30 Mai 2014

Sebastian Hansen | 30. Mai, 2014    @sebh1995





Fünftes Spiel der Western Conference Finals, fünfter Blowout. Und wieder gewann die Heimmannschaft. Die Spurs liefen absolut heiß, trafen 50% ihrer Dreier und 51% all ihrer Würfe aus dem Feld. Besonders Danny Green (4-8 Dreier) und Manu Ginobili (7-8 FG) waren kaum zu halten. Das Problem der Thunder war, dass Serge Ibaka dieses mal die Zone kaum beschützen konnte, weil Gregg Popovich ihn mit seinen Anpassungen aus selbiger herauszog. Statt wie gewohnt Tiago Splitter ließ Pop Matt Bonner starten und sorgte mit seinen Rotationen auch noch dafür, dass Splitter und Tim Duncan keine einzige Minute gemeinsam auf dem Feld absolvierten.

Die Minuten neben einem der beiden Big Men bekam dann zumeist Boris Diaw zugeschustert, was er auch zu nutzen wusste. Da Diaw an diesem Abend den Dreier traf (2-2 Versuche), konnten die Thunder ihn nicht einfach draußen stehen lassen. Weil Brooks trotzdem mit zwei klassischen Big Men spielen ließ, war die Zone der Thunder wieder sperrangelweit offen und durch die dann nötige Help-Defense kamen die Spurs immer wieder zu freien Dreiern, die sie sicher trafen.

Man kann Brooks zwar vorwerfen, dass er Jeremy Lamb zu wenig einsetzte, nämlich erst in Halbzeit zwei und das obwohl Lambs Vertreter Derek Fisher und Caron Butler ihrerseits wenig bis gar nichts beigetragen hatten, und dass der Coach Nick Collison wieder einsetzte, obwohl dessen Herausnahme in Spiel 3 und 4 so gut geklappt hatte. Allerdings waren das nur Nuancen, und auch mit dem absolut richtigen Coaching hätte Brooks wahrscheinlich wenig ausrichten können. Auch die Bank der Thunder trug gar nichts bei, wofür man den Coach auch kaum beschuldigen kann. Insgesamt waren die Spurs einfach zu gut an diesem Abend.


Das Ergebnis bringt für OKC nun einige Probleme mit sich. Zum zweiten Mal in diesen Playoff stehen sie unmittelbar vor einem Elemination-Game. Das ist zwar Samstag Nacht in Oklahoma City und damit auf heimischem Parkett. Der Gegner wird dadurch aber nicht unbedingt schlechter, und jetzt liegt es an Brooks, die passenden Antworten zu finden. Falls die Spurs weiterhin klein spielen, muss Brooks eigentlich das selbe tun. Kendrick Perkins draußen lassen, dafür Caron Butler in die Starting Five. Dieser könnte dann Diaw oder Bonner verteidigen, Ibaka würde dann gegen Duncan spielen. Die Zone wäre damit wieder einigermaßen dicht. Auch sonst wäre es gut, deutlich mehr mit Durant, Butler oder vielleicht sogar Perry Jones auf der Vier zu spielen, und Collison und Perkins, die beide nicht gerade für ihr Shotblocking bekannt sind, draußen sitzen zu lassen.

Adams oder Ibaka würden in so einem Fall permanent die Center-Position bekleiden. Auf der Vier dann Durant, Butler oder Perry Jones. Natürlich würde ein solcher Move die Bank weiter schwächen. Sie bestände dann aus Fisher, Lamb, Jones und Adams. Allerdings hätte Oklahoma City dann fast keine Spieler mehr in der Lineup, die offensiv so unproduktiv wie Perkins und Sefolosha sind. Und: Spiel drei und vier haben gezeigt, womit man die Spurs schlagen kann: Athletik. Und davon hätte die projizierte Mannschaft in Person von Westbrook, Jackson, Durant, Ibaka, Adams, Jones und Lamb mehr als genug. Brooks muss die richtigen Entscheidungen treffen, denn die Saison der Thunder hängt einmal mehr an einem einzigen Spiel. Gewinnen sie es, kann weiter vom Titel geträumt werden. Bei einer Niederlage sollten Brooks & co. schon mal ihre Angelruten poliert haben...