25 Oktober 2014

25. Oktober, 2014   |  Philipp Kleisli  @PhilippKleisli


Basketball, Baby! Nach monatelangem Stillstand, belanglosem Smalltalk und noch belangloserem Preseason-Basketball geht es ab Dienstag endlich mit der echten, der richtigen, der einzig wahren NBA-Saison los - pünktlich zu unseren Previews:

Flashback
54-28, NBA Finals

Plus
Luol Deng, Josh McRoberts, Shabazz Napier, Danny Granger, James Ennis, Shannon Brown, Andre Dawkins, Shawne Williams

Minus
LeBron James, Ray Allen, Greg Oden, Joel Anthony, Shane Battier, Michael Beasley, Toney Douglas, James Jones, Rashard Lewis, DeAndre Liggins, Roger Mason

Was ist Neu?
Wenn der kompletteste Basketballspieler der Welt eine Franchise verlässt, hinterlässt das ein riesiges Loch, welches vor allem durch die Neuzugänge Luol Deng und Josh McRoberts kompensiert werden soll.  Vom Titel kann nach dem Abgang von LeBron James nur noch geträumt werden und damit müssen sich die Heat-Fans erstmal mit abfinden. Nachdem in den letzten vier Jahren jedes Mal die Finals erreicht wurden, darf man nun nicht mehr allzu hohe Erwartungen an die Jungs aus South Beach haben. Ein Umdenken von Ansprüchen und Hoffnungen von Fans, Verantwortlichen und Spielern ist nötig, damit das was nicht neu ist (das System des Smalballs), weiter funktioniert. 

Beste Addition
Luol Deng... Nach dem Abgang von James war klar, dass auf der SF Position ein Neuzugang verpflichtet werden muss, der mehr als nur ein durchschnittlicher Spieler ist. In Deng hat man einen Small Foward, der LeBron James ähnlicher ist als es auf der ersten Eindruck scheint. Er spielt sehr gute Defense, ist athletisch, kein Ego-Shooter und hat einen akzeptablen Wurf. Problematisch könnte seine unkonstante Leistung von Jenseits der Dreipunktelinie werden, da sowohl Bosh als auch Wade wie in den letzten Jahren schon durch ihre Drives zum Korb Räume kreieren die zu offenen Würfen führen. Wenn Deng sich bis zu Saisonstart noch einen besseren Dreier anlegt, kann er zur wirklich gefährlichen dritten Scoring-Option werden.

Rising Star
Chris Bosh... Überrascht? Ja es ist nicht gewöhnlich einen 30-jährigen All-Star als Rising Star des Teams zu bezeichnen, aber nach dem Abgang von LeBron und der Verletzungsprobleme von D-Wade wird Bosh von der dritten zur ersten Scoring-Option. Bosh war nach der Formung der „Big Three“ vor vier Jahren der Superstar, der seine Spielweise am stärksten umstellen musste. Jetzt kann er wieder wie damals in Toronto aufblühen und hat sich in den letzten Jahren noch einen akzeptablen Dreier und einen viel besseren Wurf aus der Halbdistanz angeeignet und wird damit vor allem offensiv eine richtige Waffe.

Falling Fast
Dwyane Wade... Seine besten Jahre liegen hinter ihm. Das sieht man, das weiß man, das merkt man. Schon letzte Saison verpasste D-Wade 28 Spiele aufgrund von Verletzungen und zu starken Schmerzen und ein Ende dieses „Prozesses“ scheint nicht in Sicht. In dieser Offseason sind zwar Bilder von Wade auf diversen social Media Plattformen kursiert auf denen er Topfit aussieht, aber ein weiterer Leistungsabbau kann trotz Sixpack und noch größerem Bizeps wohl kaum verhindert werden. Problematisch dabei ist, dass die Heat auf der 2 keinen vernünftigen Backup haben. Shannon Brown spielt schon seit mehreren Jahren nicht mehr auf NBA-Niveau, und sonst steh kein anderer gelernter Shooting Guard im Kader.

Good News
+Mit Chris Bosh und Dwyane Wade hat man auch nach dem Abgang von James zwei Spieler die ein Spiel fast im Alleingang entscheiden können und vor allem über genug Erfahrung verfügen um in den letzten Minuten/Sekunden eines Spiels richtige Entscheidungen zu treffen.
+Das bisher so erfolgreiche System des Smalball kann mit den Neuverpflichtungen des Sommers komplett übernommen werden. Deng auf die Drei und McRoberts auf die Vier.
+Kein LeBron mehr kein Druck mehr. Die „Pflicht“ einen Titel zu gewinnen wurde nach der Offseason schön an die Cavs weitergegeben. Miami kann die kommende Saison relativ entspannt angehen, da keiner von ihnen mehr erwartet, als das eventuelle erreichen der Playoffs.

