19 März 2015

19. März, 2015  |  Axel Babst  @CoachBabst


NBACHEF College-Experte Axel Babst hat alle 32 Erstrundenpaarungen in den vier Regionen gecheckt und kann euch sagen, welche von ihnen das größte Upset-Potential bergen. Brackets und so...


1 vs. 16 
Kentucky vs. Hampton
Wisconsin vs. Coastal Carolina
Villanova vs. Lafayette
Duke vs. Rob Morris

Hier besteht keinerlei Upset Gefahr. Alle vier One-Seeds sind dominant und erfahren genug, um diese Pflichtaufgabe schnell abzuhandeln.

2 vs. 15
Kansas vs. New Mexico State
Arizona vs. Texas Southern
Virginia vs. Belmont
Gonzaga vs. North Dakota State

Auch hier besteht wenig Hoffnung auf eine Überraschung. Will man sich dennoch ein Spiel herauspicken, sollte man auf Kansas gegen New Mexico State achten. Kansas war diese Saison alles andere als sattelfest. New Mexico State ist hingegen seit der Rückkehr des wichtigsten Spielers, Daniel Mullings, ungeschlagen. Die Aggies sind gut gecoacht und sehr lang. Auch die Zonenpresse ist unangenehm. Im Normalfall sollten Kansas' Perry Ellis und Kelly Oubre aber dennoch zu viel für den Underdog sein.

Ein heißgelaufenes Belmont gegen ein offensivschwaches Virginia könnte auch sehr interessant werden...

3 vs. 14
Notre Dame vs. Northeastern 
Baylor vs. Georgia State
Oklahoma vs. Albany
Iowa State vs. UAB

Ein sehr attraktives Spiel steht wahrscheinlich in der Midwest Region bevor. Dort eröffnen die Notre Dame Fighting Irish den großen Tanz im Duell mit den Northeastern Huskies. Beide Teams spielen sehr ansehnlichen Offensivbasketball, bei dem der Ball gut und schnell bewegt wird und die Defense meist nur das Nachsehen hat. Allerdings wird den Irish, angesichts der momentanen Form, ihr nachgesagtes Glück gar nicht hold sein müssen.

Ein sehr interessantes Matchup ist sicher auch Baylor gegen Georgia State. Allerdings ist der Underdog dabei verletzungsgeplagt. Für das Conference Finale musste man auf den zweiten Alleinunterhalter der Offense, Ryan Harrow, verzichten. Dieser soll zwar wieder spielen, allerdings darf doch bezweifelt werden, dass er im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Ohne ihn lastet auf R.J. Hunter die ganze Scoring Last. Gegen die Baylor Zone könnte er eine gute Waffe sein, wird aber zu wenig Unterstützung erhalten.



4 vs. 13
Maryland vs. Valparaiso
North Carolina vs. Harvard
Louisville vs. UC Irvine
Georgetown vs. EWU

Hier wird es nun schon kniffliger. Von den Favoriten ist Georgetown hier sich der angreifbare Punkt. In der jüngsten Vergangenheit wurde die Hoyas schon einmal von einem Underdog besiegt (2013 von Florida Gulf Coast). Zudem ist das Team ziemlich jung und abhängig von einem gut aufgelegten Joshua Smith. Gerät der schwerfällige Centerspieler in Foulprobleme, hat das Team Schwierigkeiten. Eastern Washington ist hingegen ein sehr gefährliches Team, das mit Tyler Harvey und Venky Jois über zwei unkonventionelle Spieler verfügt, die zusammen ein Spiel entscheiden können.

Louisville hat sich zwar etwas gefangen nach der Suspendierung von Chris Jones, doch die Cardinals sind weit davon entfernt, in guter Turnierform aufspielen zu können. Wagemutige könnten hierin UC Irvine einen Vorteil zusprechen. Die Länge der Anteaters wird Harrell und Rozier nicht unbeeindruckt lassen. Zudem schießen die Cardinals als Team sehr schlecht von der Dreierlinie und offenbaren Schwächen im Angriff gegen eine Zonenverteidigung.

Auch Maryland wird sich gegen Valparaiso strecken müssen, da die Crusaders ein sehr großes Team sind und den Terps somit ernste Schwierigkeiten bereiten können.

5 vs. 12
West Virginia vs. Buffalo
Arkansas vs. Wofford
Northern Iowa vs. Wyoming
Utah vs. Stephen F Austin 

Traditionell sind hier immer die Erstrundenupsets zu erwarten. Gute Chancen haben dabei die Buffalo Bulls, die von Duke Legende Bobby Hurley gecoacht werden. Die Bulls wollen laufen und haben dafür die richtigen Spieler im Kader. Aber auch im Halbfeld sind sie gut strukturiert. Die Knackpunkte sind sicher auf Seiten der gegnerischen Mountaineers zu finden. Gelingt es West Virginia, die eigenen Würfe zu treffen und so die Presse aufzustellen? Die Bulls sind bislang ungeschlagen, wenn der Gegner unter 30% aus dem Feld wirft. WVU ist diesem Bereich immer gefährlich nah. Zudem wird es entscheidend sein, dass der Underdog gute Nerven beweist, da West Virginia sehr physisch spielt und das Spiel zerstören will.

