Fähigkeit kann er aber nicht nur bei Freizeitvergnügungen zum Erfolg beitragen, sondern hilft seinem Team enorm weiter. Denn die Bruins können jeden Fetzen Scoring, den sie finden können, gut gebrauchen. Wollen die Bruins nicht nur mitspielen, sondern auch Spiele gewinnen, muss Alford zu Höchstform finden und reihenweise schwierige Würfe versenken. Denn nicht alleine die Punkte helfen, sondern auch das positive Gefühl, das sich anschließend in der Mannschaft verbreitet, beflügeln die Bruins und rücken sie einem Sieg ein Stück näher.



Backcourt
Alford, von Natur aus eigentlich ein Scorer, muss auch noch viel Energie in den Ballvortrag und die Spielorganisation investieren. Das ist sicher nicht optimal, allerdings fehlen die sicheren weiteren Ballhandler aus vergangenen Spielzeiten im dünn besetzten Kader. Norman Powell ist als Senior mittlerweile zu einem sehr kompletten Spieler gereift und kann bei der Entlastung Alfords mithelfen. Als purer Athlet erstmals auf den Campus gekommen, ist er mittlerweile sehr galant im Umgang mit dem Spielgerät und kann sogar das Pick & Roll laufen. Sein Wurf verbessert sich ebenfalls mit jedem weiteren Monat. Nichtsdestotrotz ist er in erster Linie des beste Verteidiger des Teams und bekommt von Alford Senior die Spezialaufgaben aufgebrummt. Isaac Hamilton ist ein guter Allrounder, allerdings merkt man ihm noch an, dass er noch nicht viel Erfahrung auf diesem Niveau hat. Er lässt sich noch zu leicht die Butter vom Brot nehmen. Noah Allen gibt die wenigen Minuten Rast, die die Starter brauchen, um in der Schlussphase einigermaßen konzentriert zu sein.

Frontcourt
Kevon Looney ist der beste Rebounder des Teams. Zudem ist er einer der talentiertesten Offensivspieler und nimmt in der Verteidigung zusätzlich eine wichtige Rolle ein. Vielseitiger kann man kaum veranlagt sein, weshalb er sich bereits in die Notizbücher der NBA Späher spielte. Ein wichtiger Indikator dafür, ob UCLA eine Siegchance hat, ist immer die Tagesform von Tony Parker. Er ist der einzige Big Man, dem die Bruins im Lowpost den Ball geben können. Zudem reboundet er gut. Doch er nimmt sich relativ oft selber aus dem Spiel, indem er vermeidbare Fouls begeht. Dann muss Freshman Thomas Welsh in die Bresche springen. Der konnte zwar Fortschritte verzeichnen, ist aber dennoch kein vollwertiger Big Man. Gigi Goloman ist der Backup von Looney und ähnlich variabel, allerdings nicht so kräftig und wesentlich unerfahrener.

Spielweise
In der Offense laufen die Bruins viele Sets für Bryce Alford. Besonderer Beliebtheit erfreut sich dabei ein Baselinerunner Set, bei dem Alford von einer Seite zur anderen über Blöcke sprintet, bis er frei ist. Ergibt sich daraus kein guter Abschluss, laufen sie meist Pick & Rolls mit Alford und Looney. Wesentlich variabler geht es da schon in der Defense zur Sache. Sofern es die Matchups und die Foulsituation zulassen, spielen die Bruins Mannverteidigung. Allerdings zögern sie nicht die Verteidigungen zu wechseln und mal eine Zonenpresse, mal eine 2-3-Zone oder auch mal eine 3-2-Zone zu präsentieren. Besonders Looneys Länge und Beweglichkeit sind dabei entscheidend.

Tournament Aussichten
Bei guten Matchups können die Bruins sicher das erste Wochenende überstehen. Alford und Looney sind für viele Teams eine gefährliche Kombination. Dazu kommen mit Powell, Hamilton und Parker weitere fähige Rollenspieler hinzu. Wichtig wird sein, dass Parker keine Foulprobleme bekommt, Alford gut trifft und Looney in der Defense weiterhin so einen Effekt ausübt. Für mehr wird es jedoch nicht reichen, da dazu schlicht die Tiefe und Erfahrung fehlt.

