04 Juli 2013

Johannes Hübner, Onur Alagöz, Daniel Schlechtriem, Sebastian Dumitru | 4. Juli, 2013


Houston, LA, Dallas, ATL, Oakland... Dwight Howard würde am liebsten überall hin (Photo: @RHurstDesigns)  

Die Free Agency läuft seit knapp 90 Stunden. Einige sind hier und da schon bei ihren alten oder bei neuen Teams untergekommen. Mit Chris Paul ist sogar einer der Walfische dieses Jahrgangs schon längst vom Markt, seit er ohne langes Zögern seine Rückkehr zu den Los Angeles Clippers bekannt gab. Der grösste Domino ist und bleibt aber Dwight Howard. Erst wenn der All-Star Center seine Wahl bekannt gegeben hat, werden auch die übrigen Bauklötzchen nach und nach fallen können. Bevor Howard also am Freitag (wie gemunkelt wird), spätestens jedoch am 10. Juli die angespannte NBA-Diaspora aus ihrer kollektiven Dauer-Anspannung erlösen wird, werfen wir hier bei NBACHEF einen letzten Blick auf die fünf Mannschaften, die sich mehr oder weniger berechtigte Hoffnungen auf den großen Preis in 2013 machen können. Jeweils zwölf Gründe pro (und nur ganz selten contra) Dwight im jeweiligen Trikot und die alles entscheidende Frage: Wo landet D12?


Los Angeles Lakers (Onur Alagöz)

• „Du musst zuerst lernen, wie es gemacht wird, und das kann ich dir hier beibringen.“ Kobe Bryant zu Dwight Howard. Winner bringen Möchtegern-Winnern etwas bei. Nur so kann es laufen.
• Nicht nur Spieler und Coaches gewinnen Titel, sondern Organisationen. Deswegen sind die Spurs eine der erfolgreichsten Franchises der letzten Dekade. Homogenität des Systems eben. L.A. hat eine „winning culture“, ist ein Erfolgsumfeld. Es hat einen Grund, weshalb die Lakers in den letzten zwanzig Jahren nur zweimal die Playoffs verpasst haben.
• Wieso lieber mit Dallas verzweifelt versuchen, die Playoffs zu erreichen, statt in L.A. sicher dabei zu sein? Subjektiv schlechteste Saison der Franchisegeschichte und trotzdem der 7th seed: das ist Lakers-Basketball.
• Vergleicht man das Material: Harden ist jünger als Kobe, aber bei weitem noch kein echter Gewinnertyp. Unvergessen sein Choke-Job in den 2012er Finals. Dwight braucht den richtigen Antrieb, und den können ihm nur Leute wie Gasol, Kobe usw. geben
• Dolla Dolla Bill Y’all: fünf sichere Jahre sind besser als vier. Einfache Mathematik. Den Bird Rights sei Dank können die Lakers ein Vertragsjahr mehr anbieten, was mit der jährlichen Lohndifferenz insgesamt 30 Millionen mehr grüne Scheine macht.
• Wie viele Franchises kann man als Geisel halten, bevor der eigene Ruf komplett kaputt geht? Es gab „Dwightmare“ in Orlando inklusive unrühmlichem Abgang und Hier-hast-du-das-Messer-in-den-Rücken-Coach. Sollte D12 die gleiche ***** in L.A. abziehen, war’s das erstmal mit "everybody’s darling". L.A. Fans vergeben nur schwer und vergessen nie
• Hab ich schon den Cap Space angesprochen? Na gut, nochmal: Kommende Saison hat man zwar astronomische Kosten von 79 Millionen für den Kader, im Jahr danach aber nur noch Steve Nash mit 9,7 Millionen zu Buche. Genug also, um mehrere Max Player zu signen. Zufällig werden just zu diesem Zeitpunkt unter anderem Leute wie LeBron James, Chris Bosh, Carmelo Anthony und Dwyane Wade Free Agents. Klingelts? MASTERPLAN!
• Ist Dwight überhaupt noch ein Max-Player? Bill Simmons hat vor einiger Zeit die Unterscheidung zwischen Max-Player und Max-Max-Player gemacht. Laut dem eigenen, subjektiven Empfinden ist Dwight nur noch Ersteres. Stagniert seit Jahren in der Offensive, wurde defensiv eingeholt von Gasol, Noah, Hibbert und wirft mehr Charakterfragen auf als die meisten Spieler, die nicht DeMarcus Cousins heißen.
• Sind wir mal ehrlich: Wären nicht so viele neue Komponenten und massives Pech gewesen, hätte die Saison sowieso ganz anders ausgesehen. Teilweise haben sich sogar entfernte Verwandte der Spieler verletzt, so viele Wehwehchen musste man beklagen. Neuer Coach, neues System, neue Rotation. Habt ein wenig Nachsicht.
• Ach ja: Steve Nash, Pau Gasol und Kobe Bryant. Das sind drei Hall of Famer. Auf dem Abstieg, sicherlich, aber was haben Dallas und Houston überhaupt zu bieten? Harden wird erst zum Superstar, Lin war für ein paar Wochen und Nowitzki war vor ein paar Jahren mal einer. Objektiv gesehen ist die Qualität in Texas nicht unbedingt höher als in Kalifornien.
• So wie Chris Paul bei den Clippers hat auch Kobe bei den Lakers massiven Einfluss hinter den Kulissen. Wer glaubt, dass Mr. Bryant nicht alles dafür tut, seine letzten Jahre nicht verschwenden zu müssen, kennt ihn schlecht.
• Ich bin übrigens mittlerweile an dem Punkt, an dem mir Dwight so sehr stinkt, dass ich so gut wie alles Adäquate an Gegenwert sofort im Tausch nehmen würde. Die lachhaften Billboards waren zwar durchaus nötig und in diesem Fall kein Betteln, sondern direktes Recruiting, aber wenn er bewundert werden will, soll er modeln. Wir wollen in Tinseltown gewinnen.


