20 März 2014

Axel Babst | 20. März, 2014   






Wenn am heutigen Donnerstag das NCAA-Turnier startet (Play-In Games zählen nicht), bricht ganz offiziell wieder die wahnsinnigste Zeit des Basketball-Kalenderjahres an: die March Madness reißt Jahr für Jahr Millionen von Zuschauern, "Experten" und Basketball-Aficionados in ihren Bann. Knapp zweieinhalb Wochen duellieren sich die besten 64 College-Mannschaften - viele davon gänzlich unbekannt - im ultimativen Win or Go Home Eliminations-Turnierbaum um die begehrte NCAA-Krone. NBACHEF hat jedes dieser 64 Teams einem detaillierten Rundumcheck unterzogen und beantwortet euch folgende Fragen: Wer sind die Stars? Wie spielen die Klubs? Was kann der Coach? Und wie wirkt sich das alles auf eure Brackets aus?



Florida Gators (#1)

Wichtigster Spieler: Scottie Wilbekin

X-Faktor: Patric Young

Offense:
+ gute Kombination aus Inside-Out-Spiel, Teambasketball, viel Bewegung, exakte Ausführung
– manchmal etwas dreierlastig, einige Bankspieler müssen mehr Gefahr ausstrahlen

Defense:
+ Das Prunkstück, variabel, intensiv, druckvoll, 100% Einsatz
– (null)

Coach: Billy Donovan
+ Erfahrung, Siegermentalität, achtet auf Disziplin und klare Strukturen
– sucht noch ein wenig nach der optimalen Rotation

Fazit:
Die Gators sind für mich der klarste Final Four Anwärter. Ihre Defense ist die beste der NCAA. Es gibt kein anderes Team, das auf diesem Niveau so beliebig zwischen Verteidigungsvarianten wechseln kann, ohne dass Verwirrung entsteht. Alle Spieler geben auf dem Spielfeld hundertprozentigen Einsatz und mit Patric Young haben sie ein Vorbild, das diese Philosophie verinnerlicht hat. Neben der Defense sprechen auch die Erfahrung der Spieler (vier Seniors in der Starting Five) und die Tiefe der Mannschaft für einen tiefen Run. Einen Finney-Smith als Sixth Man zu haben, ist purer Luxus. Lediglich in der Offensive verlassen sie sich manchmal zu sehr auf den Dreier oder darauf, dass Wilbekin schon eine Lösung aus dem Hut zaubern wird. Doch selbst das können die Gators immer wieder durch Teamplay lösen. Wenn die Dreier fallen, ist der Titelgewinn mehr als nur realistisch.


Kansas Jayhawks (#2)

Wichtigster Spieler: Andrew Wiggins

X-Faktor: Joel Embiid, Naadir Tharpe

Offense:
+ Teambasketball, Spacing, talentierte 1-1 Angreifer
– unnötige Turnovers (Freshman mistakes)

Defense:
+ Athletik, Embiid als Rimprotector, Teamdefense
– kleine Guards können aufgespostet werden

Coach: Bill Self
+ Hat sein Team sensationell entwickelt, Systeme, weiß seine Spieler einzusetzen, Erfahrung, trifft gute Adjustments
– Könnte in der Defense auch mal variieren und die Athletik des Teams nutzen

Fazit:
Die Jayhawks sind das Team, das sich im Laufe der Saison, sowohl was die die einzelnen Spieler als auch was das Kollektiv angeht, am meisten verbessert hat. Der schwierige Spielplan hat insbesondere die jungen Spieler einen enormen Schritt nach vorne machen lassen. Außerdem werden sich die gewonnen Erfahrungen aus den vielen knappen Partien positiv in engen Situationen im Tournament auswirken. Die Starting Five ergänzt sich hervorragend und Joel Embiid hat sich zu einem potentiellen Nummer 1 Pick entwickelt. Allerdings ist die Frage, wie fit er im Moment ist? Auch Wiggins hat Fortschritte gemacht, ist aber im Setplay immer noch ein Rohdiamant und muss da erst noch den nötigen Feinschliff bekommen. In den letzten zwei Wochen hat er aber einen ordentlichen Sprung in ser Entwicklung genommen und wirkt wesentlich selbstbewusster. Letztendlich werden zwei Aspekte den Ausschlag darüber geben, wie weit das Team kommen wird. Auf der einen Seite stellt sich für Bill Self immer die Frage, was er an Produktivität auf der Point Guard Position erhält. Wenn Tharpe und Mason ihre Fehler reduzieren und gute Würfe nehmen und treffen, ist alles im grünen Bereich. Allerdings gibt es auch Tage, an denen beide ihrem Team mehr schaden als helfen. Auf der anderen Seite muss die Defense besser, lies: konstanter, werden. KU verfügt definitiv über Final Four Potential, aber können die Youngster dem Druck standhalten?


Syracuse Orangemen (#3)

Wichtigster Spieler: C.J. Fair

X-Faktor: Trevor Cooney

Offense:
+ Fair & Ennis sind fast immer in der Lage die wichtigen Würfe zu treffen, Pick & Roll, Offensiv-Rebounds
– Shooting (Konstanz), zu viele Isolations, häufig schlechte Wurfauswahl

Defense:
+ Größe/Länge, können (fast) jedes Team unter 60 Punkte halten
– Highpost ist oft sehr frei, die Center sind foulanfällig

Coach: Jim Boeheim
+ 900+ Siege sagen genug, hat die Matchup-Zone revolutioniert
– die ersten Optionen der Systeme sind zwar gut auf die Spieler ausgerichtet aber es fehlen alternative Ausstiege

Fazit:
Nach dem historischen Saisonstart wurden die Orange schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Inzwischen ist die Offense zu einem richtigen Problem geworden. Die Gegner wissen mittlerweile, welche Optionen, sie den New Yorkern nehmen müssen, um deren Offense zum Erliegen bringen zu lassen. Von Freshman Tyler Ennis kann man nicht immer Wunderdinge erwarten und C.J. Fair kann die Offense nicht im Alleingang tragen. Daher muss Trevor Cooney dringend seinen Wurf finden und konstant Gefahr ausstrahlen. Das würde auch mehr Räume für Jerami Grant eröffnen, der eine Schwächephase aufgrund von Rückproblemen hatte. Insgesamt müssen die Orange ihre Turnover reduzieren, denn sie geben viele Fastbreakpunkte ab und haben häufig erst gar nicht die Möglichkeit, ihre gefürchtete Zone aufzustellen. Zudem muss Boeheim eine Lösung finden, wie er das Anspiel auf den Highpost gegen die eigene 2-3 Zone verhindern oder zumindest erschweren kann. Denn die Center sind dadurch sehr häufig gezwungen, rauszurücken, was wiederum in Foulproblemen mündet. Wenn alles optimal läuft, ist das Final Four drin, aber ich habe das Gefühl, dass das Glück Syracuse lange genug hold war. Wenn es ganz dumm kommt, ist sogar ein Zweitrundenaus im Bereich des Möglichen.



UCLA Bruins (#4)

Wichtigster Spieler: Kyle Anderson

X-Faktor: Jordan Adams

Offense:
+ Shooting, Spacing, Athletik, Teambasketball, Anderson als Playmaker
– Wurfauswahl, finishen in Brettnähe

Defense:
+ aktive Hände, fangen Pässe ab, variieren auch mal
– schlechte 1-1 Verteidiger, langsame Fußarbeit bei Einigen, Teamdefense, Kommunikation, Rotationen fehlen/kommen zu spät

Coach: Steve Alford
+ gibt seinen Spielern Vertrauen, entwickelt Spieler, Erfahrung, achtet auf Disziplin
– bemüht sich zwar Verteidigung zu verbessern aber es gibt noch keine sichtbaren Resultate, muss noch mehr Struktur in sein Team bringen

Fazit:
Die Spieler der letzten Saison präsentieren sich viel motivierter als noch im Vorjahr und zeigen sich stark verbessert. Besonders Kyle Anderson kommt unter Alford sehr gut zur Geltung und kann sich spielerisch entfalten, während er im Vorjahr häufig limitiert wirkte. Die Wear-Zwillinge zeigen weiterhin gute Leistungen und beweisen ihre gute Wurffähigkeit. Jordan Adams darf tun, was er am besten kann, und das ist bedingungsloses Abfeuern von Würfen. Seine hohen Stealwerte täuschen darüber hinweg, dass er bestenfalls ein mittelmäßiger Verteidiger ist und sind nur durch viel Spekulieren erklärbar. Von Norman Powell könnte und sollte mehr kommen. Die Freshmen Bryce Alford und Zach LaVine deuten immer wieder ihr Talent an, sind aber - wie nicht anders zu erwarten - noch sehr inkonstant in ihren Leistungen. Eindeutiger Verbesserungsbedarf besteht in der Defense. Zwar versucht Steve Alford mit wechselnden Verteidigungen den Rhythmus des Gegners zu ändern, sorgt damit aber auch häufiger mal für Verwirrung in den eigenen Reihen, wo viele Spieler es nicht gewohnt sind, schnell umzuschalten. Außerdem offenbart die Zone häufiger große Lücken. Die entscheidende Frage wird sein: Welches Pensum werden die Wear-Zwillinge gehen müssen, und wie viel können sie gehen (Stichwort Foulprobleme)? Ein bis zwei Siege sind durchaus drin, mehr aber auch nicht.

VCU Rams (#5)

Wichtigster Spieler: Treveon Graham

X-Faktor: Rob Brandenberg

Offense:
+ Gute Mischung aus Inside-Outside-Game, talentierte 1-1-Spieler
– oftmals überhastet, zu viele unforcierte Turnovers

Defense:
+ Havoc
– müssen auf Foulprobleme achten

Coach: Shaka Smart
+ Ausstrahlung, Disziplin & Teamgeist seines Teams, Erfolge der Vergangenheit
– viele Fundamentals fehlen, muss sich Gedanken darüber machen was passiert wenn das Spiel langsam wird

Fazit:
Gegen VCU spielt mit Sicherheit niemand gerne. Die Rams machen ihren Gegnern durch ihre Havoc- Defense die Hölle heiß. Sie schaffen es immer, ihre Kontrahenten zu vielen Ballverlusten zu zwingen, die zu vielen Steals und einfachen Fastbreak Punkten führen. Die Rams wollen das Spiel schnell und hektisch machen und man kann immer sehr gut die Siegchancen daran ablesen, wie schnell das Spiel im Endeffekt dann ist. Wenn sich der Gegner nicht von seinem Spiel abbringen lässt und das Spiel ein wenig verschleppen kann, hat VCU eher schlechte Chancen. Die Rams sind aufgrund ihrer Spielweise trotzdem immer für Überraschungen gut, je nach Gegner ist sogar das Sweet Sixteen drin.

Ohio State Buckeyes (#6)

Wichtigster Spieler: Aaron Craft

X-Faktor: LaQuinton Ross

Offense:
+ Teambasketball, Transition Offense, ziehen Fouls
– Shooting, limitierte 1-1 Angreifer, viele Notwürfe

Defense:
+ Toughness, Athletik, Aaron Craft, aktive Hände, niemand verteidigt Einwürfe besser
– Foultrouble der Big Men

Coach: Thad Matta
+ Erfahrung, Erfolg, Mentalität
– Offense wirkte manchmal strukturlos, muss dem Team Konstanz verleihen

Fazit:
Mit seiner Defense kann Ohio State jedem Gegner das Leben schwer machen. Aaron Craft ist eine ein-Mann-Presse und der beste Perimeter Verteidiger der NCAA. Sein Backup Shannon Scott gehört ebenfalls zur Elite der Verteidigungskünstler. Auch Smith Jr. Und Thompson sind gute Verteidiger. Dank ihrer harten Verteidigung können die Buckeyes Spiele binnen kürzester Zeit kippen. Doch Defense ist nun mal nicht alles. Die Buckeyes haben zwei Probleme. Erstens ist ihre Offense einfach nicht effektiv und wirkt oft ideenlos. Dazu sind die Spieler ziemlich untalentierte 1-1-Akteure, sodass auch das Improvisieren nicht klappt. Zweitens sind die Big Men Ross und Williams Headcases. Sie passen von ihrer Mentalität her nicht zum Backcourt. Sie lassen gelegentlich den letzten Biss vermissen und wirken auch nicht immer zu 100% fokussiert. Da muss Matta ansetzen, wenn dieses Team weit kommen will. Mehr als das Sweet Sixteen ist nicht drin.

New Mexico Lobos (#7)

Wichtigster Spieler: Cameron Bairstow

X-Faktor: Alex Kirk

Offense:
+ Teambasketball, Augeglichenheit, ziehen viele Fouls, gute Transition Offense
– viele wilde Würfe, wirkt oft hektisch

Defense:
+ Rebounding, Shotblocking, große Guards erschweren Penetration
– erzwingen wenig Turnover, begehen viele Fouls

Coach: Craig Neal
+ lässt den Spielern viele Freiheiten, kennt das Umfeld bestens, trifft gute Entscheidungen in engen Spielsituationen (3-0 nach Verlängerung)
– hat sein Team schon den einen oder anderen Sieg gekostet (fehlende klare Anweisungen, Spielerwechsel), Offense wirkt manchmal ideenlos, Spieler wirken manchmal unvorbereitet

Fazit:
Mit Cameron Bairstow und Alex Kirk haben die Lobos das vielleicht beste Duo der NCAA unter den Brettern. Bairstow besticht durch sein variables Offensivspiel und reboundet extrem effizient. Alex Kirk wirkt ein wenig wie Light-Version von Kevin Love mit seinem massigen Körper und seinem guten Touch auch außerhalb der Dreierlinie. Zudem ist er für seine Statur extrem flink auf den Beinen und sichert sich dadurch viele Missmachtes und gute Postup-Positionen im Secondary Fastbreak. Im Fastbreak zeigt auch Kendall Williams seine Schnelligkeit, gepaart mit einem guten Gefühl für das Spiel und gutem Auge für die Mitspieler. Im Setplay muss er dafür aber noch effizienter agieren. Greenwood liefert Toughness und gute Defense. Delaney sorgt für die nötige Portion Athletik. Von der Bank kommen mit Thomas und Coaches Sohn Cullen zwei Combo Guards. Hierin liegt auch eins der Hauptprobleme: Sobald Williams auf die Bank geht, wirkt die Offense meistens strukur- und kopflos. Besonders Cullen Neal neigt dazu, zu überdrehen und genießt da aus meiner Sicht einen kleinen Bonus als Sohn des Trainers. Von der Trainerbank kommen mir manchmal zu wenig Impulse. Das wurde besonders im letzten Conference Spiel gegen San Diego State deutlich, als man keine Antwort auf die 1-3-1 Zone fand. Das muss sich dringend ändern, denn das Team hat ansonsten Potential bis ins Sweet Sixteen einzuziehen.

