29 Dezember 2011

TV: Crunchtime-Alien Durant


Kevin Durant, der Pickup-Games-MVP des Lockout-Sommers, macht genau da weiter, wo er vor der Saison aufgehört hat. Einen hinten, 1.4 Sekunden übrig, Dreier vom Parkplatz? Kein Problem für KD. Game Winner, Rucker Park Style.



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Redd Come Back



Stell Dir vor, die Phoenix Suns hätten vor vier Jahren Michael Redd verpflichtet. Den vermutlich besten Distanzschützen jener Zeit einem Nash-Amare-Marion-Diaw Nukleus beizumischen, hätte für Phoenix wohl Conference Titel zur Folge gehabt. Mehrzahl, wohlgemerkt. Vier Jahre später aber, Ende 2011, ist die Neuakquisition der Suns nicht viel mehr als eine kleine Randnotiz. Redd unterschrieb heute in der Wüste von Arizona einen garantierten Ein-Jahres-Vertrag zum Veteranen-Schleuderpreis.

Die kritischen Stimmen wurden laut im Laufe des Tages. Viele Beobachter schienen das Signing nicht nachvollziehen zu können. "Wieso geht er nicht lieber zu einem Contender? Was wollen die Suns denn mit so einem? Der hat doch nichts mehr drauf." So oder so ähnlich klangen die häufigsten Gedankenspiele. Nicht so vorschnell, Basketball-Philosophen dieser Welt.

Stell Dir vor, du wirst in der zweiten Runde gedraftet (43. Pick) und absolvierst in deiner ersten Profisaison 35 Minuten. Insgesamt. Arbeitest dann wie ein Besessener an deinem Spiel und wirst zu einem der tödlichsten Scorer der Liga. Als reiner Jumpshooter. Steigerst deinen Scoring-Output sechs Jahre in Folge, bis auf 26.7 PPG in 2006/07. Wirst All-Star, All-NBA Teamer, gewinnst Gold bei den Olympischen Spielen. Du bist auf dem Höhepunkt deiner Karriere, im besten Alter (28), verdienst eine Stange Geld. Und von einem Tag auf den anderen ist alles weg!

Redd erlitt im Januar 2009 einen doppelten Kreuzbandriss im Knie. Nachdem er sich unter Reha-Qualen zurück gekämpft hatte, rissen ihm fast auf die Woche genau ein Jahr später wieder beide Kreuzbänder - im selben Knie. Erst gegen Ende der letzten Saison '10/11 gab der Shooting Guard sein Comeback bei den Milwaukee Bucks, absolvierte 10 Partien und war überglücklich, überhaupt wieder auf dem Court stehen zu können - nach 185 verpassten Spielen in drei Jahren. Es war aber absehbar, dass der ehemalige Franchise-Player in den Zukunftsplanungen der Hirsche keine Rolle mehr spielen würde. Der Free Agent generierte nur mildes Interesse auf dem freien Markt. Alle Contender schienen zu zaudern, was durchaus verständlich war. Redd absolvierte in Phoenix ein Probe-Workout, sah dabei wohl richtig gut aus, und wurde heute prompt unter Vertrag genommen.

"Eine Wiedergeburt. Die letzten drei Jahre waren eine Achterbahnfahrt, ich war am Boden. Heute ist ein neuer Tag für mich. Ich bin begeistert", freute sich Redd über die Chance, die ihm die Suns geben wollen. In knapp zwei Wochen will der Shooting Guard für seinen ersten Einsatz spielerisch und konditionell auf der Höhe sein. Seine Entscheidung pro-Phoenix fällte der 32-jährige auch mit Blick auf die sportmedizinische Abteilung der Sonnen, der mit Abstand besten ligaweit. Die Docs in Phoenix haben bereits die Karrieren von Grant Hill und Steve Nash wiederbelebt, die beide bis in ihre Mitt-50er weiter spielen werden. Im Idealfall hat auch Redd noch genug Basketball im Tank und erlebt in der Abgeschiedenheit der Wüste seine eigene kleine Renaissance.

Aus Suns-Sicht kann man das Signing nicht kritisieren. Das Team präsentierte sich in den bisherigen zwei Spielen in fürchterlicher Verfassung. Die etatmässigen Shooting Guards Jared Dudley und Shannon Brown sehen überfordert aus. Phoenix trifft den Korb nicht (83 Punkte im Schnitt). Und von ausserhalb der Dreierlinie wäre momentan wohl schon das Brett ein zu kleines Ziel (nur 19% Trefferquote). Kein NBA-Kader scheint weniger spielerisches Talent zu beherbergen als die 2012er Suns-Edition. Einen Karriere-20PPG-Scorer für's Minimalgehalt zu verpflichten, der dank seiner Treffsicherheit von aussen die gegnerische Defensive stretcht und Platz machen kann für Nash & co. ist - in der jetzigen Situation des Clubs - ein vollkommen legitimer Schachzug. Potentielles Win-Win Signing für alle Parteien. Wenn nicht, kräht sowieso kein Hahn mehr danach.

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28 Dezember 2011

TV: Henderson's Kopf mit dem Block des Jahres




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Westbrook verliert die Nerven



Wer hier regelmässig nach frischen Blog-Brötchen Ausschau hält, weiss um meine Hassliebe zu Russell Westbrook mittlerweile Bescheid. Obwohl ich dem etatmässigen Point-Guard der Oklahoma City Thunder immenses Talent und athletische Höchstbegabung attestiere, rauben mir seine Fehlentscheidungen auf dem Platz in Kombination mit seinem niedrigen Basketball-IQ die Nerven. Genau die verlor auch der junge Guard, am Mittwoch beim Auswärtsspiel in Memphis.

Im mit Spannung erwarteten Rematch des Conference Halbfinals 2011 erwischte Westbrook einen rabenschwarzen Tag (0-13 aus dem Feld, 4 Turnovers). Seine Probleme waren aber wohl mehr als nur sportlicher Natur. Der 23-jährige liess seinen Frustrationen auf dem Platz freien Lauf und schnauzte zuerst Thabo Sefolosha an, der nach einem Westbrook-Pass einen Dreier ausgeschlagen hatte. Als seine Teamkollegen, allen voran Kendrick Perkins und Kevin Durant, versuchten, ihren Spielmacher zu beruhigen, geriet der erst richtig in Rage und mit Durant aneinander. Westbrook hatte sich auch Minuten später - die Spieler hatten mittlerweile während einer Auszeit auf der Bank Platz genommen - noch nicht abreagiert. Die zwei Thunder All-Stars schrien sich gegenseitig an und mussten voneinander von Teamkollegen getrennt werden.

Bevor man jetzt zuviel in eine simple, produktiv-sachliche Auseinandersetzung zwischen Freunden mitten in einem eng umkämpften Basketballspiel hinein interpretiert, sei darauf hingewiesen, dass Durant seinen Kumpel nach dem Spiel in Schutz nahm: "Wir haben manchmal Meinungsverschiedenheiten, aber ich stehe zu 110 Prozent hinter ihm." Durant hat bisher bei jeder Gelegenheit betont, dass Russ für ihn "der einzige Point Guard sei", und es recht häufig vorkommt, dass bei den beiden die Fetzen fliegen. Westbrook verliess die Umkleidekabine durch den Seitenausgang und stand für Fragen nicht zur Verfügung.

Das Scheinwerferlicht wird immer heller für Westbrook, nachdem er schon in den letztjährigen Playoffs mit der beanspruchten Führungsrolle im Team nicht so ganz umzugehen verstand. Das rief viele Kritiker auf den Plan, die einen Rift zwischen ihm und Durant erkannt haben wollten. Das kann man getrost ausschliessen. Aber obwohl sich der Guard lautstark vorgenommen hatte, in Zukunft seine Emotionen besser im Zaum halten zu wollen, wird er weiterhin schnell - zu schnell - von seiner Gefühlswelt übermannt. An diesem Aspekt seines Spiels muss der junge Hitzkopf unbedingt arbeiten, wenn er den Satz unter die NBA-PG-Elite machen will. Erst wenn Westbrook beherrschter wird und als Mannschaftskollege und Spielmacher in eine Führungsrolle schlüpft, erst dann hat Oklahoma City eine reelle Chance auf den Meistertitel. Alle anderen Puzzleteile sind bereits in Position. Jetzt muss nur noch Westbrook seinen Platz finden.

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Season Preview: Minnesota Timberwolves


Zugänge: Derrick Williams, Ricky Rubio, JJ Barea, Brad Miller
Abgänge: Jonny Flynn, Sebastian Telfair
Head Coach: Rick Adelman (945-616)

Ricky Rubio, der grosse Hoffnungsträger der Minnesota Timberwolves, ist endlich eingetroffen. Die Welpen hoffen inständig, dass sich das Warten auf den kleinen Spanier gelohnt hat, und er aus der jährlichen Comedy-Show im hohen Norden dank seiner Spielmacherqualitäten eine respektierte Mannschaft machen kann. Der Grundstein für eine erfolgreichere Zukunft als zuletzt (nur 19 Siege im Schnitt in den letzten vier Jahren) ist aber nicht Rubio, sondern einer der besten Trainer, der je in der NBA gearbeitet hat. Rick Adelman wird eigenhändig dafür sorgen, dass die jungen Spieler des Clubs ihr enormes Potential irgendwann erreichen und zu einem Team zusammen wachsen. Für Euphorie sorgt auch der Nummer 2 Pick des Drafts, Derrick Williams, der zu einem überfüllten Frontcourt dazu stösst. Im Backcourt vervollständigt NBA-Championship Guard JJ Barea die Riege der Neueinkäufe.

Best Case Szenario: Wenn Adelman's bisherige Coaching-Stops (Portland, Sacramento, Houston) uns irgend etwas verraten können, dann die taktische Ausrichtung des neuen Wolves-Teams: Kevin Love bildet den Mittelpunkt des Angriffs - im wahrsten Sinne des Wortes. Man sollte von Adelman keine stupiden Milicic-Experimente a la Rambis erwarten. Love ist der Mann in der Mitte und wird ähnlich eingesetzt werden wie Chris Webber in Sacramento. Dank seines perfektionierten Dreiers (42%) und seiner Nonstop-Arbeit am Brett (15.2 RPG) avanciert Love mehr und mehr zur unaufhaltsamen Frontcourt-Naturgewalt, der man so oft wie nur irgend möglich den Ball in die Hände drücken muss. Weiteres Adelman-Merkmal: die Zwei-Guard-Offense. Heisst im Klartext: zwei Spielmacher aus dem Rubio-Barea-Ridnour Triumvirat werden zu jeder Zeit auf dem Platz stehen und versuchen, die unzähligen 'Tweener in der Wolves-Lineup (Beasley, Williams, Randolph, Wes Johnson) in Scoring-Position zu bringen, wenn Love gedeckt ist. Adelman verschafft jedem Team ein gewisses Mass an Respekt und ist damit quasi der "Anti-Kahn". Allein das ist für Minnesota schon Gold wert.

Realistisch: man darf den bevorstehenden, langen Rebuilding-Prozess nicht unterschätzen. Das Team liess vergangenes Jahr die meisten Punkte zu (107.7), hatte die viertschlechteste Trefferquote (44%) überhaupt und leistete sich die meisten Ballverluste (16.5 TO). Love, Williams, Beasley und Rubio werden für haufenweise Highlights sorgen. Und dank eines kompetenten Coaches, der weiss, wie man junge Spieler fördert, haben auch die Peinlichkeiten vorerst ein Ende (zumindest auf dem Court). Bis er im hohen Norden aber wieder ein Playoff-Team errichtet hat, steht Adelman noch ein langer Weg bevor. Immerhin soviel: die Wolves sind jetzt offiziell das aufregendste schlechte Team der Liga!