Houston Rockets (Daniel Schlechtriem)

• $$$: Alles dreht sich um's Geld, nicht wahr? Aber verdient Howard bei den Lakers wirklich so viel mehr? Die nicht vorhandenen Steuern in Texas sind hinlänglich bekannt. Ein weiterer Faktor ist das 2017 auslaufende CBA, auch die Fernsehverträge werden in vier Jahren neu verhandelt. Es wird also ausgesprochen lukrativ sein, 2017 Free Agent zu werden, nicht erst 2018. Der dann 31-jährige Howard kann nach vier Saisons immer noch einen Fünfjahresvertrag zum Maximum abschließen und würde wegen der erwähnten Steuerersparnisse unterm Strich voraussichtlich sogar mehr verdienen.
• Alte Lakers: Howard hat betont, dass es ihm um Championships geht. Die wird er mit den Lakers in absehbarer Zeit nicht gewinnen, das hat die vergangene Saison schonungslos offen gelegt. Und selbst wenn Ende nächsten Jahres Gasols Vertrag von der Angestelltenliste verschwindet, wird Kobe nicht für Peanuts spielen. Viel Platz auf dem Cap bleibt dann mit Howards hypothetischem Vertrag nicht mehr, um weitere Hochkaräter an Land zu ziehen. Außerdem ist nicht gesagt, dass ein Spieler vom Format LeBron überhaupt verfügbar wird – und nicht à la Chris Paul einfach verlängert.
• Apropos Kobe: Der ließ zuletzt verlauten, dass er noch drei Jahre spielen möchte. Und solange Kobe lila-gold trägt, sind die Lakers sein Team und alle anderen spielen allerhöchstens die zweite Geige. Ob Kobe nach seiner schweren Verletzung überhaupt je wieder der alte sein wird, darf außerdem bezweifelt werden.
• Jugend: Im Gegensatz zu den alten Lakers haben die Rockets ein junges, hungriges und vor allem entwicklungsfähiges Team. Harden ist bereits ein legitimer All-Star, Parsons auf dem besten Wege dorthin. Man darf außerdem nicht vergessen, dass sie erst die erste Saison zusammengespielt haben. Ein eingespielter und aufeinander ausgerichteter Kern wird in der Western Conference eine noch dominantere Rolle spielen. Einen solchen Kern haben weder die Lakers, noch die Mavs oder Hawks zu bieten.
• Mike D'Antoni: Der Hauptgrund, warum Howard die Lakers verlassen will. D'Antonis System passt überhaupt nicht zu Dwights Spielweise, überhaupt ist er nicht das Kaliber von Trainer, mit dem man eine Championship gewinnt. D'Antoni ist bei Knicks untergegangen, bei den Lakers läuft es auch nicht viel besser. Wenn er gefeuert werden sollte, was passiert dann? Es sind dieselben offenen Fragezeichen wie hinsichtlich der Altstars. Bei den Lakers herrscht der Konjuktiv, vieles – wenn nicht alles, ist vage und unvorhersehbar. Bei den Rockets weiß man, woran man ist.
• Kevin McHale: Houston kann im Gegensatz dazu einen der raren Big-Man Head Coaches anbieten. Kevin McHales Fachwissen steht völlig außer Zweifel, sein fruchtbarer Einfluss auf großgewachsene Spieler ebenso. Es ist zu erwarten, dass McHale sein außgeprägtes Run'n'Gun der letzten Saison für einen Anker wie Howard anpassen würde. McHale weiß, wie ein Big Man denkt und was für einen solchen im Gefecht wichtig ist.
