24 Oktober 2014

24. Oktober, 2014   |  Onur Alagöz  @LakersParadigm


Basketball, Baby! Nach monatelangem Stillstand, belanglosem Smalltalk und noch belangloserem Preseason-Gewürge geht es ab Dienstag endlich mit der echten, der richtigen, der einzig wahren NBA-Saison los - pünktlich zu unseren Previews:

Flashback
27-55, Überhaupt gar keine Playoffs whatsoever

Plus
Jeremy Lin, Carlos Boozer, Ronnie Price, Ed Davis, Julius Randle, Jordan Clarkson, Head Coach Byron Scott

Minus
Pau Gasol, Kendall Marshall, Chris Kaman, Jordan Farmar, Jodie Meeks, Head Coach Mike D’Antoni

Was ist Neu?
Year Two a.d. – anno Dwight. Die Lakers gehen dieses Jahr anders in die Saison. Das erste Mal seit Menschengedenken hatte das mittlerweile „andere Team aus L.A.“ einen Pick in der Lottery und nutzte diesen sehr klug zur Wahl des Powerpakets Julius Randle. Dieser soll in die Fußstapfen des großartigen Pau Gasol treten, der mittlerweile an der Seite von Derrick Rose in Chicago seine panecillos verdient. In L.A. war man zwar dankbar für die Dienste des Langen, konnte ihn aber in den Langzeitplanungen und dank Kobes Monstervertrag nicht länger gebrauchen. Starter auf der Vier wird aber wohl der Neuzugang und Ex-All-Star Carlos Boozer sein, der für lächerliche 3,2 Millionen und ein Jahr vom Wühltisch geholt wurde.

Neu auch: Ein Stückchen Linsanity. Abgedroschen, der Spitzname und vom großen Glanz und Gloria wird wohl wenig übrig bleiben, aber im Zusammenspiel mit Kobe, Boozer, Randle und Hill wird sich sicherlich das ein oder andere schöne System laufen lassen.

Für die ist der neu angestellte Coach Byron Scott verantwortlich. Als Nachfolger des glücklosen Offensivautisten Mike D’Antoni soll der für „smashmouth basketball“ sorgen, wie Kobe erst vor einigen Tagen in einer Pressekonferenz mitteilte. Ich war bis dato noch kein großer Fan von Scott, aber sei’s drum. Abzuwarten bleibt, wen die Lakers als weiteren Point Guard verpflichten werden; auch erst kürzlich wurde bekannt gegeben, dass Großmeister Steve Nash die gesamte Saison ausfallen wird.
Neu ist Einiges im Kader, vor allem aber die generelle Erwartungshaltung: Hier erwartet keiner auch den Hauch von Playoffs, sondern eher Punkterekorde von Kobe und den ein oder anderen Überraschungssieg. 

Beste Addition
Julius Randle... Randle ist ein Tier. Erst 19 Jahre jung, 2,06m groß und fast 120 Kilogramm schwer. Guter Körper, gute Athletik und ein sehr solides Spiel nach dem Pick. Ob er zum Korb abrollt und beidhändig finisht oder aus der Mitteldistanz ein paar Punkte einstreut, gerade mit Lin und Kobe wird das eine der Go-To-Möglichkeiten dieses sehr sehr schwachen Teams sein. Er ist noch sehr sehr unausgereift, aber mit Kobe und Boozer stehen zwei Mentoren bereit, die ihm die richtige Beinarbeit, Postmoves und dergleichen fest fest eintrichtern werden.

Rising Star
Kein Schwein... Die Wahrheit ist tatsächlich, dass in diesem keiner mehr besondere Upside hat. Natürlich ist J-Randle ein Rookie, der das Potenzial zu einem guten Starter hat, aber um auch nur in die Peripherie eines All-Star-Games zu kommen, muss schon Einiges passieren. Junge Spieler sucht man generell eher vergebens im Kader. Kobe, Boozer haben ihre besten Zeiten vermutlich hinter sich und werden höchstens abbauen. Lin, Henry, Johnson, Hill, Davis usw. haben ihren Zenit vermutlich fast erreicht. Erstmal nix erwarten, Leute. Die Hoffnung, ein paar namhafte Stars zu signen, wird in La-La-Land erstmal die einzige bleiben.

