28 April 2014

Daniel Schlechtriem | 28. April, 2014   





Während die Playoffs in vollem Gange sind, hat die NBA per Amazon-Drohnen bereits ihre ersten individuellen Awards bei den rechtmäßigen Gewinnern abgeliefert (Dragic/Popovich/Noah). Auch die nbachef-Redaktion hat vor zwei Wochen abgestimmt. Jetzt sind die offiziellen Ergebnisse öffentlich einsehbar - und mit ihnen ein offensichtlich genauso vielschichtiges wie repräsentatives Abbild der abgelaufenen regulären Saison 2013/14.

MVP: Kevin Durant

Stats '13/14:
32,0 PPG | 7,4 RPG | 5,5 APG | 0,7 BPG | 1,3 SPG | 50,3% FG | 39,1% Dreier | 87,3% FT in 81 gm.

Highlights:
Ligaweit bester Scorer der Regular Season mit beinahe fünf Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Carmelo Anthony
- Erster Spieler seit 2006 (Kobe Bryant: 35,4 PPG), der im Schnitt 32 oder mehr Punkte auflegt
- 14 Spiele mit 40+ Punkten, zwei Spiele mit 50+ Punkten



Stünde an dieser Stelle ein anderer Name – die komplette Leserschaft würde zurecht Zeter und Mordio rufen und die Zurechnungsfähigkeit der Stimmberechtigten infrage stellen. Denn es fällt schwer, angesichts der Leistungen Kevin Durants noch Superlative oder angemessene Vergleiche zu finden. Selbst den großen Michael Jordan überholte Durant in dieser Saison, als er dessen Rekord an Spielen mit 25 oder mehr Punkten in Folge brach. Zwischen dem 7. Januar und 6. April gelangt 'KD' dieses Kunststück 41 Mal, einmal mehr als Jordan in der Saison 1986/87. Zum vierten Mal in fünf Jahren gewinnt Durant den Scoring Title, maßgeblich dank ihm sind die Thunder ein Schwergewicht in der so heftig umkämpften Western Conference. Noch beeindruckender erscheinen die erwähnten Fakten angesichts der Tatsache, dass Durant diese Zahlen Abend für Abend auflegt: In den vergangenen beiden Saisons setzte er jeweils gerade mal ein Spiel aus. 

Folglich kann man nur zu dem Fazit kommen, dass in der diesjährigen MVP-Wahl kein Weg an Kevin Durant vorbeiführt. So sieht das auch die #NBACHEF-Redaktion: Sämtliche Stimmen, satte 100%, entfielen auf die schlaksige Nummer 35 der Thunder. Kein Zweifel, keine Alternativen.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
"13/14 war von Beginn an ein Zwei-Superhelden-Comic. Am Ende hatte sich "Die Spinne" Punkte, Rebounds, Dreier, Blocks, Siege (+5), Ballverluste, ORtg, DRtg, PER, Win Shares, gebrochene NBA-Rekorde, 'mehr Bock auf Basketball' und den Titan-Mutanten aus Akron einkokoniert." 
(Seb Dumitru)

"Normalerweise ist es ein Career-Highlight, wenn man das gegnerische Team in der Crunchtime auf eigene Faust zerstört, doch nicht für den Durant dieser Saison – der macht es fast jeden Abend."
(Phil S./Hoosier Talk)

"Wie viele Punkte würde diese Scoring-Maschine auflegen, wenn Brooks ihn von der Leine ließe? Ganz nebenbei hat sich Durant zu einem der besten Verteidiger und Ballverteiler der Liga entwickelt. Sehen wird in diesen Playoffs eine Wachablösung ?"
(Rainer Ludwig/Miami Twice)

"Der unglaubliche 25-Punkte-Spiele-Streak klopfte die letzten Nägel in den MVP Sarg des Kevin Durant, der im Gegensatz zu letzten Jahr OKC auch ohne Westbrook auf Kurs hielt."
(Jeremias Heppeler/Buckshot)

"Selbst LeBron James hat es ja mehr oder weniger bestätigt, dass der zweitbeste Baller der Welt in der abgelaufenen Saison den besten Basketball gezeigt hat."
(Pascal Gietler/Shadez of Brooklyn)

"Durant. Nicht, weil ich es leid bin, für LeBron James zu stimmen, sondern weil Durant schlichtweg die bessere Saison gespielt hat."
(Hauke Büssing/Ballwerk Orange)