Colorado Buffaloes (#8)

Wichtigster Spieler: Xavier Johnson

X-Faktor: Askia Booker

Offense:
+ geduldig im Pick & Roll, Offensivrebounds, Teambasketball
– nehmen verfrühte Würfe, es fehlen talentierte 1-1 Spieler, viele leichtfertige Ballverluste, Notwürfe

Defense:
+ gute 1-1 Verteidiger, Rebounding, verteidigen das Pick & Roll sehr gut
– manchmal fehlt die Kommunikation

Coach: Ted Boyle
+ gibt seinem Team lautstark Anweisungen und spielt als 6. Mann, ist bereit Adjustments zu treffen, hat das Team wieder auf Kurs gebracht
– Offense muss noch strukturierter und planvoller werden um das mangelnde Talent wettzumachen

Fazit:
Nach der Verletzung von Spencer Dinwiddie schien es so, als könnten die Buffaloes ihre Hoffnungen auf das Tournament begraben. Doch nach einer Phase, in der Coach Ted Boyle das Team neu erfinden musste, startete es eine Serie und fand Mittel und Wege, Spiele zu gewinnen. Besonderen Anteil hat Xavier Johnson, denn er ist jedes Mal mit hundertprozentigem Einsatz dabei und kann dank seiner Vielseitigkeit auf mehreren Positionen spielen und unterschiedliche Spielertypen verteidigen. Der Schlüssel des Erfolgs ist aber sicher in der Verteidigung zu suchen, wo das Team viel Energie aufwendet und vom Coach immer lautstark unterstützt wird. Zudem versteht es Boyle sehr gut, in der Halbzeit Kleinigkeiten zu ändern, um den Gegner auf dem falschen Fuß zu erwischen. Doch so intensiv Colorado auch verteidigt, sie müssen in der Offensive einfach gefährlicher werden. Vielen Spielern fehlen die Mittel, um im 1-1 erfolgreich zu sein und man verlässt sich hin und wieder darauf, dass Askia Booker einen Sahnetag erwischt und einen Wurf nach dem nächsten trifft. Zwar ist er immer gut dafür, doch man merkt relativ schnell, ob er so einen Tag erwischt hat. Leider tut er das selber nicht immer und wirft auch an schlechten Tagen einfach weiter. Man muss allerdings auch sagen, dass dem Team ansonsten einfach die Optionen fehlen. Eine Option wäre es noch, Josh Scott häufiger im Post zu suchen, aber er muss erst noch beweisen, dass er dort dauerhaft punkten kann. Bei einem Gegner, der ihnen liegt und der auf Pick & Roll ausgerichtet ist, können sie jederzeit gewinnen. Ansonsten sieht es eher mager aus.


Pittsburgh Panthers (#9)

Wichtigster Spieler: Lamar Patterson

X-Faktor: Offense

Offense:
+ Lamar Patterson als Spielmacher, Teambasketball, ziehen viele Fouls
– finishen in Ringnähe, zu viele Würfe

Defense:
+ tough, können das Tempo des Spiels dadurch bestimmen, Rebounding, aktive Hände
– geraten schnell in Foulprobleme, es fehlt ein richtiger Rimprotector

Coach: Jamie Dixon
+ Erfolg, Erfahrung, Mentalität, entwickelt Spieler, bereitet sein Team gut auf Gegner vor
– setzt während eines Spiels wenig neue taktische Mittel ein

Fazit:
Pittsburgh ist ein sehr toughes Team, das jeden Gegner zermürben kann aufgrund der physischen Spielweise. Allerdings wird es problematisch, wenn Talib Zanna als einziger richtiger Big Man in Foulprobleme gerät, denn dann fehlt dem Team erst recht jemand, der die Fehler der Vorderleute ausbügeln kann. Offensiv ist der größte Trumpf Lamar Patterson, der wegen seiner Vielseitigkeit das Herz des Angriffs bildet. Besonders gegen Zonenverteidigung ist er sehr wertvoll, da er dann als Ballverteiler auf dem Highpost glänzen kann. Auf den großen Positionen gibt es viele „Wühler“, die aber konsequenter abschließen müssen. Die Guards müssen ihre Würfe treffen und dürfen sich nicht zu viele Fehler leisten. Das Sweet Sixteen ist bei einer günstigen Konstellation sicherlich machbar, für mehr fehlt aber die Konstanz im Angriff.

Stanford Cardinal (#10)

Wichtigster Spieler: Chasson Randle

X-Faktor: Dwight Powell

Offense:
+ attackieren den Korb konsequent, bringen den Ball gut nach innen, Shooting, Vielseitigkeit
– forcieren Würfe, nehmen zu viele Mitteldistanzwürfe, haben Probleme beim Pick & Roll

Defense:
+ verteidigen das Pick & Roll sehr variable, Rotationen sind gut, Athletik + Länge
– Transition Defense, Foulprobleme

Coach: Johnny Dawkins
+ lässt sein Team sehr variabel verteidigen, trifft Adjustments
– muss auf Foulprobleme früher reagieren

Fazit:
Stanford ist ein sehr unangenehmer Gegner, denn sie ziehen kompromisslos zum Korb und nutzen dort all ihre Athletik, um sich durchzusetzen. Aber auch von Außen ist das Team gefährlich und trifft hochprozentig. Mit Randle haben sie zudem einen Spieler in ihren Reihen, der das Scorer-Gen in sich trägt. Dwight Powell und Josh Huestis dürften eines der athletischsten und gleichzeitig größten Forwards Duos der NCAA sein. Besonders Powell besticht durch seine Vielseitigkeit in der Offensive und hat definitiv NBA-Potential. Allerdings muss er aufhören, so viele ineffiziente Mitteldistanzwürfe zu nehmen - aber das gilt eigentlich für dieses gesamte Team. Außerdem ist das Pick & Roll verbesserungswürdig, denn häufig passt das Timing nicht und der Blocksteller bekommt ein Offensivfoul abgepfiffen oder der Ballhandler trifft die falsche Entscheidung. Besonders wenn der Gegner doppelt, werden diese Schwächen offensichtlich. Dafür verteidigen die Cardinal das Pick & Roll umso besser, denn sie können mehrere Varianten der Verteidigung spielen, da die Big Men über eine gute Fußarbeit verfügen, was sich sowohl beim Help- and-Recover oder auch beim Switchen bezahlt macht. Ich traue Stanford beim passenden Gegner durchaus sogar den Einzug ins Sweet Sixteen zu - allerdings nur, wenn Johnny Dawkins sein Team vorher gut vorbereitet und im Spiel weiterhin flexibel reagiert.

Dayton Flyers (#11)

Wichtigster Spieler: Jordan Sibert

X-Faktor: Defense

Offense:
+ Shooting, Teambasketball, Offensivrebounds, Transition Offense, ziehen gut & variabel zum Korb
– müssen besser finishen, forcieren manchmal Würfe, müssen Turnovers runterschrauben

Defense:
+ doppeln geschickt, forcieren schwierige Würfe und 35 Sekunden Verstöße
– müssen cleverer verteidigen, begehen viele unnötige Fouls, sind beim Pick & Roll sehr anfällig für Splits

Coach: Archie Miller
+ scoren nach Einwürfen/Auszeiten, entwickelt Spieler
– Zeitmanagement, trifft manchmal merkwürdige Entscheidungen bei Wechseln/Auszeiten

Fazit:
Dayton ist offensiv eines der besten Teams der NCAA, denn sie spielen erstklassigen Teambasketball und nur in den seltensten Fällen werden Würfe genommen, ohne dass vorher Bewegung in der Offense stattgefunden hat. Zudem zeigen sie eine gute Mischung aus Zug zum Korb, Würfen von außen und Touches für die Big Men im Post. Hin und wieder überdrehen sie allerdings, was dann in schwierigen Würfe oder unnötigen Ballverlusten mündet. Defensiv müssen sie sich geschickter anstellen, gerade was das Pick & Roll angeht. Dort darf der Verteidiger des Blockstellers nicht zu weit und vor allem nicht zu schnell rausstürmen, um die Penetration zu verhindern, denn bei Aufbauspielern mit gutem Ballhandling endet dies meistens in einem Split der Verteidiger und leichten Punkten. Beim richtigen Gegner ist aber auf jeden Fall ein Sieg im ersten Spiel mehr als möglich.

Stephen F. Austin Lumberjacks (#12)

Wichtigster Spieler: Jacob Parker

X-Faktor: Thomas Walkup

Offense:
+ Teambasketball, Offensivrebounds, Spacing
– eindimensional

Defense:
+ Rebounding, forcieren Turnovers, verteidigen Einwürfe gut
– mangelnde Größe, begehen viele Fouls und geraten in Foulprobleme

Coach: Brad Underwood
+ Extrem erfolgreich in seiner ersten Saison
– Erfahrung, keine tiefe Rotation

Fazit:
Ich habe selten ein Team gesehen, das so exzessiv ein und denselben Spielzug durchläuft. Zwar ergeben sich daraus immer wieder andere Optionen und diese lesen sie gut... dennoch sehe ich hierin die Gefahr, dass die Lumberjacks für hochtalentierte Teams einfach viel zu berechenbar sind. Das wird dadurch verstärkt, dass sie zwar regelmäßig acht Spieler einsetzen, aber eigentlich nur die Starter Gefahr ausstrahlen. Besonders wichtig ist deshalb, dass Jacob Parker nicht aufgrund von Foulproblemen auf der Bank Platz nehmen muss, sonst sinken die Chancen auf eine Überraschung gewaltig. Defensiv spielen sie eine harte Verteidigung, bei der sie gut in den Passwegen stehen und die Rebounds kontrollieren. Bemerkenswert ist sicherlich die Bilanz von Coach Brad Underwood, der direkt in seinem ersten Jahr als Collegetrainer mehr als 30 Siege einfahren konnte - inklusive eines gerade andauernden Siegesserie von 18 Spielen vor diesem NCAA-Turnier.

Tulsa Golden Hurricane (#13)

Wichtigster Spieler: James Woodard

X-Faktor: Rashad Ray

Offense:
+ ziehen Fouls, Teambasketball, go to guy
– Shooting, Freiwürfe

Defense:
+ aktive Hände, Rimprotection
– Kommunikation fehlt gelegentlich, Rotationen/Close-Outs sind kommen spät, Rebounding

Coach: Danny Manning
+ scoren nach Auszeiten und aus Einwürfen, Erfolg, konnte unter Bill Self lernen
– haben manchmal Probleme wenn der Gegner seine Defense umstellt

Fazit:
Die Hurricanes haben einen klaren Leader in James Woodard, der im entscheidenden Moment das Spiel an sich reißen kann und wird. Auch die anderen Guards sind sehr gefährlich, denn sie sind blitzschnell und athletisch. Problematisch ist aber der Wurf bei Harrison und Ray. Dafür ist es ein umso größeres Plus, wenn Rashad Ray einen guten Tag erwischt und auch seine Würfe trifft. Die Big Men sind ebenfalls athletisch und ziehen durch ihre Physis eine Menge Fouls, die sie aber an der Freiwurflinie wesentlich effektiver bestrafen müssen. Defensiv spielen sie zwar mit hoher Intensität, allerdings fehlt dort manchmal das Spielverständnis und der Fokus, denn die Abstimmung passt nicht immer und auch Rotationen werden häufig erst zu spät angegangen. Tulsa ist mit Sicherheit kein leichter Gegner, trotzdem fehlt mir für einen Überraschungscoup der nötige Shootingtouch.

Western Michigan Broncos (#14)

Wichtigster Spieler: Shayne Whittington

X-Faktor: David Brown

Offense:
+ Shooting, Teambasketball, ziehen Fouls, Transition Offense, bringen den Ball nach innen
– keine gute Wurfauswahl, viele Turnovers, tendieren zum Überdrehen, finishen nicht immer

Defense:
+ machen bei Drives die Zone dicht
– Transition Defense, erlauben zu leicht gute Post Position

Coach: Steve Hawkins
+ Systeme sind auf Stärken des Teams ausgelegt
– kurze Rotation

Fazit:
Western Michigan ist gefährlich, denn besonders offensiv kann es sehr variabel zum Abschluss kommen. Hauptaugenmerk liegt sicherlich auf Shayne Whittington, der ein Spieler mit Potential für einen späten Second Round Pick ist. Whittington ist im Post nur sehr schwer zu stoppen, meistens nur mithilfe von Double Teams. David Brown ist dazu eine gute Ergänzung, denn er reißt mit seinem guten Zug zum Korb viele Lücken und kann gleichzeitig auch von der Dreierlinie heißlaufen. Auch in der Transition Offense sind die Broncos stark. Sorgenfalten ergeben sich bei Coach Hawkins oft bei der Transition Defense, die meistens nach schlechten Entscheidungen in der Offense notwendig wird. Außerdem greift Hawkins teilweise nur auf sechs Spieler zurück, was sich am Ende eines Spiels sehr häufig rächt. Wenn die Dreier fallen und Whittington nicht in Foulprobleme gerät, ist ein Upset drin.

Eastern Kentucky Colonels (#15)

Wichtigster Spieler: Glenn Cosey

X-Faktor: Corey Walden

Offense:
+ treffen wilde Würfe, Shooting, Stutz als guter Highpost Passgeber, viel Bewegung, klare Rollenverteilung
– viele Notwürfe, viele limitierte Spieler

Defense:
+ Athletik, fangen Pässe ab, trappen effektiv
– Big Men geraten in Foulprobleme, begehen viele unnötige Fouls

Coach: Jeff Neubauer
+ Team startet sehr fokussiert, nutzt die Stärken seiner Spieler, haben immer eine Antwort parat
– brauchen sehr lange bis sie den Korb attackieren, sind oft nah dran am 35-Sek.-Verstoß

Fazit:
Sie waren der Preseason Favorit auf den Titel ihrer Conference. Doch Belmont wirkte über die Saison konstanter und konnte sich daher auch zu recht den Regular Season Titel sichern. Im Tournament zeigten dann aber die Colonels aus Eastern Kentucky die besseren Leistungen und besiegten Belmont verdient im Finale. Die Colonels sind brandgefährlich und haben absolutes Upset-Potential. Sie sind in der Lage direkt vom Beginn an einer Partie einen Dreier nach dem anderen zu treffen. Selbst die wildesten Dinger treffen ihr Ziel, wenn die Spieler im Rhythmus sind. Besonders das Backcourt-Duo verfügt über Firepower, zieht aber auch immer wieder geschickt zum Korb. Ein Plus sind sicherlich auch die Passqualitäten von Center Stutz, der immer wieder gute Backdooranspiele liefert. Außerdem sind Colonels gut gecoacht und geraten fast nie in Panik. Trotzdem muss sich Neubauer überlegen, wie er dem Team konstant gute Angriffe an die Hand geben kann. Es gibt immer mal Phasen, in denen das Team die vollen 35 Sekunden braucht und selbst dann keinen Wurf herausspielen kann. Auf höherem Niveau zählt jeder Angriff. Außerdem müssen die Bankspieler auch in wichtigen Spielen ihre Qualitäten unter Beweis stellen und den Startern Entlastung bringen.