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Season Preview: Denver Nuggets


Zugänge: Andre Miller, Corey Brewer, Rudy Fernandez, Kenneth Faried
Abgänge: Wilson Chandler, Raymond Felton, Kenyon Martin, JR Smith
Head Coach: George Karl (1036-703)

Obwohl Denver auf dem Papier alles andere als furchteinflössend wirkt, reicht ein kurzer Blick zurück in die letzte Saison um zu kapieren, mit was für einer Art Team man es hier zu tun hat. Nach dem sechsmonatigen, nervenaufreibenden Carmelo Anthony Theater starteten die Nuggets mit neuen Spielern im Gepäck (Danilo Gallinari, Wilson Chandler, Timofey Mozgov) den dominantesten Run des letzten Saisondrittels. Man gewann 18 der letzten 25 Partien und war von Februar bis April das defensivstärkste Team der Liga. Obwohl die Klumpen sich in Playoff-Runde 1 verabschieden mussten, hatte das Team von George Karl alle Erwartungen übertroffen. Die Saison war ein voller Erfolg. Man stellte die beste Offensive überhaupt und bewies, dass man auch ohne Superstar gewinnen kann - zumindest eine Zeit lang. Coach Karl, der wahre Coach des Jahres, hielt seine Söldnertruppe exzellent beisammen und etablierte einen harten Defensivstil ohne einen einzigen dominanten Verteidiger in der Lineup. Dass die hochoktanige Nuggets-Offensive seinen hilflosen Gegnern meist davon rannte, lag auch an der besten Ersatzbank der NBA. Die Parallelen zu Karl's Teams in Seattle und Milwaukee (Conference Finals '93, '98 und 2001) waren frappierend. Nach den Vertragsverlängerungen für Nene und Arron Afflalo wird interessant zu beobachten zu sein, wieviel der erfolgreichste aktive Coach der Liga (1036 W) aus der diesjährigen Nuggets-Edition heraus kitzeln kann - auch ohne die drei Chinesen mit dem Kontrabass (JR Smith, Wilson Chandler, Kenyon Martin).

Best Case Szenario: Die grosse Stärke der Klumpen ohne Carmelo Anthony war die Ausgeglichenheit. Gleich acht Spieler punkteten zweistellig. "Teams sind besser als Superstars", findet Karl. "Dallas hat das vergangene Saison eindrucksvoll bewiesen. Und wir können das hoffentlich auch wieder beweisen." Tatsächlich ist die Tiefe auch in diesem Jahr wieder das grosse Plus. Neben der soliden Starformation mit Nene, Gallinari, Afflalo und Ty Lawson (der 5. Starter wird je nach Matchup-Situation wohl Al Harrington oder Timofey Mozgov) verfügen die Nuggets mit Andre Miller, Chris Andersen, Rookie Kenneth Faried und den zwei Neuzugängen Rudy Fernandez und Corey Brewer über eine komplette Ersatzlineup. Damit kann Karl beliebig durchmischen und sein bevorzugtes Highspeed Tempo konstant hoch halten. In der Höhenluft der Rocky Mountains sind die Nuggets ohnehin nur schwer zu schlagen. Die konditionellen Vorteile und Team-first Mentalität bescheren Denver einen weiteren Playoff-Platz - es wäre der 21. in 22 Saisons, die Karl von Beginn bis zum Ende durchcoachen durfte.

Realistisch: Das grösste Fragezeichen steht hinter Denver's Defensive. Ohne Martin fehlt dem Team ein kapabler Rebounder, der dem ohnehin nicht sehr reboundstarken Brasilianer Nene den Rücken frei hält (Karrierschnitt nur 6.9 RPG). Ohne die Bretter sauber zu halten wird es für die Nuggets unmöglich, den Defensiv-Erfolg vom Vorjahr über eine komplette Saison zu replizieren. Ob der grosse, aber unkonstante Russe die Lösung auf der Fünf ist? Wohl eher nicht. Die neu verpflichteten Bankspieler sind zwar solide, können begnadete Scorer wie Smith und Chandler aber qualitativ nicht ersetzen. Alles in allem riecht diese Nuggets-Edition nach guter regulären Saison, Platz 5 bis 7 im Haifischbecken Western Conference und Playoff-Aus in Runde 1.

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Season Preview: Golden State Warriors


Zugänge: Kwame Brown, Brandon Rush, Klay Thompson, Ish Smith, Dominic McGuire, Jeremy Tyler
Abgänge: Vlad Radmanovic, Reggie Williams, Charlie Bell, Louis Amundson
Head Coach: Marc Jackson (0-0)

"Hand Down, Man Down!" Was bin ich froh, den hohlsten Spruch in der Geschichte der NBATV-Berichtserstattung vorerst nicht mehr hören zu müssen. Ex-Analyst Mark Jackson verlässt die Gemütlichkeit seines Kommentatorenplatzes und wagt sich in den Dschungel von Oakland - namentlich zur chronisch erfolglosen Warriors-Franchise, die in den letzten 17 Jahren insgesamt 16 mal die Playoffs verpasst hat. Angesichts dieser Bilanz nimmt sich Jackson's Prognose schon recht dreist aus: "Wir werden ein Playoff-Team sein". Aber Jackson wäre nicht Jackson, wenn hinter seinem losen Mundwerk nicht auch ein erhebliches Mass an Fachwissen und Können stecken würde. Immerhin spielte der ehemalige Guard 17 Jahre in der NBA und beendete seine Hall of Fame Karriere als drittbester Passgeber in der Geschichte des Spiels (10334 Assists). Wenn das junge Warriors-Team irgend etwas vom Rookie-Coach lernen kann, dann Uneigennützigkeit, Zusammenhalt und harte Arbeit. Das wiederkehrende Thema der letzten 12 Monate in der 'Bay' ist der offensichtliche Wunsch nach Veränderung. Die neuen Besitzer Joe Lacob und Peter Gruber wollen unbedingt die Kultur des Vereins auffrischen. Der Markt gehört zu den Besten der Liga - das Basketballprodukt aber nicht. Das soll mit Jackson alles anders werden.

Best Case Szenario: Der Idealfall sieht vor, dass Coach Jackson von Beginn an eine Defensivmentalität etablieren kann, wie sie das Team bisher nicht kannte. Obwohl man keinen der grossen Free Agent Namen an Land ziehen konnte (DeAndre Jordan war der prominenteste Fast-Einkauf), scheint man mit Center-Neuzugang Kwame Brown zufrieden zu sein. Obwohl Brown niemals die Draft-Erwartungen an ihn erfüllen wird, hat er sich in den letzten Jahren zu einem passablen Verteidiger entwickelt (6.8 RPG). Zusammen mit Andris Biedrins, der eine Bounceback-Saison prophezeit hat und Ekpe Udoh, dem talentiertesten Fünfer des Teams, verfügt Golden State über eine solide Center-Rotation. Brandon Rush ist noch ein Verteidiger-Typ, der aus Indiana kam. Die Startaufstellung besteht nach wie vor aus David Lee, einem ehemaligen Double-Double Forward, dem besten Dreierschützen der Liga (Dorrell Wright) und einem kleinen, aber spielstarken Guard-Tandem in Monta Ellis und Stephen Curry. Wenn die Warriors das Tempo ähnlich hoch halten wie '10/11 (fünftschnellstes Team der Liga) und genauso viel treffen (Platz 7 beim Scoring), sich dabei aber in der Verteidigung respektabel entwickeln, ist sogar der Playoff-Platz drin, den Jackson versprochen hat.

Realistisch: Der Kader der Warriors ist weder qualitativ hochwertig noch ausgeglichen genug, um in der harten Western Conference die Playoff-Qualifikation zu schaffen. Das war auch einer der Hauptgründe, warum das Management im Herbst/Winter verzweifelt nach Upgrades auf allen Positionen gesucht hat (Chandler, Jordan, Nene, Paul). Kein Warriors-Akteur ausser Curry war unantastbar - und keiner sollte sich allzu sicher fühlen. Die grossen Transaktionen stehen noch bevor, vor allem im Backcourt, wo nach dem Draft von Klay Thompson drei austauschbare Shooter-Typen um Minuten konkurrieren. Die Richtung ist durch das Jackson-Signing bereits vorgegeben: wer nicht verteidigt, dürfte schon bald eine neue Postleitzahl haben.

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27 Dezember 2011

Season Preview: Portland Trail Blazers


Zugänge: Raymond Felton, Jamal Crawford, Craig Smith, Nolan Smith, Kurt Thomas
Abgänge: Brandon Roy, Andre Miller, Rudy Fernandez, Patrick Mills
Head Coach: Nate McMillan (458-429)

1. Tag des Trainings-Camps, einer der schwärzesten in der Geschichte des Vereins: Brandon Roy ist im Alter von nur 27 Jahren gezwungen, seinen Rücktritt zu verkünden, nachdem klar wird, dass seine Langzeitgesundheit auf dem Spiel steht (die Gefahr, später nicht mehr laufen zu können, ist einfach zu real, um sie zu ignorieren - Liebe zum Spiel hin oder her). Greg Oden fällt wieder einmal auf unbestimmte Zeit aus, nachdem sich der Zustand seiner Knie verschlimmert hat. Lamarcus Aldridge gibt bekannt, sich einer Herz-OP unterziehen zu müssen. Und Teambesitzer Paul Allen verkündet, in Zukunft den Gürtel etwas enger schnallen zu wollen. Keine idealen Voraussetzungen für den Start in eine neue Saison. Aber wenn irgend ein Team mittlerweile gelernt hat, das Beste aus den Schlägen zu machen, die das Schicksal so bereit hält, dann sind es die Trail Blazers. Auch letztes Jahr hatte Portland eine Verletzung nach der anderen weggesteckt, sich zu einer 48-34 Bilanz und in die Playoffs gekämpft, bevor man dort dem späteren NBA-Champ Dallas Mavericks unterlag. Roy ist nun weg, genauso wie Andre Miller, Oden kommt so schnell nicht wieder, und hinter den Kulissen bestimmt Ungewissheit den Alltag beim Club. Schade eigentlich, denn auf dem Platz sind die Trail Blazers eines der aufregendsten Teams der Western Conference.

Best Case Szenario: LaMarcus Aldridge verankert den Frontcourt beim Nordwest-Team. Der All-NBA-Forward schulterte letztes Jahr die extra Verantwortung nach den Ausfällen von Roy und Oden und legte seine beste Profisaison hin (21.8 PPG, 8.7 RPG, 50% aus dem Feld). Mit 26 Jahren hat LMA seinen Leistungshöhepunkt noch nicht erreicht. Ihm zur Seite stehen Gerald Wallace und Nicolas Batum. Wallace, der im Februar aus Charlotte kam und über den Trade zunächst unglücklich war, liess sich seine Frustrationen nicht anmerken und hängte sich als Slasher und in der Verteidigung voll rein. Auch der erst 23-jährige Batum setzte seinen Weg Richtung All-Star Nominierung fort und verbesserte sich in seinem dritten Jahr in allen relevanten Kategorien. Gemeinsam stellen Aldridge, Wallace und Batum den vielseitigsten Frontcourt der Liga. Mit Raymond Felton, Wesley Matthews und Neuzugang Jamal Crawford ist endlich auch der Backcourt ernst zu nehmen. Crawford kann dank seiner Ballbeherrschung Felton im Spielaufbau entlasten und wie Matthews eimerweise punkten. Wenn Coach Nate McMillan seine bevorzugte "Uhr-ausspielen-Offensive" zugunsten eines Uptempo-Styles verwirft, der seinem neuen Personal mehr zugute kommt, avancieren die Trail Blazers zu einem Top 4 Team im Westen, das auch in den Playoffs für Furore sorgen kann.

Realistisch: Traurigerweise geht es hinter den Kulissen in Portland heiss her. Die letzten beiden Manager (Kevin Pritchard, Rich Cho) verloren beide ihren Posten, weil Teambesitzer Paul Allen sich immer wieder in interne Spielerverpflichtungen einzumischen versucht. Chad Buchanan, der die Geschäfte leitet, hat keine feste Anstellung, sondern operiert quasi als Interims-GM. Die Verträge von Felton, Wallace (PO), Crawford (PO), Oden und Batum laufen im Sommer allesamt aus. Es ist nicht ganz klar, in welche Richtung Allen, ein Multimilliardär, mit seinem Club gehen will. Er hat mehrfach einen Verkauf angedeutet, weil ihm die vielen Rückschläge in den letzten Jahren arg zugesetzt haben. Andererseits ist das angesammelte Spielermaterial durchaus beneidenswert, und mit der ein oder anderen punktuellen Verstärkung sogar reif für's Conference Finale. Aber wenn der Besitzer nicht überzeugt ist... insgesamt sind die Blazers wirklich nicht zu beneiden.

