16 März 2015

16. März, 2015  |  Axel Babst  @CoachBabst


Das NCAA Turnier-Feld ist nach dem mit Spannung erwarteten Selection Sunday gesetzt. Ab Dienstag starten insgesamt 68 Mannschaften in die amüsanteste Basketball-Competition der Welt. Wir haben für euch alle Teams auf Herz und Nieren überprüft, verraten euch wie sie spielen und blicken - wenn schon dabei - in die Kristallkugel. Mehr March Madness geht nicht!


Kentucky Wildcats (1)

MVP: Willie Cauley-Stein, Big, 7-0, Junior
Cauley-Stein ist der beste Verteidiger der besten Defense der NCAA. Mit einer raren Kombination aus Länge und Beweglichkeit ist er die Geheimwaffe für Coach Calipari. Ist der beste Spieler des Gegners ein Aufbauspieler oder Flügel, setzt Cal seinen 7-Footer gerne mal als taktisches Mittel gegen diesen an und nimmt ihn damit komplett aus dem Spiel. Doch nicht nur als Individualverteidiger ist WCS überragend, auch als Rimprotector räumt er in der Zone so gut wie alles ab. Zudem hat er sich offensiv weiterentwickelt und kann auch hier mittlerweile mal einen guten Move im Lowpost anwenden.

X-Faktor: Karl-Anthony Towns, Big, 6-11, Freshman
Der potentielle Top-Pick des kommenden Drafts musste sich aufgrund der Tiefe des Kaders lange gedulden bis er seine Fähigkeiten zur Gänze in angemessener Spiellänge präsentieren durfte. In diesen Spielen dominierte er die Zone an beiden Enden des Feldes. Besonders beeindruckend war sein Auftritt gegen LSU, als er die zwei spielentscheidenden Szenen produzierte. Zunächst traf er in den letzten zwei Minuten einen Bilderbuch Jumphook zur vorentscheidenden Führung und anschließend angelte er sich mit seinen langen Armen den Offensivrebound, der das Spiel endgültig entschied. An diesen Leistungen muss sich der Youngster nun messen lassen.



Backcourt
Die Wildcats verfügen über den tiefbesetztesten und größten Kader der NCAA. Besonders die Länge im Team ist fabelhaft und stellt für die Gegner eine riesige Herausforderung dar. Selbst in der NBA wäre Kentucky nach Portland das zweitgrößte Team der Liga. Vom Finaljahr sind bis auf Julius Randle und James Young alle Rotationsspieler wieder mit im Boot. Allerdings ist Alex Poythress seit einigen Monaten mit einem Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzt. Die Harrison Twins bilden weiter den Starting Backcourt. Der (auch von mir) viel gescholtene Andrew Harrison konnte in den vergangenen Saisonwochen einen deutlich Satz in der Entwicklungs hinlegen. In Drucksituationen ist sein Entscheidungseverhalten aber immer noch indiskutabel. Daher ist die Freshman Class umso wichtiger. Backup Tyler Ulis spielt eine überragende Saison. In der Defense ist er eine Klette, die Turnovers en masse forciert. Zudem ist er in der Lage, die wichtigen Würfe zu treffen (z.B. gegen Louisville) und sich dabei wenige Fehler zu Schulden kommen zu lassen. Devin Booker ist ein exzellenter Scharfschütze, der aber auch im Fastbreak seine Qualitäten hat, obwohl er athletisch nicht glänzt.

Frontcourt
Trey Lyles ist größer als die meisten Center im Turnierfeld und startet als Small Forward. Mit seinem guten Wurf und seiner Beweglichkeit kann er diese Position bekleiden, ohne Missmatches zu verursachen. Im Gegenteil er hat selber meist ein Missmatch, was die Cats oft ausnutzen. Karl-Anthony Towns wurde in den knappen Momenten der Saison gesucht und konnte dort dann meist optimale Resultate erzielen. In dieser Form braucht ihn Cal im Tournament. Für seinen Draftwert wäre dies ebenfalls zuträglich. Willie Cauley-Stein ist einer der besten Verteidiger des Landes und hat gelernt von den Lobs der Aufbauspieler und den Durchsteckern seines Big Man Kollegen Towns zu profitieren. Unter den Körben ist die positive Entwicklung von Dakari Johnson zu erwähnen, der sich im Vergleich zum Vorjahr einen erstklassigen Fitnesszustand erarbeitet hat. Er wird gerne im Lowpost gesucht, wo er seine Gegenspieler mit purer Kraft aus dem Weg schiebt und seinen guten Touch beweist. Marcus Lee ergänzt die Rotation als weiterer Shotblocker und Alley-Oop-Finisher.

Spielweise
Kentucky will ein Spiel über die Defense gewinnen, was auch angesichts des Potentials in diesem Bereich überaus viel Sinn macht. Viel wird darüber diskutiert, ob Kentucky die beste Defense der vergangenen 30 Jahre stellt und die Zahlen (Feldwurfquote des Gegners, Punkte pro Spiel des Gegners etc.) sprechen auch dafür. In der Zone spielen die Big Men gerne Volleyball mit den Wurversuchen der Gegner, die meist vorher mindestens 20 Sekunden über das Feld gehetzt wurden. Allerdings zeigte sich auch hier, dass man die Wildcats mit gutem Spacing und toughen Big Men durchaus vor Probleme stellen kann, zumindest phasenweise. Die Offense ist das viel größere Problem. Hier befinden sich die Wildcats noch nicht auf sonderlichem hohem Niveau, sondern sie profitieren oftmals einfach aus ihrer Defense, die ihnen leichte Punkte ermöglicht. Im Setplay steht besonders Andrew Harrison in der Pflicht, bessere Entscheidungen zu treffen. Hier konnte er in den letzten Saisonwochen Fortschritte machen. Oft wirkt das Spiel zu statisch, was in schwierigen Würfen resultiert.

Tournament Aussichten
Wenn man ungeschlagen den Weg durchs NCAA Tournament antritt, obwohl man zuvor auf reihenweise starke Teams traf, ist man legitim der unangefochtene Titelfavorit. Tut man es dann noch in derart souveräner Weise, wie es die die Kentucky Wildcats diese Saison taten, gibt es an diesem Status überhaupt nichts zu rütteln. Allerdings dürfen die jungen Wildkatzen nicht den Fehler machen, ihre Gegner wie zu Beginn der SEC Saison zu unterschätzen, als man zwei Mal erst nach Verlängerung und jeweils mit einer mächtigen Portion Glück die Serie aufrecht erhalten konnte. Ab dem Elite Eight muss der Favorit dann in jedem Spiel eine Topleistung abrufen, da es eine Vielzahl gefährlicher Final Four Kandidaten gibt, die Kentucky an einem guten Tag gefährlich werden können.

Prognose: Champ



Kansas Jayhawks (2)

MVP: Perry Ellis, Big, 6-8, Junior
Bereits in der letzten Saison war Ellis eine wichtige Stütze des Teams und glänzte oft als Scorer. Doch in diesem Jahr muss er die größte Last im Angriff der Jayhawks schultern. Ellis ist der talentierteste 1-1-Scorer zum aktuellen Zeitpunkt. Ellis ist ein typischer Tweener, dem man keine feste Position zuweisen kann und der quasi ständig ein Missmatch hat. Als Power Forward eingesetzt nutzt Bill Self meist gezielt Ellis‘ Geschwindigkeitsvorteile und isoliert ihn auf seiner Lieblingsposition, dem linken Elbow, von wo aus er den Korb attackiert. Singt der Verteidiger ab, kann Ellis jedoch auch den Wurf einnetzen. Selbst sein Dreier fällt mittlerweile sicher. Auch beim Rebound geht Ellis engagiert zu Werke. Insgesamt ist Ellis der konstanteste Spieler in dieser Saison und muss seine Leistungen im Tournament bestätigen, wenn Kansas weit kommen will.

X-Faktor: Kelly Oubre Jr., Wing, 6-7, Freshman
Bill Self ist es gewohnt Jahr für Jahr neue Freshmen an das Niveau der NCAA und speziell der Big 12 heranzuführen. Doch bis zu dieser Saison bekamen seine Freshmen regelmäßige Einsatzzeiten vom ersten Tag an. Nicht so bei Kelly Oubre Jr. und auch Cliff Alexander. Besonders Oubre Jr. durfte in den ersten Partien kaum das Parkett betreten. Als Begründung wurde oft seine schwache Defense genannt. Diese ist auch tatsächlich sehr ausbaufähig. Denn dort verfällt der Freshman viel zu oft in Sekundenschlaf, was zu vielen leichten Punkten seiner Gegenspieler führt. Allerdings merkte man im Laufe der Saison stetige Verbesserungen. Speziell die Intensität in der Verteidigung konnte der Youngster erhöhen, was ihm viele Ballgewinne einbrachte. Offensiv kann man Oubre Jr. jedoch nur wenig vorwerfen. Der Linkshänder ist ein geborener Scorer, der sich einen Weg zum Korb bahnen kann und auch schwierige Würfe mit Leichtigkeit versenkt. Auch als Distanzschütze ist Oubre Jr. gefährlich, allerdings ist seine Technik noch nicht konstant, sodass die Streuung der Würfe sehr breit gefächert ist.



Backcourt
Frank Mason wurde von seinem Trainer in dieser Saison schon öfter als der Spieler mit den besten Leistungen betitelt. Und dieses Lob ist vollends berechtigt. Mason hat sein Verhalten im Spielaufbau deutlich verbessert und agiert wesentlich überlegter als noch während seiner Freshman Saison. Nichtsdestotrotz nutzt er jede sich bietende Gelegenheit, um sein Scoring Gen zu demonstrieren. Mit seiner Schnelligkeit lässt er seine Gegenspieler in der Regel links liegen und schließt in der Zone dank guter Athletik und kräftigem Oberkörper sicher ab. Aber auch der Floater befindet sich mittlerweile in seinem Arsenal und von der Dreierlinie trifft er konstanter. Wayne Selden wurde vor der Saison als der nächste schillernde Star angepriesen, der nach ansprechender Freshman Saison dieses Jahr seinen Durchbruch feiern sollte. Doch offensiv ist Selden immer noch ein Rollenspieler, der die Kansas Offense nicht zu schultern vermag. Dafür konnte er seine Defense nochmals um eine Stufe anheben und ist zu einem der besten Verteidiger der NCAA aufgestiegen. Regelmäßig treibt er elitäre Scorer an den Rand der Verzweiflung. Daher kann Oubre Jr. sich auch beruhigter auf seine Offensivaktionen konzentrieren, denn er weiß, dass Selden ihm den Rücken freihalten wird. Die beiden ergänzen sich also gut. Als Backup auf der 1 ist Freshman Devonte‘ Graham dabei aufzutauen. Gebremst von einer Verletzung geriet seine Entwicklung ins Stocken, doch er lernt schnell und wirkt mittlerweile schon souveräner beim Ballvortrag. Brannen Greene ist einer der besten Schützen der NCAA und hatte als solcher bei einigen Siegen einen gewaltigen Anteil am Teamerfolg. Er kann blitzschnell heißlaufen und mehrere Dreier hintereinander versenken. Zudem ist er ein sehr engagierter Verteidiger und Rebounder. Der Ukrainer Svi Mykhailiuk sah zu Beginn der Saison noch viele Minuten, in denen er sein weiches Handgelenk zeigte, doch seit dem Aufstieg von Oubre ist Mykhailiuk aus der Rotation gefallen. Dennoch muss man immer mit ihm rechnen.

Frontcourt
Perry Ellis ist die einzige Konstante unter den Bigs der Jayhawks in dieser Saison. Hierin liegt auch das Hauptproblem, das die Jayhawks haben: Es fehlt ein dominanter Big Man, den man in kniffligen Phasen im Lowpost suchen kann und der der Mannschaft damit Stabilität verleihen würde. Jamari Traylor ist zwar ein Energizer leistet, sich dafür aber in der Offense regelmäßig haarsträubende Fehler, die ihn direkt auf die Bank befördern. Freshman Cliff Alexander hat sichtlich Probleme, sich an das Spiel am College zu gewöhnen. Er kann seine Gegenspieler nicht mehr überpowern, was ihn in der Offensive und beim Rebound limitiert. Sein Spielverständnis ist unausgereift und seine Grundlagenausbildung mangelhaft. Dennoch deutete er häufiger sein Potential an und sollte zumindest langfristig bei Bill Self sehr gut aufgehoben sein. Den besten Job erledigt momentan Landen Lucas, der offensiv kaum Fehler begeht und gute Blöcke stellt und defensiv mit Intensität spielt. Ist Self total unzufrieden mit den Darbietungen seiner langen Garde, soll Hunter Mickelson zeigen, wie man zumindest mit der richtigen Einstellung spielt.

