31 Januar 2011

Outside the Lines: Jordan Montgomery


Obwohl man immer vorsichtig sein muss, wenn man junge Talente schon im Kindesalter als das "nächste grosse Ding" heraufbeschwört, darf Euch Jordan Montgomery nicht vorenthalten werden. Der Knirps ist zwar erst 10 Jahre alt, sein Spiel jedoch ist bereits jetzt auf einem ganz anderen Level. Montgomery ist seinen gleichaltrigen Mitspielern schon dermassen überlegen (körperlich und psychisch), dass er mittlerweile nur noch gegen Spieler antritt, die ihm um zwei bis vier Jahre voraus sind. Auch die macht er noch routinemässig nass.

Sein Vater Craig entdeckte das Talent seines jüngsten Sohnes, als dieser erst 3 Jahre alt war. Jordan machte einfach mit, als sein älterer Bruder Kyle (10 Jahre älter) seine Trainingseinheiten absolvierte. Der Vater war verblüfft, wie schnell und scheinbar mühelos der Filius die komplette Bandbreite an Dribblemoves und Würfen erlernte. In der Folge kümmerte sich dann sein Bruder um Jordan's spielerische Entwicklung auf dem Platz, während der Dad die schrittweise Vermarktung des Wunderkindes voran trieb.

Neben seinem irre guten Dribbling und dem nahezu perfekten Ballhandling zeichnen zwei Dinge den kommenden Über-Guard im Besonderen aus: zum einen sein Fokus, der ihn jeden Tag antreibt, hart an seinem Spiel zu arbeiten - mit erst 10 Jahren. So hat er zum Beispiel seinen Wurf als Schwachstelle ausgemacht und will sich - neben den Dribbel- und Ballhandlingsessions - in Zukunft hauptsächlich darum kümmern. Zum anderen aber, und das ist wohl seine grösste Stärke, ist Jordan Montgomery ein ganz normales Kleinkind wie alle anderen 10-jährigen auch. Er lässt sich von der Tatsache, dass er eine ganz besondere Gabe besitzt, nicht irritieren, hebt nicht ab. Als ihn zum Beispiel seine Familie darüber informierte, dass er auf Lebron James' Webseite gefeatured wurde, meinte der Knirps nur: "Cool". Und ging mit seinen Freunden dann lieber draussen im Dreck spielen.

Schule kommt ohnehin zuerst, hat oberste Priorität bei Familie Montgomery. Alleine schon deshalb dürfte Jordan geerdet bleiben in den nächsten gut 10 Jahren, während er JV dominieren, mit 15 im High School Varsity Team den Ton angeben und irgendwann um 2020 herum bei den Profis landen wird. Sein sportlicher Aufstieg jedenfalls ist vorprogrammiert. Und wer weiss, vielleicht sorgt er dann irgendwann auch in der NBA für Furore. Den richtigen Namen hat er jedenfalls dafür...

4 Kommentare:

Skills pay the Bills


Lasst die Gatorade-Korken knallen ! Zum ersten Mal in der Geschichte des All-Star Games dürfen die Fans ihre favorisierten Teilnehmer beim jährlichen NBA Taco Bell Skills Challenge auswählen, einem Wettbewerb, in dem eine Handvoll Point Guards in einem extra aufgestellten Parcours um die schnellste Zeit wetteifern und anschliessend gesponserte Burritos vertilgen.

Der amtierende Titelträger beim kurzen und knackigen Slalomlauf inklusive Korbleger und Distanzwurf, Steve Nash (der bereits zwei mal gewonnen hat und mit 25.4 Sekunden den Streckenrekord hält), hat sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere vom NBAASGSC zurück gezogen und wird nicht mehr an den Start gehen.

Gesetzt ist dafür Chris Paul von den New Orleans Hornets. Der zweitplatzierte von 2008 räumte vor kurzem ein, dass er seither täglich an die Schmach im Finale gegen Deron Williams denken muss. Ergo auch seine unzähligen harten Trainingseinheiten früh morgens, die ihn in diesem Jahr endlich in gelobte Skills Challenge Land brigen sollen. Als mögliche Herausforderer bietet die Liga Derrick Rose, Russell Westbrook, Stephen Curry, Baron Davis, Tyreke Evans, Derek Fisher, Tony Parker und John Wall an.

Die Kandidatenliste ist beeindrucked. Wen soll man bei soviel Qualität auf der Eins denn überhaupt auswählen ? Lange Grübelsessions und Kopfschmerzen sind da vorprogrammiert. Da nur vier Kandidaten den Cut nach der Fan-Wahl schaffen werden, möchte ich Euch die Arbeit zu grossen Teilen abnehmen und rate von einer Nominierung folgender Spieler ab: Rose, Fisher, Parker und Evans. Begründung: Tony Parker nimmt All-Star Wochenenden gerne als Anlass, Unmengen von französischen Baguettes mit Weichkäse zu konsumieren, die er extra aus Europa einfliegen lässt. In der Konsequenz ist er spielerisch nie wirklich auf der Höhe. Derrick Rose hat sich zum einen den Magen mit zuviel Tabasco-Sauce verdorben (was ihm dank des extra Boosts einen ungerechten Vorteil auf dem Platz verschaffen würde. Stichwort: Fairness !) und sollte sich zum anderen ganz auf seine Mission 'All Star Game MVP' konzentrieren. Die Chancen stehen gut, wenn er auf das anstrengende und zeitaufwendige Spektakel am Samstag verzichtet. Tyreke Evans kommt deshalb nicht in Frage, weil das Aufstellen von 5 Gegenspielern auf dem Weg durch die Zone verboten ist, der Kings-PG also völlig irritiert wäre. Und Derek Fisher wird seine Kandidatur ohnehin wohl ernüchtert zurück ziehen, weil sein Plädoyer für das Miteinbeziehen einer Flopping-Station in den Parcours komplett ignoriert wurde.

Blieben also Curry, Westbrook, Davis und Wall - eine herrlich diversifizierte Gruppe von Einsern mit unterschiedlichen Qualitäten, die Paul aber alles abverlangen und die Fans mit dem unwichtigsten, jedoch spannendsten Event aller Zeiten beglücken könnten. Die Macht liegt in Euren Händen. Wählt hier !

8 Kommentare:

NBCHF POW


Im Westen spielte ein Akteur in der vergangenen Woche wie ein Besessener: Kevin Durant von den Oklahoma City Thunder. Der jüngste Scoringchampion aller Zeiten, der auch zum Ende dieser Saison die Liga wieder im Scoring anführen wird, zeigte, womit er hauptsächlich seine Brezeln verdient. KD legte seinen Gegnern 35.5 Punkte pro Spiel ins Nest. Dazu noch 10.8 Rebounds und 1.8 Steals am Abend. Er egalisierte seine persönliche Bestmarke mit 47 Punkten und stellte im gleichen Spiel ein neues Career High auf mit 18 Rebounds. An Kobe Bryant liegt es derzeit nicht, dass die Titelverteidiger aus Los Angeles schwächeln. Bryant erzielte 33.3 Punkte im Schnitt bei starken 54% aus dem Feld. Die Lakers verloren dennoch 2 ihrer 3 Partien, darunter auch das Finals-Rematch am Sonntag gegen Boston. Verlieren ist auch für Kevin Love und seine Minnesota Timberwelps an der Tagesordnung. Der grosse weisse Mann gibt dennoch Abend für Abend sein Bestes. Seine Stats in der letzten Woche: 24.5 Pts, 16.3 Reb, 3 Ast pro Spiel. Standard-Werte mittlerweile. Manu Ginobili, der ungeschlagene Flop-Grossmeister aus Argentinien, ist einer der Katalysatoren des Spurs-Laufs in 2010/11, der mittlerweile erschreckende Ausmasse angenommen hat. Der Shooting Guard führte die Texaner mit 22.7 Punkten und 6 Assists zu einer weiteren 3-0 Woche und der NBA Bestmarke von 40-7. Zach Randolph schliesslich gibt sein Bestes, um die Grizzlies irgendwie davon zu überzeugen, ihn über den Sommer hinaus zu halten und mit einem neuen Multimillionen-Dollar Vertrag auszustatten. ZBo's Werte während Memphis' 3-1 Woche: 20.8 Punkte, 15 Rebounds und 2 All you can Eat Buffets pro Abend.

Im Osten bietet sich ein Copy-Paste des Textabschnittes von letzter Woche an, denn die tonabgebenden Protagonisten sind fast die selben.
Dwight Howard monstert unaufhaltsam wie eh und je durch NBA-Zonen, nur seine Teamkollegen bleiben derzeit etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück. Ein Mann kann immer nur soviel ausrichten. Mehr als 24.8 Pts (63% FG), 16.8 Rebs und 2.8 Blocks im Schnitt kann man kaum verlangen, ohne raffgierig zu wirken. Andrew Bogut, der Mann mit den zwei linken Händen, hievte seine Milwaukee Bucks (ohne drei verletzte Starter) durch eine 3-1 Woche ins Eastern Conference Playoff-Rennen zurück. Der Hobby-Twitterer kontrollierte die Zone mit 14.3 Punkten, 14.3 Rebounds und 3.8 Blocks im Schnitt. Carlos Boozer zeigte sich von seiner kurzen Verletzungspause genesen und war mit 18 Pts und 11.7 Rebounds ebenso instrumentell für Chicago's kontinuierlichen Aufstieg in den Power Rankings wie Teamkollege Derrick Rose (21 Pts, 10 Ast), der Gefallen an unserer POW Abstimmung gefunden hat und auch in Zukunft nicht mehr fehlen will.

Wer war Euer POW in Woche 14 ? Stimmt ab.


Spieler der Woche ?
Kevin Durant
Dwight Howard
Manu Ginobili
Zach Randolph
Derrick Rose
Andrew Bogut
jemand anderes


1 Kommentare:

30 Januar 2011

Celtics 109, Lakers 96












7 lange Monate mussten die Kobolde auf ihre Revanche-Chance für die bittere 83-79 Finalniederlage in Spiel 7 gegen die Los Angeles Lakers warten. Die bekamen sie am Sonntag Nachmittag und nutzten sie in beeindruckender Manier. Angeführt von einem überragenden Paul Pierce und gestützt auf tadellosen Teambasketball, vor allem in Hälfte zwei, überrollten die Celtics ihre geschockten Lieblingsrivalen in deren eigener Halle und untermauerten damit ihre eigenen Ambitionen auf die Meisterschaft in diesem Jahr.

Die ersten beiden Spielabschnitte waren noch ausgeglichen und eng umkämpft. Der Spielfluss auf dem Parkett wurde nur durch die fontänen-ähnlich fliessende Kopfwunde von Kevin Garnett getoppt, der von einem Ellbogen getroffen und mit fünf Stichen genäht werden musste. Ansonsten freuten sich alle Fans im Staples Center und vor den ESPN/League-Pass Bildschirmen auf einen spannenden zweiten Durchgang.

Im Q3 schaltete Paul Pierce dann in Angriffsmodus. Der geborene Angeleno dominierte den dritten Abschnitt mit 14 seiner insgesamt 32 Zähler und brachte die Celtics damit auf die Siegerstrasse. Boston zeigte seine Vielseitigkeit, dominierte unter den Brettern (43-30 Rebounds) und bei den Assists (34 zu 10), traf 53% seiner Distanzwürfe und insgesamt astronomische 60% aus dem Feld. Rajon Rondo führte nach der Pause in bester Quarterback-Manier Regie (15 Assists in Halbzeit 2). Allen (21 Pts) und Garnett (18 Pts/13 Reb) sowie Davis (13) und Robinson (11) von der Bank komplettierten die durch und durch starke Celtics-Leistung, die mit einem 18-9 Lauf zum Schluss die Partie unter Dach und Fach brachten. Auf der Jagd nach einer besseren Regular Season Bilanz als der verhasste Rivale aus Los Angeles (Stichwort: Heimvorteil in einem möglichen Finals-Rematch) haben die Grünen nun bereits 3.5 Siege Vorsprung.

