29 März 2012

Donuts, 29. März




New Look Knicks: ohne den verletzten Amare Stoudemire, der bis zu einem Monat ausfällt, und Jeremy Lin, der day-to-day ist, müssen die Knicks in den kommenden Wochen einen anderen Plan verfolgen. Der sieht so aus: weiter knüppelhart verteidigen (NY war schon unter D'Antoni eines der besten Defensivteams der Liga und ist unter Woodson auf Platz 5 geklettert) und vorne das Schicksal in die Hände von Carmelo Anthony, Power Forward, legen. Melo erzielte auf der Vier äusserst effiziente 25 bei 9-15 aus dem Feld und hat in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass er ein Team im Alleingang schultern kann. Die ganze Verantwortung, von der er zu Beginn der Saison so häufig sprach, jetzt hat er sie exklusiv. Die Knicks klettern zum ersten Mal seit dem 12. Januar über .500 und wollen ihre Siegesserie (8 von 9) in Richtung Division-Sieg fortsetzen.

Geschichte: Steve Nash wurde gestern als einzigem Spieler neben John Stockton die Ehre zuteil, in einer Partie mindestens 15 Assists bei nur einem einzigen Punkt erzielt zu haben. Der Kanadier wird in den nächsten Wochen aller Voraussicht nach an Oscar Robertson vorbei ziehen und die Saison als fünftbester Passgeber aller Zeiten beenden. Chris Paul verteilte ebenfalls 15 Assists und führte seine Clippers zum dritten Sieg in Folge. Es war das erste Spiel seit 2008, bei dem zwei gegnerische Point Guards mindestens 15 Assists verschenkten (April 2008: Chris Duhon - 15, Ramon Sessions - 24).




Sinnlos: Orlando hat zwar die fünftbeste Bilanz aller NBA-Teams und in dieser Saison bereits Chicago, Miami (zweimal) und die Lakers geschlagen, kassiert aber immer mal wieder richtige Klatschen. Gestern lagen Dwight Howard & co. zwischenzeitlich mit 39 Punkten hinten und igelten sich bereits Anfang des zweiten Viertels in die Verlierer-Position. Es war eine weitere Blowout-Niederlage, die berechtigte Fragen über die mentale Toughness der Magier vor den Playoffs aufwirft.

Biest-Modus: 40 und 19 für Kevin Love, der im März jetzt durchschnittlich 31 Punkte und 14 Rebounds auflegt. Als kleine Relation haben die Jungs von Basketball-Reference mal herausgehoben, dass in dieser Saison erst 11 andere Spieler überhaupt mindestens 31/14 in einer Partie erzielten. Love macht das im laufenden Monat im Schnitt. Schade, dass sich an seiner Gesamtsituation im Vergleich zum letzten Jahr nicht allzu viel verändert hat - er legt nach wie vor monströse Zahlen bei einem Loser-Team auf, das die Playoffs verpassen wird.

Dino-Power: Toronto gewann zum ersten Mal seit mehr als fünf Jahren und zum zweiten Mal seit 2004/05 wieder gegen Denver. Für die Nuggets, die ihre letzten 15 Würfe verfehlten und seit Anfang des Monats nicht mehr zwei Siege in Folge eingefahren haben, war es eine denkbar ungünstige Niederlage mitten im heiss umkämpften Playoff-Rennen, ohne die man an Utah und Houston vorbei hätte preschen können.




Stampede: Chicago stampft auch ohne den weiterhin verletzten Derrick Rose von Sieg zu Sieg (12-5 ohne D-Rose) und bleibt in der NBA das Maß aller Dinge dank erstickender Defensive, dominierender Brettarbeit und uneigennützigem Teambasketball. Gegen Atlanta sprang Luol Deng mit 22 Punkten (5 Dreier) in die Bresche und führte die Bullen zu Sieg Nummer 41. Obwohl Head Coach Tom Thibodeau weniger als 10 Partien Zugriff auf seine etatmässige Startformation hatte, trampelt Chicago einen Gegner nach dem anderen nieder. Was die Frage aufwirft: wie gut sind diese Bulls in den Playoffs? Und: wieso reden in Deutschland alle nur von Miami als dem Team, das es zu schlagen gilt?

Unter dem Radar: San Antonio fegte die Kings in Sacramento 117-112 vom Platz. Der Ball lief wie an einer Perlenkette gespannt durch die eigenen Reihen und generierte so 28 Assists bei 54% aus dem Feld. Alle, die das Team von Greg Popovich nicht schon vor der Trade Deadline auf der Meisterschafts-Rechnung hatten (zur Erinnerung: die Spurs gewannen letzte Saison 62 Partien und beendeten den Westen auf Rang Eins), sollten sie allerspätestens nach den Neuzugängen Stephen Jackson, Boris Diaw und Patty Mills sowie der Rückkehr des genesenen Manu Ginobili ernst nehmen. Championship-ernst.

KG ist nicht alt: Kevin Garnett scheint in Partien gegen Al Jefferson immer besonders motiviert zu sein. Big Al ist der jüngere Big Man, der 2007 für Garnett von Boston nach Minnesota getradet wurde. KG erzielte gestern gegen Utah 23 Punkte und 10 Rebounds und hatte anschliessend für die Reporter nur Hohn und Spott übrig: "Das motiviert mich. Ihr nennt mich alt. Ihr nennt mich...älter! Ausgehöhlt. Das motiviert mich. Es braucht nicht viel, um mich anzuspornen, also weiter so."




Ehre wem Ehre gebührt: Don Nelson wird offiziell in die Ruhmeshalle des Basketballs aufgenommen. Wurde auch allerhöchste Eisenbahn. Immerhin ist 'Nellie' der Coach mit den meisten Siegen aller Zeiten (1221) und schon seit 1963 im NBA-Geschäft (feierte damals sein Debut als Spieler der Chicago Zephyrs). Der heute 71-Jährige machte sich zudem als Visionär und "verrückter Lineup-Professor" einen Namen. Dallas- und Nowitzki-Fans sollten ihn vor allem als Dirk's Entdecker und Vater des Mavericks-Erfolgs in Erinnerung behalten. Ohne Nelson's Vorarbeit wäre die Championship-Trophäe niemals in Dallas gelandet.

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28 März 2012

Heute vor...22 Jahren: MJ verbrennt Cleveland


Die Liste ist immens lang. Aber von all den unvergesslichen Spielen, die Michael Jeffrey Jordan in seiner illustren Karriere ablieferte, gilt sein 69-Punkte Edelstein gegen die Cleveland Cavaliers immer noch als sein absolutes Meisterwerk. Das Datum war der 28. März, 1990. Die Chicago Bulls lagen mit einer 45-23 Bilanz auf Platz 3 in der Eastern Conference (hinter Detroit und Philadelphia) und mussten zum Division-Showdown in Cleveland antreten, wo die Cavs verbissen um ihre Playoff-Chance kämpften.

Die Zeitungen in Ohio hatten in den Tagen vor dem Duell von Craig Ehlo's Defensivstärke geschwärmt und davon, dass der MJ in den letzten Aufeinandertreffen so exzellent verteidigt hatte. Na klar doch. Als hätte Jordan eine extra Portion Motivation benötigt, nahm er sich den Artikel besonders zu Herzen und entkorkte für seinen alten, bemitleidenswerten Freund Ehlo einen unvergesslichen Abend der basketballerischen Extraklasse. 'His Airness' attackierte von der ersten Spielminute an und demonstrierte sein komplettes Arsenal an furchtlosen Drives, Midrange J's und hämmernden Dunks. Schon zur Halbzeit hatte er 31 Punkte auf dem Konto. Das beste sollte aber erst noch folgen.

