23 Juni 2011




Der NBA-Draft steht kurz bevor. Während die 14 Lotterie-Teams (und natürlich auch die Playoff-Mannschaften) in ihren 'War-Rooms' letzte Statistiken durchstöbern und mit allen nur erdenklichen Draft- und Tradeszenarien die Platinen ihrer Gehirnprozessoren zum Glühen bringen, könnt ihr Euch gemütlich zurück lehnen und letzte Info-Häppchen verspeisen. Die werden Euch heute wieder in Co-Autorenschaft präsentiert: Rob Jerzy (Nyknicksjournal), Malte Arndt (NBA-Blog) und Onur Alagöz (Nothing but Net) haben sich mit NBACHEF zusammengetan, um die wichtigsten Fragestellungen im Vorfeld des hoch antizipierten Selektionsmarathons zu untersuchen. "With the first pick in the 2011 NBA Draft..."

1. Ist der 2011er Draft-Jahrgang wirklich so schwach, wie viele Beobachter behaupten?

NBACHEF: Absolut nicht. Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass mit jeder neuen Saison der jeweilige Rookie-Jahrgang als schlechtester seit langem gilt. Das war letzten Sommer schon so, 2009 auch, und all die Jahre zuvor ebenfalls. Das Bild, das viele Experten häufig malen, ist mir zu depressiv. Wie immer werden auch diesmal ein paar wenige Franchise-Spieler mit an Bord sein, ein gutes Dutzend Rotationsspieler und der ein oder andere ungeschliffene Edelstein, der bald aus dem Schatten ins Rampenlicht funkeln wird. 'Same procedure as every year' also.

Rob Jerzy, NYKnicksjournal: Ich kann mich an den Draft 2009 erinnern, als die selben Vorboten an der Türschwelle standen und die sportliche Apokalypse predigten. Auch damals galt die Draft Class als zu schwach. Heute wissen wir, sie brachte etliche Talente hervor. Spätestens seit dieser Zeit gebe ich auf diese Voraussagen nichts. Entscheidend ist immer, zu welchem Programm der jeweilige Spieler kommt, sprich wird er entwickelt, erhält er Einsatzzeit. Insofern kann man das Megatalent leicht erkennen und den schlummernden Rohdiamanten leicht übersehen.

Malte Arndt, NBA-Blog: Definitiv ja. Gut, Franchise-Spieler gibt es nur alle Jubeljahre mal, weshalb ich es der Draftklasse nicht ankreide, dass sie vermutlich keinen beinhalten wird. Aber generell sehe ich auch nur wenige Spieler, die das wirkliche Potential haben, sich zum All Star zu entwickeln. Dabei mag der Draft vielleicht in der Breite gar nicht einmal so schlecht besetzt sein und viele Spieler können irgendeine Rolle in ihrem Team finden, aber wesentlich mehr ist nur bei den wenigsten drin. Andererseits sollte man im Hinterkopf behalten, dass z.B. der 2009er Jahrgang auch belächelt wurde, letztlich aber einige gute Spieler ausspuckte. Es spricht aber sehr, sehr viel dafür, dass das dem 2011er Jahrgang nicht gelingen wird.


2. Welcher Spieler ist am meisten "NBA-ready", also bereit, vom ersten Tag an Grosses bei den grossen Jungs beizutragen?

Onur Alagöz, Nothing but Net: Ich glaube, dass man das hier nicht allein vom Spieler ausmachen kann, sondern auch vom Team, das ihn draftet. Persönlich glaube ich, dass Donatas Motiejunas da schon seine Nische finden wird. Groß, guter Schuss, Potenzial ohne Ende, vielseitig. Wenn, wie ich glaube, Golden State ihn draften wird, dann wird er da schon einiges reißen.