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Season Preview: Phoenix Suns


Zugänge: Shannon Brown, Markieff Morris, Ronnie Price, Sebastian Telfair
Abgänge: Aaron Brooks, Vince Carter, Mickael Pietrus
Head Coach: Alvin Gentry (289-310)

Wie ein Uhrwerk ticken die zwei Dauerbrenner in der Wüste von Phoenix immer weiter und weiter und weiter: Steve Nash (37) und Grant Hill (39) trotzen weiterhin jeglicher Logik und Profisport-Gesetzmässigkeit und bleiben auch noch kurz vor der Rente die wichtigsten Spieler der Suns. Darin liegt irgendwie auch das Problem begraben, denn Phoenix muss in naher Zukunft eine neue Richtung einschlagen. Zwar scheint Nash der einzige Mensch der Welt zu sein, der noch nicht nach einem Trade zu einem Contender verlangt hat, aber knappe 6 Monate vor seiner Free Agency muss das Suns-Management zumindest in Betracht ziehen, seinen Hall of Fame Point Guard irgendwann ziehen zu lassen. Letzte Saison belegten die Suns nach einer 40-42 Saison den 10. Platz im Westen und verpassten die Playoffs um 6 Siege. Vince Carter wurde vor dieser Saison entlassen, Aaron Brooks steckt in China fest. Ansonsten sieht der Kader stark nach dem des vergangenen Jahres aus.

Best Case Szenario: Im besten Fall bleibt Phoenix die gesamte Saison über im Rennen um einen Playoff-Platz, und Nash wiederholt bei jeder Gelegenheit, dass er nicht einmal im Traum an einen Trade denkt. Der Kanadier hat immer wieder betont, dass es ihm mehr um Kameradschaft und Langzeit-Stabilität geht als darum, um jeden Preis einem Titel nachzujagen. Trotz dieser lobenswerten und erfrischrenden Einstellung werden die Trade-Stimmen von ausserhalb lauter werden, je mehr wir uns der Februar-Deadline nähern. Wenn es Phoenix irgendwie schafft, im Rennen zu bleiben, dürfte Nash seine wohl letzte Saison in der Wüste zu Ende spielen. Mit zwei agilen Centern (Marcin Gortat und Robin Lopez) sowie zwei weiteren Shooting-Forwards (Channing Frye und Rookie Markieff Morris) hat Nash die notwendigen Waffen an seiner Seite, um das unorthodoxe Suns-Spiel auch in 2011/12 aufzuziehen. Die Ersatzbank ist dank der Neuzugänge Shannon Brown, Sebastian Telfair und Ronnie Price so tief wie selten zuvor. Die Tiefe wird Phoenix auch brauchen, um Nash in dieser körperlich grausamen Saison fit zu halten oder sogar komplett zu schonen. Die Offensive wird unter Gentry wieder einmal unter den besten der Liga rangieren (Platz 4 letztes Jahr). Eine Playoff-Platzierung ist durchaus möglich.

Realistisch: Die Bank ist zwar tief, aber nicht unbedingt hoch qualita-tiv. Müssen Nash, Gortat oder Frye mal sitzen, geht der Offensivfluss schnell flöten. Rutscht Phoenix wider Erwarten irgendwann in den Tabellenkeller ab, zum Beispiel ab Ende Januar, wenn der unmenschliche Spielplan seine ersten Opfer fordert, wird das notorisch ungeduldige Suns-Management die ersten Trades anzetteln, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Das würde die ausgezeichnete Teamchemie durcheinander bringen - eine der wenigen wirklichen Stärken dieser Suns-Mannschaft - und eine potentiell zufriedenstellende Saison schnell zum Desaster werden lassen. Ungeachtet dessen wird Nash als definitiver Impact-Spieler einer der Hauptpreise vor Ablauf der Wechselfrist bleiben.

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Season Preview: Houston Rockets


Zugänge: Samuel Dalembert, Jonny Flynn, Marcus Morris
Abgänge: Yao Ming, Brad Miller, Chuck Hayes
Head Coach: Kevin McHale (39-55)

Die Houston Rockets gewannen in der letzten Saison 43 Partien, verloren nur 39. Trotz einer Siegesquote von 52% reichte es in der bärenstarken Western Conference trotzdem nicht für die Playoffs. Der alte Coach Rick Adelman ist mittlerweile in Minnesota. Kevin McHale ist die neue Stimme auf der Bank. Und nach einer total verkorksten Offseason versucht der Club, irgendwie wieder anzugreifen. Der Plan, den man die letzten Jahre verfolgt hatte, war ja, mindestens einen dominanten Big Man nach Houston zu locken. Man wähnte sich bereits dort, als man zunächst Pau Gasol via Trade verpflichtet hatte. Mit Gasol und Free Agent Nene, den man mit dem massenhaft verfügbaren Cap Space zusätzlich einkaufen wollte (Denver hätte das Rockets-Angebot sicherlich nicht abgleichen können), sah man sich bereits in der WC-Elite. Das NBA-Veto aber warf den Club drei Jahre zurück. Samuel Dalembert kann nicht der prominente Center sein, den man in Houston sehen wollte. Irgendwie steht man mit leeren Händen da, ohne wirklich was dafür zu können.

Best Case Szenario: das BCS hat sich durch das Liga-Veto bereits in Luft aufgelöst. Statt das dominanteste Forward/Center Tandem der Liga aufzubieten, dürfen die Rockets nun irgendwie versuchen, ihre vergraulten Semi-Stars Luis Scola und Kevin Martin bei Laune zu halten. Sicher: Scola ist ein solider Power Forward mit einer Reihe effektiver Offensivmoves, der "grösser" spielt, als es seine 2,05m suggerieren. Martin ist und bleibt einer der fleissigsten Punktesammler der gesamten NBA (23.5 PPG), der vor allem von seinen Distanzwürfen lebt. Martin ergänzt sich perfekt mit Point Guard Kyle Lowry, einem fantastischen Verteidiger und soliden Spielmacher. Aber danach ebbt die Talentoberfläche schon ab. Chase Budinger, Courtney Lee, Jordan Hill, Jonny Flynn, Goran Dragic oder Hasheem Thabeet sind entweder zu unkonstant oder nicht gut genug, um diesen Kader in die Playoffs zu hieven. Selbst wenn Neuzugang Dalembert - wirklich mehr ein Trostpreis, nachdem man alle relevanten Center in diesem Winter verpasst hat - eine defensiv dominante Saison abliefert, fehlt dem Team die nötige Feuerkraft, um sich im Westen für die Playoffs zu qualifizieren. Im besten Fall schafft es GM Daryl Morey, irgendwie einen grossen Namen nach Houston zu locken. Klappt das wieder nicht, scheint der Rebuild-Weg die sinnvollste Strategie zu sein.

Realistisch: Scola, Martin und Lowry halten die Raketen über weite Strecken im Spiel und die gesamte Saison über in Playoff-Nähe. Selbst wenn McHale auf Anhieb den Draht zur Mannschaft findet, fehlt aber die individuelle Klasse, um für grosse Schlagzeilen zu sorgen. Die Rockets werden soliden, schnellen und bisweilen aufregenden Basketball spielen und mindestens die Hälfte ihrer Spiele gewinnen. Ohne einen Star wird das in der Western Conference aber wieder einmal nicht für die Postseason reichen. Es ist das alte Dilemma: zu gut für einen effektiven Lotterie-Pick, aber nicht gut genug für die Playoffs. Ernüchternd!

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Season Preview: New Orleans Hornets


Zugänge: Eric Gordon, Chris Kaman, Al-Farouq Aminu, Greivis Vasquez
Abgänge: Chris Paul, David West, David Andersen, Aaron Gray
Head Coach: Monty Williams (46-36)

New Orleans, indirekter Schauplatz des grössten Offseason-Theaters aller Zeiten nach 'The Decision'. Obwohl nie direkt involviert, hatten die Verantwortlichen beim Small Market Club in Louisiana die am schwersten wiegenden Konsequenzen des langen Tarifdisputs zu tragen. Nachdem klar wurde, dass Superstar Chris Paul nicht in NO bleiben würde, fing das Wettbieten für den besten Einser der Liga an. GM Dell Demps und Coach Monty Williams hatten einem Blockbuster-Trade mit den Lakers und den Rockets schon zugestimmt, da mischte sich die NBA ein, verbannte das Hornets-Management auf die Ersatzbank und annulierte den Deal. Wenige Tage später wechselte Paul dann doch, zu den Clippers, inmitten von Korruptionsvorwürfen, Verschwörungstheorien und Debatten darüber, ob die Liga das Recht hat, den freien Markt zu reglementieren. So was passiert eben, wenn der Interessenskonflikt aus erwünschter Neutralität einerseits und Parteilichkeit zugunsten eines bestimmten Clubs andererseits die Integrität einer ohnehin nicht ganz unbescholtenen NBA-Führungsriege befleckt. Lange Rede, kurzer Sinn: Paul ist jetzt ein Clipper, die Hornets stecken plötzlich mitten im Rebuild, und das Team gehört immer noch der National Basketball Association. Klares Technisches Foul!

Best Case Szenario: Mit Eric Gordon besitzen die Bees nun einen der zwei besten Off-Guards der Western Conference. Er wird sein Scoring-Output (letztes Jahr 22.3 PPG) weiter steigern und zum klaren Führungsspieler in New Orleans heran reifen, zum neuen Gesicht der Franchise. Ansonsten ist die Startformation durchaus passabel: mit Chris Kaman und Emeka Okafor verfügt man über zwei respektable Big Men. Jarrett Jack ist ein durchaus fähiger Aufbauspieler, der das Schiff für eins, zwei Saisons auf Kurs halten kann. Und Trevor Ariza ist lang, athletisch und im Transition-Spiel sehr effektiv. Mit Al-Farouq Aminu, Carl Landry und Greivis Vasquez sieht auch die Bank nicht allzu übel aus. Wenn der fähige Coach Monty Williams seine Defensiv-Mentalität schnell etabliert und seine Hornissen ins Laufen bringt, wäre sogar ein Playoff-Push realistisch. Das kann hier aber nicht ernsthaft das Ziel sein. Keiner dieser Spieler darf für einen Rebuild in Betracht gezogen werden. Es wäre aus Hornets-Sicht sinnvoll, jeden einzelnen davon (bis auf Aminu) auf dem Trade-Markt für junge Spieler (max. 24 Jahre) und/oder Draft-Picks anzubieten. Jedes Best-Case Szenario denkt an 2012 und darüber hinaus - nicht an diese Saison.

Realistisch: Chris Kaman ist schon so gut wie weg. Sein Vertrag läuft nach der Saison aus, er ist der ideale Frontcourt-Spieler für einen Playoff-Aspiranten und als solcher spätestens Ende Februar in einer anderen Stadt. Okafor's Monster-Deal ist schon weitaus schwieriger abszustossen. Es wäre ein Coup, wenn Demps David Stern für 'Meka ein paar Draft Picks abstauben könnte. In einem vollgepackten Draft 2012 kann es für die New Orleans Hornets nicht genug Lotterie-Kombinationen geben. Ich erwarte einen frühen Run mit respektablen Leistungen und dem ein oder anderen beeindruckenden Sieg, bevor die Liga im Januar/Februar wieder interveniert und den Rest der Mannschaft verscherbelt. Alles mit dem für sie einzig relevanten Ziel: einen interessierten Investor zu finden, der mindestens 350 Millionen Dollar zu zahlen bereit ist, und den Club langfristig in Louisiana halten will. Immer dumm, wenn der Sport nur noch Nebensache ist.