Albany Patroons (#16)

Wichtigster Spieler: Sam Rowley

X-Faktor: Peter Hooley

Offense:
+ Shooting, Geduld/Wurfauswahl, Pick & Roll, Spacing
– abhängig von 2,3 Spielern, penetrieren gerne dahin wo die Defense sie haben will

Defense:
+ solide 1-1 Defense, Teamdefense
– Transition Defense, begehen viele unnötige Fouls

Coach: Will Brown
+ Team gerät nicht in Panik
– müssen fokussierter aus Auszeiten kommen, sehr dünne Rotation

Fazit:
Albany ist sehr strukturiert in der Offense und läuft auch in schwierigen Phasen diszipliniert die Sets und versucht daraus zu punkten. Besonders Sam Rowley nimmt eine wichtige Rolle ein, denn er kann auf viele Art und Weisen erfolgreich sein. Am liebsten spielt er in der Isolation am Elbow und kreiert daraus. Er muss aber Unterstützung von DJ Evans und Peter Hooley bekommen, die insbesondere durch getroffene Würfe für Entlastung sorgen können. Vom Rest des Teams kommt in der Regel recht wenig, sodass das Team sehr berechenbar für den Gegner ist. Auch die dünne Rotation macht sich häufig bemerkbar, denn die Spieler verlieren manchmal den Fokus. Besonders nach Auszeiten ist dies auffällig. Zudem müssen sie sich ihre Fouls besser aufsparen, damit sich kein Spieler bis zur spielentscheidenden Phase bereits ausgefoult hat. Ein Upset halte ich eher für unwahrscheinlich.



Virginia Cavaliers (#1)

Wichtigster Spieler: Malcolm Brogdon

X-Faktor: Joe Harris

Offense:
+ Teambasketball, Ausgeglichenheit, Mischung Inside-Outside-Game, Vielseitigkeit
– Freiwürfe

Defense:
+ Teamdefense, 1-1 Defense, Defense First Mentalität, Rebounding, wenig Fouls
– könnten versuchen, Postanspiele besser zu verhindern (Kritik auf hohem Niveau)

Coach: Tony Bennett
+ Hat sein Team komplett neu auf Kurs gebracht, Ausstrahlung, gibt seinen Spielern Selbstvertrauen
– erst die zweite Tournament-Teilnahme für Bennett

Fazit:
Zu Beginn der Saison waren eine Menge Experten enttäuscht von Virginia, denn gerade offensiv stotterte der Motor gehörig. Tiefpunkt war der Blowout bei Tennessee um die Jahreswende herum. Danach hat Bennett seine große Stärke gezeigt: Er ist ein wahnsinnig guter Psychologe und hat ein Gespür für Menschen. Anstatt in einen Wutanfall zu verfallen und sein Team zusammenzustauchen, wählte Bennett einen anderen Weg. Er wagte einen Neustart mit seinem Team. Was danach passierte, ist allgemein bekannt. Doch was war der Grund? Zunächst einmal die wesentlich verbesserte Defense. Durch gute Teamverteidigung wurden die Gegner bei schlechten Quoten gehalten. Nach den ersten Siegen wuchs auch das Selbstvertrauen in der Offense, welche sich zunehmend weiterentwickelte. Wie Virginia die gefürchtete Syracuse-Zone aushebelte, war ein wahrer Augenschmauß. Malcolm Brogdon hat sich dank seiner seiner enormen Vielseitigkeit zu wichtigsten Spieler der Cavaliers entwickelt. Dadurch wird Joe Harris entlastet und kann sich auf seine Spezialität, die Distanzwürfe, konzentrieren. Tobey, Mitchell und Gill veranstalten unter dem Korb mittlerweile, was sie wollen, und Justin Anderson ist der perfekte Sixth Man. Natürlich darf man sich vom momentanen Hoch nicht zu sehr blenden lassen, aber für mich ist Virginia ein ganz heißer Anwärter auf eine Final Four Teilnahme.

Villanova Wildcats (#2)

Wichtigster Spieler: Darrun Hilliard

X-Faktor: Ryan Arcidiacono

Offense:
+ Ausgeglichenheit, Teambasketball, Shooting
– es fehlt ein erfahrener und gelernter Point Guard, teilweise zu viele Würfe von außen

Defense:
+ Einsatz, variabel, aggressive Presse
– haben Schwierigkeiten Schützen zu verteidigen, könnten Probleme bei dominanten Big Men bekommen

Coach: Jay Wright
+ Erfahrung, Ausstrahlung, hat seine Spieler gut entwickelt, versteht es ein Team zusammenzustellen
– seine Stimmung kann sehr plötzlich wechseln und Spieler damit auf dem falschen Fuß erwischen

Fazit:
Die Wildcats fliegen immer noch unter dem Radar einiger Experten. Doch mit diesem Team ist definitiv zu rechnen. Die Starting Five ist sehr ausgeglichen und jeder kann an einem guten Tag das Spiel entscheidend beeinflussen. Besonders Hilliard und Bell sollte man tunlichst nicht heißlaufen lassen, denn sonst versenken sie jeden Dreier. Man sollte aber auch nicht die Entwicklung von Aufbau Arcidiacono außer Acht lassen: Zwar punktet er dieses Jahr weniger, dafür trifft er aber deutlich häufiger die richtige Entscheidung, obwohl natürlich immer noch Luft nach oben besteht. Von der Bank kommen gute Rollenspieler, die es Wright ermöglichen, das Tempo zu erhöhen und die Presse noch effektiver zu gestalten. Sie müssen aber aufpassen, dass sie nicht die gegnerischen Schützen aus den Augen verlieren. Außerdem sollte sich Jay Wright etwas überlegen, falls das Team auf einen Gegner mit starken Innenspielern treffen sollte, denn unter dem Korb sind die Wildcats recht dünn besetzt. Das Final Four ist möglich, aber ich tendiere eher zu einem Ausscheiden im Sweet Sixteen.

Iowa State Cyclones (#3)

Wichtigster Spieler: DeAndre Kane

X-Faktor: Dreier, Dustin Hogue

Offense:
+ Teambasketball, Shooting, Vielseitigkeit, mehrere go to guys, Offensivrebounds, attackieren Missmatches
– viele unnötige Ballverluste, konstante Produktivität der Big Men

Defense:
+ Rebounding, Länge/Athletik bei den Guards
– kaum Shotblocking, Probleme bei dominanten Insidespielern, Rotationen fehlen häufig, Big Men sind foulanfällig

Coach: Fred Hoiberg
+ hohes Spielverständnis, weiß seine NBA Erfahrung nutzbringend einzubeziehen
– noch relativ unerfahren im CBB, muss taktische Mittel gezielter einsetzen, könnte das ein oder andere Mal lauter werden

Fazit:
Im Gegensatz zu vergangenen Jahren ist es diese Saison so, dass das Team in Ejim, Kane oder auch Niang gleich mehrere Spieler im Kader hat, die die Verantwortung nicht scheuen und das Team jederzeit mitziehen können. Zudem ist Fred Hoiberg trotz seines noch recht jungen Alters ein hervorragender Coach, der in der Mehrzahl der kniffligen Fälle die richtige Entscheidung trifft. Das Team lässt den Ball gut laufen und jeder Spieler zeichnet sich durch Uneigennützigkeit aus. Riskant wird es dann, wenn die Dreier nicht fallen oder die Big Men das Spiel an sich vorbeiziehen lassen. Außerdem muss Hoiberg das Team gegen dominante Innenspieler wappnen. Zwar probiert er immer wieder das Doppeln im Post aus, allerdings funktioniert das (noch) nicht konstant. Läuft alles glatt, sehe ich gute Chancen für das Erreichen des Sweet Sixteen oder sogar des Elite-8.



Michigan State Spartans (#4)

Wichtigster Spieler: Adreian Payne

X-Faktor: Keith Appling

Offense:
+ Shooting, Teambasketball, mehrere go to guy, mehrere Playmaker, Vielseitigkeit
– Abstimmung passt (noch) nicht, Freiwürfe

Defense:
+ Toughness, Rebounding, aktive Hände, stehen in den Passwegen
– vielen Spielern fehlt Spielpraxis, leisten sich verhältnismäßig viele Fouls

Coach: Tom Izzo
+ hat sein Team mit Bravour durch die schwierigen Saisonphasen geführt, Erfahrung, Ausstrahlung, Mentalität, entwickelt seine Spieler
– muss nun schnell seine Rotation finden, muss Appling wieder aufbauen

Fazit:
Ich habe selten erlebt, dass ein Team so weitgefächertes Verletzungspech hatte, wie Michigan State in dieser Saison. Außer Denzel Valentine und Gavin Schilling konnte keiner der elf möglichen Rotationsspieler alle Partien bestreiten. Darunter hat das Spiel der Spartans sichtlich gelitten. Besonders Keith Appling läuft seiner Form noch hinterher. Nutznießer war sicher Denzel Valentine, der aufgrund seiner Vielseitigkeit der wichtigste Spieler für Izzo in dieser Saison war. Vor der Saison haben viele gesagt, dass die Spartans das beste Team sein könnten und die Final Four Teilnahme so gut wie sicher sei. Nach dieser turbulenten Saison werden sie wohl schon über das Sweet Sixteen froh sein. Aber Tom Izzo ist ein Trainerfuchs und ich traue ihm zu, das Team rechtzeitig wieder auf Kurs zu bringen. Zudem werden die Spartans Jahr für Jahr immer ein wenig unterschätzt.

Cincinnati Bearcats (#5)

Wichtigster Spieler: Sean Kilpatrick

X-Faktor: Justin Jackson

Offense:
+ der Ball ist meistens in den Händen der talentiertesten Spieler des Kaders, Geduld, Offensivrebounds
– kaum Shooting, abhängig von Kilpatrick, viele Notwürfe, Turnovers, viele limitierte Spieler

Defense:
+ intensiv, tough, können fast jedes System “zerstören”, fangen Entry Pässe auf den Innenspieler geschickt ab
– Foultrouble bei den „Großen“ ist relativ häufig der Fall

Coach: Mick Cronin
+ Seine Spieler vertrauen ihm blind, lässt kein taktisches Mittel ungenutzt
– lässt seine Emotionen gelegentlich Überhand nehmen

Fazit:
Cincinnati ist ein sehr unangenehmes Team, denn die Schlüsselspieler sind Seniors und wissen, wie man gewinnt. Dazu legen die Bearcats in der Defense eine Siegesmentalität an den Tag, die nur von wenigen Teams erreicht werden kann. Dadurch leben sie auch von ihren Emotionen und Mick Cronin versteht es sehr gut, diese zu steigern und an den richtigen Stellen ausleben zu lassen. Allerdings kann es immer mal wieder passieren, dass das Team einen Punkt erreicht, an dem die Emotionen nicht mehr zu kontrollieren sind. Dann wird es für Cronins Schützlinge gefährlich und sie müssen aufpassen, nicht zu überdrehen. Wenn das Team einen Lauf erwischt, traue ich ihnen einen tiefen Run zu, vielleicht sogar bis ins Elite-8.


North Carolina Tar Heels (#6)

Wichtigster Spieler: Marcus Paige

X-Faktor: James Michael McAdoo

Offense:
+ Teambasketball, Athletik, Offensivrebounds
– Shooting, Freiwürfe, viele unnötige Turnovers, Abhängigkeit von Paige

Defense:
+ Rebounding, Größe+Länge, sehr variabel
– es mangelt an guten Postverteidigern

Coach: Roy Williams
+ Erfahrung, tiefe Rotation wird sich auszahlen, trotz diverser Probleme gute ACC Platzierung
– Williams sollte Freiwürfe üben lassen bis zum Umfallen

Fazit:
Selten dürfte eine Saison in Chapell Hill so turbulent gewesen sein wie diese. Das lange Theater um McDonald und Hairston hat mit Sicherheit Nerven gekostet. Umso erstaunlicher ist daher der Lauf der Tar Heels. Nach verkorkstem Start mit schwankenden Leistungen, konnte sich das Team nun einigermaßen festigen. Trotzdem merkt man, dass Vieles noch nicht rund läuft. Immer wieder muss Marcus Paige, der nebenbei bemerkt eine sensationelle Saison spielt, mit einer starken zweiten Halbzeit die Kohlen aus dem Feuer holen (er ist meiner Meinung nach der beste NCAA-Spieler in zweiten Halbzeiten). McAdoo hat sich zwar im Vergleich zur Vorsaison gesteigert, doch damit die Tar Heels im Tournament erfolgreich sein können, muss noch mehr von ihm kommen. Zudem wäre es hilfreich, wenn die Spieler ihre allgemeine Freiwurf- und Dreierschwäche ablegen könnten. Zumindest Ersteres wäre extrem hilfreich. Solange die Heels nicht in ein knappes, nervenaufreibendes Spiel, in dem es auf Freiwürfe ankommt, verwickelt werden und Marcus Paige weiterhin ein Monsterspiel nach dem anderen aus dem Hut zaubert, stehen die Chancen auf einen tiefen Run relativ gut. Auch eine Zweitrundenpleite halte ich allerdings nicht für ausgeschlossen.

UConn Huskies (#7)

Wichtigster Spieler: Shabazz Napier

X-Faktor: DeAndre Daniels

Offense:
+ Spacing, Systeme, Transition Offense, Shooting
– Entscheidungsverhalten einzelner, Big Men sind teilweise sehr „roh“

Defense:
+ gute Individualverteidigung, schnelle Hände, Teamdefense
– Probleme beim Pick & Roll/Pop, mangelndes Spielverständnis einzelner

Coach: Kevin Ollie
+ trotz des jungen Alters sehr erfahren, guter Motivator, gutes Gefühl für ein Spiel
– häufige Rotationswechsel können Spielern das Selbstvertrauen nehmen

Fazit:
Das Team der Huskies ähnelt auf dem Papier dem Meisterschaftsteam: Mit Napier hat man wieder einen Guard, auf den sich alles konzentriert und der seine Mitspieler mitreißen kann. Ergänzt wird der Kader durch potente Rollenspieler. Doch für mich liegt ein wesentlicher Unterschied darin, dass die Toughness und Abgezocktheit der damaligen Spieler fehlt. Ein Lamb traf damals im März so gut wie jeden seiner Würfe. Ein Oriakhi und auch ein Olander schufteten unter dem Brett und holten viele wichtige Rebounds. Auch Napier kann im Vergleich zu Walker vor drei Jahren nicht so gut mit dem auf ihm lastenden Druck umgehen, auch wenn seine Leistung bisher stark ist. Lediglich Kromah und Giffey bringen noch Erfahrung und Leadership mit. Besonders Daniels und Boatright müssen sich fangen und ordentliche Leistungen abliefern, wenn UConn auch nur irgendwie Chancen auf eine Final Four Teilnahme haben will. Leider bezweifele ich, dass alle Komponenten vereint werden können, sodass für mich das Erreichen des Sweet Sixteen bereits ein Erfolg wäre.

Memphis Tigers (#8)

Wichtigster Spieler: Joe Jackson

X-Faktor: Chris Crawford

Offense:
+ viel Bewegung, Teambasketball, gutes High-Low, Ausgeglichenheit, Transition Offense
– Shooting, Freiwürfe, im 1-1 sind die meisten Spieler limitiert, es fehlt ein go to guy

Defense:
+ nach Florida die vielleicht variabelste Defense der NCAA, sehr aggressiv, Athletik
– lassen sich von starken Teams häufiger mal überspielen, geraten auch häufig in Foulprobleme

Coach: Josh Pastner
+ unheimlich positive Ausstrahlung, gute Organisation, kann durch neue Verteidigunsvarianten jeder Zeit das Momentum kippen
– Erfahrung, Team ist nicht immer zu 100% fokussiert

Fazit:
Die Tigers sollte man nicht unterschätzen. Nicht umsonst konnten sie z.B. beide Duelle gegen Louisville für sich entscheiden. Alle Spieler passen sehr gut in Pastners variantenreiche und auf Athletik und Kampfgeist ausgerichtete Defensive. Im Angriff liefern die Tiger sehr schönen Teambasketball und lassen den Ball gut laufen. Sie verstehen es sehr gut, den Ball ans Brett zu bringen, und dort sind die Big Men schwer zu stoppen. An manchen Tagen sind die Spieler aber nur ein Schatten ihrer selbst und das meistens dann auch als Kollektiv. In solchen Momenten fehlt ein Leader, der auch mal das Heft in die Hand nimmt und seine Mannschaft anführt. Besonders im ersten Aufeinandertreffen mit Oklahoma State (80-101 Klatsche) machte sich das bemerkbar. Zwar zeugt der Sieg im Rematch von Charakterstärke, trotzdem darf so etwas im Tournament nicht passieren. Für die Tigers ist spätestens im Sweet Sixteen Schluss.