Nach der Pause legte MJ so richtig los. Jeder Wurf saß. Cleveland versuchte es in der Verteidigung mit Ehlo, Larry Nance, Mark Price und sogar 'Hot Rod' Williams. Vergeblich. Insgesamt traf Jordan an jenem Abend 23 seiner insgesamt 37 Würfe aus dem Feld und verfehlte nur 2 seiner 23 Freiwurfversuche. Erst rettete er die Bulls in die Verlängerung, dann tütete er den 117-113 Sieg ein. Am Ende standen 69 Punkte, 18 Rebounds, 6 Assists und 4 Steals auf seinem Konto. Es war zum damaligen Zeitpunkt das vierte 60+ Spiel seiner Karriere. Nur drei Spieler hatten je zuvor die magische Marke geknackt (Wilt Chamberlain, David Thompson und Elgin Baylor). "Das war wohl mein bestes Spiel", sagte der beste Basketballer aller Zeiten später. "Bei meinen 63 gegen Boston haben wir verloren. Das hier fühlt sich definitiv besser an." Jordan brachte seine legendäre Saison zu Ende und führte die Bulls mit 33.6 Punkten, 6.9 Rebounds, 6.3 Assists und 2.8 Steals ins Eastern Conference Finale, wo sie gegen den späteren NBA-Champion Detroit verloren. MJ wurde bei der MVP-Wahl damals übrigens Dritter... Dritter!




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Rookie-Check (6)


Der unregelmässige, kompakte Blick auf die Rookie Tops und Flops des Draft-Jahrgangs 2011 (Stand: 28. März 2012)


1. Kyrie Irving (Cleveland Cavaliers): 18.6 Pts, 5.7 Ast, 47% FG
Mit weitem Abstand und schon längst uneinholbar an der Spitze des Freshman-Feldes ist Irving mittlerweile drauf und dran, eine historische Rookie Saison abzuliefern. Nur Michael Jordan und Chris Paul spielten ein effektiveres erstes Profijahr. Irving hat sich auf 19.6 Punkte, 6.9 Assists und sogar 1.5 Steals - am Anfang noch eine seiner grossen Schwächen - im März gesteigert und wirkt schon jetzt wie einer der besten Point Guards der Liga.

2. Kenneth Faried (Denver Nuggets): 9.5 Pts, 7.1 Reb, 59% FG
Faried, der zu Beginn der Saison überhaupt keine Spielzeit ergattern konnte, hat sich seine PT in den letzten Wochen regelrecht erkämpft. Der bezopfte Energiebolzen pflückt die meisten Rebounds (7.1) aller Rookies und scort knapp 10 PPG, obwohl er mehr als zwei Drittel seiner Punkte nach Putbacks, Offensivrebounds und Cuts erzielt. Sein 18/16 Spiel mit perfekten Quoten (100%) gegen Boston ging in die Geschichte ein. Dass die Nuggets Nene weg schickten, sagt bereits alles über Faried's Zukunft in Denver.

3. Isaiah Thomas (Sacramento Kings): 10.1 Pts, 3.5 Ast, 84% FT
Nachdem Thomas im Februar zum Starter avancierte, ging alles ganz schnell. Der letzte Pick im Draft (60.) hat mit seinen Leistungen in Sacramento sogar Tyreke Evans entbehrlich gemacht. Thomas liefert in der Anfangsformation bockstarke 14.2 Punkte und 5.1 Assists pro Spiel ab und erzielte schon acht mal 20 Punkte oder mehr. Sein Jumpshot ist verlässlich, und trotz seiner Probleme direkt am Ring hat sich der 1,75m Guard als solider NBA-Einser etabliert.

4. Klay Thompson (Golden State): 10.4 Pts, 1.5 Dreier, 89% FT
Man muss nur Golden State's Trade-Deadline Aktivität betrachten und merkt schnell, wie hoch Thompson bei den Dubs im Kurs steht. Und das zurecht. Der 2,01m Guard hat das Steuer im Warriors-Angriff übernommen und in seinen letzten 10 Partien 19.7 Punkte im Schnitt erzielt. Dazu lernt der Rookie im Eiltempo, wie er seine exquisiten Shooter-Qualitäten auch dazu nutzen kann, um für andere das Spiel zu machen (gestern 7 Assists gegen die Lakers).

5. Derrick Williams (Minnesota T'wolves): 8.9 Pts, 4.9 Reb, 0.5 Stl
Obwohl Williams' Spielzeit die gesamte Saison über stark schwankt und er seine angestammte Position immer noch nicht gefunden zu haben scheint (SF oder PF?), dringt sein hochexplosives Talent immer wieder an die Oberfläche. Er muss aber weiter an seinem Wurf arbeiten und darauf hoffen, dass irgendwann mehr Scoring-Möglichkeiten hinter Kevin Love verfügbar werden, damit er sein Potential voll ausschöpfen kann.

6. MarShon Brooks (New Jersey Nets): 12.7 Pts, 3.6 Reb, 43% FG
So gut wie Brooks als Isolationsscorer und Ballhandler in P&R Situationen agiert, so verloren wirkt er als Cutter und spot-up Schütze auf der Zwei. Der Nets-Flügel erlebt nach starker erster Saisonhälfte eine Anpassungsperiode im März (nur 40% FG), was für einen Rookie aber völlig normal ist. Er muss häufiger seine Länge für Drives zum Korb nutzen, anstatt lange Zweier zu nehmen. Für die Zukunftspläne der Nets bleibt er ein Schlüsselspieler.

7. Kawhi Leonard (San Antonio Spurs): 8.1 Pts, 5.4 Reb, 1.4 Stl
Leonard war mitverantwortlich für den Richard Jefferson Trade. Der Rookie verblüfft in Greg Popovich's System weiterhin als hoch effizientes Schweizer Taschenmesser. Er punktete in 10 von 13 März-Partien zweistellig, obwohl er weniger als 6 Würfe pro Partie erhielt. Sein gutes Spielverständnis ermöglicht ihm leichte Cuts zum Korb und hohe Quoten als Spotup-Shooter (54% FG im März). Er reboundet, spielt exzellente Defense und macht die vielen kleinen Dinge, die im Boxscore gar nicht erst auftauchen. Ein weiterer Draft-Klau für San Antonio.

8. Brandon Knight (Detroit Pistons): 12.5 Pts, 3.7 Ast, 1.5 Dreier
Knight macht in Detroit immer noch genau das, was er schon die gesamte Saison über getan hat. Er punktet im niederen zweistelligen Bereich, trifft viele Dreier und liefert konstant unkonstante Leistungen ab. Auf 10 Punkte/11 Assists Perlen wie gegen Sacramento folgen direkt im Anschluss 3 von 14 Abende gegen die Clippers. Knight ist der typische NBA-Rookie, der zwar solide Ansätze zeigt aber seine Leistungen erst noch an den brutalen Spielplan anpassen muss.

9. Kemba Walker (Charlotte Bobcats): 12 Pts, 3.4 Reb, 4.1 Ast
Die Bobcats machen keinen Sinn. Wenn Kemba Walker die Zukunft in Charlotte sein soll, dann muss er mehr als 22 Minuten Einsatzzeit pro Spiel erhalten. Trotz hässlicher Wurfquoten (37%) punktet er regelmässig im zweistelligen Bereich und versucht sein Bestes, um die Mitspieler einzusetzen (5 APG im März). MJ, Silas & co. sollten ihrem Rookie in den letzten Wochen der Saison so viel Spielzeit wie möglich einräumen. Nur so lernt der NCAA-Champ, seine Fehler zu minimieren.