Prognose: One-and-Done



Stephen F. Austin Lumberjacks (12)

MVP: Thomas Walkup, Wing, 6-4, Junior
Wenn es bei den Lumberjacks mal nicht läuft oder sie unbedingt ein schnelles Erfolgserlebnis in der Offense braucht, ist der Junior die erste Anlaufstelle. Er ist beim Zug zum Korb nur sehr schwer zu stoppen. Er versteht es geschickt den Ball mit seinem Körper abzuschirmen, weshalb er fast immer bis zum Korb durchkommt. In der Zone wächst ihm dann im Hinterkopf ein drittes Auge, da er immer weiß, von wo noch eine Hand nach dem Ball trachtet. Dadurch wird er nie geblockt und schafft es meistens auch noch trotz Kontakts eine Aktion erfolgreich zu beenden.

X-Faktor: Jacob Parker, Big, 6-6, Senior
Parker passt perfekt in das System von Coach Underwood. Er setzt gute Blöcke und verfügt über ein hohes Spielverständnis. Soll er von der Freiwurflinie das Kreieren mittels guter Pässe übernehmen, wählt er meist die beste verfügbare Option und leitet dadurch zwei sichere Punkte ein. Was vielleicht sogar noch etwas wichtiger ist, ist die Tatsache, dass Parker ein herausragender Dreipunkteschütze. Damit zieht er meist den Center des Gegners sehr weit aus der Zone heraus und kann jedes Absinken eiskalt bestrafen.



Backcourt
Trey Pinkney ist der Aufbauspieler und initiiert die Offense. Sein großes Manko ist neben der geringen Größe seine große Unsicherheit aus der Distanz. Das lädt jeden Gegenspieler dazu ein, extrem weit abzusinken und ist für die Offense der Lumberjacks hinderlich. Dallas Cameron und Ty Charles sorgen hingegen für großes Gefahrenpotential an der Dreierlinie. Charles ist zudem noch ein fähiger Rebounder. Abgerundet wird die Lineup aus vier Guards von Thomas Walkup, der der kompletteste Spieler des Kaders ist und alle Kleinigkeiten, die während eines Spiels anfallen, mit Freude ausführt. Dafür belohnt er sich in der Offense mit vielen einfachen Punkten. Zudem ist Walkups Spielintelligenz noch eine Erwähnung wert. Demetrius Floyd, Jared Johnson und Clide Geffrard sind die Optionen, die von der Bank kommen. Alle drei sind innerhalb des Systems sehr gute Scorer. Floyd und Johnson sind dabei Dreierspezialisten, während Geffrard zur Not auch am Brett aushelfen kann.

Frontcourt
Da immer nur Big Man auf dem Court steht, verfügen die Lumberjacks auch nicht über besonders viel Tiefe auf der Centerposition. Jacob Parker ist dabei noch nicht mal ein richtiger Center, da er den Dreier treffen und den Ball gegen langsamere Gegenspieler auf den Boden setzen kann. Sein Backup ist Tanner Clayton. Er arbeitet am Brett gut beim Rebound und setzt gute Blöcke.

Spielweise
Den Großteil ihrer Punkte erzielen die Holzfäller aus ihrer Motion Offense heraus. Dabei wird Big Jacob Parker auf der Freiwurflinie geparkt, während die vier Außenspieler diverse Cuts laufen und den Ball solange von Seite zu Seite bewegen bis sie entweder einen Korbleger haben oder ihr Pick & Roll aufziehen. Die Ausführung dieses einen Sets ist sehr präzise und daher schwer zu verteidigen, auch wenn jeder Gegner genau weiß, was passiert und welche Cuts man verteidigen sollte.
Die Offense muss aber auch effizient sein, da sie in der Verteidigung große Problem haben. Sie sind körperlich meist unterlegen und es fehlt ein Wächter, der den eigenen Ring schützt. Daher müssen die Lumberjacks am Perimeter harte Defense spielen, was zu vielen Fouls führt. Die fehlende Präsenz eines Shotblockers versuchen sie auszugleichen, indem sie viele Offensivfouls annehmen wollen.