Malte Arndt, NBA-Blog: Wenn man nicht übergroße Erwartungen aufgrund der vermutlich hohen Picks hat, würde ich sagen, dass vor allem Kyrie Irving das Zeug dazu hat, sofortigen Einfluss auf das Spiel seines Teams zu nehmen. Auch wenn es ihm u.a. in der Five als Nachteil ausgelegt wurde, dass er nicht über die Athletik eines Derrick Rose oder John Wall verfügt – er ist ein relativ kompletter Aufbau, der vor allem innerhalb der Dreierlinie lebt und deswegen gut in die NBA passt. Und da ich der Meinung bin, dass gut ausgebildete Point Guards immer den größten Einfluss nehmen können (siehe Chris Paul in seinem Rookie-Jahr), würde ich mich da auf Irving festlegen.

NBACHEF: Derrick Williams. Biest!

Rob Jerzy, NYKnicksjournal: Spieler, denen gleich zu Beginn eine passende Rolle zugeteilt wird. Müsste ich Geld auf Namen setzen dann Kyrie Irving, Kemba Walker und 'The Jimmer'.

3. Wie schätzt Du die europäischen Topspieler ein?

Malte Arndt, NBA-Blog: Enes Kanter ist eigentlich kaum einzuschätzen, da er das NCAA-Jahr aussetzen musste. Wenn man sich das Highlight-Video seines Hoop Summit-Auftrittes 2010 ansieht, kann man aber leicht ins Schwärmen geraten. Spin-Moves, Abschluss aus dem Dribbling, And-Ones im Fastbreak. Auch wenn es so aussieht, als würde er keine Zeitung überspringen können, liefert er schon eine ganze Menge. Er kann für mich der Star dieses Jahrgangs werden, wenn er sich vor allem im Lowpost noch weiterentwickelt. Valanciunas scheint der einzige zu sein, der sich schnell durchbeißen könnte. Wie bei fast jedem Euro-Center gibt es Bedenken hinsichtlich seiner Stärke, aber ich denke, dass sich offensive Klasse letztlich auszahlen wird. Aber er wird genau wie Jan Vesely eher ein Projekt sein, dass sich über Jahre entwickeln wird. Vesely bringt gute Anlagen mit und ein potentieller Small Forward mit 2,11 Metern ist natürlich sexy. Sofern er sein Ballhandling verbessert, kann er eine relativ unorthodoxe Waffe für einige Teams werden – auch wenn das vermutlich noch ein paar Saisons dauert. Motiejunas scheint nach allem, was man so liest und hört, das Gesamtpaket bringen zu können (außer den traditionellen schmächtigen Körperbau), aber wenn ich jetzt schon lese, was mit seiner Einstellung alles nicht stimmen soll, kann er auch ein tiefer Griff ins Klo werden. Wenn er sich motivieren kann, ist er sicherlich ein sehr guter Spieler, aber 4,6 Rebounds als Sevenfooter sind eher lächerlich als alles andere. Selbst Brook Lopez würde das als Beleidigung auffassen.

Onur Alagöz, Nothing but Net: Zu Motiejunas habe ich ja bereits oben etwas gesagt. Von Kanter halt ich sehr viel, weil der Kerl sich nicht zu schade ist, auch mal ein bisschen Prügel in der Zone zu beziehen. Big boy body gepaart mit legitimen Skills - der Junge macht sein Ding. Zu Jonas Valanciunas kann ich nicht viel sagen, außer, dass ich ihn für ein großes Risiko ob seiner Fehlerfrequenz und offensiven Einseitigkeit halte. Vesely wird man beobachten müssen, aber ich traue ihm da doch viel zu.