Spielweise
Offensiv sind die Jayhawks in der Lage, nur einen Bruchteil der Sets aus Selfs vielseitigem und kreativen Playbook zu laufen. Die Gründe dafür sind die mangelnde Größe und das geringe Spielverständnis vieler Rotationsspieler. Self versucht daher, Perry Ellis so viele Isolations vom linken Elbow wie möglich auf dem Silbertablett zu servieren. Ansonsten funktioniert auch dieses Jahr das High-Low zwischen den Big Men gewohnt gut, was an den verbesserten Passqualitäten von Landen Lucas und Jamari Traylor liegt. Ansonsten schmücken viele Side Pick & Rolls die Offense der Jayhawks und der Ball rotiert viel entlang der Dreierlinie.
In der Defense wechseln die Jayhawks trotz schwacher Individualverteidigung nicht oft zu einer Zonenverteidigung. Gegen Texas vor einigen Wochen geschah dies das erste Mal und erwischte den Gegner prompt auf dem falschen Fuß. Das könnte in brenzligen Tournament Situationen zumindest kurzzeitig ein guter Plan B sein, auch wenn diese Art der Defense Bill Self mit Sicherheit überhaupt nicht schmeckt.

Tournament Aussichten
Zum elften Mal in Folge konnten die Jayhawks die reguläre Saison in der Big 12 gewinnen. Angesichts der Tiefe der Conference und der Mängel des diesjährigen Kaders könnte diese zehnte Meisterschaft die größte Leistung Selfs gewesen sein. Dennoch ist Kansas für mich ein absoluter Wackelkandidat, der schon relativ früh aus dem NCAA Tournament ausscheiden könnte. Problematisch wird es, wenn der Gegner in der Transition seine Stärken hat und defensiv druckvoll agiert. Dann besteht immer die Gefahr, dass die jungen Spieler im Kader aus den Systemen ausbrechen und schlechte Würfe nehmen, die wiederum zu vielen Fastbreakgelegenheiten führen können.

Prognose: Round of 32



Notre Dame Fighting Irish (3)

MVP: Jerian Grant, Guard, 6-5, Senior
Kaum ein Spieler ist für sein Team so wichtig wie Jerian Grant für Notre Dame. Der ältere Bruder von Jerami Grant (Philadelphia 76ers) und Sohn von Harvey Grant ist der Motor einer der besten Offensiven der NCAA. Die Fighting Irish sind von seiner Kreativität im Pick & Roll abhängig. Er läuft in jedem Angriff so viele Pick & Rolls bis er entweder selber zum Abschluss kommt oder einen der Schützen entlang der Dreierlinie freigespielt hat. Sein Timing und sein Entscheidungsverhalten in diesen Momenten sich extrem weit entwickelt und zeugen von hohem Spielverständnis. Dank seiner Größe ist er in der Lage Pässe zu spielen, die andere Guards nicht mal sehen würden. Auch in der Defense ist seine Länge von Vorteil, da er seinen kleineren Gegenspieler in ihrer Sicht beschränken und ihnen oft den Ball aus den Händen stibitzen kann. Außerdem kann er solche Sachen machen...

X-Faktor: Pat Connaughton, Wing, 6-5, Senior
Auch Connaughton ist ein kurioser Sonderfall in der NCAA. In der NBA würde er wahrscheinlich gerade so als Shooting Guard durchgehen, während er bei Notre Dame die Position 4 bekleidet. Dadurch hat er offensiv immer ein Missmatch. Das nutzt er allerdings selten wirklich konsequent aus. Stattdessen präsentiert er sich lieber als Shooter aus der Distanz, was ihm ebenfalls ganz gut zu Gesicht steht. Für seine Größe ist er ein beachtlicher Rebounder und weiß sich auch gegen größere Gegenspieler im Kampf um die Lufthoheit durchzusetzen. Gewinnt Connaughton sein Matchup und ist generell gut drauf, haben die Fighting Irish gegen jeden Gegner gute Karten.



Backcourt
Im Backcourt ist die Tiefe des Kaders noch relativ annehmbar. Jerian Grant ist der Dreh- und Angelpunkt des Teams und als Schaltzentrale unerlässlich für den Teamerfolg. An seiner Seite ist Demetrius Jackson auf Wiedergutmachung aus. Als hochdekorierter Rekrut kam er auf den Campus und konnte nicht halten, was den Fans von Scouting Portalen und Coaching Staff angepriesen wurde. Doch in seiner Sophomore Saison präsentierte sich der bullige Guard von einer ganz anderen Seite und konnte viele Sympathien zurückgewinnen. Er ist der beste Verteidiger des Teams und sorgt mit seiner Athletik offensiv für viele Highlights. Aber auch als Schütze kann Jackson Gefahr ausstrahlen. Zu guter Letzt fungiert er auch teilweise als Ballhandler im Pick & Roll und zeigt dort gute Ansätze. Steve Vasturia ist ein ausgewiesener Spezialist von der Dreierlinie, kann aber defensiv Spezialaufgaben übernehmen und seinen Gegner vor sich halten. Komplettiert wird die Lineup aus vier Guards zu Beginn einer Partie von Pat Connaughton, dem eine Baseballkarriere schon sicher gewesen zu sein schien, allerdings lieber zum College zurückkehrte, um weiter seiner zweiten Leidenschaft, dem Basketball, nachgehen zu können. Mit seinen Dreiern und seiner furchtlosen Spielweise reißt er seine Mannschaftskameraden oft mit und ist der Glue Guy des Teams. Als Backup für die vier Positionen kommt mit V.J. Beacham ein weiterer Schütze von der Bank. Allerdings ist er noch ein wenig „streaky“, weshalb seine Leistungen großen Schwankungen unterworfen sind. Immerhin kann er auch defensiv weiterhelfen, wenn es offensiv schlecht läuft.

Frontcourt
Zu Beginn einer Partie startet Zach Auguste als einziger Big Man für Notre Dame. Seine Aufgaben sind dabei klar definiert. In der Defense soll er sich um etwaige Postscorer kümmern und Rebounds einsammeln. Im Angriff darf er tonnenweise Blöcke stellen und sich anschließend abrollen. Dank guter Hände und einer gewissen Kompromisslosigkeit beim Abschluss glänze er hin und wieder sogar als Scorer. Das ist aber jedes Mal ein Bonus für Coach Mike Brey. Als Auguste aufgrund akademischer Verfehlungen einige Partien verpasste, schlug die Stunde von Bonzie Colson, der noch ein Stück kleiner als Auguste ist, allerdings seine mangelnde Größe mit unheimlich langen Armen und extrem viel Herz ausgleicht. Ansonsten gibt es keine ernsthaften Alternativen, weswegen Notre Dame teilweise mit 5 Guards aufläuft.

Spielweise
Die Fighting Irish suchen ihr Heil in der Offense. Um wirklich elitäre Defense spielen zu können, fehlt ihnen einfach die Tiefe. Dank der flüssigen Ballbewegung und der uneigennützigen Spielweise in Kombination mit den Schussqualitäten der Guards klappte dies bisher auch sehr gut. Grant, Jackson und Connaughton können allesamt etwas mit dem Ball in den Händen anfangen, haben aber auch kein Problem damit, als Schützen in der Ecke geparkt zu werden, denn jeder erhält genug Möglichkeiten, um zum Abschluss zu kommen, da sie kaum Zeit auf der Bank verbringen und die Würfe zwischen wenigen Akteuren aufgeteilt werden müssen. Das erhöht natürlich die Freude am Spiel, was wiederum zuträglich für die Quoten ist.
Sollten Coach Breys Schützlinge dennoch gezwungen sein, in der Defense Körner zu lassen, um ein wichtiges Spiel wirklich zu gewinnen, nimmt Brey taktische Änderungen vor, um den Energieverlust nicht zu großen werden zu lassen. So spielen seine Schützlinge gerne mal eine 2-3-Zone oder sinken in der Mannverteidigung bei schlechten Schützen extrem ein. Gegen dominante Innenspieler wie Jahlil Okafor entsendet Brey oft einen zweiten Verteidiger zum Doppeln. Wobei er im letzten Aufeinandertreffen mit Duke darauf verzichtete und stattdessen die Schützen hauteng überwachen ließ.

Tournament Aussichten
Wenn die Fighting Irish ihre Spielweise weiter so konsequent durchziehen, ist ein Überstehen des ersten Wochenendes durchaus realistisch. Für mehr kommt es dann auf die Matchups und die Trefferquote von außen an. Sollten die Irish mit ihrem Bracket Glück haben, können sie sogar für die eine oder andere Überraschung sorgen, so wie gegen Duke. Zwischendurch konnte man allerdings ein wenig den Eindruck gewinnen, das dem dünnbesetzten Team die Luft auszugehen schien. Doch nach den Auftritten beim ACC Turnier dürfte sich dieses Gefühl verflüchtigt haben.

Prognose: Elite Eight



Maryland Terrapins (4)

MVP: Dez Wells, Wing, 6-5, Senior
Er ist einer der besten Allrounder der Big Ten und kann seinem Team auf sehr viele verschiedene Arten helfen, Spiele zu gewinnen. In der Offense ist er einer der beiden Taktgeber. Er trifft gute Entscheidungen mit dem Ball und kann seine Mitspieler richtig in Szene setzen, daher fungiert er oft als eine Art Point Forward. Im Fastbreak ist er aufgrund seiner Athletik und seines kräftigen Körpers nicht zu stoppen und wälzt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Aber auch in der Defense zeigt sich sein Ehrgeiz, da er gerne höchstpersönlich den besten Spieler des Gegners aus dem Spiel nimmt.

X-Faktor: Melo Trimble, Guard, 6-3, Freshman
Der Freshman lieferte eine überragende Saison ab und gehört bislang sicher zu den größten Überraschungen im College Basketball. Mit der Routine eines erfahrenen Veteranen entledigt er sich seinen Gegenspielern und lässt sie mit einem schnellen ersten Schritt staunend hinter sich. In der Zone besitzt der Guard dann genügend Power und Touch, um trotz Kontakts sicher zu vollstrecken. In seinem Premierenjahr lebte er förmlich an der Freiwurflinie und versenkte seine Würfe extrem sicher. Doch genau hierin liegt die Gefahr des Tournaments. Wird er weiterhin so viele Freiwürfe zugesprochen bekommen wie bisher?  In dem Talent Fouls zu ziehen schwingt immer ein nicht kalkulierbares Risiko mit. Wie wird der Rookie reagieren, wenn die Pfiffe ausbleiben, und wie wird er generell mit dem medialen Druck umgehen können?



Backcourt
Melo Trimble ist der Spielorganisator der Terrapins. Er strahlt für einen so jungen Aufbauspieler bereits eine unheimlich große Routine aus und scheint sich durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen. Sehr konzentriert leitet er die Offense ein und dirigiert seine Mitspieler zu den richtigen Spots. In der Crunchtime kann man sich keinen besseren Aufbauspieler vorstellen, da er an der Freiwurflinie lebt und sich dort heimisch fühlt, was in einer hitzigen Schlussphase ein gewaltiger Bonus sein kann. In den seltenen Fällen, in denen der Freshman dann doch mal zu überdrehen droht, stehen ihm mit Richaud Pack und Dez Wells zwei erfahrene Veteranen mit Rat und Tat zur Seite. Pack ist ein guter Verteidiger, der vor der Saison von der NC Central University kam. Auch sein Distanzwurf ist eine gefährliche Waffe. Wells kümmert sich um alle Aufgaben, die während eines Spiels anfallen. Besonders sein Rebounding ist für einen Guard sehr stark ausgeprägt. Während einer längeren Verletzungsphase merkt man, wie wichtig Wells’ Erfahrung für den Rest der Mannschaft ist, denn man zitterte sich zu Siegen über schwache Teams. Nach seiner Rückkehr war die Körpersprache eine ganz andere. Die Backups auf den kleinen Positionen sind die Freshmen Dion Wiley und Jared Nickens. Nickens ist ein Distanzwurfspezialist, der zudem eine gute Größe mitbringt und somit auch in der Defense und beim Rebound seine Pflichten erfüllen kann. Dion Wiley besitzt ebenfalls einen respektablen Distanzwurf, kann aber auch den Weg zum Korb antreten und in dessen Nähe finishen.

