25 April 2014

nbachefsquad | 25. April, 2014    @nbachefkoch






Playoffs, Baby! Die echte Saison ist endlich unterwegs. Bei so viel irrsinniger Action auf einmal würde es kaum Sinn machen, traditionell zu berichten und das Chaos-Element dieser Wochen zu vernachlässigen. Kein Grund zur Sorge: die nbachefsquad ist zur Stelle wie LaMarcus Aldridge in Crunchtime und versorgt euch täglich mit den feinsten Petitsbouches zur NBA-Postseason.


Seb Dumitru: Wann ist Veränderung unumgänglich? Wann ist der Moment erreicht, an dem du realisierst, dass du etwas umgestalten musst, weil dein (Coaching-) Leben davon abhängt. Frank Vogels Job mag "safe" sein, wie General Manager Kevin Pritchard erst jüngst wieder erklärte, aber jeder sieht, was hier vor sich geht: der Pacers-Dampfer sinkt, und Kapitän Vogel wird wohl oder übel mit über Bord gehen.

Vogel ist ein loyaler Typ. Einer mit Vorgeschichte: bevor er vor drei Jahren zum Head Coach empor stieg, war er Assistenztrainer bei den Pacers. Er war es, der Roy Hibbert damals unter seine Fittiche nahm, mit ihm unzählige Stunden in der Halle verbrachte und ihm nach und nach sowohl Selbstvertrauen als auch klare Rollen in Offense und Defense verpasste. Low Post im Angriff, "Verticality" in der Verteidigung - zwei simple Prinzipien, aber weniger ist bekanntlich oft mehr. Für den 2,20 Meter Lulatsch war es das definitiv. Je komfortabler Hibbert wurde, desto besser wurde auch Indiana. Playoffs, Divisionstitel, Conference Finals, Nummer eins Seed...

Was ist schief gegangen? Wie kann ein All-Star Center von jetzt auf gleich so zerfallen? Haben ihn all die Lorbeeren verdorben? Hat er sich irgendwo unterwegs selbst verloren? Unfähig, sich nach dem geglaubten Erreichen seiner individuellen Ziele (bester Defensivcenter der Liga, All-Star, All-Defense Kandidat) neue zu stecken? Hat der lebendige Geist von Andrew Bynum, der tagtäglich durchs Fieldhouse spukt, etwas mit diesem beispiellosen Niedergang zu tun? Viele glauben nach wie vor, die Zerstörung dieses Teams nach der All-Star Pause sei in erster Linie Evan Turners Husarenstück. Das wahre Problem aber hieß und heisst Roy Hibbert. Seine Splits nach dem All-Star Break: 8.9 Punkte, 4.7 Rebounds und 39% FG pro Spiel. In den letzten beiden Saisonwochen: 5.3 Punkte bei 25% FG. Und in den Playoffs jetzt, nach drei absolvierten Partien, von denen seine Mannschaft zwei verloren hat, obwohl sie gegen eines der schwächsten Postseason-Teams der letzten 20 Jahre antritt: 6 Punkte, 4.7 Rebounds, 28% FG, null Blocks.

Hibbert findet überhaupt nicht statt. Einerseits, weil ihn die perfekt auf- und eingestellten Hawks mit ihren fünf den Perimeter säumenden Dreierschützen weit hinaus ziehen, dorthin, wo er komplett neutralisiert werden kann und zum Non-Faktor verkommt. Andererseits, weil Indiana mit dem Kopf durch die Wand will. Immer wieder geht vorne der Ball nach innen zu Hibbert, der aber nicht einmal gegen den 20 Zentimeter kleineren Paul Millsap seine Post-Position halten kann und krumme Fadeaway-Würfe nimmt, statt sich in die Zone durch zu powern und stehend über seine Gegner drüber zu stopfen. Ballverluste, Schrittfehler, Dunks auf den Ring... Hibbert wirkt amateurhaft, die Pacers ohne ihn verloren.

Jetzt ist vor allem Vogel gefordert. Schafft es der Coach und lange Zeit größte Unterstützer Hibberts, jetzt die richtige Entscheidung für das Team zu treffen? Die heißt, gegen Atlanta: klein spielen. Und schnell. Zumindest "schnell-er." Die Lösung? Mehr Scola und Mahinmi, ganz viel C.J. Watson (+14.5 NetRtg), dazu George (+4.2) und West (+1.6), am besten über 48 Minuten. Hibbert (-4.3) auf die Bank, wo Hill (-2.2) und Stephenson (-7.0) auch häufiger Platz nehmen sollten. Die Pacers brauchen zwar ihren Big Man, wenn sie ihre Ziele erreichen wollen. Aber diese Erstrundnserie gegen die Hawks, die ist nichts für Roy Hibbert. In seinem mentalen Zustand schon zwei Mal nicht. Wenn Vogel das nicht endlich realisiert, wird er schon ab nächster Woche unendlich viel Zeit zum Nachdenken haben.