NBACHEF: Nach dem triumphalen Titelgewinn der Dallas Mavericks, die unzählige Playoff-Heroics von Dirk Nowitzki bis zum Pott ritten, lecken sich GMs mehr denn je die Pfoten nach dem nächsten Euro-Superstar. Es war schon immer so, dass erfolgreiche Modelle in der NBA ungefragt kopiert werden - was den Europäern in den nächsten Jahren zugute kommen dürfte. Wer aber vom alten Kontinent wird der nächste Franchise-Anker in der besten Liga der Welt? Von den diesjährigen Top-Prospects keiner. Kanter generiert mir zur Zeit ein bisschen zu viel Hype - bei einem auf hohem Niveau völlig unbewiesenen Center eine gefährliche Sache, die schnell nach hinten los gehen kann. Motiejunas ist weich wie frisch gekochte Nudeln und landet mir nichts, dir nichts wieder in Europa. Valanciunas hat Skills und wird irgendwann ein solider Rotationsspieler - vermutlich aber erst in ein paar Jahren (Vertragsprobleme in Europa, Buyout-Summe zu hoch). Vesely ist hart wie ein Sargnagel und könnte irgendwann eine ähnliche Rolle wie 'Birdman' Andersen übernehmen - ein Superathlet ohne Offensivmoves. Nikola Vucevic taucht auf den wenigsten Radarschirmen auf: riesengross mit einem butterweichen Jumpshot. Gilt allgemein als bester "echter" Center dieses Draft-Jahrgangs.


4. Welchem Top10 Point Guard (Walker, Irving, Knight) prophezeist Du die erfolgreichste Profikarriere?

Rob Jerzy, NYKnicksjournal: Definitiv Irving, da sein Spiel am weitesten entwickelt ist und er sofort Verantwortung erhält, egal ob nun in Cleveland oder Utah.

NBACHEF: Irving, Walker, Knight - in genau dieser Reihenfolge.


Onur Alagöz, Nothing but Net: Definitiv Irving. Pass-first Point Guards werden immer ihren Platz in der Liga haben, seine Fähigkeiten in diesem Bereich hat er ja - wenn auch in wenigen Spielen - in Duke schon eindrucksvoll zur Schau gestellt. Man wird abwarten müssen, wie Cleveland ihn an die Liga heranführen wird, aber mit genug Spielzeit und Toleranz für Fehler - Starter bis All-Star.


5. Wer sind die Top-Schläfer im Draft?


NBACHEF: Marshon Brooks (SG) - eine fein justierte Scoring-Maschine mit aggressivem Naturell. Kawhi Leonard (SF) - extrem vielseitiger Gerald Wallace Klon mit Händen gross wie Bratpfannen. Nikola Vucevic (C) - ein Riese mit softem Shooting Touch und gutem Spielverständnis. Kenneth Faried (PF) - als eindimensional verunglimpft, aber niemand arbeitet härter unter den Brettern als der Rastamann.

Malte Arndt, NBA-Blog: Wenn Donatas Motiejunas sich dauerhaft motivieren und ein paar Kilo Muskelmasse zulegen kann, wird er der absolute Volltreffer des Jahrgangs. Da ich das aber nicht glaube, bringe ich mal zwei andere Namen ins Spiel: Marcus Morris hat mir eigentlich immer gut gefallen, wenn ich Spiele von Kansas gesehen habe. Ein Star wird aus ihm sicher nicht werden, aber ich denke, dass er viele mit seinem sehr reifen und vielseitigen Spiel überraschen wird. Bei einem Team, das sein Rebounding nicht zwangsläufig über die Big Men generiert oder auf Small Ball setzt (zum Beispiel Phoenix), kann er sehr viel besser sein, als viele denken. Josh Selby wäre ebenfalls ein Name, den ich mir vormerken würde. Sein Uni-Jahr war zwar alles andere als berauschend, aber sein Spielstil mit viel Athletik und Zug zum Korb ist wie gemacht für die NBA. Als Glue Guy von der Bank könnte er eventuell mal in Erscheinung treten.

Onur Alagöz, Nothing but Net: Naja, ein Schläfer ist Enes Kanter nicht wirklich, aber ich glaube er wird dennoch unterschätzt. Ich glaube schon, dass er ein echter Impact Player sein kann. Generell der größte Schläfer ist für mich Jordan Hamilton von Texas. Guter Scorer mit einem tollen Jumpshot und entgegen der allgemeinen Meinung sehe ich ihn auch als guten Athleten an.