10. Chandler Parsons (Houston Rockets): 9.2 Pts, 5 Reb, 2.3 Ast
15.2 Punkte, 9.2 Rebounds, 3.4 Assists, 2 Dreier und 1.4 Steals. Das sind Parson's Durchschnittswerte in den letzten fünf Partien, von denen die Rockets drei gewonnen haben. Der ehemalige Florida Gator hat sich Kevin McHale als extrem vielseitiger und defensivstarker Flügelspieler aufgedrängt und saugt derzeit alle Small Forward Minuten auf. Obwohl Parsons erst in der 2. Runde selektiert wurde (38.), hat er sich als einer der besten Rookies des Jahrgangs und absoluter Draft-Steal entpuppt.

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27 März 2012

Mailbox-Dienstag (6)




Ihr kennt mittlerweile den Drill: ausführliche Antwortversuche auf all eure fachmännischen Fragen hier, auf Facebook, Twitter oder im elektronischen Postfach. Der Mailbox-Montag als eigenständige Rubrik, verlässlich wie Miami Heat Durchhänger.



Was wird aus Greg Oden? Was wäre wenn er wie Bynum gesund bleibt? (Chris)

A: Portland hat ihn entlassen. Irgend ein Team wird ihm im Sommer sicherlich einen neuen Deal anbieten. Im allerbesten Fall bringt er noch 8-10 Punkte, 6-7 Rebounds und vielleicht 2 Blocks pro Spiel. Ich habe ihn von Anfang an (High School) verfolgt und war fasziniert von seiner schieren Grösse in Kombination mit seinen Spielverständnis, aber nach 328 von 410 verpassten Partien und fünf Knie-OPs in fünf Jahren ist klar, dass er einfach nicht gesund bleiben kann. Es wäre nicht verwunderlich, wenn er nie wieder ein NBA-Spiel macht.


Ist von Azubuike noch irgendwelcher Impact zu erwarten? (Lukas)

A: Die Hoffnung in Dallas ist, dass Kelenna irgendwie seine Form aus Warriors-Tagen konservieren konnte (10.6 PPG). Immerhin galt er einmal als einer der athletischsten Flügelspieler der Liga und war beim historischen 1-8 Playoff-Upset 2007 einer der Protagonisten. Da er aber seit 2009 keine Partie mehr absolviert hat, ist er für die Mavs auch im besten Fall nicht mehr als ein marginaler Bankspieler. Wenn alles perfekt hinhaut, bringt er den Pferdchen ein wenig Toughness und Scoring Punch auf der Drei.


Können alle Teams Spieler aus der D-League verpflichten? Wie sieht das aus zB Azubuike steht ja nun im Mavs Kader..spielt aber D-League...muss Dallas ihn nach xx Spielen/Tagen im Nba-Kader einsetzen um seine Rechte zu behalten? (Martin)

A: 9 NBA-Teams (SA, DAL, LAL, CLE, NYK, OKC, NJ, HOU, GSW) haben einen ganz eigenen D-League Partner, die anderen 21 Mannschaften sind auf die übrigen 7 D-League Teams verteilt. Es dürfen nur Spieler von der eigenen Zweigniederlassung einberufen werden. In Azubuike's Fall sind das die Texas Legends. Da er einen Vertrag bis einschließlich nächste Saison unterschrieben hat, liegen seine Rechte bis zum Sommer 2013 bei den Mavs. Sobald er fit ist, kommt der Callup.


Kann eins von den Teamplay-Teams (Houston, Denver, Philadelphia, Indiana) möglicherweise einen Playoffrun bis ins Conference Final schaffen? (Jonathan)

A: Houston und/oder Denver müssten - falls sie überhaupt den Sprung unter die besten 8 im Westen schaffen, gegen OKC, San Antonio oder LA ran. Da wäre schon in Runde 1 Feierabend. Philly und/oder Indiana treffen, egal wie, spätestens in Runde 2 auf Chicago oder Miami. Alles in allem fehlt all diesen Teams das Personal, um mehr als eine Runde zu überstehen.


Wie erwartest du den weiteren Saisonverlauf der Sixers? Reicht es für den Division-Titel? Wie weit kanns in den PO gehen? (Christopher)

A: Sieht nicht gut aus. Philly hat seit dem 15. Februar 13 von 20 verloren. In engen Partien (5 Punkte oder weniger) ist die Bilanz 0-8. Um's einfacher auszudrücken: die Sixers haben keine Ahnung, was sie am Ende einer Partie machen müssen. Boston kommt mit Riesenschritten angebraust und hat in der Atlantic Division bereits ausgeglichen. Auch die Knicks haben mit 7 Siegen aus den letzten 8 Oberwasser und liegen nur noch 2.5 Siege hinter Philadelphia. In der aktuellen Form sind nicht mehr als 1 bis 2 Siege in den Playoffs drin. Inklusive Aus in Runde 1.


Haben die Blazers ihren Rebuild gut eingeleitet? Mit Wallace und Camby hat man ja zwei Krankheiten aus der Kabine geschmissen, der Gegenwert ist doch aber debattierbar? Flynn und Thabeet sind beide hinter den Erwartungen zurückgeblieben, wie ich finde. Auch beim Pick der Nets muss man doch hoffen, dass der außerhalb der Top 3 liegt? Auslaufende Verträge sind ja in den nächsten zwei Jahren genug da, u.a. der von Crawford und der von Okur. Lange Rede, kurzer Sinn: Kann man mit Aldridge, Hickson, Batum und Matthews eine gute neue Mannschaft aufbauen? (Onur)

A: Den Blazers muss man vor allem zugute halten, dass sie sich nach dem Debakel der Saison schnell entschieden haben, wie genau es eigentlich weiter gehen soll. Rebuild heisst die Devise. Und zwar fix. Mit Aldridge und Batum sind zwei exzellente Eckpfeiler ja schon da. Matthews und Hickson sind gute Rollenspieler. Spannend wird sein, was mit Felton passiert - bringt man ihn im Sommer zurück, jetzt wo sein "Feind" McMillan weg ist? Flynn und Thabeet spielen in den Langzeitplänen keine grosse Rolle. Mindestens ein Top-10 Spieler in einem tiefen Draft aber schon. Mit dem richtigen Coach kann Portland 2013 schon wieder um die Playoffs mitspielen, davon bin ich überzeugt.


Wird Ryan Hollins den Celtics was bringen? (Bob)

Who the fuc* is Ryan Hollins?! (Arnel)


A: Kevin Garnett und Paul Pierce höchstpersönlich standen hinter dem Hollins-Signing. Beide haben mit dem 2,13m Mann im Sommer trainiert und fahren auf seine Intensität ab. Die muss Hollins aber erhöhen, wenn er Einsatzzeit erhalten will. In Cleveland machte er sich vor allem als Foulmaschine und als einer der schlechtesten Rebounder der NBA (Rebound-Rate von mickrigen 9%) einen Namen. Hollins ist aber athletisch, gesund und grösser als 2,05m - und allein damit schon eine echte Verstärkung für verletzungsgebeutelte Celtics, die unter den Körben völlig dezimiert sind. Solange er seine Foulprobleme in den Griff bekommt, wird er den Kobolden zumindest nicht schaden.


Wird Mikael Pietrus noch diese Saison spielen? Ich glaube nicht und die Celtics schaffens trotzdem knapp in die Playoffs oder?? Weil Ryan Hollins bis dahin das Big4 System gerafft hat, nicht wahr??? (Jancee)

A: Pietrus hatte anscheinend grosses Glück im Unglück und ist mit einer Gehirnerschütterung noch relativ glimpflich davon gekommen. Es wird wohl ein paar Wochen dauern, aber spätestens zu den Playoffs sollte der Franzose wieder im Einsatz sein. Ich lehne mich weit aus dem Fenster und behaupte, dass Hollins mit dem Playoffeinzug oder eventuellen Division-Sieg der Celtics nicht allzu viel zu tun haben wird.