Anno Haak: Das Jesus-Bild ist ausgelatscht (muahh). Der Niedergang der Indiana Pacers hat mittlerweile eher was vom Untergang des römischen Reiches. Alles da: dekadente Selbstbeschäftigung (ja, Ihr Evan und Lance aka. „I didn’t throw a punch“), Privateskapaden (Paul George), die Fußsoldaten-Körpersprache eines Lammes auf dem Weg zur Schlachtbank, ein Feldherr, der stur bei einem Plan bleibt, der nicht funktioniert und oben drüber ein Imperator, dessen Nacken Burnout vom Kopfschütteln zu bekommen droht.


Der Corpus iuris Paceris von Spiel 3, der aussieht wie die fünf Gebote.

I) DU SOLLST GUT STARTEN!
Aggressiv aus dem Locker kommen ist keine Garantie für nichts. Aber wie man in vier Minuten den Grau-Ton für ein ganzes Spiel setzt, wissen die Pacers. Erste Pacers-Possession: Turnover. Erste Hawks-Possession: unmotivierter Reach-in gegen Korver. Damit es sich lohnt, gleich beim Dreier. Erster Hibbert-Wurf: nichts als Brett. Nach 200 Sekunden hat George zwei Fouls und sitzt für den Rest der Periode. Wenn die Hawks nach Spiel zwei Zweifel bekommen haben sollten, sind sie im Keim erstickt. Atlanta schießt 1/7 Dreier und hält das Spiel bei 24-24 nach dem ersten Viertel.

II) DU SOLLST DAS HANDTUCH SCHWENKEN!
Damit ist wohl auch der Bench-Mob mental aus dem Spiel. Wenn in Atlanta jemals Bankspieler ein Game apathischer verfolgt haben als die Zuschauer, dann…your Indiana Pacers, ladies and gentlemen. Wie sich der zweite Pick von 2010 bisweilen fläzte, ist ein stummer Schrei nach einem Fön von Larry Legend oder einem weiteren Stephenson-Schwinger. „Aber er ist ein Upgrade zu Granger!“ Merkt Ihr selber, ne!

III) DU SOLLST DEINE OFFENSE EHREN!
Defense wins championships. Aber auf dem Weg dahin müssen Spiele gewonnen werden, und die gewinnt die Offense. Die Hawks schießen in der ersten Hälfte 30% aus dem Feld und nur zwei von 16 Dreier. Und führen mit einem zur Pause. Weil sie dank größerer Aggressivität doppelt so oft an die Freiwurflinie dürfen. Weil Indiana von 25 eigenen Fehlwürfen sagenhafte zwei (in Ziffern: 2!) am offensiven Brett einsammelt und weil Roy Hibbert Tragic Bronson ist (2-6 FG in Hälfte eins). Das Pacers-Offensivrating in der Postseason liegt jetzt bei 99,6. Satte 0,2 über dem Sixers-Wert der regulären Saison. So gut kann man gar nicht verteidigen.

IV) DU SOLLST KLEIN SPIELEN!
Frank Vogel will nicht klein spielen, will nicht Scola und West zugleich bringen. Warum zum Falken fressenden Geier nicht, fragt man sich. Small is f***in‘ beautiful. Antics viertes Foul und sein Benching sowie Hibberts bemitleidenswerte (erster Rebound im dritten Viertel!) und Mahinmis mumienhafte Performances zwingen Vogel (mit Verzögerung) im vierten Viertel zu seinem Glück. Offensiv bringt das entstehende Spacing die Hawks in Verlegenheit. Scola führt die Pacers mit einem Jumper und einem Drive zu einem 7-0-Lauf. Vor wem Vogel den Ring eigentlich beschützen will, bleibt bei der Falken-Lungerei am Perimeter sein Geheimnis. Teagues Drives abräumen kann West genauso gut wie Roy H.