Frontcourt
Jake Layman ist ein gutes Beispiel dafür, was für einen großen Unterschied zwei Collegejahre ausmachen können. Als Freshman bestach er gelegentlich mit seiner Athletik im Fastbreak oder mit seinem weichen Handgelenk aus der Distanz, doch er konnte sich dabei keine eigenen Würfe herausspielen und ließ auch Konstanz stark vermissen. Nun ist der Junior in der Lage, sich seinen eigenen Wurf zu kreieren und scheut auch den Kontakt mit dem Gegenspieler nicht mehr. Er ist leicht in jedes System und in jede Aufstellung einzubeziehen, da er variabel helfen kann und kein Problem damit hat, mal mehr, mal weniger Verantwortung zu übernehmen. Als Starter auf der Centerposition hat sich Damonte Dodd etabliert. Er soll in erster Linie die Zone säubern und gegnerische Würfe an die Absender zurücksenden. Dazu kann er aber auch offensiv seine Chancen nutzen, denn seine Hände und sein Touch sind ausgezeichnet. Als Backups dienen Jon Graham, Evan Smotrycz und Michal Cekovsky. Graham ist ein tougher Athlet, der beim Rebound helfen soll und im Angriff harte Blöcke stellt, was eine nicht zu unterschätzende Fähigkeit für ein System wie das der Terrps ist. Smotrycz verpasste den ersten Teil der Saison wegen seiner Verletzung und hat auch noch nicht so wirklich seinen Rhythmus gefunden. Denn der Distanzwurf des Spezialisten fällt noch nicht mit der gewohnten Sicherheit. Michal Cekovsky durfte als Freshman wichtige Erfahrungen sammeln und stellt für den Notfall einen weiteren potentiellen Rebounder und Blocksteller dar, wobei er Letzteres noch deutlich verbessern muss, da ihm oft bewegte Blöcke abgepfiffen werden.

Spielweise
Mark Turgeon ist ein Meister darin, die Stärken seines Teams richtig einzusetzen. So versucht er mit vielen Offballscreens seinen penetrierfreudigen Guards einen Vorteil zu verschaffen, bevor sie den Ball erhalten und zum Korb ziehen. Gerade Trimble und Wells haben es perfektioniert, aus Blöcken mit Tempo herauszukommen und direkt Richtung Korb zu curlen. Das ist für jede Defense kaum zu verteidigen, zumal beide auch guten Basketballsachverstand beweisen und Hilfen des Gegners richtig einschätzen, weshalb sie auch im richtigen Moment ihre Mitspieler bedienen. Häufig starten die Terrps dabei aus Horns Sets und arbeiten auch viel mit Handoffs.
In der Defense macht sich Turgeon gerne die Länge, die er aufbieten kann, zu Nutze. Hin und wieder pressen die Terrps mit Layman an vorderster Front, denn dessen Länge und Athletik stellt viele Aufbauspieler vor Probleme. Sollte sie doch dem Druck standhalten können, fällt Maryland meist in eine Zone zurück.

Tournament Aussichten
Die klaren Hierarchien innerhalb der Mannschaft verleihen den Spielern die nötige Sicherheit, um auch brenzlige Situationen lösen zu können. Daher sollte Maryland einigermaßen gefestigt in die ersten Turnierrunden gehen können. In den folgenden Runden könnte es passieren, dass Gegner sie trotz eindringlicher Vorwarnungen unterschätzen. Selbst Wisconsin passierte dies in der Big Ten Saison. Bevor der Gegner seine Einstellung ändern kann, ist es dafür meistens schon zu spät und die Terrps haben dieses Verhalten schon mit ihrer Kaltschnäuzigkeit bestraft. Dennoch muss man abwarten, ob Melo Trimble wirklich schon so cool ist, wie es seine bisherigen Auftritte erahnen lassen.

Prognose: Sweet Sixteen



West Virginia Mountaineers (5)

MVP: Juwan Staten, Guard, 6-1, Senior
Staten ist der typische Scoring Guard, den man bei vielen Teams aus den größeren Conferences findet. Besonders in der Offensive lastet viel Druck auf ihm, da er einer der wenigen verlässlichen Scorer des Teams ist. Am liebsten drückt Staten dabei aus der Halbdistanz ab und netzt dank seines butterweichen Jumpers ein. Aufgrund seines kräftigen Oberkörpers hat er jedoch auch kein Problem damit, noch weiter in die Zone vorzustoßen und dort Freiwürfe zu schinden. Einzig von der Dreierlinie wackelt der Guard ein wenig, auch wenn in diesem Bereich eine Entwicklung erkennbar ist. Mit seinem Korbleger zum Sieg gegen Kansas bewies er zudem auch seine Qualitäten als Closer in einem engen Match.

X-Faktor: Devin Williams, Big, 6-9, Sophomore
Williams ist der einzige richtige Big Man im Kader. Er liebt es, sich in der Zone mit anderen Schwergewichten um einen Loseball zu rangeln und ist dabei auch meistens sehr erfolgreich. Genau diese Eigenschaft wird Huggins im Verlauf des Tournaments auch früher oder später von ihm einfordern, da er es im Alleingang mit der langen Garde des Gegners aufnehmen muss und West Virginia hoffnungslos unterlegen ist, wenn Williams nicht dagegen hält. Allerdings muss er dabei clever vorgehen, da er gerne dazu tendiert im Eifer des Gefechts zu viel erreichen zu wollen. So sammelt er oft schnelle Fouls und befördert sich damit auf die Bank. Das darf ihm gegen Teams mit dominanten Bigs nicht passieren.



Backcourt
Bob Huggins hat keine feste Startaufstellung. Einzig Juwan Staten ist als Starter im Backcourt gesetzt. Er ist die Führungspersönlichkeit im Team und auf dem Feld der verlängerte Arm von Huggins. Zwar gingen seine Minuten und sein Scoring leicht zurück in diesem Jahr, das ist jedoch als Vorsichtsmaßnahme von Huggins zu deuten, da er seinen besten Punktesammler nicht verheizen will und beim Tournament in voller Stärke sehen will. Neben Staten gibt es viele Kandidaten für die Flügelspots. Daxter Miles Jr. ist eine mögliche Option. Der Freshman ist ein guter Schütze und hat meistens die Aufgabe früh einige Würfe einzunetzen, um seinem Team erstens die Möglichkeit zu geben, die eigene Presse aufzustellen, und zweitens um mehr Platz für Drives und Williams in der Zone zu schaffen. Jevon Carter ist ein weiterer Freshman mit ähnlichem Aufgabengebiet in der Offense. Allerdings ist er zusätzlich auch noch der beste Verteidiger des Teams und eine extrem bissige Klette beim Ballvortrag des Aufbauspielers. Zudem ist er in der Lage beim Fastbreak seinen Weg in die Zone zu finden und dort trotz Kontakts abzuschließen. Dritter 3-and-D-Spieler im Bunde ist Gary Browne, der zudem eine Menge an Routine vorzuweisen hat. Außerdem ist er für seine Größe ein sehr guter Rebounder und mischt gerade am offensiven Brett mit. Jaysean Paige und Tarik Philipp sind weitere Guards, die oft Minuten bekommen. Sie sollen einfach nur verteidigen bis sie nicht immer können, 5 Fouls eingesammelt haben oder Huggins entscheidet, dass sie offensiv dem Team gerade schaden.

Frontcourt
Bei den Startern hat sich das Gespann aus Devin Williams und Jonathan Holton als sehr nutzbringend erwiesen. Williams ist dabei der Bulldozer, der seine Gegner in der Zone aufreibt und durch Postups und Putbacks scort. Hin und wieder streut er als kleinen Bonus auch mal einen Wurf aus der Halbdistanz ein. Holton ist hingegen ein guter Schütze und erzielt wichtige Dreier. Damit zieht er seinen Gegenspieler oft aus der Zone heraus, was den Guards neue Möglichkeiten beim Zug zum Korb eröffnet. Er versteht es zudem sehr gut, als Jumpman in der Presse mit seiner Mobilität zum Doppeln zu kommen und somit den Aufbauspieler zu vielen Ballverlusten zu zwingen. Genau die gleichen Aufgaben bekommt Nate Adrian gestellt, wenn er ins Spiel kommt. Bei großen Aufstellungen lässt Huggins ihn sogar starten. Unglücklicherweise hat Adrian seinen Wurfrhythmus noch nicht gefunden, was seine Effektivität und dadurch seine Spielzeit einschränkt. Elijah Macon ist der Backup für Williams und soll ebenso wie dieser in der Zone wühlen und Gegenspieler beim Reboundduell zur Weißglut bringen. Hin und wieder sieht auch BillyDee Williams seine Minuten. Er ist ein weiterer Athlet, der schlicht rebounden, verteidigen und rennen soll und dem Team Tiefe gibt, die es angesichts der aufreibenden Spielweise braucht.

Spielweise
„Helter-Skelter“ ist die korrekte Bezeichnung der Spielweise West Virginias. Für den neutralen oder gegnerischen Beobachter ist das nur sehr schwer zu ertragen. Denn die Mountaineers spielen hart an beiden Enden des Feldes. Sie wollen, dass die Schiedsrichter viele Fouls pfeifen, dass Aktionen unsauber werden, denn dadurch gehen sie den Gegnern auf die Nerven und spielen sich in deren Köpfe rein. Durch die vielen Fehler und Unterbrechungen entsteht Hektik und Unruhe, was nur ein Vorteil für West Virginia sein kann, da sie dem Gegner technisch und physisch meist unterlegen sind und dieser Nachteil in der hitzigen Atmosphäre nicht ins Gewicht fällt. Die Gegner in der Big12 sind dazu übergangen als Vorbereitung auf diese Spielweise 5-7 im Training spielen zu lassen. Doch selbst das hat einigen Teams nicht geholfen.

Tournament Aussichten
Aufgrund dieser sehr unorthodoxen Spielweise, die man im NCAA Tournament bei keinem anderen Team sehen wird, zumindest nicht in dieser extremen Form, kann es vielen Gegnern passieren, dass sie sich von dieser Spielweise beeindrucken lassen und es einfach mit sich geschehen lassen ohne Gegenwehr zu zeigen. Selbst Topteams wie Kansas brauchten ein Hinspiel und viele Trainingseinheiten, um sich auf diese Spielweise einzustellen. Diese Zeit wird der Gegner der Mountaineers frühestens im Sweet Sixteen haben und selbst die Woche Training ist keine Garantie, dass die Spielweise das eigene Team unbeeindruckt lässt. Daher sind Mountaineers für mich ein klarer Kandidat für einen tiefen Run. Allerdings muss man einschränkend hinzufügen, dass dazu auch ihre Würfe in der Offense ihr Ziel finden müssen, denn sonst bietet sich keine Gelegenheit, die Presse aufzustellen

Prognose: Round of 32



Butler Bulldogs (6)

MVP: Roosevelt Jones, Wing, 6-4, Junior
Nachdem Jones das vergangene letzte Jahr mit einem Kreuzbandriss aussetzen musste, kam er diese Saison in alter Frische zurück. Und prompt ist er wieder der wichtigste Spieler des Kaders. Er ist ein Aktivposten in der Offense und darf dort seinen unheimlich starken Drang zum Korb ausleben. In der Zone kann er sich trotz seiner geringen Größe durchsetzen und macht sich dabei seinen seltsam anmutenden Floater zu Nutze, der einfach nicht zu verteidigen ist. Generell ist er ein Meister darin, sich eine gute Wurfposition zu erschleichen und dort dann mit einer Vielfalt an Abschlüssen seine Punkte zu erzielen.

X-Faktor: Kellen Dunham, Wing, 6-6, Junior
Dunham ist einer der besten Schützen der NCAA. Zu Beginn einer Partie bekommt er oft einige Blöcke gestellt, um offene erste Würfe zu erhalten. Diese verwandelt er in der Regel hochprozentig, da er es perfektioniert hat, aus diesen Blöcken mit Schwung herauszukommen und beim Wurf trotzdem ausbalanciert hochzugehen. Wenn er dann erst einmal ein gutes Gefühl hat, ist er meist nicht mehr zu stoppen und trifft selbst schwierige Fadeaways aus dem Dribbling mit einem Gegenspieler im Gesicht. Allerdings ist seine Defense ein Risikofaktor. Er ist schlicht zu langsam, um seine Gegenspieler vor sich zu halten und weiß sich dann nur mit Fouls zu helfen. Das kann ihm aber sehr schnell einen Platz auf der Bank einbringen und dann ist er meist für den Rest eines Spiels kein Faktor mehr. Das darf ihm im Tournament nicht passieren.