George Washington Colonials (#9)

Wichtigster Spieler: Maurice Creek

X-Faktor: Kethan Savage, Dreier

Offense:
+ Shooting, Teambasketball, gute Mischung aus Inside-Outside-Game, reagieren gut auf Doppelteams, Vielseitigkeit, ziehen viele Fouls
– unnötige Ballverluste, müssen besser finishen, forcieren Würfe manchmal, Freiwürfe

Defense:
+ erschweren Würfe, Rimprotection, variabel, Teamdefense
– dürfen nicht zu viel spekulieren, Big Men haben oft Foulprobleme

Coach: Mike Lonergan
+ baut das Programm neu auf, überrascht Gegner gerne nach Auszeiten, entwickelt Spieler, guter Motivator
– Abhängigkeit vom Dreier, kann er Savage einbauen?

Fazit:
George Washington hat für eine längere Phase sehr ansehnlichen und erfolgreichen Basketball gespielt, dann brach sich mit Kethan Savage der beste Allrounder des Teams den Fuß und der Motor geriet ins Stocken. Die gute Nachricht ist: Seine Verletzung ist ausgeheilt und er kann wieder eingesetzt werden. Die Frage ist aber nun, hilft er der Mannschaft im Moment weiter? Schließlich hat er in den letzten zwei Monaten gerade mal ein Minütchen gespielt. Das wird nun die Aufgabe von Coach Lonergan sein. Aber selbst wenn nicht, ist George Washington ein extrem gefährliches Team. Besonders dann, wenn Topscorer Mo Creek und co. von Downtown heißlaufen. Dann wird es für jedes Team schwer, die Colonials zu besiegen. Zumal sie auch eine extrem aggressive und variable Defense spielen und ihre 1-3-1-Zone nur mithilfe guter Schützen zu knacken ist. Sie sind für mich ein absoluter Geheimtipp für eine mögliche Cinderella-Story.

Saint Joseph‘s Hawks (#10)

Wichtigster Spieler: Halil Kanacevic

X-Faktor: Langston Galloway

Offense:
+ Teambasketball, Shooting, bringen den Ball gut nach innen, Spacing
– teilweise zu viele Würfe, Ballverluste, Freiwürfe

Defense:
+ Rebounding, gute Pick & Roll Defense, erschweren Würfe, Rimprotection
– teilweise langsame und halbherzige Rotationen, lassen den gegnerischen Scharfschützen gerne heißlaufen

Coach: Phil Martelli
+ Erfahrung, erster Angriff ist meistens ein spezielles Setplay sodass Punkte garantiert sind, lässt Plays für Spieler laufen die gut drauf sind
– sehr kurze Rotation

Fazit:
Ähnlich wie Providence ist auch Saint Joseph’s gut gecoacht und eingespielt, allerdings fehlt auch hier wieder die Tiefe in der Rotation, sodass es durchaus vorkommen kann, dass mehrere Starter durchspielen müssen. Saint Joseph’s ist aus meiner Sicht aber sogar ein Tick gefährlicher, weil sie offensiv deutlich potenter sind. Mit Halil Kanacevic haben sie einen ziemlich einzigartigen Spieler in ihren Reihen, der als Center lieber an der Dreierlinie steht und Pässe verteilt oder Dreier einstreut. Unter dem Korb sorgt Ronald Roberts Jr. für mächtige Unruhe und schafft es immer wieder, sich trotz Kontakts durchzusetzen. Point Guard Galloway besitzt einen sehr guten Schuss und kann seinem Team immer wieder einen entscheidenden Push geben. Coach Martelli kann zudem sehr gut in ein Spiel eingreifen und versteht es exzellent, denjenigen Spieler in aussichtsreiche Position zu bringen, der gerade das heiße Händchen hat. Die Hawks können also mit Sicherheit für viel Wirbel sorgen, wenn sie von Anfang an fokussiert sind und die Big Men, insbesondere Kanacevic, nicht in Foulprobleme geraten. Das Sweet Sixteen liegt im Bereich des Möglichen.

Providence Friars (#11)

Wichtigster Spieler: Bryce Cotton

X-Faktor: Kadeem Batts

Offense:
+ Teambasketball, ziehen zum Korb und dadurch Fouls, treffen gut aus der Mitteldistanz, Offensivrebounds
– vorhersehbar, viele Turnovers

Defense:
+ Rebounding, aktive Hände, Rimprotection, variabel
– Foulprobleme

Coach: Ed Cooley
+ sein Team spielt sehr diszipliniert, hat das Optimum aus dem Team herausgeholt, klarer Gameplan
– sehr dünne Rotation

Fazit:
Die Friars sind eigentlich ein sehr talentiertes Team, was auch der Titelgewinn in der Big East beweist. Doch sie haben einfach nicht genug Tiefe, um im Tournament weit zu kommen. Sie spielen eigentlich nur mit sechs Spielern, von denen eigentlich immer zwei oder drei die gesamte Spielzeit auf dem Spielfeld stehen. Umso erstaunlicher ist es, wie sie es trotzdem immer wieder schaffen, auch in entscheidenden Schlussphasen noch druckvoll zu verteidigen oder bei Rückstand sogar erfolgsbringend zu pressen. Besonders Bryce Cotton beweist immer wieder, was für eine Pferdelunge er hat. Dieses Team zeigt einfach unbedingten Siegeswillen und Ed Cooley holt das Maximum aus seinen Spielern heraus. Sie laufen sehr, sehr oft die Flex-Offense und nutzen fast alle daraus resultierende Optionen, wobei wirklich sehr bemerkenswert ist, wie effizient und penibel sie auf Details achten. Providence kann meiner Meinung nach durchaus für die eine oder andere Überraschung sorgen und unter Umständen sogar ins Sweet Sixteen einziehen, aber dass es für mehr reicht, halte ich für unwahrscheinlich.

Harvard Crimson (#12)

Wichtigster Spieler: Siyani Chambers

X-Faktor: Laurent Rivard

Offense:
+ Teambasketball, Shooting, ziehen viele Fouls, viel Bewegung, bringen den Ball gut nach innen
– es gibt Phasen in denen zu viel 1-1 Angriffe und schwierige Würfe versucht werden

Defense:
+ Guards kämpfen sich gut über Blöcke, aktive Hände, gute Postdefense im 1-1, Teamdefense
– haben Probleme den Roller beim Pick & Roll zu verteidigen

Coach: Tommy Amaker
+ gibt seinen Teams gute Sets in Auszeiten zur Hand, Erfahrung, Erfolg
– muss Saunders zu Beginn eines Spiels besser einbeziehen

Fazit:
Harvard spielt wieder einmal attraktiven, teamorientierten Basketball und besticht dieses Jahr besonders durch Tiefe und Ausgeglichenheit. Katalysator ist für Tommy Amakers Team Siyani Chambers. Der quirlige Guard hat einen guten Wurf und gleichzeitig auch ein gutes Auge für seine Mitspieler. Außerdem kann er sein Team mit seinen Emotionen mitreißen. Auch der zweite quirlige Linkshänder Brandyn Curry kann an guten Tag ein Garant für den Sieg sein und das als sixth Man. Wenn sein Wurf fällt, ist er nur extrem schwer zu stoppen. Gleiches gilt für den Kanadier Laurent Rivard. Die anderen drei Starting Five Spieler beweisen ebenfalls regelmäßig ihre Qualitäten: Saunders ist ein athletischer Scorer, Casey ein vielseitiger Big Men und Moundou-Missi bringt die nötige Toughness an beiden Seiten des Courts ins Spiel. Außerdem ist Tommy Amaker ein exzellenter Coach, mit hohem Spielverständnis und einem guten Gefühl für das Spiel ausgestattet. Wie weit die Reise für Harvard geht, hängt davon ab, wie gut die Dreier fallen (insbesondere Rivard ist hier gefragt), und ob Wesley Saunders von Anfang an aggressiv seinen Weg zum Korb sucht und scoren will. Die dritte Runde sollte wieder erreichbar sein, mit etwas Glück sogar das Sweet Sixteen.

Delaware Fightin Blue Hens (#13)

Wichtigster Spieler: Devon Saddler

X-Faktor: Carl Baptiste

Offense:
+ wenig Turnovers, ziehen viele Fouls, Shooting, gute 1-1 Angreifer
– könnten öfter als Team zusammenspielen, nehmen zu viele Würfe, wenig Bewegung abseits des Balls

Defense:
+ aktive Hände, probieren variabel zu sein
– Baptiste gerät oft in Foultrouble, Rebounding, spekulieren viel auf Steals&Blocks

Coach: Monte Ross
+ weiß wem er in den entscheidenden Momenten den Ball geben muss, Player’s Coach
– die kurze Rotation wird im Tournament nicht möglich sein, Erfahrung

Fazit:
Die Starter von Delaware sind durchaus solide. Der Großteil kann sich seinen Wurf im 1-1 selbst herausspielen. Das ist zugleich Fluch und Segen. Segen, weil das Team dadurch schwer auszurechnen ist und es nicht reicht, einen Spieler zu stoppen. Fluch, weil die Offense häufiger zum Erliegen kommt und der Ball erst gut bewegt wird, wenn es wirklich absolut notwendig ist. Trotzdem scheint die Chemie zwischen den fünf zu stimmen. Problematisch wird es dann, wenn Baptiste in Foultrouble gerät. Delaware ist ein extrem dünn besetztes Team und es gibt Spiele, in denen gleich mehrere Spieler über die volle Distanz gehen müssen. Daher halte ich auch einen Upset für so gut wie ausgeschlossen. Da müsste der Gegner schon einen rabenschwarzen Tag erwischen und die Schiedsrichter eine sehr großzügige Linie unter den Körben zeigen.

North Carolina Central Eagles (#14)

Wichtigster Spieler: Jeremy Ingram

X-Faktor: Emanuel Chapman

Offense:
+ lesen das Pick & Roll gut, go to guy, Teambasketball
– können nicht gut mit druckvoller Defense umgehen, viele unnötige Ballverluste, zu viele Würfe

Defense:
+ gute Postverteidiger, variabel, gute Rotationen
– Rebounding

Coach: Levelle Motton
+ scoren nach Auszeiten/ aus Einwürfen
– muss Wege finden das Spiel von der Seitenlinie aus zu organisieren wenn Chapman nicht den Ball hat

Fazit:
NCC ist ein gut gecoachtes Team, dessen Stärken in der Offense sicherlich im Backcourt zu finden sind. Mit Jeremy Ingram haben sie einen talentierten Scorer in ihren Reihen, der von Aufbau Emanuel Chapman in vielen Fällen gut in Szene gesetzt wird. Aber Ingram liest auch das Pick & Roll sehr gut und erkennt, was die Verteidigung ihm bietet. Chapman ist ein sehr solider Aufbauspieler, der die Systeme dirigiert und größtenteils die Kontrolle über das Spiel hat. Defensiv versuchen sie mit ihrer Toughness unter den Körben dem Gegner den Schneid abzukaufen. Allerdings kontrollieren sie danach nicht immer den Rebound und erschweren sich das Leben dadurch selbst. Problematisch wird es in der Offensive, wenn der Gegner Kettenhunde hat, die sich an die Guards hängen und ihnen erst gar nicht ermöglichen, in Ballbesitz zu gelangen. Ein Upset wird sehr schwer, ist aber nicht unmöglich.

Milwaukee Panthers (#15)

Wichtigster Spieler: Jordan Aaron Schilling

X-Faktor: Kyle Kelm

Offense:
+ bringen den Ball ans Brett, ziehen dadurch viele Fouls, Offensivrebounds, go to guy
– konstantes Shooting, finishen am Korb, zu viele leichte Turnovers, Spacing

Defense:
+ aktive Hände, Teamdefense
– haben Probleme bei dominanten Innenspielern, Transitiondefense, Rebounding

Coach: Rob Jeter
+ klare Rollenverteilung
– sein Team muss konstanter werden

Fazit:
Milwaukee hat zwei Trümpfe im Ärmel. Das ist zum einen go to guy Jordan Aaron, der ein Spiel absolut entscheiden kann, denn er hat einen schnellen ersten Schritt und kann dadurch, gepaart mit gutem Ballhandling, fast immer seinen Gegenspieler schlagen. Zudem besitzt er einen guten Wurf, den er auch gerne mal ein paar Schritte hinter der Dreierlinie anbringt. Zum anderen sind die Big Men ungemein tough und schinden viele Fouls. Wenn sie mal nicht das Foul bekommen, holen sie sich meistens ihren eigenen Rebound für zweite oder sogar dritte Wurfchancen. Da wären wir auch schon bei den Problemen. Das Team hat Probleme, in der Nähe des Korbes abzuschließen. Das hängt auch mit teilweise schlechtem Spacing zusammen (wenn sie z.B. die Flex-Offense laufen, rücken sie immer enger zusammen, bis alle fünf Verteidiger mit einem Fuß in der Zone stehen). Außerdem treffen sie ihre Dreier zwar an guten Tagen, doch sie nehmen dafür definitiv zu viele, teilweise auch gut verteidigte, Würfe. Diese wiederum führen zu vielen Fastbreakmöglichkeiten des Gegners, die auch häufig erfolgreich enden, denn die Transition Defense der Panthers wirkt fast immer unorganisiert und halbherzig. Daher sehe ich eher schlechte Karten für einen Upset, zumal Aaron wahrscheinlich an die Kette gelegt wird und dann oftmals die Kreativität abhanden kommt.

Coastal Carolina Chanticleers (#16)

Wichtigster Spieler: Warren Gillis

X-Faktor: Josh Cameron

Offense:
+ Variabler Angriff (Postups, Pick & Roll, Offball Screens für Schützen), nutzen Missmatches, ziehen Fouls, finishen sehr gut in Korbnähe
– viele schnelle Würfe, Notwürfe, Freiwürfe

Defense:
+ Rebounding, erlauben wenig 2.Chance Punkte
– Verteidiger verlieren manchmal die Orientierung, spate Rotationen

Coach: Cliff Ellis
+ Erfahrung, Erfolg, sein Team ist gut auf Drucksituationen vorbereitet und wirkt allgemein sehr strukturiert
– muss sein Team in wichtigen Phasen schneller beruhigen

Fazit:
Dieses Team hat zwei Seiten, die auf den ersten Blick unvereinbar erscheinen. Auf der einen Seite sind die Chanticleers sehr gut gecoacht, wissen wo sie den Ball hinzubringen haben, um erfolgreich sein zu können. Dabei bestechen sie durch ein sehr variables Angriffsspiel, das sie zunächst über Postups und Pick & Rolls, die sie sehr gut lesen, aufziehen und dann nach und nach auch ihren Schützen offene Dreier herausspielen. Auf der anderen Seite haben sie immer wieder Phasen in ihrem Spiel, in denen sie die wildesten Würfe nehmen und immer kurz davor sind, einen komfortablen Vorsprung zu verspielen und den eigentlich schon besiegten Gegner wieder stark machen. Für einen Upset müssen die Guards eine gute Vorstellung in der Offensive abliefern und die Big Men weiterhin stark rebounden und finishen. Besonders auf Gillis kommt es an. Der Linkshänder ist ein sehr interessanter Spieler, aufgrund seiner Größe, seiner Vielseitigkeit und seinem Pick & Roll Spiel. Cameron muss seine Dreier treffen, um seinen Mitspieler Räume zu öffnen.