Was is der Plan der C's für die kommende Saison (die jetztige wird vorraussichtlich leider gegen die Heat ein Ende finden). Denkst du sie könnten auf dem Free Agent Markt 2013 einge Hochkaräter an Land ziehen? (Philipp)

A: Für nächste Saison sind nur Rondo, Pierce, Bass, Bradley und JaJuan Johnson unter Vertrag. Ainge wird wohl versuchen, Garnett und Allen für kleines Geld zu verlängern. Jeff Green spielt in den Langzeitplanungen sicherlich auch eine Rolle. Darüber hinaus fehlt es in erster Linie an hochkarätigen Optionen auf dem FA-Markt 2012, um in grossem Stil zu renovieren. Alles in allem wird das Team also wohl recht ähnlich aussehen. Im Jahr darauf sind nur noch Pierce und Rondo im Kader und unzählige junge Rotationsspieler auf dem Markt. Ab 2013/14 erhält Grün dann wohl einen komplett neuen Anstrich.


Was war das für ne Aktion mit Lamar Odom in der D-League??? (Nico)

A: Odom wollte in der D-League ein wenig Spielpraxis sammeln, um nach seinem Ausfall konditionell wieder aufzuschliessen. Ein geschickter Schachzug eigentlich von LO, der lediglich die Regeländerungen im neuen CBA ausnutzte. Die Mavs, die ihren Forward vor allem in Person von Rick Carlisle immer wieder kritisiert hatten und das immer noch tun, waren ursprünglich damit einverstanden, bekamen aber nach 5 Niederlagen in 6 Partien Panik und drängten ihn ohne D-League Tuneup in die Lineup zurück, weil die eigenen Playoff-Chancen zu schwinden begannen. Odom erzielt in der 13 Spielen seither 4.2 Punkte im Schnitt.


Wie halten sich FA's bzw waivers fit? Abgesehen von D-League? (Marcel)

A: Manche trainieren komplett in Eigenregie. Andere kommen bei College-Teams unter, wo sie entweder am Training teilnehmen oder bei den Scrimmages mitmachen. Die beliebteste Anlaufstelle ist Tim Grover's Attack Traningscenter in Chicago. Grover hat sich als ehemaliger Personal Trainer von Michael Jordan zu der Fitness-Institution für NBA-Spieler entwickelt.


Bringen die Signings mit den gewaivten Spielern (fisher/okc, turiaf/miami etc) den jeweiligen Teams den entscheidenden Kick? (Sebastian)

A: Das ist mehr Last-minute Patchworking vor den Playoffs, um letzte Schwachstellen auszumerzen. Keiner der Neuzugänge wird eine komplette Serie entscheiden oder sein neues Team von Grund auf verändern. Wenn aber Turiaf mit einem Block oder Fisher mit einem wichtigen Dreier in den letzten Minuten eine Playoff-Partie kippen können, hat sich das Signing schon gelohnt.


Ich hab gehört wer bis 22. März nicht bei einem Team unterschrieben hat ist in den Playoffs nicht spielberechtigt? Ist da was dran und kann man da die Season zu ende spielen (zB nen verletzten ersetzen) oder ist generell auch mit den FAs nun Schluss mit Kadernachbessern? (Martin)

A: Die Buyout-Deadline war am 23. März. Nur entlassene Spieler, die vor diesem Stichtag bei ihren neuen Teams unterschrieben haben, sind für die Playoffs spielberechtigt. Was reguläre Free Agents angeht, also solche, die in Übersee, in der D-League oder bisher gar nicht gespielt haben: die können bis zum letzten Tag der regulären Saison unterschreiben und trotzdem in den POs eingesetzt werden.


Was ist mit Rasheed Wallace?

A: Obwohl er zwischenzeitlich mit Miami und den LA Lakers in Verbindung gebracht wurde, hat sich ein Sheed-Comeback in dieser Saison wohl mittlerweile erledigt. Schade. Allein schon wegen des T-Experiments.


Was ist der Unterschied zwischen waiven und der Amnesty Clause? (Bu Rak)

A: Die Amnesty Clause ist eine einmalig anwendbare Option, die das neue CBA mit sich brachte, eine Art Almosenregelung. Jedes Team kann einen einzigen unerwünschten Vertrag (abgeschlossen vor dem 28.11.2011) komplett tilgen, so wie das Orlando zum Beispiel mit Gilbert Arenas gemacht hat. Der Spieler wird zwar ausbezahlt, sein Gehalt belastet aber den Salary Cap nicht mehr. Waiven ist eine simple, x-beliebig anwendbare Entlassung, eine de facto Kündigung also, bei der besagter Spieler aus dem Kader geschmissen, sein gesamtes Restgehalt aber gegen den Salary Cap gezählt wird.


Wann entlässt LAC endlich Del Negro? (Sebastian)

Vinny del Negro steht ja angeblich gehörig unter Druck. Wie gut stehen die Chancen, dass er endlich gefeuert wird oder schafft er es tatsächlich noch die Clippers diese Saison an den Playoffs vorbeizumanövrieren? Und welchen der zur Verfügung stehenden Coaches siehst du von den Spielertypen und System her als den geeignetsten Nachfolger an? (Alex)

Wer ist ein realistischer Coach für die Clippers? Glaubst du, Jerry Sloan kommt irgendwann tatsächlich nochmal in diese von Diven und Tradeforderern verseuchte Liga zurück? Passt Mike D´Antoni mit seinem Fast-Break-Ball und No-Defense-Stil zu den Clips? (Nil)


A: Del Negro hat als Coach noch weniger Impact als zu seinen aktiven Zeiten. Er hat kein Taktikbuch und trifft die schlechtesten in-game Anpassungen der Liga. Die Clippers spielen im Prinzip schon die ganze Saison den hohen Pick & Roll mit einer Dosis Zonenscreens für Mo und Butler. Die komplette Offensive hängt von Paul's Genialität ab. VDN hat Glück, dass die Saison im Prinzip schon fast wieder vorbei ist. Vier Wochen vor den Playoffs würde es keinen grossen Sinn machen, einen neuen Coach zu verpflichten, zumal die Trainings- und Übungszeiten in diesem Jahr gleich null sind. LA wird sich also mit Del Negro aus der ersten Playoffrunde verabschieden und seinen Vertrag im Sommer einfach auslaufen lassen. Ein hochkarätiger Trainer wie Sloan oder Jeff van Gundy würde mit diesem Kader Wunder bewirken, aber Sterling, der Besitzer, ist geizig und hält traditionell nichts von teuren Coaches. Sogar ein Mike D'Antoni würde - bei all seinen Mängeln - ausreichen. Dass die Clippers mit diesem jungen, athetischen Kader und zwei Frontcourt-Biestern wie Griffin und Jordan die drittlahmste Offensive der Liga spielen (91.6), unterstreicht Del Negro's Dilettantismus doppelt und in neongrün.