Tournament Aussichten
Trifft SFA auf ein Team, das ihnen liegt, haben sie durchaus Chancen eine oder sogar zwei Runden zu überstehen. Dabei ist es wichtig, dass der Gegner körperlich nicht allzu überlegen ist und in der Offense ein wenig strukturlos agiert. Daher wäre ein Gegner, dessen Stärken in der Defense liegen optimal für das Team von Coach Underwood. Im letzten Jahr konnte man mit VCU ein Team aus dem Tournament werfen, das genau diese Kriterien erfüllte. Bei einem ähnlich guten Matchup ist eine Wiederholung möglich.

Prognose: One-and-Done



Eastern Washington Eagles (13)

MVP: Tyler Harvey, Guard, 6-4, Junior
Den Topscorer der NCAA darf man nicht heißlaufen lassen. Der Linkshänder zögert nicht lange und hat ein absolutes Kurzzeitgedächtnis für kürzlich vorangegange Fehlwürfe. Er schießt einfach weiter und meistens mit Erfolg. Sein schneller Release und seine Größe machen es der Verteidigung schwer, die Würfe überhaupt zu erschweren. Besonders in Transition Situationen muss der Gegner den Scorer identifizieren, bevor es zu spät ist und das Netz aufzischt. Allerdings könnte er sich noch angewöhnen hin und wieder auch mal die Mitspieler einzubeziehen. In der Defense hängt er sich dafür rein und erobert sehr viele Bälle mit seinen schnellen Händen.

X-Faktor: Venky Jois, Big, 6-8, Junior
Jois ist einer der faszinierendsten Spieler, die man im Turnierverlauf beobachten darf. Der vielseitige Big Man ist mit allen Wassern gewaschen und weiß ganz genau, wie er seinen Gegenspieler vernaschen kann. In Kombination mit der Firepower im Backcourt ist Jois meist nicht zu kontrollieren. Jois zieht daher sehr viele Fouls und stürzt die gegnerischen Big Men in massive Foulprobleme. Der Harken an der Sache ist jedoch, dass Jois ein sehr schlechter Freiwurfschütze ist und unsaubere Defense nicht bestraft.



Backcourt
Drew Brandon ist der Ballhandler der Eagles. Er leitet die Offense seines Teams sehr gut ein und initiiert meist gute Ballbewegung. Er kann aber auch selber zum Korb ziehen. Sieht er eine Lücke, nutzt er sein gutes Ballhandling und seinen schnellen ersten Schritt, um diese Lücke zu attackieren. In der Zone kann er sich dank guter Körperkontrolle auch meist behaupten und seine stringenten Drives krönend vollenden. Allerdings ist der Distanzwurf nicht gerade seine Stärke, was ihn jedoch unbeeindruckt lässt, denn er wirft meist trotzdem munter auf den Korb. Das gilt für Tyler Harvey sowieso. Der Lefty findet immer Mittel und Wege, um den Ball im Korb unterzubringen. Hat er einen Lauf, entscheidet er ein Spiel im Alleingang. Parker Kelly ist ein guter Schütze, der von der Anwesenheit und den Drives seiner beiden Nebenleute profitiert. Oft konzentriert sich die Defense zu sehr auf das Duo, sodass Kelly sträflich allein gelassen wird.  Felix van Hofe gibt den Startern Entlastung und kann die Rolle Kellys eins zu eins kopieren.

Frontcourt
Die beiden Starter Venky Jois und Ognjen Miljkovic sind sich sehr ähnlich. Beide sind keine klassischen Big Men, sondern attackieren gerne aus dem Dribbling. Erst nachfolgend gehen sie ins Postup über, wo beide ihre gute Fußarbeit und ihre Cleverness ausspielen können. Als sechster Mann kommt Freshman Bogdan Bliznyuk ins Spiel und liefert als solcher eine weitere Scoring Option auf den großen Positionen. Der Ukrainer ist ebenfalls sehr geschickt im Lowpost und kann seinen Gegenspieler aus dem Faceup heraus schlagen.

Spielweise
Die Eagles wollen ihren Gegner überrennen und attackieren daher in der Offense sehr früh und sehr konsequent den Korb. Besonders das Guard-Duo Harvey und Brandon harmoniert sehr gut. Brandon passt den Ball schnell auf den Flügel zu Harvey, der direkt attackiert und in den seltensten Fällen gestoppt werden kann. In der Set Offense machen die Eagles ebenfalls keine Gefangenen und gehen meist auf Risiko. Dabei nehmen sie lieber einen schlechten Wurf, als langsames Tempo in Kauf. Meist leitet ein einfaches Pick & Roll die Drives ein. Werden Harvey oder Brandon im Pick & Roll gestoppt, kommen die Bigs ins Spiel, die am liebsten aus dem Dribbling attackieren.

