27 Juni 2013

Sebastian Dumitru 27. Juni, 2013                                      



Wie jedes Jahr auch diesmal ein weiterer legendärer Live Draft-Blog aus dem Barclays Center - heute leider zum allerletzten Mal mit einem bald scheidenden David Stern, der die Buh-Reufe der Meute mit Sicherheit ein letztes Mal voll auskosten wird. Leider auch zum ersten Mal seit Langem ohne den allseits unterhaltsamen David Kahn. Es verspricht dennoch, ein spannender und hochinteressanter Draft-Abend zu werden. Keiner weiß, woher der Wind wehen wird. Es liegt Spannung in der Luft. 



1. Anthony Bennett
Cleveland schockt gleich zum Auftakt die gesamte Basketballwelt und macht alle Mocks im Vorfeld dieses Drafts mit einem einzigen Pick zunichte. Nicht Len, nicht Noel, nicht Oladipo und auch nicht McLemore, sondern Anthony Bennett ist der Wunschspieler der Cavaliers. Damit avanciert der Power Forward zum ersten Kanadier, der jemals mit dem ersten Wahlrecht selektiert wurde. Was auf den ersten Blick seltsam anmutet - alle, wirklich alle waren wie versteinert - macht bei näherer Betrachtung sogar Sinn. Die Verletzungen von Noel und Len sowie die Fragezeichen hinter McLemore als Nummer eins katapultierten den offensiv explosiven Bennett nach ganz oben. Cleveland hat jetzt einen idealen Pick & Roll Partner für Kyrie Irving und mit Irving, Dion Waiters, Bennett und Tristan Thompson (der langfristig auf Center geht) einen starken, jungen Nukleus beisammen, der schon nächste Saison um Platz 8 im Osten mitspielen kann - ganz so, wie es Teambesitzer Dan Gilbert erwartet.


2. Victor Oladipo
Orlando hingegen geht nächstes Jahr nirgendwo hin, kann aber dafür die Talent-Akkumulierungsphase noch ein Weilchen am Laufen erhalten und so wichtige Assets für die Zukunft einsammeln. Und talentmäßig gibt es in diesem Jahrgang wohl keinen Spieler, der so eine solide Basis mit einer so rosigen Aussicht auf eine lange, fruchtbare Karriere vereint. Oladipo ist ein charakterlich einwandfreier, defensivstarker Spieler, der die Kultur bei den Magic nachhaltig beeinflussen und jemanden wie Arron Afflalo über kurz oder lang obsolet machen wird. Ich hätte Noel genommen, aber es ist nachvollziehbar, wieso Orlando hier die sicherere Bank vorzieht.


3. Otto Porter
Perfekter Pick für die Wizards, die nicht nur den Lokalmatador von der Georgetown Universität draften, sondern auch noch den perfekten Komplentärspieler für John Wall und Bradley Beal. Porter ist ein defensivstarker Dreier, der keinen Ball in der Hand braucht und die vielen kleinen Dinge erledigen wird, die Washington wieder zurück in die Playoffs befördern. Faust. Auge. Passt.


4. Cody Zeller
Obwohl die Bobcats als potentielle Verlierer galten, weil sie in der Lotterie bis auf Nummer Vier abrutschten, hatten sie hier die Chance, einen möglichen, späteren Star wie Noel oder McLemore aus dem Wasser zu fischen, zumindest aber einen dringend benötigten Franchise-Center, wie es Len einmal einer werden könnte. Statt dessen entscheiden sich die Kätzchen für Zeller, einen zu kleinen Big Man, der in der NBA sein Spiel völlig umstellen werden muss, um auf Dauer bestehen zu können. Ein weiterer Draft-Hirnfurz, Made in Charlotte. Alle Jahre wieder...