Backcourt
Den Spielaufbau übernimmt Alex Barlow. Er ist ein klassischer Aufbauspieler, der sich um den Ballvortag kümmert und anschließend die Setplays des Teams organisiert. Zudem ist er auch emotional der Anführer des Teams. Er reißt sein Team regelmäßig mit, da er als kleinster Spieler auf dem Feld keine Angst kennt und sich mitten ins Getümmel stürzt. Doch selbst der große Einsatz kann die fehlenden Zentimeter in einigen Situationen nicht überschatten. So hat er gegen große athletische Gegenspieler Probleme, die Übersicht zu behalten, wenn diese ihm Druck machen. Außerdem ist er auch in der Defense bei solch einem Spielertypen anfällig. Kellen Dunham profitiert von der guten Spielorganisation seines Aufbauspielers und wird oft ideal bedient, sodass er sich nur auf den Korb konzentrieren kann und bloß noch abdrücken muss. Ähnlich wie Barlow ist Dunham aber sehr anfällig in der Defense und handelt sich oft unnötige Fouls ein. Roosevelt Jones ist der Allrounder des Teams. Er postet auf, reboundet und läuft das Pick & Roll mit dem Leder in der Hand. Beim Zusammenspiel mit seinen Big Men, vorzugsweise Woods, zeigt er seine ausgeprägten Passqualitäten und bereitet viele Körbe vor. Kelan Martin bringt als Freshman sehr gute Anlagen mit, da er eine gute Größe mit langen Armen und guter Athletik kombiniert. Allerdings merkt man ihm oft noch die mangelnde Erfahrung an. Er agiert noch zu oft sehr hektisch und viel innerhalb kürzester Zeit viele Aktionen starten, was zu vielen vermeidbaren Fehlern führt.

Frontcourt
Andrew Chrabasz ist nach überstandener Verletzung an der Wurfhand wieder im Spielrhythmus drin. Er wird oft als Stretch 4 eingesetzt und netzt seine Würfe zu einer annehmbaren Quote ein. Woran der Sophomore allerdings noch arbeiten muss, ist sein Rebounding. Dort macht er noch zu wenig aus seinen Möglichkeiten und scheut den Kontakt ein wenig. An seiner Seite trifft auf Kameron Woods genau das Gegenteil zu. Trotz er schmaler und gelenkiger Statur, gibt Woods keinen Ball verloren und ist ein ständiger Aktivposten im Kampf um die Lufthoheit. Zur Belohnung wird er in der Offense immer wieder mit Lobs bedient und auch viele Einwurfspielzüge werden für ihn gelaufen, sodass er viele leichte Punkte erzielen kann. In der Abstinenz von Chrabasz zeichnete sich Freshman Tyler Wideman durch guten Einsatz aus und sammelte viele Rebounds ein. Allerdings kann er sich von Woods noch abschauen, wie man in der Zone abschließt und wann man es tun sollte. Austin Etherington kam vor der Saison aus Indiana und hilft dem Team mit seiner Big Ten Erfahrung. Ist er auf dem Feld, trifft er kaum falsche Entscheidungen und erledigt alle Arbeiten, die anfallen. Bei Butler strahlt Etherington auch deutlich mehr Gefahr für den gegnerischen Korb aus.

Spielweise
Generell laufen fast alle Setplay darauf hinaus, dass entweder Jones ein Postup oder eine Isolation auf dem Flügel bekommt oder Kellen Dunham freigeblockt wird, um ihm einen freien Wurf zu kreieren. Die Bulldogs laufen gerne Flex, um entweder Jones in ein Postup zu involvieren oder Dunham einen offenen Wurf zu ermöglichen. Beide Optionen führen bei guter Ausführung der vorangegangen Blöcke zu leichten Punkten für die besten Spieler des Kaders. Sobald andere Spieler im Kader dazu gezwungen werden, sich einen Wurf herauszuarbeiten, gerät die Offense ins Stocken.
In der Defense versuchen die Bulldogs alle Probleme als Kollektiv in den Griff zu bekommen. Sie rotieren gut und haben besonders das Pick & Roll gut unter Kontrolle. In 1-1 Situationen haben die meisten Spieler Probleme, weil sie entweder kleiner oder langsamer sind als ihre Kontrahenten.

Tournament Aussichten
Butler hat eine klare Hierarchie im Team und pünktlich zum Tournament sind alle Spieler wieder an Bord und in Form. Mit der schnörkellosen, zielstrebigen Spielweise legen sie eine NBA Mentalität an den Tag, die für ein Team dieses Talentellevels ungewöhnlich ist, aber durch die unorthodoxen Spielertypen gut aufgeht. Solange Jones und Dunham lange auf dem Feld stehen können und in der Offensive gut eingebunden werden können, hat Butler eine gute Chance, die eine oder andere Überraschung zu landen. Das Carolina Beispiel ist dafür ein gutes Beispiel. Doch für einen wirklich tiefen Run fehlt die Tiefe im Kader und die Größe unter den Körben.

Prognose: One-and-Done



Wichita State Shockers (7)

MVP: Fred Van Vleet, Guard, 5-11, Junior
Van Vleet ist ein Meister des Pick & Rolls und findet daraus Lösungen wie kein zweiter Aufbauspieler der NCAA. Mit einem einzigen Pass oder einer auch nur einem einzigen Blick kann er eine gesamte Teamdefense aushebeln und einem Mitspieler zwei einfache Punkte garantieren. Neben dieser Kunst des perfekten Passes, ist der Junior auch einer der besten Anführer. Er alleine kann ein Spiel zugunsten seines Teams kippen, indem er in der Offensive einen spektakulären Korb herausspielt oder in der Defensive mit hoher Intensität einen Ballverlust erzwingt. Komplettiert wird das Paket mit seinen ausgezeichneten Fähigkeiten als Closer in einer engen Partie. So sorgte er im MVC Finale der regulären Saison dafür, dass die Shockers den Heimsieg gegen Northern Iowa in trockene Tücher wickeln konnten.

X-Faktor: Darius Carter, Big, 6-7, Senior
Man mag an dieser Stelle vielleicht andere Faktoren erwartet haben. So könnte man wieder die Frage nach ausreichenden Herausforderungen in der relativ schwachen Conference stellen oder die Dreier der Shockers in den Vordergrund stellen. Aus meiner Sicht nimmt jedoch Darius Carter eine entscheidende Rolle ein. Denn er ist der einzige Big Man, der im Lowpost und beim Pick & Roll eine Gefahr darstellt. Und so jemand ist elementar für Gregg Marshalls Team. Denn wenn keiner aus dem Frontcourt Scoring Gefahr ausstrahlt, können die Gegner sich darauf konzentrieren, viel Druck auf das Backcourt Trio Van Vleet, Baker, Cotton auszuüben, was diese in ihrer Effektivität einschränken würde. Carter muss also seine Chancen in Postups nutzen. Dass er das kann, bewies er gerade zu Beginn der Saison sehr häufig.



Backcourt
Gregg Marshall kann auf seine bewährten Stammkräfte setzen, die für ihn schon viele Schlachten gewannen. Fred Van Vleet agiert dabei als der verlängerte Arm Marshalls und ist ein Floor General im klassischen Sinne, der sich seine Mitspieler so zurecht stellt, wie er sie haben will, bevor er die Aktionen in der Offense startet. Diese werden dann meist von seinem kongenialen Partner Ron Baker abgeschlossen. Baker ist einer der besten Dreierschützen des Landes und harmoniert erstklassig mit seinem Aufbauspieler. Aber auch Baker selber kann für seine Mitspieler Würfe kreieren und den Ballvortrag übernehmen. Sein Entscheidungsverhalten im Pick & Roll und seine Passfertigkeiten sind überdurchschnittlich gut. Der dritte im Bunde ist Tekele Cotton. Der Überflieger ist der beste Verteidiger des Kaders und macht seine verhältnismäßig kleine Körpergröße mit atemberaubender Athletik und hoher Einsatzbereitschaft wett. Allerdings ging ihm zuletzt sein Distanzwurf etwas abhanden, den er jedoch prinzipiell sehr sicher treffen kann. Für die spärlichen Minuten die hinter diesem spielstarken Trio verbleiben entscheidet sich Gregg Marshall zumeist für Corey Henderson und Ria‘n Holland. Beide können den offenen Dreier treffen und somit einen wichtigen Schub liefern, wenn die Starter eine Pause brauchen.

Frontcourt
Bodyguard Evan Wessel ist der ultimative Glue Guy und macht die Dinge, die einer Mannschaft helfen Spiele zu gewinnen. Er hechtet jedem Rebound hinterher, hat stets seine Finger im Spiel und verteidigt in der Defense für zwei. Doch den ultimativen Anstieg in Sachen Energielevel impft er seinen Mitspielern ein, wenn er seine Dreier trifft. Seine Mitspieler feiern dies wie ein Großereignis und belohnen ihn dafür mit engagierter Defense.  Außerdem stellt keiner so harte Blöcke, wie es Wessel tut. Komplettiert wird die Starting Five vom bereits erwähnten Darius Carter. Dieser weiß sich trotz seiner Größennachteile am Brett durchzusetzen und präsentiert sich zusätzlich auch als versierter Lowpost Scorer. Zumindest den Jumphook mit der rechten Hand beherrscht er sehr sicher. Des Weiteren verfügt Carter über gute Hände und ist ein geschickter Rebounder. Bei den Bankspielern kann Marshall dieses Jahr nicht auf die gewohnte Qualität zurückgreifen, hat dafür aber mehr Alternativen zur Auswahl und kann sich situativ einen Spielertypen aussuchen. Shaq Morris, eine jüngere Version von Carter, und Rashard Kelly sind dabei die gesetzten Größen. Beide sind Slasher, die vorwiegend durch Durchstecker oder Putbacks scoren. Morris bringt dabei die Masse mit, während Kelly auf seine Athletik setzt. Zach Brown, Rauno Nurger und Bush Wamokota erhalten auch gelegentlich Chancen und werden für couragierte Auftritte mit Extraminuten belohnt. Brown ist auch eher ein Athlet mit gutem Touch, während der Este Nurger ein Big mit gutem Schuss ist, der das Spacing verbessern kann. Wamokota hat hauptsächlich in der Defense seine Aufgaben zu verrichten.

Spielweise
Die Offense der Shockers ist eine Augenweide. Sehr geduldig führen die Spieler vor allem die Grundlagen des Sports hervorragend aus. Zentrales Element der Offense ist die korrekte Ausführung des Pick & Rolls. So sind alle fünf Spieler auf dem Feld im Einklang, wenn ein Pick & Roll gelaufen wird. Mit gutem Timing werden die offenen Spots belegt, was die Defense oft vor vielerlei Entscheidungsprobleme stellt. Diesen Moment der Unsicherheit nutzen die Guards Van Vleet und Baker gnadenlos aus. Auch wenn es mal nicht so läuft, wie gewünscht und reihenweise gute Chancen liegen gelassen werden, geraten die Shockers nicht in Hektik, sondern bleiben ihrem Stil treu.
Defensiv rotieren die Spieler ebenfalls als eine geschlossene Einheit und bieten der Offense kaum Angriffsmöglichkeiten. Besonders beeindruckend ist dabei die harte Deny-Defense in den Passwegen, die es vielen Teams erschwert, überhaupt erst ihre Offense zu starten. Sollte es am Ende dennoch eng werden, wechseln die Shockers gerne in eine 1-3-1-Trapdefense, die ein Spiel in kürzester Zeit drehen kann. So geschehen zum Beispiel gegen Detroit.

Tournament Aussichten
Die Erfahrung für einen tiefen Run ist bei den Shockers vorhanden. Mit Gregg Marshall verfügen sie zudem über einen der besten Trainer der NCAA. Obendrauf gibt es dann noch den elitären Backcourt aus Van Vleet, Baker und Cotton. Dennoch werden es die Shockers im Tournament schwer haben. Ihnen fehlt einfach die Größe der vergangenen Jahre bzw. die Firepower. Zu viel hängt an den drei Stars des Teams und zu wenig Unterstützung kommt vom Rest des Teams, als dass Wichita State den großen Teams tatsächlich gefährlich werden könnte. Die Pflichtaufgaben werden die Shockers jedoch ökonomisch abhandeln. Vielleicht gelingt ein weiterer Überraschungssieg gegen einen großen Namen. Doch mehr wird es dieses Jahr definitiv nicht.

Prognose: Sweet Sixteen



Cincinnati Bearcats (8)

MVP: Troy Caupain, Guard, 6-3, Sophomore
Der junge Sophomore Point Guard ist schneller als erhofft in die Rolle des Anführers und Organisators hereingewachsen. Er ist einer der wenigen Spieler, die spielerisch in der Lage sind, sich einen halbwegs guten Wurf herauszuspielen. Zudem hat er ein gutes Auge für den Mitspieler, was ihn besonders in der Transition sehr gefährlich macht. Häufig ist er es, der einen schlechten Angriff seines Teams noch optimal abschließen kann. Am wichtigsten ist jedoch seine Präsenz in der Verteidigung, in der er ebenfalls den Kommandostab schwingt und seine Mitspieler lautstark instruiert. Caupain ist aber noch lange nicht am Ende seiner Entwicklungs angelangt.

