18 April 2014

Tobi Mannhart, Sebastian Hansen | 18. April, 2014    @TobeyTen  @sebh1995




Playoffs, Baby! Nach einem elend langen Vorgeplänkel geht es ab diesem Samstag endlich ans Eingemachte. Verabschiedet euch also von euren Liebsten, legt alle Planungen und sozialen Verpflichtungen vorerst auf Eis und deckt euch mit reichlich Proviant ein, denn in den nächsten knapp acht Wochen gibt's nur Basketball - auch hier bei NBACHEF. Wir haben uns die acht Erstrunden-Serien angeschaut und für euch acht Erstrunden-Speisepläne zusammen gestellt. Bon Appetit!


Am Samstag startet die Neuauflage des Conference Semifinals von 2013: Grizzlies gegen Thunder. Letztes Jahr ging die Serie noch aus die Bären aus Tennessee, aber heuer gibt es andere Vorzeichen. Memphis kommt nur als 7th Seed, Kevin Durant spielt eine wahre MVP Saison und will endlich aus dem Schatten von LeBron James heraustreten. Auch Russell Westbrook ist im Gegensatz zu 2013 wieder bei den Thunder dabei. Sebastian Hansen (Thunderstruck) und Tobias Mannhart (Bär Grizz) analysieren die Matchups, das Drumherum und machen am Schluss Stimmung für die eigene Mannschaft. Wer dann letztendlich Recht behält? Das werden wir sehen.


• Nur eine Partie zwischen diesen beiden war wirklich eng: das 90-87 der Grizzlies im Januar, als Westbrook nicht mitspielen konnte. Alle drei Thunder-Siege hingegen waren recht klare Angelegenheiten mit Punktdifferenzen zwischen sechs und 16
• Die Länge der Thunder ist ein Problem: Memphis holt auf 100 Possessions gerechnet 7.6 Rebounds weniger als insgesamt gegen andere Teams
Mike Miller nimmt gegen die Thunder nichts als Netz mit: der Scharfschütze traf heuer in vier Partien 58% seiner Versuche von Downtown. Trotzdem sind die Grizzlies mit ihm auf dem Court 6.6 NetRating Punkte schlechter als ohne ihn.
• Kevin Durants Scoring-Output gegen Memphis in dieser Saison: 30.8 PPG
• Die Thunder sind an der Freiwurflinie wie Sommer in Oklahoma City: heiss! Nur eine einzige Mannschaft trifft die Wohlfahrtsversuche noch sicherer als OKC (80.6%)
• Memphis ist kein typischer 7-Seed: seit Marc Gasols Rückkehr in die Lineup Anfang Januar haben die Grizzlies 33 Spiele gewonnen. Kein anderes NBA-Team in jenem Zeitraum mehr.
• OKC spielt 4 Assists pro 100 Angriffe weniger gegen die Grizzlies als insgesamt - Memphis' Defensive zwingt die Thunder also in Isolationen, deren Anzahl sie eigentlich minimieren wollen
Zach Randolph hat gegen Ibakas Länge und Athletik massive Probleme, sein Spiel zu finden. Z-Bo traf in vier Partien gegen OKC mickrige 37% seiner Wurfversuche
• Nur eine Mannschaft taucht seit 2011 ununterbrochen unter den zehn besten Offensiven und Defensiven der Liga auf: Oklahoma City
• Wer spielt den langsamsten Basketball der Liga? Die Grizzlies mit ihrer 92er Pace (92.3)


Die Matchups

Point Guard -- Russell Westbrook vs. Mike Conley

Hansen: Westbrooks Saison glich einer Achterbahn. Nach der Knie-Op im September und dem schwachen Start im November folgte ein bockstarker Dezember, der dann allerdings wieder unter dem Skalpell endete. Nach seiner Rückkehr wurde er zwar immer wieder geschont, zeigte sich aber ansonsten vor allem offensiv formstark (26/6/7 im April). Mike Conley ist dagegen eher defensiv orientiert und das wird Russ zu spüren bekommen. Kann er ihn soweit einschränken, dass Westbrook anfängt zu überdrehen? Das liegt durchaus im Bereich des Möglichen, aber aufgrund der starken Form in den letzten Wochen geht der Punkt an den Point Guard der Thunder... (Punkt Westbrook, 1-0)