• James Harden: Houston hat einen der weltweit besten Spieler seiner Position, der zudem erst 23 Jahre alt ist und erst eine Saison als Franchise Player hinter sich gebracht hat. Kobe gehört die Vergangenheit, Harden die Zukunft. Den Mavs gehört gar nichts, außer ein alternder Dirk.
• Shooter: Um einen Spieler wie Dwight effektiv einzusetzen, bedarf es Scharfschützen von Downtown. Parsons und Harden gehören dazu, selbst Jeremy Lin hat gegen Saisonende akzeptable Quoten aufs Feld gelegt. Der frisch gedraftete Rookie Isaiah Canaan gehört ebenfalls in diese Kategorie. Houston würde im Falle von Howards Zusage weitere Shooter verpflichten und somit eine brandgefährliche Offensivarmada um ihn herum aufbauen.
• Center-Tradition: Elvin Hayes, Calvin Murphy, Moses Malone, Yao Ming. Houston hat eine ausgeprägte Center-Tradition und feierte die größten Erfolge mit einem dominanten Big Man sowie Shootern wie Cassell, Elie und Drexler um diesen herum. Howard würde ein großes Vermächtnis fortführen und seine eigene Ära als Abkomme dieser großen Namen prägen. Und dann ist da ja auch noch...
• Hakeem The Dream: Wenn Howard offensiv auch nur irgendwas auf die Reihe bekommt, hat er das in erster Linie Olajuwons Training zu verdanken. Der beste Spieler der Rockets-Geschichte war bei den Verhandlungen vor Ort, um Dwight zu überzeugen. Hakeem hat seine Ranch ganz in der Nähe Houstons, die Big Men der Liga prügeln sich regelrecht um einen Platz in seinen Sommerseminaren. Mit Olajuwon an der Haustüre, der immer wieder für Trainingssessions zur Verfügung stünde, würde sich Dwights Spiel verbessern wie sonst nirgends auf der Welt.
• Daryl Morey: Morey gehört zu den besten General Managern der Liga. Er versteht es nicht nur, ein stimmiges Team zusammenzustellen, sondern hat besonders ein Auge für günstige, aber produktive Spieler. Während andere Teams vergangenes Jahr auf ausgediente Veteranen wie Mike James oder Derek Fisher setzten, zauberte Morey Patrick Beverley aus dem Hut, der aus dem Nichts zum Leistungsträger avancierte. Weitere Geniestreiche dieser Art sind zu erwarten.
• Joe Rogowski. Ein kleiner Tropfen nur, aber doch ein deutliches Zeichen: Houston verpflichtete den Kraft- und Konditionstrainer der Magic, den Howard noch aus alten Tagen kennt und mit dem er sich angeblich sehr gut versteht. Eine solche Verpflichtung ist freilich kein ausschlaggebender Grund, verdeutlicht aber, dass Houston dem Wunschsspieler den roten Teppich ausrollt und akribisch daran arbeitet, es ihm so angenehm wie möglich zu machen.


Dallas Mavericks (Sebastian Dumitru)