V) DU SOLLST DIE REVIEW RULE ABSCHAFFEN!
Ein deutscher Philosoph sagte einst: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“ Kommen in der NBA dann noch die Review Regeln und Knick-Optik-Refs dazu, kann man sich den Haufen gleich freiwillig ins Gesicht schmieren. Knapp 7:30 Minuten vor Schluss haben sich die Pacers dank Scola von zwölf auf vier Zähler Rückstand heran gerumpelt. Stephenson macht sein einzig gutes Hustle play des Tages, sichert einen umkämpften Defensivrebound und einen Flutschfingeranfall später den Ball kurz vor der Baseline. Die Refs geben den Ball aus. Review? Nein, nur in den letzten zwei Minuten, Ihr versteht. Einwurf Hawks, Dreier Korver. Mit Foul. 2:50 Minuten zu gehen. Pacers sechs zurück. Doppel gegen Teague. George stellt die Mitte zu, Scola treibt den Point Guard an die Außenlinie, die Schussuhr tickt Richtung null, Zirkus-Dreier von JT aus vollem Lauf. Bang! Review? Hell yeah. Dreier oder Zweier geht immer. Man sieht, dass Teague vor dem Wurf auf die Außenlinie tritt. Also Nullinger, oder? Hell no. Letzte zwei Minuten und so. Zum Mitschreiben: die Refs sehen, dass Teague den Dreier (es war einer) quasi von out of bounds lötet und…müssen ihn geben. Wenn dieses hässliche Spiel ein Gutes hat, dann, dass es vielleicht zum Sargnagel für die irrsinnigen Review Rules werden könnte. Was das den Pacers hilft, fragt Ihr? Nichts.

Anmerkungen: Indiana brennt wie Neros Rom. Lichter! Loh! Paul George biss und kratzte zwar (13 Rebounds, 3 Steals), aber es sind schon bessere Teams an 27% FG ihres go to guys gescheitert. Vielleicht behält Scola den Schlauch in der Hand. Man fragt sich, wann Indy den Falken den Schnabel abschneiden will, wenn nicht an einem Abend, an dem Atlanta nur 38,4% aus dem Feld wirft. "Reliqua deinceps persequemur…"


Anno Haak: Als Pelikane noch Hornissen waren und nur Biologen wussten, was Rotluchse sind, sahen sich Charlotte und Miami zuletzt in den Playoffs. Spieler mit türkiser Vergangenheit am South Beach (Anthony Mason, Eddie Jones), Akteure mit dem Flammenball in der Vita in Charlotte (Jamal Mashburn, P.J. Brown). Und über allem der lange Schatten des nierenerkrankten größten Stars beider Franchises bis 2003: Zo als Heatle. 2001 war das. „Wenn ich groß bin, werde ich eine Rivalität“, schien die Serie zu flüstern. Drei Jahre später zogen die Hornets in den Westen um. Die Todfeindschaft, sie wurde keine.



So, „Früher-war-alles-besser“-Reflex alter Männer unterdrückt, Postseason anno 2014 an, Heat vs. Bobcats, Spiel zwei, los. Gefühlt immer 'two passes away' rotieren die Heat durch ihre Defensivsets. Kommst Du jetzt nicht, kommst Du später. Ist das noch die Überheblichkeit des Vaters, der dem kleinen Sohn nicht die Freude am Spiel nehmen will, oder schon Pomadigkeit? Die Stimmung in der Halle ist eher „Cleveland“ als „Toronto“. Es sind mehr Plätze frei als im dritten Akt eines Regietheaterstücks. Erstes Viertel gegen die Bobcats? Man muss ja nicht jeden Mist mitmachen.

So plätschert das Spiel dahin. Nach sieben Minuten stopft Henderson gegen Wade mit Foul. Good Mourning, Heat! (Wortspiel-Alarm, siehe oben). Die nächsten fünf Minuten ist ein Zeller-Follow der einzige Treffer aus dem Feld. 16-3-Run der Heat. Während Big Al in der Kabine behandelt werden muss, kriegen die Heat einen melancholischen Moment. Wie jemand, der das eigene Bett für einen Schlafwagen hält und sich wundert, dass der Zug ohne ihn den Bahnhof verlässt, gucken sie zu, wie Ridnour den Dreier mit Buzzer und Brett netzt. Heat zehn Punkte vorn.

Mitte der Zweiten haben die Cats einen 14-2-Run gebastelt. Walker nimmt ein Offensivfoul des Noch-MVP in Transition an. Das sieht aus, als würde ein Erdmännchen ein Charge eines Zuges „annehmen“. Derweil vergleicht Greg Anthony MKG mit Jason Kidd. Ich dachte, Ihr solltet das wissen. Beiden habe als Rookie der Wurf gefehlt und der „kommt irgendwann von selbst!“ Ah so. Rachel Nichols erzählt was von Schmerzmitteln, die Big Als bester Freund geworden seien. Jefferson ist übrigens zurück. Stoisch schmeißt Miami derweil die Trap-Defense an. Ein 16-2 Lauf. Aber was war nochmal dieses „Closeout“? Dreier Neal, Dreier Walker, Horn, Halbzeit. Kuuchen!

