18 Februar 2015

18. Februar, 2015  |  Sebastian Seidel  @Sebastianctcb


Die Trade-Deadline rückt mit großen Schritten näher. Nur noch bis Donnerstag können unter Vertrag stehende Spieler getauscht werden, traditionell erreicht das Feilschen und Tauschen in dieser Woche seinen Höhepunkt. Grund genug für die #NBACHEF-Redaktion, einen genaueren Blick auf mögliche Umzugskandidaten zu werfen.



Die Zielvorgabe der Nuggets zu Saisonbeginn war sicherlich der Wiedereinzug in die Playoffs. Die Hoffnungen lagen dabei vor allem auf dem wiedergenesenen Danilo Gallinari und Rückkehrer Arron Afflalo, für den die Nuggets Evan Fournier an die Magic abgaben. 


Mit einer Bilanz von nur 20 Siegen aus 53 Spielen ist Denver das zweite Jahr in Folge dort, wo kein Team sein möchte - im Niemandsland der NBA: zu schlecht für die Playoffs und zu gut für einen der richtig guten Draftpicks.

Aus diesem Grund drücken die Nuggets den Rebuild-Knopf und bieten viele ihrer Spieler auf dem Trade-Markt an. Laut Aussage des Managements ist bis auf Rookie Jusuf Nurkic kein Spieler im Kader unantastbar. Als Tradegegenwert sind die Nuggets vor allem auf der Suche nach Erstrundenpicks und jungen Spielern.
 Über den Sommer 2016 hinaus haben neben den Rookies Nurkic und Gary Harris lediglich Ty Lawson und Kenneth Faried noch einen Vertrag. Die spannende Frage wird sein, ob das Management der Nuggets auf diese beiden Spieler auch in Zukunft bauen möchte oder sie ebenfalls als Tradechip genutzt werden.


Boston und Sacramento scheinen wohl zumindest Interesse an Lawson zu haben, und für die Toronto Raptors wäre Faried auf der Suche nach einem Power Forward wohl die dritte Option hinter David West und Taj Gibson, heißt es. 


Deutlich mehr Spekulationen gibt es um die beiden Flügelspieler Afflalo und Wilson Chandler. Offenbar haben die Portland Trail Blazers den Nuggets für Chandler einen Erstrundenpick und Thomas Robinson angeboten - ein Trade, der für beide Seiten durchaus Sinn machen würde. Die Blazers würden ihre Rotation auf dem Flügel deutlich verbessern und die Nuggets hätten neben dem gewünschten Erstrundenpick mit Thomas Robinson noch einen jungen Spieler, den sie ins kalte Wasser schmeißen können - in der Hoffnung, ihn als brauchbaren Rotationsspieler zu etablieren, .



Ebenfalls Interesse an Afflalo und Chandler haben wohl die Los Angeles Clippers gezeigt. Da es aber nicht erlaubt ist, Erstrundenpicks in aufeinanderfolgenden Drafts zu traden, und L.A. auch keine jungen Spieler mit Potential im Kader hat, wird es schwer, ein Paket zu schnüren welches die Nuggets interessieren könnte.


Die Sacramento Kings arbeiten daran, Afflalo und den neuen Head Coach George Karl in Sacramento wieder zu vereinen. Als möglicher Gegenwert sollen sie wohl bereit sein, Nik Stauskas abzugeben. Der 8. Pick des letzten Drafts konnte in Sacramento bisher überhaupt nicht überzeugen. Als vermeintlich bester Shooter seines Draftjahrgangs trifft Stauskas lediglich 26 Prozent seiner Dreier und konnte seine hohe Draftposition bisher nicht rechtfertigen. Weitere Interessenten an Afflalo sind die Chicago Bulls und die Miami Heat. 


Nachdem Jameer Nelson die ersten zehn Jahre seiner Karriere in Orlando verbracht hat, könnte es sein, dass er nach der Trading Deadline für das vierte Team in dieser Saison aufläuft. Mögliche Tradepartner sind die Cleveland Cavaliers und die Washington Wizards. Der GM der Nuggets, Tim Connelly, wäre vermutlich mit einem Zweitrundenpick als Gegenwert schon zufrieden.


Darrell Arthur und Randy Foye wecken ebenfalls das Interesse einiger Teams und die Nuggets werden in jedem Fall versuchen sie vor der Deadline zu traden. Arthur ist als Stretch Vierer für nahezu jedes Playoff-Team zu gebrauchen, vor allem die Wizards und Kings scheinen interessiert. Flügelspieler Foye spielt eine miserable Saison, könnte aber als eigentlich exzellenter Shooter ebenfalls vielen Teams weiterhelfen, wenn er seinen Wurf wiederfindet. In der letzten Saison verwandelte er 189 Dreier (Rang 10). Beide Spieler bilden auch ein geringes Risiko für das andere Team, da ihre Verträge im Sommer auslaufen.



Schwierig bis ummöglich wird es dagegen, Abnehmer für Gallinari, Javale McGee und J.J. Hickson zu finden. Alle drei haben garantierte Verträge bis zum Sommer 2016 und verdienen deutlich mehr, als sie aktuell auf dem Court bringen. Sowohl Gallinari als auch McGee waren in den vergangenen zwei Saisons eigentlich dauerhaft verletzt, kein Team wird sich das Salary Cap im nächsten Sommer mit ihren Verträgen in Höhe von 11.5 Mio. $ bzw. 12 Mio. $ verbauen wollen - erst recht nicht, wenn sie nie auf dem Parkett stehen. Auch Hickson ist mit knapp 6 Mio. $, die er in der nächsten Saison verdient, deutlich überbezahlt.


Nahezu das ganze Team ist auf die ein oder andere Art verhandelbar - ein klarer Beweis für die Identitätskrise in Denver. Die Nuggets werden für die Umstrukturierung ihres Kaders natürlich länger brauchen, als bis zur Deadline am Donnerstag. Dennoch sollten sie - vor allem für die Spieler bei denen sie Gefahr laufen, sie im Sommer ohne Gegenwert zu verlieren, also Afflalo, Nelson, Foye und Arthur - unbedingt aktiv werden. Auch ein Trade von Wilson Chandler scheint recht wahrscheinlich. Die Zeit zu handeln ist jetzt.