31 Mai 2014

Anno Haak | 31. Mai, 2014    @kemperboyd





Der Eine Milliarde-Dollar-Wurf
ICYMI: am Freitag wurde Geschichte geschrieben. Der Name Donald Sloan wird in den Büchern stehen. Er verwandelte den wahnsinnigsten Buzzer Beater, an den ich mich erinnern kann. An der Dreierlinie, wohlgemerkt der eigenen, leiert er sich einen lustlosen Wegwerfschuss aus dem Schoß. Uhren auf Null. Brett. Bang! Leider steht der Wurf auch für die Neudefinition von „schlechtes Timing“. Wenn Indianas Nummer 15 den Wurf noch 1.000 Mal probiert, wird er ihn wohl nie wieder treffen. Unnützer als am Freitag hätte er aber nicht sein können. Es war der Dreier zum 92-117 Endstand. Der Schuss hätte fünf Punkte verdient gehabt, aber es hätte nichts geändert.

Geschichte, Ihr Haubitzen!
Für die, die ich mit der Buchstabenkombination D-o-n-a-l-d-S. nach dem ersten Absatz noch nicht verloren habe: die Miami Heat sind seit Freitag das vierte Team und die dritte Franchise, die vier NBA-Finals in Folge erreicht haben. Nach kurzem betretenen Schweigen hebt das Gebrabbel an. Der Osten ist ein Witz. Jordan hätte ohne Baseballpause acht am Stück gespielt. Und überhaupt. Mit den zwei Sidekicks. Nun ja.

Mag es oder lass es: LeBron James hat geliefert. Seit der am schlechtesten beleumdeten Charity-Aktion der Menschheitsgeschichte hat er vier Saisons aus der Abteilung „Ring oder nix“ gespielt und wird jedes Mal am letzten Saisonspiel beteiligt gewesen sein. Dafür muss man ihn nicht lieben, aber Respekt wäre angemessen. Nur am Rande: der Westen anno 1985 und der Osten 1987 waren vermutlich die leistungsstärksten Gruppen von Basketballmannschaften, die die Welt je gesehen hat!? Äh…merkt Ihr selbst, ne.

Harte Männer, sanfter Luftzug
Harte Männer weinen nicht. David West war kurz davor beim Locker Room Interview. Auch ohne „blue collar, gold swagger“-Shirt brach einem fast das Herz, als einer der seriösesten Baller der Liga erklären musste, warum die Pacers es nicht geschafft hatten, schlicht das zu spielen, was sie (nachweislich) können. Stephenson pustete West übrigens nicht ins Ohr. 'Born Ready' wird nolens volens das Zentralgestirn des Pacers-Sommers werden.

The Decision – Pacers‘ style
Nicht nur deshalb wird es eine schmerzhafte, warme Jahreszeit für Larry Bird. 2014 steht nicht weniger als die Beantwortung der Frage an, ob die Pacers, die jetzt dreimal in Folge an den „Bulls unserer Zeit“ (Vogel über die Heat) gescheitert sind, einen Championship-Lauf in sich haben. Bezahlt man Stephenson seinem Talent entsprechend, ist der Salary Cap bis 2017 mit Hibbert, George, Hill und West praktisch abgedichtet. Prognose: es bleibt alles anders. Stephenson kommt zurück. Die Bank muss verstärkt werden. Hat was von 2013. Nur: lässt man Stephenson ziehen, kommt mir der 103-Jährige in den Kopf, den man fragt, wie es so geht. In der Regel wird er antworten: besser als die Alternative.