Arizona Wildcats (#1)

Wichtigster Spieler: Nick Johnson

X-Faktor: Rondae Hollis-Jefferson

Offense:
+ Spacing, Teamplay, Pick & Roll
– Shooting, Freiwürfe

Defense:
+ Fast alles (Intensität, Individual /Teamdefense, Pick & Roll, Rebounding)
– Foulanfälligkeit

Coach: Sean Miller
+ Ausstrahlung, Entscheidungsverhalten, Clutch
– Dünne Rotation

Fazit: Die Wildcats haben das Potential, den Ausfall von Ashley gut zu verkraften und weit zu kommen. Um das Final Four erreichen zu können, müssen Nick Johnson und TJ McConnell einen starken März erwischen und ihre Würfe treffen. Außerdem darf Tarczewski nicht in Foulprobleme geraten und Aaron Gordon darf sich keine Blöße an der Freiwurflinie geben. X-Faktor könnte Hollis- Jefferson werden, der immer wieder spielentscheidende Aktionen hat und das Team mit seiner energiegeladenen Spielweise mitreißen kann. Unter optimalen Bedingungen ist das Final Four drin, Elite-8 oder Sweet Sixteen sind aber realistischer.

Wisconsin Badgers (#2)

Wichtigster Spieler: Frank Kaminsky

X-Faktor: Nigel Hayes

Offense:
+ Geduld, Wurfauswahl, kaum Turnover, Shooting, Teambasketball
– nehmen etwas zu viele Würfe, müssen gelegentlich früher Gefahr Richtung Korb ausstrahlen

Defense:
+ begehen wenig Fouls, gute 1-1 Verteidiger, Teamdefense
– ein richtiger Rimprotector wäre noch hlifreich

Coach: Bo Ryan
+ Erfahrung, Erfolge, System, entwickelt Spieler, erkennt die Stärken eines Teams und weiß diese einzusetzen
– kann er Ruhe bewahren?

Fazit:
Auch diese Saison zeichnen sich die Badgers durch ihre harte Defense und ihre effiziente Offensive aus. Auf beiden Seiten begehen die Spieler keine dummen Fehler und agieren mit hoher Konzentration. Dadurch haben sie nie mit Foulproblemen zu kämpfen, schicken ihren Gegner sehr selten an die Linie und verlieren offensiv so gut wie nie die Ordnung. Das diesjährige Team ist aber auch in der Lage, Spiele mit vielen Punkten zu gewinnen. Das ist ein deutlicher Unterschied gegenüber Teams vergangener Jahre. Besonders Nigel Hayes hat sich in der Hinsicht als hilfreich erwiesen, da er immer wieder Instant Scoring liefern kann. Das Erreichen des Elite-8 ist durchaus realistisch, sofern sie dem Gegner ihr Spiel aufzwingen können.



Creighton Blue Jays (#3)

Wichtigster Spieler: Doug McDermott

X-Faktor: Ethan Wragge

Offense:
+ McDermott, Teamplay, Shooting
– sehr abhängig von McDermott

Defense:
+ gute Teamdefense, hoher Einsatz, clevere Defense
– Schwierigkeiten mit guten Insidespielern, kein Shotblocking

Coach: Greg McDermott
+ versteht es gut die Schwächen seines Teams zu kaschieren, bereitet sein Team gut auf Gegner vor
– ist häufig nicht bereits Adjustments zu treffen/ keine Risikobereitschaft

Fazit:
Wenn bei Creighton die Dreier so fallen, wie gegen Villanova, oder zumindest ähnlich gut, dann besteht für die Blue Jays die Chance ins Elite-8, ja vielleicht sogar ins Final Four einzuziehen. Vieles hängt aber auch davon ab, ob sie auf Gegner treffen, die nicht nur sehr strukturiert sind, sondern auch noch ein gewisses Maß an Athletik mitbringen oder gar einen dominanten Big Man haben. Dann wird es brenzlig. Auch McDermott tut sich gelegentlich schwer, trotz Körperkontakts abzuschließen. Wenn mehr als das Sweet Sixteen rausspringen soll, müssen die Dreier so fallen wie im Spiel in Philadelphia.

San Diego State Aztecs (#4)

Wichtigster Spieler: Xavier Thames

X-Faktor: Winston Shepard

Offense:
+ Thames, Toughness, Offensivrebounds, ziehen Fouls, verlieren relativ wenig den Ball, attackieren bedingungslos
– limitierte Offensivspieler, Shooting, Freiwürfe, viele technische Mängel (verdeckte Schrittfehler z.B.)

Defense:
+ Einsatz, setzen Gegner unter Druck, variabel, Athletik, Rebounding, forcieren Turnover
– (null)

Coach: Steve Fisher
+ Erfahrung, Erfolg, ist bereitet Adjustments zu treffen und auf seine Assistants zu hören
– Die Aztects müssen mehr Gefahr in der Offense ausstrahlen

Fazit:
Die Defense der Aztects gehört zur Top-10 der NCAA. Sie forcieren mit ihrer Presse sehr viele Turnover, aber auch in der Halbfeld Defense verteidigen sie sehr aggressiv und variabel. Ein weiterer Trumpf ist das gute Rebounding, wodurch sie ihren Gegnern wenig zweite Wurfchancen ermöglichen und gleichzeitig offensiv abstauben können. Des Weiteren haben sie mit Xavier Thames einen der besten Guards im Kader, der eine absolute Winnermentalität an den Tag legt und seine Teammitglieder mitreißt. Außerdem kann Aqeel Quinn von der Bank für Entlastung sorgen, besonders dann, wenn seine Würfe fallen. Auch Shrigley bringt dringend benötigte Firepower. Die Offense der Azteken ist sehr durchschaubar und auf Xavier Thames ausgelegt. Doch Thames muss auch viel in Eigenverantwortung unternehmen, denn viele Spieler sind einfach zu harmlos und können nur per Abstauber oder Durchstecker punkten. Zudem haben sie häufig Glück, dass die Schiedsrichter die vielen Schrittfehler der Innenspieler unter dem Korb nicht besonders häufig abpfeifen. Mit einem gut aufgelegten Thames und einem unterstützenden und seine Entwicklung unterstreichenden Winston Shepard ist das Elite-8 oder eventuell sogar das Final Four möglich - bei günstigen Matchups.

Oklahoma Sooners (#5)

Wichtigster Spieler: Cameron Clark

X-Faktor: Ryan Spangler

Offense:
+ Shooting, ziehen viele Fouls, Spacing, Teambasketball
– nehmen viele lange Zweier statt Dreier, es fehlt ein erfahrener Floor General

Defense:
+ Guards kämpfen sich gut über Blöcke, Athletik+Physis
– erlauben einfache Entrypässe auf Postspieler, Transition Defense

Coach: Lon Kruger
+ gute Einwurfspielzüge, Erfahrung, findet immer gute Aufstellungen die dem Gegner nicht liegen
– Spieler nehmen viele schwierige Würfe und auch Notwürfe, Team hat häufig Startschwierigkeiten

Fazit:
Die Sooners sind ein gut eingespieltes Team, das aus vielen Einzelteilen besteht, die sich sehr gut ergänzen. Mit Woodard und Hornbeak hat Oklahoma zwei junge Aufbauspieler, die immer furchtlos den Weg zum Korb suchen. Dadurch reißen sie Lücken, was besonders Hield und Clark auszunutzen wissen. Mit Ryan Spangler haben sie zudem einen der besten Rebounder der NCAA in ihren Reihen. Sie haben bereits häufiger gezeigt, dass sie ihre Intensität ganz schnell steigern und ein Spiel drehen können. Da die Sooners größtenteils mit vier Außenspielern gleichzeitig agieren, ergeben sich viele Räume. Die Aufstellung birgt jedoch auch Risiken, gerade defensiv. Gegen dominante Big Men hatte Oklahoma immer wieder Probleme, auch weil Spangler vielen Würfen nachgeht und dann entweder in der Transtion Defense fehlt oder unnötige Fouls begeht. Kruger muss seinen Spielern einbläuen, dass sie im Umschalten von Angriff auf Verteidigung besser ihre Gegenspieler finden und aufnehmen müssen, so schwer es auch sein mag, um nicht so leicht in Missmatches zu geraten. Wenn sie von Beginn an fokussiert sind und ihre Würfe treffen ist das Sweet Sixteen in Reichweite. Ich bin da aber etwas skeptisch.

Baylor Bears (#6)

Wichtigster Spieler: Cory Jefferson

X-Faktor: Brady Heslip und Kenny Chery

Offense:
+ ausgewogen Inside-Outside, gute Systeme, Offensivrebounds
– Es fehlt ein richtiger Aufbau der dem Spiel Struktur verleiht, Hero-Ball

Defense:
+ sehr variabel und dadurch manchmal schwer zu knacken
– im 1-1 ist der Großteil der Spieler unterdurchschnittlich veranlagt

Coach: Scott Drew
+ stellt gute Teams zusammen, deren Spieler sich prima ergänzen, viele gute Systeme, erkennt wenn jemand heißläuft
– lässt zu häufig seine Motion Offense laufen

Fazit:
Das Team ist talentiert und kann einem Favoriten ein Bein stellen. Dafür müssen Austin und Jefferson aber zeigen, dass sie unter dem Korb aufräumen können und dürfen nicht zu viele Würfe aus der Mitteldistanz oder sogar von jenseits der Dreierlinie nehmen. Zudem müssen Chery und Heslip ihre Würfe treffen. Defensiv muss das Team wohl auf einen Gegner hoffen, der noch nie eine Zone gesehen hat, denn konstant gute Mannverteidigung scheint für Baylor unerreichbar zu sein. Je nach Gegner ist also ein Sieg in der zweiten Runde drin, mehr aber wohl nicht.

Oregon Ducks (#7)

Wichtigster Spieler: Mike Moser

X-Faktor: Joseph Young

Offense:
+ Shooting, Spacing, Fastbreaks, Teambasketball, ziehen viele Fouls
– hohes Tempo verursacht hohe Fehlerquote

Defense:
+ aktive Hände, forcieren viele Turnover, variabel, Athletik
– begehen viele Fouls, Rebounding

Coach: Dana Altman
+ Erfahrung, sucht sich die passenden Spieler für sein System
– das Team hatte mehrere Schwächeperioden

Fazit:
Die Ducks spielen mit vielen Guards gleichzeitig und daher mit hohem Tempo. Gerade Young und Calliste sind sehr begnadete Schützen und können innerhalb kürzester Zeit heißlaufen. Schlüsselspieler ist der variable Forward Mike Moser, der mittlerweile schon an seiner dritten Uni spielt, da er auf mehreren Positionen eingesetzt werden kann und so das schnelle Spiel noch besser möglich macht, wenn er z.B. als Center auf dem Feld steht. Allerdings ist das auch mit einem gewissen Risiko verbunden, denn die Ducks haben sehr häufig Probleme, das Reboundduell für sich zu entscheiden. Zudem unterlaufen der Mannschaft zu viele leichte Fehler, daher sind sie darauf angewiesen, dass sich Aufbau Johnathan Loyd in guter Form präsentiert, um die Turnoverzahl zu reduzieren. Wenn die Ducks ihre Würfe konstant treffen, ist das Sweet Sixteen drin, ansonsten kann auch schon früher Schluss sein.

Gonzaga Bulldogs (#8)

Wichtigster Spieler: Kevin Pangos

X-Faktor: Przemek Karnowski

Offense:
+ Shooting, Spacing, Ausgeglichenheit, Teambasketball, Mischung aus Inside-Outside Game, erspielen sich hochprozentige Würfe
– Big Men müssen besser mit Kontakt finishen, Guards haben teilweise keinen Plan B beim Penetrieren

Defense:
+ Teamdefense, aktive Hände, Rebounding, Rimprotection
– anfällig im Pick & Roll, Big Men geraten in Foultrouble, halbherzige Helpside

Coach: Mark Few
+ Erfolg, Erfahrung, seine Offense gehört zur Elite der NCAA
– muss sich was einfallen lassen wie er die Foulprobleme eingrenzen kann, hatte das Team genug Competition

Fazit:
Gonzaga besticht mal wieder durch eine sehr gute Offensive, bei der Teambasketball höchste Priorität genießt und der Ball gut läuft. Dadurch erspielen sich die Zags gute und hochprozentige Wurfgelegenheiten. Zudem sorgen die drei erfahrenen Guards der Startaufstellung dafür, dass Gonzaga das Tempo nach Belieben kontrollieren kann und sehr selten den Ball verliert. Karnowski und Dower ergänzen sich prima unter dem Korb. Insbesondere der Pole hat sich während der Saison enorm weiterentwickelt und wirkt viel beweglicher und selbstsicherer als noch in seinem Freshman Jahr. Von der Bank kommen mit Barham und Dranginis, die viel Energie ins Spiel reinbringen und zudem auch Gefahr von Downtown ausstrahlen. Problematisch wird es, wenn Karnowski oder Dower oder beide in Foulprobleme geraten, denn gerade Karnowski ist mit seiner Größe häufig der Fels in der Brandung. Extrem gefährdet sind sie in Pick & Roll Situationen, da sie dort aggressiven "hedgen" und dadurch entweder ein Foul angehängt bekommen, oder nach einem Switch in ein Missmatch verwickelt werden. Zudem ist die Frage, ob das Team mental bereitet ist für das Turnier. Daran scheiterte das Team der vergangenen Saison. Das Ziel sollte Sweet Sixteen sein, ich bin aber ein wenig skeptisch, ob sie es so weit schaffen.

Oklahoma State Cowboys (#9)

Wichtigster Spieler: Marcus Smart

X-Faktor: Le’Bryan Nash

Offense:
+ Athletik, Shooting, talentierte 1-1 Angreifer, finishen gut, ziehen viele Fouls
– Wurfauswahl, Konstanz, manche Spieler kann die Defense außer Acht lassen

Defense:
+ aktive Hände, Athletik, Shotblocking
– Rebounding, müssen sich besser kontrollieren

Coach: Travis Ford
+ lässt seine Offense über seine talentiertesten Spieler laufen, Erfahrung
– kurze Rotation kann sich blitzschnell rächen, manchmal lässt sich der Gameplan nur schwer erkennen

Fazit:
Oklahoma State hatte bislang einige Rückschläge zu verkraften, von denen sie sich aber immer recht schnell wieder erholt haben. Neben der Suspendierung von Marcus Smart fehlt mit Michael Cobbins seit Monaten der eigentliche Starter auf der Center-Position. Dazu wurde Smarts Backup Stevie Clark von Travis Ford aus dem Kader geschmissen, nachdem er sich mehrfach nicht an Regeln halten konnte. Dadurch ist die Rotation auf sechs tatsächlich auch beitragende Spieler geschrumpft. Einzige Konstanten waren bisher Phil Forte, der sich gewohnt treffsicher aus der Distanz zeigte, und Markell Brown, der mittlerweile einen erstklassigen Wurf vorweisen kann und sich zu einem extrem kompletten Spieler entwickelt hat. Damit die Cowboys mehr als nur ein Spiel überstehen, müssen Smart und Nash ebenfalls beweisen, dass sie Siegertypen sind und ein Team führen können.