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Season Preview: Sacramento Kings


Zugänge: Jimmer Fredette, JJ Hickson, Chuck Hayes, Travis Outlaw, John Salmons, Tyler Honeycutt
Abgänge: Samuel Dalembert, Omri Casspi, Beno Udrih, Pooh Jeter
Head Coach: Paul Westphal (316-274)

Sacramento. Ein winziger NBA-Markt. Eine Franchise, einst an der Schwelle zu Ruhm und Ehren. Fans, so loyal und basketball-verrückt wie kaum woanders in den USA. Und dennoch waren die Kings Ende der letzten Saison eigentlich schon weg, auf dem Weg nach Süden, nach Anaheim. Als drittes Team in der Metropolenregion Los Angeles. Eine von der Liga einberäumte Extrafrist gewährt dem Club nun eine weitere Spielzeit, um die nötigen öffentlichen Gelder für den Bau einer neuen Arena aufzutreiben. Dann, und nur dann, bleiben die Kings langfristig in Sacramento. Langfristig, das ist auch das Ziel in Punkto Teambuilding. Mit DeMarcus Cousins, einem der drei besten Rookies der vergangenen Saison, und Tyreke Evans, einem hochexplosiven Kombo-Guard, verfügten die Kings schon 2010 über zwei Eckpfeiler. Weil aber Veteranen und Vorbilder fehlten, bekam das gesamte Team den mentalen Aspekt des Profiseins nie wirklich auf die Reihe und stolperte einer mageren 24-58 Saison entgegen. Das soll in 2011/12 alles besser werden.

Best Case Szenario: Die Kids sorgen für ganz viel Euphorie. Neben Cousins, einem der jetzt schon besten Big Men der Liga (14.1 PPG, 8.6 RPG) und Evans, dem 20-5-5 ROY 2010, ist vor allem ein Mann verantwortlich für den Kings-Fimmel: Jimmer Fredette, College Spieler des Jahres. Der Frischling kommt mit tonnenweise Vorschusslorbeeren nach Sacramento, wo er nicht nur die Verlierer-Kultur ändern, sondern auch Tausende von Dauerkarten verkaufen soll. Der Hype ist begründet. Fredette war mit knapp 29 PPG bester Scorer der NCAA und trifft auch vom Parkplatz im Schlaf. Allerdings steht mit Marcus Thornton ein weiterer begnadeter Punktesammler in der Startformation. Und Thornton, mit 21.3 PPG bester Kings-Scorer letztes Jahr, hat sich seine Meriten bereits verdient. Weitere Neuzugänge: John Salmons, ein vielseitiger Small Forward, der dank seiner Vielseitigkeit und seiner starken D das Team besser macht. Travis Outlaw, der aus New Jersey kam. Und die beiden Big Men JJ Hickson und Chuck Hayes, die eine bisher sehr dünne Frontcourt-Rotation nominell und qualitativ verstärken. Wenn sich die Youngster in ihrem jetzt zweiten/dritten Profijahr wie vorgesehen verbessern, und das Führungsduo Evans/Cousins lernt, zusammen zu spielen, sieht die Zukunft in Sacramento in der Tat rosig aus.

Realistisch: Das Hauptproblem bleibt nach wie vor die mentale Verfassung von Cousins und Evans. Ich hatte vor seiner Rookie-Saison noch geglaubt, dass Cousins zunächst zahm wie ein Lamm an seinem Post-Spiel arbeiten würde. Weit gefehlt. Er legte sich mit Coaches und Mitspielern an, kassierte die fünftmeisten technischen Fouls der Liga, und zeigte sich von seinen Emotionen immer wieder überwältigt. Dieses Team geht nirgendwo hin, solange DMC nicht professioneller auftritt. Ohne einen einzigen Veteranen im Team, der den Weg vorgibt, kann man diese überaus beneidenswerte Ansammlung von Talent nicht sonderlich ernst nehmen. Unterhaltsam mit Sicherheit, aber von den Playoffs weit entfernt. Vielleicht in ein paar Jahren dann, in Sacramento oder wo auch immer...

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Season Preview: San Antonio Spurs


Zugänge: TJ Ford, Kawhi Leonard
Abgänge: George Hill, Antonio McDyess, Steve Novak, DaSean Butler
Head Coach: Greg Popovich (797-383)

San Antonio gewann im vergangenen Jahr 61 Partien und qualifizierte sich als bilanzstärkstes Team für die Western Conference Playoffs - und das, obwohl All-Star Big Man Tim Duncan die schwächste Saison seiner Hall of Fame Karriere ablieferte (13.4 Pts und 8.9 Reb in 28 MPG). In den Playoffs waren die jungen Memphis Grizzlies dann aber ein paar Nummern zu gross - im wahrsten Sinne des Wortes - und fegten San Antonio sang- und klanglos aus der ersten Runde. Die Texaner starteten mit vielen Fragezeichen in die Offseason (Tony Parker, Richard Jefferson), und man hatte den Eindruck, als wäre es das gewesen mit den alten Haudegen aus dem 'Lone Star State'. Aber Parker, der eine ganz starke EM spielte, und Jefferson kamen beide zurück. Kawhi Leonard kam via Draft-Day-Deal, um den Flügel zu verstärken. Die Spurs scheinen überaus zuversichtlich mit ihrer alten Lineup in eine neue Saison zu starten.

Best Case Szenario: Die Altherrengarde ist zurück für einen weiteren "letzten Versuch". Das Team weiss, was es für eine Championship braucht und will unbedingt einen letzten Ring vor der Rente. Manu Ginobili (17.4 PPG) und Tony Parker (17.5 PPG) sind in der regulären Saison kaum zu stoppen und der Motor, der die Sporen am galoppieren hält. Richard Jefferson war immerhin der fünftsicherste Distanzschütze der Liga und findet neben seinem Wurf auch sein verloren gegangenes Slashing-Game wieder. Tiago Splitter, mit grossen Vorschusslorbeeren in die NBA gekommen, macht den oft gesehenen Sophomore-Sprung und entwickelt sich zu einer 'David Robinson light' Version. Rookie Kawhi Leonard injiziert eine dringend benötigte Portion Jugend und Athletik in den Spurs-Flügel und entpuppt sich als der Transition-Finisher, der dem Team viele leichte Punkte beschert. DeJuan Blair, Gary Neal, TJ Ford und Matt Bonner komplettieren die auf dem Papier tiefste Rotation der Liga. Coaching-Genie Popovich findet genau die richtige Mischung aus Einsatzzeit, Pausen, Offense und Defense, um seine alten Hasen bis in die Playoffs frisch zu halten, wo San Antonio dann auf seiner viel zitierten Teamchemie bis zur NBA-Meisterschaft reitet.

Realistisch: die Basketballwelt ist geteilter Meinung, was die kommende Saison in San Antonio anbelangt. Die eine Hälfte verweist auf das immense Alter der Leistungsträger und fügt an, dass der brutale Spielplan in 2011/12 für die müden Beine der Spurs-Veteranen zu viel des Guten sein werden. Duncan und Ginobili werden nicht jünger, und ohne Hill und Dyess fehlen den Sporen wichtige Bankoptionen. Optimisten blicken lieber auf die letztjährige Bilanz und auf die Tatsache, dass San Antonio am Ende der letzten Lockout-Saison 1998/99 ja auch die Larry O'Brien Trophäe gewann, sich also mit einer verkürzten Spielzeit bestens auskennt. Stimmt natürlich. Aber jener erste Titel ist jetzt 13 lange Jahre her. Duncan wird über weite Strecken - vor allem in back-to-backs - komplett geschont werden, und ob Ginobili mit seiner Kamikaze-Spielweise die Saison unbeschadet übersteht, wissen nur die Fledermäuse. Insgesamt könnten die Texaner dank eines vorteilhaften Spielplans wieder unter den besten drei Teams im Westen landen. Ohne eindeutige Frontcourt-Upgrades ist dann aber in den Playoffs gegen lange Lineups wie Memphis, Oklahoma oder die LA Lakers Schluss.

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Season Preview: Utah Jazz


Zugänge: Enes Kanter, Josh Howard, Jamaal Tinsley, Alec Burks
Abgänge: Mehmet Okur
Head Coach: Jerry Sloan Ty Corbin (8-20)

Letzte Saison brachte für den Utah Jazz zahlreiche, einschneidende Veränderungen mit sich. Nach dem Beef zwischen All-Star Guard Deron Williams und Head Coach Jerry Sloan brachen alle Dämme. Sloan kündigte nach gefühlt 250 Jahren an Utah's Seitenlinie mit sofortiger Wirkung seinen Trainerposten, und D-Will fand sich nur wenige Tage später in New Jersey wieder, wohin er im Tausch für Devin Harris, Derrick Favors und mehrere Erstrundenpicks getradet wurde. Ty Corbin übernahm die Zügel eines Teams, das nach Jahrzehnten der Franchise-Stabilität nun vor der alles entscheidenden Frage steht: Wer sind wir, und wohin soll die Reise gehen? Das muss General Manager Kevin O'Connor abwägen, eine klare Richtung ist aber (noch) nicht erkennbar. Der Jazz verfügt mit Favors (20), Gordon Hayward (21) und den frisch gedrafteten Enes Kanter (19) und Alec Burks (20) über vier vielversprechende Kids fürs Rebuilding. Dem Neuaufbau stehen aber solide Veteranen wie Al Jefferson, Paul Millsap, CJ Miles und Devin Harris im Wege, die den Youngstern die Minuten und Wiederholungen wegnehmen. Auf einigen Positionen (SG, PF/C) ist Utah überrepräsentiert, auf anderen dagegen (SF, PG) viel zu dünn besetzt.

Best Case Szenario: Idealerweise setzt O'Connor genau bei diesen personellen Disbalancen an und macht in den nächsten Monaten ein paar clevere Moves. Wenn man an Favors und Kanter wirklich glaubt, dann muss man diesem Frontcourt der Zukunft Spielpraxis einräumen. Einen überbezahlten 20/10 Center wie Jefferson kann sich ein Small-Market Team wie Utah nicht leisten, wenn es um Lotteriebällchen spielt. Einen Small Forward (Kirilenko kommt nicht wieder) sowie einen Backup Point Guard hat diese Mannschaft dringender nötig. Unabhängig davon muss der Trainerstab für den letztjährigen Rookie Gordon Hayward Spielzeit finden - egal wie, egal wo. Das Bleichgesicht bewies gegen Ende der letzten Saison, dass er mit Starterminuten durchaus etwas anzufangen weiss, scorte 16.4 PPG im April und drängte sich für einen Platz in der ersten Fünf auf. Der talentlose Veteran Raja Bell wird Hayward nicht mehr lange auf Distanz halten können.

Realistisch: der Jazz wird wohl auch in dieser Saison zunächst seinen angestammten Jefferson/Millsap Frontcourt ins Rennen schicken. Wenngleich offensiv nicht schlecht, und in der Addition auch durchaus passabel, hat dieses Duo schon zu oft bewiesen, dass es einem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken kann. Der Jazz rangierte bei der Verteidigungsarbeit im unteren Liga-Drittel und im Defensiv-Rebounding sogar auf Platz 28. Obwohl Favors hier überall helfen könnte, wird man den Youngster weiterhin bevormunden und nur langsam ans NBA-Spiel heran führen. Der Club hofft, dank eines jungen Rosters den Gegnern davon laufen und um die Playoffs mitspielen zu können. Leider übersieht die Führungsetage dabei, dass alle Anzeichen auf Umbruch stehen und verpasst so goldene Momente, weiteres junges Talent via Trade anzuhäufen. Utah landet in der Western Conference unter den letzten Vier.