X-Faktor: Farad Cobb, Guard, 6-0, Junior
Cobb besitzt ein Talent dafür, schwierige Würfe zu versenken. Das macht ihn für ein Bearcats Team, das sich jeden einzelnen Korb hart erarbeiten und verdienen muss, extrem wertvoll. Zu Beginn der Saison sorgte er noch mit Instant Scoring von der Bank für neue Impulse. Mittlerweile ist er fester Bestandteil der Starting Lineup, was auch an seinen Entwicklungssprüngen liegt. So ist er zwar immer noch ein sehr gefährlicher Scorer, trifft aber wesentlich bessere Entscheidungen und bezieht sogar seine Mitspieler in seine Aktionen mit ein. Trifft Cobb seine Würfe, ist Cincy ein anderes Team.



Backcourt
Das Duo aus Caupain und Cobb harmoniert immer besser miteinander und entwickelt ein gutes Verständnis. Das kann für Cincinnati nur wünschenswert sein, da die beiden die mit Abstand potentesten Angreifer der Bearcats sind. Caupain hat für sein junges Alter (wurde diese Saison erst 19) schon eine sehr dominante Ausstrahlung. Genau so einen Anführer braucht das Team. In der Defense ist er der wichtigste Spieler auf dem Feld, da er wie ein verlängerter Arm des Trainers seinen Mitspielern Anweisungen zuruft. Cobb profitiert von den guten Pässen Caupains und bedankt sich mit seinen Treffern, die Caupain wiederum mehr Platz beim Drive verschaffen. Hinter den beiden ist Kevin Johnson der Mann, der für etwas Entlastung sorgen soll. Allerdings ist er in der Defense häufig unentschlossen und damit der Anfang vieler Fehlerketten. Immerhin sorgt er mit seinem guten Wurf dafür, dass die Bearcats deutlich mehr Gefahr ausstrahlen.

Frontcourt
Shaquille Thomas ist der beste Athlet und Rebounder des Kaders. Allerdings bringt er sonst ein sehr schwierig einzusetzendes Paket mit. Er ist zwar beweglich wie ein Wing, hat aber leider kein Ballhandling und erst recht nicht den Wurf dazu, um dort eingesetzt zu werden. In der Zone fehlt ihm aber die Kraft, sodass er hier viele Versuche ungenutzt lassen muss, obwohl man ihm zu Gute halten kann, dass er sich davon nicht beirren lässt. Gary Clark ist ein talentierter Freshman, der aber noch kräftiger und dynamischer werden muss, wenn er sein Potential voll entfalten will. Oft sind seine Aktionen noch zu vorhersehbar und leicht zu unterbinden. Octavius Ellis ist am Brett jetzt schon eine Macht. Er reboundet exzellent, hat ein Talent dafür, Würfe zu blocken und kann selber einen guten Grundstock an Postmoves aufweisen. Sein Backup Coreonte DeBerry kann sich noch viel von ihm abschauen, da dieser bisher nur Parallelen in Sachen Rebounding aufweist. Jermaine Sanders ist eigentlich ein guter Schütze, allerdings konnte der Linkshänder das in dieser Saison kaum unter Beweis stellen, weshalb sich seine Minutenzahl deutlich verringert hat.

Spielweise
Die Spiele der Bearcats sind nur sehr schwer zu ertragen, da sie offensiv einfach nicht sonderlich talentiert oder strukturiert agieren und deshalb diese Mängel durch harte Defense ausradieren müssen. Dafür kann die Defense jedem Team ein absolutes Ärgernis sein. Cincy spielt eine 2-3-Matchup-Zone, in der gut rotiert wird und der Grad der Kommunikation sehr hoch ist. Mit dem athletischen und kämpferischen Frontcourt können sie zudem jeden Gegner physisch gehörig einschüchtern.

Tournament Aussichten
Die Offense ist einfach zu harmlos, um die Bearcats im Tournament weit befördern zu können. Abgesehen von Caupain und Cobb kann sich kaum ein Spieler wirklich einen Wurf herausspielen. Die beiden Genannten müssen aber noch lernen, ihre Bemühungen richtig zu kanalisieren. Abgesehen davon sind die meisten Spieler technisch und offensivtatktisch nicht reif genug, um in einem System zu funktionieren. Schafft es ihr Gegner, mit der rauen Gangart klar zu kommen, sind die Bearcats in ernsten Schwierigkeiten.

Prognose: One-and-Done



Purdue Boilermakers (9)

MVP: A.J. Hammons, Big, 7-0, Junior
Kaum ein Spieler seiner Größe ist so talentiert im Umgang mit dem Spalding wie Hammons. In der Offensive ist er als Lowpost Option gesetzt. Dort ist er im 1-1 nicht zu stoppen. Wegen seiner Größe und seiner langen Arme können seine Jumphooks nicht gestört werden. Diese fallen über beide Hände sehr sicher, wobei die rechte Hand naturgemäß etwas sicherer beim Abschluss ist. Doch Hammons kann sich dank seiner Fußarbeit auch noch leichtere Abschlüsse erarbeiten. Seine Dropsteps sind sehr effektiv. Außerdem ist Hammons athletisch genug auch über Ringniveau mit Autorität abzuschließen. Seine Athletik und seine Spannweite machen sich in der Defense bezahlt, da er viele Würfe wegblocken kann.

X-Faktor: Jon Octeus, Guard, 6-4, Junior
Octeus war unmittelbar vor der Saison der letzte neue Spieler im Kader, nachdem ein Transfer zu UCLA gescheitert war. Octeus erwies sich mit zunehmendem Saisonverlauf als wahrer Glücksgriff. Zwar musste Octeus als Aufbauspieler seine Mitspieler und das System der Boilermakers erst kennenlernen, weshalb am Anfang der Saison viele unnötige Niederlagen zu Buche standen, doch mittlerweile hat er sich eingelebt und ist an beiden Enden des Feldes zu einer Führungspersönlichkeit gereift. Ist er in der Offense aggressiv, sind die Boilermakers wesentlich gefährlicher für den Gegner.



Backcourt
Jon Octeus ist eigentlich kein gelernter Aufbauspieler, übernimmt die Rolle aber für Matt Painters Team und erfüllt sie nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr gut. In der Defense etablierte er sich schnell als einer der härtesten Verteidiger der Big Ten. Zu diesen gehört Rapheal Davis schon seit längerem. Der Musterathlet liebt es, den gegnerischen Topscorer aus dem Spiel zu nehmen und kniet sich in diese Aufgabe mit großer Leidenschaft hinein. Doch auch offensiv ist er ein wichtiger Faktor, da er mit seinen Drives Lücken reißt und dabei stets seine anspielbereiten Bigs im Blick hat. Freshman Dakota Mathias soll als Schütze einen Gegenpart zu den dominanten Innenspielern bilden. Allerdings fällt sein Wurf noch nicht sonderlich konstant und unterliegt den üblichen Schwankungen eines Freshmans. Sophomore Kendall Stephens ist da schon etwas weiter und geht seine Aufgabe mit einer größeren Routine an. Die beiden Schützen reichen sich immer gegenseitig die Handtücher bei der Auswechslung. P.J. Thompson ist der Backup von Davis und Octeus.

Frontcourt
Vince Edwards ist einer der vielseitigsten Spieler der Conference und übernimmt viele wichtige Aufgaben für sein Team. Im Rebound ist er eine große Unterstützung und hilft den Centerspielern. Offensiv kann er seinen Gegenspieler im 1-1 schlagen, den offenen Dreier versenken und gute Lobpässe auf Hammons und Haas spielen. Hammons profitiert von diesen am meisten. Er versteht es sehr gut, seinen Gegenspieler zu pinnen, wenn dieser das Anspiel durch Fronten verhindern will. Kommt der Lobpass, löst sich Hammons im richtigen Moment und schließt souverän ab. Diese Souveränität fehlt Freshman Isaac Haas noch. Der Gigant zeigt aber sehr gute Ansätze im Lowpost und kann jetzt schon als Scorer in Erscheinung treten. Allerdings wirken seine Bewegungen noch sehr behäbig. Basil Smotherman bringt von der Bank neue Energie ins Spiel.

Spielweise
Matt Painter will die Größenvorteile am Brett gezielt ausnutzen. Daher befinden sich meistens vier Spieler am Perimeter und passen sich anfangs den Ball zu und cutten quer über das Halbfeld. Schließlich stellt meistens ein Spieler einen Block für den Center, meistens Hammons, damit dieser entweder einen Lobpass fangen kann oder gute Lowpost Positionen garantiert bekommt. Klappt keine der beiden Optionen auf Anhieb, wird entweder ein High-Low Anspiel versucht oder ein erneuter Versuch auf der anderen Seite unternommen.
In der Defense können die Boilermakers sehr viel Druck ausüben, da Hammons ein exzellenter Shotblocker ist und Haas zumindest die Würfe verändert. Daher ist gerade die 2-3-Zone sehr effektiv.

Tournament Aussichten
Ein Sieg im ersten Spiel ist sicherlich drin, denn die Boilermakers haben einen klaren Plan und schaffen es in der Regel immer, diesen auch in die Tat umzusetzen. Allerdings ist die Erfolgsquote immer von einigen Faktoren abhängig. So dürfen sich Hammons und Haas unter dem Korb keine Aussetzer erlauben, sondern müssen alle sich bietenden Gelegenheiten sicher verwerten. Außerdem ist es wichtig, dass Jon Octeus im Aufbau die Kontrolle behält und sein Team mit einer ruhigen, aber bestimmten Art anleitet.

Prognose: Round of 32



Indiana Hoosiers (10)

MVP: Yogi Ferrell, Guard, 6-0, Junior
Kein Spieler des Teams verkörpert den Spielstil der Hoosiers besser als Ferrell und ist essentieller für dessen Erfolg. Ferrell ist ein tougher Guard, der sich seinen eigenen Wurf kreieren kann Aufgrund seiner Schnelligkeit, seines guten Ballhandling und seines ausgezeichneten Wurfes ist er für viele Gegenspieler nicht zu halten. Über die Jahre in Indiana hat er sich als der unangefochtene Anführer der Hoosiers etabliert. Er nimmt und trifft die entscheidenden Würfe, leitet die meisten Punkte selber ein und gibt auch in der Defense den Ton an.

X-Faktor: James Blackmon Jr., Guard, 6-4, Freshman
Zusammen mit Ferrell bildet der Freshman eines der schussstärksten Guard Duos der NCAA. Die beiden konnten vom ersten Saisonspiel an eine gute Chemie zueinander entwickeln und sind mittlerweile derart eingespielt, dass sie sich blind verstehen und jederzeit wissen, wo der andere steht. Allerdings ist auf Blackmon noch nicht so sehr Verlass, wie auf Ferrell. Er hatte im Laufe seiner Freshman Saison auch einige schwächere Phasen, in denen er kaum positiv in Erscheinung treten konnte. Das gab den Gegnern die Möglichkeit, sich mehr auf Ferrell zu konzentrieren, was das Spiel der gesamten Mannschaft negativ beeinflusste und stocken ließ.



Backcourt
Hier herrschen wie bereits ausführlich dargelegt die „Splash Brothers“ der Hoosiers. Ferrell und Blackmon können einen Gegner im Alleingang abschießen und das Publikum in Ekstase versetzen. Robert Johnson ist meistens der dritte im Bunde und kann ebenfalls schnell Feuer fangen. Allerdings ist er da noch etwas inkonstant und der Schwierigkeitsgrad bei seinen Treffern ist bei weitem nicht so hoch, wie bei seinen Kollegen. Von der Bank kommt mit Nick Zeisloft ein weiterer gefährlicher Schütze, der zudem ein Talent dafür hat, Offensivfouls zu schinden. Stanford Robinson ist dagegen überhaupt keine Gefahr von der Dreierlinie und fällt damit ein wenig aus dem Raster. Allerdings sind seine Defense und sein Zug zum Korb hilfreich.

Frontcourt
Troy Williams hat keinen Wurf und keine linke Hand. Dennoch bereitet er jedem Gegenspieler Kopfschmerzen oder sogar schlaflose Nächte. Denn der Energizer findet er immer einen Weg zum Korb, nimmt sehr unorthodoxe Abschlüsse und dunkt über seinen Gegenspieler, wann immer es ihm möglich ist. Besonders am offensiven Brett sollte man ihn sorgsam ausboxen, sonst nimmt es ein böses Ende mit einem der Verteidiger. Hanner Mosquera-Perea ist der einzige echte Big Man im Kader. Unglücklicherweise verletzte er sich im Conference Tournament, sodass er vermutlich nicht eingesetzt werden kann. Dafür rückt Collin Hartmann in die Starting Five. Der Shooter hatte zu Beginn der Big Ten Saison eine unglaubliche Phase, während der es den Anschein hatte, als ob Hartmann überhaupt nicht verwerfen konnte aus der Distanz. Max Hoetzel kann ebenfalls Dreier versenken und ist ein guter Rebounder. Emmitt Holt ist ein zu klein geratener Big Man, der beim Rebound kämpft und in der Defense im Lowpost verteidigen darf.