Bad News
-Den komplettesten Spieler der Welt zu verlieren tut einfach weh und mit weiteren Abgänge von Dreierschützen wie Ray Allen oder James Jones die nicht ersetzt wurden schwächt man sich selbst in dem man die Gefahr von Jenseits der Dreierlinie immens verringert.
-Nach Norris Cole und Danny Granger ist auf der Bank der Heat kaum jemand zu finden der mit seinen offensiven Fähigkeiten eine wirkliche Gefahr darstellt.
-Wade wird immer älter, sein Spiel was hauptsächlich aus Drives zum Korb besteht muss er eigentlich ändern, bei dem unkonstanten Wurf, vor allem von behind the arc, wird das schwer.

Man on the Spot
Josh McRoberts... Josh McRoberts hat eine chaotische Zeit hinter sich. Er spielte in Portland, Los Angeles, Indiana und Orlando, hat sich aber nie behaupten können bzw. einen eigenen Spielstil entwickeln können der in das jeweilige Teamsystem gepasst hat. Doch als er vor zwei Jahren in Charlotte unterschrieb sollte diese Zeit ein Ende haben. McRoberts wurde zum Rebound, Screen-setting und Floor-Spacing Spezialisten und genau diese Fähigkeiten sollen dazu führen, dass er neben Bosh eine gewisse Gefahr auf der Vier und Fünf ausstrahlt und Miami auch auf den großen Positionen wieder gefährlicher wird und ihr Rebound-Problem endlich in den Griff bekommt.

KGDCG
Chris Andersen... Andersen wird von Teammitgliedern neckisch „"Two-Checks" genannt, da er von Denver UND Miami bezahlt wird. Und nun haben die Heat ihn auch noch einen 2-Jahresvertrag über knapp 10 Mio. Dollar vorgelegt. Good for you, Chris. Tattoos, Bart- und Irokesenpflegeprodukte sind nun mal nicht billig.

Stat-Salat
Auf 54,4% fiel die True Shooting Percentage der Heat, wenn LeBron nicht auf dem Parkett stand. Der Wert wäre zwar immer noch Ligamittelmaß, aber die Wurfeffizienz (insgesamt 59,0% = Ligabestwert) war der Unterschied, der den Heat den Erfolg gebracht und die Reboundschwäche überdeckt hat.

Was fehlt?
Die Verletzungsproblematik um Wade wurde ja schon angesprochen, überdramatisieren sollte man es aber nicht. Natürlich ist er nicht mehr der Alte aber wenn er letztes Jahr gespielt hat, war er, abgesehen von den Finals, eine echte Bereicherung. Was aber fehlt ist ein fähiger Backup für Wade der bei wichtigen Spielen sofort bereit ist die Rolle von Wade zu übernehmen und ihn auch während der regulären Spiele von der Bank entlastet. 

Check 1,2
Der Sommer war hart für alle Heat-Fans. Vom Titelfavoriten zum Playoffkandidaten. Das Loch welches LBJ Abgang hinterlassen hat wurde durch die Verpflichtung von Deng und McRoberts so gut es ging gefüllt. Auch einen neuen Sixth Man hat man durch Granger nach South Beach geholt aber das wirkt alles nicht so ambitioniert und durchdacht. Natürlich ist es übertrieben an einen Rebuild zu denken, allein weil man mit Bosh und Wade zwei All-Stars im Team hat aber die Verletzungssorgen von Wade lassen jeden Fan ein bisschen skeptisch auf die Saison blicken. Fakt ist, bleibt Wade fit und kann seine Leistung vor allem in den Playoffs abrufen so ist die zweite Runde drinnen, dafür muss aber mindestens Platz 6 erreicht werden, denn sowohl gegen die Favoriten im Osten, die Cavs als auch die Bulls, hat man in diesem Jahr mit diesem Kader keine realen Chancen. 

Chef-Orakel
45-37



Stat-Salat via @TwoWayGame
KGDCG aka. 'Keep Getting Dem Checks' Guy via @sch_rom & @nbachefkoch