Bei den Lakers läuft der Wagen im Moment alles andere als rund, Licht und Schatten wechseln sich - vor allem gegen starke Gegner - häufig ab. Ein treffsicherer Kobe Bryant (der 41 Punkte erzielte und als jüngster Akteur aller Zeiten die 27000er Marke knackte) allein reicht eben nicht aus. Der Gasol/Bynum Frontcourt (insgesamt nur 23 Pts/13 Reb) blieb einmal mehr weit unter seinen Möglichkeiten. Überhaupt spielte das gesamte Team beim zweifachen Champ wie eine Gruppe von Wachkomapatienten. Es war eine peinliche Pleite vor einer entsetzten Heimkulisse, die alle offensichtlichen Probleme beim kalifornischen Powerhouse verdeutlichte. Mit 4 Niederlagen aus den letzten 7 Partien können sich die Titelverteidiger von Platz 1 im Westen ohnehin schon einmal verabschieden: San Antonio's Vorsprung beträgt bereits 7.5 Siege.

Das Rematch steigt übrigens in weniger als 2 Wochen, am 10. Februar in Boston.

8 Kommentare:

29 Januar 2011

HBD: NBACHEF wird 1



Stats 2010 Season: 365 Days. 400 Posts. 1000 Tweets. 3.5 Love/0.5 Heat. Blog Rookie of the Year

12 Kommentare:

28 Januar 2011

4 Old Time Sake: Hakeem Olajuwon




Grazie. Eleganz. Power. Finesse. Er war der Alptraum jedes Gegners: der 'Dream Shake'. Eine Reihe von Spins, Post-Moves und Konterfakes, die seine Kontrahenten älter aussehen liessen als Greg Oden mit 15. Shaquille O'Neal sagte über ihn einmal: "Er macht dich einfach fertig. Er hat 5 Moves, und zu jedem dieser Moves noch 4 Countermoves. Das sind ingesamt mindestens 20, und die drückt er dir einen nach dem anderen rein, Abend für Abend. Du hast also keine Chance." Michael Jordan würde beim Versuch, ein All-Time Team zusammenzustellen, "ihn als Center nominieren, denn kein Fünfer vor oder nach ihm erreichte je seine Vielseitigkeit". Er bleibt, wohl für immer, der einzige Spieler in der Geschichte der NBA mit 200 Blocks und 200 Steals in einer Saison. Er ist einer von nur vier Akteuren, die jemals ein Quadruple Double verbuchten (18 Pts, 16 Reb, 10 Ast, 11 Blk). Er spielte 18 Jahre lang in der besten Liga der Welt und wurde zwei mal NBA-Champion. Er war der erste Akteur überhaupt, der in einer Saison als MVP, Finals-MVP und Defensivspieler des Jahres geehrt wurde. Seine Karriere beendete er in den Top-11 bei den Punkten, Rebounds, Blocks und Steals (!) und gilt deshalb - nicht nur in meinem Rekordbuch - als einer der besten Spieler aller Zeiten.

Hakeem Abdul Olajuwon (was übersetzt soviel bedeutet wie "Immer obenauf") wuchs in Nigeria heran und übenahm schon früh von seinen Eltern jene Tugenden, die sein ganzes Leben auszeichnen sollten: Ehrlichkeit, Selbstvertrauen und harte Arbeit. Mit Basketball hatte Hakeem allerdings lange gar nichts am Hut, spielte lieber Fussball und Handball. Erst mit 15 nahm er zum ersten Mal in seinem Leben die orangene Pille in die Hand. Es war Liebe auf den ersten Blick. "Basketball ist so einmalig. Ich merkte schnell, dass das genau mein Ding war. Alles andere wurde nebensächlich", erzählte Olajuwon später.

Der junge Nigerianer beschloss, nach Amerika auszuwandern, um an der Universität von Houston Basketball zu spielen. In Texas war man vom neuen Rekrut allerdings nicht allzu begeistert. "Keiner holte mich am Flughafen ab, ich sollte mir ein Taxi nehmen, um in die Sporthalle zu kommen", erinnert sich Olajuwon. In seinen ersten beiden Spielzeiten kam der damals 18-jährige kaum zum Einsatz. In der Sommerpause dann, irgendwann zwischen seinem zweiten und dritten College-Jahr, begann Olajuwon zusammen mit NBA-Superstar Moses Malone zu trainieren. Malone spielte damals für die Houston Rockets und bereitete sich auf die neue Saison vor. Olajuwon's Lernkurve schoss dank der täglichen Eins gegen Eins Sessions gegen den Hall-of-Fame Center rapide in die Höhe. In den folgenden beiden Jahren dominierte der Ausländer das Geschehen in der NCAA und erreichte mit seinen Cougars zwei mal in Folge das Finale der College-Meisterschaft. Mit Clyde Drexler bildete Olajuwon das spektakuläre Duo 'Phi Slama Jama', das dank seiner Highlights zur Legende wurde. Wie es der Zufall so wollte, gewannen die Houston Rockets 1984 den damals noch praktizierten Münzwurf zwischen den Teams mit der schlechtesten Bilanz und sicherten sich so den Nummer Eins Pick im NBA-Draft. Olajuwon verliess vorzeitig das College und wechselte zum Profiteam der National Basketball Association - in derselben Stadt.

Bei den Rockets schlug der Neuling ein wie eine Rakete. 21 Punkte, 12 Rebounds und 2.7 Blocks im Schnitt bescherten ihm einen Platz im All-Rookie Team und Platz zwei im Rookie des Jahres Voting hinter Michael Jordan. Mit dem riesigen Ralph Sampson (2,24m) zusammen bildete Olajuwon fortan die Original 'Twin Towers' und versetzte die Liga schon bald in Aufruhr. Bereits in der nächsten Saison schockte Houston den amtierenden Champion Los Angeles Lakers im Finale der Western Conference mit 4-1 und zog ins NBA-Finale ein. Dort allerdings verloren die Texaner gegen eines der besten Teams aller Zeiten, die 1986er Boston Celtics, mit 4-2.

Nach mehreren Jahren der Mittelmässigkeit und persönlicher Probleme mit dem Rockets-Management nahm Olajuwon's Karriere Anfang der '90er durch die Ankunft von Head Coach Rudy Tomjanovich wieder Fahrt auf. Gleichzeitig verschrieb sich der früher oft undisziplinierte Center voll und ganz seinem islamischen Glauben. Er begann, den Koran zu studieren und schöpfte daraus neue Kraft. Olajuwon verbesserte sein Passspiel und fügte seinem Repertoire eine Vielzahl neuer Offensivmoves hinzu. In der Addition wurde aus ihm eine unaufhaltsame Präszisionsmaschine (die entweder selber punktete oder aus dem Low-Post die freien Schützen mustergültig bediente), die vorne und hinten in der Abwehr jedes Spiel dominieren konnte. Houston stieg so zum besten Team der Liga auf. 1994 gewannen die Rockets eine der härtesten Finalserien aller Zeiten gegen New York und Olajuwon's alten Kontrahenten Patrick Ewing nach 7 hart umkämpften Partien. 1995 wiederholte Houston das Kunststück und krönte sich zum erst 5. Back-to-Back Champion überhaupt. Beflügelt von einem späten Trade für Clyde Drexler, Olajuwon's alten College-Gefährten, überwand das Team einen 6. Platz in den Western Conference Standings und brauste durch die Playoffs. Im Finale waren die Orlando Magic um einen jungen Shaquille O'Neal kein Hindernis für die Rockets, die ihren zweiten Titel einheimsten.

Es ist wirklich schade, dass Olajuwon's Raketen niemals auf Michael Jordan's Chicago Bulls trafen in der Postseason. Es wären sicherlich epische Duelle für die Ewigkeit gewesen zwischen den zwei besten Spielern und Teams ihrer Zeit. Unabhängig davon muss Hakeem Olajuwon's Name aber fallen, wenn man über die Grössten der Grossen spricht. Die Art und Weise, wie er das Spiel revolutionierte, wirkt ganz offensichtlich stark nach. Sein Dream Shake ("diesen Move habe ich vom Fussball übernommen und aufs Basketball übertragen"), seine Fussarbeit, seine unnachahmliche Mischung aus Inside- und Outside Spiel waren es, die die Bahn frei gemacht haben für die Kevin Garnetts, Dirk Nowitzkis und Tim Duncans dieser Welt. Das Spiel änderte sich für immer. Er deklassierte einen Center nach dem anderen - in einer Zeit, als noch echte Big Men Dinosaurier á la Patrick Ewing, David Robinson, Shaquille O'Neal, Dikembe Mutombo und Karl Malone das Liga-Parkett bevölkerten (im Gegensatz zu den Bargnanis, Boshs und Gasols dieser Tage).

Und tat das alles manchmal, ohne festes Essen und Trinken zu sich zu nehmen. Kein Witz: als überzeugter Muslime hielt sich Olajuwon strikt an den Rhythmus des 'Ramadan', nahm also während der Fastenzeiten keinerlei Nahrung zu sich - von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Er hechelte während des Spiels zwar oft nach Wasser, blieb aber immer stark. Olajuwon: "Ich fühlte mich explosiv, energetisch. Und wenn ich Abends dann endlich etwas trinken konnte, fühlte sich der Geschmack von Wasser so unendlich kostbar an."


Auch nach seiner Karriere blieb der heute 48-jährige ein voller Erfolg. Er investierte geschickt in Houston's Immobilienmarkt und verdiente sich so mehr als 100 Millionen Dollar hinzu. Er siedelte mit seiner Familie nach Jordanien über und pendelt nun zwischen Afrika und Amerika hin und her. Olajuwon organisiert jährlich sein berühmtes 'Big Man Camp', wo er jungen Spielern die Nuancen des Low Post Spiels nahezubringen versucht. Er arbeitete bereits mit Emeka Okafor, Yao Ming, Kobe Bryant und Dwight Howard zusammen, die allesamt von den Extra-Schichten mit der Legende profitieren. Hakeem 'The Dream' Olajuwon wurde 2008 in die Naismith Basketball Hall of Fame aufgenommen. Er ist der Spieler mit den meisten Blocked Shots (3830) in der Geschichte des Basketballs. Seine Trikotnummer 34 wurde sowohl von den Houston Rockets als auch von den Cougars an die Hallendecke gehängt und wird nie wieder vergeben.

9 Kommentare:

27 Januar 2011

Heat 88, Knicks 93












"Niemand hat Angst vor Miami", so hatte Amare Stoudemire seinen Gemütszustand vor der Donnerstags-Partie seiner Knicks gegen die Heat beschrieben. Etwas später dann trug 'Stat' (24 Pts) sein Team drei Viertel lang auf seinem breiten Rücken bis in die Schlussphase hinein, in der Danilo Gallinari und Landry Fields zu den Matchwinnern für NY heran reiften.

Gallinari scorte 20 Zähler, während Rookie Fields mit 19 Punkten und 13 Rebounds der Mann des Tages war. Beide trafen je einen wichtigen Dreier in den letzten 80 Sekunden der Partie, als die Knicks ihre lange Aufholjagd beendeten und den Sieg unter Dach und Fach brachten. Es war der erste Knicks-Erfolg gegen Miami seit Oktober 2008. Die beiden anderen Duelle in dieser Saison hatte New York noch deutlich verloren. Wieso das alles wichtig ist ? Weil man das ganze Spiel über eine gewisse Playoff-Atmosphäre nicht verleugnen konnte. Und weiter: bliebe es in den Standings bei der momentanen Konstellation, würde es in der ersten Playoff-Runde zu genau diesem Aufeinandertreffen kommen. New York gegen Miami. Die Heat sind individuell nach wie vor weitaus besser aufgestellt. Dwyane Wade erzielte dank seiner dezent verdunkelten Zielbrille 34 Punkte, traf 14 seiner ersten 15 Wurfversuche. Miami führte nach Q3 noch komfortabel 73-64, obwohl man ohne den immer noch verletzten Chris Bosh angetreten war.