Als die zweite Halbzeit 90 Sekunden alt ist, haben die Bobcats zehn Punkte in Folge gemacht. Sie spielen ihr bestes Playoff-Viertel überhaupt. Der Ball wird bewegt, es gibt nur 2 Turnover. So limitiert scheinen die Horncats offensiv gar nicht zu sein. Miami lässt sie machen, führt ja immer noch mit sieben. Mitte des Schlussviertels raffen die Heat sich zu einem 10-0-Lauf auf. Deckel drauf. Denkt man. Es folgt: ein melancholischer…10-0-Antwort der Cats. Ich weiß, „Game of Runs“ und so. Aber so müssen LSD-Trips sein. Man guckt in die Luft und fragt: „Erkennt noch jemand ein Muster?“

In der letzten Minute verpasst der Most Improved Player der Herzen und immer-noch-MVP einen Freiwurf, dazu ein Ballverlust: nur noch 98-94. Mit 20 Sekunden auf der Uhr haben sich die Heat ein Playoffspiel organisiert. Kemba Walker macht den Lillard. Ein Zirkus-Dreier über den Birdman. Es folgen Freiwürfe der Heat und…Turnover der Cats. Miami überlebt. Sonst noch? Bester Spie… ach komm, Boxscores könnt Ihr selbst lesen.

Zynismus aus: wenn man akzeptiert, dass das Ergebnis vorher feststeht (Bilanz Charlotte-Miami seit 2010 jetzt: 0-17!), machen diese Bobcats Laune. Die Verteidigung ist ohnehin etwas für echte Liebhaber. Die Stars wachsen. Henderson macht LBJ-Sachen, wie den Slam über Wade, einen Alley-Oop auf Pass von McRoberts (nein, ich habe kein LSD konsumiert), einen Abriss von einem Block gegen Haslem. Walker spielt sich den Arsch ab (5-18 FG ist eher mittel, aber der Hustle, Manfred, der Hustle) und Jefferson bleibt Jefferson. „Dieses Team geht Orte“, wie bing sagen würde. Aber eben nur noch nicht in dieser Serie. Nicht 2014.

P.S.: So toll war die 20001er Serie nicht. Drei Blowouts der Hornets. Feierabend. Siehste, alter Mann!


Philipp S.: Mittwoch Nacht traf der Notruf ein. Die zuletzt gestartete Texas-Rakete mit dem innovativen wie gleichwohl simplen Namen '02-Houston' hatte Schlimmes zu vermelden. Die Rakete sei zwar noch flugfähig und die Crew sei weitestgehend unversehrt, es seien jedoch mittelgroße Schäden entstanden, die nach einer ebenso schnellen wie effizienten Problemlösung verlangten. Sollte es der Crew rund um Captain Kevin nicht gelingen, die Schäden zu reparieren, sei die Rakete ernsthaft absturzgefährdet.

Wie kam es zu diesem Unfall? War es einfach nur eine Panne? Oder waren es "Terroristen", wie Verschwörungstheoretiker behaupten? Immerhin sind einige der Vielversprechendsten der Szene an Bord dieser Maschine. Denkbar also schon... Tatsächlich jedoch geriet die Rakete in einen gewaltigen Meteoritenschauer mit dem kryptischen Namen 'LMA40'. Dieser sei den Texanern zwar bereits im Vorfeld bekannt gewesen, nur hatte man sich nicht auf ihn vorbereitet. So kam es, dass die Rakete gleich zweimal in drei Tagen von mehr als 40 Meteoritenteilen erwischt wurde.

--- 8:30 Uhr ---
Unbekannt ist bisher außerdem, ob sich die Rakete mittlerweile durch den Meteoritenschauer hindurchbewegt hat – und somit außer Gefahr ist. Ein kluger Mann am anderen Ende der Welt jedenfalls stellte heute morgen die These auf, dass die Rakete vom Weg abgekommen sei und sich geradewegs in Richtung eines schier unbezwingbaren, riesigen Meteoritengürtels bewege. Dieser Gürtel ist unter ausgewählten Experten als 'PDX' bekannt.

--- 12:45 Uhr ---
Mittlerweile liegt ein erster Bericht zum Verhalten der Besatzung vor. Angeblich habe die Abwehr der Meteoriten unter der Führung des Astronauten Dwight H. gut funktioniert. Man habe kaum Fehler in Planung und Durchführung begangen – der Meteoritenschauer sei einfach zu stark, zu mächtig gewesen. Zwar gibt es Zugeständnisse, man hätte sich besser verteidigen sollen, doch der subtile Kontext sagt etwas anderes: Diese Crew hätte es kaum besser machen können. Manche munkeln dennoch, die Texaner hätten eine zu schwache Mannschaft für diese Aufgabe zusammen gestellt, andere hingegen behaupten einfach, man hätte härter durchgreifen müssen.