• Dallas ist das einzige Team neben den Lakers, dass in diesem Jahrtausend eine Meisterschaft gewonnen hat. Mark Cuban hat bewiesen, dass er es versteht, einen Championship-Kader um einen Superstar herum zu formen und dieses Vorhaben notfalls über Jahre zu verfolgen. Was bei Dirk Nowitzki geklappt hat, funktioniert bei Dwight Howard vielleicht noch besser. Bestimmt sogar.
• Zumal ein Mitbuhler wie Houston massive Probleme haben wird, noch mehr Talent um Dwight Howard herum anzusammeln - dem Salary Cap sei's gedankt. Harden ist ganz nett, aber die Mavericks haben im nächsten Sommer keinen einzigen Spieler unter Vertrag und völlige Narrenfreiheit in Punkto "Spielkameraden für Dwight". Genug Kohle also für den Hammer-Free-Agent Jahrgang 2014. Wer kann das toppen?
• Dirk Nowitzki ist der wohl Dwight-kompatibelste Big Man mit All-Star Kaliber in der gesamten NBA. Nowe draussen an der Dreierlinie oder im Halbfeld und Howard mit Power unter den Brettern ist das ultimative Big Man Traumduo. Zwei Seven-Footer, die zusammen alles bringen, was das Contender-Herz begehrt -  viele Gegner müssten vor Überforderung schon vor Tipoff das weiße Handtuch schwenken.
• Eines der großen Probleme der Leute mit Dwight Howard in den letzten Jahren war stets seine kapriziöse, kindische, narzisstisch-eigensinnige Art. Dabei hat ihn nur niemand richtig verstanden. Eines der großen Probleme der Leute mit Mark Cuban ist ebenfalls seine kapriziöse, kindische, narzisstisch-eigensinnige Art. Die beiden würden sich also vertragen wie zweieiige siamesische Drillinge, ohne überhaupt miteinander kommunizieren zu müssen. Cuban wüsste instinktiv, was Howard wann wie haben wollen würde. Und umgekehrt. Blindes Verständnis eben, wie bei Darren Collison und Chris Kaman.
• Howards Agent ist Dan Fegan, einer der besten Freunde von Mark Cuban und schon seit Jahren auf Kurzwahl in dessen Nokia 3210 gespeichert. Während andere Mannschaften um Audienzen in Howards Hotelzimmer betteln mussten und folgerichtig angespannt und stark transpirierend in die jeweiligen Meetings gingen, hatte der trikottragende, frische Cuban Insider-Intel und wusste schon vorher, was D12 an jenem Morgen gefrühstückt hatte und wie sich seine Laune im Laufe des Tages entwickeln würde. Unbezahlbar.
• Kein Wunder also, dass die Mavericks in ihrem Sit-Down mit Dwight höher scorten als Dallas seinerzeit unter Don Nelson. Tech-Freunde Cuban und Nelsons Sohn Donnie Nelson zogen mit einer farbenfrohen, Analytik-getriebenen Präsentation alle Register bei Video-Spiel-Fan Howard - auch wenn der vom Inhalt nicht allzu viel mitbekam. Die bunten Farben und sein eigener Mavs-Videospiel-Charakter hatten ihn längst in ihren Bann gezogen.
• Mal im Ernst: welches der genannten vier Teams könnte Howard die Chance geben, 'The Man' zu sein? Der alleinige 'Man' wohlgemerkt. Dirks Vertrag läuft im Sommer aus, und der Würzburger würde seine letzten Jahre nur allzu gerne in die Hände einer 2,11 Meter großen Diva legen, die öfters die Seiten wechselt als eure Lieblingslangspielplatte. In LA ist Kobe, in Houston Harden, in Atlanta Horford und bei den Dubs Steph Curry 'El presidente'. In Dallas wäre Dwight schon bald die alleinige Attraktion, ganz wie in seinem Lieblingsvergnügungspark 'Dwighty World'. Dort hätte er sein eigenes Team, wie damals in 'Disney World', als man im NBA-Finale stand. Ah, Erinnerungen...
• Dallas ist groß genug für einen PR-bewussten Mann wie Howard, aber nicht "zu groß", um sich und im Asphaltdschungel zu verirren. Eine überschaubare Großstadt mit einem großen TV-Markt und zahlreichen attraktiven medialen Angeboten ist ganz nach Howards dualem Sportler/Entertainer-Geschmack.
• Mike D'Antoni, Kevin McHale, Mark Jackson und Atlantas Neuer Mike Budenholzer sind vielleicht ganz nett, aber keiner von ihnen hat als Head Coach jemals eine Meisterschaft gewonnen. Rick Carlisle schon. Der wüsste genau, wie man Dwight richtig einsetzt, und würde ihn nicht den ganzen Tag stupide Pick & Rolls laufen lassen wie in LA, Houston, Golden State und Atlanta.
• Alle angesprochenen Mannschaften bis auf die Hawks sind schon viel zu festgefahren, was Spielsystem und Protagonisten anbelangt. In Dallas jedoch könnte Howard mit seinem neuen Team organisch zusammen wachsen und der neuen Spielkultur von Grund auf seinen eigenen, dominanten Stempel aufdrücken - vorne wie hinten. Genau das, was er nach zwei verkorksten Jahren braucht: einen frischen Start.
• Flexibilität: Dallas könnte ohne Weiteres den auslaufenden Vertrag von Shawn Marion, die jungen Shane Larkin und Jae Crowder sowie multiple Draft-Picks anbieten, um einen Elite Point-Guard wie Rajon Rondo an Land zu ziehen. Rondo plus Dirk plus Dwight? Warum hat noch niemand den Conference Finals Teppich ausgerollt? Hab' ich schon erwähnt, dass die Mavs im nächsten Sommer immer noch massiven Cap-Space zur Verfügung hätten?
Free Chicken Fingers, lebenslang!