Im Schlussviertel verdichtete New York aber seine Defensive. Obwohl das Team von Mike D'Antoni selbst nur eine magere 36% Trefferquote zustande brachte, kämpfte man sich Punkt um Punkt heran, auch weil man den Gegner bei 5-21 aus dem Feld hielt. Bei Miami verkam die Offensive über weite Strecken zum reinen 1 gegen 5 Debakel. Als das Wurfglück die Heat verliess, schlugen die Knickerbockers zu und gewannen am Ende 93-88. Der Buzz ist eindeutig zurück im Madison Square Garden. Motiviert vom legendären DJ Grandmaster Flash an den Garden-Lautsprechern und dem ersten landesweit übertragenen Spiel seit über 5 Jahren peitsche eine lärmende Zuschauermenge (inklusive Chefantreiber Spike Lee) ihre Mannschaft unerbittlich nach vorne. Die Knickerbockers konnten den Negativtrend der letzten Wochen mit jetzt 2 Siegen etwas abfedern und ihre Position im Playoff-Kampf (Platz 6) damit festigen. Miami hingegen fällt nach der sensationellen Serie mit 21 Siegen aus 22 Partien in den Standings weiter ab und hat seine Führung in der Southeast Division fast aufgebraucht. Das South Beach Team hat 5 seiner letzten 6 Spiele verloren und weist nun eine horrende 1-8 Bilanz in knappen, eng umkämpften Duellen auf (5 Pts oder weniger). Individuelle Klasse ist eben doch nicht alles im Teamsport Basketball.

45 Kommentare:

Wade und das Brillenproblem



Da hatten David Stern's Ligaschergen mal wieder ihre schmierigen Finger mit im Spiel: Dwyane Wade's Superheld-Brille (Original siehe oben) wurde kurz vor Tip-Off gegen die New York Knicks von der Ligazentrale in Manhattan hoch offiziell verboten.

Der Guard der Miami Heat, der seit einem Migräne-Anfall am vergangenen Wochenende mit Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit kämpft, hatte erklärt, mit Brille spielen zu wollen und sich dafür extra einen Sichtschutz mit abgedunkelten Gläsern anfertigen lassen. Das Nasenfahhrad probierte er im Training mehrmals aus und schickte - nachdem er es für gut befunden hatte - hochprofessionelle Fotoaufnahmen des selbigen an das Accessoires-Komitee der National Basketball Association. Nachdem die NBA zunächst keine Einwände gehegt hatte, bat man am frühen Donnerstag dann doch einen Heat-Verantwortlichen mit dem fraglichen Objekt persönlich in die Chefetage. Dort fiel bei genauerem Betrachten die Brille dann durch den Testscanner. "Das Glas ist zu dunkel, zu futuristisch. Es hätte Dwyane Wade einen unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Kontrahenten beschert, weil diese seine Augenbewegungen nicht mehr hätten wahrnehmen können", so ein qualifizierter NBA-Mitarbeiter nach eingehenden und ausgedehnten Selbsttests inklusive Simulation im Madison Square Garden.

Also blieb D-Wade nichts anderes übrig, als mit einer Ersatzbrille in die Schlacht zu ziehen, deren Gläser weitaus heller waren als geplant. Und darin lag die Krux: Wade, der vor dem Spiel betont hatte, unbedingt auch gut aussehen zu wollen ("I don’t really know how I look in them yet—I’ve got to make sure I look good in them, too.”), sah sich selbst erst in der Halbzeitpause im Spiegel der MSG-Umkleidekabine. Ab da ging's schnurstracks bergab: der Heat-Guard vergab insgesamt 8 von 14 Freiwürfen und verfehlte all seine 7 Wurfversuche im letzten Viertel. Miami ging im Q4 mit 29-15 unter und verlor schließlich gegen die Knicks 93-88. Das alles wäre mit einer richtigen Brille niemals passiert. Scheiss NBA !

11 Kommentare:

All-Star Starter gewählt


Carmelo Anthony möchte Euch allen danken. Dafür, dass ihr ihn trotz der irre schweren Zeit inmitten des Tradegerüchte-Wahnsinns und der Buh-Rufe vor eigenem Publikum weiterhin unterstützt und ihn als Starter ins Western Conference All-Star Team gewählt habt. Der Nuggets-Forward darf zum dritten Mal in seiner Karriere (nach '08 und '10) von Beginn an ran im Schaulaufen der populärsten Basketballspieler der Welt. Zweiter Forward im Westen wird Spinnenmann und jüngster Scoring-Champion aller Zeiten Kevin Durant sein, der die zweitmeisten Stimmen in der Conference erhielt (und 6-meisten insgesamt) und zum ersten Mal in seiner Karriere von Beginn an ran darf. Damit ist auch das Schicksal des grossen, alten Mannes Tim Duncan endlich besiegelt: nach 12 Starts in Folge wird 'Mr. Emoticon' in dieser Saison wohl mit einer Ersatzrolle Vorlieb nehmen müssen. Der beste Einser der Liga, Chris Paul, führte seine New Orleans inmitten des ganzen Trubels bis auf Platz 3 im vollgepackten Westen und darf sich zum zweiten Mal in seiner Karriere das Starter-Leibchen überstreifen. Für Kobe Bryant war es einmal mehr Business as Usual: die meisten Stimmen insgesamt (2.38 Mio) und die 13. Nominierung für den 5-maligen Champion, der sich an diesem Wochenende auf Platz 8 der All-Time NBA Scoringliste vorschieben wird. Zum Schluss noch der Running Gag des Jahres: 50 Milliarden Chinesen wählen wie immer "ihren" Yao Ming (auf den sie geschlossen getobt und geschimpft hatten, weil er ganz unpatriotisch seine Kinder lieber in den USA auf die Welt bringen wollte als in der Zensurrepublik) als Starting Center ins Aufgebot. Dass Yao seit Jahren kein Basketball mehr gespielt hat - und das vielleicht auch nie wieder tun wird - scheint im Land der Mitte keinen zu interessieren. Hauptsache representen. Für Blake Griffin, Pau Gasol und Andrew Bynum hat es zum Schluss nicht ganz gereicht, wenngleich letzterer als Ersatz für Yao nachnominiert werden und so letztendlich doch noch zu Starter-Ehren kommen könnte. Verdient hätte er's jedenfalls...nicht.

Beliebtester Baller im Osten wurde diesmal der hünenhafte Grinse-Mutant Dwight Howard (2.1 Mio Votes) vor Lebron James und Dwyane Wade. Das Triumvirat steht seit 2008 so in der Startformation, eine Tatsache, die sich in den nächsten gut 7 Jahren auch nicht mehr ändern dürfte (es sei denn D12 heuert 2012 als Free Agent bei den LA Clippers an). Gekommen um zu bleiben ist auch Neu-Ossi Amare Stoudemire, der seine New York Knicks wieder zu einer ernstzunehmenden Mannschaft in der Liga geformt hat. Nach 5 Teilnahmen mit der West-Auswahl als ehemaliger Phoenix Sun freut sich 'Stat' darauf, seine neuen Teamfarben beim All-Star Event repräsentieren zu dürfen. Stoudemire und New York, das passt einfach perfekt zusammen. Mit Stoudemire's Ankunft wird Altstar Kevin Garnett nun endgültig sein Platzdeckchen räumen müssen, das er die letzten Jahre immer zur Reservierung ausgebreitet hatte. KG wird zwar als Reserve an seinem 14. ASG teilnehmen dürfen, sein Run als Starter aber ist hiermit ein und für allemal vorüber. Apropos vorüber: in einem furiosen Voting-Endspurt überholte Derrick Rose noch seinen Kontrahenten Rajon Rondo und schob sich auf den zweiten Guard-Spot im Osten vor. Es wird der erste Einsatz von Beginn an für den legitimen MVP-Kandidaten aus der windigen Stadt, der sich mit 24 Punkten und 8 Assists massgeblich verantwortlich zeigt für die unerwartet abgezockte Saison der Bullen.

Als Coaches werden im Westen Gregg Popovich von den San Antonio Spurs und im Osten (aller Vorraussicht nach) Doc Rivers von den Boston Celtics fungieren. Die Bekanntgabe der Reservisten erfolgt in einer extra einberäumten einstündigen Sondersendung auf ESPN, in der ganz medienwirksam.... oh falscher Text.... Die Bekanntgabe der Reservisten erfolgt nächsten Donnerstag auf TNT (vor dem wöchentlichen Double-Header mit Ernie, Chuck und Kenny, der übrigens spektakulär werden sollte: Magic/Heat, gefolgt von Lakers/Spurs). Stay tuned...

0 Kommentare:

26 Januar 2011

MIPs


Was haben Zach Randolph, Gilbert Arenas, Danny Granger oder Monta Ellis gemeinsam ? Sie alle wurden recht früh in ihrer Karriere zum 'Most Improved Player' auserkoren, stiegen zum wichtigsten Spieler ihrer jeweiligen Teams auf und werden - wenn die dicke Lady ausgesungen hat - auf eine lange und erfolgreiche NBA-Karriere zurück blicken können. Bis auf Bobby Simmons (Clippers '05) sind alle Preisträger der letzten 10 Jahre immer noch auf die ein oder andere Art und Weise relevant in dieser Liga. Man darf also ruhig behaupten, dieser Award adele und versichere zugleich gegen einen schnellen Absturz in die Bedetungslosigkeit. Letztes Jahr spielten sich Akteure wie Aaron Brooks (gewann den Award) oder Marc Gasol in den Vordergrund. Wer sind die 'Most Improved', die verbessertsten Spieler in dieser Saison ?

Paul Millsap: der Forward sass jahrelang seine Zeit ab auf der Jazz-Bank, weil ihm ein gewisser All-Star names Carlos Boozer stets vorgezogen wurde. Schon damals deutete Millsap aber in begrenzter Spielzeit an, wozu er fähig sein kann und dass er dem Booz in nichts nachsteht. Und siehe da: nach Boozer's Abgang via Free Agency stieg der 25-jährige zum Starting Power Forward bei den Jazzern auf und überzeugte bisher auf ganzer Linie. In knapp 25% mehr Spielzeit erzielt 'Sap gut 51% mehr Punkte und trifft weiterhin mehr als die Hälfte seiner Würfe. Er ist zu Deron Williams' bevorzugtem Passabnehmer im Halbfeldspiel gereift und sieht, dank seiner gesunden Mischung auf Low-Post- und Outside Game, einer langen und erfolgreichen Karriere entgegen.

Stats 09/10: 27.8 Min, 11.6 Pts, 6.8 Reb, 0.8 Stl, 69% FT
Stats 10/11: 33.8 Min, 16.9 Pts, 7.8 Reb, 1.3 Stl, 75% FT


Dorell Wright: einer der Spieler, der seine Talente aus South Beach mitnahm und infolge dessen aufblühte. Der 25-jährige dümpelte sechs Jahre lang in Miami auf der Bank herum, bevor ihn die Heat ziehen liessen. Wright passte in Golden State rein wie die Faust aufs Auge und verbesserte sich in 6 von 8 relevanten Kategorien: Punkte, Rebounds, Assists, Steals, Blocks und Dreier. Wright führt die Liga mit insgesamt 110 Dreiern an (2.5 pro Abend) und avanciert immer mehr zu dem Schweizer Taschenmesser, das viele schon zu High School Zeiten in ihm sahen. Wright erzielte in dieser Saison in verschiedenen Partien bereits 9 Dreier, 9 Assists und 12 Rebounds.

Stats 09/10: 20.8 Min, 7.1 Pts, 3.3 Reb, 1.3 Ast, 0.7 Stl, 0.8 Dreier
Stats 10/11: 39.2 Min, 16.5 Pts, 5.8 Reb, 3.1 Ast, 1.5 Stl, 2.5 Dreier


Michael Beasley: der Timberwolf ist ein weiterer Ex-Heat, der von einem Abgang aus Miami profitierte. Nach zwei enttäuschenden Jahren als Fussabtreter für alle Heat-Probleme schickte ihn Pat Riley für den Spatz in der Hand (lies: 2 Zweitrundenpicks) aus der Stadt. Im hohen Norden, abseits des ganzen Medientrubels, hat 'Super Cool Beas' seine von persönlichen Tiefschlägen geprägte Karriere in den Griff bekommen und sich als einer der besten jungen Scorer der Liga etabliert. Der Forward punktet effektiver als je zuvor (20 PPG) und scheint verstanden zu haben, wie man sich als Profi zu verhalten hat.