Mannhart: Westbrook ist einmalig. Seine Explosivität, sein Wille, seine Athletik – alles das macht ihn zu einem unglaublichen talentierten Spieler und gleichzeitig wohl zur besten zweiten Geige der NBA. Auch wenn er verletzt war, hat Mike Conley keine Chance im Ranking an Westbrook vorbeizuziehen. Der kleine, erdgebundene Point Guard hat seinen Wurf von draußen verbessert, spielt tolle D, gilt als einer der besten Balldiebe und ordnet das Spiel der Bären extrem souverän. Nichtsdestotrotz verliert er das Duell gegen einen Top10-Spieler, auch wenn dieser noch nicht bei 100% nach seiner Verletzung ist... (Punkt Westbrook, 2-0)

Shooting Guard -- Thabo Sefolosha vs. Courtney Lee

Hansen: Auf der zweiten Guard-Position können beide Teams sehr ähnliche Spieler vorweisen. Sowohl Lee als auch Sefolosha sind in der Liga als starke Verteidiger und weniger starke Offensivspieler bekannt. Besonders Sefolosha tat sich dabei sehr hervor (nur 41% FG% und 31% Dreier), war aber auch länger verletzt. Lee war zwar vor allem direkt nach seiner Ankunft in Tennessee offensiv ziemlich gut, sonst allerdings eher so semi. Beide haben somit keine großen offensiven Rollen und deswegen wird es ein sehr „ruhiges“ Duell werden – es sei denn, einer der zwei wird abkommandiert, die besten Scorer des Gegners zu decken, was durchaus passieren kann. Dann kommt beiden eine unter Umständen große Rolle zu. Im direkten Duell aber ein... (Unentschieden, 2-0)

Mannhart: Courtney Lee wurde als toller Transfer in Boston gefeiert, doch sein Ruf als exzellenter 3-and-D-Guy  schien nach Anlaufschwierigkeiten in Massachusetts fast schon ruiniert. Seit er aber im Tausch für Bayless nach Tennessee gekommen ist, baut er diesen wieder auf. Manchmal ist sein Wurf daneben, aber in der Gesamtheit betrachtet, hat Lee den besseren Jumpshot, der er ihm ermöglicht das Duell gegen das Schweizer Taschenmesser zu gewinnen. Beide können verteidigen, das wissen wir. Die Offense gibt den Ausschlag... (Punkt Lee, 2-1)

Small Forward -- Kevin Durant vs. Tayshaun Prince

Hansen: Zu Durant isoliert muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Drei Buchstaben sollten genügen: MVP. Interessant ist dagegen, wie er mit dem defensiven Druck der Grizzlies allgemein und von Prince im Besonderen zurechtkommen wird. In der Serie letztes Jahr wurde er ständig gedoppelt und wenn er dann doch durchkam, stand da noch Marc Gasol. Allerdings kann sich Memphis Defense nun nicht mehr allein auf den Superscorer konzentrieren, was natürlich ein Vorteil für ihn ist. In der Regular Season überzeugt Durant gegen Memphis einigermaßen und das teilweise noch ohne Westbrook. Deswegen kann man davon ausgehen, dass OKCs Superstar da weitermachen wird, wo er aufgehört hat. Auf der anderen Seite muss man vor Princes Offensivkraft weniger Angst zu haben, als vor einem kleinen, süßen Babykätzchen, Durant wird sich also hinten nicht so unbedingt verausgaben müssen und kann Kräfte für den Kampf gegen das Grit-and-Grind-Monster sammeln... (Punkt Durant, 3-1)

Mannhart: Hier gibt es keine zwei Meinungen: Durant ist der MVP 2013/2014 und somit besser als die sterblichen Überreste von Tayshaun Prince. Es gibt drei Gründe, warum Prince in Memphis noch startet: Seine Arme, sein Präsenz als Veteran und der Fakt, das er nie überdreht, immer ruhig bleibt – Dinge, die Coach Joerger liebt. Aber zurück zu Durant: Er gewinnt das Duell aufgrund von allem. Von Offense bis Defense, von Scoring bis Rebounding, von A bis Zink schlägt er Tay in jedem Punkt. Das muss man auch als Grizzly zugeben und könnte man zwei Punkte in einer Runde hergeben, es wäre diese... (Punkt Durant, 4-1)