Mitch Kupchak und die Jerry West Schule oder Buss jr. - wer hat das sagen? Sessions-Deal lässt auf Kupchak schließen. Welche Position füllt der Sohn von Buss aus? (Manuel)

A: Buss Junior ist der neue mächtige Mann bei den Lakers, und das ist potentiell problematisch. Zu Beginn der Saison übernahm er die täglichen Geschäfte von seinem Dad und sortierte gleich mal (fast) alle aus, die in der Vergangenheit mit dem Verein assoziiert waren. Zwischenzeitlich tauchten auch Gerüchte auf, dass Kupchak mit dem neuen Führungsstil so seine liebe Mühe und an's Aufhören gedacht hätte. Während sein Dad Jerry die Basketballentscheidungen immer den Basketballmenschen überliess, gehört Jim zu der Sorte Besitzer, die bei allen Personalmanövern ihren Input an erste Stelle setzen. Impulsiver Milliardärssohn, der zuvor mit Pferderennen sein Geld verdient hat, an der Spitze des berühmtesten/erfolgreichsten Basketballvereins der Welt - keine allzu vielversprechende Kombination.


Würdest du zustimmen dass Sessions bis jetzt "better than advertised" ist, und dass die Lakers jetzt alle Chancen haben, evtl auch Oklahoma City in den Conference Finals richtig gefährlich zu werden? (Jens)

A: Ja und ja. Wenn Brown den Neuen smart einsetzt, merzt er zwei der drei grossen Lakers-Probleme aus: Point Guard Effizienz und Bankproduktivität. Versteht der Coach, dass Sessions als Ersatzmann á la James Harden dem Lakers-Spiel besser tut, weil er der zweiten Garde zu vielen leichten Transition-Punkten verhilft, die sie unter Steve Blake nicht bekommt, steigen LA's Chancen in einem potentiellen Playoff-Matchup gegen Oklahoma City. Leider zählt Brown nicht zu den grössten Offensivleuchten der Liga. Es besteht die realistische Gefahr, dass er die Balance in Sessions' Spielzeitverteilung (von der Bank Ende Q1, Crunchtime-PT Ende Q2 und Q4) nicht findet und der Trade-Effekt vor den WC-Finals verpufft.


Ronny Turiaf in Miami - Deine Meinung bezüglich des Centers als wichtige Rolle in den Playoffs? (Juwan Howard lässt grüßen) (Moe)

A: Turiaf ist sicherlich kein 'game changer' für die Heat. Das eklatante Center-Problem wird auch er nicht ausmerzen können, zumal er - entgegen der allgemeinen Auffassung - zu den schlechtesten Pro-Minute Reboundern aller NBA-Fünfer zählt und andauernd verletzt ausfällt. Aber: Turiaf ist als Backup um Längen besser als das Curry/Pittman Duo. Miami ist also schon allein dadurch geholfen, dass sie Dick & Doof in Zukunft überhaupt nicht mehr auf's Feld schicken müssen. Turiaf ist offensiv sogar besser als Joel Anthony (keine grosse Kunst) und verfügt über ausgezeichnete Pass-Qualitäten für einen Big Man. Alles in allem ein smartes, risikoarmes Bank-Upgrade für Miami.


Denver Nuggets mit Chandler und McGee sind sie sicher keine starke Mannschaft für die 2. Playoff-Runde...aber wie schauts nächstes Jahr aus? Mit Faried, Gallinari und Lawson? (Philipp)

A: Denver gehört zu den wenigen Mannschaften, die auf faszinierende Weise für die Gegenwart und die Zukunft zugleich spielen. Das basiert alles auf Karl's Anti-Superstar Philosophie. Der Coach will lieber einen Top-10 Spieler auf jeder Position, als Megastars wie Carmelo Anthony die dicken Geldbatzen hinterher zu werfen. Dass Denver trotz der Verletzungsmisere in dieser Saison immer noch ernste Playoff-Chancen hat, ist Karl's Coaching und dem tiefen Team verschuldet. Mit Lawson, Chandler, Gallinari, Faried und McGee und einer ähnlich tiefen Bank ist die 2. Playoff-Runde nächstes Jahr mit Sicherheit drin.


Wieso hat Hickson (oder sein Agent) die Blazers gewählt? War da keiner von den Playoffteams dran? (Barteko)

A: Eigentlich war's genau umgekehrt. Portland hat Hickson gewählt. Er ist noch jung (23) und galt noch vor Kurzem als einer der kommenden Frontcourt-Stars der Liga. Auch wenn er einem Playoff-Frontcourt sicherlich gut zu Gesicht gestanden hätte: warum sollte sich ein Team im Wiederaufbau einen zumindest talentierten Power Forward entgehen lassen? Golden State dachte, ihn bereits sicher zu haben. Hickson war schon auf dem Weg nach Oakland. In letzter Minute mischten sich die Trail Blazers ein und verpflichteten Hickson 'off waivers', also vor Ablauf der 48-Stunden Frist, nach welcher er Free Agent geworden wäre. In solch einem Fall kann ein Spieler respektive sein Agent dann nicht viel machen.


Wird Monta bei den Bucks gluecklich? (Don)

A: Sieht ganz so aus. Sein Trade von Golden State nach Milwaukee hat ihn weder geschockt noch gestört, und als Midwest-Kind scheint ihm der ländliche Charakter der Stadt zu gefallen. Nach 7 Jahren voller Niederlagen bei den Warriors ist er begeistert über die Möglichkeit, um die Playoffs mitzuspielen. Ich würde sogar darauf wetten, dass er nach dem Abgang von Jennings der neue Backcourt-Fixpunkt bei den Hirschen wird.


Wann kommt D-Rose zurück? Das zieht sich jetzt ja schon über einen sehr langen Zeitraum. Muss man sich Sorgen machen? (Ben)

A: Die neueste Hüftverletzung von Rose war nicht ohne. Es traten sogar Details über innere Blutungen an die Presse. Er läuft aber schon wieder, im Pool und auf dem Court, und könnte nächste Woche schon wieder spielen, wenn es unbedingt sein müsste. Für die Bulls ist es wichtiger, ihn vor den Playoffs komplett gesund zu wissen. Dank Miami's Durchhänger und dem besten Untersatz der Liga scheinen sie Platz 1 auch ohne Rose verteidigen zu können.


Was ist eigentlich mit den Grizzlies ? In meinen Augen sind sie dieses Jahr noch stärker, als es im letzten Jahr der Fall war, Marc Gasol hat sich weiterentwickelt, Gay trifft vorne hochprozentig und verteidigt bockstark. Mayo (instant offense), Allen (Edelverteidiger), Conley (Balldieb, kommender floor general) und natürlich noch Zach Randolph, der meiner Meinung nach der Power Forward mit dem besten offensiv game in der Liga ist. Jetzt meine Frage : sollte ZBo an seine Form anknüpfen können ist Memphis Contender Material oder nur Playoff Futter für OKC usw? (Farax Shakur)

A: In der Theorie ist es ja einfach. Addiere unaufhaltsamen 20/10 Power Forward zum ohne ihn schon viertbesten West-Team hinzu, und fertig ist der Meisterschaftsanwärter. Ganz so funktioniert das aber nicht. Randolph's Rückkehr hat den Grizzlies-Rhythmus komplett gestört (4 von 6 verloren). So ganz ohne Trainigszeiten wird es schwer, ihn nahtlos zu integrieren. Memphis hat aber vor den Playoffs noch gut fünf Wochen Zeit und gilt zurecht als legitimer Aussenseiter für einen Einzug ins Conference Finale.


NCAA. Ich dachte One-and-Dones sind laut dem neuen CBA untersagt.. klärst du mich auf? (Oguzee)

A: Nein, es wurde beim Abschluss des neuen Tarifvertrags lediglich ein unabhängiges Komitee installiert, das eine eine eventuelle Regeländerung und Altersanhebung in Zukunft eruieren soll. Für 2012 ist diese Neuerung nicht relevant. Derzeit werden fünf Freshmen unter den Top-10 Kandidaten im Draft geführt.