Stats 09/10: 29.8 Min, 14.8 Pts, 1.3 Ast, 0.4 Dreier, 45% FG
Stats 10/11: 33.5 Min, 20.5 Pts, 2.1 Ast, 0.9 Dreier, 47% FG


Kevin Love: noch ein Timberwolves-Akteur, der sich in dieser Saison stark in den Fokus der Öffentlichkeit kämpfte und als einer der grossen Favoriten auf den Award gehandelt wird. Der Rebound-Roboter Kevin Love legt eine Saison hin, wie sie ein untersetzter, unaustrainierter weisser Power Forward eigentlich gar nicht spielen dürfte: 21 Punkte und mehr als 15 Rebounds pro Abend, dazu neue Karrierebestwerte bei den Assists, Dreiern und den Trefferquoten. Sein Double-Double Count liegt inzwischen bei 32 Spielen in Folge, und das Glas putzt Mr. Love besser als 'Viss Universal', was seine 11 Partien mit 19 oder mehr Rebounds eindrucksvoll beweisen. Bestwerte in dieser Saison: 43 Punkte, 31 Rebounds, 7 Assists, 5 Dreier. You gotta Love it...

Stats 09/10: 28.6 Min, 14.0 Pts, 11.0 Reb, 0.6 Dreier, 45% FG, 81% FT
Stats 10/11: 37.0 Min, 21.4 Pts, 15.6 Reb, 1.4 Dreier, 47% FG, 88% FT


D.J. Augustin: der junge Point Guard (23) der Charlotte Bobcats wurde in die Starterrolle hinein gedrängt, nachdem Larry Brown den vorherigen Spielmacher Raymond Felton im Sommer nach New York ziehen liess. Erstaunlicherweise hielt Brown seinen Nachfolger an der ganz kurzen Leine und verdeutlichte einmal mehr seine Antipathie gegenüber jungen Spielern. Dennoch verbesserte sich der Guard durch die Bank weg und erlebte einen wahren Leistungsschub, nachdem Brown gefeuert und durch den neuen Coach Paul Silas ersetzt wurde. Der legte seinem jungen Spielgestalter die Zügel in die Hand und Augustin dankte für das Vertrauen: er erzielte in 14 Spielen unter Silas 13 mal 10+ Punkte und legte 11 mal 6+ Assists auf (bei 10 mal 0 bzw. 1 Turnover). Charlotte gewann 9 Partien und steht inzwischen wieder auf einem Playoff-Platz.

Stats 09/10: 18.4 Min, 6.4 Pts, 2.4 Ast, 0.9 Dreier, 38% FG, 78% FT
Stats 10/11: 34.6 Min, 14.7 Pts, 6.2 Ast, 1.6 Dreier, 44% FG, 92% FT


Kris Humphries: den Journeyman (4 Teams in 6 Profijahren) hatte vor der Saison keiner auf der Rechnung. Eine halbe Saison später hat sich Kris Humphries, der ebenso gut ein NFL-Profi hätte werden können, in New Jersey unentbehrlich gemacht dank seiner harten und ehrlichen Arbeit in der Zone. Humphries liegt bei RP48 (Rebounds pro 48 Minuten Einsatzzeit, also einer kompletten Partie) auf Platz 3 hinter Kevin Love und Dwight Howard. Obwohl seine Spielzeit starken Schwankungen unterliegt, bringt Hump die Resultate und steht Abend für Abend in der Crunchtime auf dem Parkett. Sein Coach Avery Johnson liess vor kurzem verlauten, dass man Humphries unbedingt verlängern möchte, weil er für alles steht, womit man die "neuen Nets" identifizieren soll. Eines ist sicher: wer in nur 25 Minuten schon solche Werte aufzulegen vermag, dem winken noch viele gute NBA-Jahre.

Stats 09/10: 17.7 Min, 7.1 Pts, 5.1 Reb, 0.6 Blk, 43% FG
Stats 10/11: 25.7 Min, 8.8 Pts, 9.4 Reb, 1.1 Blk, 53% FG


Jrue Holiday: wenig deutete zu Beginn der letzten Saison darauf hin, dass Jrue Holiday irgendwann der PG der Zukunft in Philly sein würde. Der neue Coach Doug Collins ist aber sehr angetan vom ehemaligen 19. Pick aus der UCLA. Holiday hat in seinem erst zweiten Jahr einen Quantensprung nach vorne gemacht und deutet immer wieder sein Potential an, einer der besten Two-way Einser der Liga zu werden. Vorne stets bemüht, eine gesunde Balance zwischen eigenem Scoring (14 PPG) und Spielgestaltung (6.5 APG) zu finden, etabliert sich Holiday vor allem hinten als echte Tour der Force. Dank seiner Länge und energischen Spielweise ist der Guard dabei, zu den besten Balldieben der Liga aufzusteigen. Das Skillset jedenfalls ist beeindruckend, und ich bin mir sicher, dass hier ein künftiger All-Star vor unseren Augen heran reift.

Stats 09/10: 24.2 Min, 8.0 Pts, 3.8 Ast, 1.1 Stl
Stats 10/11: 35.0 Min, 14.3 Pts, 6.5 Ast, 1.5 Stl


Raymond Felton: "What a difference a year makes!" Befreit von den Fesseln des restriktiven Larry Brown'schen Spielsystems blüht Neu-Knickerbocker Raymond Felton im grossen Apfel regelrecht auf und zeigt sich mit einer Vielzahl an persönlichen Bestwerten massgeblich verantwortlich für New York's sportlichen Turnaround. Felton belegt in dieser Spielzeit bei den Assists (8.9, Platz 6) und den Steals (1.9, Platz 5) einen der vorderen Plätze und hat sich auch als Outside Threat etabliert (1.7 Dreier pro Spiel, Platz 7 bei den PGs). In der Crunchtime gehört Felton nach wie vor zu den gefährlichsten Akteuren der Liga (87% Freiwurfquote). Mit ihm an den Kontrollknöpfen sind künftige Playoff-Teilnahmen für das neu formierte Knicks-Team nur noch Formsache.

Stats 09/10: 33.0 Min, 12.1 Pts, 5.6 Ast, 1.5 Stl, 0.8 Dreier, 76% FT
Stats 10/11: 38.7 Min, 17.5 Pts, 8.9 Ast, 1.9 Stl. 1.7 Dreier, 87% FT


Derrick Rose: schwer zu fassen, dass ein Spieler von Rose's Kaliber überhaupt in der MIP-Diskussion vertreten ist. Immerhin kam der Highflyer von den Bulls schon letzte Saison auf über 20 Punkte pro Spiel. Ein genauerer Blick auf die peripheren Werte des erst 22-jährigen lässt aber keine andere Schlussfolgerung zu: Rose hat sich im Sommer den Arsch aufgerissen und heimst jetzt die Lorbeeren ein für seine harte Arbeit. Mehr Punkte, Rebounds, Assists, Steals, Blocks und Dreier sprechen eine deutliche Sprache. Rose ist nach wie vor der einzige Spieler ligaweit, der sowohl bei den Punkten (24.6) als auch bei den Assist (8.1) in den Top10 vertreten ist. Angesichts des sicheren Bulls-Divisionstitels - und damit einhergehend einer sicheren Platzierung unter den Top4 im Osten - muss Rose in der MVP- und MIP-Wahl mit berücksichtigt werden. Er ist wirklich so gut.

Stats 09/10: 36.8 Min, 20.8 Pts, 3.7 Reb, 6.0 Ast, 0.7 Stl, 0.3 Blk, 0.2 Dreier
Stats 10/11: 38.0 Min, 24.6 Pts, 4.6 Reb, 8.1 Ast, 1.1 Stl, 0.8 Blk, 1.6 Dreier


Eric Gordon: zuguterletzt das Paradebeispiel für die Gleichung 'harte Arbeit + Erfahrung + Möglichkeit = NBA-Star'. Eric Gordon hat sich in allen Aspekten seines Spiels dermassen verbessert, dass für mich alle anderen Anwärter neben ihm verblassen, Rose inklusive (auch oder vor allem weil der Sprung von 16 zu 24 PPG innerhalb nur einer Saison immens und fast nicht zu schaffen ist). Motiviert durch seine Teilnahme an der Basketball-Weltmeisterschaft verbrachte Gordon auch danach unzählige Stunden in der Trainingshalle, wo er akribisch an seinen Qualitäten als Passer und Verteidiger feilte. Das Resultat ist ein durch und durch kompletter Offensivspieler geworden, der mit gerade einmal 22 Jahren ein erschreckend hohes Grundniveau für seine weitere NBA-Karriere etabliert hat. "Ich denke, ich habe mich überall verbessert, vom Scoring übers Passen hin zum Rebounden", so Gordon. "Dieses Produktivitätslevel werde ich halten und hoffentlich in Zukunft noch verbessern". Sein ebenfalls Award-verdächtiger Teamkollege Blake Griffin attestiert 'EJ' ein enorm gestiegenes Selbstvertrauen: "Er ist jetzt so etwas wie der Veteran bei uns. Sein Spiel ist komplett, es gibt nichts mehr, was er nicht mehr beherrscht. Er kann verteidigen, zum Korb ziehen, von draussen treffen oder aus der Mitteldistanz. Er ist das volle Rundumpaket." Und mein 'Most Improved Player 2010/11.

Stats 09/10: 36.0 Min, 16.9 Pts, 2.6 Reb, 3.0 Ast, 45% FG, 74% FT
Stats 10/11: 37.8 Min, 24.1 Pts, 3.2 Reb, 4.5 Ast, 47% FG, 82% FT


Honorable Mentions: DeMar DeRozan, Wesley Matthews, Arron Afflalo

Nachtrag: Russell Westbrook punktet zwar mehr als letzte Saison, jedoch auf Kosten seiner Teamkollegen, die durch die Bank weg weniger Würfe abbekommen. Seine PG-Werte sowie die peripheren Stats haben sich nicht verbessert, weshalb ich ihn nicht in die Diskussion mit aufnehmen konnte. Bei Roy Hibbert, der wie ein wilder Stier aus den Startlöchern in die Saison gestürmt kam, sorgten der schwache Dezember (10.9 PPG, 42% FG) und katastrophale Januar (8.2 PPG, 35% FG) für Ernüchterung. Der frühe MIP-Mitfavorit nahm sich dadurch selbst aus dem Rennen um den Award.

22 Kommentare:

HBD: Vince wird 34


Und weil Vince vor kurzem auch noch in den illustren 20000 Punkte Club aufgenommen wurde (als erst 37. Spieler überhaupt), eine kleine Extra Video-Torte zum Geburtstag.




5 Kommentare:

25 Januar 2011

Evolution of Ugly


Da sind sie also offiziell draussen seit Ende letzter Woche, und mittlerweile für gross und klein, dünn und dick, Mann und Frau gleichermassen via NBA Store erhältlich: die neuen All-Star Jerseys Jahrgang 2011. Das endgültige Design wurde wochenlang besser gehütet als das UNESCO-Weltkulturerbe. Beim Blick auf die Fetzen fragt man sich aber nun zurecht, wieso überhaupt ? Vollgepackt mit unzähligen Ornamenten, Cartoon-Schriftzügen, Logos und den obligatorischen Frischhalte-Luftlöchern wissen die Jerseys spontane Gleichgültigkeit auszulösen. Auf die Spitze getrieben wird der Gestaltungs-Schwachsinn (wie schon im letzten Jahr) durch Spielernamen unter den Trikotnummen und den beiden Schriftzügen 'THE East' und 'THE West' auf der Vorderseite. Gut zu wissen, dass nun schon Relativpronomen (sprich: bezügliche Fürwörter) auf NBA-Jerseys gehören. Nächster Schritt eventuell: ein kurzes Gedicht.

Alles in allem sicherlich nicht die miesesten All-Star Jerseys aller Zeiten, aber immer noch zu sehr konform mit der schrittweisen Textil-Bastardisierung, die in der letzten Dekade von den NBA-Designern vollzogen wurde. Nachdem man von 1997 bis 2002 die jeweiligen Team-Outfits aus werbestrategischen Gründen benutzt hatte (jeweils Home und Away Sets), begann man im Jahr 2003 wieder damit, zwei extra Trikotsätze zum Schaulaufen im Februar anzufertigen. Was mit dem cleanen Throwback-Style hoffnungsvoll begann, wurde mit der Zeit immer mehr auf die Spitze getrieben und kulminierte im trikotagen Supergau 2008. Vorne und hinten zwei verschiedene Farben, wer gehört zu wem, massenweise Augenverletzungen und absolutes Chaos auf dem Platz. Aber seht selbst: the Evolution of Ugly - eine traurige Trikot-Tragödie in 8 Akten (in sukzessiver Reihenfolge seit 2003).