Power Forward -- Serge Ibaka vs. Zach Randolph

Hansen: Serge Ibaka gegen Zach Randolph, das ist das Duell der absoluten Gegensätze. Auf der einen Seite der filigrane Grizzly, der eines der besten Post-Move-Arsenals der NBA sein eigen nennt und auch sonst eher erdverbunden ist. In der anderen Ecke ein Highflyer, der nur so danach lechzt, möglichst viele gegnerische Würfe mit Karacho abzuwehren und dazu auch noch gut aus der Midrange trifft. Einiges wird von diesem Duell abhängen, vor allem Ibakas Offensivspiel muss funktionieren. Letztes Jahr war Ibaka die ganzen fünf Spiele über völlig neben der Spur, was klar auch mit dem Fehlen von Westbrooks Assists zusammen hing. Ibaka wird einer der X-Faktoren der Serie sein, sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Schafft er es, Randolph zu neutralisieren und trifft dann noch seine Würfe, dann hat OKC sehr gute Chancen. Sieht er gegen Randolphs Erfahrung kein Land, ist das ein ziemliches Problem für die Thunder. Randolph muss seinerseits mit Ibakas Athletik klarkommen, was auch kein einfaches unterfangen ist. In der Regular Season lag Ibakas Leistung im direkten Duell ungefähr im Durchschnitt, Randolphs ziemlich darunter. Trotzdem sollte man nicht gegen ZBOs Erfahrung wetten. Zudem hat Ibaka traditionell Probleme, wenn er gegen gute Post-Spieler verteidigt. Wegen Randolphs Offensive, wenn auch extrem knapp,... (Punkt Randolph, 4-2)

Mannhart: Es ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen und trotzdem so ähnlich. Beide Spieler spielen auf derselben Position, aber sie interpretieren diese auf unterschiedlichste Weisen. Es ist das Duell alt gegen jung, Athtletik gegen Fußarbeit, Blocks gegen Fakes, Dunks gegen Fußarbeit. Ich erlaube mir kein Urteil. Beide spielen eine tolle Saison und keiner hat hier die Niederlage verdient, vor allem eben, weil sie so schlecht miteinander zu vergleichen sind. Es wird auf jeden Fall toll anzuschauen und irgendwie wirkt das Matchup wie die Verkörperung des Duells von Old School vs. New School... (Unentschieden, 4-2)

Center -- Kendrick Perkins vs. Marc Gasol

Hansen: Marc Gasol ist das Kernstück der Grizzlies. Bilanz mit ihm: 40-19. Bilanz ohne ihn: 10-13. Sowohl seine schiere defensive Präsenz als auch sein Playmaking am anderen Ende des Feldes helfen seinem Team oft entscheidend weiter. Oft genug traf Kevin Durant letztes Jahr gegen Memphis den Korb nicht, weil sich in der Zone der Spanier breit machte. Das lag auch unter anderem daran, dass Kendrick Perkins noch um einiges weniger offensive Gefahr ausstrahlte als das bereits erwähnte Katzenbaby. So konnte Gasol ihn immer wieder komplett offen stehen lassen, um auszuhelfen. Das wird auch in dieser Serie eines der Hauptprobleme für die Thunder sein. Würde auf Center jemand stehen, der offensiv mehr kann als missglückte Rückwärts-Dunks (checkt unbedingt das Season-Shaqtin-a-fool), dann wäre Memphis Defense um einiges weniger furchteinflößend. Andererseits braucht Coach Brooks Perkins Härte und Erfahrung dringend für die eigene Verteidigung, damit Gasol offensiv keinen Schaden anrichten kann. Deswegen wird die Minutenzuteilung für den Thunder-Center ein sehr schwieriger Spagat werden. Der Punkt für das Duell geht aber natürlich an Gasol... (Punkt Gasol, 4-3)