Welcher Spieler aus dem 2012 Draft wird den größten Impact haben: Davis, Barnes oder doch Rivers? (Belal)

A: Anthony Davis.

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26 März 2012

NBCHF POW (12)


Spielt irgend jemand zur Zeit besseren Basketball als Kevin Love? Das robuste Rebound-Monster von den Minnesota Timberwolves setzte seine sengende post-All-Star Serie fort und erzielte in der letzten Woche 33.5 PPG und 15.8 RPG bei 55% aus dem Feld. Weitere Love-Highlights waren unter anderem: drei 30+ Spiele, ein 30/20 Game gegen Denver, ein 51-Punkte Edelstein gegen Oklahoma City und zwei Siege für die Wolves, die auch ohne ihren Platzgeneral Ricky Rubio im Western Conference Rennen bleiben. Love sei's gedankt. Zweitbester Scorer der Woche war Kevin Durant, der seine MVP-Kampagne ungehindert fortsetzt und OKC zu 3 Siegen in 4 Partien führte. Durantula's Durchschnittsstatistiken: 29.5 Punkte, 10.3 Rebounds und 5 Assists pro Abend. Dass KD nicht jede Woche in den POW Abstimmungen auftaucht, ist reine Kulanz seinerseits. Ein weitaus seltener gesehener und durchaus unangekündigter Spieler der Woche Kandidat ist Goran Dragic. Der slowenische Guard in Diensten der Houston Rockets stellte in der Vergangenheit schon öfters seine absolute NBA-Klasse unter Beweis und tut das nach dem Ausfall des etatmässigen Spielmachers Kyle Lowry auch jetzt wieder. Dragic führte die Rockets zu zwei Siegen gegen Los Angeles und Golden State und kompensierte den Ausfall von Lowry mit 19 Punkten (53% FG), 5 Rebounds und 10 Assists im Schnitt ausgezeichnet. Da Lowry wohl für den Rest der Saison ausfällt, wird Dragic seine Produktivität auch in den letzten 5 Wochen der Saison beibehalten.

Eines der heissesten Teams der Liga sind zur Zeit die Atlanta Hawks. Die Vögel haben 4 ihrer letzten 5 Partien gewonnen und bleiben - erstaunlicherweise nach dem Ausfall von Al Horford vor über zwei Monaten - im Osten auf Platz 5 Kurs. Zwei Akteure sind für den fortgesetzten Höhenflug hauptverantwortlich, und je nach persönlicher Präferenz muss einer von beiden zum Spieler der Woche auserkoren werden. Josh Smith befindet sich seit dem All-Star Wochenende auf einer Mission, es den Zweiflern und Nörglern und Nichtberücksichtigern zu zeigen. 'Smoove' verpasste gegen Boston nur knapp ein Triple Double (11/10/8) und legte Cleveland und New Jersey 30+ ins Nest. Insgesamt kam der Highflyer auf 22.8 Punkte, 11.8 Rebounds und 5 Assists pro Spiel. Sein Teamkollege Joe Johnson stand ihm in nichts nach und führte das Team im Scoring (23.2) und bei den Dreiern an (2.8 pro Spiel). Seine 37 Punkte in 55 Minuten Spielzeit beim 139-133 Quadruple Overtime Erfolg gegen Utah gingen in die Geschichte ein. Insgesamt war 'Joe Buckets' an drei entscheidenden Crunchtime-Plays beteiligt: er erzwang gegen Cleveland und Utah die Verlängerung und traf gegen die Wizards zum 95-92 Auswärtssieg. Für Dwight Howard war es hingegen Dienst nach Vorschrift. D12 kam heimlich, still und von Reporterscharen völlig unbemerkt (undenkbar vor einer Woche) auf 20.7 PPG, 13.7 RPG und absolut unrealistische 72% aus dem Feld. Orlando bleibt im Osten recht unbedrängt auf Drei.





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Donuts, 26. März




Finals-Preview '12?: wenn ja, dann sollte sich der selbst ernannte Mindestens-achtfach-Champ Miami schnell wieder ans Reisbrett setzen und neue Pläne zeichnen. Oklahoma nahm das erste Saisonduell mit den Heat ernst, im Gegensatz zu den Gästen, die in einem sogenannten 'statement game' mal wieder in ihre Embryonalstellung schlüpften und sich nach allen Regeln der Kunst aus der Chesapeake Arena knüppeln liessen. Kevin Durant setzte seine direkte One-on-One Dominanz gegen Lebron James fort und schenkte Miami 28 Punkte, 9 Rebounds und 8 Assists ein. OKC's 'Bash Brothers' Perkins und Ibaka malträtierten den non-existenten Heat-Frontcourt mit 35 Punkten bei 16-21 aus dem Feld. Die Thunder-D forcierte 21 Ballverluste, davon 15 von James, Wade und Bosh. Miami hat jetzt fünf seiner letzten sieben Auswärtsspiele verloren. So dominant, wie die Hitze zu Hause spielt: Chicago und Oklahoma City behaupten für ein mögliches Conference-/NBA-Finale weiterhin den Heimvorteil.

MVP-Talk: den lauten "Lebron ist der klare und einzige MVP dieses Jahr" Talk, dreht den mal ein wenig leiser. Ja, James's statistische Werte sind phänomenal und historisch relevant (derzeit ein PER von 31.0). Aber: KD spielt auf dem selben Level. Abgesehen davon, dass Durant Miami's Nummer 6 in jedem persönlichen Aufeinandertreffen dominiert (siehe obigen NBA Statscube H2H Vergleich), erzielt er in dieser Saison trotz niedrigerer Usage-Rate mehr Punkte, mehr Blocks, mehr Dreier, hat bessere Quoten von der Linie und ist bei den Rebounds (8.1 vs. 8.3), den Steals (1.5 vs. 2) und den Field Goals (50% vs. 53%) nahezu gleichauf. Sollte Oklahoma City den Westen gewinnen und am Ende eine bessere Bilanz als Miami aufweisen - und danach sieht es ganz stark aus - wird Durant zum Most Valuable Player gewählt. Hier habt ihr es zuerst gehört!

Hawks/Jazz spielen immer noch: erst zum neunten Mal überhaupt ging ein NBA-Spiel in die vierte Verlängerung. Atlanta behielt im ersten Quadruple Overtime Thriller seit 1997 die Oberhand und gewann 1390 zu 1330. Joe Johnson (37 Punkte) spielte in der dritten Partie eines back-to-back-to-back gefühlte vier Stunden am Stück und musste nach dem Sieg müde lächeln: "Es war unglaublich, ich habe noch nie ein solches Spiel erlebt." Ich schon: Phoenix gewann gegen Portland vor mehr als 14 Jahren 140-139. Topscorer damals: Danny Manning und JR Rider (jeweils 35).




30/20 Vision: Kevin Love und absurde Statlines gehen ja bekanntlich zusammen wie NBCHF-Donuts und Kaffee. Der Wolves-Forward dominierte gegen Denver mit insgesamt 30 Punkten und 21 Rebounds. Es war bereits sein drittes 30/20 Spiel in dieser Saison und sein siebtes insgesamt. Damit hat K-Love in seiner kurzen Karriere bereits mehr 30/20er abgeliefert als alle anderen aktiven NBA-Spieler, inklusive Tim Duncan, Dwight Howard und Kevin Garnett.