8 Kommentare:

24 Januar 2011

The Association: Boston Celtics (2)


Teil 2 der preisgekrönten Doku-Reihe 'The Association', die sich in dieser Saison mit den Boston Celtics beschäftigt. Der nächste Part kommt am 25. Februar, den ersten Teil gab's bereits hier zu sehen. Viel Spass !




7 Kommentare:

NBCHF POW


Los geht's diemal wieder im Osten, wo ausnahmsweise nicht so viel los war. Das Magic-Monster Dwight Howard setzte seine MVP-Kampagne fort mit wieder einmal überragenden Big Man Statistiken, die - seien wir ehrlich - uns nicht einmal mehr vom Hocker reissen. 4 Spiele, 3 Magic-Siege. Howard kam dabei auf 26 Punkte und 13.3 Rebounds im Schnitt, darunter ein 31/19 gegen Toronto und 33/13 bei der Niederlage gegen Boston. Solide 59% aus dem Feld rundeten D12 Standard-Woche ab. Auch an Derrick Rose's numerische Werte Woche für Woche haben wir uns mittlerweile gewöhnt. In den zurück liegenden sieben Tagen brachte es der Bulls-Guard auf 26 Pts, 6 Reb und 8.6 Assists im Schnitt. Bemerkenswert dabei Rose's erstes Karriere Triple Double beim Sieg in Memphis (22/10/12). Einziges Manko: die magere 39% Trefferquote. Ansonsten ging aber nicht sehr viel in der Eastern Conference. Amare Stoudemire's (26 Pts/10 Reb) Knicks verloren alle 4 Partien, ebenso wie Toronto, wo sich DeMar DeRozan seit Dezember in prächtiger Scoring-Laune präsentiert (letzte Woche 24.5 PPG) und auch Cleveland, wo Antawn Jamison (25.3 PPG) als einziger Kavalier die Fahne in den Wind hält.


Im Westen dagegen war umso mehr geboten. Zunächst einmal muss Blake Griffin Erwähnung finden, der wohl wieder nicht den offiziellen Award einheimsen wird. Dafür sind ihm aber an dieser Stelle umso mehr Props sicher. Wer seine Clippers zu drei Siegen aus vier Partien führt und dabei 31.5 Pts, 14.5 Rebs und 5 Assists auflegt - als Rookie wohlgemerkt - der muss ganz einfach als POW deklariert werden. Ach ja: ein Clippers Rookie-Rekord und NBA Saisonbestleistung 47 Punkte lieferte der fliegende Hulk auch noch ab. Wer diese Woche nicht für Griffin gestimmt hat, sollte 'nen Alkoholtest nachholen müssen. Weitere Optionen: LaMarcus Aldridge, der seine verletzungsgebeutelten Trail Blazers zu einer 4-0 Woche führte (wenngleich gg. Minnesota, Sacramento, Clippers u. Indiana) und mittlerweile klarer Go-to Guy in Portland ist. Der Beweis: 28 Punkte, 10 Rebounds und 22 Wurfversuche pro Abend. Carmelo Anthony legte zwei mal 35+ auf für insgesamt 31.3 im Schnitt und 2 aus 3 Siegen für die Nuggets und deren Edel-Fans, die ihn zur Zeit so gerne ausbuhen. Kevin Martin, Monta Ellis und Kevin Durant (allesamt 25+) trafen den Korb seltener als ein Andrew Bogut Freiwurf und haben letztendlich - trotz oberflächlich guter Statistiken - im POW Voting nichts verloren.

Wer war Euer POW in Woche 13 ? Stimmt ab.


Dwight Howard
Derrick Rose
Blake Griffin
LaMarcus Aldridge
Carmelo Anthony
jemand anderes

  

3 Kommentare:

20 Januar 2011

DeErsatz DeRozan


Wie erwartet wird Brandon Jennings nicht beim diesjährigen Slam Dunk Contest antreten können. Der Bucks-Guard, der momentan noch an einer Fussverletzung laboriert, hält es für wichtiger, wieder fit zu werden und mit Milwaukee den Kampf um die Playoff-Plätze anzunehmen, als in einem Show-Event anzutreten, dass er ohnehin nicht gewinnen könnte. Das wird die Bucks und vor allem seinen Head Coach Scott Skiles besonders freuen. Der stichelte gestern: "Nichts gegen Brandon, ich habe ihn schon dunken sehn in der Halle wenn er alleine ist, das ist schon beeindruckend. Aber er hat insgesamt 2 Dunks. Blake Griffin hat ungefähr 96 davon."

Der Ersatz für Jennings steht seit heute offiziell fest: DeMar DeRozan, der Sophomore Highflyer von den Toronto Raptors. Der 21-jährige, der seinen ersten Dunk in der 6. Klasse mit 11 Jahren durch die Reuse drosch, belegte im letztjährigen Contest den zweiten Rang hinter Nate Robinson, nachdem er erst durch ein Dunk-Off Stichverfahren gegen Eric Gordon überhaupt in den Wettbewerb hinein gerutscht war. DeRozan, der sich auf dem Weg zu einem echten Volume-Scorer in der NBA befindet (schon 15 PPG), verfügt über ein komplettes Arsenal an Dunks und wird in seiner Heimat Los Angeles (besuchte die Compton High School) sicher doppelt motiviert in den Wettstreit gehen. Zumindest wird er den Fans spektakulärere Slams bieten können, als es BJ gekonnt hätte.






4 Kommentare:

19 Januar 2011

Lakers 100, Mavericks 109












Der Zeitpunkt hätte eigentlich nicht schlechter kommen können für die Dallas Mavericks, um gegen den amtierenden Champion Los Angeles Lakers anzutreten. Die Fohlen steckten inmitten einer für eigene Verhältnisse verheerenden Negativserie mit 6 Niederlagen in Folge und 9 aus den letzten 11 Partien. Nach dem bombastischen 24-5 Start wurde man ohne die verletzten Nowitzki, Butler und Chandler nach hinten durchgereicht in der Western Conference und lief Gefahr, durch eine erneute Pleite bis auf Platz 6 abzufallen.

Glücklicherweise konnte Mavs-Coach Rick Carlisle am Mittwoch aber wieder auf sein volles Spielerkontingent (minus Butler und Beaubois) zurück greifen, was aus den Pferdchen eine ganz andere Herde macht. Dallas gewann verdient 109-100. Jason Terry und Shawn Marion nahmen wieder ihre angestammten Rollen an und brachten von der Ersatzbank aus dermassen viel Firepower ins Spiel, dass den Lakers Hören und Sehen verging. Beide erzielten jeweils 22 Punkte und waren massgeblich am Sieg der Heimmannschaft beteiligt, die sich anfangs aber noch schwer tat.

Dirk Nowitzki (14) hat sein Top-Level nach der längsten Verletzungspause seiner Karriere (9 Spiele wg. Knieproblemen) noch nicht wieder erreicht. Tyson Chandler musste sich mehrmals während des Spiels übergeben. Sasha Pavlocic brach sich die ohnehin schon gebrochene Nase ein zweites Mal. Und zu allem Überfluss spielten die Lakers vorne auch noch wie aus einem Guss, führten in Halbzeit eins bereits mit 11 Punkten und auch im Q3 noch komfortabel mit 9. Dann aber beamte sich Jason Kidd mittels Gatorade-Drink schnurstracks ins letzte Jahrtausend zurück und legte eine One-Man Show aufs Parkett, wie man sie vom alten Point Guard lange nicht mehr gesehen hatte. 13 seiner insgesamt 21 Punkte (5 von 8 Dreier) erzielte Kidd (der auch noch 10 Assists auflegte) im vorentscheidenden dritten Abschnitt. Den entschied Dallas mit 30 zu 17 für sich. LA liess sich hinten vorführen wie die neueste Sommerkollektion und leistete sich zuviele einfache Ballverluste (10 im Vergleich zu 4 bei DAL). Pau Gasol verweigerte im zweiten Abschnitt wieder einmal die Arbeit (nur 4 Wurfversuche), einzig und allein Kobe Bryant (21 Pts, 10 Ast) und Lamar Odom (20 Pts, 10 Reb) stemmten sich noch gegen die drohende Niederlage.

Dallas aber blieb im letzten Viertel cool wie Air Conditioning und liess die Lakers nicht mehr näher als 7 Punkte heran kommen. Terry und Marion machten den Sack dann endgültig zu. Die Mavs behaupten durch den Sieg Platz 3 im wieder einmal eng umkämpften Westen. Die Lakers verlieren erst zum 2. Mal in den letzten 10 Partien, fallen aber immer weiter zurück im Kampf mit den San Antonio Spurs um die beste Bilanz und Heimvorteil in den Conference Playoffs (bereits 6 Siege Rückstand). Die Spurs können Platz 1 wohl schon fest verbuchen.

3 Kommentare:

Joel Rodchamberlainman


Was haben Joel Anthony, Dennis Rodman und der grosse Wilt Chamberlain gemeinsam ? Nichts, möchte man meinen, ausser natürlich, dass alle drei ziemlich gross sind und die gleiche Sportart ausüben/-übten. Seit Dienstag aber sind diese drei Männer auf immer und ewig miteinander verlinkt als einzige Akteure in der NBA-Geschichte, die in einem Spiel 16+ Rebounds pflückten, ohne ein einziges Mal auf den Korb zu werfen.

Für Anthony waren die 16 Rebounds (8 offensiv) eine Karrierebestleistung. Der Heat-Pfosten (1.8 Pts, 3.6 Reb) wirft ohnehin nur in Richtung Korb, wenn man ihn zwingt - was im Schnitt etwa 1 mal pro Partie vorkommt. Ansonsten wird er haupsächlich fürs Rumstehen und Foulen bezahlt - eine Arbeit, die er meist ausgezeichnet erledigt. Die 16 Bretter gestern Abend kamen wie aus dem Nichts und überstiegen seine vorherige Saisonbestleistung gleich um 5.

Dass Rodman nicht der Scorer vor dem Herrn war, ist bekannt. Der Wurm brachte es dennoch auf knapp 6 Wurfversuche im Schnitt während seiner 14-jährigen NBA-Karriere, was sich in etwa mit der Anzahl seiner neuen Piercings pro Monat die Waage hielt. Bis auf wenige, irre Distanzwürfe im Trikot der Chicago Bulls (es galt schließlich einen Ruf zu verteidigen) waren das meistens Tip-In Versuche, die er häufig gerne zu sich selbst stubste, um so "unbemerkt" seine Statistiken zu pimpen.

Bei Chamberlain allerdings wundert man sich schon ein wenig, denn der 'Big Dipper' fand in seiner Laufbahn eigentlich keinen einzigen Wurf, den er nicht gern genommen hätte. Man erinnere sich: Chamberlain brachte es insgesamt auf mehr als 30 Punkte im Schnitt, darunter gleich vier Spielzeiten mit 37+ PPG sowie seine absolut unrealistische '61/62er Saison, als er 50.4 Punkte pro Abend einstreute. Karriereübergreifend versuchte sich 'Wilt the Stilt' 22.5 mal pro Partie aus dem Feld. Nicht so in der Saison 19687/68: da wollte er seine Kritiker Lügen strafen und nahm sich vor, die Liga in Assists anzuführen - als Center, der seine Gegner nach Belieben dominierte. Der Krieger-Kollege von Arnold 'Conan' Schwarzenegger weigerte sich ab und an schlicht, auf den Korb zu werfen und suchte lieber den freien Mitspieler. Und das mit durchschlagendem Erfolg: er überholte in einem furiosen Endspurt Lenny Wilkens noch ganz knapp und wurde am Ende der Saison mit 8.6 Vorlagen bester Assist-Geber der Liga. Seine persönlichen Statistiken in jener Spielzeit: 24.3 Punkte, 23.8 Rebounds und 8.6 Assists im Schnitt. Fast so gut wie Joel Anthony.