Mannhart: Tragic Bronson vs. The Big Spain? Das soll ja wohl ein Witz ein. Hier ist jedes Wort zu viel so unangebracht, wie bei Prince und Durant. Der Defensive Player of the 2013 ist Perkins in jeder Lage des Spiel weit überlegen. Dies hier ist eines der Schlüsselduelle. Auch wenn Perkins ein guter Verteidiger ist, muss Memphis aus der Überlegenheit des Spaniers gegenüber ihm Kapital schlagen. Alles in allem sollte aber jedem klar sein, dass Perkins die Schwachstelle in der Thunder-Mannschaft ist, Gasol wiederum aber das Herzstück der Grizzlies... (Punkt Gasol, 4-4)

Bank -- Jackson/Butler/Collison/Fisher/Adams vs. Miller/Allen/Calathes/Davis/Johnson

Hansen: Zu OKCs Bank hatte ich hier schon mehrere Worte verloren. Seither ist noch Caron Butler zum Benchmob dazu gestoßen, Jeremy Lamb ist hingegen aus der Rotation gefallen. Insgesamt hat die Bank eine gute Ausgewogenheit zwischen Erfahrung, Jugend, Defense, Offense, Athletik und Cleverness. Den Dreier treffen Fisher (38%) und Butler (sagenhafte 44%) ziemlich gut. Jackson ist der Motor des Ganzen und Adams wird gegen die Big Men der Grizzlies eventuell wichtige Minuten sehen – es sei denn Brooks entschließt sich, lieber klein zu spielen, was mit dieser Bank auch kein Problem ist. Memphis ist dagegen vor allem auf Big etwas dünn besetzt, dazu ist Calathes als Back-Up-PG oft überfordert. Mike Miller und Tony Allen sind auf dem Flügel eine gute Kombo, vor allem Allens Defense kann für die Grizzlies noch wichtig werden. Miller ist der einzige Bankspieler, der konstant Dreier trifft. Der Dreier ist die Hauptschwäche der gesamten Mannschaft aus Memphis, da auch die Starting Five sich dabei nicht gerade hervortut. Da wäre natürlich eine gute Bank von Vorteil. Deswegen und aufgrund der besseren Big Man Besetzung der Thunder geht dieser Punkt in den mittleren Westen... (Punkt OKC, 5-4)

Mannhart: Vor der Verpflichtung von Caron Butler hätte ich wohl hier ein Tie gegeben. Die Bärenbank hat sich extrem verbessert im Gegensatz zur letzten Saison. Calathes gibt nach einigen Anlaufschwierigkeiten einen guten Backup für Conley, Miller bleibt tatsächlich gesund und knallt seine Dreier, wie es ihm befohlen wurde, Tony Allen hustlet, verteidigt, „gritet“ und „grindet“, Ed verpasst den Big Men Ruhepausen und Johnson bringt das gewisse Überraschungsmoment. Allerdings muss man zugeben, dass OKCs Bank Ähnliches bringt, aber einen Tacken besser. Jackson, Butler, Collison und Adams liefern genau das, was man von einer Contenderbank erwartet. Über D-Fishs noch vorhandene Fähigkeiten verkneife ich mir jedes Wort und klammer ihn doch einfach gekonnt aus... (Punkt OKC, 6-4)

Coaching -- Scott Brooks vs. Dave Joerger

Hansen: Neben der angeblichen Egozockerei Westbrooks ist Scott Brooks die zweite populäre Antwort, wenn es um die Erklärung von Misserfolg bei dern Thunder geht. Der „Coach of the Year 2010“ ist zwar sehr gut und erfolgreich im Entwickeln von jungen Spielern, allerdings hält er oft zu lange an altbewährten Mustern fest. Paradebeispiel ist hier die Finalserie von 2012, als er den gegen Miamis Small-Ball völlig ineffektiven Perkins viel zu lange spielen ließ. Aber auch Brooks lernt dazu, den Perkins-Fehler hat er diese Saison z.B. nicht wiederholt. Joerger ist dagegen ein völliger Novize als Headcoach. Davor war er jedoch lange Jahre erfolgreich Assistent von Lionel Hollins und entwickelte das defensive System der Bären. Sein Start als Cheftrainer war zwar durchwachsen, aber seitdem geht es bergauf. Zusammenfassend kann man sagen, dass keine Mannschaft beim Trainer einen Vor- oder Nachteil hat... (Unentschieden, 6-4)