Falling Fast (bzw. schon gefallen)
Steve Nash... Wie bereits beschrieben; der Kanadier ist am Ende. Die erneute Verletzung und der damit verbundene Ausfall für die gesamte Saison wird einfach zu viel sein. Schön und gut für einen Derrick Rose mit 25 lange Zeit auszufallen. Steve Nash aber wird im Februar 41. Schade um einen der ganz großen der Ligageschichte, sowohl sportlich wie auch menschlich. Bereits im Juli hatte er angekündigt, dass dies seine letzte Saison sein würde. Dass er die nicht mehr bestreiten kann, bedeutet, dass wir Nash das letzte Mal in der NBA mit einem Ball in der Hand gesehen haben.

Good News
+ Die Saison dauert "nur" 82 Spiele
+ Kobe wird spätestens im Dezember - wenn auch er sich eingestehen muss, dass hier nichts zu holen ist - alles daran setzen, Punkterekorde zu brechen
+ Die Clippers werden (hoffentlich) auch nicht Meister

Bad News
- Kein Steve Nash
- Defense (vergangenes Jahr Platz 28 von 30 bei der defensiven Effizienz
- Anspruch und Wirklichkeit könnten nicht weiter auseinander klaffen. Wen wundert's bei 16 Meisterschaftsbannern unter der Hallendecke?

Man on the Spot
Kobe Bryant... In der Preseason sah der Ur-Laker sehr gut aus. Abgesehen davon, dass Slashing bei Kobe wohl nur noch bei Fruit Ninja stattfinden wird, hat er sich ganz Jordan-esque darauf verlagert vom High- und Lowpost aus Fadeaways reinzuballern. Zwar ist seine Defense nur noch ein Relikt vergangener Tage – fragt mal Alec Burks - aber ich sehe keinen Grund, wieso der Superstar nicht noch 23, fünf und fünf auflegen sollte. 

KGDCG
Steve Nash... In einem Paralleluniversum hängen die Lakers mit Dwight Howard, Pau Gasol, Kobe Bryant und Steve Nash in ein paar Tagen das 2. Championship-Banner in Folge ans Dach des Staples Centers. Mein Gott, sind wir im dunkelsten Zeitstrang? Läuft mir da ob Nashs Gesundheitszustand und nahendem Karriereende eine Träne herunter? Immerhin wird er nicht schlecht bezahlt.

Stat-Salat
10 Jahre liegt die Spielzeit zurück, in der ein Team zuletzt im Schnitt weniger als 10 Dreierversuche pro Spiel genommen hat. Die Lakers nahmen in der Preseason 10,25 Dreierversuche pro Spiel...

Was fehlt (nicht)?
Naja, zumindest ein prestigeträchtiger Name und eine schön dekorierte Hallendecke sind schon mal da. Geld auch, die Buss-Familie muss nicht hungern. Abgesehen davon... Hmmm... Lin ist ein mehr als brauchbarer Point Guard, mit 15 Millionen jährlich aber überbezahlt. Shooter sucht man genauso vergebens wie Slasher. Es gibt keinen einzigen Verteidiger im Team, der besser als Ligadurchschnitt ist. Das Team hat sich aber zumindest auf eine Identität unter Byron Scott festgelegt, falls dieser auch nur drei Jahre übersteht: Defensivorientiert, teamdienlich und wenn schon nicht gut, dann wenigstens kämpferisch.

Check 1,2
Hier ist wirklich so gut wie gar nichts zu holen. Es gibt einen legitimen Star, der seine guten Tage aber schon hinter sich gelassen hat. Da können Coach, Organisation, Fans etc. noch so wohlwollend sein, wenn das Spielermaterial qualitativ nicht mehr hergibt, kann man in dieser Liga und vor allem im ultraharten Westen gar nichts holen.

Man wird sich in der kommenden Saison mit Utah um den letzten Platz im Westen streiten und darauf hoffen in der kommenden Draft ein Juwel zu ziehen. Mit genügend Capspace im nächsten und übernächsten Sommer sollen dann die ganz großen Fische kommen, Priorität Nummer Eins ist dabei natürlich ein gewisser Kevin Durant.

Hart wird es jedenfalls für die Fans. Wenn dieses Team mehr als 25 Siege holt, wäre das für mich schon eine kleine Überraschung. Warm anziehen, Augen zu und durch: Ewig Letzter waren bisher ja immer nur die Clippers, irgendwann geht’s schon auch mal wieder bergauf. 

Chef-Orakel
29-53



Stat-Salat via @TwoWayGame
KGDCG aka. 'Keep Getting Dem Checks' Guy via @sch_rom & @nbachefkoch