BYU Cougars (#10)

Wichtigster Spieler: Tyler Haws

X-Faktor: Matt Carlino

Offense:
+ viele Postups, Teambasketball, ziehen extrem viele Freiwürfe, go to guy, Offensivrebounds
– unnötige Turnovers, Freiwürfe, nehmen zu viele Würfe

Defense:
+ forcieren viele Ballverluste, aktive Hände, Rebounding
– Kommunikation fehlt teilweise, Big Men haben häufig Probleme aufgrund mangelnder Erfahrung

Coach: Dave Rose
+ Erfolg, Erfahrung, bringt Haws in gute Positionen
– wirken manchmal unvorbereitet, haben Probleme bei Einwürfen

Fazit:
BYUs eierlegende Wollmilchsau Kyle Collingsworth hat sich im Conference Tournament das Kreuzband gerissen und fällt damit aus. Das ist ein herber Schlag und wahrscheinlich nicht zu verkraften, denn Collingsworth übernahm den Spielaufbau, holte die meisten Rebounds, zog viele Fouls und konnte Tyler Haws zielgenau in Szene setzen. Haws ist nun auf sich selbst gestellt. Er muss nun noch mehr aus der BYU Offense heraus scoren. Dort ist bereits alles auf Haws ausgerichtet, der häufig endlose Schleifen um verschiedene Blöcke läuft bevor er den Ball zum catch-and-shoot das erste Mal berührt. Ansonsten scort Haws häufig in Postups oder wenn er um einen Block herumcurlt und zum Korb zieht. Unterstützung könnte er noch von Matt Carlino erhalten. Carlino ist ein streaky Shooter, der, egal wie es bei ihm läuft, seine Würfe nimmt. An guten Tagen gewinnt er das Spiel für sein Team, an schlechten Tagen zieht er das Team damit runter. Big Man Eric Mika ist zwar hochtalentiert, aber noch sehr unerfahren. Außerdem hat er, wie die anderen Big Men, immer wieder mit Foulproblemen zu kämpfen. Andersherum geht aber kaum ein Team so häufig an die Linie wie BYU. Ob sie allerdings diese Pfiffe auch im Tournament bekommen, ist fraglich. Vielleicht überstehen sie eine Runde, mehr aber nicht.


Nebraska Cornhuskers (#11)

Wichtigster Spieler: Terran Petteway

X-Faktor: Walter Pitchford

Offense:
+ Shooting, go to guy, Transition Offense, ziehen viele Freiwürfe
– nehmen zu viele Würfe, wenig Bewegung

Defense:
+ kämpfen sich gut über Blöcke, aktive Hände, Toughness
– Rebounding, das viele Switchen sorgt manchmal für Konfusion

Coach: Tim Miles
+ Erfahrung, hat Programm aufgebaut und eine Mentalität entwickelt
– die Offense ist zu berechenbar

Fazit:
Als Underdog sind sie vor der Saison in die Big Ten gewechselt und niemand hatte sie auf dem Zettel. Doch nach einer Schwächephase um die Jahreswende haben sie ihre Defense signifikant verbessert und auf das Niveau der anderen Big Ten Teams angehoben. Ihre Defense ist mittlerweile der Garant für ihren Erfolg. Coach Tim Miles fordert absolute Toughness und Einsatzbereitschaft von seinen Schützlingen. Wenn man sich die Defense der Huskers anschaut, dann erkennt man diese Leidenschaft sofort. Sie kämpfen sich um Blöcke, lauern auf Steals und sind solide 1-1-Verteidiger. Allerdings müssen sie noch bei den Rebounds zulegen und das Switchen einschränken, denn das sorgt manchmal für Verwirrung und dadurch geben sie noch zu viele Punkte ab. Offensiv sieht es, abgesehen von Terran Petteway, eher mager aus. Petteway liest die Defense sehr gut und ist in der Lage, sich seinen eigenen Wurf zu kreieren. Eigentlich sind die meisten Spieler auch gute Schützen, aber dadurch, dass sie nur selten zum Korb ziehen und die Defense wirklich zum Rotieren zwingen, sind viele Würfe gut verteidigt, was die Quoten nach unten schraubt. Dort muss sich Miles etwas einfallen lassen. Trotzdem ist Nebraska für mich ein Kandidat für eine Mannschaft, die Viele überraschen kann.

North Dakota State Bison (#12)

Wichtigster Spieler: Taylor Braun

X-Faktor: TrayVonn Wright

Offense:
+ bringen den Ball gut nach innen, treffen sehr hochprozentig, haben einen go to guy, ziehen viele Fouls, Geduld
– Bankspieler strahlen meistens keine Gefahr aus

Defense:
+ aktive Hände, Shotblocking
– Big Men geraten öfter in Foulprobleme

Coach: Saul Philipps
+ laufen sehr geduldig und diszipliniert ihre Systeme
– Spiel ist nicht besonders variabel, kleine Rotation

Fazit:
North Dakota State spielt nicht den modernsten oder attraktivsten Basketball, dafür aber sehr effektiven. Center Bjorklund ist ein Big Man alter Schule, der im Post sehr viel Geduld beweist und dank guter Fußarbeit und schier endlos vielen Bewegungen in Brettnähe erfolgreich sein kann. Selbst der Hakenwurf ist in seinem Repertoire enthalten. JayVonn Wright ergänzt den Center erstklassig, denn mit seiner Athletik und seinem guten Wurf zieht er die Verteidigung auseinander, sodass Bjorklund mehr Raum und Zeit für seine Moves hat. Zudem bereinigt Wright gerne sehr spektakulär die Fehler seiner Vorderleute in der Defense. Mit Taylor Braun haben die Bisons ein brandgefährlichen Scorer, der jederzeit seinen Rhythmus finden kann und dann nur sehr schwer zu stoppen ist. Point Guard Alexander agiert sehr souverän und bestimmt das Tempo. Problematisch wird es bei hoher Foulbelastung der Stammbelegschaft, denn von der Bank kommt eigentlich nichts. Zwar sind die Bankspieler gute Verteidiger, können aber offensiv in vielen Situationen nicht mit ihren Startern mithalten. Daher kann es für ein kleines Upset reichen, einen tiefen Run halte ich aber für ausgeschlossen.

New Mexico State Aggies (#13)

Wichtigster Spieler: Daniel Mullings

X-Faktor: Sim Bhullar

Offense:
+ bringen den Ball gut nach innen, ziehen Fouls, Offensivrebounding, Shooting
– wirken manchmal ideenlos, verlieren zu oft den Ball

Defense:
+ Rebounds, Rimprotection
– Transition Defense, geraten in Foultrouble

Coach: Marvin Menzies
+ Erfolg, nutzt Auszeiten um sein Team neu zu justieren
– Am Anfang einer Partie fehlt manchmal der Fokus

Fazit:
2,26m, fast 170 Kg: das sind die Werte von Sim Bhullar, mit denen er im College Basketball vollkommen deplaziert wirkt, auf den ersten Blick. Doch weil die Aggies ihr System auf ein dominantes Insidespiel ausgerichtet haben und neben Bhullar über weitere kräftige Innenspieler verfügen, sind die Aggies extrem gefährlich. Auch Doppeln bringt nicht viel, denn die Guards sorgen für gutes Spacing und die Big Men sind gute Passgeber. Die Pässe verwerten die Außenspieler dann meistens in Form von Dreiern oder Korblegern. Defensiv bilden die großen Spieler unter dem Korb eine Wand, die man erstmal überwinden muss. Anfällig sind sie aber in der Transition Defense, weil Bhullar seine Zeit braucht bis er seinen massigen Körper über das Feld geschleppt hat. Trotzdem ist New Mexico State ein heißer Kandidat für ein Upset.

Louisiana-Lafayette Ragin' Cajuns (#14)

Wichtigster Spieler: Shawn Long

X-Faktor: Elfrid Payton

Offense:
+ Guter 1-2-Punch, Shooting, Kombination aus Inside-Outside, ziehen Fouls, Teambasketball
– Geduld/Wurfauswahl, viele Turnovers

Defense:
+ Athletik, Rimprotection, Rebounding, aktive Hände
– begehen viele Fouls

Coach: Bob Marlin
+ erkennt Talente sehr gut, entwickelt Spieler
– Erfahrung, Team könnte strukturierter spielen, muss seine Nerven im Griff haben

Fazit:
Shawn Long und Elfrid Payton sind zwei Spieler, die beide das Potential haben, einmal in der NBA zu landen. Während Long ein sehr talentierter Big Man ist, der aufgrund seiner Athletik viele Würfe blockt und in Korbnähe finishen kann und auch über ein gutes Händchen in der Dreierdistanz verfügt, ist Elfrid Payton ein sehr explosiver Guard, der trotz seines jungen Alters bereits einige Erfahrung vorweisen kann und mittlerweile auch ein respektablen Wurf besitzt. Dank seiner enormen Größe für die Aufbauposition, macht er es seinem Gegenspieler in der Verteidigung sehr schwer. Insgesamt findet das Team meistens eine gute Balance zwischen Attackieren und Werfen. Allerdings müssen sie disziplinierter in vielen Belangen agieren, um auch nur eine Runde zu überstehen. Besonders die vielen leichtfertigen Ballverluste und die unnötigen Fouls kosten sie immer wieder Punkte. Trainer Bob Marlin ist an dieser Stelle gefragt, mehr Ruhe ins Spiel zu bringen.

American University Eagles (#15)

Wichtigster Spieler: Tony Wroblicky

X-Faktor: Darius Gardner

Offense:
+ Shooting, Teambasketball, Freiwürfe
– Turnovers, spielen kaum Fastbreaks

Defense:
+ forcieren viele schwierige Würfe, Rebounding, machen das Spiel langsam, aktive Hände
– begehen relativ viele Fouls

Coach: Mike Brennan
+ scoutet den Gegner gut, bereitet sein Team gut vor, wechselt Verteidigungen gewinnbringend
– Erfahrung

Fazit:
Die Eagles aus Washington verstehen es sehr gut, in der Defense Zement anzurühren. Coach Mike Brennan ist dafür hauptverantwortlich, denn er bereitet sein Team sehr gut auf die Offensive des Gegners vor und hat zudem ein gutes Gespür dafür, wann er seine Defense ändern sollte und z.B. zu einer Zone wechseln sollte. Das Team ist ein gutes Kollektiv, in dem jeder seinen Teil zum Erfolg beiträgt. In jedem Spiel kann jemand Anderes, den kleinen Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Hervorzuheben sind aber sicher Aufbau Darius Gardner, der sein Spiel im entscheidenden Moment nochmal auf ein anderes Level hieven kann, sowie Center Wroblicky, der über ein variables Spiel verfügt und einen hohen Basketball-IQ aufweisen kann. Hauptkritikpunkt ist sicher die mangelnde Erfahrung aller Beteiligten, sowie das imitierte Talent in der Offense. Zudem müssen sie versuchen sich öfter, leichte Punkte herauszuspielen, z.B. aus guter Defense heraus. Sie sind also totaler Underdog und können in dieser Rolle bestimmt für eine Menge Kopfschmerz sorgen. Ob das zu einem Upset reicht, ist schwer vorherzusagen, tendenziell aber eher unrealistisch.

Weber State Wildcats (#16)

Wichtigster Spieler: Davion Berry

X-Faktor: Kyle Tresnak

Offense:
+ Shooting, Spacing, attackieren Korb, Transition Offense, gute Übersicht beim Doppeln im Post
– ihnen unterlaufen viele leichtfertige Turnover, überdrehen manchmal

Defense:
+ druckvoll, erschweren Würfe sehr gut, Rebounding
– forcieren sehr wenig Turnovers

Coach: Randy Rahe
+ Erfolg, sein Team wirkt gut vorbereitet auf taktische Maßnahmen des Gegners
– Erfahrung, offensiv könnte es noch etwas kontrollierter zugehen

Fazit:
Wenn Weber State gut startet und die Dreier trifft, dann wird es für jeden Gegner schwer, den rollenden Zug aufzuhalten. Da sie aber nicht nur auf ihre Dreier angewiesen sind, sondern auch mit Kyle Tresnak einen fähigen Lowpost-Scorer im Kader stehen haben, sind die Wildcats schwer auszurechnen. Auch das Doppeln von Tresnak verfehlt häufig das Ziel, denn Weber State macht das Spielfeld sehr breit und Tresnak ist ein guter Passgeber. Die Defense ist sehr ordentlich, denn sie verstehen es sehr gut, Würfe möglichst schwer zu gestalten und kontrollieren im Anschluss im Großteil der Fälle den Rebound. Allerdings schaffen sie es trotz druckvoller Defense nicht, regelmäßig Turnover zu erzwingen, was die leichten Fastbreakpunkte auf ein Minimum reduziert. Wenn die Möglichkeit zum Schnellangriff besteht, wird dieser aber meistens eiskalt ausgespielt. Im eigenen Spiel schleichen sich immer wieder Flüchtigkeitsfehler ein, die extrem wehtun können, denn sie bringen häufig das Momentum zum Kippen. Auch Weber State ist ein spannendes Team und kann beim richtigen Matchup für ein Upset sorgen.




Wichita State Shockers (#1)

Wichtigster Spieler: Fred van Vleet

X-Faktor: Hatten sie bislang genug Competition?

Offense:
+ Shooting, Pick & Roll, Spacing, Geduld/Wurfauswahl, Teambasketball, ziehen viele Fouls
– Wiggins hat noch überhaupt nicht seinen Rhythmus gefunden und fällt als Einziger ein wenig ab

Defense:
+ Teamdefense, Toughness, Rimprotectors, Rebounding
– (null)

Coach: Gregg Marshall
+ hat die Konzentration seines Teams jederzeit hochgehalten, entwickelt Spieler, unglaubliche Konstanz, hat auf jede Defense eine Antwort parat
– war der Spielplan vielleicht nicht stark genug? Ist das Team auf das höhere Tournament Niveau vorbereitet

Fazit:
Wichita State wurde von vielen Experten als Eintagsfliege abgetan. Doch das Team wirkt trotz des altersbedingten Abgangs von Malcolm Armstead, der letzten März als Floor General glänzte, sogar noch besser als zuvor. Hauptgrund dafür ist Fred van Vleet. In seinem Sophomore Jahr dominierte der Guard seine Gegner nach Belieben und hat die totale Tempokontrolle in seinen Händen. Er hat bislang eigentlich keine Schwäche offenbart: Er verteidigt stark, kann selber zum Korb ziehen und dann abschließen oder ablegen, er liest das Pick & Roll sehr gut (besonders für sein Alter), er verfügt über einen guten Wurf und ist absolut clutch. Cotton und Baker sind starke Ergänzungen, da sie gute Verteidiger sind und einen guten Wurf ihr Eigen nennen. Zudem sind beide auch in der Lage spektakulär zu finishen. Early ist einer der vielseitigsten Spieler seiner Größe und ein hervorragender Scorer. Unter dem Korb hat Marshall die Qual der Wahl zwischen Carter, Coleby und Lufile, die allesamt das Zeug haben zu starten und sich den Platz in der ersten Fünf bislang auch teilen. Gregg Marshall ist für mich eindeutig der Trainer des Jahres, denn selbst für das talentierteste Team ist es schwierig, immer fokussiert zu bleiben. Dafür braucht es einen fähigen Trainer. Für mich bleiben drei Fragezeichen übrig, die teilweise sogar recht unbedeutend, da kompensierbar, sind. Erstens: Was ist mit Nick Wiggins? Kann er endlich seinen Wurf finden? Das fällt bislang kaum ins Gewicht. Zweitens: Kommen sie weiterhin ohne echten Backup für van Vleet zu Recht? Auch das hat Baker bis dato prima übernommen. Drittens, und das ist wahrscheinlich der Knackpunkt: War der Spielplan zu leicht? Können die Shockers gegen die großen Brocken bestehen? Eine wirkliche Feuertaufe war bisher nicht möglich. Trotzdem sind sie ein großer Kandidat für's Final Four und haben sogar gute Titelchancen.