5. Alex Len
Damit hatte Phoenix die nicht für möglich gehaltene Chance, zwischen den beiden talentiertesten Bigs dieses Jahres selektieren zu dürfen. Der neuen Suns-GM Ryan McDonough entschied sich für Len, den Ukrainer, den er schon auf seinem Radar gehabt hatte, als der noch bei den U-18 Meisterschaften dominierte. Noel mag der Spieler mit mehr Upside sein. Len gilt als besserer Offensivspieler - und als solchen werden ihn die Suns auch einsetzen wollen. Die Tage von Marcin Gortat in der Wüste sind gezählt. Len ist die Zukunft.


6. Nerlens Noel (via New Orleans)
Doppel-Schock auf der Sechs. Einmal, weil Nerlens Noel bis hierher fiel. Und zweimal, weil die New Orleans Hornets zuschlugen, den Pick aber nicht selbst behielten, sondern im Paket mit einem künftigen Erstrundenpick für Jrue Holiday zu den Philadelphia 76ers schickten. Wer sich also bereits auf die Pelicans Block Party mit Noel und Anthony Davis gefreut hatte, wurde nach weniger als einer Viertel Stunde wieder aus seinen haarigsten Träumen gerissen. Philly geht in den All-In Tank-Modus... und ersetzt seinen alten Franchise-Center mit Knieproblemen (Bynum) durch einen neuen Franchise-Center mit Knieproblemen.


7. Ben McLemore
Absoluter Steal für die Kings an #7, wo sie einen der - vielleicht sogar den - talentiertesten Spieler in 2013 ergattern und damit gleichzeitig ihren absoluten Wunschspieler. Sacramento hatte vergeblich versucht, sich nach oben zu traden, um McLemore abzustauben. Dass er bis hierher gefallen ist, hat charakterliche Gründe, aber den Kings wird's egal sein. Der Youngster bringt Shooting und Scoring auf einer Position, auf der RFA Tyreke Evans bisher enttäuschte. Und der könnte schon in wenigen Tagen abwandern.


8. Kentavious Caldwell-Pope
Überraschender Pick der Pistons, die ich bis zur allerletzten Sekunde als Landeplatz für Trey Burke auserkiesen hatte. Und wenn nicht Burke, dann wenigstens CJ McCollum. Joe Dumars aber selektierte lieber Shooting-Spezialist Ken Caldwell-Pope, um das Spielfeld für seine beiden Bigs Monroe und Drummond auseinander zu ziehen - was im Umkehrschluss auch bedeutet, dass Detroit Brandon Knight wohl als Langzeitlösung auf der Eins erachtet. Ich nicht. Knight ist ein Zweier. Darum hätte ich hier einen Point Guard gezogen.


9. Trey Burke (via Minnesota)
Was zunächst wie ein mieser Joke von David Kahn aussah, der ja eigentlich gar nicht mehr im Front Office der Timberwolves sitzt, entpuppte sich als möglicher Geniestreich der Utah Jazz. Die Jazzer, die händeringend nach ihrem Point Guard der Zukunft Ausschau hielten (ich hatte mehrfach Utah mit Dennis Schröder in Verbindung gebracht), tauschen ihre beiden Erstrundenpicks (#14 und #21) gegen den 9. Pick der Minnesota Timberwolves ein - und wählen damit den besten Spielmacher dieses Jahrgangs. Trey Burke ist klein, hat aber Feuer im Arsch, kann scoren, werfen und für andere auflegen. Ein möglicher Top-5 Spieler für Utah, das erst an 14 hätte ziehen dürfen... Brillant!


10. CJ McCollum
McCollum nach Portland! Und wer jetzt denkt, der unbekannte Guard von der kleinen Schule würde in der Versenkung, auf der Auswechselbank oder sofort wieder im nächsten Trade landen, der hat noch nicht begriffen, dass CJMCC ein ausgezeichneter Shooter mit fantastischen Ballhandling-Skills ist, der vielleicht noch besser neben Damian Lillard funktioniert als Wesley Matthews. Portland ist sich sicher, dass Lillard und McCollum wunderbar miteinander harmonieren werden und hatte den Kombo-Guard deshalb schon sehr früh auf seinem Radar. An #10 ist er ein absolutes Schnäppchen und gibt den Trail Blazers einen der interessantesten Backcourts der Liga. Handle, Shooting und Selbstvertrauen satt.