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26 Dezember 2011

Season Preview: Philadelphia 76ers


Zugänge: Nikola Vucevic
Abgänge: Jason Kapono, Darius Songaila
Head Coach: Doug Collins (373-328)

Obwohl die Philadelphia 76ers ohne grosse Veränderungen in die vergangene Spielzeit starteten, standen sie am Ende mit 41 Siegen - 14 mehr als im Jahr zuvor - völlig überraschend in den Playoffs. Es war die Wohlfühlstory der Saison, initiiert vom neuen Head Coach Doug Collins. Wie schon bei seinen vorherigen Stops in Chicago, Detroit und Washington hatte Collins eine Loser-Truppe wieder auf Vordermann gebracht. Hauptanteil am Erfolg hatte die stark verbesserte Defensive (Platz 7 Def. Efficiency) sowie das Spiel der Sixers-Jungspunde, allen voran Jrue Holiday und Thaddeus Young. Auch in dieser Saison setzt man auf einen weiteren Leistungssprung der eigenen Talente. Von Holiday erwartet Collins einen Satz unter die besten zehn Point Guards der Liga. Die hohen Erwartungen lasten aber allen voran auf den Schultern von Sophomore Evan Turner - dem bisher enttäuschenden Lotterie-Pick der 76ers. Turner, der in der Sommerpause seinem Wurf von Grund auf umgestellt hat, zeigte sich schon in der Preseason stark verbessert (15 Pts, 8 Reb, 4 Ast im Schnitt) und scheint bereit, etwas mehr von den All-Around Skills zu zeigen, die ihn 2010 zum Nummer 2 Pick machten.

Best Case Szenario: Auf eines darf man wohl schon im Voraus zählen. Die Collins-Sixers werden weiter wie besessen verteidigen. Das organische Wachstum des eigenen Nachwuchses (dazu zählt auch Rookie-Center Nikola Vucevic) verleiht Philadelphia eine beneidenswerte 10-Mann Rotation, gespickt mit exzellenten Ballhandlern auf ihrer jeweiligen Position (inklusive Brand, Young, Iguodala, Turner und Williams). Veteranen-Teams werden häufig nicht mithalten können. Eine kleine Holiday-Meeks-Iguodala-Young-Brand Lineup, letztes Jahr die mit Abstand effektivste, maximiert Mismatches und Transition-Möglichkeiten und sollte viel öfters auf Feld geschickt werden. Der beste Athlet des Teams, Andre Iguodala, kehrt nach seiner verletzungsbedingt schwächsten Saison seit 2006 in Topform zurück. Er wirkte in der Preseason fit und austrainiert wie schon lange nicht mehr und scheint bereit für eine Monstersaison. Das Team wird etwas mehr als die Hälfte seiner Spiele gewinnen. Schafft einer oder gleich mehrere der oben gelobten Backcourt-Talente einen Sprung, avancieren die Sixers in den Playoffs zu einem ganz unangenehmen Gegner für Miami, Chicago, Boston oder New York.

Realistisch: siehe Best Case Szenario. Philly ist eines der wenigen Teams, dessen kollektiver Erfolg nicht von einem bestimmten Starspieler abhängig ist. Iguodala's Zukunft in der Stadt der brüderlichen Liebe ist nach wie vor ungeklärt, aber auch ohne Iggy Hop stünde das Team an der Schwelle zu den Playoffs. Das tiefgründigere Problem scheint ein latentes 'Atlanta Hawks Dilemma' zu sein: zu gut für die Lotterie, aber ohne wirklichen Plan, wie genau man in die High Society der Eastern Conference gelangen soll.

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Season Preview: Toronto Raptors


Zugänge: Jamaal Magloire, Aaron Gray, Rasual Butler, Anthony Carter
Abgänge: Reggie Evans, Sonny Weems
Head Coach: Dwane Casey (53-69)

Eine neue Epoche hat begonnen für die Toronto Raptors, die mit einem neuem Coach und neuer Identität einem langfristigen Ziel entgegen steuern. In dieser Hinsicht muss man den Dinos Respekt zollen, denn sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und sind - im Gegensatz zu Detroit beispielsweise - 'all in' mit den eigenen Rebuild-Plänen. Dwane Casey, defensives Mastermind während des Championship-Runs der Dallas Mavericks, wurde als neuer Übungsleiter verpflichtet, um der katastrophalen Verteidigung (Defensiv-Rating Platz 30) Leben einzuhauchen. Zur neuen Philosophie passt auch der Nummer 5 Pick, Jonas Valanciunas, der allerdings erst nächsten Sommer über den Teich wechseln wird. Die restlichen Verpflichtungen der letzten Wochen sind unspektakulär und/oder regionaler Nostalgie verschuldet (Magloire ist Kanadier), beissen sich aber nicht mit den Zukunftsplänen in T-Dot. Man will maximale Cap-Flexibilität wahren, junge Spieler evaluieren und beobachten, wie sie sich in Casey's Verteidigungs-Schemata machen. Dafür opfert man gerne eine ohnehin verlorene Saison, in der es für die Raptors ohnehin um nichts gegangen wäre.

Best Case Szenario: Wie bereits skizziert, wäre ein Playoff-Platz selbst im absoluten Ausnahmefall unmöglich. Nicht mit dieser Lineup. Was kann also gut gehen? Die Kids brauchen Spielzeit, um so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln. Heisst im Klartext: DeRozan, Bayless, Ed Davis, Amir und James Johnson müssen auf dem Parkett stehen. GM Bryan Colangelo muss sich endlich eingestehen, dass seine Vernarrtheit in europäische Softies überhaupt erst zu diesem Dilemma geführt hat. Wenn irgend möglich, muss er Defensivallergiker wie Calderon, Bargnani und Kleiza via Trade abstossen. Da Bargnani als Franchise-Anker absolut untauglich ist, muss im Notfall die Amnestie-Klausel in Betracht gezogen werden (42 Mio. $ Einsparungen). Wenn Casey es schafft, eine Defensiv-Identität auch nur in Ansätzen zu etablieren, das Team sich nicht mehr reihenweise aus der Halle ballern lässt und man einen weiteren Top-5 Pick im Draft landet, ist die Saison bereits ein Erfolg.

Realistisch: siehe oben. Casey's Mann-Zone Defensivsystem hatte an Dallas' erstem Titelgewinn massgeblichen Anteil, und das soll auch die neue Visitenkarte der Raps werden. Wer nicht verteidigt, sitzt. Das gilt hoffentlich insbesondere für Divas wie Bargnani, denen ihre Haut zu schade ist, um unter den Körben aufzuräumen (ein Karriereschnitt von 4.9 Rebounds bei 2,13m Körpergrösse ist einfach nur peinlich). Mit Barbosa's auslaufendem Vertrag hat Colangelo einen weiteren Tradechip auf der Hand. Die Raptors werden aus basketball-puristischen Gesichtspunkten unmöglich anzuschauen sein. Man erkennt aber ein Flackern am Ende des Tunnels.

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Season Preview: Atlanta Hawks


Zugänge: Tracy McGrady, Vlad Radmanovic, Jerry Stackhouse, Willie Green
Abgänge: Jamal Crawford, Hilton Armstrong, Damien Wilkins
Head Coach: Larry Drew (44-38)


Willkommen im NBA-Niemandsland, irgendwo zwischen sicheren Playoff-Plätzen und Erstrunden-Exits, Heimat der verwahrlosten Atlanta Hawks. Mit Besitzern, die das Team nicht wollen und völlig unkompetentem Management ausgestattet, dümpelt diese Ansammlung von Talent seit Jahren irgendwo im Mittelmass vor sich hin, ohne festes Ziel oder Bestimmungsort. Vom Fiasko des 2005er NBA-Drafts, als man trotz PG-Bedarfs sowohl Chris Paul als auch Deron Williams überging, um Marvin Williams zu ziehen, hat sich der Club nie erholt. Alle Personalentscheidungen seither (Bibby, Hinrich) versuchen irgendwie, den katastrophalen Patzer von damals wieder gut zu machen - ohne Erfolg. Die Hoffnungen der Vögel ruhen auf Jeff Teague, dem besten Hawks-Spieler im Conference Halbfinale gegen Chicago. Ein echter PG, der die letzten zwei Jahre hinter Bibby und Hinrich auf der Bank versauern musste. Das Center-Problem wurde trotz mehrerer solider Free Agents in diesem Jahr wieder nicht addressiert, so dass Al Horford und Josh Smith wieder von ihren angestammten Positionen nach oben weichen müssen - taktisch dilletantisch, wie alles in Atlanta. Der Salary Cap ist dank des 500 Milliarden Dollar Deals von Joe Johnson bis oben hin ausgereizt. Man darf sich also auf eine weitere mittelprächtige Hawks-Saison freuen. Zu gut für die Lotterie, aber viel zu schlecht, um in den Playoffs erheblichen Schaden anzurichten.

Best Case Szenario: Jeff Teague. Jeff Teague. Jeff Teague. Der 23-jährige ist Atlanta's einziges Stein im Brett. Der Rest der Lineup steckt in der Hawks-Sackgasse. Wenn es der junge Spielmacher schafft, sich in Hinrich's verletzungsbedingter Abwesenheit zu Saisonbeginn als Denker und Lenker zu etablieren, könnte er mit seiner effizienten Art (knapp 14 PPG , 5 APG, 2 SPG PER36 Minuten) einige verkrustete Hawks-Muster aufsprengen und dem Zombie-Team neues Leben einhauchen. Dazu gehört sicherlich, das Tempo anzuziehen (letztes Jahr Platz 27), um endlich die eigene Athletik auszunutzen. Ein Vorteil, der Atlanta viele Siege in der kommenden Saison bescheren wird, ist die Vertrautheit im Team. Man spielt schon lange in dieser Formation zusammen. Das wird helfen beim Kampf um ein erneutes Playoff-Ticket. Wenn Teague den nächsten Schritt in Richtung Star macht, bin ich bereit, die Falken neu zu evaluieren.

Realistisch: Man darf sich nicht blenden lassen vom Erstrunden-Sieg der Hawks gegen Orlando. Die Magic glichen zu jenem Zeitpunkt einem Regionalliga-Team und waren kein ernst zu nehmender Gegner. Fakt ist, dass Atlanta's hässliche Isolation-Offensive schrecklich ineffizient bleibt. Ohne Jamal Crawford im Spiel erzielten die Hawks nach der All-Star Pause magere 93 Punkte pro 100 Angriffe - schlechteste offensive Ergiebigkeit der Liga. 17 Niederlagen in den letzten 27 Partien verdeutlichen den Abwärtstrend. Der bevorstehende Verkauf des Teams legt alle wichtigen Personalentscheidungen vorerst auf Eis und verspricht eine durch und durch holprige Saison 2011/12.

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Season Preview: New Jersey Nets


Zugänge: Mehmet Okur, DeShawn Stevenson, Shawne Williams, Shelden Williams
Abgänge: Travis Outlaw, Brandan Wright, Sasha Vujacic, Dan Gadzuric
Head Coach: Avery Johnson (218-128)

Deron Williams fragt sich immer noch, ob seine Entscheidung vor knapp 10 Monaten die richtige war. Anstatt mit Utah weiter um Heimrecht in den Western Conference Playoffs zu spielen, formt der All-Star Point Guard mittlerweile den Ein-Mann Angriff in den Sümpfen von New Jersey - und das wird in absehbarer Zukunft so bleiben. Obwohl sein alter Teamkollege aus Jazz-Zeiten, Mehmet Okur, den schwer verletzten Brook Lopez (2-3 Monate Pause) auf der Center-Position ersetzen wird, steht Williams alleine auf weiter Flur da. Von der dritt-schlechtesten Offensive der Liga (94.2 PPG) darf in dieser Konstellation keine grosse Steigerung erwartet werden. Die unendliche Dwight Howard Saga liegt ohnehin wie ein überdimensional grosser Schatten über der Franchise. Schafft es das Team des schwerreichen russischen Oligarchen Mikhail Prokhorov nicht, D12 bin zum Sommer an Land zu ziehen, könnte ein für die Nets sang- und klangloser Umzug in die neue Arena in Downtown Brooklyn anstehen - vielleicht sogar ohne D-Will.