Michigan Wolverines (#2)

Wichtigster Spieler: Nik Stauskas

X-Faktor: Glenn Robinson III

Offense:
+ Teambasketball, Shooting, talentierte 1-1 Angreifer, Geduld/Entscheidungsverhalten, lesen gut das Pick & Roll
– benutzen gar keine Postups (Robinson würde davon profitieren), ziehen relativ wenig Fouls

Defense:
+ Toughness, Teamdefense, haben mit Morgan einen guten „Lautsprecher“ der die Defense dirigiert
– kaum Shotblocking, verpassen Rotationen

Coach: John Beilein
+ Erfahrung, Erfolg, Systeme, entwickelt seine Spieler, stellt sein Team gut ein, hat immer noch taktische Kniffe in der Hinterhand (1-3-1-Zone)
– muss sich überlegen wie er Robinson effektiver einbinden kann, dünnes Nervenkostüm dieses Jahr

Fazit:
Michigan war bereits letztes Jahr ein Überraschungsteam und nur Wenige haben ihnen wirklich das Erreichen des Finals zugetraut. Nach den Abgängen von Burke und Hardaway und dem verletzungsbedingten Ausfall von McGary haben sie viele auch dieses Jahr wieder abgeschrieben. Doch wieder konnten sie überraschen und sich den Regular Season Big Ten Titel sichern. Maßgeblichen Anteil daran hatten die beiden Sophomores LeVert und Stauskas. Ersterer besticht durch seinen eleganten Zug zum Korb, den er mittlerweile auch erfolgreich abschließen kann, sowie einen soliden Wurf. Letzterer hat sich vom eindimensionalen Schützen zum besten Offensivspieler seines Teams entwickelt. Neben seinem Wurf, verfügt er über eine mehr als passable Athletik, die er beim Abschluss in Korbnähe kreativ einzusetzen weiß. Auch sein Ballhandling hat sich verbessert und geht nun weiter über Stepbacks und einfach Crossover hinaus. Zudem dürfte es kaum einen College Spieler mit größerem Selbstbewusstsein geben. Lediglich Glenn Robinson III ist ein kleiner Problemfall. In der Mehrheit der Spiele ist er viel zu passiv und lässt das Geschehen nur an sich vorüberziehen. Das ist sehr schade, denn er könnte ein guter College Spieler sein. Im Moment ist er „nur“ überdurchschnittlich. Hier ist Coach Beilein gefragt, GRIII das nötige Selbstvertrauen zu vermitteln. Außerdem stellt sich die Frage, ob nicht doch ein erfahrener Aufbau nötig ist, um weit zu kommen. Vom Potential her ist eine erneute Final Four Teilnahme drin. Dafür müssen aber die Freshmen und das Center-Duo weiter so gut in die Bresche springen, wie bisher.



Duke Blue Devils (#3)

Wichtigster Spieler: Jabari Parker

X-Faktor: Andre Dawkins, Marshall Plumlee

Offense:
+ Shooting, Parker+Hood sind die beste Flügelzange im CBB
– die Center müssen wenigstens ab und an mal zum Korb gucken, müssen Inside-Spiel etablieren

Defense:
+ kann sehr druckvoll sein, Rebounding
– inkonstant, es fehlt ein Rimprotector, müssen aufpassen nicht überspielt zu werden

Coach: Mike Krzyzewski (Coach K)
Muss man eigentlich nichts zu schreiben…

Fazit:
Duke hat sich während der Saison wesentlich verbessert, besonders in der Defensive. Offensiv läuft es dank Sulaimon und Dawkins besser, denn die beiden ziehen mit ihren Wurfqualitäten die Verteidigung enorm auseinander und eröffnen so mehr Platz für Parker und Hood zum Penetrieren. Leider strahlen die Center überhaupt keine Gefahr aus, auch wenn Plumlee einen großen Sprung gemacht hat, und die Defense ist noch nicht konstant auf dem Niveau, das Coach K gerne erreichen würde. Außerdem stellt sich wie jedes Jahr die Frage, wie viel der Heimvorteil in der Regular Season ausgemacht hat und wie das Team sich auf neutralem Boden schlägt. Ohne diese Fragezeichen wäre Duke für mich sicher im Final Four, mit guten Titelchancen. Stand jetzt bin ich mir schon bei der Final Four Teilnahme aber nicht so sicher, wie es das Potential des Teams eigentlich rechtfertigen sollte.

Louisville Cardinals (#4)

Wichtigster Spieler: Russ Smith

X-Faktor: Luke Hancock

Offense:
+ Teambasketball, viel Bewegung, Shooting, gute Mischung aus Inside-Outside-Game
– Limitierte Innenspieler, Hero-Ball

Defense:
+ sehr variabel, setzen Gegner enorm unter Druck, Hauptgrund für den Titelgewinn 2013, aktive Hände, fangen viele Pässe ab
– verursacht viele Fouls

Coach: Rick Pitino
+ Erfahrung, Ausstrahlung, bringt sein Team im Februar immer auf Kurs, entwickelt Spieler, stellt gute Teams zusammen
– kann er Russ Smith weiterhin kontrollieren?

Fazit:
Louisville hat wieder ein starkes Team. Allerdings sind Siva und Dieng nur schwer zu ersetzen gewesen. Die Neuen machen ihre Sache zwar ganz ordentlich, aber insbesondere der Verlust von Dieng ist sehr schmerzhaft, denn Harrell ist unter dem Korb häufig auf sich allein gestellt, was dieser aber extrem robust angeht. Entscheidend wird die Leistung der Guards sein. Können Jones und Rozier Ordnung in das Spiel bringen? Setzt Russ Smith seine positive Entwicklung fort oder wird er in den Drucksituationen der entscheidenden Momente wieder in alte Muster verfallen? Fragen über Fragen. Geht man nach den Leistungen im Conference Turnier, wirken sie wieder wie ein Final Four Team, doch man darf gespannt sein, was passiert, wenn Russ Smith nicht mehr nach Belieben punktet. Dann ist auch ein frühes Aus möglich.

Saint Louis Billikens (#5)

Wichtigster Spieler: Jordair Jett

X-Faktor: Rob Loe

Offense:
+ Talentierte Offensivspieler, Vielseitigkeit, Teamplay
– Jett tendiert manchmal dazu den Ball zu lange zu behalten, viele Notwürfe

Defense:
+ gute 1-1 Defense, gute Teamdefense, Loe als Rimprotection erlaubt den Guards hohen Druck auszuüben
– Loe darf nicht in Foulprobleme geraten

Coach: Jim Crews
+ tiefe Rotation ermöglicht Spielern frisch zu bleiben, konnte als AC viel Bob Knight lernen und gibt das an seine Spieler weiter
– sein Team muss früher Gefahr Richtung Korb ausstrahlen

Fazit:
Die Billikens spielen eine der besten Defensiven der NCAA. Sie bevorzugen das langsame Spiel, um den Gegner zu zermürben, verfügen aber über eine schnelle Transition Offense mit guter Early Offense. Wenn das allerdings nicht klappt, melken sie die Wurfuhr meist bis zum letzten Moment, was zu vielen Notwürfen führt. Trotzdem sind sie der Prototyp für eine Cinderella-Story, sofern man bei einem über lange Zeit als Top-25 eingeschätzten Team davon reden kann. Sie spielen harte Defense, haben in Jett einen Spieler, der in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen kann/möchte, und sind generell ein schwer auszurechnendes Team. Ein Grund dafür ist Rob Loe, der durch enorme Vielseitigkeit besticht. Während er defensiv ein guter Abräumer unter dem Brett ist, kann er offensiv sowohl in Brettnähe als auch jenseits der Dreierlinie abschließen. Leider gerät er sehr häufig in Foulprobleme und Schiedsrichterbeschwerden gehören deswegen zum Standardprogramm. Wenn er das abstellen könnte und sich auf das Spiel konzentrieren würde, wäre er für sein Team noch wertvoller. Man sollte Saint Louis auf jeden Fall als Überraschungskandidaten für das Final Four auf der Liste haben.

UMass Minutemen (#6)

Wichtigster Spieler: Chaz Williams

X-Faktor: Cady Lalanne

Offense:
+ Williams Fähigkeit für sich und andere zu kreieren, Transition Offense
– forcieren viele schwierige Würfe, Freiwürfe

Defense:
+ Lalanne als Rimprotector, Rebounding
– Teamdefense, Rotationen sind oft zu spät

Coach: Derek Kellogg
+ Hat dank eines guten Non-Conference Schedules sein Team sehr gut entwickeln können
– Spacing sollte bei Isolations/Postups verbessert werden

Fazit:
UMass spielt ein wahnsinnig hohes Tempo. Selbst wenn der Gegner punktet, starten die Minutemen gelegentlich einen Fastbreak und schließen diesen dann auch oft erfolgreich ab. Mit dem kleinen, ballsicheren und quirligen Chaz Williams haben sie einen Spieler in ihren Reihen, der für diesen Spielstil prädestiniert ist. Zudem ist Williams auch noch mit hervorragender Spielübersicht ausgestattet und findet die Passmöglichkeiten, die viel NBA Point Guards nicht mal erahnen können. Die Frage ist aber, ob auch seine Mitspieler gedanklich und körperlich mithalten können. Gerade die Big Men haben manchmal ihre Schwierigkeiten die Ableger zu verwerten. Auch defensiv ist das, was UMass bietet, alles Andere als das Gelbe vom Ei. Vermutlich werden die Minutemen nicht über die zweite oder dritte Runde hinauskommen.

Texas Longhorns (#7)

Wichtigster Spieler: Cameron Ridley

X-Faktor: Javan Felix

Offense:
+ guter und vielseitiger Frontcourt, Vielseitigkeit, ziehen Fouls, Offensivrebounds
– Wurfauswahl, Shooting, Freiwürfe

Defense:
+ Länge/Physis des Frontcourts, Rebounding, Shotblocking
– Foulprobleme, Guards merkt man fehlende Erfahrung an, Guards warden häufig aufgepostet

Coach: Rick Barnes
+ Erfahrung, hat das Optimum aus dem Team rausgeholt
– sollte die wilden Phasen seines Teams reduzieren

Fazit:
Rick Barnes’ Trainerstuhl war vor der Saison alles andere als sicher. Einige prognostizierten bereits, dass dies die letzte Saison seiner langen Ära werden würde, den das Team wirkte auf dem Papier vor der Saison überhaupt nicht erfolgsversprechend. Doch die Sophomores haben sich besser entwickelt als erwartet und mit Taylor hat Barnes einen wahren Glücksgriff getätigt. Das Team spielt zudem rotzfrech und hat keine Angst vor großen Namen. Nichtsdestotrotz sind die Defizite der Longhorns nur schwer zu übersehen. Das Guard-Duo nimmt viele Würfe, sogar sehr viele Würfe, und die wenigsten davon sind wirklich gute Würfe. Auch defensiv leisten sich die Longhorns noch viele Fehler und haben erhebliche Schwächen. Sie können sich daher glücklich schätzen, dass sie mit Ridley, Holmes und Ibeh sehr physische Big Men hinter sich haben, die auch mal den einen oder anderen Fehler ausbügeln. Problematisch wird es allerdings, wenn die Big Men zu oft helfen müssen und Fouls begehen oder das Spiel zu schnell für sie wird. Ridley und Holmes sind leider nicht die austrainiertesten Innenspieler. Alles, was über die dritte Runde hinausgeht, wäre daher eine faustdicke Überraschung.

Kentucky Wildcats (#8)

Wichtigster Spieler: Julius Randle

X-Faktor: Andrew Harrison

Offense:
+ Vielseitigkeit, Lob-Anspiele, Fastbreak, ziehen viele Fouls, Offensivrebounds, Missmatches
– viele blöde Turnovers, viele schlechte Würfe, Shooting, Entscheidungsverhalten, Point Guard Play, Erfahrung

Defense:
+ Shotblocking, Teamdefense, können sehr viel Druck aufbauen
– Spieler geraten schnell in Foulprobleme

Coach: John Calipari
+ gegen Zonenverteidigung spielt die Mannschaft mittlerweile viel besser, Erfahrung, Erfolg, greift in die Trickkiste, Perfektionist
– harte Schule hat bei Andrew Harrison bisher nicht gefruchtet, sucht häufig nach neuen Impulsen und wirbelt die Rotation durcheinander

Fazit:
Vor John Calipari liegt noch jede Menge Arbeit, denn er muss noch viele Fehler bereinigen. Wo fängt man da am besten an? Nun, naheliegend wäre es, das größte Problem anzugehen: Andrew Harrison. Der Freshman liefert zwar gute Zahlen ab und lässt immer wieder sein Talent aufblitzen, doch trotzdem muss er sich bei fast jeder Spielunterbrechung eine Standpauke von Coach Cal gefallen lassn. Er ist einfach (noch) nicht der Anführer, den dieses Team braucht und den viele in ihm gesehen haben. Auf gute Pässe und stark abgeschlossene Drives folgen immer wieder blöde Fouls oder schlechte Entscheidungen. Kann sich Harrison wirklich bis zum Tournament-Beginn fangen oder ist der Druck, der auf ihm lastet, zu groß? Davon wird abhängen, wie weit die Wildcats realistisch kommen können. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Wie reagiert Randle auf Double-Teams? Bleibt er ein schwarzes Loch? Können Young und Aaron Harrison ihre Dreier verwandeln? Ist Cauley- Stein bereit, den Kampf unter den Brettern anzunehmen? Oder muss Freshman Johnson in die Bresche springen? Kann Poythress endlich Konstanz in sein Spiel bringen? Spielt Kentucky als Team zusammen? Fragen über Fragen. Die Antworten entscheiden über Final-Four Teilnahme oder Zweitrundenaus.