"Durant verbesserte seine Passfähigkeiten und Defense erheblich, trug das Team über große Teile der Saison auch ohne Westbrook und führt mit effizienter Wurfauswahl die Scoringliste an. LeBron ist, wenn er will, vielleicht immer noch der beste Spieler der Welt, gerade wegen seiner Passfähigkeiten und der Flexibilität in der Verteidigung, spielte jedoch diese Saison gerade in der Verteidigung öfters mit angezogener Handbremse." 
(Two Way Game)

"Durant war in diesem Jahr einfach das entscheidende Bisschen besser als LeBron."
(Marc Lange/Lob City Ledger)

Rookie of the Year: Michael Carter-Williams

Stats '13/14:
16,7 PPG | 6,2 RPG | 6,3 APG | 0,6 BPG | 1,9 SPG | 40,5% FG | 26,4% Dreier | 70,3% FT in 70 gm.

Highlights: 
Führender aller Rookies in den Kategorien PPG, RPG, APG und SPG
- Rekord für die meisten Steals beim NBA Debüt (9)
- Letzter offizieller RoY außerhalb der Top 10: Mark Jackson (1987, 18. Pick, New York Knicks)



Gegenwärtig ist es nicht besonders sonnig in Philadelphia, doch zumindest hinter den Wolken scheint es hell. Der Grund heißt Michael Carter-Williams, gerade mal der 11. Pick im letztjährigen Draft. Auch wenn für die Sixers in diesem Jahr nichts zu holen war (/sein sollte), war Carter-Williams oder kurz MCW von Anfang an auf einer Mission: Bei seinem Debüt schrammte er knapp an einem Triple Double gegen keinen geringeren als den amtierenden Champion aus Miami vorbei, er wurde in seiner ersten Woche als Profi auch gleich zum Spieler der Woche des Ostens gewählt – eine Ehre die seit 1992 (Shaq) keinem Rookie zuteil wurde. Carter-Williams holte im Saisonverlauf zwei Triple Doubles und wurde vier von sechs Mal zum Rookie des Monats gewählt. Mit seinen über 16 Punkten, 6 Rebounds und 6 Assists im Rookie Jahr ist er in bester Gesellschaft: Dies gelang bisher nur Oscar Robertson (1961) und Magic Johnson (1980).  

Carter-Williams siegte mit 52% der Stimmen vor Victor Oladipo (Orlando Magic) mit 36%. Immerhin noch 8% gingen an Mason Plumlee von den Nets, dank seiner starken Auftritte zu Saisonende holte Gorgui Dieng von den Timberwolves noch 4% der Stimmen

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
"Argumente gegen MCW existieren einfach nicht. "Good Stats on a bad team" soll für Carter-Williams gelten, für Oladipo aber nicht? Orlando hat doch auch nur vier Siege mehr." 
(Philipp Rück/Brotherly Love)

"MCW führt die Rookies bei den Punkten, Rebounds, Assists und Steals an. Zu kritisieren sind seine Wurfquoten, aber da glänzt auch sein Hauptkonkurrent Oladipo nicht."
(Two Way Game)

"MCW enterte die Liga mit einem Knall - und bretterte im Verlauf der Saison gegen die Rookie-Wall. Die dumpfen Statistiken lassen in einem schwachen Jahrgang aber keine andere Wahl zu."
(Jeremias Heppeler/Buckshot)

Coach of the Year: Jeff Hornacek

Stats '13/14:
32,0 PPG | 7,4 RPG | 5,5 APG | 0,7 BPG | 1,3 SPG | 50,3% FG | 39,1% Dreier | 87,3% FT in 81 gm.

Highlights:
- Siege gegen alle Playoff-Teams des Westens, ausgenommen Memphis
- Nach Larry Bird und Larry Drew erst der Dritte der NBA-Geschichte, der sowohl zum Spieler als auch zum Coach des Monats gewählt wurde
- Erster Coach der Suns-Historie, der seine ersten vier Heimspiele gewann



