12 Januar 2015

12. Januar, 2015   |  nbachefsquad  @nbachefkoch


Die neue NBA-Saison ist gut unterwegs. Bei so viel irrsinniger Action pro Woche ergibt es manchmal keinen Sinn, traditionell zu berichten. Nicht weiter schlimm: die nbachefsquad ist zur Stelle wie Kemba Walker ohne Lance Stephenson und versorgt euch wöchentlich mit ein paar extra Häppchen zur NBA-Spielzeit 2014/15.


Am Arsch!
Pascal Gietler @PascalCTB ... Dass der Januar für die Nets hart werden würde, war abzusehen. Nets-Fans haben jedoch nach zwei Jahren mit sehr gutem Start auch in 2015 auf einen Run der Franchise aus dem "Borough" gehofft - doch was jetzt droht ist ein absolutes Fiasko.

Gegen Orlando überlebte Brooklyn am 2. Januar gerade so ein sehr starkes Comeback der Magic und wartet seitdem auf den zweiten Sieg im neuen Jahr, obwohl die Gegner bisher unter anderem die Namen Heat, 76ers oder Celtics getragen haben. Coach Lionel Hollins scheint noch immer die passenden Line-Ups zu suchen. Ein Duo hat sich mittlerweile bei den Nets etabliert: Jarrett Jack und Mason Plumlee harmonieren bisweilen so gut, dass der eine nicht mehr ohne den anderen in der Starting Five steht.

Hauptleidtragender ist Brook Lopez, der nach einer leichten Rückenverletzungen nur den Weg in die Starting Five gefunden hat, wenn Kevin Garnett ausgesetzt hat. Obwohl diese Veränderung zu Beginn ein Garant für Erfolg war, befinden sich die Nets aktuell auf einer Niederlagenserie, die auf fünf Niederlagen in Folge angeschwollen ist. Momentan gibt es kaum Individualisten, die den Unterschied machen - besonders offensiv. Der Angriff strauchelt, was nicht zuletzt mit dem fehlenden Playmaking von Deron Williams zusammen hängt.

Vielleicht sollte Lionel Hollins mal wieder mit dem Gedanken spielen, Lopez starten zu lassen. Der Big Man hat im aktuellen Monat das zweitbeste Net-Rating der Nets und der ehemalige All-Star benötigt nicht unbedingt einen kreativen Point Guard, der ihn richtig einsetz. Lopez kann im High- und im Low-Post agieren und versuchen, wieder der go-to guy in der Offensive zu werden. Mit Lopez auf dem Feld riskiert Brooklyn zwar, dass das Ballmovement leidet, aber Fakt ist, dass Hollins reagieren muss, denn das Restprogramm im Januar wird nicht einfacher: Die Nets bekommen es nur noch mit zwei Teams mit einer negativen Bilanz zu tun (Sacramento und Utah) und drohen aus dem Payoff-Bild heraus zu fallen.


Marmor Stein und Eisen bricht...
Tiago Pereira @24Sekunden ... aber unsere Liebe nicht. Seit 1965 sind wir, dank Drafi Deutscher (seinerseits halb Amor, halb Maurer) der Ansicht, dass nichts die Liebe erschüttern kann. Eine Meinung mit der nur 29 NBA Franchisen konform gehen. Denn die Anhänger der Cleveland Cavaliers fangen an, erste Zweifel an ihrem Herzbuben Kevin Love zu hegen. Schließlich versprachen sich die erfolgsverwöhnten Anhänger aus Ohio nach der Rückholaktion ihres Königs den Aufbau einer Dynastie.

Leider befinden sich die Cavs nach 37 Spieltagen noch immer in der Blaupause, denn anders sind mickrige 19 Siege und Platz fünf im Osten nicht erklärbar. Die Schuld an dem enttäuschenden Start wird in Cleveland wie eine heiße Kartoffel weiter gereicht. Erst traf es David Blatt, den scheinbar einzigen Trainer in Cleveland. Kurz danach wurde ‘Uncle Drew’ Altersschwäche vorgeworfen. Nun steht Kevin Love in der Schussfläche. Warum eigentlich?