Atlanta Hawks (Sebastian Dumitru)

• Home Sweet Home
• Al Horford plus Dwight Howard wäre von jetzt auf gleich das furchteinflössendste Big Man Duo der gesamten NBA. Horford könnte endlich wieder auf Power Forward zurück, und Dwight hätte endlich einen Big, der ihn versteht und richtig entlastet.
• Seit seiner Kindheit und seiner Zeit an der Southwest Atlanta Christian Academy hat Howard nie wieder die naive Unbekümmertheit an den Tag gelegt, die ihn als Nummer eins Pick 2004 zum Publikumsliebling einer gesamten Fan-Generation machte. Eine Rückkehr zu seinen Wurzeln würde ihn zurück auf den rechten Pfad bringen - und viele der in den letzten Jahren verloren gegangenen Fans zurück.
• Howard hätte in Atlanta die Chance, wieder mit seinem AAU-Buddy und besten Freund Josh Smith vereint zu werden und wieder gemeinsam auf Korbjagd zu gehen. Jeder Abend wäre eine einzige Dunk-/Alley-/Block-Party, und alle wären eingeladen. Es gäbe sogar Kuchen!
• Und Big Man Smith könnte Howard gleich dabei helfen, an seiner Drei-Punkte-Tüchtigkeit zu feilen. Immerhin traf der begehrte Free Agent in der vergangenen Saison knapp 17 Prozent seiner Dreier-Versuche - kein elitärer, aber durchaus ausbaufähiger Wert.
• Howard plus Horford plus Smoove im Frontcourt? Heimvorteil im Osten wäre geritzt, egal mit welchem Point Guard. Jetzt stelle man sich nur mal vor, Dennis Schröder würde sich als Starter auch noch in die 'Rookie of the Year' Konversation hinein spielen...
• Ja, die Fans bei Hawks-Spielen sind mies, aber das auch nur, weil sie seit dem 'Human Highlight Film' Dominique Wilkins keine echte Star-Power mehr in 'Hotlanta' bestaunen durften. Christian Laettner? JR Rider? Marvin Williams? Howard wäre nicht nur der uneingeschränkte Star der Falken, sondern würde gleichzeitig die Massen elektrisieren und zurück in die Arena pilgern lassen, wie einst spirituelle Anführer längst untergegangener Kulturen.
• Seine spektakuläre, dominante Spielweise ist wie gemacht für ein Gebäude mit dem Namen 'The Highlight Factory'. 'Supermans Highlight Factory'... muss ich mir gleich patentieren lassen, wenn's noch geht.
• Chandler, Noah, Hibbert, Lopez, Al Jefferson, Aaron Gray... alle guten Center der NBA (minus Marc G.) spielen im Osten. Howard hätte in Atlanta die einzigartige Gelegenheit, sie Abend für Abend vorzuführen und so die unumstrittene Hierarchie unter den Pivoten der Liga wieder her- und klarzustellen. Es kann nur einen geben.
• Danny Ferry ist ein guter GM, der bereits in Cleveland demonstriert hat, dass er etwas davon versteht, Superstars mit dem nötigen Beiwerk zu umgeben und ein Team ins NBA-Finale zu managen. War ja nicht seine Schuld, dass Eric Snow damals die Nerven versagten. Eine Hawks-Mannschaft um Dwight Howard, Al Horford und vielleicht Josh Smith (oder Jeff Teague) wäre auf Anhieb ein Kandidat für Platz 4 bis 6 im Osten und mit punktuellen Verstärkungen im nächsten Sommer vielleicht schon in Jahr zwei sehr, sehr, sehr, sehr konkurrenzfähig.
• Dwight Howard will in erster Linie geliebt werden. Überall hatten sie bisher etwas an ihm auszusetzen. Nur im Süden, in Georgia, wo die Uhren stets langsamer laufen und die Leute herzlicher sind, versteht man ihn wirklich. Und liebt ihn aufrichtig. Sollte Howard die Dämonen seiner ersten neun NBA-Saison besiegen und die Hawks in Atlanta zu ihrer ersten Finalteilnahme überhaupt führen, eine Statue und sein Trikot an der Hallendecke wären ihm ebenso sicher wie ewiger Kultstatus im eigenen Vorgarten... welche der anderen vier Städte könnte ihm das bieten?
• Home Sweet Home. Hatte ich das schon erwähnt...?


