18 Februar 2015

18. Februar, 2015  |  Chris Schmidt  @ChrisSchmidt27


Die Trade-Deadline rückt mit großen Schritten näher. Nur noch bis Donnerstag können unter Vertrag stehende Spieler getauscht werden, traditionell erreicht das Feilschen und Tauschen in dieser Woche seinen Höhepunkt. Grund genug für die #NBACHEF-Redaktion, einen genaueren Blick auf mögliche Umzugskandidaten zu werfen.



Egal welche Erwartungen man vor der Saison an die New York Knicks stellte – sie wurden alle untertroffen. So wurde schon früh klar, dass das Unternehmen „Playoffs“ in dieser Saison scheitern sollte. Grund genug für den neuen „President of Basketball Operations“, Phil Jackson, den Kader ordentlich aufzuräumen, um sich so auf die nächste Free Agency und Saison vorzubereiten. Nachdem Amar'e Stoudemire am Montag entlassen wurde, ist davon auszugehen, dass die Knicks auch zur Trade-Deadline nochmals aktiv werden. Allerdings nur in einem kleinen Rahmen…

Jose Calderon
Denn es gilt noch, die letzten Überreste dieser erfolgsarmen Zeit loszuwerden. Dazu zählt auch der spanische Aufbauspieler Jose Calderon, der in dieser Saison sieben Millionen Dollar einstreicht. Zum Ärger derer, die als Trade-Partner in Frage kommen, bekommt er diese sieben Millionen Dollar aber auch noch in den folgenden zwei Spielzeiten, also bis 2017.

So erhalten interessierte Teams zwar einen routinierten Point Guard, der insbesondere für Playoff-Teams als Backup sehr wichtig werden kann, der aber auch noch zwei Jahre Vertrag hat. Für einen 33-Jährigen, der seinen Zenit schon überschritten hat, ist das nicht wirklich lukrativ. Dennoch gibt es mehrere Playoff-Teams, die sich durchaus Tiefe auf den Guard-Positionen wünschen. Insbesondere die Houston Rockets, Washington Wizards und Cleveland Cavaliers sind da zu nennen.

Diese Teams haben neben Calderon wohl auch noch Jameer Nelson von den Denver Nuggets auf dem Radar. Dieser verdient zwar weniger, ist aber auch mit einer Spieler-Option im Sommer ausgestattet. Was die Knickerbockers im Gegenzug wollen, ist überschaubar. Jackson schielt besonders auf Picks (in diesem Fall sind Zweitrundenpicks wohl realistischer) und auslaufende Verträge, die finanziell entlasten. Dies würde den Knicks im Sommer noch mehr Spielraum eröffnen.

Dass die Spieler, die per Trade kämen, einen ernsthaften Einfluss auf das Spiel der New Yorker hätten, ist zweifelhaft. Brendan Haywood zum Beispiel, der von den Cavaliers gerade aktiv auf dem Trade-Markt angeboten wird, obwohl er so gut wie gar nicht zum Einsatz kam. Sollte es diesen in den „Big Apple“ verschlagen, würde die Team-Option des alternden Big Man mit Sicherheit im Sommer verfallen.

Somit ist davon auszugehen, dass Jackson auch Kompromisse eingehen muss, um Calderon verschiffen zu können. Er wird weder Erstrundenpicks noch junge, wertvolle Spieler erhalten. Es sollte einfach nur darum gehen, den Spanier loszuwerden, um im Sommer noch mehr Freiheiten zu haben und in New York von vorne beginnen zu können.

Andrea Bargnani
Bei Andrea Bargnani sieht die Situation ähnlich aus. Dass die New York Knicks den schwachen Italiener loswerden wollen ist keine Überraschung. Allerdings bekommt der Foward diese Saison zwölf Millionen Dollar. Somit ist es schwer ein Team zu finden, welches einen Gegenwert dafür anbieten kann. Auch hier ist nämlich nicht zu erwarten, dass ein First-Rounder in Richtung New York geht.

Bei Bargnani ist der Trade aber nicht so dringend wie bei Calderon, da der Vertrag des ehemaligen Nummer-eins-Picks im Sommer ohnehin ausläuft. Somit würde New York diese Millionen im Sommer auf jeden Fall einsparen. Sollten die Knicks allerdings einen interessanten Spieler im Gegenzug erhalten, ist ein Trade zur Deadline definitiv denkbar. Immerhin könnte es noch einige Teams geben, die in die Qualitäten des Italieners vertrauen und ihm vielleicht einen Roster-Spot anbieten wollen. Klar ist natürlich auch, dass die Anzahl dieser Teams sehr, sehr gering ist.



Pablo Prigioni 
Auch der dritte Internationale bei den Knicks steht auf der Abschussliste. Der argentinische Aufbauspieler Pablo Prigioni verdient im „Big Apple“ zwar nur kleines Geld (1,6 Mio. $), hat aber ebenfalls noch Vertrag für die kommende Saison. Da Prigioni aber auch kein Baustein im Rebuild der Knicks ist, könnte er ein weiteres Asset sein, welches New York am Donnerstag verlassen muss.

Auch hier geht es um einen älteren Point Guard, der einem Playoff-Team einige gute Minuten von der Bank bringen und die defensive Intensität hochhalten kann. Mehr darf man von einem wurfverweigerndem 37-Jährigen allerdings nicht erwarten. Somit wird Jackson auch hier nicht viel erhalten. Doch der Blick auf das Cap Sheet der Knicks im Sommer sollte für einiges entschädigen.

Urteil
Will New York im Sommer wirklich einen Neuanfang starten, muss mindestens einer dieser drei Spieler zur Deadline getradet werden. Die Moves während der Saison waren alle schon Anzeichen darauf. Die Entlassung von Stoudemire hat die Weichen nun endgültig gestellt, sodass der Rest der alternden Crew nun auch von Bord gehen sollte.

Dass die Anzahl der Teams, die die drei genannten Spieler wollen, gering ist, sollte klar sein. So muss Jackson vielleicht Kompromisse eingehen. Doch das Wichtigste ist, dass sich der Wald der schlechten Verträge in New York lichtet und die Knicks mit einem fitten Carmelo Anthony im Sommer vielleicht in eine bessere Zukunft starten werden. Do it, Jax!