26 Juni 2014

Axel Babst | 26. Juni, 2014   






Anmerkung: Bei meiner Wahl berücksichtige ich den jeweils sinnvollsten Pick. Auf etwaige Trade-Gerüchte oder Versprechungen gehe ich höchstens in der Erklärung ein.


#1 Cavs –  Andrew Wiggins (Wing)
Nach der erneuten Verletzung von Embiid scheint Wiggins die logische Wahl zu sein. Er hat das größte Potential und ein guter Small Forward fehlt den Cavs. Parker würde das Scheitern des Bennett Experiments bedeuten. Zudem schien der Blue Devil nicht sonderlich erfreut über die Perspektive, Cleveland als neue sportliche Heimat zu haben.

Wie man jedoch hört sind die 76ers, Magic und Jazz sehr interessiert am ersten Pick. Ein Trade ist wahrscheinlich, damit die sportliche Führung doch ihren Favoriten Embiid an Bord holen kann, ohne dafür im Anschluss gelyncht zu werden. 

#2 Bucks – Jabari Parker (Wing)
Jabari Parker wäre der Scorer, den die Bucks unbedingt brauchen. Er könnte sofort liefern, was etwas den Druck von den Schultern des Langzeitprojekts Antetokounmpo nehmen würde. Dank der Defensivkünste des Griechen und denen eines hoffentlich gesunden Larry Sanders, könnte man auch Parkers Defense ein wenig verstecken. Ansonsten wäre auch Dante Exum eine nachvollziehbare Wahl. Mit Exum als Point Guard könnte Brandon Knight auf seine angestammte Position Shooting Guard wechseln.

#3 Sixers – Joel Embiid (Big)
Die 76ers wollen eigentlich unbedingt Andrew Wiggins draften, doch der wird an #3 nicht mehr zu haben sein. Mein Tipp ist daher, dass sie entweder versuchen werden, sich den ersten Pick zu ergattern, oder Embiid wählen und dann direkt weitertraden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die 76ers wirklich trauen, Embiid und Noel gleichzeitig im Kader zu halten. Zwei noch sehr rohe Big Men mit zweifelhafter Krankenakte sind eindeutig einer zu viel. Dante Exum würde das Aus von Michael Carter-Williams bedeuten und ich denke nicht, dass die Sixers das Projekt so schnell aufgeben werden, auch wenn ich MCW schon nahe an seiner Leistungsgrenze sehe.

#4 Magic – Danté Exum (Point Guard)
Sollte Exum hier noch zur Verfügung stehen und nicht von den Bucks gewählt worden sein, wäre dieser Pick ein No-Brainer für die Magic. Der Australier hat riesiges Potential und trotz seines jugendlichen Alters bereits eine Winner-Mentalität samt Führungsqualitäten. 

#5 Jazz – Noah Vonleh (Big)
Die Jazz wollen an Favors festhalten, sofern sie nicht den ersten Pick dafür bekommen können. Daher brauchen sie an seiner Seite einen Big Man, der gut werfen kann und Platz unter dem Korb schafft. Unter diesem Gesichtspunkt ist Noah Vonleh die beste Wahl. Bei optimaler Entwicklung kann er im ruhigen Utah sogar zum All-Star reifen.

#6 Celtics – Aaron Gordon (Big)
Die Celtics müssen jemanden wählen, der keine Einfindungsphase braucht und direkt Leistung bringen kann, um Rajon Rondo zum Verbleib zu überreden. Aaron Gordon wäre daher eine gute Wahl, da er ein gutes Ziel für Rondos geniale Pässe wäre und sich gleichzeitig gut in die defenviv orientierte Mannschaft einreihen würde.

#7 Lakers – Marcus Smart (Point Guard)
Die Lakers werden diesen Pick wahrscheinlich verschachern, da Kobe kein Rebuild Jahr in Kauf nimmt, sondern für ihn nur Titel zählen. Sollten sie den Pick aus irgendwelchen Gründen nicht eintauschen, wäre Marcus Smart noch die beste Wahl, da er bereits sehr viel reifer ist als viele Rookie Kollegen. Man könnte auch über Randle an dieser Stelle diskutieren, aber ich finde nicht, dass er zu Kobe passt. Die einzige Ausnahme, bei der sich die Lakers wirklich überlegen sollten, an dem Pick festzuhalten, wäre aus meiner Sicht, wenn Embiid an dieser Stelle noch zu haben wäre.

#8 Kings – Elfrid Payton (Point Guard)
Elfrid Payton bringt genau die Eigenschaften mit, die den Kings fehlen: Defense und Teamplay. Ein Vorteil ist zudem, dass Payton ein sehr guter Pick & Roll Spieler ist und bereits in seinem College Team einen dominanten Scoring Big Man für diese Situation zur Verfügung hatte. Davon könnte auch Querkopf Cousins profitieren.

#9 Hornets – Nik Stauskas (Wing)
Die Hornets brauchen ganz dringend Shooting. Nik Stauskas ist der beste Schütze des Drafts und hat zudem das Potential, als Energizer von der Bank kommend jetzt schon für Furore zu sorgen und in ein paar Jahren vielleicht sogar mal den Weg in ein All-Star Team zu finden (bei absolut optimaler Entwicklung).

