19 Januar 2013



Der ein oder andere wird's da oben schon vor Wochen entdeckt haben: FANTASY als eigenständige Rubrik, schwarz und stolz in der Navigationsleiste prangend und bereits sehnsüchtig darauf wartend, mit Leben gefüllt zu werden. Es ist soweit: auf zahlreiche Andeutungen, Ersuche und Vorschläge hin, die alle von euch Lesern kamen (und ein wenig auch, weil es endlich heraus musste) werfen der Chefkoch und Mr. Bobcat bei 'Fantasy Docs' ab sofort regelmässigen Blick auf Top-Spieler, Schläfer, Verräter und verborgene Rohdiamanten, die euch in eurer Liga zum Sieg führen werden... Garantiert! Den Anfang machen zehn Superstars - jene transzendenten Fantasy-Legenden also, die bisher eine elitäre Saison abliefern und deshalb weiterhin Objekt der Begierde sowie unzähliger, absurder Trade-Angebote zugleich bleiben werden.


Kevin Durant (SF)
29.3 PTS, 7.5 REB, 4.2 AST, 1.6 STL, 1.3 BLK, 1.9 Dreier, 52 FG%, 90.6 FT% in 39.5 MPG
Der Titel „biestigstes Fantasy Beast '12/13“ gebührt bislang mit knappem Vorsprung dem Monster aus Oklahoma City: Durantula! Egal wo es brennt, Kevin Durant ist immer zu Stelle. In jeder wichtigen Kategorie liefert der MVP Kandidat von den Oklahoma City Thunder Top-Werte ab. Hinzu schießt Durant bombastische 52% aus dem Feld und 91% von der Linie. KD mag zwar noch nicht das Charisma eines NBA Superstars haben. Solange er solche Nummern auf's Parkett zaubert, wird dies aber vermutlich sowohl den Thunder als auch seinen Fantasy Managern relativ schnuppe sein.

LeBron James  (SF/PF)
26.3 PTS, 8.1 REB, 7 AST, 1.7 STL, 0.9 BLK, 1.3 Dreier, 55 FG%, 73.4 FT% in 38.4 MPG
Schütteres Haar, mieses Benehmen und schlechter Entscheidungsträger, wenn es um alles oder nichts geht: Darf sich ein König so in der Öffentlichkeit präsentieren? Wenn der Mann LeBron heißt: Ja! Der trotz allem beste Spieler der Welt legt wieder mal eine exquisite Saison auf's Parkett und liefert sich mit Kevin Durant ein heißes Duell um den Titel des Most Valuable Player. In Sachen Fantasy zaubern James und Durant in nahezu allen Kategorien ähnliche Werte. Lediglich aufgrund von LeBrons Freiwurfschwäche (73,4%) liegt Durant dieses Jahr einen Hauch vor James. 

Chris Paul (PG)
16.8 PTS, 3.5 REB, 9.7 AST, 2.6 STL, 0.0 BLK, 1.2 Dreier, 48.1 FG%, 90.1 FT% in 33.4 MPG
Einfach unglaublich, was CP3 diese Saison abliefert.  Der Point Guard der Clippers und heißer Anwärter auf den Titel „Coach oft the Year“ steht im Vergleich zu den anderen Superstars mit Abstand am kürzesten auf dem Feld (33.4 Min) und haut trotzdem ganz starke Nummern raus. Paul scort aufgrund seiner gedämpften Spielzeit zwar weniger (17PPG), führt die Liga aber in Steals an (2.6) und verteilt satte 9.5 Assists bei nur 2.1 Turnover im Schnitt.  Bleibt Paul weiterhin fit, beendet der zur Zeit beste Point Guard der NBA die Saison im elitären Kreis der Besten.

James Harden
 (SG)
26 PTS, 4.4 REB, 5.4 AST, 1.9 STL, 0.6 BLK, 2 Dreier, 44.2 FG%, 85.2 FT% in 38.5 MPG
Die Frage vor der Saison lautete: Kann James Harden „Franchise Player“? Yes, he can! Atemberaubend, wie kurz der „lefty“ brauchte, um die Rolle des Franchise Players in Houston zu verinnerlichen. So kurz, dass er es gleich auf Anhieb in die Fantasy Top 10 schaffte. Neben starkem Scoring (26 PTS) teilt Harden ebenfalls knappe fünf Assists aus und klaut dem Gegner zweimal mal pro Spiel den Ball. Wenn es Harden schafft, seine solide Wurfstärke (knapp 45%) nochmals zu verbessern, könnte er in naher Zukunft sogar die Top-3 der Fantasy Riege angreifen. Jap, er ist so verdammt gut. Fear the beard!

Kobe Bryant (SG/SF)
29.7 PTS, 4.9 REB, 4.7 AST, 1.5 STL, 0.2 BLK, 2.2 Dreier, 47.5 FG%, 83.4 FT% in 38.7 MPG
Was die Los Angeles Lakers ihren Fans diese Saison bieten, ist ganz großer Schrott, Kobes Leistungen hingegen top. Ego Vorwürfe hin oder her: Hätten die Lakers ihren Franchise Spieler nicht in ihren Reihen, dürfte man sich wohl aktuell im Tabellenkeller der Liga wiederfinden. Auch als Fantasy Option ist Kobe trotz seiner 34 Lenze immer noch eine echte All-Around Waffe. Neben sensationellen 29.8 PPG liefert der NBA Scoring Leader in allen Kategorien (ausser Blocks) gute Stats ab und bleibt auch in seiner 17. Profisaison ein sicherer Anker für jedes Fantasy Team.