Nachdem Anderson Varejao mit einem Achillessehnenriss für den Rest der Saison ausfiel und auch LeBron James’ Körper erste Anzeichen von Menschlichkeit zeigt, fällt die komplette Last auf die übrig gebliebenen Stars – Irving und Love. Letzterer muss erneut der Heilsbringer für einen dezimierten Kader ohne nennenswerten Perimeterverteidiger werden. Kommt bekannt vor. Unerfreulicherweise ist die Hoffnung, dass Kevin Love zur alten Timberwolves-Form zurück findet, mehr als gewagt. Denn auch in Cleveland gehen herausragende individuelle Statistiken des Kaliforniers mit Niederlagen einher. Die Cavaliers konnten aus den letzten elf Spielen nur magere zwei Siege schlagen, obwohl Love im Januar zu Höchstform aufläuft (23,8 PPG 12,8 RPG). Zahlen immerhin, die Hoffnung in den Fans der Cavs wecken sollten. Ein genauerer Blick verrät jedoch einige erschreckende Parallelen zwischen den Leistungen von Love in beiden Städten.


Die Minnesota Timberwolves der vergangenen Jahre waren bekannt dafür, eines der schlechtesten Close Out Teams der Liga zu sein. Egal wie hoch ihre Führung war, irgendwie gaben sie diese unachtsam aus der Hand. Eine Teilschuld traf Kevin Love, denn der Power Forward litt am Karl-Malone-Syndrom. Obwohl Love für den einen oder anderen Game Winner bekannt war, ließ seine Effizienz im zweiten Spielabschnitt merklich nach. Daran änderte auch das neue Umfeld in Cleveland nichts. Blatt sucht deswegen Love zumeist im ersten Viertel, um seinem Power Forward in einen Rhythmus für den späteren Spielabschnitt zu bringen. Leider findet Love diesen in den übrigen 36 Minuten nicht wieder. Ohne die Mithilfe von LeBron James oder einem anderem verlässlichen Two-Way-Spieler kann Kevin Love dieses Cavs-Team nicht zum Sieg führen. Es bleibt zu hoffen, dass die Cavaliers einen Ausweg aus ihrer Misere finden, ehe die Liebe ganz zerbricht.

Außer Kontrolle
Jan Wiesinger @WiesiG ... Manchmal verliert man im Leben einfach die Kontrolle: Die 250-Gramm Tüte Chips oder die 300-Gramm-Tafel Schokolade werden in einem Zug weggeatmet, man schaut nachts bis 6:15 einen Ideal-Standard-Westcoast-Blowout der Warriors gegen die Lakers, obwohl man um 7:30 im Büro sein sollte. Abends haut man sich dann noch völlig übermüdet 22 Fusel-Tequila in den Kopf und verliert dann neben der Kontrolle zu späterer Stunde für gewöhnlich auch noch jegliche Menschenwürde.

Den Indikator für den totalen Kontrollverlust einer NBA-Franchise in dieser Saison zu finden ist dabei denkbar simpel: Wenn selbst dieses Team, welches zwischenzeitlich über eine Namensänderung von 76ers zu 26ers nachgedacht haben dürfte und vor der Saison von einem Großteil der selbsternannten und tatsächlichen NBA-Experten als das schlechteste Team der NBA-Geschichte angekündigt wurde, einen besseren Winning Record hat als die eigene Franchise, dann hat man die Kontrolle verloren. So der Fall bei den Minnesota Timberwolves, die mit 31 Niederlagen bei nur 5 Siegen auf dem letzten Rang im Westen rangieren. Noch schlimmer steht es um die New York Knicks: Hier stehen sagenhafte 35 Niederlagen ebenfalls 5 Siegen gegenüber. Beide Teams haben derzeit eine fulminante Negativserie und haben jeweils 15 Spiele hintereinander verloren. Beim vermeintlich schlechtesten Team der NBA-Geschichte aus Philly hingegen stehen in den letzten zehn Spielen immerhin vier Siege zu Buche, was sich in der Addition zu einem Gesamtrekord von 7-29 niederschlägt.