Tournament Aussichten
Die Eagles sind ein brandgefährliches Team, da sie sich von keinerlei äußeren Faktoren negativ beeinflussen lassen, sondern sich stets treu bleiben. Besonders Harvey und Jois können das Team in schwierigen Phasen tragen. Läuft Harvey heiß, wird der Gegner Mühe haben, den Big Sky Champ auf Distanz zu halten. Wie gefährlich das hohe Tempo der Eagles sein kann, mussten zum Beispiel die Indiana Hoosiers in eigener Halle erfahren, als Eastern Washington einen knappen Sieg aus der Assembly Hall entführen konnte.

Prognose: Sweet Sixteen



UAB Blazers (14)

MVP: Robert Brown, Guard, 6-5, Junior
Brown ist der wichtigste Spieler des Teams. Doch nicht allein aufgrund der Tatsache, dass er der Topscorer des Teams ist. Viel wichtiger ist vielmehr, dass er einer der erfahrensten Akteure des Kaders ist. Seine Mitspieler sind zumeist deutlich jünger und spielen gerade ihre erste oder zweite Saison. Brown hingegen bewegt sich schon auf sehr hohem Niveau. Im Pick & Roll kann er die Defense gut lesen und anschließend auf die richtige Art attackieren. Da die Gegner um seine Stärke wissen, wird er meist gedoppelt, was Brown im Idealfall durch ein Split-Dribbling lösen kann.

X-Faktor: Unerfahrenheit
Wie bereits angesprochen ist das Team sehr jung. Unter den neuen regulären Rotationsspielern befinden sich jeweils nur ein Senior und Junior. Demgegenüber stehen 4 Freshmen. Der Auftritt auf der großen Bühne, den die ganze Nation sehen wird, kann damit als Charaktertest für die Jungspunde gesehen werden. Einen ersten solchen Test gab es unmittelbar nach Weihnachten bei den North Carolina Tar Heels. Dieser Versuch ging damals ziemlich in die Hose. Doch drei Monate machen bei Freshmen eine Menge aus und die Blazers können im Tournament ohne Druck auflaufen.



Backcourt
Nick Norton ist der Aufbauspieler des Teams. Als Freshman muss er naturgemäß noch eine Menge lernen, doch er kann mit Druck gut umgehen und begeht nur wenige Fehler. Stattdessen verteilt er den Ball gut und hat einen guten Überblick über die Situation auf dem Feld. Er besitzt das Potential, ein sehr guter College Point Guard zu werden. Sein guter Schuss wird ihm dabei helfen. Robert Brown kann ihn an seiner Seite auch etwas entlasten und zumindest im Halbfeld den Ton angeben. Er bringt dem Team dringend benötigtes Scoring. Hakeem Baxter ist ein weiterer talentierter Youngster, der noch mit sehr viel Engagement zu Werke geht und seine Zurückhaltung während der ersten Saisonwochen langsam ablegen konnte. Von der Bank kommen Tyler Madison und Denzell Watts. Watts ist eher als Ballhandler anzusehen, während Madison ein extrem guter Offensivrebounder für einen Guard ist.

Frontcourt
William Lee und Tosin Mehinti bilden das Starter Duo auf den großen Positionen. Sie stellen beide gute Blöcke und haben ein gutes Timing beim Abrollen, was ihnen viele leichte Punkte in Brettnähe garantiert. Außerdem arbeiten beide sehr engagiert beim Rebound und halten offensiv viele Bälle durch Tips am Leben. Sechster Mann des Teams ist Chris Cokley. Als solcher sieht er viele Minuten und rechtfertigt diese durch seine Durchschlagskraft am Brett. Er ist der beste Finisher des Teams. Abgerundet wird die Rotation von Senior C.J. Washington, der nicht nur mit seiner Erfahrung helfen kann, sondern auch eine Vorbildfunktion in Sachen Einsatz einnimmt.ötgn. Er bringt dem Team dringenSeite auch etwas entlasten und zumindest im Halbfeld den Ton angeben. Er bringt dem Team dringen

