28 März 2015

28. März, 2015  |  Axel Babst  @CoachBabst


Sweet Sixteen in den Büchern, und weiter geht der März-Wahnsinn mit dem Elite Eight. NBACHEF College-Experte Axel Babst fasst die Ergebnisse der letzten beiden Tage zusammen und blickt voraus auf die Elite Eight Duelle am heutigen Samstag und morgigen Sonntag. Die Final Four Teilnehmer stehen auf dem Spiel...


Midwest Region

Kentucky Wildcats (1)
78:39 vs. West Virginia im Sweet Sixteen

Von den Versprechen in den Kampfansagen, die im Vorhinein von einigen Spielern West Virginias geäußert wurden, war am Donnerstag rein gar nichts zu sehen. Bereits beim Stand von 14:2 schien der Drops gelutscht zu sein. Doch nicht nur in den Augen der Zuschauer erweckte die Anfangsphase diesen Eindruck.

Viel schlimmer war, dass scheinbar auch die Mountaineers in dieser Phase kapitulierten und sich von der gnadenlosen Übermacht einfach überrollen ließen. Sie gingen nur noch halbherzig ihren Aufgaben in der Pressverteidigung nach und liefen daher ein ums andere Mal in Fastbreak, was dazu führte, dass Kentucky wahrscheinlich mehr Highlights produzierte, als West Virginia in der gesamten Saison.



Notre Dame (3)
81:70 vs. Wichita State im Sweet Sixteen

Die ersten Minuten gehörten Notre Dame und Jerian Grant im Speziellen. Mit einigen fabelhaften Anspielen aus dem Pick & Roll heraus, servierte er besonders Pat Connaughton und Zach Auguste gute Wurfmöglichkeiten auf dem Silbertablett. Während Connaughton entweder von der Dreierlinie einnetzte oder per Backdoorcut einen Layup versenken konnte, tat sich Auguste mal wieder als guter Blocksteller hervor, der sich nach erfolgreicher Wegsperre im richtigen Moment abrollte. So sorgten die Fighting Irish scheinbar früh für klare Verhältnisse und gingen mit 20:7 in Front.

Doch die erfahrenen Shockers ließen sich nicht beirren. Angeführt von Ron Baker und Darius Carter starteten sie die Aufholjagd. Baker verwandelte insbesondere jenseits der Dreierlinie staubtrocken seine Würfe. Als gutes Gegengewicht dazu konnte Darius Carter sein ganzes Können im Lowpost demonstrieren, da er nicht durch seine eher geringe Größe limitiert wurde. In den finalen Minuten der ersten Halbzeit übernahm dann auch Fred Van Vleet in gewohnter Manier die Kontrolle über die Begegnung und konnte sein Team bis auf 3 Punkte zur Pause heranbringen.

Diesen Schwung schienen die Shockers in die zweite Halbzeit mitzunehmen, denn sie gingen durch den starken Carter mit 38:37 in Führung. Nach der Notre Dame Auszeit folgten jedoch die bislang besten 16 Minuten, die ein Team im diesjährigen Tournament ablieferte. In dieser Zeitspanne erzielten die Irish 44 Punkte und verfehlten nur 4 Mal aus dem Feld. Doch viel beeindruckender als die schieren Zahlen, war die Leichtigkeit, mit der sich das ACC Team gute Würfe herausspielte und diese plötzlich selbstbewusst im Korb unterbringen konnte. Dagegen wirkten die Shockers auf einmal sehr hektisch in ihren Angriffsbemühungen. So konnten sie keinen erneuten Endspurt starten und blieben bis zuletzt im Hintertreffen.

Elite Eight Preview, Midwest

Kentucky – Notre Dame
Nach dem dominanten Auftritt im Sweet Sixteen erscheint es albern, noch nach einem Haar in der Suppe suchen zu wollen und einem Gegner tatsächlich zusprechen zu können, dass er die Wildcats schlagen könnte. Allerdings ist Notre Dames Spielweise genau die Art von Basketball, die Kentucky zumindest zeitweise Probleme bereiten könnte. Denn oftmals ziehen die Guards nicht zum Korb, um selber den Abschluss zu suchen, sondern bedienen viel lieber die Schützen auf der Weakside. 