Spielweise
In Ermangelung eines Big Mans lässt Tom Crean wilden Uptempo Basketball spielen, der wenn es schlecht läuft, grausamer anzusehen ist, als Streetball. Laufen die Hoosiers jedoch aus der Distanz heiß, können sie jedem Team gefährlich werden. Grundvoraussetzung ist für Crean jedoch, dass der Ball mindestens einmal pro Angriff innerhalb der Zone war. Hier macht er seinem Team Vorgaben. Setzt es diese um, besteht eine Siegchance, wenn nicht, müssen die Hoosiers zittern.
In der Defense praktizieren die Hoosiers dieses Jahr aufgrund der fehlenden Größe auch hin und wieder eine 2-3-Zone. Erstaunlicherweise pressen sie jedoch nie.

Tournament Aussichten
Getreu der alten Basketball Weisheit “You live by the Three, you die by the Three” ist für die Hoosiers immer eine Überraschung möglich. Sie haben immer mindestens vier ausgewiesene Distanzwerfer auf dem Feld stehen und zwingen den Gegner zu vielen Closeouts und weiten Wegen. Sollten sie also auf ein (oder mehrere) dünnbesetztes Teams treffen, das einen langsamen Stil bevorzugt, und die Hoosiers hier in der Lage sein, diesem Team ihr Tempo aufzuzwingen, können sie ein Spiel gewinnen. Ansonsten wird es schwer.

Prognose: One-and-Done



Texas Longhorns (11)

MVP: Isaiah Taylor, Guard, 6-1, Sophomore
Isaiah Taylor ist die bestimmende Figur bei den Longhorns. Die Offense liegt in seinen Händen. Rick Barnes versucht ihn möglichst frei spielen zu lassen, da Taylor im ungebundenen 1-1 am besten seine Stärken zur Geltung bringen kann. Taylor ist unheimlich schnell auf den beiden und im offenen Court nicht zu stoppen. Gerade im Fastbreak läuft er gerne Slalom Parcours um die gegnerischen Spieler herum, die dann wie Trainingsstangen wirken. Trotz seiner vergleichsweise geringen Körpergröße kann Taylor auch in der Zone abschließen. Das ist sogar seine große Stärke. Er absorbiert Kontakt unheimlich gut und steht bei seinen Abschlüssen in der Luft. Zur Not kann er auch auf einen sicheren Floater zurückgreifen. Allerdings muss sein Entscheidungsverhalten noch weiter reifen und auch der Wurf ist immer noch wackelig.

X-Faktor: Jonathan Holmes, Wing, 6-8, Senior
Als einziger Senior im Team sollte Holmes im Idealfall eine Führungspersönlichkeit abgeben, auf die in brenzligen Situationen Verlass ist. Im ersten Saisondrittel konnte er dieses Profil auch zufriedenstellend ausfüllen. So verwandelte er gegen UConn beispielsweise den Buzzerbeater Dreier zum Sieg. Mittlerweile ist Holmes jedoch im Angriff deutlich abgekühlt und bei weitem nicht mehr so gefährlich in der Offense, wie noch zu Beginn der Saison. Das muss sich dringend wieder ändern, denn in vielen Partien der letzten Wochen fehlte so ein souveräner Ruhepol im Spiel der Texaner.



Backcourt
Auf der Aufbauposition zieht wie bereits beschrieben Isaiah Taylor die Fäden und hat alle Offensivbemühungen im Griff. Sein Backup ist Javan Felix. Felix kann mit seinen Würfen einen entscheidenden Anteil an einem Erfolg der Longhorns haben. Seine Reichweite unterliegt keinen Limitationen. Im Spielaufbau ist allerdings nicht so kreativ wie sein Kollege Taylor. Die beiden funktionieren auch als Gespann auf dem Court sehr gut. Kendal Yancy war vermutlich vielen Anhängern der Longhorns zu Saisonbeginn kaum ein Begriff. Doch seine starken Auftritte in den letzten Saisonwochen sorgten für wichtige Siege und könnten damit die Saison gerettet haben. Besonders sein Dreier fiel in diesem Zeitraum traumwandlerisch sicher. Demarcus Holland ist der beste Verteidiger des Teams und kann jeden Edelscorer mit seiner guten Fußarbeit aus dem Spiel nehmen. In der Offense fehlt ihm die Konstanz im Wurf, um wirklich als effektiv zu gelten.

Frontcourt
Hier sind die Texaner sehr tief aufgestellt und können Einiges an Größe aufbieten. Jonathan Holmes startet dabei teilweise als Small Forward und hat dadurch fast immer ein Missmatch. Das nutzen die Longhorns teilweise sogar aus. Connor Lammert ist ein schussstarker Linkshänder, der für gutes Spacing sorgt und gerade Isaiah Taylor mehr Platz bei Drives verschafft. Freshman Myles Turner verfügt ebenfalls über ein weiches Handgelenk. Allerdings wirkt er in seinen Aktionen noch sehr hektisch und trifft daher komische Entscheidungen in der Offense. Sein Turnaround Jumper ist nicht zu verteidigen und fällt extrem sicher. Dafür kann er jedoch kaum Durchstecker verwerten, da er meist nicht mit den Anspielen rechnet. In der Defense verfügt er über ein gutes Gefühl beim Shotblocking und rettet oft in letzter Sekunde. Auf der Centerposition hat man dann mit Cameron Ridley und Prince Ibeh zwei richtige Abräumer unter dem Korb. Ridley ist offensiv etwas talentierter, nutzt aber seine körperlichen Vorteile nicht, sondern scheut den Kontakt. Immerhin ist er ein guter Rebounder. Prince Ibeh ist einer der besten Helpverteidiger der NCAA und blockt sehr viele Würfe weg.

Spielweise
Die meiste Zeit verteidigen die Longhorns in einer 2-3-Zone, bei der sie sich die Länge der Spieler zu Nutze machen wollen. Allerdings hemmt dies bei einigen Akteuren das Intensitätslevel spürbar. Dennoch ist diese Defense nur schwer zu knacken. Speziell dann, wenn man einem Rückstand hinterherläuft.
Müssen die Longhorns ihrerseits einen Rückstand aufholen, ist ihre Fullcourt Mannverteidigung sehr effektiv.
In der Offense wirken die Longhorns teilweise sehr planlos und die falschen Spieler nehmen die falschen Würfe zum falschen Zeitpunkt. Das ist zumindest in den meisten Angriffen der Fall. Besonders aus ihren Größenvorteilen am Brett machen die Texaner zu wenig und verschwenden dadurch viele Angriffe.

Tournament Aussichten
Dass es die Longhorns überhaupt ins Tournament geschafft haben, ist schon ein wenig verwunderlich. Denn während der Saison bekleckerten sie sich nicht gerade mit Ruhm. Besonders Rick Barnes stand (zurecht) in der Kritik, da man angesichts des Talents und der Tiefe des Kaders gar nicht so lange hätte zittern dürfen. Doch die Qualifikation zum Tournament kann den Effekt eines Neustarts haben. Texas ist immer noch ein sehr gefährliches Team, da es über sehr viele Talente und fähige Big Men verfügt. Bei günstigen Matchups und mehr Struktur seitens der Coaches sollte das Sweet Sixteen definitiv in Reichweite sein. Für mehr müssten sich die Texaner spielerisch enorm steigern. Das ist zwar nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich.

Prognose: Round of 32



Buffalo Bulls (12)

MVP: Justin Moss, Big, 6-7, Junior
Moss ist im Setplay meist die erste Option, da er sich mit seiner Kraft und seinem guten Gefühl beim Abschluss gut im Lowpost durchsetzen kann. Viele gegnerische Teams sind daher darauf konzentriert, die Anspiele zu Moss zu unterbinden, was dazu führt, dass andere Spieler in ihrer Bewachung vernachlässigt werden. Moss’ Mitspieler müssen dann nur noch im richtigen Moment zu Korb schneiden und haben zwei leichte Zähler auf dem Konto. Im Conference Turnier verletzte sich der Junior allerdings am Knöchel und ist seitdem in seiner Beweglichkeit etwas eingeschränkt.

X-Faktor: Shannon Evans, Guard, 6-1, Sophomore
Der Guard ist ausschlaggebend dafür, wie gut die Bulls ihren schnellen Spielstil durchziehen können. Denn Evans ist eine ideale Besetzung der Point Guard Position in einem auf Tempo ausgelegten System. Er kann das Spiel schnell machen, indem er entweder selber den Ball schnell nach vorne prescht oder seine gute Übersicht nutzt, um einen vorausgeeilten Mitspieler mit einem präzisen Anspiel für die Laufleistung zu belohnen. Im Setplay kann er zudem das Pick & Roll gut lesen und behält bei Drives fast immer den Kopf oben, weshalb er auch Cuts seiner Mitspieler im Auge hat. Beachtenswert ist zudem sein Passfake beim Korbleger in bester Rajon Rondo Manier.



Backcourt
Shannon Evans ist der Aufbauspieler und genießt vollstes Vertrauen von seinem Coach Hurley, der selber eine Point Guard Legende bei den Duke Blue Devils war. Evans liest das Pick & Roll sehr gut, hatten einen starken Drang zum Korb und findet seine Mitspieler. Lamonte Bearden ist einer dieser Teamkameraden. Der Freshman entwickelte sich im Laufe seiner Premierensaison zusehends, konnte einige Fehlerquellen bisher aber immer noch nicht abstellen. So muss er noch lernen, den Ball besser zu schützen, wenn er versucht den Korb zu attackieren. Häufig reißen ihm seine Gegenspieler einfach den Ball aus den Händen. Jarryn Skeete ist der Scharfschütze des Teams und kann seine Fähigkeiten variabel in der Setoffense oder im Fastbreak einbringen. Rodell Widdington ist der sechste Mann des Teams. Für einen Guard ist er ein sehr konsequenter Rebounder. Zudem bewegt er sich gut abseits des Balls.

Frontcourt
Justin Moss ist eine Macht unter dem Korb. Er versteht es gut, sich aussichtsreiche Lowpostposition zu verschaffen und diese dann zu halten. Seine Fußarbeit ist dabei sehr gut. Außerdem ist er eine dominante Erscheinung beim Kampf um die Rebounds. Sichert er sich seine Boards, leitet er schnell den Fastbreak ein. Am offensiven Brett, räumt er die Fehlversuche seiner Mitspieler auf und kann seine Putbacks auch gegen mehrere Gegenspieler versenken. An seiner Seite ist Xavier Ford ein weiterer guter Rebounder. Zudem kann er auch den offenen Dreier versenken. Zwar ist seine Quote nicht berauschend, doch Hurley verlangt von Ford, dass er Gefahr aus der Distanz ausstrahlt, damit er seinen Gegenspieler aus der Zone ziehen kann, was Anspiele auf Moss einfacher macht. Von der Bank kommen Will Regan und Raheem Johnson. Regan ist ein weiterer Big Man, der werfen kann, während Johnson in der Defense hilft.

Spielweise
Die Bulls wollen das Tempo schnell machen. In Fastbreak und Transition Situationen sind sie kaum zu halten, da sie sehr diszipliniert ihre Spuren besetzen und mit dem Ball schnelle, gute Entscheidungen treffen. Besonders Guard Evans tut sich dabei hervor und leitet durch seine gute Court Vision viele schnelle Angriffe. Im Setplay müssen die Bulls jedoch manchmal aufpassen. Sie tendieren dazu, immer wieder Phasen in ihrem Spiel zu haben, in denen sie sich in wilden 1-1-Aktionen verlieren. Dann gelingt gar nichts mehr und die Offense kommt zum Erliegen. Nimmt Coach Hurley eine Auszeit, bringt er seine Mannschaft aber schnell wieder auf Kurs. Gegner werden dabei im ersten Angriff nach einer Auszeit meist überlistet, indem das Setplay auf Moss oder Evans ausgelegt zu sein scheint, während sich tatsächlich ein anderer Spieler im Rücken seines Verteidigers davon schleicht und einfache Punkte verbuchen kann.

Tournament Aussichten
Wie erfolgreich die Bulls im Tournament sein können, hängt von der Leistungsfähigkeit des Juniors Moss ab. Wenn er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist und nicht die übliche Gefahr für den Korb des Gegners ausstrahlt, haben die anderen Spieler nicht die Lücken, die sie brauchen, um im Halbfeld effektiv zu sein. Dann sind die Bulls extrem abhängig von ihren Fastbreak Möglichkeiten. Die Topteams im Tournament sollten aber keine Schwierigkeiten, das Tempo zu kontrollieren und Buffalo in ihre Halbfeldoffense zu zwingen.
Das ist sicher unglücklich, denn unter normalen Umständen, wären die Bulls ein Upset-Kandidat. Gegen Kentucky und Wisconsin zeigte man im November und Dezember sehr beachtliche Leistungen.

Prognose: One-and-Done



Valparaiso Crusaders (13)

MVP: Alec Peters, Big, 6-9, Sophomore
Peters ist sehr mobil und vielseitig für seine Größe. Am liebsten lauert er an der Dreierlinie, um dort die wichtigen Würfe eines Spiels zu versenken. Doch der Sophomore ist mehr als nur ein eindimensionaler Scharfschütze. Er kann seinen Gegenspieler sehr gezielt aussteigen lassen, indem er sich effektiver Fakes bedient und seinen sich in der Luft befindlichen Gegenspieler mit einem schnellen ersten Schritt hinter sich lässt. In der Zone nutzt er dann geschickt seine Größe, Athletik und seinen Touch, um entweder zu vollstrecken oder sich einen Trip an die Freiwurflinie zu verdienen.

X-Faktor: Tevonn Walker, Guard, 6-1, Freshman
Während der Saison war Walker teilweise alleine für den Spielaufbau verantwortlich. Diese wichtige Aufgabe übernahm der kanadische Freshman vorzüglich und zeigte, dass er sein Team zum Sieg führen kann.  Im weiteren Verlauf der Saison kristallisierte er sich oft als der Antreiber seines Teams heraus. Im Halbfinale des Conference Tournaments verletzte er sich dann am Knie und konnte daraufhin nur eingeschränkt im Finale mitwirken. Es wäre fatal, wenn Walker im NCAA Tournament gar nicht oder nur gehandicapt zum Einsatz kommen könnte. Denn gerade auf dieser Position sind die Crusaders dünn besetzt.



Backcourt
Die beiden Walkers geben ein gutes Gespann beim Spielaufbau. Während Tevonn primär das Spielgerät in der Hand hält, da er aufgrund seiner bulligen Bauweise und seiner Toughness in der Zone bestens zurecht kommt, ist Darien eher an der Dreierlinie zu finden, wo er seine Jumper relativ sicher einnetzt. Die beiden ergänzen sich hervorragend in ihren Spielanlagen und teilt sich auch die Verantwortung beim Ballvortrag geschickt auf. Von der Bank kommt momentan Keith Carter, der vor seiner Verletzung noch Starter und wichtiger Dirigent der Offense war. Er findet nach und nach langsam zu alter Form, ist im Moment aber als Ruhepol von der Bank bestens aufgehoben.

Frontcourt
E.Victor Nicholson ist ein sehr vielseitiger Spieler und wird speziell in der Defense mit seiner Länge und Athletik gebraucht. Mit seinen langen Armen kann er viele Passwege schließen und seinem Gegenspieler die Sicht nehmen, wenn dieser den Ball hat. Offensiv sucht er oft den Weg zum Korb, um anschließend die Schützen zu bedienen. Einer dieser Schützen ist Alec Peters. Mit einem ausgezeichneten Schuss für seine Größe ausgestattet, zieht er oft seine Gegenspieler mit raus aus der Zone, wodurch sich seinen Mitspielern noch mehr Wege zum Korb öffnen. Peters ist der Mann für die spielentscheidenden Würfe bei Valpo. Vashil Fernandez ist der Abräumer unter dem Korb. Alles, was in die Reichweite seiner langen Arme kommt, wird entweder gnadenlos aus der Zone gewiesen oder am offensiven Ende gnadenlos in den Korb befördert. Er ist in der Lage sein Team emotional auf ein höheres Niveau zu hieven. Von der Bank kommen mit dem Kroaten David Skara und Jubril Adekoya zwei sehr talentierte Flügelspieler ins Spiel. Beide können mit ihren ausgereiften Skills für 10-15 Punkte gut sein und damit über Sieg und Niederlage entscheiden.

Spielweise
In der Offense lassen sie den Ball gut laufen und haben für spezielle Situationen immer ein Setplay im Petto, das sie anbringen können, um beispielsweise einen Lauf des Gegners zu stoppen. Das ist für Bryce Drew sehr wichtig, da er sich so seine Auszeiten aufsparen kann. Ansonsten attackieren die Guards und Wings hart den Korb, während sich die Schützen entlang der Dreierlinie postieren und auf Kickouts warten.
Defensiv übt Valpo sehr viel Druck am Perimeter aus und pressen sehr gerne über die gesamte Länge des Courts. Denn mit Vashil Fernandez haben sie eine Lebensversicherung unter dem Korb stehen, sodass sie ruhig auf Risiko gehen können.

Tournament Aussichten
Die Crusaders sind im Durchschnitt ein sehr großes Team, was ihnen beim Rebound und in der Defense dabei helfen sollte, auch gegen einen möglichen Titelcontender lange mithalten zu können. Wichtig wird es sein, dass sie im Backcourt auf alle Spieler zurückgreifen können, da sonst die Tiefe fehlt. Besonders ein möglicher Ausfall von Tevonn Walker täte weh. Offensiv müssen alle Spieler einen guten Tag erwischen und die sich bietenden Gelegenheiten hochprozentig nutzen. Letzten Endes wird es aber nicht ganz zu einem Upset reichen.

Prognose: One-and-Done



Northeastern Huskies (14)

MVP: Quincy Ford, Wing, 6-8, Junior
In einem sehr ausgeglichenen Team, das den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen lässt, ist Ford derjenige, der am ehesten auf eigene Faust das Team schultern kann. Seine Vielseitigkeit ist dabei ein entscheidender Faktor. Mit seiner Länge und Athletik bringt er gute Grundvoraussetzungen mit. Dazu kann er aber auch mit dem Leder umgehen. Sein Ballhandling ist gut genug, um den Ball mit wenigen harten Dribblings aufzusetzen und die Defense dadurch zu schlagen. Als Bonus obendrauf kann der Junior auch seine Jumper hochprozentig einnetzen und man sollte tunlichst verhindern, dass er an der Dreierlinie heißläuft.

X-Faktor: Fehlerquote
Der CAA Champ tendiert dazu, viel zu leichtfertig auf dem Court zu agieren. In erster Linie stechen hier die Ballverluste in den Augen. Oftmals werden Pässe nicht gefangen oder man will einen Extrapass zu viel spielen, der der Defense die Möglichkeit gibt, die Sequenz noch zu retten und einen Ballverlust zu erzwingen. Dadurch kassiert Northeastern viele Fastbreaks und gestattet dem Gegner zu viele einfache Punkte. Doch auch in anderen Bereichen unterlaufen den Huskies zu viele Fehler. Sie blocken bei Reboundsituationen nicht richtig aus und begehen auch viele übereifrige Fouls. Gegen gute Gegner müssen sie die Fehlerzahl drastisch herunterschrauben.



Backcourt
T.J. Williams ist der Aufbauspieler bei den Huskies. Doch durch die vielen Pässe und das hohe Maß an Ballbewegung, sind seine Aufgaben in dieser Position lediglich auf den Ballvortrag und den Eröffnungspass begrenzt. Anschließend verhält er sich, wie alle anderen Spieler auf dem Feld auch und ihm wird keine größere Verantwortung angelastet. David Walker ist einer der besten Athleten des Teams und der Inbegriff der Spielweise des Teams. Den Großteil seiner Punkte erzielt der große Guard nach Zuspielen seiner Mitspieler, die entweder seine vielen cleveren Cuts honorieren oder ihn an der Dreierlinie bedienen, wo er sein weiches Handgelenk demonstriert. Als Backups werden meistens die Schützen Caleb Donnely und Devon Begley eingesetzt. Gerade Erstgenannter kann in kürzester Zeit seinen Rhythmus finden und wichtige Würfe in Serie versenken.

Frontcourt
Quincy Ford und Zach Stahl sorgen auf dem Flügel für viel Bewegung, da sie ständig in Bewegung sind und von der Defense als potentielle Scorer berücksichtigt werden müssen. Beide können ihre Gegenspieler aufgrund des guten Wurfes auch sehr weit hinausziehen, wodurch die Lücken für Drives und Cuts noch größer werden. Big Man Scott Eatherton ist eine zentrale Figur im Spiel der Huskies, der einerseits selber ein guten Touch für sich beanspruchen kann, was die Verteidiger dazu zwingt, nicht zu weit von ihm abzusinken. Andererseits ist er auch ein exzellenter Passgeber und fungiert phasenweise als Schaltzentrale in der Offense, die die Cuts koordiniert und entscheidet, welcher Spieler in Szene gesetzt werden soll. Reggie Spencer bringt von der Bank neue Energie ins Spiel und erledigt seine Aufgaben mit einer gewissen Härte, die so manchem Mitspieler fehlt.

Spielweise
Northeastern agiert als Team und bewegt den Ball sehr gut. In den meisten Angriffen berührt jeder Spieler auf dem Feld ein Mal den Ball. Das Ballmovement ist mit vielen Cuts verbunden. Diese kommen meist zum richtigen Zeitpunkt und versetzen die Verteidigung dermaßen in Alarmbereitschaft, dass häufig Hilfen zu spät oder gar nicht kommen. Dabei tun sich besonders die großen Spieler als überdurchschnittlich gute Passgeber hervor. Diese können auf sehr beengtem Raum gute Pässe und Durchstecker an den Mann bringen. Durch die vielen leichten Punkte in der Zone öffnen sich meist Räume an der Dreierlinie, von wo aus die Schützen der Huskies hochprozentig abschließen können.
Allerdings ist die Spielweise auch sehr risikoreich und die Fehlerzahl dementsprechend hoch.

Tournament Aussichten
An guten Tagen können die Huskies dem Favoriten sicher Kopfschmerzen bereiten. Während der Saison traten sie bei einigen guten Programmen an und erzielten achtbare Resultate. Zudem dürfte ihr Selbstbewusstsein nach dem einigermaßen deutlichen Sieg über William & Mary im Conference Finale gestiegen sein. Allerdings ist ein Upset sehr unwahrscheinlich, da Northeastern sehr vom guten Ballmovement abhängig ist, es aber von ausgeruhten und konzentrierten Gegnern relativ leicht unterbunden werden kann.

Prognose: One-and-Done



New Mexico State Aggies (15)

MVP: Daniel Mullings, Guard, 6-2, Senior
Seit Mullings’ Rückkehr aus einer Verletzungspause sind die Aggies ungeschlagen. Ein besseres Indiz für die Wichtigkeit des Seniors gibt es gar nicht. Doch erst wenn man ihn in natura spielen sieht, wird dem Beobachter dies auch vollkommen bewusst. Er ist an beiden Enden des Feldes der wichtigste Spieler des Teams. In der Defense antizipiert er sehr gut und sprintet in die Passwege des Gegners, um die Bälle abzufangen. Damit ist er meist erfolgreich. Auch beim Rebound ist der Guard sehr aktiv und schnappt sich viele Fehlversuche aus der Luft. In der Offense ist er der Ballhandler und Ausgangspunkt der meisten guten Angriffe.

X-Faktor: Remi Barry, Wing, 6-8, Senior
Der Franzose kann an guten Tagen mit seinen Punkten ein Spiel entscheiden. Zwar ist er sehr konstant beim Sammeln von Punkten, kann aber in den entscheidenden Momenten nochmal eine Schippe drauflegen. Meistens läuft er dann aus der Distanz extrem heiß. Diese Würfe sind meist noch nicht mal offen, aber das interessiert den Franzosen dann nicht mehr und er lässt das Netz unaufhörlich zischen. Da kann die Verteidigung nur noch verhindern, dass er den Ball überhaupt in die Hände bekommt.



Backcourt
Daniel Mullings übernimmt den Spielaufbau und die Organisation des Setplays bei den Aggies und ist in dieser Rolle sehr gut aufgehoben. Er kann selber scoren, indem er seinen Gegenspieler im 1-1 schlägt, oder seine Mitspieler mit Durchsteckern oder präzisen Pässen auf die Wurfhand bedienen. Einer diesen Schützen ist Ian Baker, den man nicht mal eine Sekunde lang freistehen lassen sollte, da er nicht lange zögert, bevor er wirft und die Kasse zum Klingeln bringt. Er ergibt in der Defense zudem ein gutes Gespann mit Mullings. Von der Bank kommt mit D.K. Eldridge ein sehr variabler Guard, der beiden Startern eine Pause geben und deren Rolle übernehmen kann. Allerdings tendiert er dazu, sein Glück manchmal zu sehr aus der Distanz zu suchen, wo er nicht wirklich effektiv ist.