Spielweise
In der Offensive laufen die Blazers gerne ihre Pick & Roll Motion, die sehr weit verbreitet ist. Die einfachen und sich wiederholenden Strukturen helfen dem jungen Team, sich auf dem Feld zu orientieren und verleihen den Aktionen Sicherheit. Außerdem bekommt der beste Spieler des Teams so die Möglichkeit, seine Stärke auszunutzen. Problematisch kann jedoch die Defense sein, da es dort oft zu Missverständnissen und Überreaktionen kommt. Kommunikation und klare Anweisungen sind daher auch hier wichtig, um einfache Punkte für den Gegner zu verhindern. Das kann besonders in der Zonenverteidigung passieren.

Tournament Aussichten
Ein Upset ist nicht unmöglich, da das Team mit Brown über einen guten Spieler verfügt, der seine Mannschaftskameraden in den entscheidenden Momenten vorantreiben und anführen kann. Zudem entwickelten sich jungen Spieler sehr stark im Laufe der Saison. Entscheidend wird sein, dass die Blazers das Duell an den Brettern für sich entscheiden. In dieser Hinsicht gehören sie im Normalfall zu den besten Teams des Landes. Besonders eigenen Würfen gehen sie mit Feuereifer nach und erarbeiten sich viele zweite Chancen. Können sie das im Tournament zeigen, haben sie gute Chancen, zumindest für eine offene Begegnung zu sorgen.

Prognose: One-and-Done



North Dakota State Bison (15)

MVP: Lawrence Alexander, Guard, 6-3, Senior
Alexander ist nicht ohne Grund mit Abstand der beste Scorer des Teams. Er bringt die Kreativität ins Spiel, die seinen Mannschaftskollegen in der Regel fehlt. Er weiß, wann er seinen Gegenspieler schlagen kann oder wann sich dieser eine mentale Auszeit gönnt und ihm zu viel Platz zum Werfen lässt. Besonders von „Downtown“ ist der Scorer extrem gefährlich und muss von der Verteidigung eng bewacht werden. Allerdings ist er niemand, der mit seinem Zug zum Korb Lücken für seine Mitspieler reißt und diese anschließend vorzüglich bedient.

X-Faktor: A.J. Jacobson, Wing, 6-6, Freshman
Der Redshirt Freshman wird als Power Forward aufgestellt und kreiert mit seiner Spielweise Missmatches. Er kann gegen gleich große oder kleinere Spieler aufposten und leichte Punkte erzielen. Wird er in die Weave Motion am Perimeter miteinbezogen, ist sein Ballhandling gut genug, um sich einen Pfad zum Korb zu erarbeiten. Zudem ist sein Dreier ausgezeichnet und zieht seinen Gegenspieler damit weit aus der Zone heraus. Diese Kombination bereitet vielen Gegenspielern Schwierigkeiten.



Backcourt
Lawrence Alexander ist der beste Punktesammler des Teams und kann Routine im Ballvortrag aufweisen. Er erzielt seine Punkte immer innerhalb des Systems und wählt meist zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Ausstiege. Er kann ein Spiel im Alleingang für sein Team gewinnen, ohne dabei das Zusammenspiel der Bisons zu unterbrechen. Kory Brown und Carlin Dupree sind hingegen in der Verteidigung gut beschäftigt, wo sie mit sauberer Defense dafür sorgen sollen, dass die gegnerischen Guards und Wings die Zone der Bisons pro Spiel nur wenige Male mit dem Spielgerät in der Hand berühren. Offensiv  sind sie meist unauffällig, aber effektiv, da sie viele Cuts laufen und die Kleinigkeiten sehr sachgemäß ausführen. Von der Bank kommt Paul Miller als vielseitiger Spieler, der sich ebenfalls in den Dienst der Mannschaft stellt und die Kleinigkeiten verrichtet, die Alexander den Rücken freihalten.

Frontcourt
A.J. Jacobson ist neben Alexander der zweite Aktivposten der Offense und sorgt für Abwechslung in der Offense. Sein guter Wurf und sein Ballhandling sorgen für gutes Spacing. Außerdem ist er in der Lage, sich im 1-1 einen halbwegs ordentlich Wurf zu erarbeiten. Auf der Centerposition teilen sich Chris Kading und Dexter Werner die Minuten auf. Kading ist der Starter, aber Werner ist mindestens genauso wichtig für das Team, was auch mit der Wahl zum sechsten Mann des Jahres in der Summit League honoriert wurde. Mit seinem kräftigen Oberkörper und seinen langen Armen ist er ein erstklassiger Postverteidiger.