Tim Duncan (PF/C)
17.3 PTS, 9.6 REB, 2.7 AST, 0.8 STL, 2.8 BLK, 0.1 Dreier, 50.3 FG%, 82.1 FT% in 30.1 MPG
Schon seit einigen Jahren fragen sich NBA Fans in aller Welt: Was zum Teufel nimmt Tim Duncan bloß für ein Zeug? Da eine Verbindung Duncans zu Lance Armstrong ungefähr so wahrscheinlich ist wie eine Championship der Bobcats, muss Klein Timmy zur Kindheitszeiten in einen jungferninselschen Jungbrunnen gefallen sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass Duncan trotz seiner 36 Jahre weiterhin so spielt wie ein zwanzigjähriger Jungspund. 'The Big Fundamental' ist weiterhin einer der besten Forwards der Liga und liefert seine beste Saison seit 2009 ab. Ebenso wie Paul steht der Veteran nur knapp 30 Minuten pro Spiel auf dem Feld. Mehr als genug Zeit, um knappe 17/10 mit 2.8 Blocks pro Partie rauszuhauen. Für den geneigten Fantasy Manager ist Duncan daher nicht nur aufgrund seines tiefen Pre-Draft-Rankings ein echter Steal. Chapeau, alter Mann!

Stephen Curry (PG/SG)
20.5 PTS, 4.2 REB, 6.6 AST, 1.6 STL, 0.2 BLK, 3.1 Dreier, 43.7 FG%, 89.3 FT% in 38.1 MPG
Zu den positivsten Erscheinungen dieser Saison zählen eindeutig die Golden State Warriors um Stephen Curry. Ein genialer Spieler, den aber nicht wenige nach vielen Verletzungen in den letzten Jahren schon fast abgeschrieben hatten. Doch diese Saison ist Curry fit wie noch nie und heiß wie Frittenfett: Dreimal pro Partie netzt der flinke Aufbauspieler pro Partie „from downtown“ ein, insgesamt bringt Curry seinen Fantasy Ownern starke 20.5 Punkte, 6.6 Assists sowie 1.6 Steals - elitäre Werte in jedem Spielmodus. Einziges Manko ist Currys Wurfschwäche: Während er von der Freiwurflinie überragend trifft (89.3%), ist seine Quote aus dem Feld noch ausbaufähig (43,7%). Nichtsdestotrotz ein sicherer Top-10 Spieler. 

Russell Westbrook (PG)
22.7 PTS, 5.3 REB, 8.3 AST, 2 STL, 0.3 BLK, 1.4 Dreier, 42.3 FG%, 79.8 FT% in 36.2 MPG
Diese Saison scheint Russell Westbrook allen Leuten beweisen zu wollen, dass er anscheinend mehr ist als nur der böse Klon von Forrest Gump. „Westbrick“, vom lieben Gott offensichtlich mit viel Talent aber wenig Hirn gesegnet, erinnerte die letzten Jahre trotz herausragender Zahlen eher an einen NFL Wide Receiver, als einen NBA-Playmaker. Mit dem Kopf durch die Wand, so hieß bislang das Motto des wieselflinken "Point" Guards. Doch diese Saison hat Westbrook eine erstaunliche Wandlung vollzogen und setzt seine Mitspieler immer besser in Szene. Westbrook verteilt die Bälle diese Saison wie ein echter Spielmacher und schüttelt 8.3 Assists aus den Ärmeln - drei mehr als in der Vorsaison. Darüber freuen sich nicht nur die Thunder sondern alle, die Westbrook in ihr Fantasy Team gedraftet haben.

Carmelo Anthony 
(SF/PF)
29.2 PTS, 6.1 REB, 2.5 AST, 1 STL, 0.6 BLK, 2.8 Dreier, 46 FG%, 82 FT% in 37.3 MPG
Das letzte Jahr von den Fans als Mettwurst verspottet, hat sich New Yorks Carmelo Anthony dieses Jahr in einen edlen Parmaschinken verwandelt. Melo spielt mannschaftsdienlich wie nie zuvor, hat aber  trotzdem seinen Punkteschnitt von 22.6 PPG auf über 29 PPG hochschrauben können und liefert in allen Bereichen gute Fantasy Nummern ab. Aufgrund der diesjährigen Leistung ist Anthony derzeit ein absoluter Top 10 Spieler, einzig ein Fragezeichen bleibt: Wie wirkt sich die Rückkehr eines fitten  Amar'e Stoudemire auf Melos Spiel aus? Da bleibt den Fans wohl nur eines übrig: Abwarten und Mett trinken.

Al Jefferson (C/PF)
17.4 PTS, 9.8 REB, 2.1 AST, 0.9 STL, 1.1 BLK, 0.1 Dreier, 48.3 FG%, 85.2 FT% in 32.9 MPG
Ein sicherer Pick für jeden Fantasy Manager. "Big Al" liefert ab, was man von ihm erwartet und legt trotz anhaltender Gerüchte um einen Trade durchschnittlich fast ein Double Double auf (17 Punkte, 9.8 Rebounds). Jefferson verfügt zudem über eine für Big Men unübliche, aber überragende Freiwurfquote (85.2%). Wenn der für seine Position zu kurz geratene Center (2,08m) mehr Blocks sammeln würde (1.1 pro Abend), wäre er angesichts seiner Stärken in sechs von acht Kategorie ein sicherer Top-6 Player. Aber auch so bleibt Jefferson für Fantasy Manager in dieser Saison eine perfekte Option unter den Brettern. Daran würde vermutlich auch ein Trade zu den meisten anderen Teams nichts ändern.