--- 14:30 Uhr ---
Seit einigen Minuten liegt der nächste Bericht vor. Diesmal habe man das gesamte Verhalten der Crew analysiert und könne nun – nach immer wiederkehrenden, lästigen Theorien – auf ein teilweises Fehlverhalten der Besatzung schließen. Zwar sei man sich einig, dass der Meteoritenschauer gewaltig und wuchtig gewesen sei. Dennoch hätten die Schäden weit geringer ausfallen können, wenn die Crew besser zusammen gearbeitet hätte. Laut des Berichts hat Astronaut 'Dwight Howard' sehr früh die Initiative ergriffen und den Angriff gestartet. Seine Kollegen gaben ihm den Vortritt und er lieferte Ergebnisse. Leider jedoch – wie sich nun immer mehr herausstellt – zulasten seiner Kollegen, die dadurch kaum zum Zuge kamen. Von Teamwork gab's nicht den Hauch einer Spur. Die Zahlen des bereits bekannten Internet-Portals 'NBA.com' legen nahe, dass im Kampf mit den Meteoriten nur 39% aller Abschüsse im Teamwork zustande kamen, weit weniger als noch in der Vorbereitung und den Tests auf der Erde – dort waren es 56%.

--- 17:20 ---
Eilmeldung: Einigen Mediengerüchten zufolge waren Crewmitglieder kurzzeitig an einer schweren Form der Raumfahrt-Krankheit erkrankt. Insbesondere die Garde der Schützen sei dadurch beeinträchtigt gewesen. Die Folge: Sehr viele Fehltreffer bei dem Angriff auf die Meteoriten. Zu allem Überfluss seien außerdem die womöglich stärksten Schützen der Rakete besonders schwer angeschlagen gewesen. So habe zum Beispiel Astronaut 'James H.' nur 14 seiner 47 Schüsse getroffen, die anderen landeten wohl in der Weite des Kosmos. Zusätzlich zu diesen Gerüchten tauchte ein geheimes Dokument der Texaner auf, das die Trefferanalyse der eigenen Offensive abbildet. Dieses Dokument bestätigt die schlimmen Gerüchte.

--- 22:30 ---
Der Abschlussbericht eines Autors der unabhängigen Seite 'nbachef' liegt nun vor. Laut diesem habe es die Rakete '02-Houston' mit einer Übermacht zu tun gehabt. Meteoritenschauer 'LMA40' sei zu wuchtig gewesen, um ihn zu neutralisieren. Er bemängelt jedoch den fehlenden Einsatz und Willen, sich adäquat zur Wehr zu setzen. Gerne einmal hätte er einen Astronauten hart kämpfen sehen. Wer glaubt, solche Meteoriten mit bloßer Hand und ohne Körpereinsatz verteidigen zu können, der irrt wohl. Nichtsdestotrotz glaubt der Autor nicht, dass die Crew die Schäden nicht hätte begrenzen – wenn nicht sogar verhindern – können. Zu selten soll die Mannschaft bei ihren Prinzipien geblieben sein, zu wenig habe sie versucht, selbst aggressiv vorzugehen. Zu oft habe man sich in festgefahrene Situationen gekämpft und zu wenig die gesamte Crew zusammen kämpfen lassen. In Anbetracht der bereits bestehenden Schäden und dem baldigen Treffen auf Meteoritengürtel 'PDX', sieht der Autor grau. Er vermutet eine Katastrophe, attestiert den Texanern jedoch noch einen Hoffnungsschimmer. Dieser ist an Bord der Rakete. Es ist Astronaut 'James H.'...


Philipp Rück: Mit „Blasphemie“ bezeichnet man das Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion... „Eine öffentliche, ärgerniserregende Beschimpfung Gottes wird als Gotteslästerung bezeichnet.“

Also ja, ich bekenne mich der Blasphemie schuldig. Nicht dass es eine Rolle spielt, ob ich religiös bin oder nicht, sondern ich spreche vom Trainer-Gott der NBA. Zum zweiten Mal in 2 Spielen wurde der große Gregg Popovich von seinem Gegenüber ausgecoacht. Der Pop, der gerade seinen dritten COY- Award überhaupt und den zweiten in drei Jahren erhalten hat. Der Pop, der vom aktuellen Gegner-Coach als „Coach oft he Century“ bezeichnet wurde. Ja, zum jetzigen Zeitpunkt sieht es tatsächlich so aus als ob Mavs-Coach Rick Carlisle den Kampf am Taktikbrett gewinnt.

Dallas entführte Spiel 2 aus San Antonio hochverdient. Während man auch schon in Spiel 1 besser war, aber den Sieg irgendwie noch herschenkte, widerfuhr den Spurs dieses Mal eine Blowout-Niederlage mit 21 Punkten). Das gefürchtete Ball-Movement der Spurs ist noch nicht zurück. Zwar trafen sie 10 von 20 Dreiern, jedoch kamen 5 Treffer von Manu Ginobili. Zieht man diese ab (da Manu eher nicht am Ende eines Spielzugs als Spot-Up-Schütze eingesetzt wird, sondern seine Dreier oft aus dem Dribbling nimmt), steht die Dreierquote nur noch bei 5/14. Dallas hat es erneut geschafft, die freien Dreier der tödlichen Spurs-Schützen nahezu zu unterbinden.