Best Case Szenario: Deron Williams schultert die extra Verantwortung nach dem Ausfall von Lopez wie der All-Star, der er nun einmal ist. Er punktet mehr, assistiert mehr und hält die Nets bis zu Lopez' Rückkehr im Februar im Playoff-Rennen. Neuzugang Okur und Rückkehrer Kris Humphries bilden eine respektable Frontline, während Sophomore Damion James und der erst kürzlich verpflichtete DeShawn Stevenson dem bisher butterweichen Perimeter ein wenig Garstigkeit einhauchen. Orlando gesteht sich den eigenen D12-Bluff endlich ein und lässt sich zu einem 'Howard für Lopez, Okur und zwei Erstundenpicks' Tauschhandel breitschlagen. Williams verlängert und die Nyets ziehen mit Pauken und Trompeten in ihre neu glitzernde 5 Milliarden Dollar Arena um. Die eigene Zukunft sieht mit dem imposantesten One-Two-Punch der Liga und einem russischen Goldesel rosig aus.

Realistisch: Die Nets haben nicht genug Feuerkraft, um diese Saison unbeschadet zu überstehen. Schon die Preseason hat gezeigt, was uns in den kommenden vier Monaten erwartet: Williams muss es alleine richten, weil er weder unter der Körben, noch auf dem Perimeter über genügend Waffen verfügt. Der Spielplan ist vor allem in den ersten paar Wochen unerbittlich und wird die Nets früh begraben. Der geplante Umzug wird erst von wöchentlichem, später dann von täglichem bis stündlichem Howard-Trade-Tratsch überschattet (wer erinnert sich nicht liebend gerne an das 'Melo-Theater?) und rückt vollkommen in den Hintergrund. Die Panik des Clubs, am Ende komplett leer auszugehen, ist begründet. Wenn Howard nicht kommt, ist Williams im Sommer ebenfalls weg. Und die New Jersey/Brooklyn Nets stehen vor einem Scherbenhaufen.

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Season Preview: Washington Wizards


Zugänge: Ronny Turiaf, Roger Mason (SA), Jan Vesely, Josh Singleton, Shelvin Mack
Abgänge: Josh Howard
Head Coach: Flip Saunders (636-511)

Der Fokus lag im letzten Jahr zurecht auf John Wall, der Point Guard Sensation aus North Carolina. Mit 16 Punkten, 8 Assists und 5 Rebounds im Schnitt zeigte der 21-jährige, wieviel Potential in ihm steckt. Ein deutlicher Leistungssprung in seiner Sophomore-Saison ist so gut wie sicher, und die Wizards werden jedes bischen davon gut gebrauchen können. Es ist nicht so, dass in der Hauptstadt nicht genug Talent angesammelt wäre. Aber trotz Backcourt-Scorern wie Nick Young und Jordan Crawford und einem vielversprechenden Big Man Tandem in Andray Blatche/Javale McGee kann man dieses Team einfach nicht ernst nehmen. Head Coach Flip Saunders - ein durchaus begabter Taktiker - wird wieder sein Möglichstes versuchen, um die Kindsköpfe bei Laune zu halten, ein durch und durch unmögliches Unterfangen.

Best Case Szenario: Allen voran Blatche und McGee lernen endlich die Bedeutung jedes einzelnen Ballbesitzes kennen und schätzen. Das Duo zeigt das Mass an Professionalität und Ernsthaftigkeit, dass bisher gefehlt hat, und beginnt, sein Potential konstant abzurufen. Das gesamte Team rückt die Defensive (letztes Jahr Platz 24) mehr in den Fokus und versteht die eigenen Stärken (Schnelligkeit, Athletik) sinnvoll einzusetzen. John Wall erreicht schon viel schneller als erwartet das antizipierte 20-10 Superstar-Level, reduziert seine Ballverluste und verbessert seine Schussauswahl. Turiaf und die Rookies Vesely, Singleton und Mack verankern die zweite Garde. Washington läuft seinen Gegnern in der verkürzten Saison öfters mal einfach davon und mogelt sich als 8. Team der Eastern Conference irgendwie in die Playoffs.

Realistisch: John Wall ist in seiner Entwicklung noch nicht so weit, ein mental so schwaches Team im Alleingang in die Postseason zu tragen. McGee und Blatche werden beide ihre Szenen haben, und man denkt, wie so oft: die Youngsters könnten es endlich gerafft haben. Dann folgt wieder irgend ein 'Dick und Doof' Moment, und es wird deutlich, dass die Wiz noch eine ganze Weile lang Mitläufer im Osten bleiben werden. Zwar unterhaltsam, aber alle Jahre wieder in der Lotterie. Wenigstens sind die Trikots schön...

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Season Preview: Charlotte Bobcats


Zugänge: Kemba Walker, Bismack Biyombo, Corey Maggette, Reggie Williams
Abgänge: Stephen Jackson, Kwame Brown, Shaun Livingston, Dominic McGuire
Head Coach: Paul Silas (380-429)

Erstaunlicherweise verpassten die Charlotte Bobcats in der letzten Saison nur knapp die Playoffs (3 Siege Rückstand). Nachdem der 120-jährige Paul Silas das Team von Schleifer Larry Brown übernommen hatte, gewannen die Rotkatzen 25 ihrer letzten 54 Partien und jagten den Indiana Pacers bis wenige Tage vor Saisonschluss hinterher. Letztendlich wurde es nichts mit der Postseason - und das war gut so. Will Charlotte, ein vom "kleiner Markt Fluch" und schlechten Manager-Entscheidungen gebeutelter Verein, in den nächsten Jahren wieder halbwegs Relevanz erlangen, ist der Weg durch die Lotterie der einzig richtige - zumal für spektakuläre Free Agent Akquisitionen das Geld fehlt. Dabei hätte das Team dringend Hilfe nötig. Die Offensive (93.3 PPG, Platz 29), wird nach den Abgängen von Gerald Wallace und Stephen Jackson noch grausiger sein. Wenn ein 33-jähriger Corey Maggette dein bester Scorer ist, sieht's eben düster aus. Die Hoffnungen ruhen ganz auf den Schultern von Kemba Walker, einem elektrisierenden Rookie-PG, der das Potential zum Star hat.

Best Case Szenario: Charlotte wird natürlich alles versuchen, um in der notorisch schwachen Eastern Conference (Indiana erreichte trotz magerer 45% Siegesquote die Playoffs) wieder bis zum Schluss im Postseason-Rennen zu bleiben. Nur wenn der symphatische Coach Silas es irgendwie schafft, den talentmässig unbeeindruckenden Kader zu einer Einheit zu formen, ist ein kleiner Run drin. Im Idealfall besinnt man sich aber auf die Entwicklung seiner beiden Lotterie-Picks Walker und Biyombo, denn nur wenn die Youngster schnell und langfristig integriert werden, hat dieses Team eine Chance. Mit einem weiteren Top-Pick im kommenden Draft und massenweise Geld unter dem Salary Cap blickt man einer rosigeren Zukunft entgegen.

Realistisch: Nüchtern betrachtet sind die Bobcats das zweit-mieseste Team der Liga. Maggette hat zwar schon in sieben Saisons 20 oder mehr Punkte im Schnitt erzielt, aber nur ein mal die Playoff erreicht. Ein echter Winner-Typ. Tyrus Thomas, ein irrsinning talentierter Frontcourt-Hüpfer, driftet immer mehr in die obskure Stromile Swift Ecke ab, weil er seinen Fokus nie länger als 4 Spiele am Stück bündeln kann. Der beste Center im Team ist Boris Diaw, der sich auf Anraten des Clubs auf knapp 140 Kilogramm fettgefuttert hat, um im Low Post zu bestehen. Biyombo hat aufgrund von Vertragsquerelen die komplette Vorbereitung verpasst, und Walker wird sich mit dem etatmässigen Point Guard DJ Augustin um Minuten streiten. Sieht man von eklatanten Schwächen im Scoring, Rebounding und Passspiel einmal ab, wird spätestens die non-existente Ersatzbank dem Team das Genick brechen.

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Season Preview: Cleveland Cavaliers


Zugänge: Kyrie Irving, Tristan Thompson, Omri Casspi
Abgänge: Baron Davis, JJ Hickson
Head Coach: Byron Scott (371-418)


Aller (Neu-)Anfang ist schwer - das erfuhren die Cavaliers letzte Saison auf ganz bittere Art und Weise. Dank einer brutalen Niederlagenserie (36 von 37 verloren) inmitten der Saison und einem neuem NBA-Rekord (26 L in Folge) sicherte man sich wenigstens den Nummer 1 Pick - auch wenn der eigentlich von den Clippers kam (der Baron Davis Deal). Mit Kyrie Irving, einem echten Point Guard, hat man nun einen potentiellen Franchise-Changer auf der Hand. Wenn die frühere Arbeit von Head Coach Byron Scott mit Jason Kidd (Finals '02 und '03) und Chris Paul uns irgend etwas gelehrt hat, dann dass Scott weiss, was er tut. Gut für Irving, der zusammen mit Rookie-Kollege Tristan Thompson versuchen wird, den Post-Lebron-Decision Mief aus der Quicken Loans Arena zu vertreiben und eine neue Begeisterung im Dorf zu etablieren. Die Entscheidung, Baron Davis zu entlassen, war deshalb auch die einzig richtige - sportlich, menschlich und finanziell betrachtet. Das Zukunftsbild sieht nicht mehr ganz so düster aus wie letzte Saison - vorausgesetzt, man lässt sich Zeit und überhastet nichts in den nächsten Jahren.

Best Case Szenario: Irving mastert das gewöhnungsbedürftige NBA-Spiel viel schneller als erwartet und fegt als Rookie des Jahres über das Parkett. Das komplette Cavs-Spiel läuft über ihn. Tristan Thompson entpuppt sich als weitaus mehr als der simple Shotblocker, den viele in ihm sehen. Anderson Varejao kommt in Topform zurück und verankert zusammen mit Thompson die zuletzt katastrophale Defensive (Platz 29). Nicht nur das: Cleveland adoptiert alle guten Eigenschaften des dauerfloppenden Brasilianers und etabliert sich als Kämpferteam, dass vorne und hinten in jedem Moment des Spiels alles gibt. Diese Duracell-Energie beschert den Edelmännern den ein oder anderen Extra-Sieg in einer respektablen Saison. Antawn Jamison wird mitsamt seinem 15 Mio. $ Vertrag im Februar zu einem Möchtegern-Contender verschifft und beschert den Cavs einen weiteren Pick im tiefsten Rookie-Draft seit dem Urknall.

Realistisch: Keiner will Jamison und seine nicht vorhandene D haben, die Cavs spielen de facto an jedem Abend 4 gegen 6. Thompson's Saison läuft genau wie seine Preseason ab - das Spiel ist noch viel zu schnell für den Rookie, der ausser ein paar Rebounds und dem zufälligen Block hier und da nur Fouls einsammelt. Irving hat Anpassungsschwierigkeiten, wie jeder PG, der frisch in die Liga kommt (Ballverluste, miese Trefferquote). Die Cavaliers laufen viel zu selten, beenden die Saison als zweitschlechtestes Team im Osten und gehen in der Lotterie trotzdem leer aus - was Dan Gilbert wieder einmal auf den Plan ruft.

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Season Preview: Detroit Pistons


Zugänge: Brandon Knight, Damien Wilkins
Abgänge: Rip Hamilton, Tracy McGrady, Chris Wilcox, DaJuan Summers
Head Coach: Lawrence Frank (225-241)

Was haben die Detroit Pistons eigentlich vor? Nach einer vollkommen ernüchternden 30-52 Saison voller Drama, Spielerboykotten und ganz miesem Basketball versuchen die ehemaligen Bad Boys mit neuem Head Coach (Lawrence Frank), aber alter Philosophie ein Comeback. Es wäre durchaus angebracht, in der Chicago Bulls Central Division einem mittelfristigen Plan zu folgen. Den erkennt man in Detroit aber beim besten Willen nicht. Team-Präsident Joe Dumars scheint nicht an den dringend benötigten Neuaufbau zu denken. Wie sonst erklären sich seine überteuerten Vertragsangebote (Prince, Stuckey, Gordon, Villanueva) in den letzten Jahren, diese Preseason mit eingeschlossen? Wozu den immer gleichen Spielertypen (Stuckey, Gordon, Knight) mehrfach verpflichten, anstatt eklatante Schwächen (Aufbauspiel, Rebounding) zu addressieren? Warum nicht brauchbare Rotationsspieler über ihrem Zenit (Hamilton, Prince) traden, wenn man so die Chance auf junges Talent und Draft-Picks hat? Alles sehr verwirrend und wenig vertrauenserwerckend beim ehemaligen NBA-Champion.