#10 Sixers – Julius Randle (Big)
An dieser Stelle könnten die 76ers die großen Nutznießer von Randles kleinem Malheur mit seiner Krankenakte sein. Letzte Woche kam heraus, dass eine alte Fußverletzung aus seinem letzten Highschool-Jahr nicht richtig behandelt wurde und ihm nun möglicherweise eine Operation droht. Das an sich scheint nicht wirklich schwerwiegend zu sein, doch seine Kommunikation zu diesem Szenario war alles andere als professionell. Für die 76ers wäre er mit Sicherheit eine Bereicherung und gute Ergänzung zum defensivorientierten Nerlens Noel.

#11 Nuggets – Gary Harris (Guard)
Den Nuggets fehlt im Backcourt die Qualität und die Tiefe, um im starken Westen unter den ersten acht Mannschaften zu landen. Gary Harris wäre daher die ideale Besetzung, da er beide Positionen bekleiden kann und zudem als 3-and-D Spieler eine gute Ergänzung zu Ty Lawson und Nate Robinson darstellen würde.

#12 Magic –  Doug McDermott (Wing/Big)
Eigentlich wäre an dieser Stelle Dario Saric eine gute Wahl gewesen, doch wegen seiner Vertragssituation dürfte er für die Magic abschreckend sein. Daher werden die Magic vermutlich Doug „McBuckets“ wählen, der als Stretch Vier für das dringend benötigte Outside Shooting sorgen kann.

#13 Timberwolves – James Young (Wing)
Die Wolves brauchen Shooting auf dem Flügel. Das kann James Young liefern. Zudem ist er ein geeigneter Abnehmer für Ricky Rubio im Fastbreak und besitzt das Potential, in einigen Jahren sogar zum All-Star zu reifen. Das ist insofern nicht unwichtig, als nur wenige All-Stars freiwillig in die Kälte Minnesotas wechseln. Young könnte ein echter Steal an dieser Position werden.

#14 Suns – Rodney Hood (Wing)
Die Suns brauchen zwei Dinge: Einen Schützen auf dem Flügel und einen Backup oder sogar Starter auf der Fünf. Das erste Problem ist aus meiner Sicht etwas schwerwiegender und mittels Draft einfacher zu beheben, daher würde Rodney Hood an dieser Stelle Sinn machen. Wie der Rest des Suns Kaders ist er sehr vielseitig und kann mehrere Positionen ausfüllen.

#15 Hawks – Dario Saric (Wing/Big)
Unter Mike Budenholzer will man etwas Ähnliches aufbauen wie die Spurs in San Antonio. San Antonio wurde groß durch das geschickte Auswählen von Internationals, denen man in Europa zunächst Zeit zum Entwickeln ließ. Saric würde perfekt in dieses Schema passen (wobei fraglich ist, ob er sich noch entwickeln muss…) und in zwei Jahren sind, Stand jetzt, weder Paul Millsap noch Al Horford immer noch unter Vertrag. Dann wäre also genug Freiraum für den Point Forward.

#16 Bulls – Adreian Payne (Big)
Paynes Spiel ähnelt ungemein Taj Gibson und daher würde er sehr gut in Tom Thibodeaus System passen. Zumal die Zukunft von Carlos Boozer ungewiss zu sein scheint und die Bulls in den abgelaufenen Playoffs quasi mit einer Zwei-Mann Rotation auf den großen Positionen agieren mussten, was sie letztendlich auch die Runde kostete.

#17 Celtics – Jusuf Nurkic (Big)
Die Celtics brauchen Scoring und Durchsetzungsvermögen unter dem Brett. Diese Eigenschaften befinden sich bei Nurkic ganz oben im Scoutingreport. Die Frage ist allerdings, ob Brad Stevens damit umzugehen weiß. So einen Brecher hat er noch nie gecoacht…  

#18 Suns – Shabazz Napier (Point Guard)
Die Suns brauchen noch einen Backup Point Guard, der zu ihrem Spielstil passt. Also jemand, der scoren kann, aber auch im richtigen Moment seine Mitspieler findet. Das kann Napier leisten. Zudem bringt er einen guten und konstanten Wurf sowie viel Erfahrung und Abgeklärtheit mit.

#19 Bulls – T.J. Warren (Wing)
Die Bulls haben jede Menge guter Verteidiger, doch es fehlt ein verlässlicher Scorer. Da würde T.J. Warren Abhilfe schaffen. Der Flügelspieler ist so variabel, dass er selbst an der Seite eines hervorragenden Angreifers wie Derrick Rose effektiv sein kann.

#20 Raptors – Tyler Ennis (Point Guard)
Hier müssen die Raptors gar nicht lange nachdenken. Ennis ist Kanadier, ein Anführertyp, den diese junge Mannschaft braucht, und für ihn ist möglicherweise sogar schon direkt Spielzeit vorhanden, wenn Kyle Lowry die Raptors verlassen sollte. 