Golden State Warriors (Johannes Hübner)

• Die Warriors brauchen Dwight Howard gar nicht, trotzdem wäre er in Oakland und ab 2017 in San Francisco am besten aufgehoben. Selbst wenn es die Diva wo anders hin verschlägt, der junge Kern der Warriors um Curry, Thompson und Barnes hat Zukunft.
• Wer ist wohl der beste Head Coach für Dwight Howard? Von den 30 Kandidaten sticht Mark Jackson als Pastor und Players Coach heraus. Wenn es denn möglich ist, zu Howard durchzudringen, dann setze ich mein Geld auf Jackson und seine Fähigkeit zu fordern, aber auch gleichzeitig Howard Selbstvertrauen einzuimpfen.
• San Francisco und Oakland sind nicht L.A., aber die Bay Area ist ein großer Markt mit einem hohen asiatischen Anteil in der Community. Nicht uninteressant für das Marketing, aber bei Howard geht es nur ums Gewinnen.
• Lieber Dwight, da dein offensives Skillset immer noch Luft nach oben hat, brauchst du jede Menge Shooter um dich herum. Wie wäre es mit den „Splash Brothers“ Stephen Curry und Klay Thompson. Die zwei sind auch unter „der beste Shooting Backcourt in der Geschichte der NBA“ bekannt.
• Auch das Pick and Roll mit Curry sollte eine echte Augenweide sein. Die einhändigen Pässe mit links würden nur zu oft in einem Superman-Dunk enden.
• Dieser Druck der herunterhängenden Banner bei den Lakers scheint D12 ja fast erdrückt zu haben, bei den Warriors hingegen war in den letzten Jahrzehnten das Verlieren so normal wie der Stau auf der Bay Bridge.
• Seit dem Wechsel der Besitzer ist aber vieles anders. Joe Lacob hat die Organisation auf den Kopf gestellt und ist auf gutem Weg, aus den „Dubs“ einen echten Contender zu basteln.
• Defense wins Championships. Und alle anderen Alternativen waren in der letzten Saison weit hinter der NBA-Elite. Die Warriors haben im zweiten Jahr unter Jackson und dem nach Sacramento abgewanderten Mike Malone einen großen Sprung gemacht. Wenn jemand dieses Team defensiv endgültig in eine andere Sphäre katapultieren kann, dann ist es Dwight Howard.
• Die Alternativen: In Dallas mit einem alternden Nowitzki keine Titel gewinnen. In L.A. mit D'Antoni immer die letzte Linie der Verteidigung sein. Über Atlanta müssen wir, seit Chris Paul sich entschieden hat bei den Clippers seine Signatur unter einen neuen Vertrag zu setzen, nicht mehr diskutieren. Houston passt auch sehr gut, aber…
• Der große Pluspunkt von Golden State: Es wäre so Dwight, wenn er zu dem Team will, welches ihn nur kompliziert per Sign-and-Trade bekommen kann.
• Da die Lakers kaum Interesse haben, ihren Superstar zu einem Konkurrenten in der eigenen Division zu traden, sieht Andrew Bogut die Chancen auf dieses Szenario sogar bei unter einem Prozent. Unwahrscheinlich ist es, aber Howard würde vom Coaching und Personal optimal zu den Warriors passen. Das diskutierte Paket beinhaltet Bogut, samt seinem auslaufenden Vertrag, und dem jungen Harrison Barnes – immerhin besser für die Lakers, als Howard für keinen Gegenwert nach Houston abzugeben.
• Während bei den anderen Franchises viel mehr von Howard abhängt, können die „Dubs“ auch ohne Howard bald einen Angriff auf die Krone des Westens machen. Das die Warriors nach all den Jahren der Bedeutungslosigkeit überhaupt im Rennen sind, macht sie schon zum heimlichen Sieger des „Dwightmares.“