05 Januar 2015

5. Januar, 2015   |  Daniel Schlechtriem  @W14Pick


Der zweite vollständige Monat der NBA-Saison ist gespielt und somit wieder die Zeit gekommen, die jeweils besten Spieler des Monats zu wählen. Analog zum Vormonat zeichnet die #NBAChef-Redaktion beide Akteure zum ersten Mal in der noch jungen Abstimmungshistorie aus. Im Osten triumphiert Chicagos Jimmy Butler, der noch im November knapp an Torontos Kyle Lowry scheiterte, im Westen setzt sich der Most Valuable Beard – James Harden von den Houston Rockets – durch. Butler und Harden, die witzigerweise am heutigen Montagabend direkt aufeinandertreffen, gewannen in der Abstimmung deutlich.

Jimmy Butler (Chicago Bulls)
Stats Dez:
21,5 PPG | 6,5 RPG | 3,2 APG | 1,0 BPG | 1,6 SPG | 46,5% FG | 82,9% FT in 15 gm.
Highlights u.a.:
35 Pts, 5 Reb, 7 Ast, 4 Stl, 9-10 FT  beim Sieg über die Knicks [18.12.]
31 Pts, 10 Reb, 2 Stl, 9-9 FT beim Sieg über die Grizzlies [19.12.]
27 Pts, 11 Reb, 4 Ast, 5 Blk, 11-11 FT beim Sieg über die Pelicans [22.12.]

Die Chicago Bulls sind seit Jahren geplagt von Verletzungen und Auszeiten ihrer besten Spieler. Ihre einzige Konstante in dieser Zeit ist ihr momentan bester Akteur – trotz namhafter Konkurrenz wie Noah, Gasol oder Rose. Jimmy Butler, der 30. Pick des 2011er Drafts, hat sich in seinen erst drei Jahren in der NBA von der Pferdelunge zum Eliteverteidiger und nun auch noch zu einer echten Offensivwaffe weiterentwickelt. 

Dass er gegenwärtig Topscorer ist in einem Team, gespickt von obengenannter Offensivgarde, spricht bereits für sich. Der 25-jährige lässt alle Kritiker verstummen, die ihn vergangene Saison noch auf sein Defensivspiel und die fast schon besorgniserregenden 40 Minuten, die er pro Partie auf dem Parkett steht, reduzieren. Im Vergleich zum Vorjahr (13,1 PPG) hat er seine Punkteausbeute im Schnitt um beinahe acht drastisch erhöht und feierte im Dezember gegen die Knicks gar ein neues Career High von 35 Punkten. 

Folglich scheint die Frage nach dem Most Improved Player 2015 bereits im Januar beantwortet, ebenso war auch die Wahl zum Spieler des Monats Dezember im Osten für die Redaktion klar. 50% wählen Chicagos Dauerläufer, je 16% entfallen auf John Wall (Washington Wizards), Paul Millsap (Atlanta Hawks) sowie Vormonatssieger Kyle Lowry (Toronto Raptors).

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
Der Marathon-Mann hat wieder zugeschlagen: Jimmy Butler treibt momentan jedem Bulls-Fan Freudentränen in die Augen und führte sein Team im Monat Dezember nicht nur in Minuten (40,8), sondern auch in Punkten pro Spiel (21,5) an. Wer hätte letzte Saison gedacht, dass aus Jimmy Butler wirklich mal „Jimmy Buckets“ und somit ein wichtiger Faktor in der Offensive wird? (Marc Lange)

ORtg 126 bei der sample size (40+ MPG) ist einfach sick. (Anno Haak)

Vom ergänzenden Füllmaterial in der Bulls-Lineup zum bisher besten Two-Way Wing der Liga: Jimmy Butlers Evolution ist eine der besten Storylines dieser Saison. Wenn euch der kometenhafte Aufstieg bekannt vorkommt, dann weil ihr die Geschichte schon kennt... von Paul George. (Seb Dumitru)


James Harden (Houston Rockets)
Stats Dez:
30,6 PPG | 6,7 RPG | 7,1 APG | 0,9 BPG | 1,9 SPG | 47,8% FG | 87,5% FT in 14 gm.
Highlights u.a.:
44 Pts, 4 Reb, 8 Ast, 3 Stl beim Sieg über die Kings [11.12.]
44 Pts, 3 Reb, 7 Ast, 5 Stl, 12-13 FT beim Sieg über die TrailBlazers [22.12.]
32 Pts, 8 Reb, 10 Ast, 3 Blk, 10-11 FT beim Sieg über die Grizzlies [26.12.]

Der Bart ist im Basketballolymp angekommen. Ein begnadeter Scorer war der 25-jährige schon immer, doch dieses Jahr kann sich mit dem Rückenwind der gewonnenen Weltmeisterschaft als Teamkapitän auch seine Defensivarbeit sehen lassen. Harden ist auf dem besten Weg zum Scoring Title (derzeit 27,2 PPG), er liefert Karrierebestwerte in  allen relevanten Kategorien ab und auch die Advanced Stats lieben ihn: Platz zwei in Offensive Win Shares (4,8), gar der erste Rang in Defensive Win Shares (2,3) und eine True Shooting Percentage jenseits der 60%. Der Shooting Guard hält die Flagge der Rockets im brutalen Kampf um die Spitzenplätze im Westen hoch. 

