24 Februar 2013



'Fantasy Docs' bringt Euch in unregelmässigen Abständen die Top-Spieler, Schläfer, Verräter und verborgenen Rohdiamanten, die euch in eurer Liga zum Sieg führen... Garantiert! Nach den Top-25 werfen die Doktoren in dieser Woche einen Blick auf die grössten Enttäuschungen der bisherigen Saison und damit den Hauptgrund, weshalb die Hälfte der Manager in euren Ligen das Spielen vermutlich schon im Januar eingestellt haben - die Fantasy Flop-10 in '12/13. 


Andrew Bynum (C)
Prognose: 
(21.3 PTS, 10.8 REB, 1.4 AST, 0.5 STL, 1.8 BLK, 0.0 Dreier, 54.8 FG%, 69.7 FT% in 34.9 Min)
Stats:
(Bowling)

Wären im Fantasy Manager die Kategorien für den miesesten Haarschnitt, schlechtesten Bowlingspieler und größten Sprücheklopfer relevant, die gesamte Welt würde sich in diesem Jahr ehrfürchtig vor Andrew Bynum verneigen. Sind sie aber nicht, und so erlebten alle Bynum-Besitzer ihr persönliches Waterloo: Im Draft noch als Top 10 Pick gelistet, ereilt „Bynumite“ eine absolute Seuchensaison. Aufgrund von Problemen im beiden Knien verpasste Phillys designierter Franchise Player bislang alle Saisonspiele. Immerhin: Für Ende Februar haben die Philadelphia 76ers das Comeback ihres Hoffnungsträgers angekündigt. Auch das wird wohl zu optimistisch sein. 

Fazit: Selbst wenn Bynum bald wieder auf dem Parkett stehen sollte, wird er diese Saison nicht seine gewohnten Stats bringen können. Zudem ist unklar, wann Bynum das nächste Mal mit seiner Bowlingkugel auf Tuchfühlung geht. Für den Fantasy Manager ist AB absolut unbrauchbar und ganz klar der Flop der Saison.


Deron Williams (PG)
Prognose:
(20.5 PTS, 3.2 REB, 10.2 AST, 1.3 STL, 0.3 BLK, 1.7 Dreier, 46.3 FG%, 84,3 FT% in 36.5 Min)
Stats:
(17 PTS, 3.2 REB, 7.6 AST, 0.9 STL, 0.4 BLK, 1.9 Dreier, 41.6 FG%, 85.6 FT% in 36.7 Min)

Nach einem durchwachsenen letzten Jahr schien alles bereit für die große D-Will Show: Hochmotiviert, verletzungsfrei und mit einer Goldmedaille ausgestattet aus der Sommerpause gekommen, erhoffte man sich nicht nur aufgrund des Ortswechsels der Nets vom beschaulichen New Jersey in den Big Market Brooklyn eine absolute Monstersaison von Williams. Doch was der Point Guard der Nets über weite Strecken zeigte ist vergleichbar mit der grauenvollen Atmosphäre im Barclays Center. Zwar spielt Brooklyn relativ erfolgreich, die Werte des im Draft als Top-Five gelisteten Franchise Players sind jedoch weiter zurückgegangen. Williams macht nur 17 Punkte im Schnitt bei einer Quote von knapp 41% aus dem Feld. Noch erschreckender sind die 7.6 Assists pro Abend. Seit seinem Rookie Jahr hat D-Will nicht mehr so wenig Bälle verteilt wie in dieser Saison. Die Quittung folgte prompt: Erstmals seit drei Jahren gab es keine Berufung in das NBA All-Star Game.

Fazit: Williams Werte werden sich in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr allzu stark verändern. Öffentlich monierte der als Stinkstiefel bekannte Point Guard das Spielsystem der Nets sowie das fehlenden Talent seiner Mitspieler. Als Fantasy Manager sollte man ein gutes Angebot für D-Will nicht von der Bettkante stoßen.