Die Gründe für den Sturzflug der Wolves und Knicks ähneln sich auffällig, sind in ihren Hintergründen aber so unterschiedlich wie die Größendifferenz zwischen Bol und Bogues. Bei den Knicks fällt der in dieser Saison passabel aufspielende Amar’e Stoudemire aus und auch Superstar Carmelo Anthony machen neuerdings mysteriöse Knieprobleme zu schaffen. In den letzten acht Spielen wurden die Knicks mit durchschnittlich 19,5 Punkten Unterschied vom Court gefegt. Die derzeitige Misere der Traditionsfranchise aus New York nur auf Verletzungsprobleme zu schieben, wäre deutlich zu kurz gegriffen. Angefangen bei der Vertragsverlängerung Anthonys, der sich offensichtlich gegen den sportlichen Erfolg und für ein Rollfeld voller Bugatti Veyrons entschieden hat, über die Verschiffung Tyson Chandlers nach Dallas sind die Gründe vielfältig. Mit den jüngsten Trades von J.R Smith und Iman Shumpert sind bei der Traditionsfranchise im Big Apple alle Navigationsgeräte in Richtung Neuanfang ausgerichtet. Der Schmerz in New York sitzt unterdessen schon nach der halben Spielzeit 14/15 sehr tief. Die Times hat bereits ein Rehab-Programm für durch die Knicks frustrierte Sportjournalisten ins Leben gerufen.


In Minnesota geht man bei solchen Problemen wohl einfach zum Eisangeln. Von Panik scheint hier keine Spur zu sein. Dass nach dem Love-Monster-Trade in dieser Spielzeit ein komplett neues Team auf dem Parkett stehen würde, und dass dieses Team die Fast-Teilnahme an den letztjährigen Playoffs nicht wiederholen können würde, war allen Beteiligten klar. Die derzeitige Negativserie in Minnesota offenbart jedoch eindeutige sportliche Probleme, die nicht zuletzt aufgrund der Verletzungen von drei Leistungsträgern zustande gekommen sind. Mit Ricky Rubio, der Anfang der Saison einen neuen Vertrag bei den Wolves unterzeichnete, fehlt der Kopf des Teams. Wer den neuen Vertrag des Spaniers noch kritisiert hatte, dürfte jetzt das beste Argument geliefert bekommen haben, warum der Point Guard für die Timberwolves kaum zu ersetzen ist.

Mit Kevin Martin und Nikola Pekovic fehlen zwei grundsolide Veteranen, die im Normalfall einen Großteil des Scorings für das Team liefern würden. Aber die Abwesenheit hat neben der offensichtlichen Niederlagen nicht nur schlechte Aspekte: So können sich derzeit einige junge Wölfe wie Top-Pick Andrew Wiggins, Zach LaVine, Gorgui Dieng oder Shabazz Muhammad mal gehörig auf dem Feld austoben. Die Jungs sehen Minuten, dürfen Fehler machen und lernen für ihre eigene NBA-Zukunft und die der Franchise. Das Team ist voll mit jungen Assets. Wenn nach der Saison noch ein großkalibriger Top—Drei-Pick dazukommt, wird sich wohl auch kaum jemand im hohen Norden darüber beschweren.

Der Unterschied zwischen dem „L15“ der beiden Teams ist deutlich. Bei beiden kann man von einem eindeutigen Kontrollverlust nach 22 Tequila sprechen. Im Fall der T-Wolves bringen dich deine Kumpels sicher ins Bett und stellen dir einen Eimer daneben. Im Falle der Knicks wachst du ohne Handy und Geldbörse im Straßengraben wieder auf.

Green das Puzzlestück?
Philipp Landsgesell @Phillyland ... Die Western Conference rüstet weiter enorm auf und bedient sich dabei hauptsächlich bei den Boston Celtics, die nach und nach ihre Assets abgeben. Nach Rajon Rondo und Brandan Wright geben die Celtics nun Jeff Green nach Memphis ab.

Boston erhält Tayshaun Prince, Austin Rivers aus New Orleans (der vielleicht an die LA Clippers weitergegeben wird) und einen geschützten Erstrundenpick. Die Pelicans, das dritte Team im Trade, bekommen Qunicy Pondexter von den Grizzlies und geben Guard Russ Smith nach Memphis ab. Die Grizzlies geben also ihren Starter auf Small Forward ab, der mehr vom guten Ruf lebt, den er sich in Detroit erarbeitet hat, dazu einen Backup, der in dieser Saison bislang nicht überzeugen konnte. Einzig der Pick könnte den Grizzlies einmal wehtun. Der Pick wird vermutlich gegen Ende des Jahrzehnts nach Boston wandern und niegamgamand weiß, wie erfolgreich die Grizzlies dann noch sein werden. Memphis will jetzt gewinnen.