Die meisten Gegner von Kentucky ließen diese Option meist völlig außer Acht und versuchten stattdessen mit Kunstwürfen über die langen Arme der Wildcats hinüberwerfen zu können. Die Teams, die jedoch auch den Kickout spielten, waren damit meist sehr erfolgreich. Zudem verfügen die Irish mit Grant über einen Guard, der den Kentucky Guards physisch ebenbürtig gegenüber treten kann. Offensiv muss Grant also durch seine Penetrationen Lücken reißen und anschließend die Schützen bedienen. Sollten diese treffen, kann Notre Dame das Spiel zumindest offen gestalten.

Auf der anderen Seite muss man jedoch festhalten, dass Kentucky deutlich größer und tiefer besetzt ist. Notre Dame kann mit Zach Auguste lediglich einen Spieler mit über 2 Metern Körpergröße aufweisen. Dieser ist zu allem Überfluss aber kein besonders guter Verteidiger. Man darf also erwarten, dass die Irish sehr viel Zonenverteidigung zeigen werden, auch um mit den Kräften haushalten zu können. Sollten die Schützen für Kentucky Feuer fangen, besteht für Notre Dame keine Chance, den Angriff des Favoriten zu stören.


Final Four Prognose: Kentucky



West Region

Wisconsin (1)
79:72 vs. North Carolina im Sweet Sixteen

Beide Teams lieferten sich über die Länge des Spiels ein packendes Duell auf Augenhöhe und setzten dabei das um, was sie jeweils am besten können. Wisconsin ließ im Halbfeld den Ball gut laufen und wenn es doch einmal eng wurde, war Sam Dekker zur Stelle, um seinem Team mit einer guten Einzelaktion zwei Punkte zu bescheren. Selten konnte man den athletischen Wing so fokussiert beim Sammeln von Punkten beobachten. 



Carolina konnte hingegen durch die Länge am Brett scoren und forcierte das Tempo, wann immer es möglich war. Dadurch konnten sie einige einfache Punkte erzielen. Aber auch im Halbfeld wurden die Systeme größtenteils sehr diszipliniert durchgelaufen. Besonders Brice Johnson und Freshman Justin Jackson profitierten hiervon am meisten. 

Letzten Endes setzte sich jedoch das eingespieltere und routiniertere Team durch. Große Unterstützung kam dieses Mal durch Zak Showalter. Mit seiner guten Defense und guten Cuts in der Offense, eroberte er die Führung für sein Team in einer engen Schlussphase. Auf der Gegenseite legte Marcus Paige kein gutes Entscheidungsverhalten in den wichtigen Momenten an den Tag. 

Arizona (2)
68:60 vs. Xavier im Sweet Sixteen

Nach der ersten Auszeit des Spiels stellten die X-Men beim Stand von 10:6 erstmals auf eine 1-3-1-Matchup-Zone um. Damit konnten sie die Wildcats während der gesamten restlichen Spielzeit beschäftigen. Besonders in der ersten Halbzeit wirkten die Angriffsbemühungen des 2 Seeds sehr einfallslos. Die Setplays, die im Normalfall gegen Zonenverteidigungen einfache Punkte versprechen, funktioniert nicht, da die Ausführung schlecht war und das Spacing oft nicht stimmte.

Xavier hatte hingegen in Person von Matt Stainbrook die dominierende Erscheinung der ersten Halbzeit in den eigenen Reihen. Er bestimmte das Geschehen auf dem Feld. Mit seiner ruhigen und erfolgreichen Art im Lowpost, gab er dem Team eine Sicherheit und Go-to-Option. Mit seinen Verteidigern konnte er teilweise anstellen, was er wollte, und ließ sich auch von der Länge des Arizona Frontcourts nicht verunsichern. 

Die zweite Halbzeit wurde dann zu einem Nervenkrimi auf beiden Seiten. Interessant war hierbei, dass bei Arizona deutlich taktische Neuausrichtungen zu sehen waren. So wurden hier und da gute Setplays gegen die Zone gelaufen, die teils sogar aus dem Playbook des Gegners geklaut wurden. Außerdem konnte man die Schützen in den Ecken freispielen und besonders Gabe York zeigte sich erkenntlich. Defensiv wurde Stainbrook nun teilweise gedoppelt. Doch all diese Maßnahmen schienen zunächst wirkungslos zu verpuffen. Xavier lag immer knapp in Führung. 