Jekyll & Hyde: immer noch die LA Lakers. So uneigennützig, kollektiv verpflichtet und dominant die Lakers gegen Dallas und Portland wirkten, so verloren waren sie gestern bei der 102-96 Heimniederlage gegen Memphis. Weil Sessions als Starter auflief, verkam LA's Bank wieder einmal zum ans Bein gefesselten Felsblock, der Lila-Gold ins Verderben zog: 9 Punkte in 53 Minuten Einsatzzeit, akzentuiert von Steve Blake's minus-17 in gerade einmal 15 Minuten. Die Grizzlies nutzten zwei ungefährdete Runs im Q2 und Q4, als LA's Starter auf die Bank mussten, zum Sieg.

Tankapalooza: was passiert, wenn zwei Teams gegeneinander antreten, die eigentlich gar nicht gewinnen dürfen? So geschehen bei Portland gegen Golden State, zwei Mannschaften, die mit Blick auf eine bessere Draftposition nicht genug Spiele verlieren können. Das schlug sich in einer kombinierten, Augapfel-zerberstenden Trefferquote von 39% nieder. Nur Raymond Felton hatte nicht aufgepasst und lieferte mit 25 Punkten und 7 Assists eines der besten Spiele einer katastrophalen Saison ab. Toll, Raymond!

Greg Popovich, Komiker: obwohl man die Spurs für alt und langweilig hält, scheint San Antonio's Coach immer mal wieder einen Kalauer in petto zu haben. So wie gestern beim einfachen 93-76 Sieg gegen Philadelphia, bei dem Tim Duncan nicht eingesetzt wurde. Auf dem Spielberichtsbogen, wo bei Nichtberücksichtigung eines Spielern eine triftige Erklärung eingetragen sein muss (Verletzungen, Persönlich, etc.), tauchte später der Grund auf: "Tim Duncan. Did not dress. Old."




Nash perfekt: kann man ein Spiel kontrollieren, obwohl man insgesamt nur 2 Würfe nimmt? Klar doch. Siehe Steve Nash, der gegen Cleveland mit 13 Assists und nur 4 Zählern ein weiteres Meisterwerk ablieferte. Nash manövrierte mit Hilfe von Gortat und Morris, die inside mit jeweils 22 Punkten dominierten, den Suns-Express zum 6. Sieg in den letzten 8. Phoenix liegt nur noch einen Sieg hinter Houston und Utah und drängt unaufhaltsam in Richtung Playoffs.

Reise nach Jerusalem: wer bleibt am Ende ohne Playoff-Stuhl? Im Westen intensiviert sich das Rennen um die Postseason-Plätze und verspricht, angesichts des irren Zeitplans in diesem Jahr, zu einem der spannendsten aller Zeiten zu werden. Oklahoma, San Antonio und LAL marschieren ein wenig vorne weg. Danach wird es aber ein Kampf mit Haken und Ösen. Die Clippers (.563), Dallas (.560), Memphis (.553), Utah und Houston (je .531) teilen sich momentan die Plätze 4 bis 8. Denver (.531) und Phoenix (.510) liegen gleichauf bzw. mit einem Sieg in Rückstand. Auch Minnesota (.480) auf Platz 11 kann sich noch berechtigte Hoffnungen machen. Der Abstand zwischen Heimvorteil in Runde 1 und einem verfrühten Angelurlaub beträgt also mickrige 1.5 Siege. Bei nur noch 16 bis 19 ausstehenden Partien wird es in den verbleibenden fünf Wochen immer öfters heissen: Win or go home!

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24 März 2012

The Association: Denver Nuggets (4)


Teil 4 der preisgekrönten Reihe 'The Association', in diesem Jahr mit den Denver Nuggets. Blickt hinter die Kulissen des Rocky Mountains Teams und verfolgt GM Masai Ujiri bei seiner täglichen Managerarbeit. Lernt, warum Nuggets-Rookie Kenneth Faried fast getradet worden wäre und wieso der Nene für Javale McGee Tausch für Denver Sinn macht. Wilson Chandler kehrt ausserdem zurück und stärkt die Playoff-Hoffnungen der Nuggets nach der Trade Deadline.
(Teil 1 I Teil 2 I Teil 3)




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23 März 2012

NCAA Sweet 16 Vorschau (2)


Indiana Hoosiers (4) vs. Kentucky Wildcats (1)

Die grosse Nebenstory beim mit Spannung erwarteten Rematch zwischen Indiana und Kentucky? Natürlich der Sieg der Hoosiers vor etwas mehr als drei Monaten. Damals dominierte IU über lange Strecken und fügte den Wildcats eine von insgesamt nur zwei Niederlagen in der gesamten Saison zu dank eines Buzzer Beaters von Christian Watford. Für viele Beobachter war es ein letztes Indiz dafür, dass Indiana's Comeback aus der Obskurität eines in Ungnade gefallenen Basketballprogramms erfolgreich abgeschlossen war. Seither haben sich aber viele Dinge geändert. Allen voran die jungen Wildcats, die unter Trainerlegende John Calipari von Spiel zu Spiel besser wurden und mit 34-2 Siegen eine fast perfekte Saison ablieferten. Ich kann mich an die Partie damals noch gut erinnern, denn die NBA-Saison hatte noch gar nicht begonnen. Anthony Davis geriet schnell in Foulprobleme, Freshman Point Guard Marquis Teague verlor häufig den Ball, und UK traf nur zwei Dreier im gesamten Spielverlauf. Das wäre, grob zusammen gefasst, schon der Schlachtplan für Indiana, um die Überraschung zu wiederholen.

Die Hoosiers haben seither aber 8 Partien verloren und sind von einem Elite Eight Team meilenweit entfernt. Freshman Center Cody Zeller müsste Davis schon eins zu eins Paroli bieten, und Jordan Hulls mehrere Dreier einstreuen, um überhaupt im Spiel zu bleiben. Das würde IU aber immer noch nicht reichen. Davis (14.3 PPG, 10.1 RPG, 4.6 BLK) gilt allgemein als dominantester College-Spieler überhaupt und sicherer Nummer 1 Pick im kommenden NBA-Draft. Teague hat sich zu einem der Führungsspieler auf der Eins gemausert, die Calipari's Teams schon immer so gefährlich gemacht haben. Und als wäre das noch nicht genug, können die Wildkatzen weitere zukünftige Profis wie Michael Kidd-Gilchrist, Terrence Jones, Doron Lamb oder Darius Miller aufbieten. Das extrem junge Team (fünf der sechs wichtigsten Akteure sind Freshman oder Sophomore) ist zu einer Abrissbirne mutiert und scheint jederzeit ein paar Gänge höher schalten zu können. Die Defensive ist ausgezeichnet und gestattet nur 37% aus dem Feld. Die hoch motivierte und spielerisch überlegene Truppe sinnt auf Rache und wird Indiana heute nach allen Regeln der Kunst auseinander nehmen. Alles andere als der nationale Titel wäre eine Tragödie...wie immer im basketballverrückten Kentucky.


Xavier Musketeers (10) vs. Baylor Bears (3)

Baylor's Perry Jones III. ist einer der grössten College-Talente des Landes, ein 2,11m grosser Überathlet, der seinen Fähigkeiten eigentlich nur selbst im Weg stehen kann. Obwohl der Sophomore als sicherer Lotteriepick gehandelt wird, liess er in den ersten beiden Spielen des NCAA Turniers jegliche Aggressivität vermissen und ging bisher unter (nur 9 Punkte insgesamt). Gegen South Dakota State und Colorado war sein Totalausfall nicht weiter folgenschwer. Gegen Xavier brauchen ihn die Bears aber in Hochform. Brady Heslip wird nicht wieder 9 von 12 Dreiern versenken wie in der Runde der letzten 32. Und Freshman Quincy Miller nicht die gesamte Arbeit im Frontcourt alleine erledigen können. Baylor verfügt aber über die Sorte Länge und Athletik, die Matchup-Alpträume beschert. Das Rebounding ist exzellent, die 1-1-3 Zone kann zuweilen unerbittlich sein, und vorne haben die Bären zahlreiche Optionen, wie sie zuschlagen können. Topscorer Pierre Jackson und Quincy Acy komplettieren die potente Starting Lineup mit allen fünf Spielern im zweistelligen Punktebereich.