4 Kommentare:

18 Januar 2011

Kurze Windböe oder steter Kurs...oder beides



Wenn es in den letzten knapp 20 Jahren überhaupt so etwas wie "mein NBA-Team" gegeben hat, eine Mannschaft also, die ich (unabhängig von den aktuellen Geschehnissen, die mich immer weitaus mehr tangierten und prägten) mit besonderem Interesse verfolgt habe, dann waren das die Los Angeles Clippers. Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt als Fan durchgehen würde - verglichen mit 'Clipper Darrell' sicherlich nicht einmal ansatzweise - aber aus irgendwelchen mir unerkärlichen Gründen lagen mir die Clips seit jeher am Herzen. Eine gewisse emotionale Bindung musste ich mir und anderen also immer schmerzhaft eingestehen.

Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wie erbaulich es ist, Jahr für Jahr dem miesesten Sportteam aller Zeiten bei einem 'Epic Fail' nach dem anderen zuzusehen. 8 mal weniger als 20 Siege seit 1982. Insgesamt nur 4 Winning Seasons, seitdem man 1978 von Buffalo (Braves) nach Kalifornien umgesiedelt war (zuerst San Diego, ab 1984 LA) und sich in 'Clippers' umbenannte. Nur 4 Playoff-Teilnahmen überhaupt, und nur eine einzige gewonnene Playoff-Serie. Das alles in den letzten 34 Jahren. Ganze 19 davon habe ich live und meist bei vollem Bewusstsein miterlebt. Schlechte Coaches, debile Personalpolitik und die miesesten Draft-Picks aller Zeiten inklusive. Michael Olowokandi (der schlechteste Nummer 1 Pick jemals)? Check. Yaroslav Korolev? Check. Lamond Murray, Terry Dehere, Maurice Taylor? Na klar, aber es wird schlimmer. Der Shaun Livingston Gruselfilm? Verdammt. Tom Chambers, Danny Manning, Lamar Odom, Elton Brand, Andre Miller ohne Gegenwert ziehen lassen? Unbedingt. Mike Dunleavy und Elgin Baylor als wohl imkompetentestes Head Coach/General Manager Tandem in der Geschichte? Depressionsstarre. Wann auch immer die Clippers ein halbwegs erfolgreiches Team auf den Platz stellten ('91-93, '04-06), eines war gewiss: der gute Lauf wird genauso schnell wieder vorbei sein, wie er gekommen war. So was passiert eben, wenn man routinemässig die besten Spieler ziehen lässt oder in stupiden Trades herschenkt. Niemand schaffte es besser als die Clippers, aus einem Euro 25 Cent zu machen.

Und ein Mann stand - und tut das leider immer noch - sinnbildlich für die Knauserigkeit und chronische Erfolglosigkeit der Schiffchen: Donald Sterling, der Besitzer. Ein verurteilter Rassist, dem knapp die Hälfte aller Immobilien in Zentral Los Angeles gehören (jeder, der jemals in LA Miete bezahlen musste, kann wohl nachvollziehen, wie reich Sterling in etwa sein dürfte). Aus denen ekelt er dann schon mal Minoritäten raus, einfach nur, weil er sich für besonders erhaben hält. Ein skrupelloser Geschäftsmann, der die Franchise 1981 für knapp 12 Mio $ als reines Investitionsobjekt aufkaufte. Der Wert des Vereins hat sich seither fast verdreissigfacht. Sterling aber weigert sich hartnäckig, zu investieren, um ein echtes Winner-Team aufzubauen. Den Club zu verkaufen kommt für ihn ebenfalls nicht in Frage. Er behandelt ihn genauso, wie er mit seinen Mitmenschen umspringt: selbstgefällig, lieblos, grosskotzig, plump. Der oft zitierte Clippers-Fluch, er hat weitaus weniger mit dem 'Heiligen Büffel' zu tun als mit Donald Sterling, dem greisen Muffel. Der 'Sterling-Fluch' eben.

Und darin liegt die Krux hier. Es ist dieses historische Wissen um den Mann hinter den Kulissen und die Art, wie er in der Vergangenheit mit allen guten bis sehr guten Spielern umgesprungen ist, die bei alteingesessenen Clippers-Kennern Vorsicht walten lässt. Ja, die Clippers sind momentan das heisseste Team der Liga. Das In-Thema schlechthin. Die ganze Welt spricht plötzlich über die jungen Wilden, deren Spielweise es zur Zeit unmöglich macht, sie nicht zu lieben (es sei denn, man steht eher auf das methodisch-ennuyante System der Spurs). Angeführt vom kommenden Rookie des Jahres
Blake Griffin, Scoringroboter Eric Gordon und einem revitalisierten Baron Davis zaubert das 'andere LA-Team' ein Highlight nach dem anderen aufs Parkett. Und gewinnt dabei. 10 der letzten 14 Partien, darunter Back-to-Back Heimsiege gegen Miami und die Lakers. Auch Chicago, Denver, Oklahoma City und San Antonio mussten schon daran glauben.

Noch vor Wochen sah alles nach einer weiteren peinlichen Spielzeit in der 'Clipper Nation' aus. Man steckte mittendrin im schlechtesten Saisonstart der Franchise-Geschichte, verlor 13 der ersten 14 Begegnungen. Baron Davis schleppte seine Liebesschwaden mehr schlecht als recht über den Platz und verletzte sich folgerichtig beim Versuch, seine Schuhe zu binden. Die vielen jungen Spieler versuchten es allesamt auf eigene Faust zu richten, während dem neuen Coach
Vinny del Negro an der Seitenlinie die Haare büschelweise ausfielen. Der Turnaround kam bei 5-21, irgendwo im Mannschaftsbus vor dem Palace of Auburn Hills, als die Spieler ein 'Players Only Meeting' arrangierten. Baron Davis und Blake Griffin ergriffen das Wort. "Ich sprach direkt vor dem Team sowohl Eric (Gordon) als auch Blake an und machte beiden klar, dass sie All-Stars werden müssen, weil sie nicht zu stoppen sind. Dann sprach ich den Rest des Teams an. Unsere Aufgabe ist es, alles dafür zu tun, dass die beiden dieses Ziel erreichen. Wir müssen ihnen das Leben so einfach wie möglich machen da draussen. Und mit mir fängt alles an", so ein selbstkritischer Davis zur Konversation im Bus. Dazu Griffin: "Wir hörten dieses ganze Geschwätz, dass wir das mieseste Team der Liga seien, blah blah. Ich aber appelierte an unseren Stolz. Wir sind besser als das. Ich kann das Gerede über die Vergangenheit nicht mehr hören. Es ist Zeit, die Kultur hier zu ändern", gab sich der Rookie Rebound-Roboter kämpferisch, während er seine Stimme als Mittel des Wachrüttelns erhob.

Das Meeting und die veränderte Einstellung trugen sofort Früchte. Los Angeles gewann, angefangen mit jenem Abend in Detroit, 5 seiner nächsten 6 Spiele. Nach zwei Niederlagen zwischendurch steht die Serie jetzt wieder bei 5 aus den letzten 6. Macht also 10 von 14. Die beiden Eckpfeiler des Erfolges sind Gordon und Griffin. Der eine zeigt sich nach seinem prominenten Engagement beim Gewinn der WM-Goldmedaille in der Türkei stark verbessert in allen Kategorien und hat sich als einer der besten Scorer der Liga etabliert. Seit jenem 17. Dezember kommt 'EJ' auf 25 Punkte und 5 Assists pro Spiel (2.8 Dreier) bei 51% aus dem Feld und 83% von der Linie. Gordon: "Meine primäre Aufgabe hier ist, den Ball in den Korb zu tun. Ich denke, das haut ganz gut hin". Ja, das tut es, Eric. Der andere Clippers Youngster gilt zurecht als nächstes grosses Ding in der NBA. Sicherer Rookie des Jahres, eventuell All-Star bereits in seiner ersten Saison, und wohl bald schon ein legitimer MVP-Kandidat. Abgesehen von den nächtlichen Highlight-Shows, dem Top10-Abonnement auf Lebenszeit sowie den irren Statistiken (22.5 Pts, 12.8 Reb, 33 Double-Doubles in 40 Partien, 27 in Folge), die ihn ad hoc auf die gleiche Stufe mit aktuellen oder zukünftigen Hall of Famern katapultierten (Karl Malone und Shaquille O'Neal sind die einzigen Akteure seit 1986, die eine längere 20/10 Serie als Griffin's 14 in Folge zustande brachten), sind es vor allem Griffin's Einstellung, seine unbedingte Hingabe und die Arbeitsmoral, die ihn eines Tages zu den Legenden des Sports machen werden. Seine Spielfreude und 'All Out' Intensität sind dermassen infektiös, dass sie sogar Baron Davis geheilt bekamen. Der dümpelte mehrere Jahre irgendwo zwischen Mittelmaß, Physiotherapie und Depressionspillen herum, scheint aber nach seinem Aussetzer zum Saisonauftakt wieder auf dem Weg zu altbekannter Stärke zu sein. "Von Baron hängt bei uns alles ab, er ist der Grund für unser Turnaround", erklärt Coach Vinny del Negro das Erfolgsgeheimnis seines Teams. Tatsächlich kontrolliert der vollbärtige Guard das Spieltempo wie zu seinen besten Zeiten und kann sich ganz aufs Spielmachen konzentrieren (knapp 9 Assists seit Dezember), was der gesamten Mannschaft zugute kommt - Blake Griffin sei's gedankt. Nicht zuletzt auch deshalb haben die Rookies/Sophomores im Team ihre Produktivität in den letzten Wochen enorm gesteigert. Spieler wie
DeAndre Jordan, Al-Farouq Aminu oder Eric Bledsoe sind im Clippers-Puzzle der Zukunft ganz plötzlich mehr als simple Randstücke. Die Mannschaft wächst zusammen baut sich langsam eine eigene Identität auf. Rebounding (Platz 4), Pass-Spiel (Platz 9) und das schnelle Uptempo-Game gehören ganz klar dazu.

Es ist freilich nicht alles gut im Clipper-Land. Nicht bei einer 15-25 Bilanz. Obwohl ich vor der Saison eine Playoff-Teilnahme für realistisch hielt, ist der Postseason-Zug schon zu weit voraus, als dass ihn die Clippers noch einholen und bespringen könnten - trotz Zwischenspurt. Der Rückstand (6 Siege auf Platz 8) in Kombination mit dem schweren Restspielplan (26 Auswärtspartien) und dem ganz miesen Start sind des Guten dann doch zuviel. Das ist aber auch besser so. Los Angeles hat noch viel Arbeit zu bewältigen auf dem Weg unter die 15 besten Teams der Liga.


Wenn man das Trainingscenter der Clippers betritt, prangen drei Schlagworte in grossen Lettern an der entgegengesetzten Wand: ENERGY. FOCUS. NO EXCUSES. Genau dieser Fokus, die Konzentration, ist es, was der jungen Truppe noch fehlt. Es ist einfach, gegen die Lakers und Miamis dieser Welt motiviert zu sein, wenn die Bude voll ist und das nationale Fernsehen vertreten. Was gute von mittelmässigen Teams unterscheidet ist aber die Fähigkeit, auch gegen die Kellerkinder der Liga regelmässig starke Leistungen abzuliefern. Los Angeles hat in dieser Saison bereits Niederlagen gegen Philadelphia, New Jersey, Detroit und Minnesota kassiert und dabei die grösste Krankheit junger Mannschaften - Unkonstanz - offenbart. Auf der Small Forward Position sind die Clips extrem anfällig. Der durchschnittliche PER-Wert auf SF liegt im Vergleich zum Gegner bei -8.2 und verdeutlicht die beschränkten Skills von Ryan Gomes und Aminu. Idealerweise schafft es der solide General Manager Neil Olshey, via Chris Kaman's Vertrag eine echte Verstärkung an Land zu ziehen. Auch die Ersatzbank (Platz 26) könnte ein Upgrade dringend vertragen, selbst unter der Prämisse, dass Kaman nach seiner Rückkehr in die zweite Garde rückt und nicht irgendwann getradet wird. Insgesamt muss LA seine Defensive weiter verbessern - obwohl die unter del Negro schon stark zugelegt hat - und lernen, in der zweiten Halbzeit seine Führungen besser zu verwalten. Alles Schritte auf dem Weg zum Playoff-Team, das die Clippers dann wohl 2012 werden dürften.