Das Team mit der besten Bilanz stellt auch den besten Trainer. So funktioniert es beim All-Star Game und oftmals auch bei der Abstimmung zum Ende der Saison. Doch nicht hier: Die #NBACHEF-Redaktion entscheidet sich erfolgsunabhängig für Jeff Hornacek von den Phoenix Suns und bewertet seine Leistung, ein Team beinahe in die Playoffs geführt zu haben, das selbst nach starkem Beginn absolut niemand auf der Rechnung hatte, höher als die des fraglos besten Trainers der Gegenwart, Gregg Popovich von den Spurs, für den 60+ Siege und die ligaweit beste Bilanz eben doch nur 'another day at the office' sind. Die Suns holten unter Hornacek 48 Siege, beinahe doppelt so viel wie im Vorjahr unter Alvin Gentry und Lindsey Hunter – und das mit Eric Bledsoe als einzig namhaftem Zugang, während Veteranen wie Scola, Gortat und Dudley abgegeben wurden und von Veteran Okafor sowie Top Pick Alex Len (vorerst) nichts zu erwarten war. Hornacek hat es in seinem ersten Jahr als NBA Head Coach geschafft, eine junge und hungrige Truppe zu formen, der man nicht nur milde lächelnd Potential bescheinigen muss, sondern die in naher Zukunft absolut ernstzunehmen ist und die unter normalen Umständen heute Postseason Basketball spielen würde.

Überraschend deutlich setzte sich Hornacek gegen besagten Popovich durch. Auf den ehemaligen Scharfschützen entfielen 44% der Stimmen, Popovich musste sich mit gerade mal 24% begnügen. Weitere Stimmen entfielen auf Chicagos Tom Thibodeau (16%), Steve Clifford von den Bobcats (8%) sowie Doc Rivers von den Clippers und Dwane Casey von den Raptors (je 4%). 

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
"Keiner, aber wirklich keiner hatte vor der Saison einen Pfifferling auf die Suns gesetzt. Hornacek aber entwickelte ein vitales, funktionales System und ein Team voller MIP-Kandidaten. Mehr geht nicht!"
(Jeremias Heppeler/Buckshot)

"Ein Trostpreis für Hornacek und die Suns, die die Playoffs verdient hätten. Rein objektiv muss der Titel an Popovich gehen."
(Hauke Büssing/Ballwerk Orange)

"Vor der Saison war Phoenix auf dem Papier die vielleicht schlechteste Mannschaft, Hornacek hat uns beeindruckend das Gegenteil bewiesen." 
(Marc Lange/Lob City Ledger)

Defensive Player of the Year: Joakim Noah

Stats '13/14:
12,6 PPG | 11,3 RPG | 5,4 APG | 1,5 BPG | 1,2 SPG | 47,5% FG | 73,7% FT in 80 gm.

Highlights: 
Mindestens 10 Rebounds in jedem Spiel zwischen dem 28. Dezember und 1. Februar bei einem Durchschnitt von 13,9
- Erster von der Liga sanktionierter Spieler unter dem neuen Commissioner Adam Silver (15.000 $ Strafe für seinen Ausraster gegen Sacramento am 4. Februar)
- Chicagos erster offizieller DPOY seit Michael Jordan (1988)



Die Chicago Bulls beendeten die Regular Season als Zweite im Defense Efficiency Rating (97,8), ihre Gegner hatten die zweitschlechteste Field Goal Percentage (43%). Die Nummer eins der individuellen Defensivspezialisten geht jedoch nicht nach Indiana, die in den genannten Kategorien an erster Stelle stehen, sondern an Joakim Noah. Dieser gewinnt den Award, obwohl er weder in reinen Kategorien wie Blocks per Game, noch in Advanced Stats wie dem Defensive Rating oder der Defensive Rebound Rate zur Spitze gehört. Vielmehr ist es wohl sein unermüdlicher Einsatz, den eigenen Korb mit einer bemerkenswerten Zähigkeit und Konzentration zu verteidigen und dabei so viele wertvolle Dinge zu tun, die nach Spielende in keinem Stat Sheet auftauchen. Noah ist das Rückgrat der knüppelharten Chicagoer Verteidigung und Coach Thibodeaus sprichwörtlicher verlängerter Arm auf dem Spielfeld. 