Gegen dieses Starensemble nehmen sich die Musketiere aus Cincinnati, Ohio recht bescheiden aus. Als niedrig geranktes Mid-Major Programm traut ihnen kaum jemand den grossen Wurf zu. Allerdings steht Xavier bereits zum vierten Mal in den letzten fünf Jahren unter den letzten 16 Teams der Liga - eine Quote, die nur Kansas, Michigan State und North Carolina aufweisen können. Wenn sie also schon da sind, dann sicherlich nicht als Zaungäste. Der Backcourt mit dem routinierten Senior Tu Holloway (17.4 PPG) und Mark Lyons (15 PPG) wird den Gegner nonstop unter Druck setzen. Senior Center Kenny Frease zeigte gegen Lehigh in der letzten Runde seine bisher beste Partie (25 Punkte, 12 Rebounds) und wird als Schlüsselspieler dem langen Bears-Frontcourt Paroli bieten müssen. Xavier verteidigt traditionell hart - eine Eigenschaft, die sich das Programm seit Jahrzehnten auf die Fahnenstange geschrieben und NBA-Profis wie David West, Brian Grant und Tyrone Hill hervor gebracht hat - und könnte so den talentierteren Big12 Gegner aus der Fassung bringen. Baylor kommt mit körperlicher Härte nicht immer gut zurecht. Wenn die Musketeers es schaffen, das Selbstvertrauen der labilen Bears ins Wanken zu bringen, und die Inside-Outside Kombination Frease und Holloway/Lyons heute funktioniert, komplettieren die Underdogs ihre Aschenputtel-Geschichte 2012.


North Carolina Tar Heels (1) vs. Ohio Bobcats (13)

Auf dem Papier sieht die Angelegenheit zwischen dem Underdog aus Ohio und dem Powerhouse North Carolina ziemlich eindeutig aus. Die Bobcats konnten zuletzt 1964 zwei NCAA Turnierspiele in Folge gewinnen. NC gewann im gleichen Zeitraum dagegen schon vier mal die nationale College-Meisterschaft, zuletzt 2009. Auch in diesem Jahr galten die Tar Heels lange als grosser Favorit dank Power-Offense, einer tiefen Lineup, vier Riesen unter den Körben und einem legendären Coach (Roy Williams) an der Seitenlinie. Die Hoffnungen erlitten aber in der letzten Partie einen herben Dämpfer, denn Point Guard Kendall Marshall brach sich mehrere Handknochen und ist für den weiteren Turnierverlauf gehandicapt. Marshall war der Motor, der das Spiel der Fersen am Laufen hielt und an insgesamt mehr als einem Viertel aller Aktionen direkt beteiligt. Das klaffende Loch auf der Eins wollen die Bobcats nun schamlos ausnutzen, und die Gelegenheit scheint günstig. Ohio spielt eine aggressive Defensive, die hervorragend Ballverluste produziert (4. Platz bei den Steals). Gegen den dezimierten Tar Heels Backcourt eine hervorragende Waffe. Die offensive Verantwortung wird auf den Schultern von Topscorer DJ Cooper lasten (14.9 PPG), während der game plan vor allem ein Dreierbombardement vorsieht.

Darin dürfte gegen North Carolina auch die einzig realistische Upset-Chance liegen, denn das ACC-Schwergewicht agiert in einer ganz anderen Kategorie, bildlich gesprochen. Der Frontcourt mit den kommenden NBA-Rookies Harrison Barnes und Tyler Zeller, plus John Henson und James McAdoo, ist gigantisch und dominiert allein schon durch seine schiere Grösse. Zeller und Henson pflücken zusammen 20 Rebounds pro Partie und wühlen vor allem am offensiven Brett meist ungestört. NC liebt das schnelle Spiel und agiert in einem furiosen Tempo über 40 Minuten. Die Gegner kommen meistens nicht hinterher, und wenn doch, werden sie in der Zone einfach übermannt. Gegen Creighton und Vermont gewannen die Tar Heels mit durchschnittlich 16.5 Punkten Vorsprung. Die Frage wird sein, ob Marshall überhaupt eingesetzt wird - ich tippe mal auf nein - und wie sein Fehlen die Taktik von Williams beeinflusst. Setzt er die unerfahrenen Guards Stillman White und Justin Watts ein? Oder lässt er 2,04m Allrounder Barnes die Aufbauarbeit übernehmen? Insgesamt ist dieses taktische Schmankerl aber schon eher für das Elite Eight und ein potentielles Matchup mit den Kansas Jayhawks relevant. Gegen Ohio werden die zahlreichen Offensivwaffen auch ohne Marshall zum Weiterkommen reichen.


North Carolina State Wolfpack (11) vs. Kansas Jayhawks (2)

Wolfpack Coach Mark Gottfried hat ein starkes Team um seine ausgeglichene Startformation geformt. Angeführt von CJ Leslie, der sich in den letzten Wochen enorm gesteigert und die Hauptverantwortung übernommen hat (17 Punkte und 10 Rebounds im Schnitt), sowie Big Man Richard Howell (11 PPG, 9 RPG), schalteten die Wölfe auf dem Weg ins Sweet 16 die besser eingeschätzten San Diego State Aztecs und Georgetown Hoyas aus. Dabei musste NC State lange um seine Teilnahme an den NCAAs bangen. Ein paar starke Leistungen in den letzten Spielen der Saison haben neues Selbstvertrauen entfacht. Das mussten die favorisierten Gegner in den ersten beiden Runden schmerzhaft feststellen. Wenn Sophomore Lorenzo Brown, mit durchschnittlich 6.4 Assists einer der besten Spielmacher des Landes, den Angriff wie bisher in Bewegung hält und Scott Wood weiter munter Dreier einstreut, könnte North Carolina State zum ersten Mal seit 1986 wieder unter die letzten Acht gelangen.

Kansas ist zwar hoch favorisiert, präsentierte sich bisher aber alles andere als souverän. NBA-Prospect Thomas Robinson blieb gegen Purdue in der 3. Runde hinter seinen Möglichkeiten zurück (nur 11 Punkte bei 2-12 FG). Der bullige 2,08m Forward sollte also ausreichend motiviert sein und unter dem Brett seine Muskeln spielen lassen (11.8 Rebounds pro Partie, Platz 2). Sein direktes Duell gegen Leslie wird über Sieg oder Niederlage entscheiden. Jeff Withey dominiert meist in der Verteidigung (3.3 BPG), während Tyshawn Taylor die Backcourt-Rotation der Jayhawks verankert. Die Vögel tendieren gerne mal dazu, lieber von draussen drauf zu halten, als ihre offensichtlichen Vorteile innen konsequent auszunutzen. Der Gegner wird gerne unterschätzt, so wie zum Beispiel letztes Jahr, als man gegen ebenfalls an Nummer 11 gehandelte VCU Rams frühzeitig aus dem Turnier flog. Die Gelegenheit für NC State ist also günstig. Sie haben sich rechtzeitig in Topform gespielt und Blut geleckt. Das Potential für ein klassisches NCAA-Upset liegt definitiv hier, beim letzten Spiel der diesjährigen Sweet 16 Runde.

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