Insgesamt hat die Mavericks Verteidigung erneut sehr überzeugt. Besonders auffällig ist die Anzahl an Turnovers, die San Antonio produzierte. Satte 22 Mal verloren sie den Ball (dadurch 33 Punkte für Dallas). Vieles davon ist auf eine hoch konzentrierte Mavs-Defense zurückzuführen. Es schien, als hätte Carlisle seinen Jungs quasi alle Spielzüge und Passwege des Gegners mit dem Vorschlaghammer eingebläut. Sie standen fast immer richtig und antizipierten die Flugkurve des „nächsten“ Passes.
Zudem tat sich erneut die Matrix hervor. Nahezu über den gesamten Spielverlauf kümmerte sich Marion persönlich um Tony Parker. Er hielt im eins-gegen-eins relativ viel Abstand, um ihm so nicht den Drive zum Korb zu lassen. Dadurch ergaben sich zwar häufig freie Midrange-Jumper, die Tony auch gut traf, aber er erzielte kaum Punkte „in the Paint“ (2). Marions Länge und Physis machten Parker oftmals schwer zu schaffen. Außerdem gab es durch diese Art der Spielweise kaum bis wenig Middle Penetration, sodass eine Defense natürlich viel seltener kollabiert.

Noch ein paar Anmerkungen zur Offensive:
- Das Ball-Movement sowie die Bewegung off-the-Ball waren viel besser als in Game 1. Alleine dadurch erspielten sie sich freiere Würfe und einfache Punkte
- Ein großer Unterschied war in der Entfernung der Würfe zum Korb zu erkennen. Teilweise waren die Pferdchen nur 1-1,5 m näher am Ring. Kleinigkeiten, die eine große Wirkung haben können
- Monta Ellis! In Spiel 1 noch derjenige, der die meiste Kritik verdient hatte, bekommt dieses Mal ein Sonderlob. Weniger dumme Würfe, viel mehr Drives. Weder die Guards noch der in dem Spiel sichtbar alte Tim Duncan wussten diese zu verteidigen
- Dirk war zwar mit 1-7 im ersten Viertel miserabel, aber die Aktionen vor dem Wurf sahen schon besser aus. Er nahm sich ein wenig mehr Zeit für die Exekution seiner Moves. Mehr Körpereinsatz im Low/High-Post. Ab Q2 ist dann der Knoten aber geplatzt mit 6 von 12
- Auch gut für die Mavericks: Manu Ginobili hat das eine gute Spiel, das er pro Serie macht, schon hinter sich. Noch einmal wird der nicht 83 % von Downtown werfen.


Sebastian Hansen: Das dritte Spiel ähnelte fast wie ein Abziehbild der vorhergegangen Begegnung – grottenschlechte Thunder-Leistung über weite Strecken, Aufholjagd, Verlängerung, Sieg Memphis. Allerdings mit dem Unterschied, dass nun auch die beiden Thunder-Superstars einen schwarzen Tag erwischten (Durant 10-27 FG, 0-8 Dreier, Westbrook 9-26 FG, 4-13 Dreier).

Die erste Halbzeit war geprägt von bockstarker Grizzlies-Verteidigung, die kaum einem Spieler der Thunder den Raum zu guten Würfen und Treffern lies. Tayshaun Prince und Tony Allen schalteten Kevin Durant aus, Westbrook agierte zwar hier noch deutlich besser als sein Partner, wurde aber auch von Mike Conley stark eingeschränkt. Dazu trafen die Grizzlies vorne recht viel, besonders Tony Allen, der mit 5-6 FG und 10 Punkten in die erste Viertelpause ging. Bei den Thunder war allerdings auch viel Pech im Spiel, z.B. waren zwei von Durants Dreierversuchen klassische In-and-outs. Die Pace war auch extrem niedrig und so war es ein klassisches Low-Scoring-Game, was paradoxerweise zum Vorteil für OKC wurde, als Memphis trotz unterirdischer Thunder-Leistung nur mit 8 Punkten führte.


Im dritten Viertel und zu Anfang des Vierten war jetzt etwas mehr Tempo im Spiel. Das begünstigte Runs auf beiden Seiten. Am Ende des letzten Viertels stand mit sieben Minuten auf der Uhr eine 17 Punkte-Führung für die Grizzlies. Das war der Punkt, als viele Thunder-Fans mit diesem Spiel innerlich schon abgeschlossen hatten. Weit gefehlt. Denn jetzt traf die Grizzlies das Pech, das vorher an Kevin Durant klebte. Offensiv fiel gar nichts mehr, satte sechseinhalb Minuten lang. Das ermöglichte OKC die Aufholjagd im Schneckentempo. Schneckentempo deswegen, weil Memphis natürlich immer noch gut verteidigte und die Thunder deswegen eben nicht jeden Wurf trafen. 