Die entscheidende Phase ereignete sich sechs Minuten vor dem Ende. Xavier stellte auf Mannverteidigung um. Das hatten sie bereits zuvor einige Male für ein oder zwei Defensivsequenzen getan, um Arizona zu verwirren. Doch dieses Mal erfassten die Wildcats die Situation schnell und konnten Center Stainbrook zwei schnelle Fouls anhängen. Dadurch schienen die Wildcats Selbstbewusstsein zu gewinnen. 

Besonders T.J. McConnell trat mit einem Mal deutlich schlagkräftiger auf. Seine zwei Freiwürfe gaben ihm sichtlich Auftrieb und so sah er sich im Stande zunächst mit einem Dreier zum 58:54 für einen Push seines Teams zu sorgen. Anschließend bestätigte er diesen Trend mit einem guten Drive und noch besseren Pass zu Brandon Ashley, der ebenfalls einnetzen konnte. Auch die Intensität in der Verteidigung nahm in den Schlussminuten nochmal deutlich zu.

Elite Eight Preview, West

Wisconsin – Arizona
Es ist das Rematch des Vorjahres. Bereits 2014 trafen beide Teams im Elite Eight aufeinander und lieferten sich eines der spannendsten Duelle des Turniers. Damals konnte sich Wisconsin hauchdünn mit einem Zähler Vorsprung nach Verlängerung durchsetzen. Auch dieses Jahr spricht Einiges dafür, dass es zu einem Kräftemessen auf Augenhöhe kommen wird. 



Beide Teams wollen dem Gegner mit harter Defense den Zahn ziehen. Allerdings variieren sie ein wenig in der Ausrichtung der Art und Weise, wie sie die Zone einbetonieren können. Wisconsin ist ein Team, das extrem wenig Fehler begeht und stets hochkonzentriert agiert. Sie schicken den Gegner kaum an die Linie und erlauben nie einfache Punkte. An dieser Stelle wird es interessant, denn Arizona ist eines der besten Teams der NCAA, wenn es darum geht, sich Freiwürfe zu erarbeiten. Die Anzahl der Freiwurfversuche könnte daher ein wichtiger Indikator für den Ausgang der Begegnung werden. 

Arizona ist hingegen aufgrund der Länge und Athletik im Kader ein sehr unangenehmer Gegner. Mit ihren variablen Verteidigern sind sie dazu prädestiniert, viele Aktionen der Swing Offense Wisconsins durch konsequentes Switchen zu unterbinden. Ob Sean Miller davon jedoch begeistert ist, ist ungewiss, tendenziell aber eher unwahrscheinlich. 

In der Offense agieren beide Teams sehr geduldig und spielen bevorzugt ihre Motion Offense oder Setplays. Wisconsin sollte dabei versuchen, möglichst viel über Frank Kaminsky laufen zu lassen. Gegen den foulanfälligen Tarczewski sollte er viel Schaden anrichten können, auch wenn dieser für einen Center seiner Größe schnell auf den Füßen unterwegs ist. In der Swing Offense werden die Badgers gute Würfe bekommen und besonders den Druck der Wildcats gegen diese wenden können, indem sie Backdoorcuts laufen und die Schützen einbeziehen. 

Für Arizona lautet die beste Nachricht wahrscheinlich, dass Wisconsin keine Zonenverteidigung zeigen wird. Nach den schlechten ersten Halbzeiten gegen Ohio State und Xavier, als sie immense Probleme mit deren Ballraumverteidigungen hatten, wird es sicher eine Wohltat für die Wildcats sein, ihre gewohnten Systeme laufen zu können. 

Für Wisconsin wird den Ausschlag geben, wie gut sich Kaminsky offensiv einbringen kann. Sollte er seine Schnelligkeit gegen Tarczewski oder seine Länge gegen Ashley gut ausspielen können, hat Wisconsin sehr gute Siegchancen. Andersherum muss Arizona möglichst oft den Weg an die Linie finden und Wisconsin ein Spiel aufzwingen, das sie nicht spielen wollen. 


