28 Oktober 2014

28. Oktober, 2014   |  Philipp Landsgesell  @Phillyland


Basketball, Baby! Nach monatelangem Stillstand, belanglosem Smalltalk und noch belangloserem Preseason-Gewürge geht es ab Dienstag endlich mit der echten, der richtigen, der einzig wahren NBA-Saison los - pünktlich zu unseren Previews:

Flashback
62-20, NBA Champions

Plus
Kyle Anderson, Ettore Messina (Assistant Coach), Becky Hammon (Assistant coach) 

Minus
Damion James 

Was ist Neu?
Im Kader gibt es bis auf Rookie Kyle Anderson keinen neuen Spieler zur Vorsaison. Der Rookie ist für seine Guard Position sehr groß und verfügt neben einem exzellenten Spielverständnisses auch über die Gabe gute Pässe an den Mann zu bringen. Qualitäten, die für die Spurs wie maßgeschneidert sind. Das Front Office verfährt nach der Phrase „Never change a winning team“ und nur auf der Trainerbank gab es zwei Veränderungen. Mit Ettore Messina kommt einer der erfahrensten und mit unzähligen Titeln behaftete Trainer Europas, der sich bei den Spurs auf den ersten Blick in die zweite Reihe einordnet. Zudem wurde mit Becky Hammon der erste weibliche Assistant Coach in der NBA auf die Trainerbank befördert. 

Beste Addition
Ettore Messina... Der viermalige Euroleauge Champion verzichtet für die Spurs auf einen sehr gut bezahlten Headcoach Job bei ZSKA Moskau und zeigt damit die enorme Wertschätzung, die sich die Spurs mittlerweile erarbeitet haben. Die „Sporen“ werden durch ihn weiteren hochqualifizierten Input erhalten und bekommen zudem eine europäische Sicht auf das Spiel der Spurs. Das schon sehr „europäische“ Spiel, könnte noch weiter verfeinert werden. Vor allem die Offensive die Messina in Moskau spielen ließ, beeindruckte Popovich. So soll Popovich seiner Mannschaft komplette Spiele von ZSKA gezeigt haben, um deren Offensive zu übernehmen. Zusammen mit Becky Hammon wird der Italiener neue Energie, Schwung und neue Ideen in die Spurs Organisation bringen 

Rising Star
Kawhi Leonard... Lebron James, Dirk Nowitzki, Kobe Bryant, Paul Pierce, Tony Parker, Tim Duncan, Dwyane Wade, Kawhi Leonard. Die Liste der letzten Finals MVPs liest sich wie das Who is Who der NBA. Der dritte Spurs-Spieler in der Liste war der erst sechste Spieler ohne All-Star Berufung und der drittjüngste Finals MVP überhaupt. Der 23 jährige geht in seine erst vierte Saison und es könnte statistisch einen riesen Sprung nach vorne geben, den viele von ihm bereits letztes Jahr erwartet hatten. Während Tim Duncan, Manu Ginobili und Tony Parker weiter älter werden und immer weniger Spielzeit bekommen, wird die Offensive mehr auf den Small Forward zugeschnitten werden. 

Falling Fast
Gibt es bei den Spurs nicht. Der Trainerstab gibt die Spielidee vor und der General Manager RC Buford holt dafür die passenden Spieler. Wer nicht funktioniert, wird wieder weggeschickt. 

Good News
+ Der Kader ist der gleiche wie im Vorjahr und sollte von Anfang der Saison wie eine gut geölte Maschine laufen und Siege produzieren.
+ Das Team scheint mit den Jahren immer besser zu werden und ist auch laut den General Managern der Favorit Nummer Eins auf die Titelverteidigung. Die Uneigennützigkeit ist die Regel. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Starspieler es vorgeben. Tim Duncan ist die Anzahl seiner Wurfversuche vollkommen egal und auch die anderen Starspieler sind für ihre Uneigennützigkeit bekannt.
+ Die Spurs haben den homogensten Kader der Liga. 24.5 Assists pro Spiel (Platz 1 in der Liga) sprechen Bände.