Dann ein Korb von Tony Allen und ein Turnover von Russell Westbrook, der zu weiteren Punkten des Chefverteidigers führte. Vier Punkte Führung, die Halle bebte, Vorentscheidung. Dachten alle. Aber sie hatten Rechnung ohne den Westbrook gemacht, der mal eben Durant imitierte und ein 4-Punkte-Play verwandelte. Alles wieder ausgeglichen. Danach traf niemand mehr, auch Kevin Durant den Buzzer-Beater nicht. Also: Overtime, wie schon in Spiel zwei.

Dort entwickelte sich endlich mal ein richtiger Schlagabtausch. Es ging hin und her, beide Teams gingen immer wieder in Front. Memphis hatte das bessere Ende für sich, weil Westbrook und Durant am Ende überdrehten und zwei sinnlose Dreier auf den Ring setzten, anstatt bei drei Punkten Rückstand und 30 Sekunden auf der Uhr nach dem sicheren Zweier zu gehen. Hier muss sich auch Scott Brooks die Frage gefallen lassen, wieso er hier kein ordentliches Play laufen ließ. 

Ganz am Ende, hätte das Spiel noch eine weitere Wendung nehmen können, als Westbrook bei vier Punkten Rückstand beim Verzweiflungsdreier von der Mittellinie gefoult wurde. Drei Freiwürfe, 0.9 Sekunden auf der Uhr, zwei verwandeln, den dritten für den Tip-In verfehlen, so zumindest die Idee. Symptomatisch für dieses Spiel aus Thunder-Sicht aber: Westbrook setzte schon den zweiten daneben. Aus, vorbei, Sieg für Memphis, 2-1 Führung in der Serie. Um Spiel vier zu gewinnen, brauchen die Thunder dringend eine starke Leistung ihrer Stars und eine besseren Output von der Ersatzbank. Auch in Spiel drei kam von hier wieder fast gar nichts, auch weil Brooks Youngster wie Lamb oder Adams komplett übergeht. Für Memphis dagegen geht es im nächsten Spiel schon um die mögliche Vorentscheidung. Das Upset liegt in der Luft. 


Tiago Pereira: We will be back! Nach dem 40-Punkte Massaker aus Spiel 2 dürsten die Warriors vor heimischer Kulisse nach Rache! Beide Teams waren zum Siegen verdammt, denn das Team, welches Spiel 3 als strahlender Sieger verlässt, geht historisch betrachtet zu 77% als Gewinner aus der Serie. Um nicht als weinender Zweiter das Kapitel Playoffs 2014 zu beenden, stellte Mark Jackson seine Stoßgebete auf Taktik Predigten um. Die Prämisse lautete, Turnovers zu dezimieren und die Punkteausbeute der 'Splash Brothers' (33,5 PPG) zu erhöhen.

Klingt gut in der Theorie, doch die Praxis belehrte die Warriors eines Besseren. 7 Turnover, 0-5 Dreier, 8 der letzten 10 Würfe verworfen... das erste Viertel zeigte erneut nicht die Schokoladenseite der Krieger aus Oakland. Während die Dubs einen Stadtplan zum Korb brauchten, glich der Weg zum Ring für das Big Man Duo DeAndre Jordan und Blake Griffin einer Einbahnstraße. Der Frontcourt der Clippers durfte nach Belieben in der Zone operieren und verhalf L.A. zur 29-25 Führung nach zwölf gespielten Minuten.

Die schlechten Wurfquoten aus dem erstem Viertel nahmen die Dubs mit in den Schlussakt der ersten Halbzeit, denn auch im zweiten Viertel erfuhr die Offensive nur einen marginalen Anstieg. Die Clippers zeigten ebenfalls ihre Art der Konstanz, denn Jordan und Griffin hatten in der Viertelpause nicht das Spiel mit dem orangenen Bällchen verlernt. Besonders DJ ließ ordentlich die Platten kreisen. Ein Rebound nach dem anderen fand sich in dessen Pranken, sodass noch vor der Halbzeitsirene sich eine Double Double im Box Score des Centers ablesen konnte. Für Stephen Curry hingegen lief nichts zusammen. Bezeichnend für das desolate Spiel des Warrior All Star war der erste Treffe ein Fastbreak Lay Up. Es war sein Splash Bruder Klay Thompson der das Sauerstoffzelt gefunden hatte und nach quälenden 22 Minuten den ersten Dreier für Golden State [1-12 3P] traf. Angespornt von dieser Rarität kämpften die Dubs den ehemaligen 9 Punkte Rückstand auf 3 zur Halbzeit Pause nieder.