Final Four Prognose: Wisconsin



East Region

Louisville (4)
75:65 vs. NC State im Sweet Sixteen

Die ersten Minuten waren extrem schwere Kost. Beide Teams brillierten durch unorganisierte Offense, die in schlechten Würfen resultierte. Besonders NC State fiel nicht wirklich eine Möglichkeit ein, die gegnerische Matchup-Zone zu knacken. Zwei Glückstreffer von Ralston Turner und Trevor Lacey hielten die Wölfe zu diesem Zeitpunkt im Spiel. Nach der ersten Auszeit des Spiels versuchte, Mark Gottfried daher wenigstens in der Defense für die nötigen Impulse zu sorgen und stellte seinerseits auf eine 2-3-Zone um. Damit hatte Louisville zunächst Probleme, doch Rick Pitino stellte sein Team schnell darauf ein und platzierte Wayne Blackshear als Spielmacher auf dem Highpost.

Nun sah es so, als könnte Louisville sich ein kleines Polster erspielen, doch wieder einmal brachte Kyle Washington einen Schub von der Bank und konnte mit mehreren aufeinanderfolgenden Körben gleicher Entstehungsart (ein Floater aus 3 Metern). So blieb das Spiel weiter eng und Louisville konnte immer nur eine knappe Führung behaupten. In der letzten Minute der ersten Halbzeit trafen Lacey und Turner dann noch jeweils einen Dreier und sorgten für die Pausenführung des Wolfsrudels.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel konnte „Cat“ Barber sogar mit zwei Dreiern auf 8 Punkte Vorsprung erhöhen. Doch Montrezl Harrell antwortete sofort und war maßgeblich an einem 16-2-Lauf beteiligt. Gerade als man das Gefühl bekam, NC State hätte alle Reserven verbraucht, fing Trevor Lacey erneut an, wahnsinnige Würfe zu treffen. Damit sorgte er für die 54:53-Führung knapp 7 Minuten vor dem Ende. Danach ging es aber endgültig bergab mit der Offensivleistung der Wölfe.

Die vielen schlechten Würfe führten zu langen Rebounds, die an diesem Tag nur Terry Rozier einsammeln durfte. Dieser schaltete anschließend kurz den Turbo an und machte sich als Ein-Mann-Fastbreak auf den Weg zum Korb des Gegners. Zudem zeigte sich Anton Gill überraschend effektiv im Angriff und scorte 7 extrem wichtige Zähler in Serie. So konnte Louisville vorentscheidend davonziehen. Zwar gaben sich die Wölfe nicht auf, doch der Vorsprung war nicht mehr einzuholen. 

Michigan State (7)
62:58 vs. Oklahoma im Sweet Sixteen

Der Start in die Begegnung gehörten den Sooners. Sie konnten sich blitzschnell absetzen, was besonders damit zusammenhing, dass sie in der Verteidigung extrem weit von MSUs Lourawls Nairn Jr. absanken, weil dieser keinen Wurf besitzt. So wurde es schwierig für Spartans, ihre Offense aufzuziehen, während Oklahoma selbstbewusst im Angriff agierte und sehr variabel zum Erfolg kam. Bei Michigan State mussten Einzelaktionen dafür Sorge tragen, dass der Abstand nicht schon in den ersten Minuten zu einer hohen Hypothek anwuchs.

Buddy Hield sorgte mit einem Dreier zum 23:13 für eine halbwegs komfortable Führung, auch wenn sein Team bis dahin schon einige Möglichkeiten auf einfache Punkte ungenutzt verstreichen ließ. Travis Trice witterte hierin eine Chance und konnte sein Team auf 4 Punkte heranbringen, was die Sooners jedoch mit einem Gegenlauf beantworteten. Erst zwei Dreier der Spartans und ein Totalausfall der Offensivbemühungen Oklahomas sorgten für einen knappen Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich das Spiels zusehends in die Richtung, in der es Michigan State traditionell haben will. Die Offense spielt eine eher untergeordnete Rolle, während es in so gut wie jedem Angriff zu einer Loseball Situation kam und die Spieler öfter auf dem Boden lagen, als einen Treffer bejubeln zu können.

Schließlich fühlte sich auch der bis dato blass gebliebene Branden Dawson wesentlich wohler und konnte zum richtigen Zeitpunkt offensiv Akzente setzen und für die erste Führung des Spiels sorgen. In der Schlussphase hatte Tom Izzo dann mit Denzel Valentine und Travis Trice zwei Wettkämpfer auf dem Feld stehen, die sich diesen Sieg nicht mehr nehmen lassen wollte und von der Freiwurflinie und der Dreierlinie ganz entspannt einnetzten.