Vor drei Jahren musste sich Jeff Green am Herzen operieren lassen - eine OP, die ihm letztendlich das Leben rettete. Nun befindet er sich in der wohl besten Situation seiner Karriere und kann endlich "erfolgreichen Basketball" spielen. Jeff Green gibt den Grizzlies den dringend benötigten Scoring-Punch von der Flügel-Position. Green ist ein athletischer Scorer, der in den letzten beiden Jahren in „Beantown“ mindestens 17 Punkte pro Spiel auflegte und für das ein oder andere Highlight sorgte.


In Boston war er die erste Angriffsoption, die er wegen seiner Inkonstanz nicht immer ausfüllen konnte. Damit trieb er die Fans in Boston fast in den Wahnsinn. Bei den Grizzlies wird er vermutlich hinter Marc Gasol, Zach Randolph und Mike Conley nur die vierte Option im Angriff sein, was seinem Spiel entgegen kommen wird. Defensiv kann Jeff Green beide Flügelpositionen verteidigen. Während seiner Zeit in Boston zeigte sich Green oft wenig engagiert in der Verteidigung. Defensiv ist er auf Power Forward überfordert.

Green kennt seine neue Rolle in Memphis aus der Vergangenheit, als er hinter Kevin Durant, Russell Westbrook und James Harden der „glue guy“ der Oklahoma City Thunder war, bevor sie ihn für Kendrick Perkins nach Boston abgaben. Auch wenn die Schlüsselspieler im Memphis das Talent der vorher genannten Spieler nicht aufbieten können, sind sie doch extrem eingespielt und haben ihre „Grit-N-Grind“ Identität verinnerlicht. Jetzt hat Head Coach Dave Joerger die Aufgabe, Jeff Green effektiv in das System einzubauen.

Green sollte auf jeden Fall die offensichtlichen Schwächen im Shooting und im Fastbreak Scoring sofort verbessern, um dort ein paar einfache Punkte mitzunehmen. Auch wenn er kein überragender Dreipunktschütze ist (34% Karrierewert), dürfte er auch dort nützlich sein. Die Memphis Grizzlies erzielen nur 16,7% ihrer Punkte von jenseits der Dreipunktelinie. Es kann nie schaden einen Spieler auf dem Parkett zu haben, der immer wieder einen Dreier einstreuen und das Doppeln im Low Post bestrafen kann.

Die Grizzlies haben sich definitiv verbessert und gehen „all in“ um einen Titel zu gewinnen, doch der Westen bleibt unglaublich umkämpft. Ohne Zach Randolph gewannen die Grizzlies nur 4 ihrer 10 Spiele und hatten einige Probleme. Die Akquisition von Green macht die Grizzlies nicht zum absoluten Titelfavoriten, aber er verbessert die Ausgangsstellung, eine erfolgreiche und lange Saison spielen zu können.

Dub-a-Yous
Torben Siemer @lifeoftorben ... 29 Siege nach 34 Spielen, zuhause seit 14 Partien ungeschlagen. Die Warriors stellen aktuell die viertbeste Offensive der NBA, im Defensivrating bilden sie zurzeit das Nonplusultra. Daraus resultiert die mit plus-11 mit Abstand beste Differenz zwischen erzielten und zugelassenen Punkten pro Abend. Die letzten sechs Partien fanden allesamt in der Oracle Arena statt, neben den Pflichtsiegen gegen die Kellerkinder aus Philadelphia und Minnesota war ein Erfolg mit 15 Punkten gegen Indiana schon der knappste Ausgang – die Spiele gegen Toronto (+21), Oklahoma City (+26) und Cleveland (+18) fallen alle in die Kategorie 'Blowout.'