Best Case Szenario: In Wirklichkeit hat Joe Dumars den Master-Plan, wir erkennen ihn nur alle noch nicht. Mit dem Prince-Resigning hat er den perfekten Mentor für seine beiden SF-Youngster Jonas Jerebko und Austin Daye, die mit ihrer ungebändigten Energie und ihrem Skillset für ständige Matchup-Probleme beim Gegner sorgen. Rodney Stuckey und Brandon Knight entwickeln sich unter der Ägide von Coach Frank zu pass-first Point Guards, die das Team zusammenhalten. Ben Gordon findet nach dem Abgang von Rip Hamilton zu den Bulls zu alter Stärke zurück und avanciert, wie schon vor drei Jahren, zu einem der tödlichsten Scoring-Guards der Liga. Greg Monroe, der heimlich, still und leise eine exzellente Rookie-Saison spielte (9.4 Pts, 7.5 Reb, 1.2 Stls), wird zum defensiven Anker und neuen Franchise-Spieler des Teams, das dank seiner Präsenz und einer tiefen Bank mit jungen Beinen einen Playoff-Platz erspielt.

Realistisch: Auch wenn in der neuen Saison dank eines neuen, respektierten Coaches keine Meutereien und etwas mehr Stabilität zu erwarten sind, ist diese Mannschaft noch mindestens 2-3 Jahre von den Playoffs entfernt. Weder das unterirdische Rebounding (Platz 30), noch das mehr als suspekte Playmaking wurden in der Offseason addressiert. Statt dessen gab's mehr vom Altbekannten. Vielseitigkeit und Austauschbarkeit statt klar definierten Skills und positionsspezifischen Stärken positionieren die Kolben auch in der neuen Saison im unteren Tabellen-Drittel der Eastern Conference.

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Season Preview: Indiana Pacers


Zugänge: David West, George Hill, Louis Amundson
Abgänge: Mike Dunleavy, TJ Ford, Josh McRoberts, Brandon Rush, James Posey
Head Coach: Frank Vogel (20-18)


Interimscoach Frank Vogel übernahm inmitten der letzten Saison die Trainerzügel von Jim O'Brien und führte die zuvor verwirrten Indiana Pacers dank einer 20-18 Schlussbilanz in die Playoffs. Und obwohl dort Chicago, das bilanzbeste Team der Liga, ein paar Nummern zu gross war, machte diese jungen Pacers mit ihrem inspirierten Team-Basketball Lust auf mehr. Vogel bekam im Sommer eine Festanstellung, Team-Präsident Larry Bird schlug auf dem Spielermarkt zu, verpflichtete Free Agent David West und George Hill via Trade, und urplötzlich sehen die Tempomacher wie ein Top-5 Team im Osten aus. Weitere Stabilität und Langfristigkeit verleihen die jüngsten Personalentscheidungen hinter den Kulissen: ex-Laker Brian Shaw wird neuer Assistenztrainer, ex-Blazers GM Kevin Pritchard ist in Zukunft für Roster-Angelegenheiten verantwortlich. Die Finanzen sind beneidenswert gesund, es stehen noch knapp 9 Millionen $ unter dem Cap zur Verfügung. Hoffentlich merken auch die Menschen in Indiana, dass der zum Saisonende scheidende 'Larry Legend' mit viel Weitsicht und Geduld ein grundsolides Small Market Team auf die Beine gestellt hat, und finden in Zukunft wieder häufiger den Weg ins neu benannte Bankers Life Fieldhouse.

Best Case Szenario: Mit dem erst 25-jährigen Roy Hibbert und All-Star Forward David West verfügen die Pacers nun über eine spielstarke Frontline. Nicht sehr athletisch, aber fundamental sehr solide. Die beiden werden zusammen eine Menge einfacher, aber effektiver Pick and Pop Sets laufen, und tonnenweise freie Mitteldistanzwürfe setzen. Von der extra Aufmerksamkeit profitieren werden athletische Swingmen wie Danny Granger und Paul George, zwei extrem vielseitige Spieler. Vor allem George birgt dank seiner Länge, Sprungkraft und All-Around-Skills haufenweise Star-Potential in sich. Im Backcourt läuft der Pacers-Express nach wie vor über Darren Collison, der in seinem erst zweiten Profijahr mit 13 PPG und 5.1 APG nicht enttäuschte. Neuzugang George Hill, in San Antonio einer der besten Ersatzspieler der Liga, wird sowohl als PG-Backup sowie als Shooting Guard den Spielaufbau mit koordinieren. Tyler Hansbrough, Jeff Foster und Louis Amundson werden wie immer die geliebte Drecksarbeit erledigen. Dank junger Beine, guter Teamchemie, einem schnellen Spieltempo und beeindruckender Personaltiefe werden die Pacers keine Schwierigkeiten haben, ihre letztjährige Siegesquote (45%) zu überbieten. Die Playoffs sind locker drin.

Realistisch: David West und sein chirurgisch operiertes Knie müssen der Dauerbelastung einer verkürzten Saison erst standhalten, bevor man die Pacers in die Ost-Elite hieven will. Zumal auf der Off-Guard Position nach den Abgängen von Dunleavy und Rush ein verlässlicher Distanzschütze fehlt. Der Dreier war in den letzten Jahren ein grosser Bestandteil des Pacers-Angriffs (Platz 10 in 2010/11). Ein weiterer Shooter kann also nicht schaden. Insgesamt scheint die mittelprächtige Defensive (Platz 17 Def. Eff.) einem erfolgreichen, längeren Playoff-Run im Wege zu stehen. Nur wenn Paul George über Nacht zum erhofften Perimeter-Stopper avanciert, ist mehr als Runde 1 drin.

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Season Preview: Milwaukee Bucks


Zugänge: Stephen Jackson, Mike Dunleavy, Beno Udrih, Shaun Livingston, Jon Leuer
Abgänge: Corey Maggette, John Salmons, Chris Douglas-Roberts, Keyon Dooling
Head Coach: Scott Skiles (396-382)

Vergangene Saison war für die Milwaukee Bucks eine ganz schwierige. Center Andrew Bogut spielte nach seinem Splatter-Horror-Unfall einarmig und unter starken Schmerzen. Starting PG Brandon Jennings verpasste 19 Partien verletzt. Carlos Delfino fehlte 33 mal, Drew Gooden sogar 47 mal. Coach Scott Sklies hatte zu keinem Zeitpunkt seine volle Startformation zur Verfügung, und die Ergebnisse wiederspiegelten es. Nur 91.9 Punkte pro Spiel - kein Team war schlechter als die Hirsche. Die Defensive aber stand - bereits das dritte Jahr in Folge - ganz sicher und war der einzige Grund, warum Milwaukee nur zwei Siege an einem Postseason-Platz vorbei schrammte. Mit einem gesundeten Kader und der Neuverpflichtung von Stephen Jackson, der das schwarze Loch Corey Maggette auf der Zwei ersetzen wird, ist eine Playoff-Teilnahme in '11/12 durchaus realistisch. Jedes Skiles-Team muss zwangsweise hart verteidigen, und mit ein paar Offensivoptionen mehr dürfte auch das ein oder andere 100er Spiel für die Böcke keine reine Utopie mehr sein. Die Bucks gewannen 17 von 21, wenn sie dreistellig punkteten.

Best Case Szenario: Stephen Jackson ist ein deutliches Shooting Guard Upgrade gegenüber Maggette. Obwohl kein Paul/Nash Typ, kann Captain Jack neben 20 pro Spiel auch durchaus den Spielaufbau übernehmen und Plays für seine Teamkollegen vorbereiten. Das entlastet Jennings, der in seinem jetzt dritten Jahr einen deutlichen Leistungssprung machen muss - angefangen bei seiner miserablen Trefferquote. Beno Udrih ist ein exzellenter Backup für Jennings auf der Eins - eine Option, die Milwaukee in den letzten zwei Jahren gefehlt hat. Mit Mike Dunleavy und Rookie Jon Leuer haben die Böcke ein paar Scharfschützen auf der Bank. Und schließlich ist da noch Bogut, der endlich wieder zwei Arme zum Basketball spielen benutzen kann. Sein Offensivoutput allein wird das Team-Scoring in respektablere Sphären katapultieren. Wenn der Club weiterhin an die 'Defense-First' Philosophie von Skiles glaubt, reift hier ein gefährlicher Gegner heran, gegen den niemand in der ersten Playoff-Runde antreten möchte.

Realistisch: Ganz so geschmeidig wird die Verwandlung nicht vonstatten gehen. Stephen Jackson und Scott Skiles, zwei Hitzköpfe vor dem Herrn, werden mehr als einmal aneinander geraten. Die Situation darf nicht kippen. Überhaupt wird vieles davon abhängen, wie schnell die Mannschaft ihres Coaches überdrüssig wird. Schon bei seinen vorherigen Stops in Phoenix und Chicago hatte sich Schleifer Skiles nach anfänglichen Erfolgen mit seinen Teams überworfen. Sein harter Umgangston nutzt sich schnell ab. Wenn Jackson und Jennings sich im Backstein-Werfen zu überbieten versuchen, können die Erwartungen schnell ins Negative umschlagen. Mehr als ein kurzer Playoff-Auftritt ist dann nicht drin.

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25 Dezember 2011

Season Preview: Memphis Grizzlies


Zugänge: Dante Cunningham, Josh Selby, Quincy Pondexter, Brian Skinner
Abgänge: Shane Battier, Hamed Haddadi, Ish Smith, Greivis Vasquez
Head Coach: Lionel Hollins (117-150)

Das dritte ernst zu nehmende, aufstrebende West-Team neben den Clippers und den Thunder sind die Memphis Grizzlies. In ihrem insgesamt 10. Jahr in Tennessee brauchte es eine Schulterverletzung ihres besten Spielers Rudy Gay, um erst so richtig in Fahrt zu kommen. Die Grizz verlagerten ihre Offensive vom Perimeter in die Zone und gaben den Ball früh und häufig in die Hände von Zach Randolph und Marc Gasol. Das Inside-Out Spiel trug Früchte. Memphis gewann 15 seiner letzten 25 regular season Partien und qualifizierte sich als 8. Team für die Playoffs - zum ersten Mal seit 2006. Und nicht nur das: gegen die favorisierten San Antonio Spurs gewannen die Grizzlies zunächst ihre erste Postseason-Partie überhaupt, später dann die Serie. Erst im Conference Halbfinale war Schluss - nach sieben hart umkämften Spielen gegen Oklahoma City. So ein Run weckt bekanntlich Begehrlichkeiten. Der als geizig verschriene Besitzer Michael Heisley öffnete im Sommer einmal mehr seinen Geldbeutel und verlängerte Gasol für 4 Jahre und 58 Millionen Dollar. Mit Randolph (71 Mio $), Gay (70 Mio $) und Conley (31 Mio $) ist Heisley also die nächsten vier Jahre 'all in'. Jetzt erwarten die Fans von diesem Spielerkern einen weiteren Sprung nach vorne, mitten hinein in die WC-Elite.

Best Case Szenario: Jedes Best-Case Szenario wurde durch die Verletzung von Edelreservist Darrell Arthur (9.1 PPG) zum Fenster hinaus gefegt. Ohne Arthur fehlt den Bären die nötige Backup-Härte. Die gute Nachricht: mit OJ Mayo, Xavier Henry und zwei weiteren Guards verfügt Memphis über genügend Tradeware, um den Frontcourt aufzubessern. Wenn Rudy Gay, der 2010/11 auf bestem Wege war, seine dominanteste Profisaison abzuliefern, in alter Stärke zurück kehrt, haben die Grizzlies eine durch und durch komplette Starting Five. Conley wird nie All-Star, hat sich aber zu einem soliden Point Guard entwickelt, der kaum Fehler macht und das Spiel gut lenkt. Tony Allen ist ein Verteidigungsderwisch im Backcourt, wie ihn die Liga sonst nicht kennt (bester Perimeter-Verteidiger weit und breit). Und das zweiköpfige Frontcourt-Monster Randolph (20/12) und Gasol (12/7) hält das Grizz-Spiel überhaupt am Laufen. Wenn Gay lernt, seine Stärken (Slashing u. Distanzwurf) über das Postspiel von Z-Bo und Gasol abzurufen, anstatt den Ball zu dominieren, werden die Grizzlies ein noch gefährlicheres Team, das locker unter den Top 4 im Westen landen kann.