Kansas State Wildcats (#9)

Wichtigster Spieler: Marcus Foster

X-Faktor: Shane Southwell

Offense:
+ Vielseitigkeit, Spacing, Ausgeglichenheit
– es fehlt ein klarer Spielmacher

Defense:
+ Teamdefense, gute Kombination aus Athletik/Physis/Schnelligkeit, nehmen viele Offensivfouls auf
– Frustfouls, helfen manchmal zu viel

Coach: Bruce Weber
+ scoren fast immer nach Auszeiten, Erfahrung, tiefe Rotation wird sich auszahlen
– Systeme passen nicht 100% zum Spielermaterial, darf sich nicht zu sehr auf die Schiedsrichter einschießen

Fazit:
Kansas State hatte keine einfache Preseason (mehrere Spieler sind transferiert) und auch keinen leichten Saisonstart, da sie immer wieder durch Verletzungen oder akademische Versäumnisse gehandicapt waren. Doch nun sind alle Spieler an Bord. Einzig Shane Southwell läuft seiner Form nach einer Verletzung noch ein wenig hinterher und könnte der X-Faktor sein, wenn es im Tournament ein tiefer Run werden soll. Umso eindrucksvoller ist daher die Leistung der Wildcats anzusehen. Besonders das Trio Foster, Spradling und Gipson ist ausschlaggebend dafür. Während Spradling und Gipson die nötige Erfahrung, Ruhe und Toughness einbringen, ist Marcus Foster der Topscorer, der auch mal ein Spiel im Alleingang entscheiden kann. Von der Bank kommen mehrere gute Rollenspieler, die ihren Part pflichtbewusst erfüllen und neue Energie ins Spiel bringen. Das Sweet Sixteen liegt im Bereich des Möglichen.

Arizona State Sun Devils (#10)

Wichtigster Spieler: Jahii Carson

X-Faktor: Defense

Offense:
+ Inside-Outside, hohes Tempo
– Zu viel 1-1/Isolations, Limitierte Einzelspieler, inkonstantes Shooting

Defense:
+ Bachynski
– Fast alles, schlechte Guarddefense, häufig verpasste Rotationen, Einsatz nicht immer 100%

Coach: Herb Sendek
+ Bringt Spieler in gute Situation um zu glänzen, Clutch
– Keine markanten Verbesserungen, Auszeiten häufig zu spät, lässt Carson gewähren

Fazit:
Immer wenn ich denke, dass die Sun Devils nun ihre Saison verspielen und eine Niederlagenserie starten werden, überzeugen sie mich (wenn auch nicht ganz) vom Gegenteil. Der Sieg gegen den Rivalen Arizona könnte die Saison gerettet haben. Dieser Sieg war sinnbildlich dafür, was ASU leisten könnte, wenn denn mal alles so klappt, wie es sich Coach Sendek vorstellt. Sie sind eine Wundertüte und sollten nicht unterschätzt werden. Doch mehr als einen Sieg traue ich ihnen im Tournament nicht zu. Besonders die Defense ist einfach phasenweise zu lustlos und Bachynski kann nicht alles alleine wettmachen.

Tennessee Volunteers (#11)

Wichtigster Spieler: Jordan McRae

X-Faktor: Jarnell Stokes

Offense:
+ Vielseitigkeit, mehrere go to guys, gute Mischung aus Inside-Outside-Spiel, Offensivrebounds
– nehmen zu viele Würfe, es fehlt ein richtiger Aufbauspieler

Defense:
+ Rebounding, Toughness, Rimprotection
– Big Men geraten in Foulprobleme, forcieren wenig Turnovers

Coach: Cuonzo Martin
+ bringt Stokes in gute Scoringpositionen, entwickelt Spieler, spornt seine Spieler an
– Offense könnte strukturierter sein, muss seine Big Men besser schützen, dem Kader fehlt Tiefe

Fazit:
Das Duo Stokes und Maymon gehört mit Sicherheit zur Frontcourt-Elite in der NCAA. Speziell was das Rebounding angeht, macht den beiden niemand etwas vor. Die Big Men spielen mit ihrer geballten Power und sind kaum zu stoppen. Das können sie höchstens selbst tun, durch mangelnden Fokus und Foulprobleme. Dazu haben die Volunteers mit Jordan McRae einen der vielseitigsten Spieler der NCAA in ihren Reihen, der alle drei Außenpositionen bekleidet und kaum eklatante Schwächen aufzuweisen hat. Trotzdem konnte sich das Team nur mit Ach und Krach für das Tournament qualifizieren. Warum? Es fehlt ein richtiger Aufbau, und so gut McRae auch ist, er wird keiner mehr werden. Dafür fehlen ihm die nötige Ausstrahlung und die Übersicht, zudem tendiert er gerne mal dazu, zu viele Würfe zu nehmen. Stokes muss mit der richtigen Einstellung in Spiele gehen, ansonsten verschenkt er sein Talent. Insgesamt ist das Team nicht besonders tief, was sich gegen Ende des Spiels meistens rächt. Mit Glück sind zwei, drei Siege drin (inklusive Play-In Game gegen Iowa), mehr aber auf keinen Fall.

North Carolina State Wolfpack (#12)

Wichtigster Spieler: T.J. Warren

X-Faktor: Khyle Washington

Offense:
+ go to guy, Offensivrebounds, Big Men finishen gut
– viele leichtfertige Turnovers, konstantes Shooting fehlt, Freiwürfe

Defense:
+ Rimprotection, forcieren Turnovers
– schicken den Gegner oft an die Linie, Big Men haben häufig Foulprobleme

Coach: Mark Gottfried
+ hat ein gutes Team geformt, bereitet sein Team gut auf Gegner vor
– Offense ist teilweise sehr abhängig von Warren und wirkt ideenlos

Fazit:
T.J. Warren ist der Kopf der Wolfpackers. Er wird häufig gesucht und die Offense ist auf ihn zugschnitten. Er kann dank seiner Physis sehr hochprozentig in Ringnähe abschließen, trifft aber auch exzellent aus der Mitteldistanz und weist zudem ein grenzenloses Arsenal an Floatern und Leanern auf, die normalerweise sehr schwierige Würfe sind, aber bei ihm zum Standardprogramm gehören. Die Frage ist immer, ob er genug Unterstützung von seinen Mitspielern erhält oder er zu viel auf eigene Faust unternehmen muss. Insbesondere Ralston Turner muss entweder seine Dreier treffen oder seine teilweise sehr weit entfernten Würfe unterlassen. Auch Khyle Washington nimmt eine wichtige Rolle ein, da er in der Zone viel Unruhe stiftet und ein guter Rebounder ist. Außerdem müssen die unerfahrenen Lewis und Barber ihre solide Saison als Aufbaugespann bestätigen. Ohne Unterstützung für Warren wird NC State aber sieglos aus dem Turnier ausscheiden.

Manhattan Jaspers (#13)

Wichtigster Spieler: George Beamon

X-Faktor: Michael Alvarado

Offense:
+ Mischung aus Inside-Outside, Teambasketball, Shooting
– einige Spieler kann man vernachlässigen, blöde Turnovers, Freiwürfe

Defense:
+ sehr variabel, aktive Hände, bauen großen Druck auf, Rimprotection
– begehen viele Fouls

Coach: Steve Masiello
+ sein Team schaltet sehr schnell und sehr gut zwischen den verschiedenen Verteidigungsformen um
– muss Lösungen finden wie er die Offensivschwäche einiger Spieler kaschieren kann

Fazit:
Manhattan ist eines der variabelsten Teams in der Defense, das ich bisher gesehen habe. Sie spielen mehrere Zonenvarianten (2-3, 1-2-2, 1-3-1), wechseln teilweise sogar in einem Angriff des Gegners problemlos die Verteidigung und pressen fast die ganze Spielzeit. Dadurch forcieren sie jede Menge Turnovers. Auch offensiv sieht das phasenweise sehr gut aus. Beamon ist ein guter Scorer und Slasher, unter dem Korb überzeugt Rhamel Brown mit einer guten Mischung aus schierer Körperkraft und guter Fußarbeit und kann zudem mit beiden Händen sicher abschließen. Shane Richard ist zudem ein echter Scharfschütze und sollte nie unbeaufsichtigt an der Dreierlinie stehen. Von der Bank kommen allerdings einige Spieler, die teilweise nicht mal Richtung Korb blicken, wenn sie auf dem Feld stehen. Deren Verteidiger sinken teilweise bis zur No-Charge-Area ungestraft ab. Zudem hat sich Aufbau Alvarado eine schmerhafte Verletzung im Conference Halbfinale zugezogen und ist durch seine Gesichtsmaske offensichtlich gehandicapt. Ohne ihn in Topform wird ein Upset sehr schwer. Trotzdem sind sie in der Lage einen schlecht vorbereiteten oder unerfahrenen Favoriten zu überrumpeln.

Mercer Bears (#14)

Wichtigster Spieler: Langston Hall

X-Faktor: Anthony White Jr.

Offense:
+ Shooting, Teambasketball, Offensivrebounds, finishen gut, haben mit Hall einen go to guy,
– Vielseitigkeit

Defense:
+ Teamdefense, aktive Hände, Shotblocking
– geben viele “And1s” ab, begehen generell viele Fouls, helfen zu viel bei Drives, foulen zu häufig Sprungwerfer

Coach: Bob Hoffman
+ hat dieses Programm umgekrempelt, hat schon viel gesehen (außerhalb der NCAA), Team hat immer eine Antwort parat
– hat wenig Erfahrung im CBB, muss seinem Team mehr Konstanz verleihen

Fazit:
Mercer ist das erste Mal seit fast 30 Jahren wieder dabei. Bob Hoffman hat das Programm über Jahre wieder neu aufgebaut. Durch solides Recruiting konnte er so langsam ein erfolgreiches Team zusammenstellen. Bereits in der vergangenen Saison waren die Bears Erster in der Conference Regular Season und mussten sich nur den Überfliegern von Florida Gulf Coast geschlagen geben. Dieses Jahr haben sie mit Langston Hall einen Leader in ihren Reihen, der sich nicht scheut, die entscheidenden Würfe zu nehmen und in der Lage ist, diese auch zu treffen. Sein Backcourt Partner White Jr. ist ebenfalls sehr talentiert und kann seinem Gegenspieler an einem guten Tag ordentlich Kopfschmerzen bereiten. Generell ist die Offense sehr gut und gehört zu den besten der NCAA. Problematisch wird es hingegen in der Defense. Besonders durch Fouls machen sich die Bears das Leben in vielerlei Hinsicht schwer. Zum einen begehen sie viele dumme Fouls und geben so viele And-Ones ab und foulen häufig Schützen beim Wurf; zum anderen ist Starting Center Coursey fast immer gefährdet, auszufoulen. Dabei ist er unersetzlich durch sein Rebounding und seine starken Abschlüsse in Ringnähe. Ein Upset ist möglich, wenn sich die Nervosität der unerfahrenen Bears in Grenzen hält und sie nicht zu viele dumme Fehler in der Defensive begehen.

Wofford Terriers (#15)

Wichtigster Spieler: Karl Cochran

X-Faktor: Freiwürfe

Offense:
+ Spacing, Teambasketball, gute Mischung Inside-Outside, Shooting, wenig Turnovers
– Freiwürfe, abhängig von Cochran

Defense:
+ gute Perimeter-Defense, aktive Hände, Toughness
– schlechte Post-Verteidiger im 1-1, Shotblocking

Coach: Mike Young
+ setzt immer wieder gute taktische Mittel gezielt ein, lässt Plays für Spieler laufen die heiß sind
– muss Cochran mehr Verschnaufpause geben, Erfahrung

Fazit:
Im Prinzip sind die Terrier ein extrem gefährlich Team für die großen Namen. Sie sind hungrig, spielen ohne jegliche Angst oder Respekt, haben mit Karl Cochran ein erstklassigen Anführer und sind sehr diszipliniert, sodass sie selten den Ball verlieren. Auch in Druckphasen verlieren sie nicht den Ball oder geraten in Panik. Karl Cochran kann jederzeit heißlaufen und extrem schwierige Würfe treffen, ohne dabei zu überdrehen. Dazu ist er ein exzellenter Verteidiger und schaltet regelmäßig den gegnerischen Topscorer aus. Der Rest der Startformation ist ebenfalls mehr als solide und auch von der Bank kommt die nötige Entlastung. Wo liegt also das Problem? Zum einen wackeln die Terrier gehörig von der Freiwurflinie, was sich auf größer Bühne vor großem Publikum vielleicht sogar noch verschlimmern könnte. Zum anderen sind sie zwar ein recht tiefes Team, Cochran muss aber dennoch sehr viel spielen und dabei ein hohes Pensum, sowohl offensiv wie auch defensiv, gehen. Das resultiert dann teilweise darin, dass er über mehrere Angriffe nicht den Ball berührt oder sogar nur bewegungslos in einer Ecke steht. Das darf sich Wofford gegen starke Teams nicht erlauben. Und dennoch: wenn Cochran einen guten Tag erwischt, ist ein Upset mehr als realistisch.

Cal Poly Mustangs (#16)

Wichtigster Spieler: Chris Eversley

X-Faktor: David Nwaba

Offense:
+ wenig Turnovers, Offensivrebounds, Transition Offense
– forcieren Würfe, Shooting, Spieler sind eindimensional, ziehen nicht sehr viele Fouls

Defense:
+ erschweren Würfe, forcieren Notwürfe/35 Sek., Transition Defense, Teamdefense
– Helpside ist nicht immer konsequent, fehlende Rimprotection

Coach: Joe Callero
+ Team ist zum richtigen Zeitpunkt in Hochform, tiefe Rotation
– teilweise sehr einfach zu verteidigende Einwurfspielzüge, nutzt Auszeiten nich besonders effektiv, Offense ist insgesamt zu harmlos

Fazit:
Cal Ploy ist mit Sicherheit das unbekannteste Team im gesamten Teilnehmerfeld. Selbst in der eigenen Conference galten sie nicht mal ansatzweise als potenzieller Teilnehmer. Doch sie haben im Turnier drei Spiele hintereinander gewonnen, womit gleichzeitig die längste Siegesserie der Saison eingestellt wurde. Sie sind der absolute Underdog, den wirklich niemand auf der Rechnung hat. Darin liegt vermutlich ihr großer Vorteil. Die meisten Gegner dürften sie zuvor kaum gesehen haben. Zudem ist die Defense überdurchschnittlich gut, da sie es gut verstehen, Würfe zu erschweren und das Spiel langsam zu machen. Offensiv sieht es dagegen sehr mager aus. Zwar verlieren sie nicht so oft den Ball, sondern gehören in dieser Kategorie sogar zur Elite, allerdings ist das eher ihrer langsamen Spielweise geschuldet und dass sie überhaupt kein Risiko eingehen. Einzig die beiden Flügelspieler Chris Eversley und David Nwaba strahlen ansatzweise Gefahr aus. Beide sind athletische Slasher, die viel von Putbacks und Penetrationen mit wenigen Dribblings leben. Besonders Nwaba hat aber eigentlich nur die rechte Hand und punktet nur durch pure Willenskraft. An guten Tagen bekommen sie eventuell noch Unterstützung von Freshman Point Guard Shipley, der eigentlich ein sehr solider Spieler ist, ihm fehlt allerdings noch die Erfahrung um Konstanz in sein Spiel zu bekommen. Wenn sie es irgendwie schaffen, genug Turnovers zu erzwingen und diese in einfache Punkte umzumünzen und der Gegner sie gleichzeitig kolossal unterschätzt, dann ist vielleicht die Riesensensation drin - allein, mir fehlt dafür wirklich der Glaube.