17 Februar 2015

17. Februar, 2015 |  Daniel Schlechtriem  @W14pick


Bevor am Donnerstag das Hauptgericht via Trade Ticker serviert wird, liefern wir als Vorspeise bis Mittwoch eine Zusammenfassung des täglichen Geschehens mit allen Gerüchten und - sofern es dazu kommt - den ersten Trades.


Ricky Ledo wird entlassen
Amar'e hat zugesagt, also müssen die Dallas Mavericks Platz im 15-Mann Kader schaffen. Erwischt hat es wenig überraschend Shooting Guard Ricky Ledo, der in der laufenden Saison auf stolze 2,2 Minuten pro Spiel kommt. Ledo war Dallas' Second Round Pick im 2013er Draft (#43).



Iso-Joe nach Motor City?
Wenn es schon bei Brook Lopez nicht voran geht, versuchen es die Brooklyn Nets an einer anderen Front: Namentlich Joe Johnson. Für diesen könnte es nach Motor City gehen, die Detroit Pistons arbeiten an einer Möglichkeit, ihren wackeligen Backcourt mit Johnsons Offensivqualitäten zu verstärken. Tatsächlich hat der starke Mann in Detroit, Stan Van Gundy, einige auslaufende Verträge anzubieten: Caron Butler (4,5 Millionen Dollar), Jonas Jerebko (4,5 Mio. Dollar), Joel Anthony (3,8 Mio. Dollar) und Anthony Tolliver (3 Million Dollar, 2016 nicht garantiert). Mit der Akquisition des siebenfachen All-Stars würde Detroit ein fettes Ausrufezeichen hinter die eigenen Playoff-Ambitionen setzen.



Lakers und Knicks interessiert an Miles Plumlee
Im Gegensatz zu seinem Bruder Mason von den Nets kommt Miles Plumlee (Phoenix Suns) in dieser Saison nicht recht weg vom Fleck. Die Zukunft der Suns unterm Korb heißt klar Alex Len, Neuzugang Brandon Wright beansprucht auch Minuten und hat derzeit die besseren Argumente gegenüber Plumlee. Weil Phoenix ohnehin schon in einer schwierigen Lage ist (s. Dragic), kehren nun auch Anfragen nach dem 26-jährigen ein. Interesse haben naturgemäß Teams, die dieses Jahr nichts zu verlieren haben, außer Lottery-Chancen: Die New York Knicks und die Los Angeles Lakers haben eine Auge auf den Center geworfen



Nicholson und Harkless auf dem Block
Bei den Orlando Magic läuft es nicht rund. Trainer Jacque Vaughn musste gehen, das junge Team bleibt hinter den Erwartungen zurück, Leistungsträger Tobias Harris (17,4 PPG, 6,6 RPG) wird der Franchise im Sommer wohl den Rücken kehren und überhaupt läuft der Wiederaufbau nicht wie geplant. Kein Wunder also, dass auch sie zur Deadline aktiv werden und Power Forward Andrew Nicholson verfügbar machen. Der 25-jährige ist selbst in diesem schwachen Team nur eine Randfigur, entsprechend niedrig der Preis. Als ein möglicher Abnehmer werden die Dallas Mavericks genannt, wenngleich deren Bedarf an Bigs seit heute etwas weniger geworden ist. Etwas prominenter ist da der andere Name, der in Zusammenhang mit den Magic fällt. Auch Maurice Harkless soll anderen Teams angeboten worden sein. Harkless war der 15. Pick des 2012 Drafts und kam im Zuge des Trades um Dwight Howard nach Orlando. Dort hat er zwei solide erste Saisons gespielt, fiel in dieser aber in der Rotation zurück und muss sich auch unter dem neuen Coach mit reduzierten Minuten abfinden. Der Small Forward ist mit seinen gerade mal 21 Jahren aber zumindest noch entwicklungsfähig.



Suns wollen Dragic um jeden Preis halten
Goran Dragic wird im Sommer Free Agent werden und Max Money von der West und der Ostküste angeboten bekommen. Seine Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr in allen relevanten Kategorien zurückgegangen. Hornaceks Lineup mit mehreren Point Guards funktioniert immer schlechter. Und dennoch: Die Phoenix Suns wollen ihren slowenischen Guard auf keinen Fall abgeben und tendieren eher dazu, Gerald Green sowie den erst im Sommer verpflichteten Isiah Thomas abzugeben - wenn überhaupt. Wird GM Ryan McDonough tatsächlich pokern und einen Abgang Dragics im Sommer riskieren? Der Druck wird nicht geringer, denn inzwischen versuchen auch die New York Knicks aktiv, Dragic jetzt schon an den Big Apple zu holen. Dass die Kniehosenträger kaum was anzubieten haben, hindert sie offensichtlich nicht.