#21 Thunder – Zach LaVine (Wing)
Eigentlich braucht das Team aus Oklahoma City einen Center oder Shooting Guard mit Starter-Potential. Da zu diesem Zeitpunkt keine Center mehr in dieser Kategorie anzutreffen sind, wird es also auf einen Shooting Guard hinauslaufen. Hier lohnt es sich dann, ein Experiment einzugehen und Zach LaVine zu draften. OKC kann ihn eine Weile zur weiteren Entwicklung in der D-League parken und dann schauen, ob Lamb oder LaVine langfristig besser ins Thunder-Konzept passt.

#22 Grizzlies – Jarnell Stokes (Big)
Den Grizzlies steht womöglich der Abgang Zach Randolph bevor. Damit das Rebounding darunter nicht leidet, werden sich die Grizzlies wahrscheinlich für Jarnell Stokes entscheiden. Stokes ist ein exzellenter Rebounder und hat auch offensiv noch sehr viel Potential, sodass er sich mal zu einem soliden Starter entwickeln könnte.

#23 Jazz – Glenn Robinson III. (Wing)
Den Jazz fehlte auf der Drei letztes Jahr definitiv die Athletik. Auch die Feuerkraft des jungen Teams könnte insgesamt eine Auffrischung vertragen. Daher wäre Glenn Robinson III. der ideale Pick. Er bringt genau die zwei Qualitäten und ist gleichzeitig noch jung und entwicklungsfähig. Als Rollenspieler kann er jetzt schon helfen, bei guter Entwicklung kann er sich durchaus zum Starter bei einem künftige Playoff-Team mausern.

#24 Hornets – Kyle Anderson (Wing)
Das Spiel der Charlotte Hornets war in den diesjährigen Playoffs viel zu ausrechenbar. Ball zu Jefferson und wenn der nicht fit ist, dann muss es Kemba Walker richten. Kyle Anderson würde dem Team neue Optionen als dritter Aktivposten in der Offense geben. Er bringt Kreativität und Teamplay, was den Hornets sicher gelegen kommt. Zudem kommt der langsame Stil Andersons mangelnder Explosivität und Athletik entgegen. Einzig in der Defensive müsste man schon stark überlegen, wie man ihn verstecken kann.

#25 Rockets – P.J. Hairston (Wing)
So gut James Harden offensiv auch ist, so schlecht ist er defensiv. Daher brauchen die Rockets dringend einen Backup, der in der Defense ackern und den gegnerischen Star für ein paar Minuten an die Kette legen kann. P.J. Hairston hat das Potential, so ein Spieler zu werden. Solange er dies noch nicht ist, hilft er dem Team aber schon mit seinem starken Distanzwurf.

#26 Heat – Jordan Adams (Wing)
Auch wenn LeBron James gerne Shabazz Napier in seinem Team wüsste, wird der vermutlich an dieser Stelle weg sein (Spätestens an #23 bei den Jazz). Sehr viel Sinn würde auch Jordan Adams von der UCLA machen. Adams passt gut in Spoeltras Blitz-Defense, weil er Steals in den Passwegen antizipiert und generell flinke und kräftige Hände besitzt. Offensiv würde er sehr von LeBron James profitieren, da Adams viele Cuts läuft und dank seines kräftigen Oberkörpers in der Zone abschliessen kann.

#27 Suns – Cleanthony Early (Wing)
Die Suns werden diesen Pick höchstwahrscheinlich traden, weil sie die Löcher im Kader, die per Draft zu stopfen waren, geflickt haben und sich von diesem Pick nicht mehr allzu viel versprechen. Sollten sie keinen Abnehmer finden, was ich bezweifele, würden die Suns mit Cleanthony Early wenig falsch machen. Er gibt ihnen Tiefe auf beiden Forward-Positionen und dazu einen verlässlichen Dreier, was in Phoenix immer gut hinein passt.

#28 Clippers – K.J. McDaniels (Wing)
Guckt man sich die Kader-Struktur der Clippers an, erkennt man, dass auf der Drei tendenziell eher Defensivstopper (oder jene die es mal waren) zu finden sind. Hier würde eine Verjüngungskur gut tun. McDaniels wird auch in der NBA viele Würfe blocken und offensiv viele Fouls ziehen. Allerdings muss er dringend an seinem Wurf arbeiten. Stichwort: 3-and-D.

#29 Thunder – Jerami Grant (Big)
Auch hier sollten die Thunder auf Potential draften, da sie im Moment keine Schwachstelle mit diesem Pick beheben können. Jerami Grant hat jede Menge Potential und eine gute Arbeitseinstellung, sodass er in ein paar Jahren ein interessanter Rollenspieler sein könnte. Eine andere, sinnvollere Option wäre der Trade dieses Picks.

#30 Spurs – Mitch McGary (Big)
Ein vielseitiger Big Man, der sich in Korbnähe durchsetzen kann und gleichzeitig noch ein exzellentes Auge für den Mitspieler aufweist? Und dazu noch Hustle bei jedem Looseball? Der wortkarge Pop würde nur bejahend zunicken.