16 Februar 2015

16. Februar, 2015  |  Daniel Schlechtriem  @W14pick


Bevor am Donnerstag das Hauptgericht via Trade Ticker serviert wird, liefern wir als Vorspeise bis Mittwoch eine Zusammenfassung des täglichen Geschehens mit allen Gerüchten und - sofern es dazu kommt - den ersten Trades.


Im Visier der Bucks: Gibson, Kanter, Cole
Die Milwaukee Bucks bleiben heute präsent. Drei Namen sind durchgesickert, auf die es die Mannen in der Bierstadt abgesehen haben.
- Taj Gibson von den Chicago Bulls: Die Bulls haben noch keine Gespräche wegen ihres Forwards geführt, es halten sich jedoch Gerüchte, nach denen sie Taj am ehesten abgeben, um Cap Space für den Sommer zu sparen, wenn es gilt, Jimmy Butler zu verlängern
- Enes Kanter von den Utah Jazz: Dass der türkische Center verfügbar ist, ist kein Geheimnis. Bei den Bucks könnte infolge der Demission Larry Sanders' (siehe unten) auf den großen Positionen in der Tat etwas frei werden
- Norris Cole von den Miami Heat: Coach Kidd sucht immer noch einen adäquaten Backup für Brandon Knight. Dass Miami den Aufbauspieler mit der auffälligen Frisur nicht um jeden Preis halten will, ist hinlänglich bekannt, in dieser Personalie gibt es aber einen Nebenbuhler: Die Detroit Pistons haben sich ebenfalls schon nach Cole erkundigt und dafür Jonas Jerebko angeboten, Miami wollte Cole allerdings nur im Paket mit Danny Granger wegsschicken, was in der Motorstadt auf nur wenig Gegenliebe stieß.



Celtics wollen Cousins
Aus der ganz absurden Kategorie: Die Boston Celtics planen angeblich eine Offensive in Richtung DeMarcus Cousins von den Sacramento Kings. Es existieren unbestätigte Gerüchte, nach denen Boogie mit der Wahl von George Karl als neuem Coach in Sac-Town nicht sonderlich glücklich sein und sogar versucht haben soll, auch Rudy Gay auf seine Seite zu ziehen, um die Verpflichtung Karls zu verhindern. Das widerum scheint die Celtics auf den Plan zu rufen, diese wollen die Kings mit ihren unzähligen Draft Picks ködern. Kann man aber kurz und knapp einen Riegel vorschieben. Wird nicht passieren.



Mavs: Ja zu Stat, Nein zu O'Neal
Es sieht schwer danach aus, dass Amar'e Stoudemire in Kürze das Trikot der Dallas Mavericks überstreift. Stat selbst scheint von der Idee überzeugt zu sein, an der Seite von Dirk Nowitzki einiges reißen zu können. Das widerum hat Auswirkungen auf die Ambitionen in Dallas, Jermaine O'Neal als Backup für Tyson Chandler zu verpflichten. Lange Zeit galt eine Verpflichtung des 38-jährigen, der sich derzeit privat fit hält, wahrscheinlich. Dies hat sich infolge von Stoudemires Boyout, bei dem er auf circa zwei Millionen Dollar verzichtet, geändert.



Dragic vor dem Abgang?
Nur zu gerne würden die Phoenix Suns den slowenischen Teil ihrer dreiköpfigen Point Guard Hydra behalten, inzwischen hat es sich aber auch bis ins Büro von GM Ryan McDonough rumgesprochen, dass ihr Kader nicht ausgeglichen ist und sie im Sommer arge Probleme haben werden, den schwer umworbenen Goran Dragic zu halten. Daher hat das Front Office der Suns während des All-Star Wochenendes die Telefone beackert mit dem Resultat, dass sie nun dazu tendieren, den "Dragon" lieber zu traden, als zu riskieren, ihn in der Free Agency zu verlieren. Bekannte Interessenten: Die Houston Rockets, die Los Angeles Lakers und die New York Knicks. Anderslautende Berichte besagen, die Suns seien weiterhin davon überzeugt, Dragic im Sommer halten zu können. Jedenfalls wird sich der Agent des Slowenen am Dienstag mit dem Suns-Management treffen.