Elite Eight Preview, East

Louisville – Michigan State
Noch vor wenigen Wochen hätte wahrscheinlich kaum jemand damit gerechnet, dass sich diese beiden Teams gegenüber treten würden, um einen Final Four Teilnehmer zu ermitteln. Beide Teams hatten ziemlich schwierige Phasen während dieser Saison und ließen teils sogar Zweifel daran aufkommen, ob sie überhaupt im Tournament vertreten sein sollten. Doch mittlerweile spricht davon keiner mehr.

Stattdessen präsentierten sich beide Teams pünktlich zu Beginn des März von ihrer besten Seite und überzeugten mit gnadenloser Effektivität, wenn der Gegner ihnen Chancen bot. Das ist auf beiden Seiten ein großer Verdienst der Coaches. Beiden steht weder das Spielermaterial vergangener Jahre zur Verfügung, noch die Qualität, die es normalerweise für einen tiefen Run im Tournament braucht.

Beide Teams sind eher defensiv orientiert, wobei Michigan State in der Lage ist, auch offensiv ein Spiel bestimmen zu können, da die Spartans in Person von Travis Trice, Bryn Forbes und Denzel Valentine drei hochprozentige Schützen in ihren Reihen haben. Besonders Trice und Valentine haben sich während der letzten zwei Monate zu den besten Closern der NCAA gemausert und sind in dieser Kombination für jeden Gegner eine undankbare Aufgabe.

Tom Izzo ist clever genug, seinen Schützen gegen die Matchup Zone der Cardinals gute Würfe zu verschaffen. Der Knackpunkt wird für Michigan State darin liegen, den Schaden, den Montrezl Harrell anrichtet, auf ein Minimum zu begrenzen. Die fehlende Tiefe im Frontcourt könnte sich hier rächen. Daher ist Branden Dawson gefragt, seine beste Saisonleistung abzurufen.

Louisville muss hingegen dafür Sorge tragen, dass die, aus Cardinals Sicht, richtigen Spieler dazu gezwungen werden, schlechte Würfe zu nehmen. Sollte es Pitinos Mannschaft gelingen, viele Würfe vom Perimeter zu forcieren und aus den folgenden langen Rebounds viele leichte Fastbreakpunkte zu erspielen, wäre dies ein großer Schritt in Richtung Final Four Teilnahme.

Im Halbfeld werden die Cardinals gegen die Defense der Spartans mit Sicherheit große Probleme haben. Sie sollten versuchen, Montrezl Harrell möglichst oft, in Szene zu setzen, damit dieser der langen Garde MSUs viele Fouls anhängen kann. Ansonsten wird es wichtig sein, dass Wayne Blackshear eine weitere solide Performance abliefert.

Generell sind sich beide Teams in vielen Punkten sehr ebenbürtig und am Ende werden Nuancen entscheidend sein. 


Final Four Prognose: Louisville



South Region

Duke (1)
63:57 vs. Utah im Sweet Sixteen

Von der ersten Minute an wurde diese Partie sehr defensiv geführt, was aus Sicht des 5 Seeds ein gutes Zeichen war. Es dauerte knapp 5 Minuten bis beide Teams ein Erfolgserlebnis in der Offensive verbuchen konnten. Utah kam damit sichtlich besser zurecht und führte früh mit 8:5 dank eines gut aufgelegten Dallin Bachynskis. Doch auch Duke fand schließlich in Fahrt und konnte innerhalb weniger Minuten zur bekannten Effizienz in der Offensive finden. Durch einen Okafor Layup führte die Blue Devils auf einmal im zweistelligen Bereicht (27:17). Doch erneut konnte die Utah Defense wieder etwas die Stellschrauben anziehen und die letzten drei Minuten der ersten Halbzeit jeden Wurfversuch erfolgreich stören oder gänzlich unterbinden. Offensiv trug Dallin Bachynski wieder zum 22:27 bei.

Nach der Halbzeit lieferten sich beide Teams zunächst einen offenen Schlagabtausch, ehe Justise Winslow die Partie an sich riss. Mit acht schnellen Zählern brach er die Partie auf und sorgte für die erste deutlichere Führung der Blue Devils. Als sich die Utes im Anschluss von 15 Punkten Rückstand auf 6 herankämpfen konnten, war es wieder Winslow, der mit einem schwierigen Dreipunktespiel dafür sorgte, dass die Utes wieder an Fahrt verloren. In der Schlussphase traf Duke dann gut genug von der Linie, um die Utes nicht nochmal auf Tuchfühlung kommen zu lassen.