Andrew Bogut verpasst zwar zum wiederholten Male einige Partien, die Warriors aber scheinen unter Coach Kerr den nächsten Schritt gemacht zu haben. Mark Jacksons Teams überzeugten vor allem mit einer starken Verteidigung. Mit Steve Kerr an der Seitenlinie sind es nicht mehr nur die Splash Brothers, die offensiv die Liga aufmischen. Harrison Barnes hat sich nicht nur zurück in die Rotation, sondern in die Starting Five gespielt, Marreese Speights schraubt an Career Highs bei Punkten und Feldwurfquote, Andre Iguodala ist der Anführer der zweiten Fünf. Steph Curry sammelt bisher 22.9 Punkte, fünf Rebounds, acht Assists und knapp über zwei Steals pro Spiel. Auch Klay Thompson hat den Schwung aus dem WM-Sommer mitgenommen und erzielt 21.6 Punkte bei knapp 44% von jenseits der Dreierlinie.

Ein Name steht sinnbildlich für die „neuen“ Warriors: Draymond Green. Knapp 33 Minuten steht der Forward inzwischen durchschnittlich auf dem Feld, in fast allen relevanten Statistiken steht zum jetzigen Zeitpunkt ein klar verbessertes neues Career High. In den letzten sechs Spielen weist Greens Boxscore jeweils knapp zehn Punkte, zehn Rebounds, sechs Assists, drei Blocks und drei Steals aus. Im Sommer steht die Restricted Free Agency auf dem Plan, die Zahl der Angebote wird sicherlich wachsen. Vor allem, wenn die Warriors nicht nur in der Regular Season wie ein Contender aussehen, sondern in der Postseason diesen Eindruck untermauern. Dazu aber braucht es einen fitten Andrew Bogut - einen fitten elitären Ringbeschützer.

X-Faktor
Sebastian Seidel @Sebastianctcb ... Was wurden die Houston Rockets für ihre grauenhafte Offseason kritisiert. Sie verspekulierten sich bei Chris Bosh, verschifften Lin und Asik für quasi nichts, mussten Chandler Parsons ziehen lassen und bekamen dafür lediglich Trevor Ariza. Einen Spieler, der bekannt dafür ist, lediglich in seinem letzten Vertragsjahr Leistung zu bringen. Doch der von vielen erwartete Abfall in der Western Conference trat nicht ein. Die Rockets belegen im starken Westen mit einer Siegesquote von 67 Prozent weiterhin einen starken fünften Rang. Einer der Hauptgründe dafür ist Trevor Ariza.


Ariza ist ein Spieler, der in Moreys Dreier-und-Korbleger-Philosophie wie die Faust aufs Auge passt. Schon in seiner letzten Saison bei den Wizards nahm Ariza gerade einmal 16 Prozent seiner Abschlüsse aus der Mitteldistanz. Bei den Rockets nimmt Ariza nun sogar fast 90 Prozent seiner Wurfversuche in der Zone oder von hinter der Dreierlinie.

Seine Wurfauswahl ist über jeden Zweifel erhaben, seine Quoten sind allerdings massiv gesunken. Verwandelte Ariza in Washington noch über 60 Prozent seiner Würfe in der Zone, so trifft er in dieser Saison nur noch rund 48 Prozent. Hinzu kommt, dass auch der Dreier nicht mehr so gut fällt wie in der letzten Saison. Traf Ariza in Washington noch 43.5 Prozent seiner Catch&Shoot Dreier (einer der besten Spot-Up Werte der Liga), so sind es in dieser Saison enttäuschende 31.2 Prozent. Auch wenn Arizas Aufgaben bei den Rockets nicht primär in der Offensive liegen, dürfte vor allem die Quote von hinter der Dreierlinie im Saisonverlauf noch steigen.

Was Ariza allerdings so wertvoll für die Rockets macht, ist seine bemerkenswert gute Defense. Er und Dwight Howard sind die wichtigsten Faktoren dafür, dass die Rockets einen starken zweiten Rang im Defensivrating belegen. Steht Ariza auf dem Feld, lässt Houston auf 100 Ballbesitze gerade einmal 95.9 Punkte zu. Sobald Ariza den Court verlässt bricht die Defense der Rockets komplett zusammen und das Defensivrating der Rockets sinkt auf 107.4. Zum Einordnen: Mit ihm auf dem Feld sind die Rockets die beste Verteidigung der Liga. Wenn er auf der Bank Platz nimmt, verteidigen nur die Jazz, Knicks, Lakers und Timberwolves schlechter.