Realistisch: Die Verletzung von Darrell Arthur wird den Grizzlies mehr Probleme machen, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Der Abgang von Shane Battier's stillem, aber effektiven Game muss kompensiert werden. Die grösste Schwierigkeit für Coach Lionel Hollins wird sein, seinen All-Star Kaliber Forward Rudy Gay ins ausbalancierte Spielsystem zu integrieren, dass letztes Jahr noch so gut funktioniert hat. Jegliche Verbesserung muss von innerhalb des Teams kommen - die Optionen auf dem Tranfermarkt sind durch die hohen Gehaltsverpflichtungen beschränkt. Erwischt Memphis das richtige Matchup, ist wieder das Conference Halbfinale drin. Insgesamt aber kommt alles, was darüber liegt, eins bis zwei Jährchen zu früh.

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Season Preview: Los Angeles Clippers


Zugänge: Chris Paul, Chauncey Billups, Caron Butler, Reggie Evans, Trey Thompkins
Abgänge: Eric Gordon, Chris Kaman, Al-Farouq Aminu, Craig Smith, Willie Warren
Head Coach: Vinny del Negro (114-132)

Gewinner der Offseason? Natürlich die Los Angeles Clippers. Wer sich als ehemalige Lachnummer quasi über Nacht unter den Top 10 der Liga etabliert, hat sicherlich alles richtig gemacht. Die genauen Moves und ihre Langzeitimplikationen wurden hier, hier und hier bereits ausführlich beschwafelt. Genauso wie die Tatsache, dass die Neuerwerbungen Paul, Billups, Butler und Evans die Free Agency Moves fast aller anderen Teams zusammengenommen blasser aussehen lassen als Chris Kaman's Teint. Wieder einmal hänselt der notorisch knausrige Clippers-Besitzer Donald Sterling Beobachter mit der offensichtlichen Bereitschaft, es mit dem erklärten Ziel Championship ernst zu meinen. Was bisher eher wie ein Kalauer anmutete, scheint dank eines Paul-Griffin-Jordan Nukleus plötzlich gar nicht mehr so weit her geholt.

Best Case Szenario: Blake Griffin und Chris Paul sind das neue NBA-Traumpaar, das uns in den nächsten Jahren mit Higlight-Clips satt verwöhnen wird. Kann schon mal vorkommen, wenn man den besten Einser der Liga mit einem unkaputtbaren Sprungmutanten paart. Der erst 23-jährige DeAndre Jordan, der soeben eine lukrative Vertragsverlängerung unterschrieben hat, ist möglicherweise der körperlich imposanteste Freak der Liga und erinnert stark an den jungen Tyson Chandler. Ich erwarte eine ähnlich ergiebige und hochspektakuläre Zusammenarbeit mit CP3, die aus Jordan einen der drei besten Center der Liga machen wird. Die beiden Neuzugänge Caron Butler und Chauncey Billups runden die erste Fünf mit enorm viel Firepower von den Flügeln und einem Haufen Erfahrung ab. Mit Mo Williams, Randy Foye und Eric Bledsoe sind die Clips im Backcourt sogar überrepräsentiert, so dass via Trade weitere Verstärkungen eingekauft werden können. Die Clippers werden schnell spielen, das Tempo hoch halten und viele Gegner allein damit schon zermürben. Wenn Jordan und Griffin die Bretter kontrollieren und del Negro einen Flügelverteidiger ausfindig machen kann, winkt den Clippers das Conference Halbfinale.

Realistisch: das Team ist schon jetzt der grosse Gewinner der Saison. Sicher: die massiven Personalprobleme auf den grossen Positionen führen im Falle einer Verletzung von Griffin oder Jordan fast unweigerlich zu einem steilen Abdriften in der Tabelle. Wenn man die Playoffs verpassen sollte, ebbt der grosse Hype genausoschnell wieder ab, wie täglich neue Clippers-"Fans" aus dem Boden geschossen kommen. Del Negro hat bisher seine Coaching-Tauglichkeit immer noch nicht unter Beweis gestellt. Aber nach vier Jahrzehnten der Bedeutungs- und Perspektivlosigkeit haben die Clippers mit Griffin und Paul endlich einen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Wenn nicht alle Dämme brechen und der Clippers-Fluch mit all seiner Wucht zuschlägt, sind die Playoffs ohne grössere Anstrengungen gebongt. Allein das wird schon ausreichen, um das Momentum nach 2012/13 zu tragen.

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Season Preview: Oklahoma City Thunder


Zugänge: Lazar Hayward, Reggie Jackson
Abgänge: Nate Robinson, BJ Mullens
Head Coach: Scott Brooks (127-106)

Memo an Dan Gilbert, Michael Jordan und alle Teambesitzer, die mangelnden Erfolg ausschliesslich auf Marktgrössen und unfaire Machtverhältnisse innerhalb der National Basketball Association schieben wollen: vor ziemlich genau 3 Jahren lautete die Bilanz der OKC Thunder 3-29. Letzte Saison stand Oklahoma City im WC Finale. Dank weitsichtiger Managerentscheidungen von intelligenten Leuten und kontinuierlicher, geduldiger Arbeit mit jungen Spielern haben es die Thunder unter die fünf besten Teams der Liga geschafft. Während die restlichen Spitzenteams eine tumultöse Offseason hatten oder bisweilen mehrere Neuzugänge integrieren müssen, blieb das gesamte Thunder-Team intakt. Die letztjährige 55-27 Bilanz war kein Ausrutscher, sondern ein Andeuten, was diese Mannschaft in den nächsten Jahren zu leisten imstande ist. Es wäre töricht, OKC auf absehbare Zeit nicht zu den grossen Meisterschaftsfavoriten zu zählen..

Best Case Szenario: Viel Getöse wurde in 2011 um das angeblich angespannte Verhältnis zwischen Kevin Durant und Russell Westbrook gemacht. Lasst Euch sagen, Russ und KD sind tight wie Spandex-Leggings. Je länger die beiden zusammen spielen, desto besser wird auch Westbrook's Verständnis davon werden, wie er zwischen Punktesammler- und Passgeber-Modus hin und her wechseln muss. Der 23-jährige lernt sozusagen 'on the fly' was es heisst, ein NBA-Team zu lenken. Solange er den besten natürlichen Scorer der Liga an seiner Seite hat, besteht einfach kein Bedarf für 20 eigene Wurfversuche. Zur Erinnerung noch mal: Durant ist auch erst 23 geworden. Der imposante Forward-Center Serge Ibaka ist erst 22. Und da ist ja dann noch der mächtigste Bart der Liga. James Harden (22) nähert sich langsam aber sicher dem für ihn reservierten All-Star Niveau. Obwohl er weiterhin von der Bank kommen wird (6th Man of the Year, btw) spielt der in Arizona State perfekt ausgebildete Guard nominell Starter-Minuten. Die vier angesprochenen Schlüsselspieler haben bereits jetzt jeweils 23 Playoff-Partien absolviert. In Kendrick Perkins, Thabo Sefolosha und Nick Collison haben die Thunder defensivstarke Rollenspieler, die eine extrem tiefe und vielseitige Rotation perfekt ausbalancieren. Junge Beine, ein eingespieltes Team, ein solider Coach, Playoff-Erfahrung und den besten Scorer der Liga. Klingt ziemlich stark nach Championship-Anspruch für den durch und durch gesündesten und organischsten Club der Liga.

Realistisch: wie geht das junge Team mit den plötzlich enormen Erwartungen um? Bisher operierten die Thunder immer unter dem Radar. Keiner hatte sie wirklich auf der Rechnung. Ist vor allem Westbrook mental bereit für 'Primetime-Basketball', wie er in den Conference Finals und später dann im Juni gespielt wird? Kann der Mann mit den meisten Ballverlusten der Liga in zwei der letzten drei Saisons endlich lernen, das Spiel zu machen, anstatt es selbst permanent übernehmen zu wollen? Und vor allem: ist die Verteidigung der Thunder stark genug, um gegen die Top-Teams der Liga zu bestehen? Eine für mich sehr überraschende Statistik war die unterdurchschnittliche D (letztes Jahr Platz 18 bei den kassierten Punkten, Platz 15 bei der Def Eff). So oder so: alles andere als das Erreichen des Conference Finals wäre eine herbe Enttäuschung.

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Season Preview: Orlando Magic


Zugänge: Glen Davis, Von Wafer, Larry Hughes
Abgänge: Brandon Bass, Gilbert Arenas
Head Coach: Stan van Gundy (334-179)

Der Kopfkratzer-Award für die fragwürdigsten Personalentscheidungen der Offseason geht an die...Orlando Magic. Wieder einmal. Und es wird von Trade-Periode zu Trade-Periode deutlicher, dass GM Otis Smith keinen blassen Schimmer hat, was er eigentlich tut. Wer es nach jetzt knapp 3 Jahren und unzähligen Versuchen immer noch nicht hinbekommen hat, den dominantesten Center dieser Generation mit brauchbaren Spielern zu flankieren, der hat es im Endeffekt auch nicht verdient, einen Mann wie Dwight Howard langfristig halten zu dürfen. Und so muss man sich wohl oder übel bereit machen in Zentralflorida für die letzte Kirmes-Runde mit Dwight unter Center - inklusive des ganzen Theaters und Nonstop-Gebrabbels, das man noch aus der letzten Saison und von den Denver Nuggets kennt. Dabei sind die Magic alles andere als ein Fussabtreter. Dank Howard's Dominanz am Brett gewann man in den letzten 4 Jahren 222 von 328 möglichen Saisonspielen (68%). Aber wenn Glen 'Pig Baby' Davis die Free Agent Akquisition sein soll, die Howard von einer rosigen Zukunft in Orlando überzeugen soll, dann viel Glück dabei!

Best Case Szenario: Solange Howard das Magic-Trikot überstreift, darf man davon ausgehen, dass Orlando unter den besten fünf Teams der Conference weilen wird. Die Defensive wird wieder stark sein (letztes Jahr Platz 3), was mit dem amtierenden Verteidigungsspieler des Jahres schon einmal vorkommt. Spieler wie Jason Richardson und Glen Davis (beide mit neuen Verträgen ausgestattet) werden von ihrem All-Star Center profitieren. Idealerweise erkennt Coach Stan van Gundy die Zeichen der Zeit und verbannt den ineffizienten Hedo Turkoglu langsam aber sicher aus der Startformation. Ryan Anderson, ein vielseitiger 2,08m Forward, ist nach Howard der mit Abstand effektivste Magic-Akteur und verdient regelmässige Spielzeit. Vor allem im Hinblick auf die Zukunft, die in Orlando ohne Howard stattfinden wird. Den verschickt man idealerweise zu den Los Angeles Lakers - einem von nur zwei Big-Market Teams (nein, Dallas zählt nicht dazu), bei denen D12 eine Vertragsverlängerung unterzeichnen würde - und macht sich mit jungen Puzzlestücken an den Neuaufbau.

Realistisch: das Magic-Management hat für den Moment Stillhalten angedeutet. Je besser das Team in die Saison findet, desto ungestörter kann man sich hinter den Kulissen um den bestmöglichen Deal bemühen. Kein Team weiss besser als Orlando, wie es ist, einen All-Star Center und Franchise-Spieler ohne Gegenwert via Free Agency zu verlieren: Shaq machte sich im Sommer 1996 auf nach Los Angeles und gewann dort mit den Lakers 3 Meisterschaften in Folge. Es hatte danach 10 Jahre gedauert, bis die Magischen wieder aus ihrer Schockstarre erwachten.

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