Gonzaga (2)
74:62 vs. UCLA im Sweet Sixteen

Für die Bruins begann die Partie sehr vielversprechend. In den ersten Minuten konnten sie insbesondere durch eine gute Verteidigungsleistung für ein Achtungszeichen sorgen. Gonzaga konnte weder die Bigs gut in Szene setzen, noch durch die Penetration der Guards zu leichten Punkten gelangen. Ersteres hatte vor allem damit zu tun, dass Karnowski viele Pässe nicht richtig fangen konnte. Letzteres war bedingt dadurch, dass die Guards der Zags zu zögerlich beim Zug zum Korb agierten. Sie gaben der Verteidigung der Bruins dadurch die Gelegenheit, die Zone zu verdichten und mit schnellen Händen den Ball freizuschlagen.

Erst von der Freiwurflinie konnten sich die Bulldogs die notwendige Sicherheit aneignen, um auch im Setplay sicherer zu agieren. Allerdings konnte UCLA immer wieder Nadelstiche setzen, indem Powell couragiert zum Korb zog und Parker und Looney ihre Möglichkeiten am Korb effektiv nutzten. So war zur Halbzeit beim 35:28 noch alles offen.

Ein Blitzstart zu Beginn der zweiten Hälfte verbesserte die Situation sogar noch weiter und wie aus dem Nichts waren die Bruins bis auf einen Zähler Unterschied herangerückt. Ab hier übernahm dann der bis dahin teilweise unglücklich agierende Karnowski und dominierte die restlichen 15 Minuten der Begegnung. Im Lowpost vollstreckte er nach Belieben und konnte dabei eine interessante Mischung aus purer Körperkraft und raffinierten Postmoves zum Besten geben.

Die wahren Höhepunkte folgten jedoch erst, als UCLA dazu überging, Karnowski zu doppeln. Der Pole spielte Pässe, die so manchen Point Guard vor Neid hätten erblassen lassen. Mit dieser Bank unter dem Korb konnten die Zags den Sieg sicher einfahren.

Elite Eight Preview, South

Duke – Gonzaga
Freunde des selbstlosen und variablen Offensivbasketballs werden in dieser Partie voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Denn beide Teams sind erstklassig besetzt und stehen vollkommen zurecht in diesem Duell um die Final Four Teilnahme. Besonders Mark Few hat auf diesen Tag lange gewartet. Denn nach jahrelanger Aufbauarbeit besteht für ihn nun die Möglichkeit, seiner Karriere mit einem Final Four Wochenende die Krone aufzusetzen.

Besonderer Fokus wird sicherlich auf dem Duell der beiden massigen Giganten unter den Brettern liegen. Jahlil Okafor und Przemek Karnowski hatten es in dieser Saison bisher kaum mit Gegenspieler ihrer Gewichtsklasse zu tun. Für die beiden wird dies nun eine sehr interessante Härteprüfung werden.

Karnowski ist etwas größer, aber auch etwas unbeweglicher und kommt schneller aus der Puste. Er ist ein klassischer Brettcenter und agiert mit sehr viel Schläue. Okafor kann hingegen auch mal den Fastbreak mitlaufen und das Doppeln aggressiv attackieren. Beide sind jedoch eher mässige Verteidiger und könnten einander schnell in Foulprobleme manövrieren.

Im Backcourt sind beide Teams sehr ausgeglichen besetzt. Jones & Cook bei Duke sind auf einem Niveau mit Pangos & Bell für Gonzaga anzusiedeln. Dazu gibt es auf beiden Seiten viele Schützen im Kader, die für gutes Spacing sorgen.

Das Schlüsselduell bzw. die Schlüsselposition könnte daher das Aufeinandertreffen der Power Forwards sein. Bei Gonzaga ist Kyle Wiltjer einer der besten Scorer seines Schlags und kaum zu verteidigen. Für Duke läuft auf der Vier mit Justise Winslow eigentlich ein Wing auf dieser Position auf.

Hier wird es interessant zu beobachten sein, welche Philosophie sich durchsetzt. Angesichts der jüngsten Leistungen des Freshmans, darf man von Winslow wieder eine starke Leistung erwarten, was allerdings auch notwendig ist, da Duke sonst die Waffen fehlen, um die Ausgeglichenheit Gonzagas zu egalisieren. 


Final Four Prognose: Duke