Spielweise
In der Offense spielen die Bisons gerne ihre Weave Motion. Dabei übergeben sich die Spieler am Perimeter solange den Ball mittels Handoffs bis der richtige Spieler (meist Alexander) den Ball in den Händen hält und den Korb attackieren kann. Problematisch ist allerdings, dass sie bei den Handoffs meist überhaupt keine Gefahr ausstrahlen, sodass die Defense einfach absinkt und die Angriffsbemühungen im Sand verlaufen. So betreibt NDSU zwar viel Aufwand, erhält aber wenig Ertrag daraus. Gegen Zonenverteidigungen verstehen sie es dagegen gut, den Ball und die Defense zu bewegen, um sich mit schnellen Pässen gute Abschlüsse herauszuspielen. Generell wollen sie schnell umschalten und gucken, ob sie leichte Punkte erarbeiten können. Geht dies nicht, wird das langsame Setplay aufgezogen.

Tournament Aussichten
Das Spiel der Bisons ist insgesamt leider viel zu berechenbar, als dass sie einen Favoriten aus dem Titelrennen werfen könnten. Die Weave Motion ist relativ leicht zu verteidigen und wird bei keinem Topteam große Probleme hervorrufen. Höchstens mit einer Kombination aus einer astronomisch hohen Trefferquote jenseits der Dreipunktelinie und atemberaubend guter Defense könnten sie in einer Partie zumindest phasenweise mithalten.

Prognose: One-and-Done



North Florida Ospreys (16)

MVP: Dallas Moore, Guard, 6-1, Sophomore
Der quirlige Guard liebt Transition Situationen, weil er dort seine Schnelligkeit, seinen Spielwitz und seinen Drang zum Korb frei ausleben kann. Der Linkshänder kann mit beiden Händen abschließen, favorisiert jedoch seine linke Hand. Im offenen Feld trifft er viele gute Entscheidungen und bedient seine Mitspieler großartig. Im Setplay ist er zwar nicht ganz so auffällig, das liegt aber daran, dass sich hier der Defense die Möglichkeit bietet, sich voll und ganz auf ihn zu konzentrieren. Nichtsdestotrotz findet er immer wieder Nischen, die er gnadenlos und geschickt nutzt, um sich gute Abschlüsse zu erspielen. Allerdings ist Moore noch etwas inkonstant und muss dem Drang widerstehen, sich zu sehr auf den Wurf aus der Distanz zu verlegen.

X-Faktor: Demarcus Daniels, Big, 6-7, Junior
Der sechste Mann im Team des Tournament Neulings ist eine wichtige Triebfeder. Von der Bank aus kommend liefert der vielseitige Daniels eine Alternative für die Offense. Er trägt dazu bei, dass die Versorgung mit leichten Punkten innerhalb der Zone sichergestellt wird. Er beweist hier oft einen guten Touch und kann mit Kontakt umgehen. Seine Fähigkeit, auch vom Perimeter Würfe einzunetzen, macht ihn für seine Gegenspieler zu einem schwierigen Matchup. An einem guten Tag kann er diese Verunsicherung bei seinen Kontrahenten dazu nutzen, das Spiel im Alleingang zu entscheiden.



Backcourt
Dallas Moore ist die dominierende Figur des Kaders. Für ihn werden viele Plays gelaufen und er soll für seine Mitspieler Würfe kreieren. Er liebt den Zug zum Korb über seine starke linke Hand und zieht dabei viel Aufmerksamkeit auf sich, was wiederum Räume für seine Mitspieler öffnet. Einer dieser Mitspieler ist Jalen Nesbitt. Der Senior ist ein starker Allrounder, der seinem Team mit der sorgfältigen Ausführung von und Beschäftigung mit den vielen Kleinigkeiten eines Spiels hilft. Nesbitt wird von Moore oft mit guten Anspielen für seine cleveren Cuts und seinen Fleiß abseits des Balls belohnt. Von der Bank kommt mit Trent Mackey ein richtiger Scharfschütze auf das Parkett. Ohne zu zögern, feuert er seine Würfe mit großem Selbstbewusstsein ab. Devin Wilson übernimmt den Ballvortrag in den kurzen Verschnaufpausen von Dallas Moore. Der Senior soll in diesen Phasen ruhe ausstrahlen und dafür sorgen, dass sich Moore in seinen Pausen entspannt zurücklehnen kann.