Mannhart: Ich halte persönlich extrem wenig von Scott Brooks. Früher dachte ich, er wäre nicht für das Ingame-Coaching geboren, dafür wenigstens ein toller Spielerentwickler. Allerdings hatte er einfach nur die richtigen Spieler. Jüngste Beispiele, wie Lamb und Perry Jones III zeigen, dass er nicht unbedingt der Superman des Player Developements ist. Joerger hat auch so seine Macken: Er hasst Spieler, die überdrehen und sich auch nur einen Schritt vom Matchplan entfernen und handelt auch nach seinen Grundsätzen (Bank für Allen und Johnson). Der frisch gebackene Coach of the Month gilt aber auch als Urheber der hochgelobten Grizzlies-Defensive und schaffte es trotz der vielen Verletzungen in seiner Rookiesaison Resultate abzuliefern... (Punkt Joerger, 6-5)

Fans -- Oklahoma City vs Memphis

Hansen: Die Fans in Oklahoma City gelten als die besten der Liga. Die Halle in OKC ist fast immer ausverkauft, die Heimbilanz die zweitbeste der gesamten NBA. Die ganze Stadt steht hinter dem Team, die Anfangseuphorie nach der Relocation ist ungebrochen. Auch in Memphis ist traditionell gute Stimmung. Allerdings besitzt OKC den Heimvorteil und das könnte unter Umständen noch sehr wichtig werden... (Punkt OKC, 7-5)

Mannhart: Ja, den OKC-Fans eilt ein toller Ruf voraus, aber die 'Grizz Nation' steht den Thunder hier in nichts nach. Z-Bo hat einen eigenen Feiertag bekommen, 'Grit and Grind' ist ein Lebensmotto und das Leben in Tennessee wird vom Basketball bestimmt. Mit der Anfangsminute eines Spiels ist die Stadt wie leergefegt und man braucht nicht glauben, dass es während der Gametime noch Alternativbeschäftigungen neben der orangen Kugel gibt. Ich glaube, dass ein Unentschieden fair ist – immerhin sprechen wir von zwei der leidenschaftlichsten Fanbases... (Unentschieden, 7-5)

Momentum/Form -- Thunder vs. Grizzlies

Hansen: Die Bilanz der letzten Spiele gibt leicht den Ausschlag pro Memphis. Jedoch muss man bedenken, dass die noch den unbedingten Druck hatten, für die Playoffs zu gewinnen. OKC konnte sich die Niederlagen gegen die Pacers und die Pelicans leisten, Spiele, die normal wahrscheinlich anders gelaufen wären. Zudem wurden wichtige Kräfte wie Westbrook am Ende der Saison geschont. Ob das allerdings so sinnvoll ist, bleibt die andere Frage. Memphis ist im Fluss, musste die ganzen letzten Wochen Vollgas geben. Können sie dieses Momentum halten, sind sie in dieser Kategorie klar im Vorteil. Allerdings sind die Spieler dafür auch weniger ausgeruht, bei OKC gehen alle mit frischer Kraft in die Serie. Auch das kann ein Vorteil sein, muss aber nicht. Insgesamt ist diese Kategorie aber auch etwas überschätzt, meiner Meinung nach. Jeder Profisportler sollte sich in jedem Moment so konzentrieren können, als wäre es der entscheidende... (Unentschieden, 7-5)

Mannhart: Das Momentum liegt ganz klar auf Seiten der Grizzlies. Seit einigen Wochen schon spielen die Bären im Playoffmodus, kein Spiel durfte mehr abgegeben werden auf der Mission Playoffs. Ein fulminanter Schlussspurt gegen die direkten Konkurrenten aus Phoenix und Dallas ermöglichte den siebten Platz im Westen und in dieser Form wird es auch für Kevin Durant schwierig so zu scoren, wie er es gegen den Rest der Liga tat. In dieser Saison erzielt er gegen Memphis zwei Punkte weniger als gegen alle anderen. Memphis' schon wochenlang andauernder Playoffmodus wird den Thunder zu schaffen machen... (Punkt Memphis, 7-6)

Fazit

Unseren bescheidenen Meinungen nach wird es also ein Duell auf Augenhöhe, den Ausschlag wird Kevin Durant geben. Er ist der Star dieser Serie und nur, wenn die Grizzlies ihn stoppen können, gibt es eine Chance für Memphis. Alles in allem liegen die Vorteile leicht auf der Seite der Jungs aus Oklahoma.