Der ganze Hype, der Buzz und die Aufregung werden bald verschwinden, das Team wird nicht weiterhin 70% seiner Spiele gewinnen. Bis die Young Guns wieder auf dem Boden der Tatsachen landen, sollte man die Show aber unbedingt geniessen. Jeden Abend, jedes Viertel, jedes Highlight. Denn Griffin, Gordon, Baron und Jordan hin oder her, im Clipper-Land kann jeder schöne Moment urplötzlich wieder vorbei sein. Das haben die letzten knapp vier Jahrzehnte unmissverständlich klar gemacht. Man sollte sich nicht zu sehr blenden lassen. Der 'Fluch des Büffels' und Donald Sterling überleben nämlich alles und jeden. Sagt hinterher also nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt...


18 Kommentare:

17 Januar 2011

NBCHF POW


Im Westen machte Kevin Durant da weiter, wo er letzte Woche (nicht) aufgehört hatte: KD setzte bei den zwei Thunder-Siegen einen Jumpshot nach dem anderen durch die Reuse und läuft - ähnlich wie letzte Saison etwa um die gleiche Zeit - ganz schön heiss im Moment. Insgesamt fast 70% seiner Wurfversuche aus dem Feld fanden ins Ziel. Durant scorte 33 pro Abend, Oklahoma City blieb unbesiegt. Sein kongenialer Partner Russell Westbrook hatte daran ebenfalls einen Riesenanteil mit 27.5 Punkten, 13 Assists und 9 Rebounds im Schnitt. Bleibt abzuwarten, ob Russ-West bei der grosen Guard-Konkurrenz im Westen den Sprung ins All-Star Team schaffen wird. Den hätte Grizzlies Marschmallow Zach Randolph sicherlich auch verdient, hält er doch die Bären Abend für Abend im Spiel. So auch letzte Woche, als Memphis 2 seiner 3 Partien gewinnen konnte hinter Z-Bo's 24 Punkten und 17 Rebounds im Schnitt. Steve Nash führte bei der 2-1 Bilanz der Suns gewohnt souverän Regie und setzte seine neueste Erkenntnis vorbildlich in die Tat um: in dieser Suns-Version muss Nashty selbst punkten, wenn etwas gehen soll in der W-Spalte. Gesagt, getan: 20 Punkte, 12 Assists, 5 Rebounds pro Abend später hat Phoenix urplötzlich 4 seiner letzten 5 gewonnen und bleibt im West-Playoff-Bild. Am meisten beeindruckt hat mich wohl Clippers-Guard Eric Gordon, der seine Farben zu zwei imposanten Siegen gegen Miami und das andere Los Angeles Team führte. Dabei entpuppte sich 'EJ' wieder einmal als wichtigster, weil verlässlichster Clipper auf dem Radarschirm, erzielte 28 Punkte und 6 Rebounds im Schnitt bei mehr als 60% Trefferquote.


In der Eastern Conference muss zunächst Nick Young Erwähnung finden, einer dieser blutjungen Akteure bei einem schlechten Team, die in den offiziellen Votings keine Stimme erhalten würden, weil sie zu jung und unsexy sind. Young aber legte 29 Punkte pro Partie auf (darunter Karriebestwert 43 gegen die Kings) bei fantastischen 53% aus dem Feld und von der Dreier-Linie (12 von 23). Washington gewann 2 von 3 und beginnt sich langsam ein wenig zu finden. Derrick Rose hingegen zählt schon jetzt als legitimer MVP-Kandidat zu den grossen Gewinnern der Saison. D-Rose's wieder einmal bemerkenswerte Woche: 27 Punkte per, 5 Rebounds, 7 Assists. Chicago verbuchte 3Ws in 4 Partien und haucht den Celtics und Heat weiter kalten Dunst in den Nacken (nur 4 Spiele Rückstand auf Platz 1). Dwight Howard ? Standard, wie immer. 28 Punkte. 16 Rebounds. 2 Blocks. 60% FG. Allerdings: D12 traf ungeheure 72 Prozent seiner Freiwurfversuche. Kaum zu fassen, und irgendwie gruselig. Bemerkenswert ist die Verwandlung von DJ Augustin unter dem neuen Bobcats-Coach Paul Silas. Der gibt seinem Point Guard alle Freiwäume dieser Welt, die er unter Larry Brown nie hatte. Augustin dankt es mit guten Leistungen auf dem Platz (letzte Woche: 18 Pts, 8.5 Ast). Charlotte hat sich seit Brown's Abgang verdächtig nahe an Playoff-Platz 8 heran gespielt (nur noch 1.5 Siege Rückstand).

7 Kommentare:

HBD: Dwyane wird 29

3 Kommentare:

16 Januar 2011

Like a Bosh





Semi-episches Hammer-Duell am Samstag zwischen Chicago und Miami, aus dem die Kühe siegreich hervor gingen (99-96) und gleichzeitig den Heat den letzten Rest Auswärtsreise vermiesten. Nicht nur, dass die dunkle Seite der Macht jetzt seine längste Niederlagenserie der Saison (3) egalisiert hat. Neben dem verletzten Lebron James erlitt auch noch Chris Bosh ein Weh-Wehchen der für Basketball-Verhältnisse ganz seltenen Art: er knickte um. Oh Schreck ! Sein telepathischer Versuch, einen vehement zu Boden tauchenden, ausländischen Bulls-Rookie mit für Amerikaner unaussprechlichem Namen (Ömer Asik) mittels Gedankenübertragung á la Lord Sith vom Ball fernzuhalten, schlug aus unerklärlichen Gründen fehl. Der Türke griff sich also im Sinkflug die Murmel und begrub gleichzeitig Bosh's Sprunggelenk unter seinen knapp 120 Kilogramm Lebendgewicht. Für Bosh brach just in jenem Moment eine kleine Welt zusammen. Er fühlte sich zu Unrecht hart angegangen und beschwerte sich in der anschließenden Konferenz über die unnötige Härte im Spiel. Frau Bosh ging sogar soweit, einen softeren Verhaltenskodex für die Zukunft zu fordern:

"Och, kommt schon, so entstehen ernsthafte Verletzungen. Man muss mehr auf die Beine der Leute aufpassen (...) Wir wollen alle spielen und für unsere Familien sorgen. Wir wollen alle gesund sein und das ist das Wichtigste. Wenn der Ball in der Nähe eines Beines rollt, darf man einfach nicht danach hechten."

Jetz ernsthaft, Chris Bosh ? Nicht nach Bällen hechten ? Mal abgesehen davon, dass hartes, aufopferungsvolles Spiel ohne Rücksicht auf Verluste der Sieggarant Nummer eins im Sport ist, müsste jemand dem 'Power' Forward noch einmal das Konzept von Floor Dives erklären. Hätte Asik stehen bleiben sollen ? Bosh eventuell vorwarnen mit dem Hinweis, das eigene Sprunggelenk doch lieber woanders zu platzieren ? Oder womöglich ganz auf den Ballbesitz in einem eng umkämpften Spiel verzichten, nur weil sich Bosh um die Makellosigkeit seiner zweifellos perfekt gepflegten Kniehaut sorgte ?

Die Webosphäre jedenfalls lacht zurecht über Bosh und dessen wahnwitziges Statement - vor allem auf Twitter, wo eine Reihe von #chrisboshquotes am Sonntag für den ein oder anderen Schmunzler zwischendurch sorgten. Was sagt ihr: Ist die Welt einfach zu grausam und hart für den RuPaul der Big Men ?

28 Kommentare:

Snapshots: 16.01.11




1 Kommentare:

13 Januar 2011

ASG Zwischenstand: Kobe immer noch vor Howard und James


Die letzte Zwischenzählung zur diesjährigen All-Star Wahl wurde heute enthüllt. Fans dürfen noch 9 Tage lang ihre gewünschten Starter wählen, bevor am 27. Januar auf TNT die 10 Akteure mit den meisten Stimmen bekannt gegeben werden. Die 30 NBA-Coaches beraten sich anschließend noch über die restlichen jeweils 7 Spieler pro Conference. Die Reserven werden dann letztendlich am 3. Februar, ebenfalls im Rahmen des wöchentlichen TNT Doubleheaders präsentiert. Der neueste Stand der Dinge sieht folgendermassen aus:

Kobe Bryant (Lakers) 1,757,216
Dwight Howard (Magic) 1,537,619
LeBron James (Heat) 1,518,807
Dwyane Wade (Heat) 1,499,768
Kevin Durant (Thunder) 1,270,729
Derrick Rose (Bulls) 1,225,575
Rajon Rondo (Celtics) 1,171,311
Amar'e Stoudemire (Knicks) 1,143,391
Kevin Garnett (Celtics) 1,049,544
Chris Paul (Hornets) 949,049
Carmelo Anthony (Nuggets) 945,720
Yao Ming (Rockets) 928,928
Pau Gasol (Lakers) 851,456
Blake Griffin (Clippers) 702,784
Tim Duncan (Spurs) 663,487
Andrew Bynum (Lakers) 660,576
Shaquille O'Neal (Celtics) 639,661
Ray Allen (Celtics) 630,588
Dirk Nowitzki (Mavericks) 615,243
Manu Ginobili (Spurs) 593,718


Ganz oben hat sich nichts verändert: Kobe, Howard, Lebron und Wade sind jetzt schon gesetzt. Ebenso Durant als Forward im Westen und Chris Paul auf der zweiten Guard-Position. Bleibt alles beim Alten, spielt auf der anderen F-Position Denver Nugget Carmelo Anthony, der 100000 Stimmen Vorsprung vor Pau Gasol und knapp eine Viertel Million vor Blake Griffin hat. Allerdings ist da ja noch die ungelöste Tradesituation um 'Melo, der in den nächsten Wochen ebenso gut im Osten landen könnte. Dort hat sich zwischen Kevin Garnett und Amare Stoudemire ein verbitterter Stimmenzweikampf heraus kristallisiert. 'Stat' hat KG mittlerweile überholt und hat vor dem Finale knapp 95000 Stimmen und eine Brille Vorsprung. Eng geht es auch zwischen Rajon Rondo und Derrick Rose zu. Der Bulle hat unter den Top10 den grössten Satz nach oben gemacht und liegt jetzt knapp 50000 Votes vor dem grössenwahnsinnigen Celtics-Guard. Zuguterletzt noch eine überraschende Nachricht: Lakers-Center Andrew Bynum wird zu seinem allerersten All-Star Einsatz kommen, weil Yao '5 Milliarden Stimmen' Ming aufgrund seiner Fussverletzung nicht antreten kann. Dass Bynum dabei vor heimischem Publikum in Los Angeles von Beginn an auflaufen wird, ist natürlich die Krönung für den erst 23-jährigen Lakers-Center.


16 Kommentare:

12 Januar 2011

Heat 105, Clippers 111












Sie hatten an diesem Abend keine Antwort auf das Problem der jungen Wilden aus Los Angeles parat. Das dominierende Team der letzten Wochen verlor zum ersten Mal nach 13 Auswärtssiegen in Folge und verpasste so die Chance auf etwas Historisches schon in dieser Saison. Mit weiteren 3 Siegen auf fremdem Parkett wäre Miami gleichgezogen mit den legendären '71/72er Los Angeles Lakers, die auswärts 16 und insgesamt unfassbare 33 Partien in Folge für sich entscheiden konnten - ein Rekord wohl für die Ewigkeit.


Ausgerechnet das andere LA-Team machte den Heat nun einen Strich durch die Rechnung. Die Clippers stürmten mit einem 44-Punkt Viertel in die Begegnung und blickten danach nicht mehr zurück. Es war die höchste Scoringausbeute gegen Miami - das zweitbeste Defensivteam der gesamten Liga mit nur 92 Gegenpunkten pro Abend - in einem Viertel in der gesamten Saison. Überhaupt zählte der komplette Anfangsabschnitt zum besten Entertainment der bisherigen Spielzeit (League-Pass Besitzer: unbedingt Wdh. abchecken). Dunks, Alley-Oops, Fast-Breaks, Blocks, Dreier... und Dunks, Dunks, Dunks, hüben wie drüben. Es ging rauf und runter. Nach 12 Minuten Blitzkrieg führten die Clippers 44-26. Die Zuschauermenge war elektrisiert.