Rob Jerzy, NYKnicksjournal: *Huhhh* ... Innerhalb der Lottery würde ich auf Brandon Knight tippen. Ab 15 ... Nikola Vucevic von USC, welcher vielleicht noch in die Lottery steigt.

6. Welche Strategie sollten die Cleveland Cavaliers mit ihren jeweiligen Picks (1 und 4) fahren?

Malte Arndt, NBA-Blog: Wenn ich ehrlich bin: Die Situation ist ziemlich vertrackt. Zum einen, da der Draft erwiesenermaßen nicht sehr tief ist und sich die Picks somit besser anhören, als sie es sind. Zum anderen, weil der beste Spieler der Cavs ein Aufbau ist. Da die Cavs aber einfach nicht Irving an der ersten Stelle übergehen können, würde ich den vierten Pick zusammen mit Davis‘ Arsch verschiffen, solange dieser noch nicht das Ozonloch abdecken kann. Sonst hat man einen unmotivierten, übergewichtigen Aufbau auf der Bank, der 28,8 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren verschlingt (und da frage sich noch jemand, warum wir kurz vor dem Lockout stehen…). Natürlich wird man nichts angemessenes im Gegenzug kriegen, aber ein guter Shooter, der von Irving profitiert, oder Big Man mit Touch aus der Mitteldistanz, der dann Pick and Pop spielen könnte, wären ein Anfang. Darauf zu spekulieren, dass Kanter auf die Vier fällt, würde ich nicht, aber andererseits hängt das von David Kahn ab. Sollte Kanter an vierter Stelle verfügbar sein, ist das natürlich ein No-Brainer.

NBACHEF: Obwohl ich Derrick Williams für den besten Spieler des Drafts halte, müssen die Cavs mit dem ersten Pick Kyrie Irving selektieren. Die PG Position ist heutzutage die wichtigste, und mit dem ex-Dukie hätte man das Fundament für den Wiederaufbau schon mal ausbetoniert. Ähnlich wie Wall in Washington oder Rose in Chicago muss Irving das neue Gesicht des Vereins werden, also auch Identifikationsfigur für Fans und Medien. Auf der Vier zieht man dann den besten verfügbaren Big Man, den man Irving dann an die Seite stellt. Da Kanter an 2 oder 3 vom Tisch ist, bleiben noch Prospects wie Tristan Thompson, Jan Vesely oder Jonas Valanciunas übrig. Letzterer hat das grösste Potential, zu einem soliden NBA-Starter heran zu reifen. Selbst wenn er erst in 1 oder 2 Jahren über den Teich wechselt - Cleveland hat Zeit.


7. Wen empfiehlst Du den Washington Wizards mit dem 6. Draft-Pick?


Onur Alagöz, Nothing but Net: Jan Vesely. Er deckt die Bedürfnisse des Teams auf der 3 und der 4, ist ein toller Spieler mit viel "upside", wie die Amis das schimpfen und passt von seiner Vielseitigkeit exzellent zu John Wall. Er würde auch im Frontcourt ein tolles Tandem mit McGee bilden, die beiden ergänzen sich in ihren Fähigkeiten schon sehr gut, finde ich. Natürlich wäre Derrick Williams ebenso gut bis besser, aber an sechster Stelle sollte der nicht mehr zu haben sein.

NBACHEF: Die Wizards sind unsterblich in Enes Kanter verliebt. Den gibt es an 6 natürlich nicht mehr zu essen. Neueste Gerüchte belegen aber, was schon länger ein offenes Geheimnis ist: die Wiz wollen sich nach oben traden. Kanter neben John Wall und einem aufstrebenden Jordan Crawford wäre ein schönes Zukunfts-Puzzle aus Wizards-Sicht. Auch wenn es jemanden wie Andray Blatche oder Javale McGee dafür via Trade opfern müsste - wenn der 3. Pick (Utah) irgendwie erschummelbar ist, dann muss das Management des Haupstadt-Clubs den Abzug drücken.