11. Michael Carter-Williams
Nach dem Abgang von Jrue Holiday in Richtung New Orleans brauchten die 76ers ganz dringend einen Point Guard. Michael Carter-Williams hat von allen Spielmachern das vielleicht größte Bust-Potential. Es wird interessant zu beobachten sein, wie die Sixers ohne jedwelches Shooting im Backcourt auskommen wollen. Immerhin haben sie jetzt mit MCW und Noel zwei neue Bausteine für die Zukunft. Eins ist an diesem Abend aber auch klar geworden: Philly ist All-In im Andrew Wiggins/Jabari Parker Lottospiel und wird kommende Saison eine der schwächsten Lineups der Liga stellen. 'Tankapalooza', die Sixers-Edition.


12. Steven Adams
Adams ist groß, athletisch, und roher als ein ungekochtes Kiwi-Ei zum Frühstück. Oklahoma City zieht mit dem letzten Puzzlestück des James Harden Trades vom letzten Jahr (der Pick, der via Houston und Toronto bei Sam Presti landete) den Neuseeländer, der noch gar nicht so lange Basketball spielt, im Australian Rugby ebenso beheimatet sein könnte und vermutlich erst einmal in der D-League landen wird. Eins ist klar: OKC hamstert weiter junge Talente auf allen Positionen (Jackson, Lamb, Liggins, Orton, PJIII, Pleiß, Adams) - wer weiss, wann der nächste Tradepartner an die Tür klopft.


13. Kelly Olynyk (via Dallas)
Nicht der beste Pick für Boston, in meinen Augen. Aber die Celtics, die kurz vor dem Draft einen Blockbuster-Deal mit den Nets abschlossen (Kevin Garnett, Paul Pierce und Jason Terry gehen nach Brooklyn... 'What the Dealy' ist bereits im Backofen), sind nach den Abgängen von Doc, KG, PP und Jet nun endgültig im Rebuild-Modus angelangt. Also schicken sie ihren 16. Pick nach Dallas, das unbedingt aus der Lotterie heraus traden will, und landen mit dem 13. Pick den soliden Two-Way Big Kelly Olynyk, den Danny Ainge schon seit geraumer Zeit ziemlich gut findet.


14. Shabazz Muhammad (via Utah)
Minnesota wollte ursprünglich Kentavious Caldwell-Pope, den besten Shooter dieses Jahrgangs, für sich allein haben. Als der an #8 aber von den Pistons weg stibitzt wurde - einen Pick vor dem ursprünglichen der Wolves - drückte Neu-GM Flip Saunders schnell den Abzugsfinger durch und tradete sich nach hinten durch. Mit dem ersten der beiden Picks zieht Minny den ex-Favoriten auf den Nummer eins Pick, Shabazz Muhammad. Das Talent ist beim ehemaligen Prep-Wunderkind fraglos noch immer vorhanden. Die Frage ist, wieviel davon er umsetzen kann und wie der eher schwache Schütze in die Lineup der Wolves hinein passt.


15. Giannis Antetokounmpo 
Viel ist über den jungen Griechen nicht bekannt. Nur, dass er lang, beweglich und vielversprechend ist und einige Beobachter an eine Kreuzung aus Kevin Durant und Nicolas Batum erinnert. Bis Antetokounmpo den Sprung zu den Bucks über den Teich schaffen wird, dürften noch mehrere Jahre vergehen. Vielleicht sogar mehrere als Griechenland benötigt, um den eigenen Staatshaushalt zu sanieren.


16. Lucas Nogueira (via Boston und Dallas)
Der 16. Pick gehörte ursprünglich den Boston Celtics, die aber bekanntlich mit Dallas tauschten, die dann wiederum ihren 16. Pick plus Jared Cunningham nach Atlanta für die Nummer 18 und 44 verscherbelten. Die Hawks, deren Homerun-Chancen auf Dwight Howard und Chris Paul nach der Clippers-Verpflichtung von Doc Rivers stark eingebrochen sind, versuchen ihr Glück mit dem brasilianischen Derwisch Nogueira, der in ein paar Jahren zu einem immens wichtigen Verteidiger auf der Fünf heran reifen könnte.