Bad News
- Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Wir warten seit mindestens sechs Jahren darauf, dass die tausende Meilen auf den Körpern von Duncan, Ginobili und Parker zu sehen sind. Durch ein intelligentes Minutenmanagement und ein intelligentes Spielsystem lassen die Texaner die Symptome aber unkenntlich machen. Folgt dieses Jahr der Einbruch?
- Bis jetzt haben die Spurs noch keinen Titel erfolgreich verteidigen können.
- Die Spurs spielen in der Western Conference. Wie alle Teams im Westen benötigt es nur eine längerfristige Verletzung eines wichtigen Spielers um ein paar Plätze abzurutschen. Die Spurs können durch ihr System einiges auffangen, aber nicht über mehrere Wochen.

Man on the Spot
Kawhi Leonard... Der frischgebackene Finals-MVP hat Duncan, Parker und Ginobili den Rang abgelaufen, nicht nur als komplettester, sondern vielleicht sogar als bester Spieler in diesem Kader. Leonards Komplettpaket ist es, das San Antonio mit Blick auf die Zukunft ruhig schlafen lässt. Um endlich den ersehnten Back-to-Back Titel zu ergattern, brauchen die Spurs aber schon in der Gegenwart eine Wiederholung seiner brillanten Playoff-Leistungen 2014.

KGDCG
Matt Bonner... Teilzeitbasketballer, Vollzeithippster und regionaler Held... Matt Bonner kennen die meisten wohl nur von der Spurs Garbage-Time. Zugegeben, davon gab es vor allem in den letztjährigen Finals reichlich, doch Bonner ist einfach einer dieser Spieler, die für Coolness bezahlt werden. Lang lebe Matt Bonner.

Stat-Salat  @TwoWayGame
15,3 Pässe pro Minute spielten die Spurs im Halbfeld. Aber nicht nur der Ball bewegt sich bei den Spurs, sondern auch die Spieler, die ebenfalls die meisten Meter aller Teams im Halbfeld zurücklegten.

Was fehlt?
Dass nur ein Rookie neu zum Team stößt zeigt das Vertrauen, dass die Verantwortlichen in den Kader haben.


Es gibt nur wenig, was den Spurs Sorgen bereitet. Vor allem aber athletische Big Men. Zum einen Serge Ibaka, der überragend gegen die Spurs spielte, sowie Dwight Howard der letzte Saison 18 Punkte und 16 Rebounds im Schnitt gegen die Texaner auflegte. Die Spurs werden weiterhin mit einer guten Team Defense gegen solche athletischen Monster ankämpfen müssen. 

Check 1,2
Als die Mannschaft vor einem Jahr ins Trainingslager kam, schmerzte die Finalpleite gegen die Miami Heat noch sehr. Diese negative Energie wurde gebündelt und in den Titel umgewandelt. Doch es ist viel einfacher einen Titel zu gewinnen als ihn zu verteidigen. Viele Teams die einen Titel verteidigen konnten, wissen wie schwer dieses Unterfangen ist. Die Spurs sind die Zielscheibe aller Mannschaften. Damit müssen sie umgehen können. Aber Popovich und Co haben dafür die besten Vorrausetzungen.

Der Titel kann dieses Jahr nur über die Spurs gehen. Die ohnehin schon dominante Vorstellung in der Regulären Saison, die in der Postseason sogar noch übertroffen wurde, lässt keinen anderen Schluss zu. Mit Kawhi Leonard haben die Spurs einen der interessantesten Jungen Spieler in ihren Reihen, der weiter reifen und effizienter agieren wird. Wie in der Offensive der Ball bewegt wird, ist in der NBA einzigartig und macht es der verteidigenden Mannschaft unglaublich schwer, effektiv gegen die Spurs zu verteidigen. Zudem haben sie den Vorteil eingespielt zu sein und müssen sich nicht noch finden, wie zum Beispiel die Cavaliers oder die Bulls. 

Chef-Orakel
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Stat-Salat via @TwoWayGame
KGDCG aka. 'Keep Getting Dem Checks' Guy via @sch_rom & @nbachefkoch