Nach der Wahl ins All-Defensive Team 2010/11 sowie 2012/13 ist der Gewinn dieses Awards der logische nächste Schritt. Noah ist endgültig aus dem Schatten seines prominenten Vaters getreten, wie auch die Abstimmung der #NBACHEF-Redaktion deutlich zeigt. Der Center der Bulls verweist mit starken 68% der Stimmen seinen Eastern Conference Rivalen Roy Hibbert von den Pacers (24%) auf einen klaren zweiten Platz. Mit gerade mal 4% mussten sich Paul George (ebenfalls Indiana Pacers) und LeBron James (Miami Heat) geschlagen geben.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
"Noah inspiriert und motiviert seine Teamkollegen wie kein Zweiter. Durch seine Help-Defense können Flügelverteidiger aggressiver mit mehr Risiko verteidigen und Kraft für die Offensive sparen, weil sie ihn hinter sich wissen. Er ist und bleibt das Herz und die Lebensversicherung dieser Bulls."
(Rainer Ludwig/Miami Twice)

"Noah hat vielleicht nicht die körperlichen Voraussetzungen eines Hibbert, Ibaka oder Davis - in der Defense entscheiden aber auch andere Dinge: Wille, Motivation, absolute Bereitschaft und Kommunikation - all das zeigt Noah auf MVP-Niveau."
(Jeremias Heppeler/Buckshot)

"Hier stellt sich überhaupt keine Frage: Noah und Thibodeau haben die Saison der Bulls mit Defense gerettet."
(Hauke Büssing/Ballwerk Orange)

"Roy Hibbert kann den Korb sicherlich besser schützen als Noah. Für letzteren sprechen aber andere Gründe: Konstanz, Rebounding, Help-Defense, Energie, Kommunikation und vor allem: Noah kann wie kein anderer Big Man auch bei einem Switch vor dem Flügelspieler bleiben und diesen in der
Mitteldistanz verteidigen. Er setzt Thibodeaus System perfekt um und ist der Grund dafür, dass die
Bulls ohne Rose und nach dem Trade von Deng nicht in die Lottery abgerutscht sind."
(Two Way Game)

Most Improved Player: Goran Dragic

Stats '13/14:
20,3 PPG | 3,2 RPG | 5,9 APG | 0,3 BPG | 1,4 SPG | 50,5% FG | 40,8% Dreier | 76,0% FT in 76 gm.

Highlights:
Übertraf seinen Career High in Punkten drei Mal innerhalb eines Monats (34 → 35 → 40 im Februar)
- Sechstes Mitglied im 20/50/40-Club: Im Schnitt 20 Punkte bei 50% Trefferquote und 40% von Downtown. Vor ihm schafften das nur sein Coach Jeff Hornacek sowie Drazen Petrovic, Dirk Nowitzki, LeBron James und Kevin Durant
- Spieler der Woche (27. Januar – 2. Februar) in der Western Conference



Steigert ein Spieler seine Ausbeute im Vergleich zum Vorjahr um beinahe sechs Punkte im Schnitt auf über 20 und erhöht dabei seine Trefferquote um 5% aus dem Feld und 8% von der Dreierlinie, kann man nicht nur von einer klaren Verbesserung sprechen, sondern von der wohl beachtenswertesten Verbesserung des ganzen Jahres. Goran Dragic ist endgültig unter den Elitespielern der NBA angekommen, als Spieler und als Führungskraft. Die in der Kategorie Coach of the Year erwähnten Erfolge sind zuallererst auf den 27-jährigen aus Ljubljana zurückzuführen.

Zurückgegangen im Vergleich zum Vorjahr sind die Assists des Slowenen von 7,4 auf 5,9 – aber das ist zum einen dem anderen Spielmacher auf dem Feld, Eric Bledsoe, zum anderen dem schnelleren und zielgerichteteren Spielstil Hornaceks geschuldet, der Dragic mehr Freiheiten auf dem Feld lässt und dieser häufiger selbst den Abschluss sucht. Mit Erfolg.

Dragic setzte sich mit 44% deutlich gegen die Konkurrenz durch. 28% der restlichen Stimmen entfielen auf Anthony Davis von den Pelicans, 16% auf Dragics Teamkollege Gerald Green, jeweils 4% gingen an DeAndre Jordan, Blake Griffin (beide L.A. Clippers) sowie Lance Stephenson (Indiana Pacers). 