17. Dennis Schröder
Pick 17 gehört ebenfalls den Atlanta Hawks, und wen zieht Danny Ferry aus dem Draft-Topf? Den Dennis. Schröder Dennis natürlich. Der ist zwar noch blutjung und grasgrün hinter den Ohren, bekommt aber in Atlanta eventuell schon viel früher als gedacht eine echte Chance, seine NBA-Tauglichkeit unter Beweis zu stellen. 13 Spieler aus dem aktuellen Hawks-Kader machen nächste Woche Bekanntschaft mit Mister Free Agency - darunter auch die beiden bisherigen Point Guards Jeff Teague (RFA) und Devin Harris (UFA). Harris ist mit Sicherheit weg. Der erst 25-jährige, gute Teague wird als Starter aber vermutlich gehalten. Zumindest ich gehe stark davon aus (weil Teague immense Fortschritte gemacht hat und weil die Hawks mindestens 50 Mio. $ an Gehältern raushauen müssen - das CBA gestattet nicht weniger). In dem Fall wird Schröder als Backup dann erste, wichtige Lernerfahrungen machen können. Eine klitzekleine Chance, dass Ferry den roten Reset-Knopf komplett durchdrückt und Spielzeit freischaufelt für seine neuesten Youngster bleibt natürlich noch ein paar Tage bestehen. Ich wünsche mir trotzdem, dass Schröder zunächst als Ersatzspieler ohne jeglichen Leistungsdruck seine Schwächen - und das sind einige - ausmerzen kann. Gute Situation für Schröder - und Atlanta.


18. Shane Larkin (via Atlanta)
An 18 ist Dallas dann doch fällig, das vergeblich versucht hat, sich aus der ersten Runde heraus zu traden. Immerhin hat man sich zwei Mal für insgesamt fünf Plätze nach unten gemogelt und so noch einmal Geld gespart für den Max Free Agent, der nicht kommen wird. Dafür kommt Shane Larkin, ein kleiner, furchtloser, elektrischer Guard, der das Pick & Roll laufen kann und schon jetzt größere Cojones hat als Darren Collison, der bisherige Starter auf der Eins. Guter Pick für Dallas - vorausgesetzt, Larkin wird nicht weiter verscherbelt, was ich zwar nicht glaube, was aber angesichts der Nervosität im Big D durchaus möglich wäre.


19. Sergey Karasev
Karasev ist neben Caldwell-Pope der vermutlich beste pure Shooter in diesem Draft - ein Auftragsschütze in bester KGB-Manier, der auch etwas von den feineren Nuancen des Spiels versteht und den Cavaliers auf Anhieb weiter helfen kann. Die hatten sich den Russen anscheinend schon recht früh ausgeguckt und haben bekanntlich zwei weitere Picks in Runde zwei. Bennett und Karasev sind aber die zwei entscheidenden neuen Puzzlestücke für's Playoff-Bild 2013/14. Und dann natürlich für LeBrons neue Cavaliers, Edition 2014-plus. Klar, oder?


20. Tony Snell
Wundert mich, dass die Bulls hier keinen puren Shooter ziehen wollten - ein klares Bedürfnis für ein Team, das chronisch hungern muss von außen. Snell ist vom Typ her ein wenig wie James Johnson, wenngleich natürlich nicht ansatzweise so weit entwickelt: gut in der Defensive, solide von außen. Die Tendenz ist klar: Chicago sammelt Komplementärspieler für die hoch antizipierte Rückkehr von Derrick Rose.


21. Gorgui Dieng (via Utah)
Dieng ist schon alt und wird nie mehr als ein Spezialist sein. Als Shotblocker hat er sich aber in Louisville einen Namen gemacht, und gerade ein Team wie Minnesota kann seine Defensive unter den Brettern ausgezeichnet gebrauchen. Solider Ersatzmann hinter Pekovic und offensiv definitiv brauchbarer als Stiemsma.


22. Mason Plumlee
Mason Plumlee ist vermutlich noch uninteressanter als Kris Humphries - das allein sagt vermutlich schon alles. Dennoch gilt der Blue Devil als solider Backup-Center, der den Nets auf Anhieb einen soliden Ersatzspieler geben kann, ein bisschen Drecksarbeit verrichtet und kaum ins finanzielle Gewicht fällt. Angesichts von mehr als 80 Millionen Dollar für die neue Startformation Williams-Johnson-Pierce-Garnett-Lopez sicherlich nicht unwichtig.


23. Solomon Hill
Seltsamer Pick der Pacers, und ich frage mich, ob der neue, alte Team-Präsident Larry Bird hier schon seine Hände mit im Spiel hatte. Hill ist ein erfahrener College-Spieler und sicherlich einer der reifsten in diesem Jahrgang. Er kann von allem ein bisschen etwas und von der Pacers-Bank sofort ein paar Angriffe lang Entlastung bringen. Aber der Flügelspieler wäre gegen Ende der zweiten Runde vermutlich immer noch verfügbar gewesen. Warum Indy hier also niemanden mit mehr Upside gezogen hat und Hill dann erst später (53. Pick), bleibt eines der großen Mysterien unserer Zeit.


24. Tim Hardaway Jr. 
Ich hatte schon weit vor dem Knicks-Pick einen ganz bestimmten Mann im Fokus, der im späten 10er/frühen 20er Bereich noch auf der Matte war und von dem ich glaube, dass er den Knicks sofort helfen könnte: Tim Hardaway Junior, der fast gar nichts mit seinem Vater gemeinsam hat ausser dem Nachnamen, aber für New York dennoch eine kostengünstige Möglichkeit darstellt, das Kapitel JR Smith zu beenden und Schmidt auf den Free Agent Markt zu entlassen. Hardaway wird in seiner Karriere wohl keine allzu großen Sprünge machen. Aber er kann den Knicks auf Anhieb 10-15 produktive Minuten pro Abend geben auf der Jagd nach Heimvorteil in der Eastern Conference.


25. Reggie Bullock
Doc Rivers ist nicht nur der neue Coach bei den Clippers sondern hat auch in Personalangelegenheiten jetzt mächtig etwas mitzureden. Vermisst jemand schon Vinny del Negro? Paul verlängert, Griffin ist auch noch da, und damit ist die Marschrichtung der Klipper klipp und klar: Division-Titel und Heimrecht in den Playoffs. Ein Mann wie Bullock kann dabei mit seiner starken Mischung aus "Three-and-D" helfen. Verteidigen, die freien Würfe treffen, die verfügbar werden, hart spielen... das kann der Tar Heeler alles. Solider Pick.


26. André Roberson (via Minnesota und Golden State) 
An 26 waren ursprünglich die Timberwolves gesetzt, die aber bereits zwei Mal picken durften (siehe Trade weiter oben) und ihren Platz hier an die Golden State Warriors abdrückten, die ihn wiederum an die Thunder veräußerten. OKC füllt das Prospect-Schmuckkästchen also weiter munter auf und zieht einen dürren Flügelspieler, der vergangene Saison in Colorado ein Double-Double im Schnitt auflegte. Presti baut eine Mannschaft hinter seiner eigentlichen Mannschaft. OKC bleibt also im Rennen bis ins Jahr 2095.


27. Rudy Gobert (via Denver)
Utah zieht statt Denver an 27, während die Jazz dafür ihren Zweitrundenpick eintauschten. An 27 selektieren die Musikanten den Mann mit der längsten Spannweite der NBA-Historie - ein Typ, der so erbärmlich lang ist, dass er im Stehen den Ring berühren kann. Leider ist Gobert mindestens genauso ungeschliffen wie lang. Im besten Fall avanciert der Franzose irgendwann einmal zu einem Ringbeschützer á la Manute Bol, Shawn Bradley oder Mark Eaton. In Utahs Fall sicherlich Eaton.


28. Livio Jean Charles
Der Franzose begeisterte beim Nike Hoop Summit, wo auch Dennis Schröder seinen großen Durchbruch feierte, und spielte sich durch seine starken Leistungen dort endgültig auf den Radar der - na wer wohl - San Antonio Spurs. Die setzen ihren internationalen Trend auch in diesem Jahr fort und sichern sich die Rechte an einem athletischen, großen Flügel, den sie ein paar Jahre in Europa parken werden, der aber ab 2016 hohe Dividenden abwerfen könnte. Oder eben für immer im Land von Rotwein und Fromage versauern wird. Wie man die Spurs kennt, vermutlich eher Ersteres.


29. Archie Goodwin (via Oklahoma City und Golden State) 
Kentucky Wildcats-Coach John Calipari war letztes Jahr begeistert von Kombo-Guard Archie Goodwin, obwohl er ihn kaum spielen ließ. Für Phoenix wären an dieser Stelle weitaus interessantere Spieler zu holen gewesen, die auf Anhieb produktiver hätten sein können. Phoenix hofft hier wohl spekulativ, den Blitz in der Flasche verpflichtet zu haben. Das lässt sich frühestens 2017 sagen.


30. Nemanja Nedovic (via Phoenix und Oklahoma City)
Bittersüßer Moment: der scheidende David Stern verkündet zum 839. und letzten Mal in seiner Commissioner-Karriere einen Erstrundenpick im jährlichen NBA Draft. Wie passend, dass der Mann, der soviel für die Internationalisierung dieses Spiels geleistet hat, mit einem internationalen Spieler für immer von der Draft-Bühne verschwindet.



Alle Picks im Einzelnen, sortiert nach Team:

Atlanta Hawks: Lucas Nogueira (16), Dennis Schröder (17), Mike Muscala (44)
Boston Celtics: Kelly Olynyk (13), Colton Iverson (53)
Brooklyn Nets: Mason Plumlee (23)
Charlotte Bobcats: Cody Zeller (4)
Chicago Bulls: Tony Snell (20), Erik Murphy (49)
Cleveland Cavaliers: Anthony Bennett (1), Sergey Karasev (19), Carrick Felix (33)
Dallas Mavericks: Shane Larkin (18), Ricky Ledo (43)
Denver Nuggets: Erick Green (46), Goffry Lauvergne (55)
Detroit Pistons: Kentavious Caldwell-Pope (8), Tony Mitchell (37), Peyton Siva (56)
Golden State Warriors: Nemanja Nedovic (30)
Houston Rockets: Isaiah Canaan (36)
Indiana Pacers: Solomon Hill (23)
Los Angeles Clippers: Reggie Bullock (25)
Los Angeles Lakers: Ryan Kelly (48)
Memphis Grizzlies: Jamaal Franklin (41), Jannis Timma (60)
Miami Heat: James Ennis (50)
Milwaukee Bucks: Giannis Antetokounmpo (15), Nate Wolters (38)
Minnesota Timberwolves: Shabazz Muhammad (14), Gorgui Dieng (21), Lorenzo Brown (52)
New Orleans Pelicans: Jrue Holiday (Trade), Pierre Jackson (42)
New York Knicks: Tim Hardaway Jr. (24)
Oklahoma City Thunder: Steven Adams (12), André Roberson (26), Alex Abrines (32), Grant Jerrett (40)
Orlando Magic: Victor Oladipo (2), Romero Osby (51)
Philadelphia 76ers: Nerlens Noel (6), Michael Carter-Williams (11)
Phoenix Suns: Alex Len (5), Archie Goodwin (29), Alex Oriakhi (57)
Portland Trail Blazers: CJ McCollum (10), Allen Crabbe (31), Jeff Withey (39), Marko Todorovic (45)
Sacramento Kings: Ben McLemore (7), Ray McCallum (37)
San Antonio Spurs: Livio Jean-Charles (28), DeShaun Thomas (58)
Toronto Raptors: -
Utah Jazz: Trey Burke (8), Rudy Gobert (27), Raul Neto (47)
Washington Wizards: Otto Porter (3), Glen Rice Jr. (35), Arsalan Kazemi (54)