Frontcourt
Beau Beech ist ein groß gewachsener Flügelspieler, der ein weiterer wichtiger Erfolgsgarant für die Ospreys ist. Beech kann hochprozentig von der Dreierlinie treffen und tut dies auch hochfrequent. Durch seine Größe ist er außerdem eine Hilfe beim Rebounding und kann dadurch die Bigs entlasten. Chris Davenport ist die verlässlichste Option für ein ordentliches Insidespiel, die North Florida zur Verfügung steht. Der Athlet weiß sich in der Zone durchzusetzen und wird dort auch oft gesucht. Allerdings sind diese manchmal unpräzise und auch seine Hände sind nicht die besten. Er tendiert außerdem dazu, manchmal mit den Nerven zu Fuß zu sein. Immerhin seine Konsequenz beim Rebound ist beachtlich. Romelo Banks ist ein Big Boy, der sich in der Defense an den gefährlichen Innenspieler des Gegners vergehen soll. Offensiv ist er kaum zu gebrauchen. Dafür kann Demarcus Daniels Instant Offense liefern. Der vielseitige Forward ist ein guter Schütze, zeigt seinen Touch aber auch gerne am Zonenrand oder sogar innerhalb der Zone.

Spielweise
North Florida versucht möglichst viele einfache Punkte in der Transition zu generieren und das Spiel in die Hände von Ballhandler Dallas Moore zu legen. Daher sind auch die meisten Setplays in der Halbfeldoffensive simpel aufgebaut und beinhalten im Kern meist ein Pick & Roll für Moore, das ihm die Möglichkeit bieten soll, den Zug zum Korb zu erleichtern. Anschließend soll der Sophomore die Defense richtig lesen und gute Entscheidungen treffen. Meist schließt er selbst ab oder bedient die Schützen um sich herum.
In der Defense spielen die Ospreys in der Regel solide Mannverteidigung, wobei sie im Pick & Roll den Ballhandler zum schnellen Sprungwurf locken wollen, indem sie weit absinken. Hin und wieder stellen sie aber auch eine 2-3-Zone auf.

Tournament Aussichten
In den letzten Jahren sorgten die Teams aus der Atlantic Sun Conference für Furore im NCAA Tournament. Mercer schlug letztes Jahr Duke, im Vorjahr schaffte es Florida Gulf Coast ins Sweet Sxiteen. Doch ist North Florida Ähnliches zuzutrauen? Ich habe da Zweifel. Die Ospreys sind sehr abhängig von Moore. Sobald die Transition Möglichkeiten eingeschränkt werden, ist Moore ein deutlich schwächerer Spieler. Dazu fehlt ihm, wie fast allen Protagonisten des Teams, die Konstanz und Erfahrung, um ein Spiel auf solchem Level zu bestreiten. Zwar versuchte Coach Kersey hier einzuschreiten, indem im ersten Saisonabschnitt gegen Iowa oder Florida State spielen ließ, doch die Spiele gingen verloren und man konnte auch nicht komplett antreten.

Prognose: One-and-Done



Robert Morris Colonials (16)

MVP: Rodney Pryor, Guard, 6-4, Junior
Der Linkshänder ist einer der erfahrensten Akteure des Kaders und übernimmt daher in den brenzligen Situationen gerne mal die Verantwortung. Prinzipiell ist der Ball bei ihm auch in guten Händen, da er ein talentierter und variabler Scorer ist. Er kann schwierige Würfe versenken oder sich selbst einen halbwegs guten Abschluss herausspielen. Zudem fühlt er sich in der Defense sehr wohl und rotiert clever, weshalb er mit seinen schnellen Händen viele Pässe abfälscht oder den Gegnern den Ball aus der Hand stiehlt.