Beim Spiel Arkansas gegen Wofford wird das Team gewinnen, das den eigenen Stil durchziehen kann. Ist das Spiel schnell, liegen die Razorbacks im Vorteil. Ist es langsam, hat Wofford zumindest eine Chance. Bobby Portis hat körperliche Vorteile und sollte eine gute Leistung abrufen können, auch wenn auf der Gegenseite Lee Skinner immer sehr engagiert zu Werke geht. Im Gegenzug gibt es mehrere Spieler, die Woffords Star Karl Cochran um die Blöcke hinterhereilen können.

Auch Utah hat kein einfaches Los gezogen. Stephen F. Austin konnte im letzten Jahr VCU raushauen und hat in den letzten zwei Saisons unter Brad Underwood eine Siegquote von fast 90 Prozent. Mit ihrer Motion Offense können sie Utahs Center Pöltl vom Korb wegziehen und so viele Layups generieren. Allerdings haben sie keine geeigneten Matchups für den Österreicher auf der anderen Seite. Auch Delon Wright wird seinem Gegenspieler überlegen sein. Um diesen dennoch etwas zu entlasten, sollten die Schützen ihre Dreier treffen.

Northern Iowa wird sich nach dieser starken Saison nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Außerdem können die Panthers ausgerechnet mit einem zentralen Element ihrer Offense der Wyoming Defense den Zahn ziehen: Der Underdog hat große Probleme bei der Bekämpfung des Pick & Pop. Genau hier liegt die Stärke von Seth Tuttle und Kollegen. Treffen diese ihre Würfe einigermaßen auf dem gewohnten Niveau, wird Wyoming kaum ein Wörtchen mitreden können.

6 vs. 11
Butler vs. Texas
Xavier vs. Ole Miss
Providence vs. Dayton
SMU vs. UCLA

Auch hier sollte man das eine oder andere Upset im eigenen Bracket vermerken. Texas ist ein schweres Los für die couragiert kämpfenden Butler Bulldogs. Roosevelt Jones wird arge Probleme beim Abschluss haben, wenn er auf den Frontcourt der Texaner trifft. Sollte dann auch noch Kellen Dunham einen gebrauchten Tag erwischen, sieht es düster für Butler aus. Zudem haben die Bulldogs sie keinen geeigneten Bewacher für Isaiah Taylor. Andersherum darf sich Texas aber nicht wieder in einer passiven 2-3-Zone verstecken und offensiv auf Taylors Fähigkeiten vertrauen. Das wird Butler geschickt ausnutzen.

Providence sollte Dayton keinesfalls unterschätzen. Auch wenn sie nur sieben Spieler in der Rotation aufweisen können, wissen die Flyers genau, wie sie eine scheinbar aussichtslose Aufgabe bewältigen können. Sie sind eine eingeschworene Einheit, die sich auch von einem zweistelligen Rückstand oder Foulproblemen nicht beirren lässt. Allerdings wird Dayton nur schwerlich Henton und Dunn kontrollieren können.

Bei Xavier gegen Ole Miss treffen wieder zwei Extreme aufeinander. Ole Miss will das Spiel schnell machen und durch aggressive Trap-Defense für viel Unruhe sorgen, während Xavier um Spielkontrolle bemüht ist, damit Center Stainbrook seine Stärken ausspielen kann. In der Conference Saison hatten die X-Men gegen St. Johns - ein ähnlich spielendes Team - arge Probleme. Aber selbst in einem langsamen Spiel sind die Rebels nicht chancenlos. Upset-Alarm.

SMU gegen UCLA könnte ebenfalls interessant werden. Beide Teams haben einen schussgewaltigen Guard in ihren Reihen und Größe unter dem Korb. Allerdings sind die Mustangs von Coach Larry Brown auf beiden Positionen erfahrener besetzt und können unter den Körben Foulprobleme aufgrund der Tiefe kompensieren.



7 vs. 10
Wichita State vs. Indiana
VCU vs. Ohio State
Michigan State vs. Georgia
Iowa vs. Davidson

Die Spartans sind ein sehr undankbarer #7 Seed für jeden Gegner. Mit einer eindrucksvollen Formsteigerung und einem Tom Izzo an der Seitenlinie kann sich jeder Gegner warm anziehen. Georgia ist allerdings auch unberechenbar und kann an einem guten Tag mit den Topteams der NCAA mithalten.

Für Davidson müssen gegen Iowas Zone die Dreier fallen, denn die Backcuts sind nicht so effektiv. Zudem muss man sich mit der Größe der Hawkeyes arrangieren. Gerade Aaron White wird nur schwer zu stoppen sein. Seine Spielweise ist gegen jeden Gegner effektiv.