Warum die Thunder gewinnen:

Die Thunder gewinnen die Serie, weil sie, im Gegensatz zum letzten Jahr, mit allen drei Stars in Topform antreten. Durant spielt die Saison seiner Karriere und Westbrook befindet sich schon seit seiner Rückkehr mehr oder weniger in Top-Form. Ibaka hat an beiden Enden des Feldes zugelegt, vor allem im Vergleich zur letzten Saison, als er gegen Memphis völlig verloren wirkte. Vor allem das Pick & Roll/Pop mit den beiden anderen Stars hat er perfektioniert. Dazu ist die Bank der Thunder deutlich besser als im Vorjahr, vor allem Adams' Größe und Toughness kann gegen Memphis noch von Vorteil werden. Auch Jackson bringt schon mehr oder weniger die ganze Saison Top-Leistungen von der Bank, während Butler der Second Unit die nötige Firepower gegeben hat. Die einzigen Spieler, die in letzter Zeit nicht in Topform waren, sind Sefolosha und Perkins. Besonders bei letzterem muss man hoffen, dass er defensiv sein Top-Niveau findet, denn dann kann Brooks seinen größten Vorteil ausspielen: den bockstarken Frontcourt der Grizzlies mit einem extrem großen und defensiv sehr starken eigenen zu kontern. Hier liegt meiner Meinung nach auch der Hauptschlüssel zur Serie: gelingt es OKC, Randolph und Gasol auszuschalten, kommt Memphis kaum auf 80 Punkte. 

Interessant wird dabei sein, ob Perkins/Adams gegen Randolph verteidigen oder gegen Gasol. Ich denke, gegen Randolph wäre sinnvoller, aber Brooks wird hier wohl die richtige Entscheidung treffen. Offensiv müssen die Thunder es schaffen, Memphis' starke Perimeter-Defense zu überwinden. Letztes Jahr konnte Durant bei jedem Angriff gedoppelt werden. Das ist nun nicht mehr möglich. Zwei Superstars in OKC sind für diese Grizzlies-Taktik einer zu viel. Die Thunder sollten sich auch hier durchsetzten können. Beides zusammen genommen, die starke Frontcourt-Defense sowie die Offensive um den besten one-two-punch der Liga werden dafür sorgen, dass OKC die ersten beiden Heimspiele gewinnt, das vierte Spiel aus Memphis klaut und daheim dann den Deckel drauf macht macht. 4-1 Thunder.

Warum die Grizzlies gewinnen:

Memphis kann Playoffs. Es ist die größte Stärke meines Lieblingsteams, dass sie schon 82 Regular Season Spiele lang im langsameren, kampfbetonten Playoffmodus spielen. Kevin Durant mag der Superstar sein, aber diese Saison wurde er schon in der regulären Saison in gewissem Maße entzaubert. Nur etwa 30% seiner Dreierversuche fanden gegen Memphis ins Ziel. Und genau diese Dreier kann heute auch Memphis treffen – dank Courtney Lee und einem stark verbesserten Wurf von Mike Conley können gegnerische Teams dieses Jahr nicht so weit absinken. Es ist noch lange kein Bilderbuchspacing, aber wir sehen uns in einer viel besseren Situation als in all den Jahren zuvor. Die allgemeine Dreierallergie der letzten Saison ist lange nicht mehr so drastisch und gibt uns einen Schub. 

Der wichtigste Grund für Memphis' Erfolg ist bekannt: Defense. Die Verteidigung wird Russ und Kevin Schwierigkeiten bereiten, und solange man in den Spielen im zweistelligen Scoringbereich, also unter 100 bleiben kann, liegen die besseren Chancen bei Memphis. Nur sechs Low-Scoring-Games wurden von den Grizzlies bisher verloren gegeben. Memphis schafft mit akzeptablem Spacing, toller Defense und einem schwächelnden Durant das Upset. 4-3 Grizzlies.