X-Faktor: Toughness, Rebounding
Zwar verfügt Andrew Toole über sehr viel Talent im Kader, allerdings sind seine Spieler relativ jung und lassen sich noch zu schnell von körperlicher Härte beeindrucken. Dieses Problem offenbart sich sehr eklatant beim Reboundverhalten. Da die Colonials defensiv eine Zone praktizieren, gibt es keine klar zugewiesene Verantwortlichkeit beim Ausblocken des Gegners. Folglich müssten alle fünf Akteure beim Rebound mithelfen, allerdings verfallen viele junge Spieler noch in einen Beobachtermodus, anstatt aktiv beim Rebound zu helfen. Dadurch vermiesen sie sich die harte Arbeit in der Defense und gestatten dem Gegner zu viele zweite Wurfchancen (NCAA Rang 350!)



Backcourt
Kavon Stewart ist der Aufbauspieler des Teams. Der kleine Sophomore tut sich besonders defensiv mit seinen aktiven Händen vor. Im Angriff kann er seinen Gegenspieler im 1-1 schlagen und in der Zone mit Kontakt ablegen, allerdings hat er Probleme, wenn die Defense sehr viel Druck auf ihn ausübt und ihn dazu zwingt, aus dem System auszubrechen. Dann entstehen viele unkontrollierte Aktionen. Marcquise Reed ist ein talentierter Freshman, der seinen Stärken im Fastbreak hat, wo er kaum zu halten ist. Mit seiner Schnelligkeit und Athletik rast er einfach jedem Verteidiger davon. Auch in der Defense tut er sich gerne in Form von Ballgewinnen hervor. Rodney Pryor ist der Mann für die wichtigen Würfe bei den Colonials. Er kann schnell ein Spiel kippen, wenn er unbehelligt an der Dreierlinie steht. Aber auch mit einem Gegenspieler vor sich, zögert der Linkshänder nicht, einen schwierigen Wurf zu versenken. Als sechster Mann kommt Lucky Jones in die Partie und sorgt mit seinem ebenfalls guten Wurf für Instant Scoring von der Bank. Ähnlich wie Pryor, kann auch Jones ein Spiel schnell drehen.

Frontcourt 
Im Frontcourt ist Elijah Minnie der einzige Spieler, der offensiv wirklich Gefahr ausstrahlt. Er kann offene Würfe versenken und läuft beim Fastbreak mit wie ein Guard. Wesentlich wertvoller ist jedoch sein Defensivverhalten, da er in der Lage ist, Würfe im letzten Moment noch zu blocken und die Colonials damit vor zwei sicheren Punkten zu bewahren. Aus dem Nichts taucht der Freshman teilweise auf und segelt in die Flugbahn des Balls. Aaron Tate ist der Anker der Zonenverteidigung und dirigiert seine Nebenleute. Er ist einer der wenigen toughen Spieler, die den Kontakt suchen, anstatt ihm aus dem Weg zu gehen. Von der Bank kommen Freshman Andre Frederick, dessen rot gefärbte Haare das auffälligste an ihm sind, und Lionel Gomis ins Spiel, wenn die Starter Foulprobleme haben.

Spielweise
Markant ist die Defense, in der sie die 2-3-Zone der Syracuse University unter Jim Boeheim kopieren wollen. Das klappt auch in der Regel relativ gut, da die Spieler alles verhältnismäßig groß sind und über lange Arme verfügen. Außerdem reden sie in der Defense gut miteinander und rotieren viel. Erlangen die Colonials Ballgewinne, können sie schnell umschalten und im Fastbreak ihre Athletik dazu nutzen, leichte Punkte zu erzielen.
Offensiv haben sie jedoch Probleme, mit hohem Druck am ballführenden Spieler umzugehen. Hier macht sich die mangelnde Erfahrung bemerkbar. Dennoch schaffen sie es dank talentierter Einzelkönner, konstant zu scoren, selbst wenn die Offense dem Erliegen nahe ist. Von der Dreierlinie sind die Colonials dennoch sehr gefährlich.

Tournament Aussichten
Der Einzug in das NCAA Tournament ist schon beachtlicher Erfolg für ein so junges Team, das zwar talentiert ist, aber noch die nötige Härte und Kompromisslosigkeit vermissen lässt, um einen Überraschungscoup zu landen. Die Spieler sollten diese Erfahrung genießen, unbeschwert aufspielen und einen Favoriten so lange wie möglich ärgern. Zu mehr wird es nicht reichen.

Prognose: One-and-Done