Wie so oft begann Miami dann, angeführt von Dwyane Wade (31) und Chris Bosh (26 Pts, 13 Reb), sich in die Partie zurück zu beissen. Die Clippers aber blieben cool und stets ein paar Zähler in Front. Point Guard Baron Davis, der sich nach peinlichem Saisonstart in letzter Zeit stark verbessert präsentiert, führte mit 20 Punkten und 9 Assists glänzend Regie. Eric Gordon (26 Punkte) und Blake 'The Great' Griffin (mit dem obligatorischen 24/14 Double-Double) legten beide grossartige Leistungen aufs Staples-Parkett. Den Unterschied machten am Ende die Rollenspieler der Clippers, die Miami's Bank mit 20 Punkten deklassierten.

Das Schlussviertel war spannend. Nachdem Lebron James (27) seine Farben mit einem Dreier bis auf 94-92 heran gebracht hatte, übernahmen die Big 3 der Clips das Kommando: Davis, Gordon und Griffin erzielten 16 der letzten 17 Punkte für ihr Team, das sich zu keinem Zeitpunkt verunsichern liess und vor ausverkauftem Haus ein weiteres Mal Streakbuster spielte. Endergebnis 111-105. Los Angeles hat in der laufenden Saison nun lange Siegesserien der Hornets, Spurs, Bulls und Heat beendet und seinerseits 8 der letzten 11 Spiele gewonnen. Clippers on the rise !

11 Kommentare:

R.I.P. Cleveland Cadavers



Es waren einmal die Cleveland Cavaliers. Noch vor knapp einem halben Jahr galten sie (zu Unrecht) als das beste Team im Basketball. Sie hatten zum zweiten Mal in Folge die beste Bilanz der regulären Saison zusammengetragen und standen für viele Experten (aber mit Sicherheit nicht für uns hier) kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft. Fast Forward zur Saison 2010/11: Lebron's Talente wanderten zusammen mit ihrem Besitzer nach South Beach, Miami ab. Die Art der Trennung und anschließende Schlammschlacht über alle Medienkanäle hätte hässlicher und schmerzhafter nicht sein können - für die Cavs. Gefangen in einer Art Schockstarre nach dem Abflug des ehemaligen Franchise-Spielers versäumte es Manager Dan Gilbert dann, im grössten Free Agent Sommer aller Zeiten auch nur einen einzigen relevanten Neuzugang an Land zu ziehen (was angesichts einer 14 Mio $ Trade Exception nach LBJ's Abgang und massenweise Veteranen als Tradeware umso bemerkenswerter ist, auf eine faszinierend inkompetente Art und Weise).

Ich weiss nicht welcher Anfall von Idealismus/Positivismus mich im Sommer noch dazu bewogen hatte, folgende optimistische Saisonvorschau für Cleveland auf die Webseite zu klatschen: "...Vor allem aber wird Cleveland von seiner Extra-Motivation zehren in dieser Saison. Keiner traut den ex-Lebrons etwas zu, die Erwartungen sind historisch niedrig. Die Cavs könnten, wenn alles perfekt läuft, zur Aschenputtel-Geschichte der Saison werden und sich als 8. Team in die Playoffs mogeln."

Ähm...(peinliche Stille). Soviel dazu. Seit dem 3. Viertel der Partie gegen Miami (die erste Rückkehr des in Ohio zum Staatsfeind Nummer 1 avancierten James, der für sein ex-Team mit 38 Punkten nur Hohn und Spott übrig hatte) sind die Kavaliere wie paralysiert. Waren sie vor jener Demütigung im Dezember noch bei einer respektablen 7-10 Bilanz gestanden, haben sie seitdem 19 von 20 Spielen verloren. Keines auf trübseligere Art und Weise als das 112-57 am Dienstag gegen die Los Angeles Lakers.

Der Tiefpunkt war historisch tief. Zur Sicherheit noch einmal das Endergebnis (kein Druckfehler): 112-57. Was wie ein Olympisches Duell ca. 1992 zwischen Amerika und Angola anmutet, war tatsächlich das Resultat einer NBA-Partie, welche mit Sicherheit in die Geschichtsbücher eingehen wird. All-Time Negativwert der Cavalier-Franchise-Geschichte. All-Time Bestwert einer Lakers Defensive. Und natürlich die mit Abstand anemischste Offensivleistung aller Mannschaften in dieser Saison. Es hätte noch schlimmer ausfallen können für die desolaten Kavaliere, die Glück hatten, dass im gesamten letzten Abschnitt nur noch Bankdrücker auf Lakers-Seite eingesetzt wurden. Es war, als hätte man die Cavaliers mit einem Monstertruck überfahren, anschließend in den Rückwärtsgang geschaltet, wäre noch zweimal drüber, nur um letztendlich die Überreste einzusammeln und sie als Gartendünger zu verteilen. Cleveland (8-30) hat nun seine letzten 11 Partien mit durchschnittlich 16 Punkten Unterschied verloren. Man ist grösstenteils also gar nicht anwesend auf dem Platz. Head Coach Byron Scott kann einem nur leid tun.

Wer den Schaden hat, braucht für den anschließenden Spott dann bekanntlich nicht mehr zu sorgen: Cavaliers-Forward Antawn Jamison liess verlauten, dass er "nicht wisse, wieviel davon er noch vertragen könne, ohne wahnsinnig zu werden" - was angesichts seiner früheren Engagements in Washington und Golden State (je 18 Siege) schon recht spektakulär ist. Lakers-Coach Phil Jackson wunderte sich vor der Partie über einige der Cavs-Spieler, von denen er süffisant behauptete, noch nie etwas gehört zu haben. Die Ehefrau von Lakers-Guard Steve Blake fühlte sich verpflichtet, Cavs-Spielern nach der Partie kostenlose Umarmungen und Streicheleinheiten anzubieten. Selbst Lebron James konnte es sich nicht nehmen lassen, via Twitter seine Verachtung für die gesamte Organisation zu verdeutlichen, die er selbst erst in dieses Dilemma gebracht hatte: "Karma is a b****. Gets you every time !"

Natürlich besteht das Team ausschließlich aus Rollenspielern. Natürlich war der Großteil des Spieleraufgebots in dieser Saison irgendwann einmal verletzt, das Team konnte sich nie wirklich einspielen. Natürlich fehlen auch jetzt wieder mit Varejao, Parker und Gibson drei wichtige Leistungsträger. Und ja, bei Akteuren wie Christian Eyenga, Stephen Graham oder Samardo Samuels in der Lineup muss man für jedes W doppelt und dreifach kämpfen. Aber man kann wenigstens kämpfen. Sich reinhängen. Alles geben, und sich teuer verkaufen, um auch bei der nächsten Niederlage noch mit erhobenem Haupt vom Platz gehen zu können. Die Cleveland Cadavers tun nichts dergleichen. Und beweisen so Abend für Abend, was viele nach dem Abgang von Lebron James befürchtet hatten: dass dieses Team im Sommer 2010 offiziell gestorben sein wird. Ruhe in Frieden, Cleveland.

7 Kommentare:

11 Januar 2011

'Sheed Comeback ?


Heimlich, still und leise hatte Rasheed Wallace nach Boston's Niederlage im 7. und letzten Finalspiel gegen die Los Angeles Lakers im Sommer seinen Rücktritt von der NBA bekannt gegeben. Die Rückenschmerzen, die ihn nach 15 harten Jahren im Profigeschäft plagten, waren zu stark geworden, um weiter zu machen, und obwohl 'Sheed noch 2 Jahre (13 Mio $) Vertrag hatte, hängte er seine Basketball-Sneakers an den Nagel. Einfach so. Irgendwie wurde man aber das Gefühl nicht los, dass es dafür noch nicht der richtige Zeitpunkt gewesen war. Der heute 36-jährige hatte noch einiges an Ball in sich und spielte streckenweise inspiriert wie eh und je - was seine aufopferungsvollen Darbietungen in den Finals auch eindeutig bewiesen.

Noch seltsamer mutete Wallace's Rücktritt an angesichts der Tatsache, dass alle Celtics-Spieler (minus Tony Allen) sich für einen letzten Run auf den Titel wieder versammelten. Wieso würde Wallace eine allerletzte Chance auf den Pott sabotieren, und das als Teil der 'besten Mannschaft mit der engsten Kameradschaft" (Zitat Wallace), in der er je gespielt hatte ? Schon im Sommer machten dann Gerüchte die Runde, dass Wallace sich seines Rücktritts plötzlich gar nicht mehr so sicher war und vielleicht glaubte, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Celtics-Neuzugang und Hobby-Sumoringer Shaquille O'Neal ging sogar soweit, Wallace öffentlich zu einer Rückkehr ins Team aufzufordern, um mit ihn zusammen auflaufen zu können. Boston aber nahm noch Jermaine O'Neal unter Vertrag und begann die Saison ohne seinen ehemaligen extrovertierten und enigmatischen Power Forward.

Nun wird berichtet (via Stephen A. Smith), dass Wallace dieser Tage über ein Comeback mit den Boston Celtics nachdenkt. Während die Celtics-Spieler sicher Feuer und Flamme für diese Idee sind (Wallace war in der Kobold-Umkleide ungemein beliebt), hat Boston bereits 15 Spieler unter Vertrag (NBA-Maximum) und müsste dementsprechend 1 Akteur aus dem Kader streichen, um für die Nummer 30 Platz zu machen. Coach Doc Rivers betonte heute während des Trainings, dass es intern in Boston's Chefetagen keinerlei Gespräche über Wallace gegeben habe.

Ein 'Sheed Comeback steht also nicht unmittelbar bevor. Noch nicht, zumindest. Denn was nicht ist, kann ja noch werden. Betrachtet man die personelle Situation der Celtics, fällt schnell auf, dass die im Backcourt auf der Shooting Guard Position überproportional besetzt sind (Allen, Daniels, West, Wafer, Bradley). Schafft es West nicht, von seiner Handverletzung zurück zu kommen, müsste man ihn ohnehin aus dem Kader streichen. Ansonsten könnte man Rookie Avery Bradley problemlos für einen Zweitrundenpick traden, was dann den benötigten Roster-Spot freimachen würde. Für Boston zählen in diesem Jahr ohnehin nur zwei Duelle: die in den Playoffs gegen Miami, und so es denn sein soll, das Final-Rematch mit den Lakers. Miami's offensichtliche Vorteile auf den Flügeln wollen die Grünen mit schierer Länge und Grösse unter den Brettern bekämpfen. Und gegen LA kann man nie genug Lange im Team haben. Ein Wallace käme bei all den Vorhaben sicherlich praktischer daher als ein unerfahrener 7. Guard in der Rotation, der ohnehin nie zum Einsatz kommt. Und da Wallace immer noch auf Boston's Gehaltsliste steht, müsste nicht einmal neu verhandelt werden. Einfach Trikot überstreifen und wieder Technische kassieren wie zu besten Zeiten. Boston täte wirklich gut daran, ihn zurück zu bringen, allein schon, um ihn von anderen Contendern fern zu halten.

Denn falls es in Boston nicht klappen sollte: da draussen gibt es mehr als genug Playoff-Teams, die einen Forward/Center mit Rasheed's Qualitäten (Karriere 16 Pts/7 Reb) und Playoff-Erfahrung sehr gut gebrauchen könnten in der heissen Phase der Saison. Teams wie Orlando, San Antonio, Portland oder Dallas. Selbst wenn 'Sheed über 20-25 Minuten Einsatzzeit pro Partie nicht hinauskommen sollte, einen Unterschied dürfte er in der Postseason dennoch ausmachen. Es wäre erfrischend, wenn Rasheed Wallace - mit Sicherheit einer der emotionalsten und leidenschaftlichsten Spieler aller Zeiten - nach dem All-Star Wochenende noch einmal auftauchen würde aus der Versenkung für einen allerletzten Run. Und sei es nur, um dann zu sehen, wie schnell man in der Praxis 16 technische Fouls und das obligatorische Spiel Sperre zusammenkratzen könnte nach diesen neuen 'Respect the Game' Regeln...

8 Kommentare: