09 Mai 2014

nbachefsquad | 9. Mai, 2014    @nbachefkoch






Playoffs, Baby! Die echte Saison ist endlich unterwegs. Bei so viel irrsinniger Action auf einmal würde es kaum Sinn machen, traditionell zu berichten und das Chaos-Element dieser Wochen zu vernachlässigen. Kein Grund zur Sorge: die nbachefsquad ist zur Stelle wie Ray Allen in Crunchtime und versorgt euch täglich mit den feinsten Petitsbouches zur NBA-Postseason.



Anno Haak: Erster Akt: Die Entdeckung der Langsamkeit
Spiel 1 war „Dinosaurier gegen Löwen“. Ein dynastisches Team in der Blüte seiner Jahre gegen den verwelkten Charme von „Ubuntu, Russian Edition“. Seid Ihr bereit für ein bisschen Marketinggeisterbahnfahren? Los! „Weil einfach einfach einfach ist“.


Ach so. Seeeehr tiefsinnig, Coach! Danke dafür. Und auf zum nächsten Spiel.

Zweiter Akt: Der Berg ruft. Wenige Sekunden vor dem Ende zieht Deron Williams zum Korb. So weit, so normal. Chris Bosh räumt ihn ab. So weit, so…naja, kommt halt vor. Warum ich das erzähle? Weil es der letzte, verzweifelte Versuch des Ex-Jazz-Musikanten ist, eine Null in der letzten Spalte seines Boxscores zu verhindern. Der Versuch scheitert. Sagt dem Steinmetz Bescheid, er soll das Gesicht von Williams gipsen. Neben Hibbert, Garnett und dem defensiven Ich von James Harden ist noch Platz auf dem Mount Rushmore der Postseason-Choker 2014. Erstaunliche Statistik: Teams, deren Franchise-Player null Punkte machen, sind jetzt 0-1 in den Playoffs. Weil einfach einfach…

Ein bisschen mehr gibt es schon zu entdecken in Spiel zwei. Aber die im Schatten des 100-Millionen-Nullinger sieht man nicht. Die Nets machen zu Beginn die Zone klein, richtig klein. Die Heat bleiben draußen, als hätte jemand zusätzlich Sand in das enge Höschen gestreut, das das bemalte Gebiet ist. Das Spacing stimmt nicht. Die ersten sechs Possessions der Heat sind leer. James wird immer wieder in den Post genötigt, wo er sich nach wie vor nicht wirklich wohlfühlt. Pierce kriecht ihm in die Hose wie, naja, wie Sand (am Ende 1-6 FG von James gegen Pierce im Eins gegen Eins). Transition fällt aus. Tiefpunkt ist ein versuchtes Alley-oop-Anspiel von Bosh (!) auf James, das einem Zuschauer auf den Kopf fällt.

Als endlich alle Zuschauer ihren Platz in AAA eingenommen haben (also Mitte des 2. Viertels), dreht Mirza Teletovic durch. Vier Dreier in neun Minuten. Mike Scott wäre stolz. Rashard Lewis nimmt die „Horse“-Herausforderung an, lötet zwei Mal dagegen. Die NBA. „Where Statisten Hauptdarsteller werden happens.“ Zur Pause führen die Nets mit einem. Wie in Spiel eins sind die Nets auf Augenhöhe. Denkt man. Wenn nur diese Nummer acht endlich punkten würde. Aber die Augenhöhe ist nur gefühlt. Die zweite Hälfte sieht aus, als würde der Enkel mit Opa im Restaurant um die Ecke essen gehen. Man geht los, man hakt Großvater unter, man hat Geduld. Irgendwann langt es. „Ich gehe schon mal vor, bestellen!“ Ray Allen, der Erstehalbzeitbruderimgeiste von DWill, streut dreizehn Punkte ein (3-4 Dreier) und kaschiert damit LeBron James' eher großväterliche Performance nach der Pause (4-11 FG). Symptomatisch ist ein Ballbesitz drei Minuten vor Schluss: Die Heat, die bis dahin sagenumwobene drei (!) Offensivrebounds gesammelt haben, greifen in einem einzigen Angriff, man ahnt es…drei offensive Boards ab. Knapp 90 Sekunden hat Miami den Ball. Am Ende punktet der Ex-MVP. Game over.

Was bleibt außer dem 2-0? Die Furcht vor einem langweiligen Juni! Wenn man sieht, wie es sich der Westen kollektiv aus der Abendkasse gibt, ist das Herumcruisen, das der Titelverteidiger im Osten "Playoffs" nennt, beängstigend. LeBron James‘ Sprung über die ersten beiden Zuschauerreihen im dritten Viertel zur Rettung eines Balls wirkt wie die Simulation von Hustle. Irgendwo da, wo die Bobcats die Rassel abgelegt und die Nets den Rollator geparkt haben, ist Miamis fünfter Gang. Die Heat haben auch nach sechs Spielen in den Playoffs im letzten Viertel noch kein einziges Mal zurückgelegen. Vielleicht bringt ja das Barclay’s Center – letzte Werbeunterbrechung – „a little more substance“. Die Hoffnung stirbt zuletzt, jedenfalls nach dem Dinosaurier…



Chris Schmidt: Wenn man als bekennendes „langweiligstes Team der Liga“ die Medienaufmerksamkeit auf sich ziehen will, reicht ein zweiter Heimsieg in den Conference Semi-Finals auch nicht immer. Da ist man doch froh, dass sich unfreiwillig ein Gast in die Umkleidekabine des Gegners geschlichen hat, der sofort die Titelseiten jeglicher Boulevardblätter füllt. Die Rede ist nicht von Greg Oden, der mal wieder sein altes Team besucht, sondern von der Schlange, die gestern einige Stunden vor dem Tip-Off im Locker von Thomas Robinson gesichtet wurde. Dass dieser später nur einen seiner vier Würfe traf, hatte aber weniger mit der Schlange zu tun, als viel mehr mit dem Gegner.



Die Spurs zeigten sich mal wieder von einer starken Seite. Bei einer Trefferquote von 57,5 Prozent, erzielten die Spurs alleine 70 Punkte in den ersten beiden Vierteln. Dazu die sieben von zehn getroffenen Dreier, die einen Sieg der Blazers zur Halbzeit schon aussichtslos erschienen ließen (70-51). Tony Parker & co. mussten in der zweiten Hälfte nur noch 44 Zähler drauf packen, um mit einer souveränen 2:0-Führung nach Portland zu reisen. Der Franzose selbst verbuchte an diesem Abend „nur“ 16 Punkte und zehn Assists. Besonders stark aufgelegt war Kawhi Leonard, der acht seiner neun Würfe versenkte und mit 20 Zählern bester Scorer der Spurs war.

Nachdem die Blazers so eine furiose erste Playoff-Runde gespielt haben, stehen sie jetzt fast schon mit dem Rücken zur Wand. Muss man sich Sorgen um Portland machen? Wohl eher nicht. Immerhin haben sie noch kein richtiges Rezept für diese Spurs-Defense gefunden. LaMarcus Aldridge traf gestern nur sechs von 23 aus dem Feld. Den größten Anteil an dieser schwachen Quote hatte Tiago Splitter: Gegen den Spurs-Big traf „LMA“  nur zwei seiner 14 Würfe. Für die zweite wichtige Waffe der Blazers, den Dreipunktewurf, scheinen die Männer von Terry Stotts ebenfalls kein Magazin mit nach Texas gebracht zu haben. Nur elf Treffer bei 34 Versuchen in zwei Partien - das ist ebenfalls noch ausbaufähig. Mit dem Selbstvertrauen in die eigenen Stärken kehren die Blazers nun nach Oregon zurück, wo sie den Spurs endlich Paroli bieten wollen. Sollten diese ihre Schlangen zuhause lassen, ist dies auch möglich - allerdings nicht ohne harte Arbeit von Terry Stotts und mehr Biss von LaMarcus Aldridge.







Tiago Pereira: Nachdem am Montag der Donnersturm CP3 über die Ackerfelder von Oklahoma hinweg fegte, waren es an diesem Abend der frisch gekürte MVP Kevin Durant und sein Protogé Russell Westbrook, die die Lichter der Chesapeake Arena ausschossen - wortwörtlich! Die Thunder waren von Beginn an das bessere Team und gingen das zweite Spiel der Semifinals mit mehr Hunger und Biss an. Beflügelt von Durants bewegender MVP-Rede rannte ein zusammengeschweißtes Thunder-Pack gegen ein perplexes Clippers-Team an. Durant legte 17 Punkte im ersten Viertel auf. Kaum hatte der 'Servant' die Vorspeise serviert, knallte Mitspieler Westbrook den Hauptgang auf den Tisch.


Scott Brooks ließ für seinen Aufbau nur simple Hausmannskost spielen. 17 seiner 19 Punkte erzielte Westbrook durch Isolation Plays, denen kaum bis gar keine Ballbewegung vorausging. Da ihn aber kein Clipper auch nur im Ansatz stoppen konnte, spielte OKC diesen Stiefel munter herunter. Der einzige bei den Gästen, der den Wanst nicht voll genug bekam, war Glen „All you can eat“ Davis. Big Baby war mit seiner Performance in der ersten Halbzeit (8 Punkte, 5 Rebounds, 4 Hähnchen und 7 Kuchen) einer der wenigen Lichtblicke im Spiel der Clippers. Die Thunder aber servierten einen Gang nach dem anderen, so dass die gemästeten Clippers nicht mehr nachkamen. OKC erspielte sich im dritten Viertel eine zweistellige Führung und gab diese nicht mehr aus der Hand. Die beiden Meisterköche Durant und Westbrook verdienten sich für ihre Künste einen goldenen Michelin-Stern. Für Blake Griffin und Chris Paul hingegen war der Abend zum Kotzen (gemeinsam nur 11-26 aus dem Feld). Die All Stars fanden an diesem Abend aufgrund von Foul Problemen kaum statt und sehnen sich bereits nach der heimischen Küche im Staples Center zurück.

Sebastian Hansen: Es war eine Nacht mit vielen Geschichten. Da wäre zum Beispiel die historische Leistung zu nennen, die Durant und Westbrook fast erbracht hätten. Noch nie war es zwei Teamkameraden gelungen, in den Playoffs zusammen ein Triple Double zu erzielen. Russell Westbrook (31/10/10) schaffte seinen Teil. Sein Superstar-Kollege schrammte nur denkbar knapp dran vorbei (32/12/9). Westbrook ist erst der fünfte Spieler, dem in einer Postseason drei oder mehr Triple Doubles gelangen.


Chris Paul, der Partie eins noch nach Belieben dominiert hatte, saß sehr schnell mit zwei Fouls draußen. Dieser Umstand tat dem Spiel der Clippers überhaupt nicht gut, denn Pauls Backup Darren Collison kam mit Westbrooks physischem Stil überhaupt nicht zurecht. Waren es im ersten Durchgang noch die Superstars der Thunder, die das Spiel dominierten, schlug in der zweiten Halbzeit die Stunde der restlichen Starter OKCs. Besonders Thabo Sefolosha, der zu Beginn mal wieder extrem blass geblieben war, traf plötzlich zwei Dreier, holte zwei Steals und erzielte bis zum Ende des dritten Viertels 12 Punkte. Auch Kendrick Perkins spielte offensiv so gut, dass Doc Rivers nach der Partie schimpfte: “I coached Perk. I’m pissed at him. I can’t believe what he was doing offensively.” Der Center kam am Ende auf 8 Punkte und 3 Offensivrebounds. Da auch die Stars weiter gut spielten und die Clippers relativ wenig trafen in dieser Phase, wuchs der Vorsprung der Thunder auf 20 Punkte an. Das Spiel war entschieden. Die Thunder haben in Spiel zwei gezeigt, wie man die Clippers schlagen kann: Chris Paul und die Bigs in Foultrouble bringen und immer wieder Russell Westbrook im Post suchen. Doc Rivers wird sich zu dieser effektiven Taktik ein Gegenmittel ausdenken müssen, sonst wird das eine sehr schwierige Serie für sein Team - trotz des Auswärtserfolgs in Spiel eins. 


Jan Wiesinger: Von allen Seiten wurde auf ihn geschossen. Neben den üblichen Verdächtigen wie Medien und Fans schlug in den letzten Tagen jeder, dem der Name Roy Hibbert ein Begriff ist, auf den Center der Indiana Pacers ein. Sogar Gilbert Arenas meldete sich zu Wort und feuerte einige Kugeln in Richtung Hibbert. Allerdings nur via Instagram-Account, was ihm dieses Mal wohl keine strafrechtlichen Konsequenzen bescheren dürfte. Ein Teil der Anfeindungen war tatsächlich amüsant, andere schlichtweg lächerlich und verletzend. Alle aber zeigen eindrucksvoll den massenmedialen Trend zu Negativismus und Schadenfreude. Wenn du 2,18 Meter groß und 135 kg schwer bist, ist deine Trefferfläche unglaublich groß.

Die Kritik an der Leistung des All-Star-Centers kam nicht von ungefähr. Bereits zum Saisonende waren Hibberts Leistungen katastrophal und auch in den ersten acht Playoffspielen setzte sich dieser Trend unerbittlich fort: durchschnittlich 4,6 Punkte und 3,3 Rebounds bei 35,6% FG und 62,5% FT sind natürlich viel zu wenig für einen Spieler von Hibberts Format und ein Team wie die Indiana Pacers. Die Suche nach Gründen für den rapiden Abstieg bleibt genauso schwierig wie spekulativ. Konnte man die schlechten Leistungen Hibberts in Runde eins gegen die Hawks noch gerade so kompensieren, machte die Heimniederlage in Spiel eins gegen die Wizards deutlich, dass mehr vom ehemaligen Georgetown Hoya kommen muss. Und in Spiel zwei kam mehr: Neben 28 Punkten und 9 Rebounds stach vor allem die Wurfeffizienz Hibberts hervor (10-13 FG, 8-8 FT).

Im Postgame-Interview nach dem Spiel erzählte Hibbert, dass er vor Spiel zwei mit Paul George und George Hill Angeln war und man sich dort über alles ausser Basketball unterhalten hat. Zudem habe ihm der Zuspruch von David West viel Kraft gegeben, da dieser Hibbert am ehesten zutraue, sich selbst allein aus der Mitte des Ozeans zu retten. Ohne die Leistung Hibberts schmälern zu wollen, sollte jedem klar sein, dass man nach einer solchen Negativserie nicht einfach den Schalter zum "beast mode" umlegen kann, wie Hibbert selbst es sich in seiner Postgame'schen Euphorie vielleicht vorstellen mochte. Seine gute Leistung in Spiel zwei war vielmehr das Resultat eines konsequenten Gameplans und einer geschlossenen Mannschaftsleistung, in der alle für Hibbert spielten und ihm Wurf für Wurf das notwendige Selbstvertrauen zurückgaben. Immer wieder zogen George und Lance Stephenson zum Korb und setzen Hibbert in Szene. Immer wieder suchte man das Duell Hibbert gegen den deutlich kleineren Nenê im Low-Post, so dass der Pacer den Brasilianer oft nur noch mit einem einfachen Hookshot überwinden musste. Auch wenn dieses Spiel vielerorts als "Wiedergeburt" oder "Wiederauferstehung" Hibberts betitelt wird, sollte man die Leistung Hibberts und den Sieg der Pacers mit Vorsicht genießen. Nur wenn man Hibbert auch in den nächsten Spielen konsequent einsetzt und dessen Mismatches konsequent nutzt, bekommen die Pacers überhaupt erst die Möglichkeit, die Oberhand gegen Washington zurückgewinnen.

Bei den Hauptstädtern fiel vor allem die schlechte Dreierquote auf (nur 24% nach irren 62,5% von Downtown in Spiel eins). Außer Marcin Gortat (21 Pts, 11 Rebs, 10-15 FG) blieben alle Wizards-Starter deutlich hinter ihren Leistungen aus dem Auftaktspiel zurück. Mit dem Stand von 1-1 wechselt die Serie nun in Roy Hibberts alte College-Heimat nach Washington D.C.. Es bleibt abzuwarten, ob der Center auch auswärts mit Teamunterstützung überzeugen kann, oder ob die Leistung in Spiel zwei nur ein letztes, vergebliches Aufbäumen in Hibberts Kampf gegen sich selbst und den Hohn und Spott seiner Kritiker darstellte.


Sch_Rom: Andrew Bynum ist weg und Roy Hibbert ist wieder da. Zufall? Wir von NBACHEF denken: nein! Sehen wir uns mal Bynums jüngste Einflussnahme auf die NBA einmal an. Das Ende des großen "Dwightmares" in Orlando beschloss ein Trade zwischen den Magic, den L.A. Lakers, den Philadelphia 76ers und den Denver Nuggets. Lassen wir kurz Revue passieren, was damals geschehen ist: Die Lakers bekamen Dwight Howard und verloren Andrew Bynum. Diese Zwangsehe hat bekanntermaßen nicht funktioniert, denn Howard suchte nach nur einem Jahr das Weite. Denver bekam Andre Iguodala und verlor Arron Afflalo. Iguodala ist inzwischen in Golden State. Die Magic bekamen Nikola Vucevic und Afflalo, verloren aber logischerweise ihren Franchise-Spieler Howard. Die Sixers bekamen Andrew Bynum und verloren Iguodala. Wo die Sixers inzwischen stehen, weiß jeder. Kein Teilnehmer hat auch nur ansatzweise Profit aus jenem Trade geschlagen, alle Teams verpassten in dieser Saison die Playoffs. Dieser Trade war von Anfang an zum Scheitern verdammt.

Eine Verschwörung, die bis ganz nach Oben reicht. Ihr glaubt nicht an sowas? Es geht weiter: Was tat Bynum dann? Er ging zu den Cavaliers und warf dieses ohnehin schon marode Team ein weiteres Jahr zurück. Jüngst landete er bei den Pacers, und die sahen von heute auf morgen aus, als spielten sie um Ping-Pong-Bälle bei der Draft-Lottery anstatt um Meisterschaften. Ihr Defensivanker Roy Hibberts Basketballtalent gleicht dem eines Besenstils. Am selben Tag, an dem Bynum entlassen wird, spielt Hibbert dann plötzlich so dominant wie Wilt Chamberlain zu seinen besten Zeiten. Nicht genug? Ich war auch skeptisch… doch als ich zu recherchieren begann, blieb mir diese Skepsis im Hals stecken.


Es war Zufall, doch als ich die alten Bilder der Verletzung von Derrick Rose überflog, da sah ich es: Ist das Andrew Bynum? Er muss es sein. Eine Chicagoer Tragödie geschieht und Andrew Bynum sitzt im Publikum? Das kann nicht sein, sagte ich mir. Also grub ich tiefer… tiefer in den vielen Tragödien, die die Vereinigten Staaten in ihrer langen Geschichte wiederfahren sind. Ihr denkt, dies erstreckt sich nur über die NBA? Weit gefehlt.

Im Vordergrund befindet sich J.F. Kennedy. Das Foto wurde kurz vor dem auf ihn verübten Attentat geschossen. Seht ihr es auch? Ihr seht es, ich weiß es. Ich weiß, was ihr mir sagen wollt, „Das ist nicht Bynum, man sieht sein Gesicht nie, das ist nur Zufall…“. Aber ein Afro? In den 60ern? In Texas?! 



Aber spottet nur, ich habe noch mehr. Was ist den USA in der Vergangenheit noch Schlimmes widerfahren? George W. Bush wird Präsident der Vereinigten Staaten. Und ratet mal, wer bei der Parade zu sehen ist:




Seht ihr, ich bin nicht verrückt! Er ist es. Immer, wenn etwas Schlimmes passiert, ist er da. Das kann kein Zufall sein. Ihr zweifelt immer noch? Bankenkrise 2008, die Wall Street kollabiert. Und wer war wieder einmal mittendrin und wirklich schuld?


