17 Februar 2013



Damian Lillard. Kyrie Irving. Terrence Ross. Diese drei Namen wandern nach der gestrigen All-Star Saturday Night in die Rekordbücher. An den Rest erinnert sich spätestens in drei Wochen eh' kein Mensch mehr. Das ist auch besser so.

Lillard dribbelte sich im Skills Challenge in 29.8 Sekunden am schnellsten durch den Parcours und verdrängte Phillys Jrue Holiday auf den zweiten Platz. Die Langeweile dort ist den Teilnehmern seit Jahren anzusehen. Nicht von ungefähr liess sich Vorjahressieger Tony Parker diesmal gefühlte 30 Minuten Zeit - er hatte schlicht und ergreifend keine Lust, sich als Sieger automatisch wieder zu qualifizieren. Vielleicht wird es Zeit, den von Taco Bell gesponserten Wettbewerb mit Burritos, Gorditas und Chalupas aufzuwerten oder die Spieler neben Ballhandling-Übungen zwei Eimer Nachos mit Käsesauce verdrücken zu lassen. Das würde zumindest für ein wenig Entertainment sorgen. Eine email diesbezüglich habe ich bereits an den Commissioner weiter geleitet.

Der grosse Gewinner des Wochenendes ist schon jetzt Kyrie Irving, der nicht nur im Rookie/Sophomore Game glänzte und mit 20 Jahren im All-Star Game starten würde, wenn Heat-Coach Erik Spoelstras Synapsen nicht von Miamis Sonne verbrutzelt worden wären, sondern obendrein noch den den Three Point Shootout zu seiner ganz persönlichen Samstag Abend Show machte. Die grossen Favoriten waren Matt Bonner, Steve Novak und Stephen Curry, aber es war Irving, der heiss lief und nach 18 Punkten in der Vorrunde im Finale dann lichterloh brannte. Mit 20 Zählern aus den ersten 18 Wurfversuchen war sogar der All-Time Rekord von Craig Hodges in Gefahr (19 Treffer in Folge, 25 Punkte insgesamt), ehe Irving bei den letzten beiden Gestellen ein wenig einbüßte. Dennoch: nur zwei Spieler (Jason Kapono, Mark Price) haben in einem Shootout-Finale jemals mehr Zähler erzielt als die 23 des Cavalier. Es ist Kyrie Irvings Welt. Wir leben alle nur in ihr.

Das Vorzeigeevent, der Slam Dunk Contest, drohte abschliessend zum absoluten Fiasko zu verkommen, ehe der spätere Sieger Terrence Ross und bis gestern amtierende Champ Jeremy Evans im Finale wenigstens ein wenig Schadenbegrenzung betreiben konnten. Die Vorrunde war geprägt von miesen Entscheidungen einer planlosen Jury (Mutombo, Olajuwon und Yao Ming als Punkterichter? Waren Greg Ostertag und Shawn Bradley nicht mehr verfügbar?), 200 Anläufen pro Dunk-Versuch und einem umnachteten neuen Format, das strikt nach Conferences einteilte und dringend überarbeitet werden muss. Das Unheil nahm seinen Lauf: Gerald Green und James White, die haushohen Favoriten, hoben sich ihre besten Dunks für's antizipierte Finale auf, vergaßen dabei aber, dass sie es erstmal dorthin schaffen müssen und scheiterten kläglich. Kenneth Faried versuchte es mit Finesse, statt mit der Power, die ihn normalerweise auszeichnet. Eric Bledsoe versäumte es völlig, seinen 'Little Man' Vorteil umzumünzen. Und so nutzte Raptors-Rookie Ross die Gunst der Stunde und flog mit ein paar sauber ausgeführten 360s, einem Vince Carter Gedächtnisdunk und dem Between-the-Legs über einen armen Balljungen, dem er fast den Kopf abgerissen hätte, hinweg zum Titel. Evans kann sich nun bis New Orleans '14 überlegen, ob er zur Abwechslung einmal etwas anderes zeigen möchte, als immerzu über Dinge und Menschen zu springen... auch wenn die Idee mit dem selbst gemalten Bild, das ihn beim über's Bild springen zeigt, während er über's Bild springt, eines der Highlights gestern war. Das sagt dann ja eigentlich schon alles...