8. Wie sollten die Draft-Planungen der Knickerbockers (17.) aussehen? Was darf auf keinen Fall passieren?

Robert Jerzy, NYKnicksjournal: An erster Stelle steht das Stopfen eklatanter Lücken im Kader (PG & C). Mit dem 17. Pick sollte man genau schauen, was vielleicht glücklicherweise noch da ist (Stichwort Biyombo). Man sollte ebenfalls mindestens einen weiteren Pick kaufen, um beide vakanten Positionen abzudecken. Das Toney Douglas-für-Jonny Flynn Gerücht würde die Chance eröffnen, einen Big Man zu draften und mit einem weiteren Draft Pick dann nach Talent zu gehen. Ich hoffe, dass die Knicks an diesem Abend nicht nur einen, sondern 3 neue Spieler präsentieren können.
Und was darf auf keinen Fall passieren? Mike D’Antoni entscheiden lassen. Dies resultiert im draften eines Small Forwards ...

NBACHEF: Sehe ich ähnlich. Da kaum davon auszugehen ist, dass der kongolesische Defensivteufel Biyombo auf der 17 noch zu haben ist, nimmt man den besten verfügbaren Point Guard oder Center. Vucevic wäre wie schon erwähnt eine gute Wahl - echte Center sind rar gesät, in diesem Jahr mehr noch als sonst. Dank seiner Treffsicherheit passt er prinzipiell ins D'Antonische '100 Shots, no less' Konzept und würde neben Amare und Melo gut in den Knicks-Frontcourt der Zukunft passen. Als Guard kämen Spieler wie Iman Shumpert oder Reggie Jackson in Frage. Falls Alec Burks - wie zuletzt behauptet - so weit fällt, wäre auch er eine ausgezeichnete Wahl dank seiner profunden Scoringqualitäten.
Auf gar keinen Fall darf Isiah Thomas in die Nähe des Knicks-War-Room geschmuggelt werden. Die negativen Auswirkungen seiner schieren Existenz auf die kollektiven Vibrations der Knicks-Gemeinschaft sind wohl dokumentiert und bleiben omnipräsent.


9. Die wohl brennendste Frage von allen. Nach 2009 (das Jahr der PGs) und 2010 (das Jahr der SFs): welchen Geniestreich hat Wolves-Manager David Kahn 2011 für uns in petto?


Onur Alagöz, Nothing but Net: Da der normale, durchschnittliche NBA-Fan kaum so viel Kompetenz besitzen kann, ist hier alles nur ins Blaue geraten. Aber wenn ich mich absolut konzentriere und versuche wie "Executive of the Century"-Kandidat Kahn zu denken, dann wird er zwei Power Forwards draften. Wahrscheinlich Derrick Williams an zwei, da ein mit Spielern wie Kevin Love und Anthony Randolph, sowie aushilfsweise Michael Beasley ein echter Mangel an Vierern bei den Wölfen besteht. Oder man verpflichtet irgendeinen ausländischen Spieler, der erst in ein paar Jahren kommt.

Robert Jerzy, NYKnicksjournal: Kahn hat ja grad einen Lauf, seit Ricky Rubio im heiligen Minnesota weilt. Gerüchte belegen, dass er langsam übermütig wird und nun den 2. Pick im Tausch für Andrew Bynum anbietet. Die Zeit der Ansammlung von Assets ist vorüber, die Wolves müssen erwachsen werden. Technisch macht der 2. Pick keinen Sinn für Minnesota, außer Kahn setzt auf Enes Kanter, was allerdings bedeuten würde, dass er seiner Bromance Darko Milicic fremdgeht. Für den richtigen Deal wird Kahn wohl den Pick traden. Vielleicht für Tony Parker...

NBACHEF: Kahn baut sein gesamtes Team zukünftig um Ricky Rubio und Darko Milicic auf, die als gefährlichste Inside-Outside Kombo seit Stockton/Malone die Liga schon bald schwindlig spielen. Den 2. Pick im diesjährigen Draft verschickt er, hübsch verpackt zusammen mit Nikola Pekovic, Martell Webster, Luke Ridnour und einem Wolfswelfen, nach Los Angeles im Tausch für Andrew Bynum und Lamar Odom. Phil Jackson macht einen Rücktritt vom Rücktritt, ersetzt den gestern gefeuerten Kurt Rambis als neuer Head Coach an der Seitenlinie und macht aus Michael Beasley einen zenartig dauerentspannten All-Star mit adäquatem Seitenscheitel. Kevin Love führt die Liga mit 56 Triple Doubles in Folge an. Die Timberwolves stehen in knapp 11 Monaten im Western Conference Finale. Dann klingelt der Wecker...

Malte Arndt, NBA-Blog: Das wahrscheinlichste Geniestreich-Szenario? Kahn sieht sich seinen Kader lange an, beschließt, dass er neben Beasley und Love noch einen reboundenden Forward braucht und pickt Derrick Williams. Schlecht für die Wolves, schlecht für Williams und Cleveland hat womöglich die Zukunft der Franchise innerhalb weniger Minuten gerettet. Ebenso denkbar ist, dass Walker oder Knight gezogen werden – man braucht ja bestimmt noch Point Guards. Sollte Kahn zur Abwechslung doch einmal Hirn und Verstand benutzen, nimmt er Kanter an Zwei, da Center das offensichtlichste Team-Need ist, seit Darko doch nicht so gezündet hat (wer hätte das gedacht…) und Kanter möglicherweise der beste Spieler des Jahrgangs werden könnte.

10. Wie sieht dein Mock-Draft aus?

Malte Arndt, NBA-Blog: 1. Kyrie Irving (Cleveland), 2. Enes Kanter (Minnesota), 3. Derrick Williams (Utah), 4. Jonas Valanciunas (Cleveland), 5. Kemba Walker (Toronto), 6. Jan Vesely (Washington), 7. Brandon Knight (Sacramento), 8. Bismack Biyombo (Detroit), 9. Alec Burks (Charlotte), 10. Donatas Motiejunas (Milwaukee), 11. Kawhi Leonard (Golden State), 12. Jimmer Fredette (Utah), 13. Marcus Morris (Phoenix), 14. Tristan Thompson (Houston)

Robert Jerzy, NYKnicksjournal: 1. Cavs - Kyrie Irving, 2. Wolves - TRADE (Derrick Williams), 3. Jazz - Brandon Knight, 4. Cavs - Enes Kanter, 5. Raptors - Bismack Biyombo, 6. Wizards - Kawhi Leonard, 7. Kings - Kemba Walker, 8. Pistons - Jimmer Fredette, 9. Bobcats - Jan Vesely, 10. Bucks - Alec Burks, 11. Warriors - Klay Thompson, 12. Jazz - Jonas Valanciunas, 13. Suns - Marcus Morris, 14. Rockets - Nikola Vucevic

Onur Alagöz, Nothing but Net: 1. Kyrie Irving (Cavaliers), 2. Derrick Williams (Timberwolves), 3. Brandon Knight (Jazz), 4. Enes Kanter (Cavaliers), 5. Jonas Valanciunas (Raptors), 6. Jan Vesely (Wizards), 7. Kemba Walker (Kings), 8. Marcus Morris (Pistons), 9. Kawhi Leonard (Bobcats), 10. Alec Burks (Bucks), 11. Donatas Motiejunas (Warriors), 12. Jimmer Fredette (Jazz), 13. Klay Thompson (Suns), 14. Tristan Thompson (Rockets)

NBACHEF: 1 (CLE) Kyrie Irving - 2 (MIN) Derrick Williams - 3 (UTA) Brandon Knight - 4 (CLE) Enes Kanter - 5 (TOR) Bismack Biyombo - 6 (WAS) Jan Vesely - 7 (SAC) Kemba Walker - 8 (DET) Tristan Thompson - 9 (CHA) Kawhi Leonard - 10 (MIL) Jonas Valanciunas - 11 (GSW) Marcus Morris - 12 (UTA) Jimmer Fredette - 13 (PHX) Markieff Morris - 14 (HOU) Chris Singleton