Dwight Howard (C)

Prognose:
(18.7 PTS, 13.0 REB, 1.6 AST, 1.2 STL, 2.2 BLK, 0.0 Dreier 58.5 FG%, 54.4 FT% in 34.5 MPG)
Stats:
(16.4 PTS, 11.9 REB, 1.5 AST, 1.1 STL, 2.3 BLK, 0.0 Dreier, 57.7 FG%, 49.3 FT% in 34.9 MPG)

Der traurigste Clown in Los Angeles ist zur Zeit Dwight Howard:  Die Schulter macht ständig aua, von Dompteur Kobe gibt es regelmäßig auf die Pfoten und auch über vergebene Freiwürfe vermag außer dem gutmütigen Riesen keiner seiner Mitspieler so recht lachen. Zusätzlich belasten den selbst ernannten „Superman“ die ständigen Gerüchte um seine Verfrachtung in einen anderen Zirkus. Da wünscht man sich doch glatt die gute alte Zeit am Clown College Orlando zurück, wo man mit Zirkusdirektor Van Gundy noch machen konnte was man wollte. Abgesehen von diesen Problemchen ist Howard immer noch einer der dominantesten Center der Liga. Für einen Top-Ten-Pick verläuft die Fantasy Saison aber einfach nur enttäuschend. In den letzten Jahren konnte Howard seine eklatante Freiwurfschwäche noch durch Stärken in anderen Kategorien auffangen, seine Stats sind in L.A jedoch mehr als vermutet zurückgegangen. Aktuell ist selbst „Lachsack“ Howard das Grinsen vergangen.

Fazit: Howard ist trotz des Leistungsabfalls weiterhin ein Top 3 Center. In der zweiten Saisonhälfte werden sich seine Fantasy Werte trotz anhaltender Schulterprobleme wohl verbessern. Versucht zu kaufen. 


Kevin Love (PF/C)
Prognose:
(24.0 PTS, 14.0 REB, 2.3 AST, 0.8 STL, 0.5 BLK, 1.9 Dreier, 45.4 FG%, 82.9 FT% in 37.6 MPG)
Stats:
(18.3 PTS, 14.0 REB, 2.3 AST, 0.7 STL, 0.5 BLK, 1.1 Dreier, 35.2 FG%, 70.4 FT% in 34.3 MPG)

Viel Liebe hat Kevin Love seinen Fantasy Managern diese Saison nicht zu geben: Im Draft Kit war er vor der Saison aufgrund eines Mittelhandbruchs schon nicht mehr in der Top Ten gelistet, und auch nach seiner Rückkehr fand Love nie seinen Rhythmus. 35,2% aus dem Feld und nur knapp 70% von der Linie sind mehr als bitter, nach dem Bruch seiner rechten Wurfhand aber verständlich. Zu allem Überfluss brach die alte Verletzung wieder auf und setzte ihn abermals ausser Gefecht. Love wird jetzt erst für Mitte März wieder auf dem Platz erwartet.

Fazit: Von Kevin Love hat man diese Saison keinen großen Fantasy Wert mehr zu erwarten. Aktuell kokettiert Minnesotas Franchise Player immer mal wieder mit einem Wechsel, und auch seine Fantasy Besitzer sollten Selbiges tun und versuchen, für Love noch etwas Gutes heraus zu schlagen, bevor es in die Playoffs geht. 


Pau Gasol (PF/C)
Prognose:
(16.8 PTS, 9.5 REB, 3.4 AST, 0.5 STL, 1.4 BLK, 0.0 Dreier, 51.8 FG%, 79.8 FT in 35.4 MPG
Stats:
(13.4 PTS, 8.0 REB, 3.6 AST, 0.5 STL, 1.3 BLK, 0.2 Dreier, 45.3 FG%, 70.6 FT% in 33.4 MPG) 

Ein weiterer Kandidat für den Titel: Seuchenvogel des Jahres. Nachdem die spanische Heulsuse die ersten Wochen der Saison verletzungsbedingt ausfiel, wollte ihm auch nach seinem Comeback nichts so wirklich gelingen. Dies lag aber weniger an Gasols Fähigkeiten, als am System von Lakers Coach D‘Antoni, in dem für Gasol kein Platz zu sein scheint. Der als „zu soft“ verschriene Center verlor sogar seinen Platz in der Starting Five. Nur 13.4 Punkte und 8 Boards pro Spiel sind für einen Fantasy Manager eine mittlere Katastrophe. Aktuell ist der Laker erneut verletzt und fällt mit einem Sehnenteilabriss an der rechten Fußsohle bis zu acht Wochen Wochen aus.

Fazit: Gasol spielt diese Fantasy Saison keine tragende Rolle mehr. Selbst wenn er früher als erwartet auf den Court zurückkehren sollte, wird er nur langsam in Fahrt kommen und nicht mehr allzu großen Impact auf's Fantasy Spiel haben.


Roy Hibbert (C)
Prognose:
(13.9 PTS, 9.2 REB, 1.8 AST, 0.9 STL, 2.5 BLK, 0.0 Dreier, 50.1 FG%, 70.2 FT% in 30.6 MPG)
Stats:
(9.9 PTS, 8.1 REB, 1.5 AST, 0.5 STL, 2.6 BLK, 0.0 Dreier, 41.8 FG%, 69.7 FT% in 28.2 MPG)

Man mag es kaum glauben, doch Dr. Hibbert hat neben seiner Stelle als hiesiger Chefarzt im Springfielder Krankenhaus noch einen kleinen Nebenverdienst am Laufen: Starting Center bei den Indiana Pacers. Für diese Teilzeitarbeit unterschrieb Hibbert im Sommer einen maximal dotierten Vertrag in Höhe von läppischen 58 Millionen Dollar. So viel Kohle für ein wenig B-Ball zocken? Nicht schlecht. Für die Indiana Pacers und Fantasy Besitzer Hibberts sind die Leistungen des talentierten Centers jedoch eine herbe Enttäuschung. Hibbert zeigt Nacht für Nacht, dass er keinen Cent seines hoch dotierten Vertrags wert ist. Mehr Kohle, weniger Leistung, das ist Hibberts Motto, dessen Werte sich im Gegensatz zur Vorsaison fast alle verschlechterten. Und bei einer - insbesondere für Center - durch und durch lächerlichen Wurfquote von 41.8% aus dem Feld sollte Dr.Hibbert vielleicht doch überlegen, ob er seinen Job als Teilzeitkraft in Indianapolis an den Nagel hängen will. 

Fazit: Coach Vogel will Hibbert in Zukunft von der Bank bringen, erhofft sich durch diese Maßnahme eine Leistungssteigerung seines Sorgenkindes. Ob dies etwas bringt ist eine andere Sache, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.


Andre Igoudala (SF/SG)
Prognose:
(16.2 PTS, 6.1 REB, 5.3 AST, 1.7 STL, 0.5 BLK, 1.1 Dreier, 44.9 FG%, 66.7 FT% in 36.7 MPG)
Stats:
(13.1 PTS, 5.3 REB, 4.8 AST, 1.6 STL, 0.6 BLK, 1.2 Dreier, 44.5 FG%, 58.8 FT% in 34.1 MPG

Von Experten wurde Andre Igoudala nach seinem Wechsel aus Philadelphia nach Denver eine große Saison prognostiziert. Von der Euphorie rund um „Iggy“ ist mittlerweile nichts mehr zu spüren: Die Stats des Small Forwards haben sich im Vergleich zu Philly-Zeiten noch einmal deutlich verschlechtert. War der Allrounder noch nie für gute Wurfquoten bekannt, geht es nun auch in den anderen Kategorien in kleinen Schritten beständig bergab. Eine absolute Fantasy Enttäuschung, glaubte zu Saisonbeginn doch fast jeder an eine Leistungsexplosion des athletischen Swingman im schnellen Nuggets-Spiel.

Fazit: Igoudala wird sich fangen und seine Stats in der zweiten Saisonhälfte steigern. Ober er einen kompletten Turn Around schafft, bleibt abzuwarten.



Dirk Nowitzki (PF)
Prognose:
(22.6 PTS, 7.0 REB, 2.4 AST, 0.7 STL, 0.6 BLK, 1.1 Dreier, 47.7 FG%, 89.8 FT% in 34.3 MPG)
Stats:
(16 PTS, 6.2 REB, 2.6 AST, 0.7 STL, 0.6 BLK, 1.2 Dreier, 43.5 FG%, 81.2 FT% in 30.5 MPG)

Alt, langsam und eingerostet: Dirkules präsentierte sich nach seinem Comeback in einem derart erschreckenden Zustand, das man glauben musste, er wäre die Nächte vor den Spielen mit Jenny Elvers an der Minibar versackt. Dies lag freilich nicht an ausgeprägtem Schlafmangel oder durchzechten Nächten, sondern ist einer tückischen Knieverletzung verschuldet, die Nowitzki lange außer Gefecht setzte. Seit seiner Rückkehr aufs Parkett  kommt die deutsche Legende nur schwer in Fahrt: 16 Punkte bei schwachen 43.5% aus dem Feld sind die schlechtesten Werte seit Nowitzkis Rookie Saison. Im Fantasy Manager ist Nowitzki aktuell nicht mehr als Durchschnitt.

Fazit: Schon vor dem All Star Break kam Nowitzki immer besser in Fahrt. In den letzten acht Spielen schraubte „The German Wunderkind“ seine Trefferquote auf knapp 48% hoch und erzielte knapp 19 Punkte im Schnitt. Nowitzki wird sich im Laufe der Saison enorm steigern (siehe z.B. das Sonntags-Spiel gegen die LA Lakers), in den elitären Kreis der Fantasy Riege wird er vermutlich aber nie wieder rutschen.


Marcin Gortat (C)
Prognose:
(15.5 PTS, 10.2 REB, 0.9 AST, 0.7 STL, 1.6 BLK, 0.0 Dreier, 55.6 FG%, 75.8 FT% in 32.9 MPG)
Stats:
(11.4 PTS, 8.6 REB, 1.3 AST, 0.6 STL, 1.7 BLK, 0.0 Dreier, 53.1 FG%, 66.9 FT% in 31.2 MPG)

Letztes Jahr dominierte „The Polish Hammer“ noch unter den Brettern, zur Zeit wäre der Spitzname „The Polish Lamb“ für Marcin Gortat passender. Phoenix Starting Center präsentiert sich zahm wie ein Lamm, nach einem guten Saisonstart will ihm nicht mehr allzu viel gelingen. An dieser Situation trägt allerdings auch Neu-Coach Lindsey Hunter Mitschuld, der seit seiner Ernennung zum Chef nicht voll auf Gortat setzt, und Graupen á la Jermaine O‘Neal immer mehr Spielzeit gibt. Vor der seltenen Leistungsexplosion gegen die Spurs am Sonntag kam Phoenix' europäischer Big Man auf peinliche 7.0 Punkte und 5.7 Boards in den letzten sechs Partien. Autsch. 

Fazit: Es sieht düster aus für den polnischen Nationalspieler. Unter Chefcoach Lindsey Hunter scheint es für Gortat keine glorreiche Zukunft zu geben. Für Gortats Owner ist er in diesem Szenario kein Mann für die Starting Lineup. 


Monta Ellis (PG/SG)
Prognose:
(20.8 PTS, 3.4 REB, 5.7 AST, 1.8 STL, 0.3 BLK, 1.0 Dreier, 45.8 FG%, 78.1 FT% in 36.7 MPG)
Stats:
(18.2 PTS, 3.9 REB, 5.6 AST, 1.9 STL, 0.5 BLK,  40 FG%, 78.2 FT% in 37.2 MPG)

Monta Ellis war noch nie als effizienter Shooter bekannt. Was der Guard der Bucks diese Saison bietet, schießt allerdings den Vogel ab: Dank seiner hanebüchenen Wurfauswahl ging Ellis zeitweise mit einer Wurfquote von 38% durch die Saison, bei mehr als 17 Versuchen pro Spiel. Das tut weh. Die anderen Kategorien scheinen auf den ersten Blick solide, dennoch ist Ellis‘ Spiel für Fantasy Manager jede Nacht auf's Neue wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man bekommt.

Fazit: Das Zusammenspiel zwischen Ellis und Backcourt Partner Jennings hinkt von vorne bis hinten. Jetzt, da auch noch J.J. Redick da ist, werden sich Ellis' Werte sicherlich nicht erholen. Vielleicht hilft ja ein Szenenwechsel im Sommer. Haben die Bobcats nicht Bedarf auf der Zwei?