Coach Jackson und seinen Mannen gingen erleichtert mit einem 3 Punkte Rückstand zur Halbzeit in die Katakomben. Denn obwohl der beste Shooting Backcourt der Liga nur 11 Punkte [1-11 3P] verbuchen konnte, lagen die Dubs in Schlagdistanz. Doch dann kam Blake. Griffin ist die ganze Serie über hoch röter, als die heißen Chili Peppers und auch heute fanden die Dubs kein Löschmittel gegen Blake Superior. Der Forward startete das dritte Viertel mit einem alleinigen 10-0 Run. Nachdem Griffin mit einem Tim-Duncan-Bankshot die Führung der Clippers in den zwei stelligen Bereich brachte verstummte die Oracel Arena. Die Clippers dehnten die Führung bis auf 18 Punkte aus, doch es sollte Dreamond Green sein, der dem Zirkus aus LA einhalt bot. Nachdem der Michigan Spartan in der Defensive Jamal Crawfords Jumpshot blockte, setzte er mit einem Dreier am anderen Ende einen 7-0 Lauf für die Warriors in Gang. Jamal „Xerxis“ Crawford ließ die Blasphemie des aufmüpfigen Spartaner nicht auf sich sitzen und startete seinen eigenen Siegeszug, sodass die Clippers mit einer 11 Punkte Führung in das entscheidende Viertel gingen.

You live and die by the three. Dem zu urteilen nach befanden sich die Dubs im Zombiemodus, denn nur 2 ihrer 22 Dreier brachten zählbares für die Untoten hervor. Die Splash Brothers hatten bis dato 18 Punkte zusammen auf dem Konto und den Effektivitäslevel eines Karpadors. Doch dann machte es klick! Thompson brachte die Dubs mit seinen 15 Punkten im vierten Viertel wieder in Reichweite und auch Curry, der bis dahin den Schärfegrad süß-sauer hatte, lief endlich heiß! Drei Dreier netzte Curry in der Schlussofferte und die Dubs lagen nur noch mit einem Punk hinten. Der letzte Angriff der Partie gebührte den Warriors, nachdem Chris Paul einen seiner zwei Freiwürfe zum 98:96 verwandelte. Wie zu erwarten war es die Aufgabe von Stephen Curry den Sieg für die Dubs zu sicher, doch der All Star konnte auf Grund der herausragenden Verteidigung von Chris Paul nicht zum Helden werden. Currys Wurf segelte am Ziel vorbei und die Los Angeles Clippers erkämpften sich den zweiten Sieg der Serie!


Hauke Büssing: In einer Nacht voller Underdog-Siege triumphierte tief in der Nacht dann letztlich doch noch der Favorit. Die Clippers profitierten von der Qualität ihrer legitimen Großen Drei und verließen sich während des gesamten Spiels auf Griffin, Paul und Jordan. Insbesondere ersterer präsentierte sich mit 32 Punkten wieder spektakulär und ließ die Warriors, die auf Small Ball umgestellt hatten, ihre eigene Suppe mit Löffeln fressen.

Zu essen gab es in Golden State bisher vor allem eins: Kaltes Curry. Obwohl der quirlige Einser gegen Ende hin eine Handvoll Schüsse traf, die wichtig und teilweise schwieriger waren als Algebra für JaVale McGee, liefert er im Laufe der Serie insbesondere aus dem gelobten Land bislang vor allem eins: Backsteine. In drei Spielen hat Curry lediglich sechs seiner einundzwanzig Versuche von der Dreierlinie getroffen, nur 18,0 Punkte pro Partie legt er momentan gegen Los Angeles auf. Damit die Warriors, die nun ihren gestohlenen Heimvorteil wieder abgegeben haben, eine Chance aufs Weiterkommen wahren können, muss sich daran dringend etwas ändern.

Was in Golden State jedoch immer wieder verzückt und bei jedem einzelnen Mal äußerst beeindruckend daherkommt, ist die Kulisse. Mit Ausnahme der Toronto Raptors, hinter denen momentan nicht nur ihre Stadt, sondern die gesamte kanadische Nation zu stehen scheint, gibt es derzeit in der Post-Season keine andere Halle, in der so gute Stimmung herrscht. Das Publikum, komplett in Gelb gekleidet und aufgeheizt wie ein Partyzelt im Hochsommer, treibt sich bei jedem getroffenen Dreier in Ekstase, feuert sein Team bedingungslos an und schreit aus voller Kehle, sobald ein Schiedsrichter auch nur daran denkt, eine Entscheidung gegen die Warriors zu treffen. So muss Playoff-Basketball aussehen. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch um ihm herum.