Amar'e zu den Mavs zeichnet sich ab
Längst waren die Dallas Mavericks als Favoriten gehandelt worden, sollten sich Amar'e Stoudemire und sein New Yorker Arbeitgeber auf eine Vertragsauflösung einigen. Da dies nun Realität geworden ist, versuchen einige Teams, insbesondere die Los Angeles Clippers, noch heute mit Amar'e zu reden, um irgendwie dazwischen zu grätschen. Die Mavs können STAT zwar nur das Minimum bieten, dafür aber massig Spielzeit, denn seit dem Rondo-Trade ist Dallas auf den großen Position dünn besetzt. Die New York Knicks erwägen derweil, mit dem frei gewordenen Rosterplatz ihren Second Round Pick Thanasis Antetokoumpo fest zu verpflichten. Der Grieche ist - man ahnt es - der Bruder von Milwaukees Giannis Antetokoumpo. Und von Kostas Antetokoumpo, dem ebenfalls NBA-Potential nachgesagt wird.



Afflalo wird angeboten
Beim Ausverkauf der Denver Nuggets steht Arron Afflalos Name ganz oben auf der Liste. GM Connely hat jenen überall in der Liga angeboten, unter anderem den Chicago Bulls, Portland TrailBlazers, Oklahoma City Thunder, Los Angeles Clippers, Miami Heat und Sacramento Kings - jedoch ohne, dass sich daraus bisher ernsthafte Gespräche entwickelten. Interesse am Shooting Guard besteht zwar durchaus, allerdings beharren die Nuggets auf ihrer Forderung nach einem Erstrundenpick im Gegenzug, einen solchen wird aber niemand auf den Tisch legen. Wenig überraschend ist Denver auch offen gegenüber Angeboten betreffend Jameer Nelson und Randy Foye.



Paukenschlag in Toronto?
Im Kampf um die Krone im Osten haben die Toronto Raptors gegenüber dem Konkurrenten aus Atlanta etwas an Fahrt verloren, zudem machen sich im Rückspiegel bereits die Wizards, Bulls und Cavs bemerkbar. Ein Grund, die Gesamtsituation zu überdenken? Für GM Ujiri anscheinend schon, den der hat ein Auge auf David West von den Indiana Pacers geworfen und ist angeblich bereit, nicht nur den zuletzt schwachen Terrence Ross dafür abzugeben, es sollen auch Gedankenspiele um Jonas Valanciunas existieren. Reichlich abenteuerliche Gerüchte, zumal die Pacers dank der bevorstehenden Rückkehr Paul Georges die Playoffs noch nicht abgeschrieben haben dürften und daher ihren kampferprobtesten Haudegen wohl kaum abgeben. Ohnehin soll Raptors Coach Casey ein Befürworter von Ross sein, sodass diese Gedankenspiele eher dem Märchenland zuzuordnen sind.



Ty Lawson auf dem Block?
Die Denver Nuggets bitten schon seit Wochen zum Ramschverkauf und bieten alles und jeden an, der nicht aus Bosnien-Herzegowina stammt und im vergangenen Draft an 16. Stelle wegging. Inzwischen offenbar neben den üblichen Verdächtigen Kenneth Faried, Wilson Chandler und Arron Afflalo sogar in Ty Lawson ihren besten Spieler. Trade-Gespräche um den Point Guard gibt es etwas überraschend mit den Boston Celtics, deren Backcourt in Avery Bradley und Marcus Smart für die Zukunft eigentlich gerüstet sein sollte. Die Kobolde spielen außerdem ebenso wie die Nuggets eher um Lottery Bälle, als um die Postseason. Für Ty also vom Regen in die Traufe?



Buyout von Larry Sanders?
Apropos Milwaukee Bucks: Deren Center Larry Sanders kommt nicht zur Ruhe. Geplagt von Verletzungen, Suspendierungen und Gerüchten darüber, dass er eigentlich gar nicht Basketball spielen wolle, wurden nun angeblich Gespräche über einen Buyout des 26-jährigen aufgenommen. Bisher betonten die Bucks stets, auch zukünftig mit dem nicht ganz einfach zu handhabenden Big Man zu planen, dies hat sich nun offenbar geändert. Sanders absolvierte in der laufenden Saison nur 27 Partien und sitzt derzeit eine Sperre wegen eines positiven Drogentests (Marihuana) ab. Ganz billig wird die Angelegenheit für die neuen Teambesitzer Wesley Edens und Marc Lasry allerdings nicht. Sanders' Vertrag in Milwaukee läuft bis 2018 bei einem Jahressalär von 11 Millionen Dollar.



Brandon Knight will gewinnen
Die Milwaukee Bucks sind das bisherige Überraschungsteam der Saison. Großen Anteil am derzeit sechsten Platz im Osten hat Aufbauspieler Brandon Knight, wird im Sommer Restricted Free Agent. Auf diesem Umstand angesprochen antwortete der 23-jährige, der diese Saison im Schnitt starke 17,8 Punkte und 5,4 auflegt, dass ihm vor allem wichtig sei, in einem Gewinnerteam zu spielen. Ob die die Bucks sich als ein solches sehen? Unwichtig, denn wenn sie ihn halten wollen, haben sie im Sommer genug Kapazitäten frei, um auch mit überhöhten Angeboten problemlos mitzuziehen. Eine konkrete Befürchtung, Knight könne unverhältnismäßig überbezahlt werden, liegt angesichts der Dichte an qualiativen Point Guards in der Liga ohnehin nicht vor, entsprechend wird man sich in der Bierstadt kaum gezwungen sehen, bis Donnerstag zu handeln.



Thompson will weg
Sacramento Kings Forward Jason Thompson hat endgültig genug vom Chaos in der kalifornischen Hauptstadt. Ein weiteres Jahr dümpeln die Lilanen am Bodensatz der Western Conference herum und auch unter dem neuen Besitzer Vivek Ranadivé wurde die Führungsriege augenscheinlich nicht professionialisiert. Selbst der neue Coach George Karl scheint für den 28-jährigen Power Forward kein überzeugendes Argument mehr zu sein. Dieser Wunsch wird in Sacramento auf wenig Widerstand stoßen, denn die Kings haben den 12. Pick des 2008er Drafts ohnehin bereits seit Jahren feilgeboten. Nun prüfen sie den Markt und könnten Thompson zusammen mit dem bisher kaum in Erscheinung getretenen Rookie Nik Stauskas verschiffen.



Clippers können nicht
Die Saison der Los Angeles Clippers läuft bisher nicht wie erhofft, die schwere Verletzung ihres All-Stars Blake Griffin tut das übrige dazu. Kein Wunder also, dass die Clippers gerne traden würden - nur haben sie kein Material dafür. Zwar wird immer wieder spekuliert, die Nummer eins in L.A. erkläre sich unter Umständen bereit, den amtierenden besten sechsten Mann Jamal Crawford herzugeben: Allerdings wird der im kommenden Monat 35 Jahre alt und daher nicht mehr die allergrößte Begeisterung bei anderen Teams hervorrufen. Die Clippers richten ihren Fokus folglich eher auf Spieler, die rund um die Deadline aus ihrem Vertrag gekauft (Hallo Amar'e!) oder entlassen werden.



Wolves wollen Platz schaffen
Die Minnesota Timberwolves sind derzeit das schlechteste Team der Liga und wenn es nach Flip Saunders, dem starken Mann im Land der 10 000 Seen, geht, soll das auch so bleiben. Nicht erst seit gestern sind sämtliche Veteranen der Wölfe verfügbar, namentlich: Kevin Martin, Nikola Pekovic, Chase Budinger sowie der erst im Sommer im Zuge des Kevin Love Deals akquirierte Thaddeus Young. Der Preis für diese Spieler dürfte nicht sonderlich hoch sein, denn Saunders will erstens die Chancen auf einen hohen Draft Pick aufrecht erhalten und zweitens Gehalt sparen. Daher steht auch ein Buyout des frisch aus Charlotte geholten Gary Neals im Raum.



Thunder und Nets am Aktivsten
Zu den Teams, die am nachdrücklichsten auf einen Trade drängen, gehören die Oklahoma City Thunder und die Brooklyn Nets. Auch untereinander: Ein Deal um Brook Lopez schien vor wenigen Wochen kurz bevorzustehen, wurde dann aber doch kurz vor Abschluss unterbunden. Nur vorerst, wie es nun den Anschein hat. Bei den Thunder sollen alle Spieler außer Durant, Westbrook, Ibaka und Adams für einen entsprechenden Preis zu haben sein. Den Nets geht es vor allem darum, die tonnenschweren Verträge von besagtem Lopez sowie Deron Williams und Joe Johnson loszuwerden.



Amar'e wird Free Agent 
Was sich bereits längst angedeutet hat, ist seit kurz nach dem All-Star Game beschlossen. Die New York Knicks und Amar'e Stoudemire einigen sich auf einen Buyout des auslaufenden Vertrages um satte 23,41 Millionen Dollar. Der sechsfache All-Star (aus heutiger Sicht kaum zu glauben) wird damit pünktlich zur Deadline frei -- und die Interessenten stehen bereits Schlange. Die Dallas Mavericks und Los Angeles Clippers rechnen sich Chancen auf Amar'e aus, während die San Antonio Spurs als Geheimkandidat gehandelt werden. Ebenfalls angeblich interessiert: Die Suns und die Raptors. Kein Interesse am 32-jährigen Forward/Center scheinen dagegen die Blazers, Warriors, Grizzlies und Cavaliers zu haben.