Bewegung in Boston
Auch bei den Boston Celtics wird erwartet, dass sich bis Donnerstag so manches tut. Etwas überraschend scheint sich ein Team aus der Western Conference nach Gerald Wallace erkundigt haben. Dessen 10,10 Mio. Dollar schwerer Vertrag war bisher immer ein Hindernis für GM Danny Ainge, den einstigen Defensivspezialisten von der Gehaltsliste zu kriegen. Die Angebote für "Crash" sind aber erwartungsgemäß überschaubar. Derweil wird den Celtics nicht nur Interesse an Ty Lawson und Boogie Cousins nachgesagt, auch auf Enes Kanter von den Utah Jazz scheinen sie ein Auge geworfen zu haben. Junge Spieler und Draft Picks, die sie für den türkischen Center an den Salzsee schicken könnten, haben die Kelten zuhauf.



In Brooklyn nichts neues
Die Brooklyn Nets sind weiter der Hauptkandidat auf einen großen Trade, wirklich voran geht es derzeit aber nicht. Neue Gespräche mit den Oklahoma City Thunder, die im Januar nahe dran waren, Brook Lopez zu holen, haben offenbar nicht stattgefunden. Auch scheinen die Nets kein Interesse an Lance Stephenson und dessen noch zwei weitere Saison laufenden Vertrag über neun Mio. Dollar zu haben.



Neuer Backup für Wall?
In Bradley Beal und John Wall haben die Washington Wizards einen der talentiertesten Backcourts der Liga. Hinter den jungen Wilden sieht es aber Düster aus: Andre Miller, der derzeitige Backup Walls, wird im März 39 Jahre alt und mag hinter den Kulissen ein wichtiger Anführer sein, auf dem Parkett wird er jedoch immer irrelevanter und spielt die wenigsten Minuten seiner Karriere. Garrett Temple als Backup für Beal sorgt ebenfalls nicht gerade für Freudensprügen. Kein Wunder also, dass man sich in der Hauptstadt nach adäquaten Alternativen umsieht. Konkrete Namen sind derzeit aber nicht bekannt.



Feuerkraft für die Bulls
Chicagos Offensive hat sich vor allem dank Pau Gasol und Jimmy Butler wesentlich verbessert, endgültig glücklich sind sie in der Windy City mit ihrer Wing Rotation dennoch nicht. Ein weiterer Shooter soll her, insbesondere da der Gesundheitszustand des 34-jährigen Mike Dunleavy, der kurz vor der All-Star Pause von einer Knöchelverletzung zurückkehrte, nicht wenigen Sorgen bereitet. Als ein möglicher Kandidat wird Arron Afflalo von den Denver Nuggets genannt. Der hat aber auch andere Interessenten, ob die Bulls zudem bereit sind, den geforderten Erstrundenpick auf den Tisch zu legen, steht auf einem anderen Stern.



Cavs an Sanders interessiert?
Erst im Januar haben sich die Cleveland Cavaliers bekanntlich mit Timofey Mozgov verstärkt. Ganz glücklich soll Coach Blatt mit seiner Big Man Rotation immer noch nicht sein, da kommt der bevorstehende Buyout von Larry Sanders ganz recht. Sollte es so weit kommen, sind die Cavs definitiv am Center der Milwaukee Bucks interessiert, wohl in der Hoffnung, Sanders finde an der Seite von LeBron James neue Motivation. Interesse zeichnet sich derweil an Clevelands Brandon Haywood und dessen einzigartigem Vertragsgefüge (diese Saison: 2,21 Mio. Dollar, nächste Saison 10,52 Mio. Dollar ungarantiert) ab. Teams, die nicht nur dieses, sondern auch nächstes Jahr Cap Space sparen wollen, werden sich nach Haywood erkundigen.



Blazers suchen Tiefe
Die Portland TrailBlazers benötigen dringend Unterstützung, vor allem auf dem Flügel. Nic Batum spielt nicht seine beste Saison, die Alternativen auf der Bank sind überschaubar. Daher hat GM Olshey jetzt die Angel in Richtung Denver Nuggets ausgeworfen, denn dort sind mehrere qualitative Wings zu haben. Wilson Chandler soll es ihm angetan haben, aber auch an Arron Afflalo sind sie in Rip City interessiert. Im Gegenzug könnte Thomas Robinson zum vierten Mal in seiner noch jungen Karriere die Umzugskartons packen und mit ihm ein Second Round Pick nach Denver geschickt werden.



Amar'e zu den Mavs
Der erste Wechsel, aber nicht via Trade. Amar'e Stoudemire hat keine Zeit verloren, seine Entscheidung war ohnehin bekannt. Der Forward/Center schließt sich Dirk Nowitzki an und spielt fortan bei den Dallas Mavericks. Dort erhält er einen Vertrag bis Saisonende für das Veteranen-Minimumgehalt. Dallas bräuchte ja eigentlich defensive Unterstützung am Korb, aber unter diesen Umständen ist das dennoch ein guter Deal für Mark Cuban.




Die Ereignisse von Montag, 16. Februar im Überblick.