Frontcourt
Pascal Siakam ist der beste Athlet des Kaders. Er ist ein sprunggewaltiger und sehr koordinierter Small Forward, der nicht ohne Grund jeden Sprungball klar für sich entscheidet. Er wird oft mit Setplays gezielt in Szene gesetzt, kann sich aber auch mit der Resteverwertung begnügen. Der Freshman ist außerdem in der Defense ein Trumpf, da er mit seiner Länge und Athletik viele Rebounds holt. Außerdem hat er schon ein gutes Verständnis dafür, wann er zur Hilfe kommen muss und einen Wurfversuch spektakulär abwehren darf. Remi Barry ist hingegen in der Offensive eher bewandert. Besonders von der Dreierlinie ist er eine Waffe. Tshilidzi Nphawe ist so massiv wie ein Schrank. Der Südafrikaner weiß ganz genau, wie er seine Muskeln spielen lassen muss, um den Gegner ordentlich aufzumischen. Zudem kann er in der Offense seine Möglichkeiten verwerten. Jonathan Wilkins sieht die meisten Minuten aller Frontcourt Bankspieler. Er soll mit seiner Länge die Defensive stärken und den Startern kurze Pausen gewähren.

Spielweise
In der Verteidigung pressen die Aggies mit einer 2-2-1-Zonenpresse. Hier trappen sie sehr geschickt, stellen Passwege zu und verunsichern den Gegner gehörig. Sollte der Gegner in der Lage sein, das Spielgerät innerhalb von 10 Sekunden über die Mittellinie zu transportieren, fallen die Aggies in eine 2-3-Matchup-Zone zurück. Diese ist aufgrund der aufgebotenen Länge nur sehr schwer zu knacken. In der Offense hat Coach Marvin Menzies gute Sets in der Hinterhand, wenn sein Team Probleme hat zu scoren. Dabei kommt dem Team zu Gute, dass es im Laufe der Saison bereits verschiedene Verteidigungsformen präsentiert bekommen hat und lernen musste, sich mit diesen zu arrangieren.

Tournament Aussichten
Die Aggies sind ein sehr unangenehmer Gegner aufgrund der Mischung aus variabler Defense und körperlicher Physis. Die Frontline muss erst einmal überwunden werden, da alle Bigs und Wings extrem groß sind und lange Arme haben. Auch die Zonenpresse kann einen Gegner sehr schnell in Unruhe versetzen und ein Spiel kippen.
Dazu hat man in Mullings einen klaren Go-to-Guy, der aber um sich herum einige fähige Mitspieler einzusetzen weiß. Diese können sowohl mit Dreiern als auch mit spektakulären Dunks für Unterstützung sorgen. Alles in allem sollte man die Aggies bei einem guten Matchup auf dem Zettel für Upset-Kandidaten notieren.

Prognose: One-and-Done



Manhattan Jaspers (16)

MVP: Emmy Andujar, Big, 6-6, Senior
Andujar ist ein vielseitiger Forward, für den es keine korrekte Positionsbezeichnung gibt. Körperlich kann er jedem Big Man Stand halten, verfügt gleichzeitig aber über die Skills eines Guards. Im Fastbreak reißt er öfter mal das Zepter an sich und treibt den Ball nach vorne. Dabei schließt er dann entweder selber ab oder leitet das Spielgerät in die richtigen Hände weiter. Im Halbfeldangriff operiert Andujar am liebsten vom Highpost aus, wo er den Ball gut verteilen kann, aber auch die Möglichkeit hat, selber zum Korb zu ziehen. Ansonsten ist auch ein guter Rebounder mit schnellen Händen in der Defense.

X-Faktor: Ashton Pankey, Big, 6-10, Junior
Als einziger regulärer Big Man nimmt Pankey eine Schlüsselrolle ein. Speziell in der Defense ist er für den Teamerfolg unabdingbar. Er ist der Anker der Matchup-Zone und kann mit seiner Größe viele Fehler ausbügeln, die seine Vorderleute begehen. Zudem ist er ein guter Rebounder und versteht es gut, einen schnellen Outlet-Pass auf den Aufbauspieler zu spielen, um so den Schnellangriff einzuleiten. Daher ist es wichtig, dass sich Pankey mit unnötigen Fouls zurückhält und möglichst lange auf dem Feld bleibt. In der Offense kann er auch eine gute Lowpost-Option darstellen.



Backcourt
ReShawn Stores ist der Motor in der Offensive und der emotionale Anführer des Teams. Wenn der kleine Guard sich dazu entscheidet, zwei Punkte in der Zone zu erzielen, reicht ihm meist diese mentale Härte, damit er auch tatsächlich erfolgreich bei dieser Unternehmung ist. Auch sein Dreier fällt sehr ordentlich, was ihn zu einem äußerst kompletten Spieler macht. In der Defense ist er meist damit beauftragt, seine flinken Finger zum Diebstahl des Spaldings einzusetzen. Shane Richards ist der beste Schütze des Teams und hatte eine unlimitierte Reichweite, was seine Trefferquote angeht. Allerdings ist es für ihn wichtig, dass seine ersten Würfe den Weg in den Korb finden, damit er ein gutes Gefühl für den weiteren Verlauf der Partie hat. Donovan Kates nimmt eine wichtige Rolle in der Zonenpresse ein, wo er mit seiner Länge und seiner guten Antizipationsfähigkeit viele Ballverluste verursachen kann. Von der Bank kommt mit Tyler Wilson ein Guard ins Spiel, der um jeden Ball kämpft und selbstbewusst die Offense leiten kann. Rich Williams ist hingegen ein Shooter, den man speziell in der Transition Verteidigung schnell lokalisieren sollte, bevor es zu spät ist.

Frontcourt
Emmy Andujar und Ashton Pankey sollen die Zone kontrollieren und haben die körperlichen Voraussetzungen, um dies selbst gegen Topteams zufriedenstellend zu erledigen. Andujar agiert aber auch gerne vom Perimeter, während Pankey ein klassischer Big Man ist, der sich im Lowpost am wohlsten fühlt. Dort wird er oft gesucht und leitet mit seinen guten Kickouts meistens gute Ballstafetten ein. Hinter den beiden wird es allerdings etwas dünn, da Jermaine Lawrence seit Anfang Februar verletzungsgeplagt ist. Die Freshmen Calvin Crawford und Zane Waterman sind zwar durchaus talentiert, aber sehr unerfahren und körperlich noch unterlegen.

Spielweise
Manhatten will Spiele durch gute und aggressive Verteidigung gewinnen. Das Hauptinstrument zum Erfolg ist daher die Matchup-Zone mit vorangehender 2-2-1-Presse. Coach Steve Masiello versucht hier als ehemaliger Louisville Assistent das System Pitinos zu implementieren. Allerdings weichen auch einige Elemente von Pitinos Defense ab. Besonders die Kommunikation ist daher ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Hier haben einige Spieler noch Probleme, sodass die Verteidigung noch nicht so verwirrend ist, wie Masiello sich das wahrscheinlich vorstellt.
Offensiv sieht die Offense ebenfalls noch sehr bruchstückhaft aus, da es sehr oft zu Einzelaktionen kommt, die ein wenig gezwungen wirken und Unsicherheit geschuldet zu sein scheinen. Nur wenn Andujar und Pankey regelmäßig im High- bzw. Lowpost gesucht werden, ist die Offense konkurrenzfähig.

Tournament Aussichten
Letztes Jahr konnten die Jaspers das Spiel gegen Louisville sehr lange offen gestalten. Auch in diesem Jahr werden sie sicher einen unangenehmen Gegner darstellen, doch für mehr fehlt wahrscheinlich der offensive Output. Denn hier kann es schnell passieren, dass das Team den Faden verliert und sich in Einzelaktionen verzettelt. Solche Schwächephasen werden von einem Contender sehr schnell bestraft und in einen uneinholbaren Vorsprung umgemüntzt.

Prognose: One-and-Done



Hampton Pirates (16)

MVP: Dwight Meikle, Big, 6-7, Junior
Meikle ist die Schlüsselfigur für Pirates, da er ein wichtiges Bindeglied zwischen Front- und Backcourt ist und das Team im Angriff tragen kann. Mit der Agilität eines Guard ausgestattet, läuft Meikle als Power Forward auf. Diese Tatsache macht sich besonders beim Fastbreak bemerkbar, da Meikle seinen meistens langsameren Gegenspieler beim Sprint entlang des Courts deutlich schlägt und deshalb eine Überzahlsituation schafft, bei der er selber am Ende profitiert. Allerdings verletzte er sich im Conference Tournament und sah seitdem keine Einsatzzeiten mehr. Sein Ausfall wäre nur schwer zu kompensieren.

X-Faktor: Brian Darden, Guard, 6-2, Junior
Wenn der Scharfschütze seinen ersten Wurf trifft, scheinen für den Gegner dunkle Wolken aufzuziehen. An solchen Tagen braucht Darden nicht viele Würfe und nicht viel Platz für diese, um in kürzester Zeit jedem Gegner ordentlich Punkte einzuschenken. In einem sonst eher schwachen Team aus der Distanz ist Darden der gefährliche Schütze, den man unbedingt identifizieren muss. Ist die Defense erst sensibilisiert, öffnen sich viele Räume für Dardens Mitspieler. Allerdings braucht er Zeit, um seine Würfe auf ihre Reise zu schicken. Daher hat die Defense anfangs die Chance, ihn kalt zu stellen.



Backcourt
Deron Powers hat die Kontrolle über das Geschehen und organisiert sein Team sehr gut. Er ist sehr sicher im Umgang mit dem Ball und hat ein gutes Auge für seine Mitspieler. Er gibt seinen Nebenleute viele Instruktionen und stellt sie sich so zurecht, dass die Sets gut zu laufen sind. Von Powers Präsenz als Playmaker profitiert Shooter Darden sehr. Die meisten seiner Würfe im Halbfeld werden von Powers vorbereitet. Reggie Johnson kann an guten Tagen ebenfalls ein wichtiger Teil der Offense sein. Er zieht furchtlos zum Korb und wird dafür mit vielen Trips an die Freiwurflinie belohnt. Sein Dreier ist leider etwas inkonstant, was seinen Wert für das Team etwas senkt. Als Backups stehen Ke’Ron Brown und Breo Key zur Verfügung.

Frontcourt
Dwight Meikle ist kein typischer Big Man und setzt damit viele Teams unter Druck. Im Halbfeld wird er gut einbezogen und ist die erste Option des Angriffs. Er kann sich meist einen guten Wurf im 1-1 bearbeiten. An seiner Seite ist Jervon Pressley eine sehr effektive Option im Lowpost. Mit seiner Kraft und seinen unkonventionellen Abschlüssen ist er schwierig zu verteidigen und gibt dem Team eine valide Inside Option. Sollte Meikle ausfallen, rutscht Quinton Chievous in die erste Fünf. Der ist ebenfalls eher ein Flügel, kann aber auch beim Rebound helfen. Ihm fehlt die Konstanz im Spiel. Charles Wilson-Fisher vervollständigt die Rotation.

Spielweise
Die Piraten gehen am liebsten in der Transition auf einen Raubzug. Sie wollen die Geschwindigkeit eines Spiels forcieren. Mit schnellen Pässen auf den Flügel nutzen sie es gnadenlos aus, wenn die gegnerische Defense sich nicht schnell organisiert. Ab der Mittellinie wird dann attackiert. Die Besonderheit bei den Pirates ist jedoch, dass sie nicht zwangsläufig durch diesen Drive direkt zu einem freien Korbleger gelangen, sondern meist erst durch einen Durchstecker auf den mitgelaufenen Big Man scoren. Auch im Halbfeld ziehen die Pirates wann immer es geht zum Korb und ziehen dadurch extrem viele Fouls.

Tournament Aussichten
Zwar konnten die Pirates den Conference Sieg erbeuten, allerdings werden sie im Tournament nicht auf ihren Topscorer und wichtigsten Spieler Meikle verzichten können. Sollte dieser ausfallen sind die ohnehin geringen Aussichten auf einen Überraschungserfolg dem Nullpunkt nah. Einzig eine Shooting Clinic von Brian Darden könnten die Hoffnungen auf eine Sensation am Leben erhalten. Insgesamt ist Hampton nur mit wenigen Eigenschaften ausgestattet, die Underdogs für gewöhnlich miteinander vereinen.

Prognose: One-and-Done