Für nicht wenige ist der einstige beste sechste Mann der Liga nun MVP der ersten Saisonhälfte, vor allem weil keiner der Konkurrenten sein Team so sehr trägt, wie der Bärtige die Rockets. Als den Texanern im November bis zu drei Startern verletzungsbedingt abhanden kamen, führte Harden seine Mitspieler zu einer beeindruckenden Zwischenbilanz. Wer glaubte, seine Zahlen würden nach der Rückkehr Dwight Howards zurückgehen, sah sich getäuscht. Das Gegenteil traf ein: Harden erzielte im Dezember in zwölf der vierzehn Partien über 20 Punkte, in acht davon über 30 und in dreien über 40 Zähler. Zudem lieferte er in vier Spielen über zehn Assists und griff nur in zwei Begegnungen weniger als vier Rebounds, mit deren 12 gelang ihm am Nikolaustag gegen Phoenix sogar ein neues Career High. Backcourt-Kollege Pat Beverley bezeichnete Hardens acht von elf getroffene Dreier am Silvesterabend gegen die Hornets als 'video game mode'. Für Harden war das im letzten Monat des Jahres 2014 jedoch 'just another day at the office'.

Entsprechend eindeutig das Votum der Redaktion: 66% der Stimmen gehen an Harden, damit verweist er seinen ehemaligen Teamkollegen aus Oklahoma City, Russell Westbrook, mit 33% auf den wohlbekannten zweiten Platz.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
"No Brainer. 30 Punkte im Schnitt bei 47% aus dem Feld und eine solide Verteidigungsarbeit lassen „The Beard“ auf der MVP-Leiter Sprosse für Sprosse nach oben klettern.(Pascal Gietler)

30/7/6 bei fast 62 TS% (jaja, die Freiwürfe, trotzdem). Verteidigt wird mittlerweile auch. Der LBJ des Westens. Mir gehen die Argumente aus und persönliche Antipathie ist keins. (Anno Haak)

James Harden hat den Dezember gnadenlos dominiert. Auch in der Defensive beweist sich der bärtige MVP-Anwärter mittlerweile immer mehr, jedoch war es mal wieder seine grandiose Offensive, die ihn bei der Diskussion um den PoM-Award ganz nach vorne katapultiert. Drei 40+ Punkte-Spiele bei insgesamt ansehnlichen Quoten (47% aus dem Feld) sprechen dabei eine deutliche Sprache. (Marc Lange)


Weitere Kandidaten:

Russell Westbrook
"Auch wenn eine TS% von 54,1% und 4,1 Turnover pro Spiel als Gegenargumente genannt werden können, schaffte es Russell Westbrook im Dezember die Thunder mit starken 28,3/6,1/7,4 in nur 32,8 Minuten pro Partie auf Kurs zu bringen." (TwoWayGame)

"28.3 Punkte, 6.1 Rebounds, 7.4 Assists und 2.4 Steals. In knapp 33 Minuten. Die Thunder sind auf dem Weg zurück in die Playoffplätze, Und das 32 Punkte-7 Rebounds-8 Assists-Comeback nach Handbruch fiel auf den 28. November - läuft bei Westbrook." (Torben Siemer)

Kyle Lowry
"Kyle Lowry lässt einen schon fast vergessen, dass ein gewisser DeMar DeRozan bei den Nordlichtern aus T-Dot fehlt. 20 PPG, fast 9 Assists bei mehr als ordentlichen Quoten sprechen eine deutliche Sprache. Achja: VOTE 4 KYLE! #NBABallot" (Pascal Gietler)

Paul Millsap
"Nicht, weil er allein überragte, sondern stellvertretend für die Hawks, die mit einer Bilanz von 14 zu 2 Siegen durch den Monat Dezember marschierten - unter anderem in Cleveland, Houston und Dallas und zuhause gegen die Bulls, Clippers und nochmal die Cavs." (Torben Siemer)

John Wall
"John Wall spielte zuletzt in seiner Rookie-Saison einen vollen Monat, in dem er zweistellige Assistzahlen auflegte. Im Dezember waren es dann gleich 11.5 Korbvorlagen pro Spiel. Die Wizards verloren zudem fast 15 Punkte im NetRating, wenn Wall nicht auf dem Parkett stand." (TwoWayGame)


NBAChef POMs 2014/15
Okt/Nov: Marc Gasol,  Kyle Lowry
Dez: James Harden, Jimmy Butler


Wem hättet ihr den Spieler des Monats Dezember Award verliehen? Stimmt ab! (Mehrfachnennungen möglich)


Wer waren eure Spieler des Monats Dezember?
Jimmy Butler
John Wall
Kyle Lowry
James Harden
Russell Westbrook
Anthony Davis
Other
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