Ich habe es euch gesagt. Die Indizien sind erdrückend. Doch bin ich hier auf etwas gestoßen, das ich nicht hätte finden sollen? Das kann nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sein. Ich bin offensichtlich in Gefahr. Ich werde dennoch weiter suchen. Sollte mir etwas geschehen, kontaktiert Kobe Bryant! Er ist der einzige, der weiß, was zu tun ist. Gott stehe uns allen bei.


Tiago Pereira: Caron Butler zupft sich, wissend der drohenden Gefahr,  schon einmal seine weißen Shorts zu Recht. Ein paar Schritte vor, dann doch noch zwei zurück, hin und her tippelt der Forward der Thunder ohne Recht zu wissen wohin eigentlich. In typischer Nachtclubwächter-Pose streckt Butler seinen langen Arm in Richtung Chris Paul. Während Butler der Schweiß von der glatt polierten Glatze tropft, wittert der Aufbau der Clippers sein achtes Opfer an diesem Abend. Zwei Mal durch die eigenen Hosenträger gedribbelt, eine kleine Täuschung nach rechts und schon lässt Paul das orangene Leder von jenseits der 7,24m Markierung Richtung Korb fliegen. Verdutzt schaut Butler dem Ball hinterher. Swish! Scheinbar nahm Paul aus der Erstrundenserie gegen Golden State nicht nur den Sieg mit, sondern auch gleich Currys Wurfhändchen, denn zum achten Mal an diesem Abend notieren die Anschreiber in der Chesapeake Arena einen verwandelten Dreier von Chris Paul – persönlicher Rekord! Bei nur neun Versuchen. Acht von Neun... Was für ein Abend!

Im Gegensatz zu den Spielen der Erstrundeserie nimmt Paul gegen die Thunder früh das Heft in die Hand. Innerhalb von zwei Minuten schießt Paul sich auf Betriebstemperatur und drückt den Thunder drei Dreier in den Korb. Ungewöhnlich beharrlich behält Paul die Scheuklappen auf und sucht weiter seinen Wurf – mit Erfolg! Noch bevor die Sirene zur ersten Viertelpause ertönt, hat der All Star Point Guard schon 17 Punkte in 12 Minuten produziert! Fünf verschiedene Verteidiger entsendet Thunder-Coach Brooks, um Paul zu stoppen, alle kommen sie mit Brandmarken der glühend heißen Wurfhand CP3s zurück!



Während Pauls Wurfspektakel einem Donnersturm glich, hatten die Thunder die Durchschlagskraft einer 12-Volt Batterie. Das Spiel war nach nur einer Halbzeit verloren, Oklahoma City trottete mit 21 Punkten Rückstand ins dritte Viertel. Zwar wollte OKC im semi-lethargischen Thunderstruck-Modus die restlichen 24 Minuten möglichst unbeschadet überstehen, doch Paul gefiel sein Dasein als Donnergott zu sehr, um seiner Glückssträhne ein frühes Ende zu setzten. Im dritten Viertel schockte CP3 die Thunder zur Abwechslung mit seinem Passspiel. Nach etlichen Drohnachrichten von Cliff, er solle doch endlich ein paar Dimes spielen, assistierte Chris Paul in gewohnter Manier seinen Teamkameraden. Am Ende fanden sich 32 Punkte (12-14 FG und 8-9 Dreier) und 10 Assists im Boxscore neben Paul - in gerade einmal 28 Minuten Spielzeit! Niemand stahl an diesem Abend Chris „Thor“ Paul seinen Thunder, so dass die Oklahoma City Thunder mit einer Heimniederlage denkbar ungünstig in die Western Conference Semifinals starteten.


Washington Wizards - Indiana Pacers, Gm. 3 (Stand: 1-1)
• Los Angeles Clippers - Oklahoma City Thunder, Gm. 3 (Stand: 1-1)
• Brooklyn Nets - Miami Heat, Gm. 3 (Stand: 0-2)
• Portland Trail Blazers - San Antonio Spurs, Gm. 3 (Stand: 0-2)