Sehr interessant könnte das Aufeinandertreffen der VCU Rams und Ohio State Buckeyes werden. Bei den Rams fehlt leider Briante Weber, der die Pressverteidigung wie kein zweiter Spieler lebte. Aber auch offensiv fehlt sein sicherer Zug zum Korb, der es ermöglicht, die Presse aufzustellen. Zudem ist Treveon Graham, die go-to Option im Angriff, angeschlagen. Allerdings zeigte das A10 Turnier, dass man VCU niemals unterschätzen darf. Dort besiegten sie die drei Gegner, gegen die sie zuvor noch drei Niederlagen in Serie hinnehmen mussten. Diese Härte und Kompromisslosigkeit könnte D’Angelo Russell den Zahn ziehen. Bereits häufiger in dieser Saison hatte er gegen Ende eines Spiels mit Krämpfen zu kämpfen. Allerdings sollte er mit seinen Pässen die Defense der Rams sezieren können. Zur Not steht ihm mit Shannon Scott ein zweiter Ballhandler zur Seite.

Bei Wichita State gegen Indiana werden die Bigs kaum etwas zu melden haben. Während die Guards der Shockers schon viele Schlachten gemeinsam gewannen, sind die Hoosiers unberechenbar. Sollten sie ihre Dreier treffen, haben sie gute Karten für einen Einzug in die nächste Runde, allerdings würden sich die Veteranen aus Wichita auch davon nicht aus der Ruhe bringen lassen. Daher könnte Troy Williams den X-Faktor geben. Der unorthodoxe Forward ist nur sehr schwer zu kontrollieren und könnte für Evan Wessel ein Problem werden.

8 vs. 9
Cincinnati vs. Purdue
Oregon vs. Oklahoma State
NC State vs. LSU
San Diego State vs. St. John's

Alle 8-gegen-9 Matchups sind auf dem Papier in der Tat sehr ausgeglichen, es ist kein klarer Favorit erkennbar. Im Mittleren Westen könnte Purdue bevorteilt sein, da sie mit Hammons und Haas zwei verlässliche Optionen im Lowpost aufweisen können. Allerdings macht es die 2-3-Matchup-Zone der Bearcats schwer, diese Vorteile auch wirklich auszukosten. Daher wird Guard Jon Octeus gefragt sein, die Offensive Purdues gut zu organisieren. Sollte ihnen das gelingen, sind die Boilermakers sehr gut im Rennen um die Runde der letzten 32, auch weil Cincinnati offensiv unorganisiert und untalentiert ist.

Das vielleicht engste Duell findet im Osten statt. Sowohl NC State als auch LSU bewiesen während der Saison, dass sie Topteams schlagen können. Allerdings waren beide Mannschften auch sehr inkonstant in ihren Leistungen. LSU hat die verlässlicheren Scorer. Jordan Mickey und Jarell Martin sind am Brett kaum zu stoppen und sorgen für wichtige Punkte. Zudem ist Keith Hornsby in der Lage, den entscheidenden Wurf zu versenken. Jedoch geht Mickey angeschlagen in die Partie, denn seine Schulterverletzung ist immer noch nicht vollends ausgeheilt. Dafür sind die Scoring Optionen des Wolfrudels nicht sonderlich verlässlich. Turner kann ein Spiel mit seinen Dreiern entscheiden oder untertauchen, Barber erzielte erst 34 Punkte im ACC Tournament und ließ darauf null folgen.

Auch Oregon gegen Okahoma State verspricht viel Spannung. Die Ducks haben in Joseph Young einen talentierten Spieler, für den Oklahoma State eigentlich kein geeignetes Matchup aufweisen kann. Außerdem verstehen es die Ducks, Scharfschütze Phil Forte gut zu kontrollieren, da sie die einzelnen Verteidiger dazu haben oder mit ihrer 3-2-Zone die Dreierlinie unbrauchbar werden lassen. Le’Bryan Nash muss also eine hervorragende Leistung abliefern und die Defensive binden, um Forte Räume zu eröffnen.

Das Spiel San Diego State gegen St. John’s wird ein wenig von der Suspendierung Chris Obekpas überschattet. Ohne ihn sind die Johnnies deutlich anfälliger in der Zone und geben zu viele leichte Korbleger ab. Die Frage ist nun, ob San Diego State in der Lage ist, das auszunutzen. Denn: den Aztecs fehlen die wirklich durchschlagenden Inside-Optionen. Auch die Wings schaffen es nicht konstant, den Weg zum Korb zu finden oder ihre Dreier einzunetzen. Andersherum kann der Streetball-Stil der Johnnies schnell in eine Sackgasse führen, da sich die Aztecs eigentlich nicht so leicht überrumpeln lassen. Diese Partie wird definitiv kein Augenschmaus.