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
"Vielleicht wird er unter Hornacek einfach besser eingesetzt als zuvor. Dennoch war Dragic in den letzten Jahren nicht die verheerende Pick & Roll Maschine, die er in diesem Jahr geworden ist."
(Phil S./Hoosier Talk)

"Dragic hat die von Experten vor der Saison als Kanonenfutter abgestempelten Suns fast in die Playoffs geführt und das im Westen. Auch der Ausfall von Bledsoe konnte ihn nicht stoppen. Extralob für die gute Effizienz und die gesunkene Turnover-Rate trotz höherer Usage-Rate.
(Two Way Game)

Sixth Man: Taj Gibson/Jamal Crawford

Stats Gibson '13/14:
13,0 PPG | 6,8 RPG | 1,1 APG | 1,4 BPG | 0,5 SPG | 47,9% FG | 75,1% FT in 82 gm.
Highlights Gibson: 
Karrierebestwerte in PPG, BPG, APG, FT% und bei den gespielten Minuten
- Erzielte zwei Mal 26 Punkte (Career High)

Stats Crawford '13/14:
18,6 PPG | 2,3 RPG | 3,2 APG | 0,2 BPG | 0,9 SPG | 41,6% FG | 36,1% Dreier | 86,6% FT in 69 gm.
Highlights Crawford: 
Die meisten PPG aller Bankspieler
- Erzielte sechs Mal über 30 Punkte





Unentschieden gibt’s im Basketball bekanntlich nicht. Bei Award-Wahlen selbst mit ungerader Stimmabgabe kommt das aber durchaus vor und deshalb müssen sich Taj Gibson und Jamal Crawford diese Auszeichnung teilen. Bei der Kategorie Bester sechster Mann wird gerne mal das alte Sprichwort zitiert, es komme nicht darauf an, ob man startet, sondern ob man das Spiel beendet. Das trifft auf beide Gewinner dieser Kategorie zu. Beide standen sie rund 30 Minuten auf dem Feld – ein Spitzenwert für Bankspieler.

Gibson, der in allen Spielen der Regular Season auf dem Feld stand, war maßgeblich daran beteiligt, dass die Bulls nicht nur die gelegentlichen Ausfälle von Carlos Boozer (physisch oder nicht-physisch) kompensieren konnten, sondern auch, dass die Chicagoer trotz des Ausfalls ihres Franchise Players und des Trades um Luol Deng am Ende Platz vier und damit Heimvorteil in der Postseason erreichten. Als Boozers designierter Nachfolger steht Gibson bereits Gewehr bei Fuß: In den acht Spielen der abgelaufenen Saison, in denen er startete, legte der 28-jährige starke 19,3 PPG, 9,8 RPG, 2,8 APG und 1,8 BPG auf. Ihn wird man in dieser Kategorie aller Voraussicht nach nicht mehr sehen.

Ganz im Gegensatz zu Jamal Crawford, der so etwas wie der Protoyp des scorenden Bankspielers ist. Crawford gewann diese Auszeichnung offiziell bereits im Jahr 2010. In seinen 14 Jahren in der NBA war er lediglich in fünf Saisons Starter – obwohl er lediglich in seinem Rookie-Jahr im Schnitt auf weniger als 20 Minuten kam. Der Veteran kann sofort heiß laufen und gegen jeden Gegner ohne Anlaufzeit nicht nur punkten, sondern den Unterschied machen. Deshalb ist er als Rückversichung so wertvoll und unverzichtbar für Doc Rivers und die Clippers im Kampf um die Krone der Western Conference. Und der inzwischen 34-jährige ist noch nicht am Limit: Die 18,6 Punkte im Schnitt sind die meisten, die er in seiner Laufbahn von der Bank kommend erzielte. 

Gibson und Crawford teilen sich den ersten Platz mit jeweils 36%. Weitere Stimmen entfielen auf Manu Ginobili (San Antonio Spurs) und Markieff Morris (Phoenix Suns) mit je 12%, die restlichen 4% gingen an den Veteranen von den Dallas Mavericks, Vince Carter. 

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
"Gibson ist der perfekte Bankspieler: Er liefert pure Energie und einen homogenen Übergang zwischen 1. und 2. Einheit. Dass er mit die meisten Crunchtime-Minuten ligaweit sieht, unterstreicht die Tatsache, dass er Carlos Boozer längst abgehängt hat - aber in der Bankrolle viel wichtiger für die Bulls ist."
(Jeremias Heppeler/Buckshot)

"Der Energizer von der Bank schlechthin…  Einen wie Crawford gibt es kein zweites Mal in der Liga. Er kann in jedem Spiel im Alleingang den Unterschied ausmachen. "
(Marc Lange/Lob City Ledger)

Die Votes im Überblick: